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Full text of "Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft"

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Neuer Anzeiger 



für 



Bibliographie und Bibliothek Wissenschaft. 



45. Jal^rgatig 1884. 



Herausgegeben unter venuitwortlicher Bedaction 



von 



Dr. Julius Petzholdt, 



Königl. Sachs. Geh.Honrath, Bibliothekar Sr. Mi^ettät de* Königs Albert von Sachsen, 
sowie Sr. Könlgl. Hoheit det Prinzen Georg, HerBoge in Sachaen eto. etc. 









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G. Schönfeld-8 Verlagsbuchhandlung. 



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Keuer Anzeiger 



für 



Bibliographie ündBibliothekwissenschaft. 



45. Jalirgang 1884. 



Herausgegeben unter verantwortlicher Redacüon 



von 



Dr. Julius Petzholdt, 



Kimlgl. 8'ächs. Geh.Honrath, Bibliothekar Sr. Majettät dea Kbalg» Albert von Sachken» 
sowie 8r. Königl. Hoheit dea Prinzen Georg« Henoga in Sachaen etc. etc. 



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l>re8deD. 

G. Schönfeld-8 Yerlagsbuchbandlung. 



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NEUER Ä^■ZEIGEE 

4fra- für 

IV;l/iio;riapliie nui ßibliothekwissenscliaft. 

Heraiißgf ^ebc n von Dr. J. Fetzholdt. 



■•iai'>ai. i 1884. 

Inhalt: i 

'•'".: ■ - r.\ Gi:::? /.ti:u neTi»»Ti J.\i!ie. - Schwoi/ersrh* Schrift-^tclIcr : 
1\. J.Mi.ii-i t.u;:«.it Kciifcor \I. Fr.iuz ChrL-tian Ensch. XII Ferdinand 
A;li>'*' 'vy.o»". \\j- A. «cbiimariri. — VAu neuer Dmck üu^?uber^■'b in 
i.;...;.ri:. ■ ^i,r;'«.'l:t\ V >M Aib'.;it. (.'ohn iu Berliu. — Zur licpchi'.'lit;} «ler 
j;;L:it- .•i.v.uaboii V'ii l'liüalctl!^. iSciiluss.) — Die aV.;id»?iui8che "üil?liof'h«*k 
7r. ii.^rho;*:,. V'-n v. .1. LioJe. .Sr-hloas ful^rt.) — T.itteriitiiT »nd >fi*;- 

''?'!*^Ti. — Allsrcii'.cnio ßibiioii"rapliie. 



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;l-] PüU Lo&o.ü tirasö zum Neuen Jahre. 

j\a h dtz-n Särhss, St-ialS'.Iieiior-P^nßioiisgPsotzo cih;llt n:^;- 
:»'/f Iv.ti'.'-'^' dtv,^ iioclii't;!! Pt-nsifii^-'^tz, ÄMclior d'-ö 45. Dif'ustirilir 

:>-.,,'.):m.;..^* ].:^t: Df-iu Aiiz. scheint VMiU dieser Vortlicll i^.irL: za 
:". '. iOi, 1!. ii'it iiiii .-choTj ••'ii AbldntM»--; -14. Lobonjijulires i}cn.'ii"i'ircii 
V. i^if'}. 1>. A:-z. iTililt in.lc^-" !r.»ch kfine Neigung, jet>t [►♦'irlt.'! 
:r: ,lon A:>=i-dmiü:ii v.'obiver ücnlou Ki:hestand zu treten, n, h-llV fiocb 
i'O r:; Icip irn:c..i BiMiot-^'-karischeü Ontn»! blatte — triitz dcv 
i : ttT. ii;t".uri!^, »i;.-» Jif:::o?n nücU des Vorlegers Versieb er nng das 
K'r-.. 1. rj-;:.^.-. ü.'iJSKriuu «.«er Cei'^tiicl.oii. Unterrichts- n. M»'-ii- 

1 -\; '■ rniieitiM», ii Anyrkrnnüiig eines derartigen Fachbl'Uio? 

. i^ -.üv^ru-'i;! n..r...iri:i3st' y 711 Thei! werden hisst — glcichwr.hl 

:■■ :mii' \'>»'i1(- ;ju-. ei^'^liOr Ivraft ». mit Hilie der im Lauff 

.u.'.'.': l,.;.r«' i.ow -nuer ;^'« Kro'inde fortveg^tiren zu können. Penn 

•^'•■■..i! l'-l ■( . i:'^^;^iubt'u mat:, oa.-is vjn don dem Anz. .siiiüier in 

- V r.-i '• i : M.i...^üe jrspewJ' tc:i frfc!:ndli*:hon Kimdgebimgeu ein 

." i;- ["t-'j .-l.-. >^'in n-an ini gewölmii-iien Loben zu ?*agen pÜegt^ 

i. p \V ,•' ii! A'-'/u,; '/'i i. ringen ist. so wJJl ich doch hoffen, daös 

'.' ■ 'O'-'i ixU' tlem Ai./, juiigctprochenen wohlwoliondeu Go- 

:... ;'M^f.. ofirii- i. Ljo-i^ein* haOen, ii. anf Diese setze ich meine Er- 

-' ■. u^r-t-.: ?or-'l..:cri!der vobi^vfrlJonder ü. freundlicher Unttrsiütxung 

.• ^ A.- '.,'i' -rM '.jp.->cii Rrn^Toi') Lebenswege. In diesen ErvrartuKpff'n 

i '■!;'» il;-'i:3 <;\' /vnz., unb<;^*Tt von dem ihm Yorgclial tonen vor- 

/••.ti-ov' l*onbi.>r.s^'Oisi;ünslc, snuthig sein 45. Lebensjahr beginnen. 



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Seh wci7<»iis<.''..i S«-hrir-.stoilei . 



[2.] Schweizerische SchrlflstelKi^^). 

Von A Schamaaa. 
X Johann Rudolf xteug^er. 
Quellen: 1. VUjj'emeine Litt-nitur-Zoitung vom ..'ali'i:» i>:;Ji. 

I. Ed. (HiUle.) IntcIligeiizM;itt Nr. 11. Fcbriiai. Sp. ^•i— -" - 
Wiederahg^odrnolit in: iieuer Nekrol-^i-; der Deutschen. 10. ^vhv.-. 
I.S32. 2, Thl. Ilmenau, Wn^t 1834. 8'1 S. 09V» -Tö? 

II. Atti dellft Societa elvetica «lelle srioiize natural). hJesoi'-ue • > 
Lmrano (!oi tipi di Rüggia c Comp. 1833. gr. S". S. I4ii- 152. - 
IIL A(l brecht) ßencrger, Kurzer Abriss des Li.ber.sb'.iOÄ vc;- 
r)oh. Rud. Eengrger. — in dps Letzteren ,.R.else nndi ri«r;ii\ia\ ' 
fs. unten Nr. G). S. V — XXXXVI. — Auszug d raus in: .•■^vuiiisob. 
Allgemeine Lit«^ratnr-Zoitung vom Jahre 18^^8. do J.ibrj-. ■». iM 
Nr. 156. A'jguat. Sp. 281—284. — IV. (Fr^d. CC^ai' de hx ir^.rpc 
NoMce ne^rologiquo d'Albert Uen^ger, citoyon des c;ui1.»:is «V\i- 
gö^io ot de Vaud, minißtrc de rinterieur de la repiibli..i.:o :: ■/• 
tique. l*nusannr». Iniprimeric d<*s fr(>rv' Blanchard. i^^*^K c '. 
35—37. — V. A. C. P. Cailiscn, Medicinit-chej S.'liP?'.'-;- 
Lcxlcon der jetzt lebenden Verfasi-cr. i\acht.rag 31. Wk i'-^ i« ■• 
hagon, auf Kosten des Verf. 1843. kl. 8°. S. 4i\- 4iJ 

VI .1. C. Poggendorff, Biographisili-LitcrariS'.'he''« PI. '•■ •.vGr-.ul n. t; 
zur Uesi:hirhte der exa(iten H'iftsonscbnften. 2. Bd, •.n;|./.i.r, 
Baith. 1863. Lex. 8^ Sp, 605. — VII. .Uoh). M>illor, Do A: 
gau. Seine politische, Rechts-, Kultur- u. Sitten- Gcsobichto ;:. m. 
Zürich, Schulthess. 1871. gr. 8^ S. 4t^— j.l - V-i -. - 
VllI Herrn. Aug. Hagen, Bibliotheca entom^logic::. Dir- i.it:" .:•. 
über daö ganze üeblet dür Entomologie bis zum .1 inre 180-. l:. -h^ 
L'Mpzig, Jhlngcluiann. 1803. gi\ 8^. S. 72. 

Johann Rudolf Rongger, den 13. Januar i7':J5**; :.u ':." :i. 
im Aurgrtü geboren u. (ian 18. dessolben Mf-nats ^;. rauft, v.l 
der Sohn des dortigen reformirtcu Pfanors Sau.iul R .:. 'i: 
ROöine geb. Koller. Früh verwaist, fand er in stiiuin Oü,r . 
Hel\*>tischen Minister Albrecht R., einen zweiton Val^r, dfn i 
zunächst auf mehre Jalire einer ErzicbLiigäanstalc iu Jw^i-i i'i}>-«v 
u. dann vom Herbfit 1805 bis zum Krühiirg 1812 il'O K jr- 
schule in Aarau besuclien liess. Iro Mai des letzteren .^ahie-s -:i«/l. 
der junge R. nach Lausanne über, um sic-j an -Icr di-n.?^. : \ 
demie in der Französischen Spraobe auszü'Mldpn n. zugleii!i t;, if 
üviti.sche und naturwis^Hnsrhaftlichc VorksunceD zu hOn-z. 'v =•. 
er zii Ostern 1814 die Umvers\t Tf;biip/Cii hh^u. 



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**) Fortsetzung von Anz Jahrg. U^-r^. Nr. 'JlO. 
'*) Die Quellen, soweit sie überharpt df»n GebuT^jsla^ U- I^r.;^ 
"Ch^anki'n rwischen dem 21. u, ol. .lannar 1VV»5. Das ii- Tviie s: h. . i 
I>&tujn beriht auf dora Kirchunhucho dc;r r«fjrmifTon (fpirriudc ■■ Ji.il«^».. 
I'^Gr die Mittheilung drs>!clben bin icL d^m Rciiu Stadifi:j>.M!Uin k'.liff- 
bersrer zu Dank rerpüjchtet. 



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i! . ü.h;. r. '.' •:. • ■■ schreib:»!- ■■' -' 



Seh v-vize ri> cl;e ?c iirii'i.-rrll oi . 



haJu-nc lyi^vov. Sriii-dcriinfi" »los DiU:i^'iS i». sfiiifi »«.-..•■r. . : 
ht'.k'ieriiiig" drsLii; auch iia«;L Asuii-'^iviU ii, vCi-".:'lao>-. ./'■*:• 
mneui i'roh-.T. u. dl<-> vV-.ihrhf>!is'icl.»ft U/s vorä;ii\'it'.^x:n:.f- ^'j.l ■. 
in (ipr Ji-ndonor „Timi^s" ',*m 6. N'jvi'rnJ.Oi" IS^it). iu Ap-'.- 
?Tiff'eno outhielt sich in seiner Artwvrt v<^m i^-. 'u-sspü« .i M i' ii 
jodi'!" WidorleL'unp v, ^^eri^^f .-'idi ani' das ZoiitrMis^si doi" ijr"- '•;• \ 
I'nr-igoay'e, dl»- «ins* /.v.is(.hAn ibm u, Dr. Fnirn^ia rivhun v-. ;?■'.. 
— Doü; ..liistonftchon VoTcUcho'^ f Ijrto 7W(.'i .Jahr». i-j/vV ; 
„Nati;r.:.-^scbiciile de»* Säuffi^thipro vOj! PfiiOLMi^j"' js. 'iTif.".*. .,:. i ■ 
w»»icbo Kicii den Beüriii Alexaniiof't; v. Huiv.b'.IHt i-i-müI» \:, • •■ 
ileatiiniinintje!^. bald geiiii^ in das wi-<>onsi.i>:^.ttl;*it" Sys^vif ": 
jrogaiij'fn sind. Na'.di dio.-i'in Werke Im'si hM'M-^ui fi.li 'wr \-'- 
Uvsor mit dm- für -viii trn»dserijs Pi^Ui.ijMii ih'^>^tiir!iit i' l.'f.s-rc- 
i^v'tiHM^nii-, miiclitc dajiPbeu Kois^n in i-'.c ^]po:^ «i. rK^ch L^rr.i ^*l - 
;i. ÜT: . iil'te tiuc^ oin J:ihr lansr die lleilkun-li:' m \;'. .u :xu-. ;;'■(► 
nnhni !l:inn ;;■ i^r diu Sf-e Hg eines i\v'?.tob !i.)ii'iscU^"Ji)ti.:*> l»« • -i'.w !:-^.ri..'. / 
E».;-i>cli'n Gniiu ". Wonri-ll, die «^v im IK-ri-vf, ls:V t- .'li li. : ■ 
h« -j,:;! ^.'. !:» Ke:ip(d i»i^!'ei ihn an; 1^ i't^:)'-' = \>--\'.l .::'■; \ v; 
i'vc ivrir-'f L!:ui»t '•Pirvzfindü'iir. J^- l>aiü «s >«"»i^ ^'«-Ift-:- 'r'.i.- 
jrel^lMo iln die Öiaün nach den n;!ueii' v-ii s^ Juiiow ! •; 1!;.l 
dr»K-»: ^-n-ürmvli Jun sowni lior^inüif, '.'..iv,s er dio -ici'.:; r..:<l: r;.-. 
ileiüMili )'.>?r7.u.«et7toii wacu'. Als L.'"iPr ;i» M^-Tioi^^cr.-; d ■■ "i ■ 
7fln''..j:i: .i-.OMii.'iIs Hiifrmt, brcrab «?r sicli .'nn 1. !•' imuipI:;" > .■ • ; 
AitK-iM. v:-..- -ich Still ZaL^liiTid immer mrhr ^^isv'iiiiinMi.'- t-\ ■•;; ' •. - 
(»;■ JiJM i). Okt.MUv:!- löJ2 Tjnt**r iiottisron /.urkini;,on av.s di'.: »/♦:[:.! 
ychied. Du« ;ir/tli*.'h(j Unters Ufi'::rt,- tf/pfuo iil-' ■ 'i^fi-liv. =''i-i..- 
T'. dos ei'".«^ Art Li-iMrnnvenjrtrtunL' (Iie.iiMl./ntifiTi). »-■'•.:. ^i-::.'-- 
Kulic.^iatt»' i'iaid J^ auf dor Sirisrito de.s .Aarau'.T Frit d':.V..s. >■:;. 
Grab zl-r'. n -li .jetzt eine Ö Fv-ss 2 Vi.'ll lu-'C « rti-sei.'iii- ; 1. •!•':- 
:"»roclit^'.:c biiiile. — J)ic v.,ii iüm hmidociTirtii^'l: }ii -■!.'!■ -m» ; 
,.Ivoiso n.u.'h Fan^iuay*' (s. iinteii Ni'. 0) ir^''- 1?'jö ;:''-in v" ,;•..; 
AUnf;::: Ü. m Ge^r.eii)?c:h:ift mit riinr.m ScLv -iijOi' F rd. v^'^'-ii; :• -.i^ -.r .. 

>'•• iirü'len: 

T. Pliy3lol.»g!S-:liö Unteranu^uTigtMi über di<- i^:lei":s ' '• iIavh^ 
haltunj: der Intakten vnn J, K. JifTKrirer, Moi». Sluo. '1 .iNir«-.-. i., 
mi 'S*'. 3 l^il. 82 S. (Li.i^'in. Lettorn.) 

2a. JJei Oolüor Fnniria. l:i; MorgeTiblatt 'Tu ^^4)^.- • 
.S'.ajdo. 21. Jahrg. 1827. Juni. Stuu^'-art i:. Tubii»;?'!-, r^... 
tT. 4'\ Nr. 140. S. r,57b--558b; Nr. 141. S- ..»♦;^i,.. ;>>. 
S'r. M2. S. 5f^5a— 5f?6a; Nr. 14:5. S. 57Kb; Nr. l-ii .^ ^: - '. 
Nr. Ur. S. 577a— 57b a. 

YorUufipftr Abdruck an? dor f"lßi;:iden Schnfl, eiit.«?i!rLc]u';i'i ■:»';■ .. 

<:iiie karzo ciüU'itend«; N,tiz (3. y/»Va), 

-i?if'. Hi8tor'r.if:)\QT VefrtU'.h über die Revolution v *n iv-ra» t- • 
und du DictatoriaI»Kei^m\ii\iX von Dr. Vri^\w\?u ti.n M •ic^^.i^: 



Scbweizerisc'i.o Scliriftstellor. 5 



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.-. :or Üjiso nacli Paragna.v von .1. ß. Uengjgur u. M. LonchaL^p. 
:.-•.;• -rnit a. Tübingen, Cotta. 1827. 8^. XX (Tito], Vorr-ide 3. 
li: :\'iV u. EiRlcituDK S. XV— XX vr.i; Kengq^er) u. 168 S. r.ebst 
I : . in 4". (R/s Pass in Spanischer Spruche mit dem Stempoi *Wr 
:.. 'vjMiK j'araguay und der facsinülirton Untorsohrifl „KodriKu*'« 
'••v?:cia'') li. 1 Karte in Doppel-Pol. (die Staaten am rara^iiMyj. 
.*.,/•■:.:: n. Uruguay). (Latein. Lettorn.) 

:>je Schrift uuifasst 2 Theilc: ^Uc ei-ste (Ö. 1—98) handelt über 

. i^=si■llichtlichen Vcrhältniaso, der zweite (S bO— 1n8) uboi die ülTent- 

•'.'=» VtTwaltung raragoavs. — Vjjl, .Schweizer. Lileraturbliitter für 

-'s J. 1827 ^Zürich, Orell, Fü^^li & Co. i^<ii7. 8°.) S. 160-174: 

/ it'ir-inatt auf das Jahr 1827. vStutlg. u. Tüb., Cotta. 4^) Nr. 84 

■ .:•: iv». Okt, S. 335a -:3:36b. 

2o. Kstiai histfmque sur la rdvolulion du Parag-uay, et 
>- .Tverr.ement dictatorial du Docteur Francia, par M, >I 

. ;..:■.:»•! et Loiigohan.:p, Doctcurs i*n m»*Jonne, Membrca do ia 
•. '.li r.oivciioae des Fxiencts narnrelies. Pari«, Hertor r^ossautrrr. 

.*..:. 8^ XXXV (Preface, Iptroduction) u. 300 S. noi.st 1^S. 

■ ;•. (K 'fci Pasfc) u. 1 Karte in Doppel-Folio. (S. ooen Nr. 2b). 

- '•!<-{•» historiqur — sciencc-s liatiirellej^. Stufctgari, ilt'tfrnann. 

ij:-. }iy\ XXII (Prefare, [ntroduciion) u. 200 S 

i)w. Deutache und die zu Parif» erschienene Franziisische Ausjfabo 

V iri-n zu gleicher Zeit vcri3il''^ntlioht u. können daher Ij^ldc ab 

. -l-::ii'nUn;>f:abou gelten. K. ist ihr alleiniger Verfassoi; li.'s Äü*);f'rl 

L: r. !.'.;; ilit fiioh anf inlindlichc ZustiiDiuntig der von jencnnuitgetheilvun 

. . .:-'»; heu. n. pcin Namo iat mohr nur aus freuiidscLaftlioh.'r Kä«'V.i'')!t 

.:'. i^.ii Titel mitgenannt. Der Kavto hat Don Feliz do Aiaras dritt. 

; jM'.h^'iftdche Karte zu Grunde geKi^en; mit wesontlicheu VerlK':'.-.'- 

! g«\'- u. apf Paiaguay reda«drt ist hie in Ü.s ,FIt-:Fo uavh Pr.i r- »/lm \ " 

aM'Vi Nr. 6^ wiederholt woidon. — Vgl. übor die Pariser .^lJ-^Tlb*'^■ 

j- >. i'gem. Gfographisohe u. Ötatif tis'.hf» Kphpmeridpn. 'j.'2 IM. 

'.-,'..) l'). Struck. kS.^470 (G. il. ^-^ (i. HubStl»; öaiwc':z.'r. l.iToraiarbiriTor 

. .■• J.v J. i82S. 3. 48. -- DU' Sluttgu^^tcr Aut=gabe bll.it-t eiuci: rbtii 

..:■ .,L'<'ll-c*:oii port;'.ti\e d'ycu.res choiKio«» d« la llt*Or:iturt irun^ris? 

:;.!;i'j et m^-dcne. Puhlioo par rAhU» Wo/iu et Charles Conrti:'." 

i. T.'r.l.or die "Wirkung d.*s Bit>sec drr süduni^rikan^- hon (lifi- 

;.-:♦?;. und die V'>n mir dagegen angovand^o Heilmeihrae. Von 

: nrntrger. In: Archiv ffu* Anatomie u. Pnysi«dogie. Fn Ver- 

•■:.'' itil iiiohieron Gi^lohrten hrs^. von -loh. Frio Ir. Moch-d. 

■r. tS2'.^. Leipzig. Voss. 8^ S. ii71--208. (Latein. L'turn.) 

.■^'i-'d'-riinU. in IVn „Heipe nach Paruiruix" (s. uiilen Nr. G). 

'" i - 814. -- Französisch in: .I-rnrnal cwmpI(Mi:'''iitMiio du Die- 

.»•■? des bcienee.s m^dicalcs. '\\*w*i 'M. i^aris, Pa.ickonrk- 

j:r. 8^ Cah. 147. p. 24r. 2«^4. 

": a.-^? g.^wei8e in: .Inst. Frlvlr. Cftil Heck- 1 .>? Li-t».iajvch"> Aimalen 
- tTi-ammtenHeilkandp 17 B-l li-nliii. Kiidlih 1830. b\ .S. PJO -121; 
".- L'iigere u. Fr. A. Klot?e'>» {Suiuniarliim d-?« Xeu">U;n aw vio.r v^^^- 
. .'i ;.*teü äJedicin. 'o,JsL'nrg. IS'IO. 2. Bd. Lcip/Ag, Bövaiv<r, \it.'^'^. >.A>^i 



6 Sohweizerist'lie Schrifbifitellpr. 

bnrgh Hiack. 1830. gi. ^•^ Nr. 104, July. p. U05— 1*08; Archivo.-. 
jjeiii-rales de Möiieciao. Anucr VIH. Tom«« 24. Taris, Bechtt jeuDe i'* 
MipieiLf. IS^O. ^T. 8^ p. 120—125. 

4. Naturgescbirhte dpr Saongttliiefe von Paraguay von .1. i». 
l?en<rger. 13its,0, Scbweighauser. 1830 (eigentl. 1829). gr. o^ XVI 
(Vor- u. ilaupltltol, Vc'irede S.Y— XIV, Druckfehler S. XV— X Vi) 
und 394 S. (Latein. Lettern.) 

S. 1—12: Erste Ordnung:. Bimana; S. 13—65: /weite Ordnanc. 
Gflfldnmiana; 8. 6G— 227: Drifto Ordnunsr. Carnivora; 8. 228-278: 
VieHe Ordnnnff. Cilires; S. 270-311: Fünfte Ordnnng. Ed^ntat'i : 
S. 8i2-H42: Sechste Ordnnng. Fachydenna; S. 3-1^3-367: Siobenif 
Ordnui.g. Ruruinantia; S, 368—882: ücbcr die Yertbeihiif» d«r Säupe- 
thicre in Südamerika; S. 388—386: Drber da«* Leuchten der xVugcn bei 
oiMft:eu tiattungfU vod Säuf^etiiioren ; S. 38/ — 390; T;eber die Aus- 
.j;.-^'iiiq der 8iirg(-thJcre; ^' 301- 394-. Inbaltiauzoißre - Zwei Ab 
-.'^Tiitte aiLs iiiesvui Buche .«iij«": LibtjodiU''lit ir: hudw. yi-vir. v. Vrovi^-V 
Nüil/eii aus d^jiü Gehiet4.^ der Mcstur- u. Heilkur.U". i-T. IM. «M^diu* 
in Kifurt, hei Lopsins, ir Comm.'r»ion bei d. LundfShw'üsi.io-^'i^av.t:.!: 
zu Woiwar. 183ü. ct. 4\ Nr. 5;6. März. (Nr. 4 des XXVil. T-des) 
Sp. 49—61: Ueber die Fort ptian»uiii; der Beutelt hierc n. Nr. MO. April. 
(Nr. 7 des XXVII. E.lefc) öu. 101— lt>4: PsychoiogiRcho Boinorkuugcn 
hl Beziehung auf die Aff^n. Bei »linen» Caj'-AftVn vCcbu< Az.'iva..?. J;piigger; 
gcma'ht. — Vgl. über K.V Schrift: Schwfi^cr. LitoraturU-itter für das 
j. IWO. i:. •;7--101; .Jiinrbücb.r ffir wissr.-. hnül. Kritik. J.ihrg. li-ol. 
icJViiij:., CöUa. pr. 4'.,i Nr. 31 u. :*:; »Ä. F. •VliM^maiin); Aligerti. Lir. 
Zeitung \uir. J. i^oJ. i- i:\. (\\a]W.} S"/. ;*-i u. 'v^ u. aanu« in C. Fcrl 
Klciufit^s -Ulgeni. i<^jpLU:'Miini tkr ^jiKinuntvii doutsühon niC'liriiiiy«'!»- 
chirjr^ischen Jouin;ili»'tik. »" Jj^rt;. l^^'M. Apnl. ti. lo4 --]'^>, ".Not. . 
OüttingihclKi grlclute Amc'^i;-h. Ihc '2. iid. a..f das J. ls3'J. J-\2. .S+'.-cV. 
S. 1314- i:VJ0 (Bd.) 

■S. Kob^r die liObensan ue- Tiilcx pciiotnins (Vi-j^'i^. ».i: 
At'tea de la TSooiete belvtHiiuo des S'»eti'*.e>. naturelle.-. 17e dv,y ■ i: 
Cn^nevc, imprimerie CJrua/. 1S32. ^r. 8^ S. o'">--r»l 

Eigentlich Rct'erfit ^n'^i vun i'. in der Naturfor^cV enden Ge.Hlf^o. ar 
zu Aarau gehaltenen Vorlesung; ausführlicher in dtr „ixfise na^ii r;;.H- 
giiaj- (s. Nr. 6). S. 284-314. 

<">. Reise nach Paiagnay in den Jahren 1616 bi.-? 1820 v.»;.. 
J. ii. Kcnggcr. Ans des Verfabbcrs haudschrirtlichem N;i. ll.^Sv 
hrsg. von A (1 brecht) ßengger. Mit einer Landcburte (in ^i ■ :/ 
«nd drei Bliitteni Abbildungen (sowie e i u t m T i t ♦• 1 b i i ^i p ; 
Aarau, Sauerlfmder. 1835. g:*. y^. XXXXVl S. (Tilel, ^.Y.: -o:. 
des lleraiLsgebers S. III — JV, Kurzer Abriss des Lebensbiur".-? v .; 
Johann RudulV Jlenggor. Voin ITi^gcber S. V— XXXXVT), 1 1-. 
(Nifbenliiei) n. 41tr' ?, nebbt l S. Inhaltsverxeichniss. (Lat.^in. IjO-» . .= 

'>, 1-4. y. De la circor-scription et de \h dt-nonjination d^ !' • 
pna> ; 'S, •'»— .•;7: U. D« la coufigur.ition et d- la c')iijp..^i:i(:J: ': 'i: 
S. {]S—ai>: m. Dos cours J'eau; S. 6»>-N); IV. Du clima; ; :^. n' -.?' . 
V. DerAwoiyivtion, eapitalc du Faragua.v; S. 02-94: VI. De ^'•sr'.iiri: . . 
8. 9i-l01 Vif. Dea ^tv-rcmoni-s ruu.'rain«; S. 101—140: VUi l».- 
yrA'itiir.a pnnjitife du Paraguar; S 14Ü-- J43: IX. U^i Voutirivri :.i 
rJiet Jcb JmlicriF sa-2Vfli:r?.; S. 143 -lOü: X. Lanuleb'Ti; S. lyS-;-:-. ■ 
XI. Ja^rd; ^. 2:V(*->^A; XII. Streng -J^iViftaW . s. *Ä^ -'iVv. \"1. 



' '.-NA'k I-. -lorAVildnlss: S. lip— i?>'f>: XiV. M-.iquir ii: o. >:V:- :::4: 

■-*..:■': «ivl .' ^ ( i 111 •.*. perictran ■». ) j A urh aVgt- d» uck t i u ; "^-'aTi iv.:? ': .-i l- 
•:iiii{ tür ■•>.>i«.^;v ;i. v-rgloicl.'^n.li,' Auat^iüie. Ursir. v..i; Jol.an.v .^ 
'i • j-*.:J- r^tge l. BtL ?\iüri<^iL'n, FliJsohiuaM».. 1387 j?v. ■ 

VI-::. V:l. oIm-u Nr. r..j; 8. ^'5^4- :?J-J: XVU. r^l^r dv'*\:.-Vurv-' 

K..-n '. '.?-.-■• M «ler sü(i?rj*'ritanisoliCij »Ti'rjcljiaiijr;^^. und ^i" >oii :.■.;:■ .■;>■ 

■ : ii".:.\*?:i<lt»ii TKihoPthodc (>, .Vun Nr.::.;, S. yU-'Jill: W!?;.. 

•- ''!"»; jS, -J''?'i--3o2: XI>k. V'^rn-i-i.-Lr.t? Beuurkiiüfren c^hno^■:. '.}•:■; .■::-'i 

■:.' ;.aft?ihiÄtoriJ.ciiJ.» IrjhaUis; iS. li0l'-40] : \^. Auszüt: -v j rtc- '.' • 

't^s^:i•s Tiipc'lM.^'lu* | Pie l)eiii<'D loii.t-n Al-fij'iiltt'^ tlnd '•.••1i_Mit vvj 

rtc V»-it. S^li'-Vi>2:«.*r. Apot!i''Jvi}r l\rd. \V;;.1V:- in Anvau, y l-'t- ] 

•^^--'iP"»: 9.rl(:ärus»jf dt»r KujilVr (t'. der Ivuit»/ r.^!oi i <i. II 

•■li: iJ»J*t«' der Oft jiy^ 11:19». TiilVl 11 J das Idu-ilidus »iiic^ l'.^i' c'i.i'. ;> 'm.j 
v-'O'-nr a)'o d'«.*i "iitiif>p:rapliii-i. v~'n G<d.«iU'.i<.)" "B'^llir-tfr in A;iu:!i. !■.> 
T'v.'i':-; i'^-it KV <Jir»l-do:ik.niii* ':iI>p:'brfrhLr!f: S;iul'.) U. d:-.---: .T'?!:'- 
•■ -: : ii.-'->t e)nvi' i:u I.>ezirel)::- l^Ji zu Nf.ij.-i in u'-v. l'n: ''li.lv ;J" 
•^^!;.i;;.!.'t.'t»tt ZoicbniiDfj. Pia Kait.; vor; r.'urffiuov ;s. c-V. i^ imt«-r Nr ti::) 
: ■■ i-!.- l.jngohtuu'.»! V.it^-r und S-jl»ii n Mr»l}j.if>: u ;r^'i*' l-i*- 
i'ij'. -- Vi'). J<^r AiW'^r»'. L-i.-'/r^ T::iii .?. ir:.*'. " ". .lui»:. 

. i:d. Nr. 16*'. St. i>.i— v^r^ r ::r J57. >. . 2:?i' - -*' :•> . 

XI. Frau? Ciiriatir.a BnacVv. 

•.J'ü^Jei;: T. Der Solivtd/prboif. 72. daliiI.^ )c<75. ;.i.::.iv, 

■•: ..ij.'^Irr. b.-]? 4^1 ^Tr. 2ö0 vohj 29. Okroüoi. S l- - :m. 

i" .■: "■ A. Schiimann;. — IT. „V".«rbr. ,!nrki;riy'' /.i; den „uoilHhirr;-- 

-. Mi.-r. Nr. T). S. iV--V. (Vou iVin:>elbon.) -- M, hi-.:// 

.: . amJ:. 1877. Lcv. 8''. S. i^Ol.. 

i. -au 7 OhiTstiHn Er..M,h, v;'-i\ drii 2'J. !s-'v.''Ti,i.<r loO'^ 7U 
: >L' :r'< 3. K., rrhlflt sriiio Vorbil-Iiüij.; ..-v.) dri»- ;];r'i.;':. 

• i l;-. \'i.{\ und i;r»rt*> SOd;iU!l pi-r-pädoulii-fh-- 0.»r'Oi,i»^'^ ([*' "0l.;fij-' 

■ i'!iI;'-^«.»p)iio) an üo\ Akademie biti l'S25. w- '^i «kl ji i/'X- 

^^-^'r-- •; Frivrjtrnt^jririit in DeiirM-L'-i »i J''::jn/u'si5t(.i:v: >:r.:ai/ 

\k-. Li2& lesuüju tr d.''ii Aa-'^^iiiivM-i:.* .S!.i;i'y»' i-ii.i«:- .,!^*l 

/..;•" .1. w-irdt? i;,:.i-i üariü.f .;!': I.C'r;?-:»- i -. FiüI'/j- i^f-'i* .? u 

•.-:. ■•■ -.0 ain"]; d«'ri I.>--nttch(*i«, c'.'V'-j der :.'"■:. ■l:i<d!t»:» '.<.'■■; ;:pr.in 

■: '/«.■lii«:'-! Öekiiijii-üäCijL-:' anfrc.*- :■;■']■ Am <'» sor :io'«^i..: ü»- d^^r 

.! l- 3> .I:ifür oin;;»:ri.htf t«-Ti Iifz.i!\.>^i.l üle wiiKt-' .■; •; ai:- 

■.. •• \\>ii3t> bis 7A\::\ .faliiT' 18«') 4. Al< Jmi dai-^'l. ein 

.:- b:usl!(dd«» ofiivl. v»»rif'tzt»j ihn üi-i >tä,ln-r::r ■.ivi;-.« i^idi' 

i-;..».*..]b^n Ituhes'-ai'.l. V.:\\ l.'i.ni^j'iMor A'.ifC'iiThMlt i»* ii- :.'■'■ :r/>.'E- 

■j- ;Kaiif--;u Lii/.crn) brachte il:rM (lonesun::. S'ojM"i'\ • ■•i v-kMurte 

■:':*..*'. Matsc zu ei:Vifffr Bi^sci-äitiiruii': mit- Dirh^tji.ür a Wir. ^r'-:-«*! ^1*1, 

1! M il::\ 25. 01vt'.b»»r lüTO ''-"r T'd -d»r:of. iJ w m ■■■ «m- 

•.- -rslosef, geiDÜti!n»iL'hov '^lf'I!<l.'• r.. wct^'-t-ü f^oim-s iirdvro»: 

.')\-s in gpscllschaftlirbcn Krej.-r^oii t-ii. sl^ds ^N\\\\^nHv;.f\^v\ ^ioccX». 



8 



j^t ii'rt ei/oii.'icii«'- T-^i ai iLi^tHller 



Gciiithtf a. i-iu'gto i»ei sokhü» i^clogenliriren ainh als SvIUl;-/ 
u. Jftusiker (FI'Hifct; üI!YC■l•ui^.'S^^•ll mitziibeiten. Kr wai ein l>..o.-v» 
Freiiüd Ttcr Nntur u. wanderte .vi jc.lctri sicbönen Tago hiiuii' 
.sich ibrc AciuutL /u er J reuen. Dann j;\d^ er >inrjt5ihl seiinis 
AVi-i^ec, hJp iJ. »li aiiLaltend. wtnn ihn inr Keiz Jer T^andsf lüiii 
frissfcltf, u. ho ^^aiiz dem augonblickiicht'U Eiadracke bingegcbei;. 
dixsh Uhlanu*8 VV^ovte von ilim gelten konnten: 

„Ich soh' OS :üica still firfi*nir., 
Die Brust von leisem Drang erboben. 
Der noch zun« Wüiiscbö i\i:li ^;Oib>'Lt, 
l«'b bin ein Kind und mit 'U^ni bpiele 
i>or heiteren Natur ver^nüJ:!: 
In ii»iO rubijjV-n CiefüLIo 
Jsi ganz die Hcdle oingewio;^-;.** 

Sciirifi »Mi : 

1.* Kiu Wort über die I.f5< el, *\w dem L'jhrc- • u H'.lu:-.' 

■ 

>cinC';- Ai'Uc/ ■..:'n^i'.:I.i:r: zu k»im:on. Von ♦■inem Mitglied drs y,..iluir-..- 
SdiUilr*l»n.r-Vercins. I:;. Por SchweizcriM-ho Scbilbote, lirsü'. i-l: 
J. .J. Xr.ilt, <I. Sp.-n:;^ior u. J. "W. Straub. TV. J.ihr<r \i-..u, 
Chri&U->. 1S:U. gr. 4'-. i\r. ly. S... VJl»--204. 

2,* i>Ci Lehrivt Iiiebo. V<'iv,'nl/raL;on in der yitzung der Tjc- 
iiiks-Scliul-jlvi'^-r-Ui'S'^i'lscbat'i in Zofing-n am 0. Mai 18.'3r>. [-,: 
AlJ/,tr.iulnc ■:-.. ..v.j»ii..«n.^cbe Sdiulbliittcr, hrsg. v. .1. lleor, A, h'eijr:, 
G. ^^J^•7!^-'Ci, .1. Vv. Straub. (2. Jahrg.) Baden, DicbcU. 1830. 
gr. i?'^ o. Uet^. S. 8-14. . 

3.* ^^■a^ t^ei dos Lehrers Zw^^ck und Ziel in der sitHj.ii^iU K:-- 
^lebü.ig aer Sci.tjcr? Kbda. (.2. Jahrg.) 6 u. 7. Heft. S. 2t» -•■■^ 

4.*^ D^'S liciirers Leid und Freude. Kbda. <>. Jahrg. ijjlen, 
Uoiir u. T.;:v.^;boir.. 15^40. gr. 8^. 8.11^-124. 

5. ScbM)w'"irterbv.t'h der frauzöbisrhen S;jr!:chc. etjrr« Ic.?:;!:--). 
bearbeitet n.Toh Wurzel-, Stamm- und Sprossforinon vrn Fr.ji./ <'h. 
Busch, fiChror der dvJt«»cheb und franz^^sLsihen Spiacbe hw^ Crc- 
5(biohi''». (A. u. u. T. : Dictionnairö et}"mob)gique de Li hmgu ' 
fran^aise, far F. Ch. Busch.) A^^rau, Siiumländer. 184«;. gr b". 
XII (2 iitel, Widmung an die Stadt Strassburg, Vf-rborirbf S 
VII -Xi, Quelb'n ■.,. Abkürzungen S. XI— Xir u. 354 S.. wov.-ti 
S), 1 270 zweispaltig, 271 zwoi-u. dreispaltig, 273 — Sf^S vieispMltig. 

tf. 1-260 das Wüiterbuch(A--Z;: S. 261 ^*:)*i9: Nachtrag (Ä -V); 
1>. ^70 -271. Auhaiig; S. 27?--3üa: Alphalctiscbeh luhaltt«veKL'ic}iTii.«s; 
S. ."^64: Vcrbi?sseruug«n. — Vgl. Die Mitt^lschnle. Hr«»g. \o-.i K. F. 
y^'hnitzcr. lS4t>. 2. Jahrg. 8. r>50— /i5o ((iavlcr in Reuthr.gcin •: 
Mager's Pädagogische Kevue. 15. Bd. a847.) Ö. 301— *307 (Mgr.- K. 
Mager). 

6. Schiller'» Leben und Wirken. Vortrag am Schillerfe/tr» in 
Zoßngeii, gehalfpn \on F. Chr. Busch. In : Gt^donk-Blattei .iiia 



SciiWf!:zeri8cLe Scli»iftst<jller. 



:• 



•■-r "^.irntTfciiT iiii \n»*trrta aui 10. NovcniücH* IS50. Im Ai^l!:.? 
■'. . L;rziv:hi':!gi!i'Di»"C-ktion ilospi. Kautoiis ziisiiini;i'Tiir»*.>U'i]- ivov 
:- ji'td. Maller). Lerzbiirg, Alhr'^o'-i. l^''"-'». ^y. '&\ H. 

7 G«"*diohte von Fiaiw Buscii. \uss«:a]il tcl» cinom ßcinor 

':•<..:: j,j. Aüfiiu, Bauerlündor. 1877 (oi^entl. jft76.) 1»^^. 

\" :- {'Vr^l V<nb(;mcrkuntr des Heraohgobcrc) 1 Bl. (Inhalt.) u. 

j' l;.:— :14: Tagen- und Jabr-szeili^n : S. o'^ -4ö: NIKi^^as fbut. 
. .i' . :ri':'<s vjn Zofingeii; «S. 47— .v^: KadetVnlicdcr; S, Oo--f>l; Vt-r- 
ii. l ;'.'• '.n Krr.ot und iCuni.ir: S. 62 --70: MuiidArlluliej --Htrau'i- 
'.T ivr „'jclioliw" hi der Verf. dicaos Aafaüt/.«js. 

XII. Ferdinand / dolf Keser. 

;i:o]h.'ii: I. (G. l\ FiM'b-Ha.tj'i'iiüUCh;', F. Auuif K<:si'r. [trin- 

-.*; i.ViM-i.t fiU" Verwnndto u. yrounde boi Anlabs seines To-'^ro. 

;-. .L:e-.^r4.^:t td Fifcb, Wild & Co. |m74.I •l^ 1 S. - Vg!. 

i- l'jj ;.:T;ir.:jii der Aaii^^auipfh .n KaiitöTicscuuiL'. 1550. A.iiAii. 

'•.;'■. ni.'nd Adoli" K.escr, d«?r Solin eines iiundi" >iP.uj.n:M u. 

; ..iir.-.ic vcii äcLu Goscliwistnii, wurdr ik'u 15. .^in»iar LSiO 

, '. vj; iui A4rg:ia j»'oboren. S(-bi)n iu frühester K'!n'.ir.''.it. 8W!> 

r. ."i^ Ma-ter. KInen Krsatz für diesen V-j/k^t gewiiiirte il'ii. 

..'-f..dl:i:-e lu der; Familienkreis seines I'uihen. F^rd. Sti'-di, 

-. *.• I'^^iüR SpiiaJanjtes von K«;ijip;äfelduii. Nachdem er dit> Soh*ilen 

:.J'J: u. seit Oktober 1832 die Ka'itonsschuh; iri Aiü'.ii ve- 

A iMite, vid'jjet:> er sich .-t^it u«Mn Herb-t" 183*>inJerii. !>..ün 

■: ;tii;^a'; d».-n lho.-d«'.£!:i;?cheii StuJ*>n. V'ij d.:ri Lihrtin die.ser 

. " ü'i'iirn hbteii nnuientiieh Ua.se u. Kit'/scii olr.L-ii ü.'-iusSizvb'.'ndeD 

..:-•. «uf ihn aus. 18-30 in die llciinath zunJek^ek<^ii"t. liP^itan-l 

i- Sti'atspriitun/L,^ luii Auszeichne. y u. versa li «iDnii drei Jahre 

..'■I .:..■: die Stelle eines Pfartvikirtj auf StiiiifiiiTj u. i^^ l\\:]rü. 

■ ://^^rfc;n Oit4' beiiol ihn tSlo eine hf-ffijf,'«^ liUnt,^- nertzüDduip:. 

. :- ch'roe ij*ei.^tlichc Laufbahn mit einen: Mnle ünle»-!,ra/i:. Zur 

• ■- '-'^ Flkve seiner Geaundheit z<v>" er zu fjnor in Aaniu ^v<^h- 

\iUi\ .Sriiwester u. übernahui hie:*; ff!»bald '.'.s die wiedcrkehre-idon 

..-:.■ c ciiaubteu (zu Anfan:^ 18d5;, das \mii eine:: Lehroihi der 

.ii^:;!'»n u. lies Hebriiischen an der FCaiitoriSsehule. Kr bekleidete 

.-.»'>,o bi& zum Oktober 1819, vorauf er. dt-r bereits Oreis!-=i;.':- 

' .:/t-. auf den Kath der Aerzte sich ein^r neuen Lel»eii.sth;itii,kei' 

'■«. .Tifieli* n. von 1849 bis 1S53 in Zürio!:- , \Vür/b;ir^, l'.Uj. u. 

^ .1. Arznei wi^seDschaft yiudiiate. Naci: rühniiieh ahLreiegteui 

■ .;;'.!V-n Hess er sich als praktischer Arzt in Suhr, dann iu Se-, n 

"iidlich seit Februar 1856 im ßado Schinznach nitder, wo rr 

iT'.n iii.htiehn Jahre lan^' erfol^n'cijb wirkte. Nebende! a?"/tU':hcii 

/N'.xis widroote er seine Krfifte auch einer von \\\\i\, o\\^v:vv<\\'v.v\v\\ 



10 Kim neuer Dnick Gutenberg'b in Dentschor fipracb<*. 

Iloilrin^talt, sowie deui Oemcinwohl als Mitglied iU-r Arn.'^pTjlU^jfn, 
(lor Kirüben- a. Schulpflego u. der kantonalen Syno.lo. Ar.: VI 
Ja^inar 1874 ergriff ninc Ejit7f:!i«imig die bisher vculiont iffbli-^- 
bencii Luntrentheile u. bereitete am 14. Januar, riejn V^^rabtriJc 
;^oinvs iunfundfünfzig8t<^n ^'Jr(!bu^tstclyc^, seiüein Leben ein i-l'* . 
iicL^ä iOnuf. 

Schriften: 

1.* Der Konflikt der waadthunV':-« ^on Geistlirlikeit mit il.^oj 

Siaatöbehörden, und ihre Vorhandlunt''ftn mq 11. und 12. 'N'ovpraber 

184r>, we!;'.he den Diassenh.«rt»^n Köcktnii. vom Amt^ zur Folge 

latteu. Aarau, Christen. »84«. 8«. 96 S. 

V^l. A11tc«^m. Lit.-Zeitang vom J. 1846. 1. Bd. älalle.) Nr. V<S. 
Monat .hmi; Sp. lOJT—llOO; Nr. 189. Sp. 110.^- 11 j-;^; Nr; 140. Sj^ 
1113-1120: Nr. 141. Sp. 1127 - 1128. (Zugl ioh tu* - ar.dero:^ Sohrit- 
ien über die kirchMchois Wirn-n in <icr Waa-lt b'.'sprocV ■•]..) 

2. Ni'tizen äler üas Leb<:n und Wirken Ku^lolf lüiu Loiistoir*-. 

Von ■}. lln\i:^;;iv und AI. Keser, In: /in Feier der FfuiMMÜ/.AJiiiZij^- 

ji'Lri'Uii uOhrerwiikba'j:k<*it des derzeitigen jvectoi.: der A:iq»-a»;i- 

8rhen Kantonsscbule Prolessor Im*. Rudolf llauohenstcin, hrsg. am 

3, Januar 1847 von der Lthrrrvereamml'.in.? alebtr Anstalt. Aanju. 

Gedruckt »n der H. U. Sj^ueiliindör'schen Olfizin ^c. 4^ S. i.-l 

bis XXIV. (Lat. Lettern.) 

[3.J Ein neuer Drn^k Gufeuberg's in Poutschor Sinache*). 

Von Albert Oohn in Berlin. 

üif obige AnkündiguniT verursachte uns nicht ^^Miu^r*^.^ 11 ei/- 
klopfen. Denn weicher ».Freund der Bibliogrophie** konnto i:.^'ten 
ölotfcs bleiben bei der ihm plötzlich fleh öftVnden Ai:.--; i;.'Mi, ;:• cl. 
in ftO epätor Stunde eine nüue Bluthe in dem Ruhm??.-krii:u* irui?.^- 
be'-g's sich cnt.faiten, vielleicht gar einen Lichtstrahl w, «las Thiui, i 
fallen /u beben, in welches, tr-tz hunderijähriKen .1 \ rb 1 ci-s , ■'; = 
frühem. Zeilen der neuen Kunst noch imuer j^ehtiilt erbchti:;» ■^ 

Unser Ktrzkl'.»pfen aber, wie unsere Hoffnung ii':\ n-:nc »v? 
lehrnng n. Krlvuchtung wurden sclinel! gestilU. , denn wc?ii:i.* / , - 
Icn nach du glückverheisst?nden Verkündijrnnij \drVj wir v.i ijr:. 
„Forschungen des verdienten Mainzer BiMiuthirkars tiottheirFi.sr.*;. < 
und noch etwas weiter zeigte si'Ti denn auch, dass der neu*« .'.'i.-. 
durch FiPchcr's ..Ent^lcckuugen" ^eine Bestütigung lindoii ■^^^'r.•. 
Was die letzteren ahcr bedeuten, war uns noch zu tViäcli i-A ti" 
dächtniss aus Herrn J. H. Uessels* vortrefflichen) Buche „Gut, 1 1; • . 
Was Jie Ihc Inventor of Prinling?** London 1882, uh la-: v • 
nicht aiicli füi' den neuen Fund hätten furchten sollen. Ni.r . 
bald wurde unsere Befürchtung zur Gewissheit: mii d«:n ,.nou'.^: 



^1 



V S. Adz. X l>m. Nr. S6C & 9^1. 



Hin neuer J^ru^^k Gulenh^r^rVs in üeutsrher Sprache. 11 

•>'l i- <^c*0Lb^ry:V' ist es absolut Nichts, .Iciin Fi^cher's ..Ent- 
• KiiHi;**, dir riPiii Fundft als Unterlage dienen soll» ist — chic 
'./"»ii^'iblc FäUchwiffj die von Herrn Hessels als solche unwider- 
'f-^'lit.h onfLitllt worden ist. 

F- handelt j-irh hier nämlith um die pr.genannte Progno- 
. tic:/tion odor den Kalender, angeblich mit ^ler gedruckten 
.^.i.iHf-z.ihi I4G0, der als-» schon 1459 gedniclit sein inüsbte, da 
'■•-■' ^Mch u?ri eiue Prophezeiung für 1460 handelt. Seitdem bischer 

■ ■■'.?, Ibv-:^ iil den „Typograph. Seltenheiten**, VI, 6*J, beschrieben, 
/; »li* «r -idt, wie die berühmte Seesrhlange, durch die Litteraiur 
' ■>•- A\(' Oe.:dr.' hte der Typ«>graphie bi.s auf den heutigen Tag — 
! 'u T li'A'ähnt ihn als eine wirkliche Existenz, ol/^Ioioh JTieii-.HMM 
' •: • ".-.Jon hat. Fis«:iiur gab udr tjodrurktü Datum, v.'i'*Kn>, die^-en 
.• '. i.;.<(*ii bolKe, so an: [Mo-<c] :x, und d.». er gleichzeitig ein 

y<c\i\\:'..\v Jes mit denselben Typen gedrr.ckten „Tractatus de cclo- 
l;.:*!iWie missarum" entdeckt haben wollte, welches laut des darauf 

■ iiiv'Iithen iiardschriftlichen Vermerks in J. 11 6ö von Gutenl»c»rg 
: -. ia?!!) artgeblichen Compagimn, Job. Nunieist^^r, als Beider 

■vcn»'.- i'rodukt. dem Karthriuscr-KloHt^jr bei Mainz gr-schenk^ 

•idrn \\:*re, konnte kein Zweifel sein, dasc iiiich die Progu.'S'i- 

: :*i.:r. "Xir i-itJO (rutenberg an>relioren müssf-. Nun k^unt ma'i 

■'i,:h t> :if:.i^re, mit denselben Typrj gedruckte Werke, 'darunter 

.;;!.-: ..!\cfbtouch**, welches den Goi/enstand des im „Anzeiger" mitgo- 

ii- :'u'.r. Funde.s bildet, das fibrigens sch'jn Herr Hesi^ols aU mit den 

',': X"^»j '^^'^ „Troctatuä" u. des „Kalender" gedruckt, beschriften 

'il Wii hätten also mit einem ScMage 8 „Neue (Tutonbercrsf* 

i):iö war dena freilich des (ruten »twaü zu viel, uur Krach 

; ;''ii: koiumen; — er ist gekommen, u. wir stehen mit leeriii 

jW'Ttjen da; ?tatt ihrer acht, haben wir auch nichi: einmal einen 

.? '.if-n Gutenberg'* zu verzeichnen! Endlich namlirh, nach 80 Jahren, 

:?a'jidem vivle Forscher sich vergeblich abgemuht, fand Mch da^i 

■-:■ herrsche Corpus delicti in der Grossherzogl. Bibliothek zu 

iiiüistad}, wo Herr Hesseis, der erste nach Fischer, es im J. 1881 

/' 0. »mtcrbuchtf. Was aber war das Kesiiitat dieser rr.ursuchiin^r? 

: -th der gedruckten Jahrzi^hl ix sind andere römi^^obe /i!Tern 

^ :. f/^kratzt^ aber mit bl"ö?sem Auge ist doch noch erkennbar, dass 

gt.Mi ruckte- Datum ur^^prönglich ixxxii lautete. Damit stimmt 

ai^jh der Inhalt der Schrift überein, in welcher fijlg'-nde 

•-.rc vorkommt: 

...i'apa Sixtus quartus lioc anno graues anxietate^ srintiet. 
.tucL/moda etia naturo pacictur. Jiipit." 

Sixtus IV. wurde 1471 erwählt, u. stirb 1484. Also die 
/DCfitication beuifft das Jahr 1482 u. wurde 1481 gedruckt, 
i.t a^e^ 1459 oder 1460! 

Non hUehe no.-h tl^r i>a?idixhrift!.'.he VermerV \\(^§ .J'^^n^^^\^ 






12 Ein neuer Druck Gutenberg's in Deut^cbcr Sprache. 

de cel'bratk'Bo missanim" als möglicher Boweis daför, dass mit der 
Type des „Kalender^' u. der anderen 7 Worko, si:)]on minüe.stp:;;- 
1463 gedruckt worden. Bis aaf den heutigen Tag aber ist (iioftO 
handschriftliche Notiz Niemandem zu Gesicht gekommen: sie h;it 
entweder niemals exibtirt, oder sie war eine Fälscbui'g. wie das 
Datum des ., Kalender". V.'ic sollte man den Versicherungen eines 
Mannos trauen können, der entweder das Datum des letzleren 
selbst gefälscht hat, oder sich durch die plumpe Fälschung eine? 
Anderen hat täusrhon lassen? Man bedenke, dass der Fälscbov 
sich nicht einmal die Mühe genommen hat, zuziisehenj ob der 
Inhalt der Schrift mit diesem Datum nioht in Widerspruch 
stehe! — l!n einen wie im andern Falle bleibt sein Zeui5-niss 
\erdHch*ig. ,>": ..^^fln.'M vii Jcr ■iriw;ihi*S'*livi''liclion I'assung der 
Inschrift dos ,,Tfa<:fi*tU'i'*\ dl« verijchicdcn interpretirt vvini, n, 
von dem '.nwalirstheinlicliün Datum .Hß:?., denn Alles spricht da- 
für, daf.- die Main/.er Typotj-raolicn die Stadt nach (b-r bekannten 
Katastrophe v. n 1-4:(I2 vorlassen hatten. Ceborhaupt ibt allen Naih- 
ricl'tea liL'tr l'rühu ]»nickdonkin''iIor ge;rcni'ibür, S''»foin sie \'.n 
Mainzer \r<h)v- oder Bibliotiiekbeamten aus der Zeit der Frjtri- 
zö-sisclieu llcrröchait hcrrüi-rMi, äusj^oisti' Vor^i••llt zu (:mpl"»djlLii. 
Man dinkü nur an den bicdeir?i i)ü<i'jijiiii, u die.^üi war ein Freund 
Fipclif.r'.-.! Ks .schciul. da<:' Ȇosp Beamten si<)i dur^rb iiire mKut- 
dbckun^'-'U" ÜL-r ri'i.nzvi.^isihcn b'.'riei'::)^'- onj]irL'f:if'n v\t'lli«.Mi, w.'iiii 
d»*r S;irliG nicht holi! S*h!iv:ii-«orcs zu Liiande bcir* ; von Fiscber 
ist bckrinnt, dass er mit alten l>ruckcn etc. Handti trieb, durch 
ihn sind viele 'Irr sf^lt.-^nsten u. k'i.N^barsieu Stü<'ko }i:uh T'iuiK 
«?ek"ni!pen. Sein^ ei^'cne Bik-horsamsnlunL'- kam an ui.« D.uru.-t:'.<lt.-i 
j{ib!ifvtli-.k , u. dri( ii^t auch vor Kur/.«"m ein Exemplar i.l•^s .,'ir..'i"- 
taius** ai.l'^efundoii worHon, nur tragt e.-: niclit jf^nrn iMr.:Mü.><'n liund- 
ii^hrift.licheii Vermnk. H^rr Hessels meint, dass «^ies di).- Kxciup';.]' 
sein kniintc, wcb.dics Fi.M.-hcr vor Aueon halte - c": warf i^b» ii 
'.nütrli'-h. dass er, mit di^r J^lci^ ^imgehentl, die N"-*iz /.u fabrizircu, 
sie im Voraus vcrÖlTentlicbt hatte. Wie dem auch btri, nnr. i.>^ 
berechtigt, bis? j.mr. Htr^crtreton bpsscrcr Kvidcuz, di^j K>js*'r, 
des Vermerks, rcsp. die EcLtl'Oit dctsclbou, zu iM^wcileln. 

Kann hiernach al«n ,,d.-j noi^i? Drufk (lurfnbortj'js" in W:.li:-- 
!i<Mt dicsoüi nicht anp:» L'rüii, an hnibt doch Jie n-.wai^ t^.Wh ui'kr.\i 
\>*^'Vv\(i Vlh^o uacli dem Ursprung jünrr 8 Drucke b.örh^t iiUiMV-.- :■!:.;.■ . 
:<• Tiu wenn auch ui^ht Mainzer Drucke aus dem Anlanir doj &y^ • 
sind -if' jcdeMfalbi .solche aus* den 80er Jahren, n. UiPr'n-^':J- :■.. 
i'MMfd, ■■ifs: der unbekannte DruckfT seinen Namen cc-T'-iviucn^ v-i- 
srhv io^'i-ü ha^; wi.sscn wir doch niT aus der S(:hlusssch:-ii« d»'/ 
•'iiiC-j: d^r H rJri'. kc, dass sie Mainz angphr»ren. 

Kiii-- sz-rö'ti'lti'/f» Pur'^h forsch ung de? ^rrossartitren In...:i;.i • 'li^- 
i>chaizoh\, ilrr >':i{ SrvD^'w :.\: de> II»*rr'. Ueinricii Ki'-'r.iM i:. l'-.-.. - 



EiD neuer Druck Gatenberg*s in Deutscher Sprache. 13 

den aufbewahrt, wird, so hoffen wir, uns das Gleheimniss noch ent- 
hQlIen, denn es ist kaum glaublich, dass eine so leistungsföhige 
Offizin, wie jene Mainzer, sich nicht durch irgend eines ihrer Pro- 
dukte zu erkennen gegeben haben sollte. 

Es sei uns gestattet an diese Mittheilung die Nachricht von 
zwei erfreulicheren „Entdeckungen** zu knüpfen, die eine Gutenberg, 
die andere Peter Schoeffer betreffend. 

Der gelehrte Pariser Antiquar, Herr A. Claudin, dem wir schon 

eine vortreffliche Arbeit über jenen J. Neumeister, den Gehilfen 

Gatenberg's, verdanken, hat in der Zeitschrift „Le Livre'' No. 47 

(10. November 1883) das folgende Document zu Gunsten Guten- 

berg*s veröffentlicht, welches, obgleich seit mehr als 400 Jahren 

im Druck, allen Forschern entgangen ist Dasselbe ist um so 

wichtiger, als hier ein Zeugniss von drei Berufsgenossen Guten- 

barg's ausgeht: Ulrich Gering, Martin Kranz u. Michael Fri- 

burger, welche gegen 1470 dem Rufe Guillaume Fichet's folgten, 

um in Paris, und zwar in der Sorbonne, die erste Druckerei zu 

errichten. Es ist dies ein Brief Fichet's an Robert Gaguin, welcher 

sieh in einigen Exemplaren des ersten in Paris gedruckten Buches: 

Oasparini Pergamensis orthographiae libery befindet Derselbe 

lautet: 

. . . Magnum lumen navorum librariarum genu8 aiUdit 
quoB no9tra memoria (ricut quidam equtAS Trcjanus) quoquo 
versus effudit Oermania. Ferunt enim illicj haut proctU a 
civüate Mogontia^ Joannem quendam (sie) fuisse cui cognomen 
Bonemontano qui primus olim impressoriam artem excogitor- 
verii quare non calamo (ut prisci quidem alii) neque penna 
(%U nos ßngimus), sed aereis litteris libri (sie) fingunt et 
quidem eojpoKte^ polite et pulchre. Dignus sane hie vir fuit 
quod omnes Musae, omnes artes omnesque eorum lingtuie quae 
libris ddectantur divinus laudUmequs oment eoque magis Die 
Deäbusque anteponatur . . . Atque ui . , , prima Ceres unco 
glebam dimavit aratro, prima deditfruges alimentamida terris, 
Ai B&nemontanus iste lange gratiora divimoraque invenit 
quippeljui liiteras ejusmodi exsculpsit quibu^s quidquid dici 
aut cogitari potest propediem scribi ac transcribi et posteritor- 
tis mandari memoriae possit, Neque praesertim hoc loco 
»ilebo qui superant jam magisirum qtu>rum Udalricus, MichaÜ 
ac Martinus principes esse dicuntur qui jam pridem Gaspa-- 
rini epistolas impresserunt qua£ Joannes Lapidanus emendavit 
. . . Aedibus Sorbonae rapüm a me kalendis Januariis dilu- 
culo scriptum . . . 

Niemand wird den hohen Werth dieses Zeugnisses verkennen, 
denn es geht von Persönlichkeiten aus, die mehr als irgend welche 
anderen berufen waren, den richtigen Ursprung ä.ei ii«a«ii ^^oissX 



14 Ein neaer Druck Outenberg^s in Dentscher Sprache. j 

ZQ bekunden; Martin Kranz gilt noch obenein für den Sohn oder 
Verwandten jenes Peter Kranz, der im zweiten Prozess Gutenberg's 
als Zeuge figurirte. Man bedenke auch, dass Gutenberg 1468 
starb, dass obige Epistel also etwa 2 Jahre nach seinem Tode 
niedergeschrieben und gedruckt wurde. 

Die zweite ,,Entdeckung'' dürfen wir uns selbst zuschreiben. 
Panzer erwähnt in den „Zusätzen'* S. 8, nach einer Notiz in der 
„Allgemeinen Deutschen Bibliothek*' Bd. 92, S. 585, ein Druckwerk 
in deutscher Sprache: Item^ difs buch ist genant der sicher 
Ingang der Hymel^ 118 BIL, ohne eine Vermuthung über Druck- 
ort XL Datum auszusprechen, wie denn die Notiz, die er der 
„AUg. D. Bibliothek'' entlehnte, darüber nichts beibrachte. Hain, 
No. 9185 hat Panzer copirt, ohne das Buch gesehen zu haben. 
Ein Exemplar desselben gelangte vor Kurzem in uusern Besitz, 
u. der schöne Band, der übrigens nicht 113, sondern 115 ge- 
druckte BU. u. dann noch ein leeres zählt, entpuppt sich als ein 
Produkt Peter Schoeffer's, mit der Type der Orammatica vetus 
rhytmica von 1468 gedruckt. Man möchte fast glauben, dass 
das Werk diesem letzteren vorausgeht, denn es ist eher anzuneh- 
men, dass Schoeffer die Typen fdr ein so umfangreiches Werk als 
für die 26 Blätter der „Grammatica" wird angeschaut haben; vor 1468 
kommt die Type nicht Yor, dagegen hat Schoeffer später mehrfach 
Gebrauch von ihr gemacht. Unser Band Yerräth übrigens eine 
höchst unbeholfene Technik: Die Zeilen sind nur an einer Seite 
ausgeschlossen u« daher von ungleicher Länge, u. die Zahl der 
Zeilen auf der vollen Seite schwankt zwischen 28, 29 u. 30. Uns 
ist kein Beispiel bekannt, dass Schoeffer, seitdem nach Job. Fust's 
Tode die Druckerei in seinen alleinigen Besitz übergegangen war, 
irgend eines seiner Produkte ohne Nennung seines Namens oder 
des Druckortes hätte erscheinen lassen; wohl aber fehlen diese 
Bezeichnungen gänzlich in verschiedenen Erzeugnissen der Mainzer 
Pressen aus der Zeit der Association von Fust u« Schoeffer. Es 
muss sogar eine Zeit gegeben haben, in welcher Fust allein das 
Recht oder die Ehre in Anspruch nahm, als Druckherr genannt ^*'ia ' 
werden, wie man aus dem, vermuthlich 1466 gedruckte '^^r^^/i^ii. 
nus, „de arte predicandi" weiss, in welchem Fust's Name allein 
vorkommt. Da Fust 1466 starb, so mag unser Band vielleicht 
noch diesem Druckjahr angehören, u. zwar einem Abschnitt des- 
selben, in welchem Fust's Tod bevorstand, aber noch nicht einge- 
treten war, Schoeffer mithin ihn nicht mehr nennen mochte, ohne 
doch in der Lage zu sein, sich selbst als Druckherm zu bezeichnen. 

Die Entdeckung gewinnt noch an Interesse dadurch, dass wir 
durch sie in den Bezitz des umfangreichsten Buches gelangen, wel- 
ches seit Erfindung der Buchdruckerkunst in Deutscher Sprache bis 
da/tJn im DtücYl erschienen war. Dass dasselbe sprachlich höchst in- 



Ein neuer Druck lOutenberg's in Deutscher Sprache. 15 

teressanty ist selbstverständlich. Die Sprache nähert sich, an das Nie- 
derdeutsche anklingend, dem CGlner Dialekt. — Auf dem ersten Blatt 
des Exemplars liest man in alter Handschrift: Perünet carthu- 
sien in prudl ppe ratispona 1494 u. : D. Laurendus Surius 
vertu in latinü hüc librü primü et habet in 4^ Kbro vel tomo^ 
lAbri cut titul. Vera ac aynce. Vüae Chnane norma seu 
regula Autare D, JSarentio Harlemio — womit auch der bis- 
her unbekannte Verfasser des Buches genannt wäre. Von einer 
Lateinischen Ausgabe des Buches ist uns nichts bekannt. Vielleicht 
kann einer Ihrer Leser über den Verfasser u. Aber sonstige von 
ihm etwa verfasste Schriften Auskunft geben. 

Nachschrift. Der Herr Verfasser des Artikels Nr. 866 u. 981 
im ,^euen Anzeiger'' hat das hier folgende Schreiben an uns gerichtet. 
Die oben von uns ausgesprochene Hoffnung, es werde sich mit Hilfe 
der unvergleichlichen Incunabeln-Sammlung des Herrn Klemm in 
Dresden der geheimnissvoUe Drucker jener 8 mit den Typen des 
»^Tractatus de celebratione miss.'^ hergestellten Werke auffinden 
lassen, hat sich, schneller als wir erwarten konnten, erfOUt In der 
Thai scheint uns im folgenden Schreiben der Beweis geführt, dass 
die Typen Erhart Bewich angehören. Man kannte bisher nur zwei 
von ihm in Mainz gedruckte Bücher: Breydenbach*s Beisen, Deutsch 
und Holländisch. Es war aufinUlig, dass er allein um dieser wei 
willen seine Druckerei in Mainz sollte errichtet haben — nun su.Igt 
die Zahl seiner Produkte schon auf 10, u. es zeigt sich, dass er 
nicht nur mit Schoeffer'schen, sondern auch mit ihm eigenen Typen 
^edrockt hat. 

Als Anhang hierzu lassen wir nun folg. inzwischen an uns 
eingegangenes Schreiben von Herrn Max Ilgenstein abdrucken: 

„Auf Ihre gef. Mitteilung, bezg. des „Outenbeig-Druckes^*, 
y,zeige ich Ihnen an, dass ich selbst bereits (leider zu spät) die 
Nachricht von der entdeckten Fälschung in der Jahrzahl des 
,^Kalenderfi. von 1460, mithin auch des handschriftlichen Zusatzes 
tjm ^^Tracatus de celebratione'' durch das Hessels'sche Werk kennen 
,,]emte. 

„Gestatten Sie mir noch, zur Ergänzung dieses Oegenstandes 
„eine neuerdings von mir gemachte Beobachtung hinzuzufügen. 

„Mir kam vor Kurzem die Holländische Ausgabe von „Brey- 
„denbach's Beisen" mit der Schlussschrift „ghedruckt doir meister 
„Eerhardt rewich von vtrecht in die Stadt van mentze . .'' 1488 
„(Hain Nr. 3968) in die Hände. Bei der Betrachtung fielen mir 
„einzelne Mignskeln der Schrift auf. Bei näherem Eingehen &nd 
„ich, mit gesteigertem Interesse Seite um Seite prüfend, dass darin 
„sämmtliche Majuskeln der incriminirten B^^Vnim^^^ 



( 



19 



16 Zar (beschichte der Danteaasgaben Yon Philalethes. 

„fälschlichen Gatenberg-Tractatns de celebratione, 
„abwechselnd mit den Schwabacher Charakteren, aas welchen die 
,,Aa8gabe sonst gedrackt ist, vorkommen. Die besonders eigen- 
thflmlichen Formen des A, D, Y n. vor Allem die ganz einzig 
dastehende (Gestalt des einen S, die ich zuerst aaf der Vorderseite 
„des Blattes mit Signatar e ij Linie 1 und dann noch weiter 4 Mal 
„bemerkte, lassen keinen Zweifel , dass hier die Qaelle der bc- 
„sprochenen zweifelhaften Dracke zu suchen ist, umsomehr als aach 
„die Zeit der achtziger Jahre mit der von Hesseis festgestellten 
„Jahrzahl für den Kalender: 1482 übereinstimmt. Ob Er hart 
„Bewich aber der wirkliche selbständige Drucker ist oder ob er 
„nor mit Schoeff er 'sehen Typen gedruckt bat, bleibt die 
„immer noch streitige Frage. 

„Die Typen der Holländischen Ausgabe von Breydenbach's 
„Beisen sind übrigens, obgleich ebenfalls Schwabacher Charaktere, 
„dennoch verschieden von denjenigen der Deutschen u. Lateinischen 
„Ausgaben von 1486, u. stimmen mit Ausnahme der erwähnten 
„vereinzelt auftretenden Majuskel - Charaktere aus der Ealender- 
„Type mit denjenigen des Schoe£fer*schen Hortus von 1485 u. 
„der „C ronecken der Sassen*^ von 1492 überein. 

„Indem ich von dieser Notiz Ihnen passend erscheinenden 
„Qebrauch zu machen bitte, verbleibe ich etc.*' 

[4.] Zar Geschlclite der Danteansgaben yon Philalethes. 

(SchloBs.) 
1) die neue Ausgabe möchte wiederum in 3 Bänden in Lex. 8^ 
(nicht in 4^), jedoch — zur Erzielung einer geringeren Bogenzahl 
— in etwas compresserem Satze, und in einer würdig ausgestatteten 
Auflage von 1000 Exemplaren erscheinen; 2) die für Se. Majestät 
bestimmten Freiexemplare wären auf feinstem Velinpapier abzu- 
ziehen; 3) im Interesse eines möglichst wohlfeilen Exemplaipreises 
erschiene es wünschenswerth, dass die Kunstbeilagen der früheren 
Auflage in die neue womöglich nicht mit aufgenommen würden, 
sondern nur ein unterscheidendes Merkmal der früheren bildeten;^ 
dagegen könnten die 3 Titelkupfor von Betzsch, Hess und Bende- 
mann der neuen Ausgabe in guten Photographien beigefügt werden. 
4) geben wir dem hohen Ermessen Sr. Majestät anheim, ob nicht 
die neue Ausgabe mit Allerhöchstdessen eigenem Namen geschmückt 
werden dürfe, statt des bisherigen Philalethes. Die gehorsamst 
Unterzeichnete würde, falls ihr der allerhöchste Auftrag ertheilt 
werden sollte, nicht zögern, den Druck der neuen Ausgabe des 
Werkes beginnen zu lassen, sobald sie in den Besitz des für den- 
selben vorbereiteten Manuscript- Exemplars zu gelangen die Ehre 
haben würde.'' 

Auf dieses Anerbieten hin wäre es unter gewöhnlichen Yer- 



Zar C^eschichte der Danteausgabon von Philalethes. 17 

hUbÜBsen allerdings dem Könige sehr nahe gelegt gewesen, der 
Amold'schen Bachhandlang den Verlag der neuen Ausgabe seines 
Dantewerkes, za deren Veranstaltung er gern bereit war, abermals 
la übertragen, aber der damalige Besitzer der Amold'schen Buch- 
handlung Hoifmann hatte sich durch eine sehr missliebige, sogenannte 
bachh&ndlerische Manipulation^) mit dem Königlichen Verlags werke 
' daa Missfallen des Königs in dem Maasse angezogen, dass dieser, 
nach reiflicher Erw&gung und Yon seinem.. Freunde, dem Cultus- 
minifiter Dr. Freiherrn v. Falkenstein, eiiigeholtem Gutachten über 
die dabei etwa ins Spiel kommende BechtsfragOi. sich entschloss, 
den Verlag der neuen Ausgabe nicht wieder der Amold'schen Buchhand- 
lung in übergeben, sondern einer anderen Verlagshandlung und zwar 
der lomal im Drnckfache gerade als sehr leistungsfähig wohlbe- 
kannten Firma B. G. Teubner in Leipzig, welche ohnehin schon im 
J. 1858 fftr den Fall einer später erforderlichen neuen Ausgabo 
sich zur Uebemahme des Verlags derselben gern bereit gezeigt 
hatte, anzuYfrtrauen. Man hat damals diese Entschliessung des 
KOnige als Yon einer Art gegen Hoffmann gerichteten Intrigue, 
in die man den König ohne Wissen hineinzuziehen versucht habe, 
beeinflosst erscheinen lassen wollen — ein Freund Hoffmann*s, der 
Freiherr t. Lütgendorff-Leinburg, spricht von einer solchen in einem 
Briefe vom 21. November 1864 mit grosser Bestimmtheit — aber 
mit ebenso grosser Bestimmtheit darf versichert werden, dass 
hieran kein wahres Wort ist (was auch der Freiherr v. LQtgendorff- 
Leinbnxg später selbst zugestanden hat), und auf des Königs Ent- 
schliessang einzig und allein jene missliebige buchhändlerische 
Manipulation Hoffmann's, der nämlich nach dem Erscheinen des 
Paradies -Bandes im J. 1849 von den beiden ersten in den J. 
^ 1839 und 1840 erschienenen Bänden der Göttlichen Komödie, ohne 
alles und jedes Wissen des Königs und mithin auch ohne dessen 
OsnebmiguDg, sogenannte 2. (Titel-) Ausgaben d. h; die alten Exem- 
plire mit blos neuem Titel und der Bezeichnung 1849 in den 
Rudel gebracht hatte, Einfluss gehabt hat Zudem hatte auch 
HflAnann den f&r ein Werk, dessen Verlag sein verstorbener 
Baehtsvorgftnger als Ehrensache übernommen gehabt, keinonfalls 
füBenden, noch würdigen Weg eingeschlagen, Exemplare der beiden 
^mannten Titelausgaben zu sehr ermässigten, man könnte 
Nt sagen, Schleuder -Preisen durch einen Antiquar verkaufen zu 
tawn. 

Demnach waren von Seiten des Königs alsbald mit der Firma 
iMmer in Leipzig Verhandlungen in Betreff der Verlagsübor- 
lAne der neuen Danteausgabe angeknüpft und die darüber vou 



'i *) 8. PelKboldt*s Neuer Anseiger für Bibliographie u. BLhliothek- 
" -^ J. 1855. Nr. 780. 



18 Zur Geschichte der Danteausgaben von Fhilalethes. 

dieser Firma in Vorschlag gebrachten Bestimmungen genehmi 
und in einem Verlags-Contrakte Yom 30. Januar 1865 festgestc 
worden; nur die von Teubner bei den Verhandlungen mit in A 
regung gebrachte Frage, „ob Se. Majestät nicht vielleicht gestatt 
würde, die Uebersetzung auch allein, ohne Commentar, in eii 
wohlfeilen Ausgabe fürs grosse Publikum abzudrucken? Diesel 
würde dann am zweckmässigsten nach vollendetem Drucke der neu 
Auflage hergestellt werdet), und würde gewiss zahlreiche Käufer 
jenen Kreisen finden, denidtt'-die vollständige Ausgabe, selbst wenn 
jetzt erheblich billiger 'Wii>8)' doch auch femer unzugänglich bleib 
dürfte. Die zum Vei^stäiidbiss durchaus nothwendigen Erläuterung 
könnten dabei in knappster Förtn, vielleicht in einem Anhange Ai 
nähme finden*', hatte der König im wahren Interesse seiner Arb 
verneinend beantworten zu müssen geglaubt. Der Verlags-Contrs 
lautet: Se. Majestät der König Johann von Sachsen haben Alh 
gnädigst geruht, den Vetlag einer neuen durchgesehenen und v< 
besserten Auflage Allerhöchst Ihrer Deutschen Uebersetzung v 
Dante's Göttlicher Komödie mit Commentar, in drei TheiJen, c 
Verlagsbuchhandlung B. G. Teubner in Leipzig zu übertragen, u 
es sind darüber nachstehende Bestimmungen getroffen wordc 
§ 1. Diese neue Auflage soll zwar zur Erzielung eines billiget 
Ladenpreises weniger luxuriös als die vorhergehende Auflage, de 
aber elegant ausgestattet werden, und der Verleger verpflichtet sii 
den Druck nur nach einer von Sr. Majestät dem Könige genehmigt 
Druckprobe vollziehen zu lassen. § 2. Die gesammten Herstellung 
kosten des Druckes und der artistischen Beilagen trägt allein ( 
Verleger. Bezüglich der letzteren verpflichtet sich derselbe, ( 
der voiigen Ausgabe beigefügten 8 Karten, Pläne u. s. w. au 
der neuen Auflage beizufügen. Die Beigabe von Titelkupfern u 
anderen artistischen Illus "Ktionen bleibt seinem Ermessen üb< 
lassen ; hinsichtlich der Wahl derselben ist er jedoch an die All( 
höchste Genehmigung Sr. Majestät des Königs gebunden. § 3. I 
Stärke dieser Auflage bleibt dem Ermessen des Verlegers bis 
dem Maximum von Ein Tausend Exemplaren anheimgegeben. I 
Correctur wird von einem sachverständigen Corrector für Rechnu 
des Verlegers besorgt. Die letzte Revision hat sich jedocli i 
Majestät der König Allerhöchstselbst vorbehalten. § 4. Se. Ma; 
stät der König verzichten Allergnädigst auf jedes Honorar. B 
gegen liefert der Verleger AUerhöchstdemselben Fünfzig Fri 
cxemplare des vollständigen Werkes auf Velin -Papier unmittelb 
nach vollendetem Drucke je eines Theiles. § 5. Der Verleg 
B. G. Teubner verpflichtet sich, die beim Beginne des Druck 
etwa noch vorhandenen Exemplare der« vorigen Auflage von d( 
fj-üheren Verleger, der Arnoldischen Buchhanilung, käuflich zu c 
werben, § G. Dieser Vertrag bezieht sich nur auf eine Antia 



Zur Geschichte der Danteausgaben von Philalethee. 19 

zwar anf die dritte Auflage des ersten Theiles und die zweite 
läge des zweiten und dritten Theiles. Der Verleger erlaubt 

schliesslich jedoch die Hoffnung auszusprechen, dass ihm auch 
i nöthige weitere Auflagen Allergnädigst übertragen werden, 
m es ihm gelingt, sich die Allerhöchste Zufriedenheit Sr. Maje- 

des Königs zu erwerben." Zur besonderen Glenugthuung des 
ligs gelang es der Rührigkeit der Teubner'schen Firma, trotz- 
. dass der bekannte, die Druckarbeiten überall hemmende Setzer- 
ce bis zur Mitte des J. 1865 gedauert hatte, doch noch im 
fe desselben die beiden ersten Bände der neuen Danteausgabe, 

ersten sogar bis zur Dresdner Dantefeier am 17. September, 
ig zu stellen und den dritten Band in der ersten Hälfte des 
hstfolgenden Jahres erscheinen zu lassen. Die Ausgabe war 
r sehr elegante, und der Preis dafür auf die im Verhältnisse zu 
icr Eleganz sehr massige Summe von 25 Mark (8 7« Thlr.) fcst- 
tellt — allerdings immerhin noch ein solcher Preis, dass er 
ti so manchen unbemittelteren Dantefireund vom Ankaufe der 
sgabe abhalten musste. Gleichwohl konnte die Firma Tenbner 
eits nach der Ostermesse 1867 am 27. JuH die erfreuliche 
Idung machen, dass bis dabin schon nicht weniger als 610 Exem- 
re abgesetzt worden seien — „ein Besultat,'^ wie sie schrieb, 
s ich bei einem immerhin noch theuem Buche, welches an und 

sich kein sehr grosses Publikum hat, nicht erwartet hätte, 
»rdings wird in gleichem Verhältnisse der Absatz nicht fort- 
em, doch zweifle ich nicht, dass in einigen Jahren wieder an 
) neue Auflage gedacht werden kann/' 

Und in der That sah sich die Firma Teubner bereits im 
hst darauffolgenden Jahre in der erfreulichen Lage, auf die 
anstaltung einer neuen Auflage hinweisen zu können. Mit An- 
luss an ihre am 27. Juli 1867 ge. /chten Mittheilungen schrieb 
am 29. April 1868: „Zu meiner grossen Freude kann ich heute 
muffigen, dass auch seitdem der fernere Verkauf ein durchaus 
riedenstellender gewesen ist. Die gegenwärtig noch vorhandenen 
»mplare werden zwar noch auf eine Beihe von Jahren ausreichen, 
1 aber voraussichtlich nach und nach vollständig verkaufen. Es 

sich indessen trotzdem als unzweifelhaft herausgestellt, dass 
i dieser Ausgabe, obschon sie nur den dritten Tbeil der früheren 
}gube kostet und jedenfalls verhältnissmässig sehr billig ist, 
h das Bedürfniss eines grossen Theiles des Publikums nicht be- 
idigt werden kann. Dazu ist sie noch immer zu theuer, und 
le, die sich gern in den Besitz des Buches setzen möchten, 
nen des Preises wegen darauf verzichten. Ich darf dies aus 
i fortwährend eingehenden Anfragen schliessen, ob nicht bald 
B wohlfeilere Ausgabe d^s Buches erscheinen werde. Und es 
eint mir in der That, als ob ea gerade jetzt an der Zeil'NtLT^^ ^v^^xi 



20 Zar Qeschichte der Danteansgaben von Fliilalethes. . 

Wünschen, die sich hier und da auch durch die Presse geltend 
gemacht haben, entgegen zu kommen. Denn es ist nicht zu yer-^ 
kennen, dass sich die Freunde und Verehrer Dante's in neuere«"^^ 
Zeit auch in Deutschland wesentlich vermehrt haben, und dass in 
immer weiteren Kreisen das Bedflrfniss mehr und mehr hervortritt, 
sich mit der (K^ttlichen Komödie näher bekannt zu machen, d. b. 
sie nicht blos zu lesen, sondern auch zu verstehen. Es giebt aber 
gewiss kein geeigneteres Mittel, dieses Bedürfhiss zu befriedigen, 
als die Ausgabe Sr. Majestät des Königs mit ihrem einzig da- 
stehenden vortrefflichen Commentar. Durch die grösstmögliche 
Verbreitung dieser Ausgabe auch in den minder bemittelten Kreisen 
des gebildeten Publikums würde das Verständniss Dante*s und damit 
eine immer weitere Ausdehnung seiner Leetüre gewiss ausserordent- 
lich gefördert werden. Diese Erwägungen haben mich zur An- 
stellung von genauen Berechnungen veranlasst, durch welche ich 
die üeberzeugung gewonnen habe, dass es wohl möglich ist, eine 
allgemein zugängliche, sehr billige und dabei doch elegant auege- 
stattete Ausgabe herzustellen, wenn Se. Majestät die Gnade haben 
wollte, deren Veranstaltung zu genehmigen. Ich glaube nämlich, 
bei sparsamer, aber durchaus anständiger typographischer Ein- 
richtung einen Abdruck des ganzen Werkes mit allen artistischen 
Beilagen — die Titelbilder allein ausgenommen — zu dem Laden- 
preise von nur drei Thalem liefern zu können. Wenn man erwägt, 
dass an diesem Ladenpreise noch 88 Vs — ^0% an Babatt für die 
Zwischenhändler und die nöthigen Vertriebsspesen abgehen, so wird 
man mir zugeben, dass fQr ein Buch dieser Art kaum ein Beispiel 
gleich billigen Preises vorhanden ist Dies kann freilich nur durch 
eine grössere Auflage ei-zielt werden, und wie jetzt die allerdings 
noch viel niedrigeren Preise der Deutschen Klas-siker nur mittels 
der Stereotypie und durch Auflagen von 50 — 100,000 Exemplaren 
zu ermöglichen sind, so würde fQr diese neue Ausgabe Dante*8 
eine Auflage von 2500 Exemplaren nöthig sein, um den beabsich- 
tigten Ladenpreis von 8 Thalem ausfahrbar zu machen. Wohl 
weiss ich, dass dies für ein Buch, wie die Göttliche Komödie, eine 
etwas starke Auflage ist, aber ich glaube, bei der gerade jetzt 
entschieden hervortretenden Neigung für den Dichter das Risiko 
derselben wohl übernehmen zu können. Die noch vorhandenen 
Exemplare der jetzigen Ausgabe würden nebenbei als Prachtaus- 
gabe und selbstverständlich ohne Preisermässigung für das mehr 
bemittelte Publikum reservirt werden können und gewiss auch noch 
ihre Abnehmer finden.^' Der König, der sehr erfreut war, zu hören, 
dass seine Danteausgabe ^'on 1865 — 66 einen so guten Absatz ge- 
funden und dadurch natürlich mit dazu beigetragen habe, d\» 
XenntsiisB seines Lieblingsdichters in immer weitere Kreise zu ver« 
breiten, gab gern seine Genehmigung «ur Veranstaltung der voi 



Zur Oeschicbte der Danteausgaben yod Philalethes. 21 

Teabner in Torscblag gebrachten neuen billigen Ausgabe, und zwar 
Hin so williger, als er hoffen durfte, durch eine solche billige Aus- 
gabe noch ?ielen Unbemittelteren das Dantewerk zugänglich zu 
machen; nur konnte er der Zeityerhältnisse wegen keine Müsse dazu 
finden, zum Zwecke dieser billigen Ausgabe seine Arbeit wieder- 
holt einer neuen Durchsicht und etwaigen Aenderung zu unter- 
ziehen, wesshalb vereinbart wurde, dass die Ausgabe auf dem 
Titel als „Unveränderter Abdruck der berichtigten Ausgabe von 
1865 — 66" bezeichnet werden soUe. Der auf diesen unveränderten 
Abdruck bezügliche Verlags - Contrakt vom 6. Mai 1868 lautet: 
„Se. Majestät der König Johann von Sachsen haben allergnädigst 
geniht, der Yerlagshandlung B. Q. Teubner in Leipzig anf 
deren Ansuchen die Genehmigung zur Veranstaltung einer neuen 
wohlfeilen Ausgabe Allerhöcbstihrer Bearbeitung von Dante's Gött- 
licher Komödie zu ertheilen, und es sind darüber folgende Be- 
stimmungen getroffen worden. § 1. Hauptzweck dieser neuen 
Ausgabe ist möglichst weite Verbreitung durch einen billigen Preis. 
Die Verlagshandlung verpflichtet sich daher, den Ladenpreis für 
das ganze Werk nicht über drei Thaler zu stellen. § 2. Druck 
und Ausstattung — deren gesammte Kosten allein der Verleger 
trägt — werden nach der von Sn Majestät genehmigten Probe 
hergestellt. SämmÜiche artistischen Beilagen der vorigen Ausgabe 
— mit Ausnahme der Titelbilder — werden auch dieser Ausgabe 
beigefügt. § 8. Der Verleger verpflichtet sich, einen diplomatisch 
genauen und correkteu Abdruck der vorigen Ausgabe mit den von 
Sr« Migestät etwa befohlenen Aenderungen zu liefern und für die 
Correktur und Bovision der Druckbogen selbständig Sorge zu tragen. 
§ 4. Die Stärke dieser Auflage soll Zweitausend Fünfhundert 
Ezempkre nicht übersteigen. § 5. Se. Majestät der König ver- 
zichtoi allergnädigst auf Honorar. Dagegen verpflichtet sich der 
Verleger, AUerhöchstdemselben fünfzig Freiexemplare des Werkes 
auf Velinpapier zu liefern. § 6. Dieser Vertrag bezieht sich nur 
auf diese neue wohlfeile Ausgabe. Ergiebt sich die Nothwendigkeit 
weiterer Auflagen, so hat die Verlagshandlung um die Allerhöchste 
Genehmigung dazu jedesmal nachzusuchen.'^ Noch im Laufe des 
Jahres 1868 war es der Firma Teubner möglich, die neue unver- 
änderte Ausgabe im Drucke zu vollenden und dorn buchhändlerischen 
Verkehre zum Preise von 9 Mark zu übergeben. 

Nicht lange nach Abschluss des vorerwähnten Verlags-Contrakts 
mit der Firma Teubner hatte der König am 12. Juni 1868 von 
Seiten des Buchhändlers W. Moeser in Berlin eine Zuschrift er- 
halten, worin derselbe um die Erlaubniss nachsuchte, „den Text 
der von Sr. Majestät gefertigten Uebersetzung von Danto's Divina 
Co'^media mit den Dor^'schen liluslrationen in einer künstlerisch 
ausgeatattoten Träcbtauagabe herausgeben zu dtirten.*^ ^^\&\\\^ 



22 Zur Geschichte der Danteausgaben Yon Philalethes. 

fand sich der König nach bereits vollzogenem Contrakte mit der Firma 
Teubner Oberhaupt nicht in der Lage, eine solche Erlaubniss ertheilen 
zu können, würde aber auch ohnehin nicht geneigt gewesen sein, ^ 
dieser Firma, mit der er sehr zufrieden zu sein allen Grund hatte, * 
den ferneren Verlag seiner Dantearbeit zu entziehen, zumal auch 
durch eine solche Moeser'sche Prachtausgabe, die um ihres Yoraus- 
sichtlich hohen Preises willen gewiss nur einem beschränkten Kreise 
bemittelterer Käufer hätte zugänglich werden können, nichts f&r den 
Tom König verfolgten Lieblingswunsch, der Kenntniss des Dante'- 
schen Meisterwerkes in immer weitere Kreise Eingang zu ver- 
schaffen, gewonnen worden wäre. Welcher Gewinn war dagegen 
in dieser Hinsicht von der Teubner'schen neuen billigen Ausgabe 
voraussichtlich zu erwarten! 

In der That konnte Teubner bereits am 6. November 1868 
mittheilen, er glaube schon jetzt mit Sicherheit annehmen zu 
dürfen, dass seine Absicht, der Königlichen Dantearbeit durch die 
billige Ausgabe die ihr gebührende grössere Verbreitung zu geben, 
werde vollständig erreicht werden. „Der Absatz, soweit sich der- 
selbe schon übersehen lässt^S schrieb er, „entspricht durchaus den 
Erwartungen, die ich meinen Berechnungen für diese billige Aus- 
gabe zu Grunde gelegt habe und ich bin überzeugt, dass dieselbe 
mit der Zeit die verbreitetste aller Dante-Ausgaben werden wird." 
Und zwei volle Jahre waren noch nicht verflossen, als sich Teubner 
schon wieder veranlasst fand, in einem Schreiben vom 13. Juli 1870 
auf die Veranstaltung einer abermals neuen Ausgabe hinzuweisen, 
da sich das Bedürfniss einer solchen in Folge des wider Erwarten 
schnellen Absatzes der letzten Ausgabe in nächster Zeit bemerkbar 
machen werde. Von Seiten des Königs fand natürlich das bald 
darauf an ihn gerichtete Gesuch um Genehmigung zum neuen Ab- 
drucke sofortige und bereitwillige Zustimmung^ so dass bereits am 
11. November 1870 der Contrakt darüber, der dem Wortlaute nach 
mit dem vom 6. Mai 1868 im wesentlichen übereinstimmte, abge- 
schlossen werden, und daraufhin im nächstfolgendon Jahre schon 
die neue Ausgabe in der Stärke, wie früher, von 2500 Exemplaren 
erscheinen konnte. Es war dies die letzte Ausgabe, deren Er- 
scheinen der König noch zu erleben die Freude haben sollte. Be- 
kanntlich starb derselbe zwei Jahre später. 

Hatte man wohl Grund zu glauben gehabt, dass, ausser und 
gewiss vornehmlich dem regen Eifer, den die Verlagshandlung auf 
die Königliche Arbeit zu verwenden stets bemüht gewesen war, - 
auch das persönliche Interesse für den Königlichen Verfasser mit * 
ins Spiel gekommen sei, um seinem Werke eine so glänzende Auf- 
nahme bei dem Publikum zu verschaffen, so musste es wirklicli 
Oberraachen, dass sich in nicht allzu langer Zeit nach dem Ab- " 
leben des Königs wiederum das Bedürfniss nach einem neuen Ab- J 



Die akademisclie Bibliothek zu Herborn. 23 

drucke der Dante -Ausgabe zeigte. „Die Vorräthe der wohlfeilen 
Ausgabe von Dante's Göttlicher Komödie in der Bearbeitung des 
höchstseligen Königs Jobann/' schrieb Teubner am 15. Oktober 1876, 
,^ind soweit herabgegangen, dass der Gedanke an einen wieder- 
holten Abdruck nahe gelegt ist. Allerdings ist wohl anzunehmen, 
dass auch das persönliche Interesse für den hohen Königlichen Heraus- 
geber wesentlich zum Erfolge des Buches bei der grossen Masse 
von Denjenigen beigetragen hat, welche Dante nicht zu verstehen 
vermögen, und dass daher ein abermaliger Abdruck nicht mehr 
den ausgedehnten und schnellen Absatz finden wird, als die vor- 
hergehenden zu Lebzeiten des Königlichen Herausgebers erschienenen 
Auflagen. Ich glaube aber trotzdem noch eine neue Auflage wagen 
zu können. Ich meine mir das Verdienst zuschreiben zu dürfen, 
dem Buche in weiteren Kreisen Eingang verschafft zu haben, und 
hoffe daher, dass mir die Genehmigung zu einer neuen Auflage 
nicht versagt werden wird.'' An Stelle seines verstorbenen Vaters 
gab der König Albert bereitwillig die erbetene Genehmigung, und 
in Folge des daraufhin am 7. November 1876 abgeschlossenen, 
mit den Verlagsbestimmungen über die beiden vorhergegangenen 
Abdrücke übereinstimmenden Contraktes erschien dann im J. 1877 
^e bis jetzt letzte Ausgabe des Königlichen Dantewerkes in der 
Stärke von wiederum 2500 Exemplaren. 



[5.] Die akadeniisehe Bibliothek zu Herborn'*'). 

Von V. d. Linde. 

Graf Johann der Aeltere von Nassau hat 1590 die von ihm 

ß^^tiftete hohe Schule (1584) auch mit einer Bibliothek ausgestattet. 

T^ou im December 1591 wurden ihr (um 400 Gulden) die Bücher 

^ Soperintendenten Bernhard Bemhardi einverleibt. Nach dem 

^rweu Katalog, 1607 von dem Schulnotar Job. Friedr. Löscher zu 

^ögeu angefertigt, enthielt sie damals 614 theologische, 36 juristische, 

^ ^Qdidnische, 282 philosophische u. historische, also im ganzen 

r ^erke, welche Anzahl Graf Johann der Mittlere durch Schen- 

^^ bis auf 1218 erhöhte. (J. H. Steubing, Geschichte der hohen 

^^ul^ Herbem, Hadamar 1828, S. 162.) Schon damals hatte die 

«^öUle ein „aufgerichtetes (bewegliches) Skeleton", das noch in 

^68^ Jahrhundert die Herborner Schuljugend auf dem Kirchen- 

^^her amüsirt n. so manches Buch aus der verwaisten Sammlung 

^Btfthrt" hat. 

Im Jahre 1609 wurde die akademische Bibliothek im Schlosse 



*) Hit Genefamigung des Verf.'s aus dem ,,Bhein\scVve\i ¥Lxm^I^ ^V 
iäAdalMcbc Zeiiüng 1883*' Nr. 296 vom 16. üecbr. a\)gQdixicV\.. 



24 Die akademische Bibliothek zu Herborn. 

zu Herbom aufgestellt u. für sie die Abgabe eines Exemplars ,ydei 
gedruckten Thesium" aus allen Fakultäten eingefOhrt. Diese Biblio- 
üieca antiqna wurde 1667 (durch Vermfichtniss) mit den Büchern 
des Prof. Justus flenr. Heidfeld, 1678 (ebenfalls durch Yermächt- 
niss) mit der Bibliotheca Gausseniana, 1686 (durch Ankauf um 
750 Gulden) mit den Büchern des Prof. Matthias Nethenus, 172£ 
(durch Vermfichtniss gegen Entschädigung der Erben) mit der Biblio- 
ifaek des Prof. Abr. Pungler vermehrt. 

Die Bibliothek des im Jahre 1674 zu Friedberg yerstorbenei 
Johann Konrad Caussenius (927 theologische, 1335 juristische, 171 
medizinische, 841 philologische u. historische, 281 philosophische 
zusammen also 3559 Bücher, Steubing a. 0. S. 94) hat „alle- 
zeit abgesondert auf einem oberen Zimmer der Kirche gestanden'* 
Dorthin brachte man 1725, wegen Beparatur des Schlosses, aud 
die alte akademische Bibliothek. Nach einem Katalog aus des 
70r Jahren des vorigen Jahrhunderts, zwei (nicht mehr Yorhandenef 
Folianten, war damals die folgende Bücherzahl aufgestellt: a. Biblio- 
theca antiqna 550, Bibliothek Heidfeld 938, Bibliothek Nethei 
2575, Bibliothek Pungler 2337, Bibhothek Caussen 3470, Summs 
9870 Werke. Indem Caussenius (obsolet gewordene) Bibliothek bii 
auf den heutigen Tag zum grössten Theile auf dem Kirchenspeichei 
belassen wurde, bildet die alte akademische Bibliothek der 181' 
aufgehobenen hohen Schule den Grundstock der „Bibliothek dei 
evangelisch-theologischen Seminariums zu Herbom'*. Ein gedruckte 
SAtalog erschien zu Herbom 1837 u. enthält 2535 Nummern 
Die Seminarbibliothek wurde in dem alten Schulgebäude über de 
früheren Aula aufgestellt, wo ich sie im Herbste 1881 (genau wi 
Prof. Schramm 1725) „im Staube u. sehr konfus gestanden" vor 
fand. Vor kurzem ist auch der bezeichnete Baum dem Amtsge 
richte überlassen u. sind die Bücher wieder nach dem alten Schlos 
geschnfift worden. 

Im Jahre 1822 war die Bibliothek nahe daran, der Landes 
bibliothek zu Wiesbaden einverleibt zu werden. Hofrath Woitzc 
schrieb am 20. Mai an das Herzogl. Staatsministerium: ,Jn Herbor 
befindet sich unter dem Namen der akademischen Bibliothek ein 
Sammlung von Büchern, die einige Tausend Bände zählt, unto 
denen mehre vorzüglich, viele von Werth u. die meisten wenigsten 
brauchbar sind. Die herzogl. Landesregiemng war damit beschäftigl 
diese Bibliothek nach Wiesbaden bringen zu lassen, um sie mit do 
hiesigen zu vereinigen. Da es indessen weder zur boabsichtigtoi 
Aufstellung eines Katalogs kommen wollte, noch die übrigen Mass 
regeln den erwünschten Erfolg hatten, so wurde die Ausführunj 
der allerdings wünschenswerthen Einverleibung der angefiihrtei 
Bücheraammlung mit der herzogl. Landesbibliothek vorläufig auf^ro 
Sieben/' Auf WoitzeVs Antrag wnrde Br. QtvqlS, ein Hilfsarbeite 



k 



Die akademische Bibliothek zu Herborn. 25 

^fir iiieaigen Landesbibliothek, gegen „eine Gratifikation nach Mass- 

gäbe seiner Dienstleistung'' nach Herbom geschickt, um ,»die f&r 

die iiiesige Bibliothek nützlichen Werke auszuscheiden n. das 6e- 

ei^ete davon hierher bringen zu lassen". Den 30. September 

1^22 yerfügte das herzogl. Nass. Staatsministerium ausdrücklich, 

dass „diejenigen Werke, welche sich etwa für das theologische 

SeiKünarium in Herbom eignen, von der Aufnahme in die öffentliche 

Uil>liothek sowohl, als von der Yersteigerung ausgeschlossen werden 

sdlen". Nach Beskript vom 9. März 1831 (ad Beg. 7076) sind 

nocli etwa 400 Werke von Herbom an das herzogl. Gymnasium zu 

Weilburg abgegeben worden. Dagegen gingen am 11. Juni 1833 

Beclkzehn Centner Bücher (Transportkosten 26 fl. 40 kr.) aus der 

Laxidesbibliothek an den Kirchenrath Heidenreich für das theologische 

Seminar zu Herbom ab. Im November 1841 liess der Geb. Be- 

giomngsrath Koch noch eine Kiste mit 70 Bänden an den Seminar- 

direltor Kirchenrath Otto folgen. Den 6. Januar 1842 schrieb der 

genamite Bibliothekar Koch an die herzogl. Landesregierung: „Bei 

Oelogeoheit der Durchsicht eines Thdls jener Bucher, welche sich 

in dem Zimmer auf der vorderen Seite des Palais befinden, fiind 

aidi äue Partie von Bfichem vor, welche ehemals der Bibliothek 

^ iiohen Schule zu Herbom angehört hatten, zum Theil auch dort 

?^ckt waren, oder sonst noch bei der Lehranstalt daselbst brauch- 

^ zu sein scheinen. Da früherer MinisterialverfÜgung zufolge 

solche Bücher, welche für eine öffentliche Lehranstalt passen und 

^^ der Landesbibliothek entbehrlich sind, dorthin abgegeben werden 

^^on» so habe ich demgenmäss Jene Absonderang angeordnet . . . 

^^ in Herbom gedracktcn Bücher können für die dortige Bibliothek 

^^^ in typographischer Hinsicht einen besonderen Werth haben.'' 

^ W«nlg Sinn hatte der Herr Landesbibliothekar für die Kultur- 

*^^®^ichte Nassaus! 

. Unter Seebode*s Verwaltung wanderte 1854 eine kleine Anzahl 

.^^ogischer Dubletten nach Herbom, 1861 u. 1862 aber wurden 

1^ Genehmigung des Ministeriums etliche Herbomer u. Urseler 

/^o|j[e durch Prof. Nebe gegen Doppelnummcm der Landesbibliothek 

^^^^tauscht Dasselbe geschah 1882, nachdem ich im Herbste 

-^ 1. zu Herbom eine bibliographische Kärmerarbeit verrichtet 

^att^^ nur mit dem Unterschiede, dass ausserdem noch eine von 

. ^ ^önigl. Seminardirektion vorgeschlagene, von dem KönigL Kon- 

^^lium genehmigte u. von der KgL Landesbibliothek geleistete 

^^t^chädignng gezahlt worden ist. So war ich im Stande, in der 

'^'^^^hauptstadt eine gegen allerlei Mäuse gesicherte Bibliotheca 

^^l^^miana zu verzeichnen u. au&ustellon (vergl. meine Nassauer 

^^^^ade, Wiesb. 1882, S. 23—334, 497—504, 535). 

IKes ist der urkundliche Thatbestand. Seit eimgoit Ti«^\» ^i^x 
^■öcfc« gcbeimumvoUe Andeutungen auf, die von n^u^m \i«^^^&«^, 



26 Die akademische Bibliothek zu Herborn. 

wie schnell die Ereignisse ein mythisches Gewand anziehen können. 
Die „N. V." vom 24. Augast d. Js. berichtet ans der Provinz: 

„d. Herbem, 22. Ang. Die Nachrichten, welche Ihr BLitt über 
Nassanische Archive brachte, veranlassen uns zu folgender Ergän- 
zung. Das hiesige Stadtarchiv soll nämlich Briefe enthalten von 
König Gustav Adolf u. dem Schwedischen Grencral Wrangol. Akten 
aus der Zeit der Hexenprozesse scheusslichen Angedenkens sind in 
ziemlicher Anzahl vorhanden; diejenigen, welche den Prozess einer 
Tochter des Buchdruckers Corvin betreffen, wurden vor 2 Jahren 
durch den Wiesbadener Bibliothekar von der Linde entdeckt u. in 
dessen geradezu klassischem Buche über die Herbomer Drucke be- 
nutzt. Anffiülend ist, dass das genannte Werk des berühmten Bi- 
bliographen, welches auch die Druckgeschichte von Eltville, Marien- 
thal, Oberursel, Höchst, Heddemheim, Diez, Idstein u. Wiesbaden 
giebt, bis jetzt in Nassau todtgeschwiegen wurde. Leider können 
wir bei dieser (Gelegenheit unser Bedauern nicht unterdrücken, ob- 
gleich wir Herrn von der Linde fQr den Buhm, in dem er unsere 
hohe Schule wieder aufleben liess, dankbar sind, dass der genannte 
Gelehrte in Gemeinschaft mit dem Staatsarchivar Dr. Sauer die 
letzten Beste der alten Üniversitats-Akten sammt der werthvollcn 
Bibliothek nach Wiesbaden überfilhrte''. 

Hier ist einfach zu bemerken : 1) dass ich mit der Wegschaifung 
des Herbomer Schularchivs nach Idstein (jetzt Wiesbaden) gar nichts 
zu thun gehabt habe, denn sonst wäre ein unersetzliches Material 
nicht zum Theil nach dem Metzger gewandert, zum Theil „kassirt 
worden"; 2) dass die Bibliothek Herbem noch immer dort u. nicht 
von mir nach Wiesbaden entführt worden ist. 

Dieselbe Zeitung berichtet in ihrer Nr. vom 2. Septbr. : „p. Her- 
bem, 31. Aug. Dass die Bibliothek der hiesigen hohen Schule vor 
einiger Zeit in das Staatsarchiv (!) nach Wiesbaden übergefi'ibrt 
worden sei, wurde kürzlich in diesem Blatte erwähnt. Die Saclie 
dürfte indessen damit nicht erledigt, überhaupt nicht leicht zu nehmen 
sein. Wir glauben, dass die Angelegenheit den Juristen des Kon- 
sistoriums u. der nassauischen Synode noch manches Kopfzerbrechen 
verursachen wird." 

Ein „Kopfzerbrechen der Juristen des Konsistoriums u. der 
nassauischen Synode"? Waram denn!? Die erste schüchterne Ant- 
wort ertheilt das „Wiesbadener Tagblatt" vom 7. Decbr.: ,,Ein in- 
teressanter Bechtsstreit dürfte in Aussicht stehen, da dem Vemelimenv 
nach die Universität Marburg Schritte gethan hat, um die ihr an'v 
das Caussenius'sche Legat eventuell zustehenden Rechte zu wahren, i 
Es handelt sich um die Verbringung der Bibliothek der Herbomer/ 
hohen Schule nach Wiesbaden." Sintemalen besagte Bibliothek noch > 
immer im Scbloese zn Herbem lagert, btaucVievi mt ^\ft K(j\|fe der] 



\ 



Litteratar und Miscellen. 27 

JnriBien Yorl&nilg noch nicht zu zerbrechen, Was hat denn aber 
die Univermtat Marburg überhaupt mit der akademischen Bibliothek 
in Herbem zu thun? Diese Nachricht kann sich nur auf eine 
sagenhafte Eenntniss der auf dem Eirchenapeichor zu Herborn den 
Todesschlaf schlummernden u. gegenwärtig völlig werthlosen Biblio- 
theca Gausseniana beziehen. leh will darum die Frage historisch 
beleuchten. 

(Schlnss folgt.) 



Litteratar und Hlgcellen. 

Allgemeines. 

[6.] Ceutralblatt für Bibliothekswesen Herausgegeben unter 
ständiger Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen des In- und Aus- 
landes Yon Dr. 0. Hartwig Universitätsbibliothekar in Halle 
und Dr. K. Schulz Beichsgerichtsbibliothekar in Leipzig. I. Jahrg. 
Leipzig, Harrassowitz. gr. 8^ Erscheint in monatl. Heften 
ä 2—3 Bog. Fr. n, 12 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 471.) 

Das 1. Heft vom Jan. enth.: S. 1 — 5 Zur Fiinführung; von 
der Bedaction — S. 6 — 12 Die Verbindung zwischen den deutschen 
Bibliotheken; von E. Förstemann (Dresden) — S. 13 — 19 Zur 
Geschichte der Pariser Liederhandschrift im 17. Jahrhundert; von 
Albert Duncker (Kassel) — S. 19^24 Der Lübecker Unbekannte 
[Mattiiaus Brandis, Drucker]; von Seelmann (Berlin) — S. 24 — 26 
Personalverzeichniss deutscher Bibliotheksbeamten. Angefertigt auf 
Grund amtlichen Materials. (Fortsetzung folgt.) — S. 27 — 31 
üebersieht der Leistungen des Preussischen Staates für öfifentliche 
Bibliotheken nach dem Staatshaushalts-Etat für das Jahr 1883/84 
und Mittheilungen der competenten Behörden — S. 32 — 35 Mit- 
ibeilungen aus und über Bibliotheken — S. 35—37. Kecensionen 
und Anzeigen — S. 37 — 38 Neue Erscheinungen auf dem Gebiete 
des Bibliothekswesens — S. 38 — 40 Mittheilungen aus dem anti- 
quarischen Buchhandel — S. 40 Personalnachrichten. 

[7.] Bulletin du Bibliophile et du Bibliothdcaire Kevue mensuello 

publice par L^on Techener avec le concours De MM. Ed. de 

Bartbdemy; Baudrillart , de llnstitut; Jules Bonnassies; J. 

Boulmier; Gust. Brunet, de Bordeaux; comte Clement de Kis, 

de Is SociM des Bibliophiles; Cuvillier-Fleury, de VAcademie 

frufalse; Jules Delpit; A. Destouches; Victor Develay, de la 

hibUothiqne Sainte-Genevidve ; baron A. Ernouf; Ferdinand Denis, 

idaiaistratear 4 la biblioth^ue Saint e-Geuevidve; Eug. Dramard, 

MDsriBtr k la Cour de Limoges ; Georges Duplessis, de \a ^M\q- 

4)qiit mtioiuüisr J. Dukas; Dapr4 La Salle, conseiWer a \a Cq>m 



r . 



28 Litteratur und MisccUen. 

de Cassation; Alfred Franklin, de la bibliotb^ue Mazarine; 
marquis de GaiUon; J. de Gaulle; Ch. Giraud, de llnstitut; 
P. Lacroix (Bibliophile Jacob), conservateur a la biblioth^que 
de TArsenal; comte de Longp^rier-Grimoard, de la Soci^t^ des 
Bibliophiles fran9oi8; P. Margry; Ed. Meaume; F. Morand, de 
Boulogne-sur-Mer; Paulin Paris, de llnstitut; Louis Paris; 
Gaston Paris, de TEnstitut; H. Moulin, ancien avocat g^ndral; 
baron J. Pichon, pr^sident de la Soci^tä des Bibliophiles fran9ois; 
baron Roger Portalis, de la Soci^tä des Bibliophiles; baron de 
Bnble; Schwab, de la Biblioth^ue Nationale; Ph. Tamizey 
de Laroque; contenant des notices bibliographiques, philo- 
logiques, historiques, litt^raires. L. Ann^o 1883. Paris, L. 
Techener. 8«. Monatlich 1 Heft k 4 Bog. Pr. 12 Fr. f. Paris, 
U Fr. f. d. Depart, 16 Fr. f. d. Ausland. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 986.) 

Enth. im August- Hft: S. 329—39 Epitres de P^trarque, 
traduites en fran^ais pour la premi^re fois par Victor Develay — 
S. 339 — 54 Le Palais ä l*Acadömie, par H. Moulin (Fortsetzung) 
— S. 864 — 60 Eevue critique de Publications nouvelles — 
S. 360 — 74 Du Prix-courant des Livrcs anciens: Vente de la 
Biblioth^que William Beckfurd ä London (IlL Partie) — S. 
374 — 76 Etat actuel de la Society des Bibliophiles Fran9oi8 — 
S. 376 Chronique. 

[8.] The Bibliographer. A Journal of Book Lore. Vol. V. 
London, Elliot Stock (New York, Bouton.) 1883. 4^. Monatlich 
1 Heft ä 4 Bog. Pr. 1 sh. (S. Anz. J. 1883. Nr. 1104.) 
Enth. im December-Heft Nr. 25 : S. 1—3 A Leaf of Errata. 
By W. Carew Hazlitt — S. 3 — 6 Was the Alexandrian Library 
burnt by the Mahometans? By Leonard A. Wheatley — S. 5 — 8 
Bayly's Practice of Piety. By William Cooke — S. 8—9 The 
Literature of Posies — S. 10—13 Among the State Papers 
(Part IIL) Cent. — S. 13 — 17 John Payne Collier and his Works. 
(Part II.) By Henry B. Wheatley. Cont — 17—24 Keviews, 
Notes and News, Correspondence, Libraries — Hierüber IV, 
185 — 88 S. Titel, Vorwort u, Begister des mit dem Novbr. ab- 
geschlossenen IV. Bandes. 

Bibliographie« 

[9.] * LMmprimerie et la Librairic dans la Haute-Marne et 

dans Tancien dit/C^se de Langres, par dcux Membres correspon- 

dauts de la Soci^tä historique et arch^ologique de Langres. 

[Extrait du Bulletin de la Soci^t^ historique et arch^ologique de 

Langres.! Paris, Champion. 1888. gr. 8®. 54 S. (Nur 100 

Exempl) 



I. 4 



Litteratnr und Miscellen. 29 

[10.] La Beliare ancienne et moderne Recueil de 116 planche3 
de reliures artistiqaes des XVIe, XYIIe, X Tille et XIXe si^cles 
ajant appartena ä Grolier, Henri II., Fran9oiä ler, Diane de 
Foitiers, Louis XIII, Mazario etc., et ex^cat^es par Le Qascon, 
Cloyis et Nicolas Eve, Hardj Mennil, Traatz-Baazonnet etc. 
Introdnction par Gustaye Brunet accompagn^e, d'une table expH- 
eative avec notice descriptive de 31 reliures des plus remar- 
qnables. Paris, Rouveyre et Blond. 4®. XII, 8 S. m. 116 Taf. 
800 Exempl. h 25 Mk. Ausserdem 50 numer. Exempl. ^ — 50) 
anf Jap. Pap., 50 desgl. (51—100) auf Chin. Pap., i desgl. 
(101—200) auf Seychall-Mill Pap. 

L'Album offrira — schreibt Brunet — aux amateurs des 
points de comparaison d*un vif int^rdt; il präsente une histoire 
autbeniique des progrds d'nn art dont la France occupe aujour- 
d*hni le premier rang; il met sous les yeux des ämules de Le 
GaseoD, de Padeloup, de Derome, des modMes qu'ils ne se lasseront 
pas d'^tndier; nons croyons pouvoir esp^rer qu'il rendra de v^ritables 
serrices et qu^il sera accueilli avec fayeur. 

[11.] Verzeicbniss der auf St Chrischona (bei Basel) ge- 
druckten abyssinischen etc. Scbrifttheile nebst einigen anderen 
Schriften und Traktaten religiösen Inhalts. Enth. in der Biblio- 
graphie nnd Literarischen Chronik der Schweiz. XIII. Jahrg. 
1888. Base), gr. S\ Nr. 11. Sp. 221—23. 

57 Nrr. 

[12.] Weihnachts-Catalog 1888. Eine Auswahl Deutscher 
Werke, welche sich besonders zu Geschenken eignen. Zwei Ab- 
theilongen. XXVUI. vermehrte nnd verbesserte Auflage. Heraus- 
gegeben nnd verlegt von der J. C. Hinrichs*schen Buchhandlung 
in Leipzig, kl. 4^ 1 Bl. 72 S. m. eingedr. Holzschn. Pr. n. 
0,50 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 16). 

Ein erprobter n. beliebter Führer bei der Auswahl. 

fl8.] Litterarischer Jahresbericht und Weihnachtskatalog fflr 
1883« [18. Jahrgang.] Herausgegeben von Prof. Dr. E. Duhmke, 
Prot Dr. C. Gebiert, Dr. K. Heinemann, Dr. E^ Lehmann in 
Leipzig, Dr. Ad. Bosenberg in Berlin und Dr. 0. Seemann in 
Essen a. d. B. Leipzig, Seemann. Lex. 8". 1 Bl. 160 S. m. 
eingedr. Holzschn. Pr. n. 0,75 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 17). 
Der den Buchhändler-Anzeigen vorangestellte Jahresbericht 
teidinet den vorL Weihnachtskatalog vor anderen derartigen Kata- 
logen, wie Mher, sehr vortheilhaft aus. 

[U.] SOuftriTtet SBet^nad^tö-ftatatod 1883. Sludtva^l t}or)ftgIt(ber 
M4ec, fltfmitcn, StufltoHen^ »elc^ in ben neueften Vu^a^ca \qU\^ 
«Hb cfcgont gämviteti m attm 9nd^> unb ^ufitaUetd^xMlu^^ ^v- 



80 Litteratar und Miscellen. 

rätl^ig ober burd^ \old^ o^ne 9lufent^(t {u bejiel^en f^nb. Seipitg, 
Soldmar. 1883. 8c|. 8«. 1 91. 184 S. m. eingebt. &otjfdtn. $r. ii. 
0,75 mt. (S. ans. 3. 1888. Jhc. 18.) 

Besteht aus einer wissenschaftlich geordneten Uebersicht n. 

einem umfönglichen Inseratentheile mit dazugehörigem systematischem 

Begister. 

[15.] * Siteratif^ 9Beit;na(btS^fiataIog, 1888. III. Sat^rg. Wtt 
ben $ortraitiS t)on fiarl Stielet, Sllfr. äJtetBner, $. ft. 9iofegger u. 
X(^ob. fiullat, nacb S^i^nungen bon a. Schubert, unb bem äBei^^ 
nacbt^Iiebe ,jb bu \xb\)U^^**, f^c 4 8ingfttmmen u. $tanoforte, beax^ 
bettet t)on W), Sedec. Serlin, Sipper^ibe. Se;. 8^. 72 6. m. ein^ 
gebr. dol^fcbn. $r. d. 0,20 W. 

[16.] Bibliotheca Belgica. Bibliographie g^n^rale des Pays- 
Bas publice par Ferd. Tander Haeghen, biblioth^caire de l'uni- 
versitz de Gand, ITi. J. I. Arnold et R. Vanden Berghe, avec 
le concours des biblioth^caires de Beigiqne et de Hollande. Livr. 
XXXIII— XLI. Gand. 1882—83. kl. 8«. Zusammen 205 Nrr. 
Pr. n. 18,80 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 485.) 
Mit bekannter Holländischer Accuratesse u. Sauberkeit bearbeitet 
u. ausgeführt. 

[17.] Svenskt Boklexikon. Aren 1830—1865. Utarbetadt af 
Hjalmar Linnström. Senare Dl. Hfb. 39 — 42. Stockholm, Samson 
& Valiin. 1883. 4«. S. 609—72. Pr. n. 3,75 ä Doppelheft. (S. 
Anz. J. 1883. Nr. 1112.) 

Enth. die Artikel ^Sättet'< bis „Tidskrift." 

[18.] Jahresbericht über die Erscheinungen auf dem Gebiete 
der Germanischen Philologie herausgegeben von der Gesellschaft 
für Deutsche Philologie in Berlin. IV. Jahrgang 1882. Leipzig, 
Beissner. 1883. gr. 8<>. 2 Bll. 315 S. Pr. n. 8 Mk. (S. Anz. 
J. 1883. Nr. 588.) 

Hierüber s. Literar. Centralbl. 1883. Nr. 48. Sp. 1675. 

[19.] Bibliographischer Anzeiger für romanische Sprachen und 
Literatuien herausgegeben von Dr. Emil Ehering. I. Band. 1883. 
Zweites Halbjahr. Leipzig, Twietmeyer. 1883. gr. 8^. 2 Bll. 
84 S. Pr. pro Bd. in 3 Hften compl. n. 6 Mk. 

Der bedeutende Aufschwung, schreibt der Herausg,, welchen 
die Forschung auf dem Gebiete der Boman. Sprachen u. Litteraturen 
seit einer Beihe von Jahren genommen habe, und die äusserst zer- 
splitterte Produetivität, welche in dieser Disciplin herrsche, machen 
eine schnelle u. genaue Orientirung über die beständig wachsenden 
htterarischen Erscheinungen dieses feiten Sprachbezirkes von Jahr 
zu Jahr schwieriger, ja fast unmöglich, u. lassen den Mangel eines 
Publicationsmittels, das geeignet wäre, dem Uebelstande abzuhelfen, 
lebhaft empändev. Die bis jetzt vorhandenen Bibliographien, untor 



f 



Litteratur und Miscellen. 81 

denen die der Zeitschrift f. Boman. Philologie beigegebene die voll- 
ständigste n. beste sei, entsprechen nicht dem allgemeinen Bedürf- 
nisse, da sie meist zu spät, oft mehre Jahre nach dem Erscheinen 
der littcrar. Producte, die Kenntniss derselben vermitteln. Um dess- 
willen beabsichtigt der Herausg. in seinem Anz. ein Organ zu schaffen, 
welches jedem mit Roman. Studien Beschäftigten die schnellste u. 
zuverlässigste Auskunft über die neueste Litteratur seines Faches, 
soweit irgend thunlich mit beigefügten Inhaltsangaben, liefern soll. 

[20.] 1000 gute SBu^cr ben fiat^olifen beutfd^r Bunge empfohlen Toon 
Dr. %tani ^üldtamp^ derau^gebec bed ^Siterartf^en $)anDn)eifecd'. III. 
Slufiage, fortgeführt bid sur ©egenivart. SBei^na^ten 1883. SRünfter, 
S^eiffing. 8«. 2»U. 108©. «ßr. n.0,802nf. (S.SIni-S. 1883. 9lr. 156.) 
Kritisch-litterarische Auswahl von „einem starken Tausend guter, 
schöner u. nützlicher Bücher/' die sich zu Geschenken zu Geburts- 
u. Namenstagen, sowie namentlich zu Weihnachten eignen, aus dem 
letzten Jahrzehend der Deutschen Litteratur. Ohne sonderlichen biblio- 
graphischen Werth. 

[21.] * Steuer ÜBei^na^td^ßatoIog für bad 2S. 1883. din Serieid^ntft 
bec in tot^olif^en Reifen beliebteften beutfci^en @ef(ben!'Siteratur. Üadim, 
»art^. 80. 49 6. $r. 0,15 mt. (6. Slnj. 3. 1883. 3lx, 157.) 

[22.J * Pr^cis de THistoire du Droit Fran9ais, accompagnä de 
notions de droit canonique et d'indications bibliographiques; par 
Fanl yiollet, bibliothdcaire de la Facultä de Droit de Paris. Fase. 1 : 
les Sources, les Personnes. Paris, Larose et Forcel. 1883. 8^. 
XI, 330 S. Pr. 5 Fr. 

[23.] * Wolfs medicinisches Vademecum. Alphabetisch-syste- 
matische Zusammenstellung von sämmtlichen Erscheinungen der 
Literatttr auf dem Gebiete der Heilwissenschaft und Thierheil- 
kiinde. Jahrg. 1882 — 1883. Mit Register der Systeme und 
Schlagwörter. Leipzig, Kössling. 1883. S"^. 328. Pr. n. 0,50 Mk. 
(S. Anz. J. 1882. Nr. 931.) 

[24.] Stotgeber füT 6(tem, Setter unb Sibliot^etoorflänbe bei ber Un^t 

tocil uon Sugenbf^riften. herausgegeben oon ber Sugenbfcbciftensflom« 

miffum bCjS Se^ten^ecdnd su ^rantfurt am SRain. Sa^rgang 1883. "SxanU 

fürt a. SR., fflildc In ftomm. 8«. IV, 67 ©. $r. n. 0,50 m 

Seither ist es Grundsatz gewesen, nur empfehlenswerthe Schriften 

in dieses Verzeichniss aufzunehmen; allein man hat sich überzeugt, 

dass es zuweilen nöthig sei, auch das Nichtempfehlenswerthe zu 

kennzeichnen, damit Jedermann sich desto mehr davor in acht nehme. 

Diejenigen Schriften^ die man für eine unbedingte Empfehlung nicht 

geeignet gehalten hat, sind am Schlüsse in einem eigenen Abschnitt 

zoBammengestellt worden. 

[25.] SoEinilM^ bet in ben Programmen ber öfterreid)ifd}en ®t)m: 
«oficii w^ SMdbutoi Mr m Sd^ulja^r 1882] läSd X)ex%xvV\\^\A\\ 



82 Litteratur ond Miscellcn. 

^bbanblungen. 6nt^. im Serorbnund^blatt beiS 9Rmifteriumd fflr (Euttud 
u. Untemc^ Sa^rs. 1883. fflien. 4« »citege |u St. XXIII. Dr. K. H. 

[26.] * Parasiewicz, S. Bibliografia Pedagogiczna Polska za 
rok 1882. (Polnische Bibliographie der Pädagogik für 1882.) 
Lemberg, Seyfarth & Czajkowski in Comm. 1883. 8^. 64 8. 
Pr. 50 kr. 

[27.] * Annali di Statistica. — Saggio di Bibliografia Sta- 
tistica Italiana» per cura del Ministero di Agricoltara, Industria 
e Commercio. Borna, tip. Bipamonti. 1883. 8^. XIV, 150 S. 

[28.] Die Weltliteratar der Elektricität und des Magnetismus 
Ton 1860 — 1888 mit besonderer Berücksichtigung der Elektro- 
Technik von Gustav May. Mit Sachregister von Dr. phil. 0. 8alle. 
[Elektro-technische Bibliothek. XX. Band.] Wien, Pest, Leipzig: 
Hartleben. %\ XIII S. u. 1 Bl. 203 S. Pr. n. 8 Mk. 

Theils dem Umstände, dass aus Anlass der im letztvergange- 
nen Jahre zu Wien veranstalteten internationalen Elektrischen Aus- 
stellung (s. Anz. J. 1883. Nr. 892) dort vieles darauf bezügliche 
litterarische Material zusammengekommen, u. dadurch bequeme Gelegen- 
heit zur Zusammenstellung einer möglichst reichhaltigen Bibliographie 
der Litteratur der Elektricit&t u. der damit verwandten Wissenschafts- 
fächer geboten gewesen war, theils dass Hartleben's Verlag für die elek- 
tro-mechanische Litteratur spezielles Interesse nimmt, mag die vorl. 
Schrift ihre Veröffentlichung zu verdanken haben. Bei der grossen 
u. täglich noch mehr hervortretenden Bedeutung des Gegenstandes, 
dessen sehr zahlreicher Litteratur die Schrift gewidmet ist, wird 
dieselbe gewiss ganz willkommen geheissen werden, auch wenn sie 
den hohen Erwartungen, die sich die Loser davon in Folge ihrer 
Bezeichnung als „Woltlitteratur'' vielleicht gemacht haben könnten, 
nichts weniger als voll entsprechen sollte. Denn die in der Schrift 
verzeichnete Litteratur besteht hauptsächlich nur aus Deutscher u. 
nächstdem Franz., Engl. u. Italienischer, wogegen sich die Littera- 
tur der übrigen Culturvölker blos durch sehr wenige Schriften 
vertreten findet. 

[29.] Repertorium der Deutschen Meteorologie. Leistungen 
der Deutschen in Schriften, Erfindungen und Beobachtungen auf 
dem Gebiete der Meteorologie und des Erdmagnetismus von den 
ältesten Zeiten bis zum Schlüsse des Jahres 1881. Von G. Hellmann. 
Mit einer Karte und einer lithographischen Tafel. Leipzig, Engel- 
mann. 1883. Lex. 8«. XXXIV S. & 996 Sp. m. 2 Taf. Pr. 
n. 14 Mk. 

Das vorl. verdienstliche Werk giebt, wie im Literar. Centralbl. 

1883. Nr. 50. Sp. 1743 gesagt ist, eine so vollständige [u. in 

ihren Angaben zuverlässige] Uebersicht von der Thätigkeit Deut- 

jscber Oelebrten auf dem Gebiete der Meteorologie u. des Erdmag- 



Litterator und Miscellen. 33 

netismiis, wie eine solche wohl für keinen anderen Zweig der 
physikalischen Wissenschaften vorhanden ist. Das in dem Werke 
zasammengestellte reiche Material ist in drei Theile geschieden: 

1. Katalog der Schriften u. Erfindungen mit Sachregister dazu; 

2. Katalog der Beobachtungen mit Sach- u. Personen-Begister ; 

3. Gesciüchtliches. 

[30.] Annual Report of the Board of Begents of the Smith- 
sonian Institution, showing the Operations, expeuditures, and con- 
dition of the Institution for the year 1881. Washington, üovern. 
Print. Office. 1883. gr. 8^ Enth.: S. 409-98 Zoology, by 
Theodore Gill & S. 499—525 Anthropology, by Otis T. Mason. 

Beide Artikel haben einen bibliograph. Anhang. 

[81.] ♦ Saggio di un Catalogo bibliografico antropologico Ita- 
liano, ecc., del Dott. Paolo Riccardi. Modena, tip. Vincenzi e 
Nip. 1883. 8«. 176 S. Pr. 2,50 L. 

[82.] Contributions to North American Ichthyology based 
primarily on the Gollections of the United States National Mu- 
senm. By David S. Jordan: Bibliography. Enth. in: Smith- 
Bonian Miscellaneons Collections. Vol. XXIII. Washington, 
publ. by the Smithsonian Institution. 1882. gr. 8^. Nr. 12. 
S. 221—30. 

[83.J Bibliography of the Pishes of the Pacific Coast of the 
United States to the end of 1879. By Theodore Gill. Enth. in: 
Smithsonian Miscellaneons Collections. Vol. XXIII. Washington, 
publ. by the Smithsonian Institution. 1882. gr. 8®. No. 11. 
1 Bl. 73 S. 

Früher ist in dem nämlichen Werke (Vol. XXII. 1882. Ar- 
ticle n. S. 312 — 17) erschienen: „A partial Bibliography of the 
Fishes of the Pacific Coast of the United States and of Alasca, for 
the year 1880. By Tarleton H. Bean." 

[34.] * Botanischer Jahresbericht. Systematisch geordnetes 
Bepertorium der botanischen Litteratur aller Länder. Unter Mit- 
wirkung von Askenasy, Batuliu, Falck etc. herausgegeben von 
Professor Dr. Leop. Just. VIII. Jahrg. [1880.] Abth. II. Hft. 2. 
Berlin, Bomträger. 1883. gr. 8^ IV, 401—1027 S. Pr. n. 
18 Mk. (S. Anz, J. 1883. Nr. 891.) 

[85.] * Bepertorium der technischen Journal-Litteratur. Im 
Auitrage des kaiserlichen Patentamtes herausgegeben von Dr. 
Rudolph Biedermann. Jahrg. 1882. Berlin, Heymann. 1883. 
Lex. 8^. y, 282 Sp. Pr. n. 15 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 30.) 

[36.] * Die alpine Literatur des Jahres 1882. Von A. Francke. 
[Sep.-Abdruck aus dem Jahrbuch des Schweizer Alpeuclwb yLV\U,\ 
Bern, Dalp. 1S83. 8^. 24 S. 



} 

84 Litteratur und Miscellen. ^^ 

[37.] * Bibliographie artistique, historique et litterairc de Paris 
avant 1789; par l'abb^ Valentin Dufour, ancicn sjus-bibliotho- 
caire de l'HOtol de ville. Paris, Laporte. 1882. 8". Vni, 543 
S. m. 4 Taf. Pr. 25 Fr. 

[38.] Die Wissen schatllichen Vereine and Gesellschaften 
Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert Bibliographie ihrer 
Veröffentlichungen seit ihrer Begründung bis auf die Gt^genwart 
von Dr. Johannes Müller Gustos an der Königlichen Bibliotiiek 
zu Berlin. Lief. 2. Berlin, Asher. 1883. 4^. S. 81—160. Pr. 
n. 6 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 1124.) 

[39.] Check List of PubUcations of the Smithsonian Institu- 
tion, December 1881. Washington, D. C. 1881. Enth. in: Smith- 
sonian Miscellaneous OoUections. VoL XXVII. Washington, publ. 
by the Smithson. Instit. 1883. gr. 8«. Art. in. 1 Bl. 21 S. 

Catalogue of Publications of the Smithsonian Institution 
(1846—1882,) with an alphabetical Index of Articlcs in the 
Smithsonian Contributions to Knowledge, Miscellanoous Collections, 
Annual Reports, Bulletins and Proceedin^'s of the ü. S. National 
Museum, and Report of the Bureau of Ethnology, By Willia::i 
J. Rhees. Washington, Smithson Instit. 1882. Enth. Das. Vol. 
XXVIL 1883. Art. IV. XIV, 328 S. 

Der S. 121 — 328 enthaltene aiphabet. Index giebt der gai\zen 
Arbeit den Hauptwerth. 

[40.] KeßrjTog Jliva^ La Tavola di Gebete con prefaziono e 
note ad uso delle scuole e con un saggio bibliograüco per cura 
di Giuseppe Barone dottore in lettere. Napoli, stab. tipo-stereo- 
tip. di Morano. 1883. kl. 8^. XXIII, 70 S. Pr. 1.25 L. 
Am Schlüsse des vorl. Bdchens findet sich S. 30 — 70 eine sehr 
umfängliche, ich möchte wohl glauben, möglichst vollständige biblio- 
graphische Ueber^iclit der Textausgaben, Uebersetzungen u. Erläu- 
terungsschriften von u. über Gebes zusammengestellt. Offenbar hat 
der Verf. auf diese Zusammenstellung vielen Fleiss verwendet: von 
Uebersetzungen sind Polyglotte, Arab., Latein, (nicht weniger als 
75), Franz., Deutsche, Engl, Holland., Russ., Poln., ürioch.-Rom., 
Span., Portug. u. Italienische aufgeführt. Leider scheint mir der 
Anhang zu einem Schulbuche nicht ganz der richtige u. geeignete 
Ort zu sein, wo man erwarten darf, dass von der Üeissigen Arbeit 
ausgiebiger Gebrauch gemacht werden wird. Schüler werden davon 
keinen Gebrauch zu machen wissen. Hier u. da lässt übrigens die 
bibliograph. Zusammenstellung die nöthige Gorrektheit vermissen. 

[41.] Catälogo de la Biblioteca Cervantina de D. Jose Maria 

Asensio^ vecino de Sevilla, publicado en la Revista de Valencia, 

con unn carte-aciaraciön del Vizconde B4tera. Valencia, imp. de 



Liiteratar and Miscellen. 35 

Domenech. 1888. 4®. 68 S. (Nor 50 Exempl. u. nicht im 
Handel.) 

[42.] Monsieur le Comte de Chambord ; Bibliographie. Supple- 
ment. Enth. in: Polybiblion, Revue bibliographique universelle. 
Partie littäraire. U. B6ne. Tom. XVin. (XXXVUL de la Collec- 
tion.) Paris. 1883. gr. 8». Novbr. S. 455—57. (8. Anz. J. 
1883. Nr. 1125.) 

[43.] A Darwinian Bibliography. By Prederick W. True, Li- 
brarian of the U. S. National Museum. Enth. in: Smithsonian 
Miscellaneous Gollections. Vol. XXV. Washington, Govern. Print. 
Office. 1883. gr. 8°. Art. V. S. 92—101. 

Anhang zu dem S. 45 — 92 vorangegangenen „Darwin 
Memorial.'' 

[44.] * Le Neveu de Bameau; par Denis Diderot. Texte 
revu dapr^s les manuscrits, notices, notes, bibliographie , par 
Gustave Isambert. Paris, Quantin. 1883. 8<>. 286 S. m. 1 Portr. 
u. 2 Taf. Pr. 10 Fr. 

Gehört zur ,,Petifce Bibliothdque de luxe des Bomans cel^bres.'' 

[45.] * Note bibliografiche di tutti gli scritti in prosa e in 
versi pubblicati da Leo Benvenuti d*£ste, da B. Calore. Yenezia, 
tip. dell' Emporio. 1888. 8». 

[46.] ffletne Sd^rtften t)on ipermann i^ettner. 3la6) beffen Zobe \)exa\x^: 
gegeben [üon Anna ipettner]. Sraunfdfrmeig, SBiemeg u. Sol^n. 8*^. 6nt^. 
©. 553 — 63: Serjeld^nil ber fämmtUctcn Scbriften öcrmann öettncr'^. 

Chronologisch geordnet 1843 — 82. 

[47.] 3)ie Sutl^er ^ Sitteratur 1883. fiatalog einer Slu^ftellung auf 
Seranlaf[ung beg Somit^ für bie Scltd«Sut^erfeier in i^amburg oeran« 
ftaltet t)on ber ^erolb^ftben Sucb^anblung im ©etperbe^^ufeum am Stein« 
tbor. «kimburg, S^rucf tjon ^cx]\e\)l (1883.) gr. 8^. IV, 52 ©. 
314 Mrr. $r. n. 0,60 ÜR!. 

Für absolute Vollständigkeit will die Firma nicht einstehen, 

glaubt aber alles irgend Bedeutende (selbst die ans Aulass der 

Lutherfeier veröffentlichten Antiquarkataloge) geboten zu haben. 

Hierüber s. Börsenbl. f. d. Deutsch. Buchhand. 1883. Nr. 275. 

S. 5458—69. 

[48.] * Bibliographie descriptive et anecdotique des Ouvrages 
ecrits et publice par Auguste Foulet. Malassis; par un Biblio- 
pbUe Ornais. Paris, Bouquette. 1883. S\ Pr. 4 Fr. (Nur 100 
Dumer. Exempl.) 

BuebUkndler^ and antiquarische Kataloge. 

[49.] Journal g^n^ral de llmprimerie et de la Libtam^ \^X)iY^\&- 
ment No. 47J Lirres d'EtrenneB pour Tannfie 1884. l?m%^ wi. 



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1 



•I 



I 



86 Litteratur und MiscelleiL 

cercle de la Librairie etc. Noyembre 1888. gr. 8^ 2 BU. 
2257—2619. 

Illastrirter Weihnachtskatalog, aber mehr eine Art Bilderbuch, 
als von litterarischem Werthe. 

[50.] Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler und 
Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. 183. — Biblio- 
graphie und Typographie. 8^. 1 BL 45 S. 965 Nrr. 

Vieles gute bibliothekarische Handwerkzeug, welches leider 
noch in so manchen, selbst grosseren Bibliotheken fehlt. 

[51.] Bibliotheca Lutherana. @tne Sammlung ))on Slutotppen 
Sut^erd nebft ben ©efamtaudgaben von Sut^erd 9Berten unb einer reichen 
Sludma^I von Schriften ber gfreunbe unb (Segner ber 9iefonnation übet 
Sut^r btd auf bie ©egentoart. 3tadi ben Originalen aufgenommen unb 
bearbeitet von bem Antiquariat bec 6. &. 9)ed'fcben iBucbbanblung in 
9lörbltngen unb burcb biefelbe ^u belieben. [U, u. b. Xit. : Slntiquarifcber 
(Sotalog 9lo. 160 ber 6. {). Sed'f^en SBud^banblung in ^örblingen.] 
«örblingen. 1883. 8«. V, 185 6. 1236 Mn. «Pt. n. 1 Tll 
Obgleich sich die Yorl. Schrift selbst als Antiquarkatalog 
bezeichnet, so unterscheidet sie sich doch von Antiquarkatalogen 
gewöhnlicher Art sehr wesentlich. Denn erstens enthält diese 
Bibliotheca mehr als einen gerade zufallig vorhandenen antiquar. 
Lagerbestand von Lutherana , sie enthält vielmehr eine ausserge- 
wOhnlich reiche Sammlung solcher Schriften, die B. „von einem Hlr 
die Beformation Luther's begeisterten Liebhaber zu erwerben Gele- 
genheit gehabt hat,'' u. vor der Veröffentlichung des Verzeichnisses 
erst noch mittels Ausgabe einer Desideratenliste (s. Anz. J. 1883. 
No. 701) planmässig zu vervollständigen bemüht gewesen ist Und 
zweitens ist das Verzeichniss mit grösserer, als in den Antiquarkata- 
logen gewöhnlich, bibliographischer Genauigkeit bearbeitet, die Titel 
der Schriften der Befurmationsperiode finden sich darin diplomatisch 
getreu u. in einer Weise vollständig verzeichnet, welche der Biblio- 
theca Luther, den Werth eines wirklichen bibliographischen Hilfs- 
mittels giebt — Selten dürften wohl Lutherana in so grosser Fülle, 
wie hier, anderwärts anzutreffen sein, so dass der Wunsch des 
Herausg.'s, „diese Sammlung möge unzerstückelt bleiben, um den 
Grundstock zu einer ganz vollständigen Luther-Bibliothek, als dem 
schönsten Denkmal des Beformators, zu bilden,*' gewiss nicht unge- 
rechtfertigt erscheint. 

[52.] Verzeichniss des Antiquarischen Bücherlagers von Ch. 
Graeger in Halle a. S. Nr. 223—27. 1883—84. gr. 8». 
Enth.: Wissenschaftl. u. praktische Theologie, Philosophie, 
Neuere Sprachen, Schöne Litteratur u. Kunst, lieber 5000 Nrr^ 

fS3.J Betiag^4kda\oq von 3. ©utientag (2). Soltin) in SBerttn unb 
Äto^. 1883. a. 8^ 2 »IL ■ UO S. 



Litterator and Miscellen. 37 

Die Hauptthätigkeit der Firma ist der Staats- u. Eechts- 
wissenschafb gewidmet. Die Anfertigung des Eataloges verdient 
alle Anerkennung: die Verlagsartikel sind mit grösster biblio- 
graphischer, man möchte fast sagen, mit überflüssig grosser Ge- 
nauigkeit verzeichnet, insofern sie sich sowohl in dem Haupttheile 
des Eataloges, in dem alphabetischen Verzeichnisse, als auch in 
der angehängten wissenschaftlichen üebersicht mit voller Titel- 
angabe aufgeführt finden. Schade, dass dem Kataloge nicht eine 
kurze historische Nachricht über die Firma mit beigegeben ist. 

[54.J Fortegnelse over H. Uagerups Forlags- og Commissions- 
Skrifter 1852 [Juni] — 1883 [Juni]. Kjöbenhavn. 1883. 8^. 62 S. 
Alphabetisch, bibliographisch gut redigirt; aber ohne wissen- 
schaftliche Üebersicht Vorwiegend viel Militärisches. 

[65.] No. 270. Bücher- Verzeichniss über Werke aus dem Ge- 
biete der Schönen Wissenschaften, Kunst und Kinderschriften, 
welche bei Theodor Kampffmeyer in Berlin zu haben sind. 1883. 
8«. 1 Bl. 86 S. 

Stets zu billigen Preisen. 

[56.] Antiquariats-, Sortiments- und Verlags-Buchhandlung 
von Wilhelm Koebner (L. F. Maske's Antiquariat) in Breslau. 
163. Katalog. — Evangelische Theologie mit einer reichen Ab- 
theilnng Luther-Literatur in Originaldrucken. (1883.) 8^. 1 Bl. 
64 8. 1700 Nrr. 

Enth. in Nr. 889 — 1093 Lutherana, d. s. Schriften von u. 
über Luther, Jubel- u. Festpredigten etc. 

[57.] Libreria antiquaria di Ermanne Loeschor Torino. Ca- 
talogo N. 46. — Filologia classica. Novembre 1883. 8^ 1 Tit.- 
u. 67 S. 2026 Nrr. 

Enth. weit über die Hälfte: Auetores Graeci, Latini u. Neo- 
latini. 

[58.] Catalog No. 109. Schweizer. Antiquariat von Orell 
Füfsli & Co. in Zürich. — Kunst und Prachtwerke. (Kupfer- 
stiche, Badirungen, Lithographien, Holzschnitte, Photographien, 
Portraits, Aquarellen und Handzeichnungen, Illustrirte und Pracht- 
Werke, Schriften über Kunst. Schreib- und Zeichnenkunst.) 
80. 1 Tit.- u. 131 S. 3535 Nrr. 

Eine sehr werthvolle Sammlung, worunter namentlich auf die 
c. 800 Nrr. starke Portraits-Abtheilung (wovon drittehalbhundert 
Schweiz. Portraits) aufmerksam zu machen ist. 

[59.] No. 73<-75. Katalog einer ausgewählten Sammlung 
▼on Werken etc. Zu beziehen von dem Buchhändler u. Antiquar 
& L. Prager Specialgeschäft für Rechts- u. Staatswissenschaften 
n. Geachichte in Berlin. 1888. 8^ 



88 Litierabur uud Miscellen. 

Enth. Staats- u. Bechtüwissenschaft, nebst histor. Hilfs- 
wissenschaften. 

[60.] F. Bohracher's Antiquariat Lienz, Tirol. Catalog Ko. 

IX. XI. xn. 8". 

Enth.: in IX Katholische Theologie (1 Bl. 36 S. 1313 Nrr.); 
in XI Werthvolle u. Seltene Werke aus allen Fächern, wie alte u. 
seltene Drucke, Pracht-, Kupfer- u. Holzschnittwerke etc. (1 Bl. 
63 S. 1308 Nrr.); in XII Austriaca u. Hungarica (1 Bl. 40 S. 
895 Nrr.). 

[61.] Nr. 178. Catalog des antiquarischen Bücherlagers von 
B. Seligsberg in Bayreuth. 1883. 8«. 1 Bl. 142 S. 3092 Nrr. 
Schönwissenschaftl. Litteratur, Kunst, Curiosa etc. 

[62.] 85—86 & 88. Antiquariats-Katiilog von Simmel & Co. 
in Leipzig. 1883. 8^, 

Enth.: in 85 — 86 Classische Philologie. I. Griechische u. II. 
Lateinische Autoren (2 Bll. 90 8. 3066 Nrr.) .% in 88. Linguistik, 
Orientalia (1 Bl. 74 S. 2004 Nrr.). 

[63.] No. 141 — 44. Bulletin de la Librairie Ancienne etc. 
von J. A. Stargardt in Berlin. 8®. 

Enth. Kunstgeschichte, litterar. Seltenheiten, Bibliographie u. 
Diplomatik, Americana, Slavica, Scandinavica etc., Numismatik. 

[64.] 105. Verzeichniss des antiquarischen Bücher-Lagers von 

Karl Theodor Völcker's Verlag und Antiquariat in Frankfurt 

" a. M. — Clabsische PhUologie. Abth. I— IL 8«. 1 Tit.- u. 

79 S. 1820 Nrr. 

Enth.: in I. Griech., Latein. Autoren u. Neulateiner & in IL 

den übrigen philolog. Apparat. 

[65.] Neue Folge. No. 10. Thesaurus librorum et libellorum 
historiam Beformatiouis illustiantium. ^etieic^ni^ einer Sammlung 
öon 6d?ritten 2ut^ unb feinet Scitgenofien, fowic üon SCBetfen jut 
©efcbic^te bei Stefocmotion. 3u traben bei O^matb SSBeigel 93uc^^änblec 
in Scipiifl. 8^ 1 lit.:: u. 91 6. 1777 SRrr. 

Enth., mit nur wenigen Ausnahmen neuerer Litteratur, sonst 
durchaus u. zumal viele sehr werthvolle Antiquaria. 

Bibliothekwlssenscliaft. 

[66.] Monthly Notes of The Library Association of the 

United Kingdom. Vol. IV. London, print. for the Association 

by Davy & Sons. 1883. 8». (S. Auz. J. 1883. Nr. 1045.) 

Enth. in Nr. 10: Official Notices — Minutes of the Anuual 

Meeting at Liverpool — October Monthly Meeting — Obituary: 

J, F. NichoUs — The Eaising of the Library Bäte — Libraiy 

Cütalogues aud Beports — Library Notes — Correspondence. R. 



Litteratur und Miscellen. 89 

Bibliothekenlelire. 

[67,1 * S5erjci(6ni3 x>on geeigneten unb ni4t geeigneten ^ugenbf^riften 
für ^oll^ unb SBürgerfcfeulbibliot^efen. Sm Sluftrage beg f. f. filef. 
2flnbcöf4ultat]^eö unb iiber ©cf4lu^ ber 3. f^Ief. fianbegiSeJ&rerconfetenj 
herausgegeben Don SInton ^ctet, 8cbulrat^ 2C. Iroppau, Jöudb^olj & 
2)iebel. 1883. gt. 8". 55 6. ?r. n. 0,80 Wt. 

Blbliotliekenkunde. 

[68.] Bulletin of the Boston Public Library. Autumn Nura- 
ber 1883. Vol. V. No. 7. (Whole No. 66.) Lex. 8^. S. 345—452. 
(S. Anz. J. 1883. Nr. 722.) 

Enthält, ausser der gewöhnlichen ,, Information for Readers'' 
an der Spitze u. einigen kürzeren Bemerkungen am Schlüsse, das 
Zuwachsverzeichniss der Bates Hall & Lower Hall and Branches 
in den Monaten April bis mit August 1888. Ueberdies : Benjamin 
Franklin Part IV. Works printed by Franklin; Index of Articles 
upon American Local History, in historical coUections in the Boston 
Public Library (Contin.); Iudex to the Notes about Books and 
Beading, and to the special book lists found in the Catalogues of 
the Boston Public Library and other Libraries, and also in 
Periodicals; Parliamentary Sessional Papers of Great Britain, 
Session of 1881. 

[69.] LXIL Verzeichniss des antiquarischen Büchorlagers von 
Caspar Haugg in Augsburg. — Varia. Curiosa. Bariora. (Meist 
Erwerbungen aus den Auctionen der Carthaeuser Bibliothek 
in Buxheim und der Freih. von Dalberg'schen.) 1883. gr. 8^ 1 
Bl. 25 8. 568 Nrr. (S. Anz. J. 1883. Nr. 934 u. 1062.) 

Vorzüglich ältere Litteratur. 

[70.] Zugangs-Verzeichniss der Grossherzoglichen Hofbibliothek 
in Darmstadt. 2. u. 3. Quartal 1883. — unterzeichnet: Gross- 
herzogliche Hofbibliothek-Direction Dr. Walther. Ausgeg. im 
November 1883. 8». 39 S. (S. Anz. J. 1883. Nr. 727.) 

Von den Ankäufen sind die eingelieferten Pflichtexemplare 
durch ein vorgesetztes * u. die Geschenke durch ein f unterschieden. 

[71.J !Die t). $onidau*f*c »ibliottef in öaUc. (2lug ber Beilage 
jut 3Ragbeburg. 3tg.) Slbgebt. im Sörfenblatt für ben !5)cut|cben Sucfes 
^anbel unb bie mit i^m ))ecmanbten (^efc^äfti^imeige. 1883. 4^. 3lx. 
279. S. 5566—67. 

Kurze Darstellung der Wechselfalle, welche die schöne u, für 
die Sächsische Geschichte unschätzbare P.^scho Bibliothek zu erleiden 
gehabt hat, ehe sie in der üalleschen Universitäts-Bibliothek zur 
Buhe gekommen ist, wo sie trotz der zahlreichen erlittenen Verluste 
doch immer noch alß eine besondere Zierde gilt. 



* 



40 Litteratur und Miscellen. 

[72.] * 3)ie Sut](!et « ^udfiedung beiS gto^^^oglid^en SRufeumS ju 
SBeimar. 3R\t Setträgen bed 6adbfen : ©rneftinifd^en ©efamints^rd'bs, 
ber groBf^etioglic^en SibliotH u* a« iufammengeftellt $orträtS — 
aWcbmUen — $>anbfclbriften — ßrfte 3)rucfe — SJlobcme SarfteHungcn. 
SDBeimat, »ö^Iau. 1883. gr. 8^ VIII, 52 ©. m. Sut^ier'g H^ortt. 
$t. n. 1,60 m. 

[73.] "" üRitteilungen unb Sefonnttnac^ungen auS gebcudten unb 
ungebtudten €d^riften Dr. aJtartin Sut^erd, Dr. ^^iltpp 9RelQn(!bt^ond 
unb Dr. Gonrab GorbotuiS^ nebft einer Slb^anblung über bie in ber 
Saloör^fd^en fiirdbenbibliot^et in 3^Qc^sIb aufgefunbene &anbfclbrtft, 
fott)ie über bad Scben unb bie @4^tiften be^ Dr. &}nrab 6orbatu$^. 
Son Dr. ip. SBrampelme^er, Oberlehrer, ^lau^t^al. (^üe, 9Iiemeper 
in 6omm.) 1883. 4^ IV, 42 6. $r. n. 1,50 W. 

[74.] * Recueil do Lois, Decrets, Ordonnances, Arretfe, Cir- 
culaires, etc., concemant les Bibliotböques publiques, communales, 
universitaireSy scolaires et populaires, publik sous los auspices 
du Ministdre de ^Instruction publique; par Ulysse Robert. Paris, 
Champion. 1883. 8^ 262 S. 

[75,] * Inventaire-sommaire des Manuscrits Grecs des Biblio- 
th^ues des Departements; par Henri Omont. [Extrait du Cabinet 
historique 1883. p. 193— 208.] Paris, Champion. 1883. 8®. 18 8. 

[76.] * Catalogue de lu Bibliothcique militaire principale de 
la Garnison d*Amiens. Amiens, imp. Delattre - Lenoel. 1883. 
8^ 84 S. 

[77.] * Begloment-Catalogue des livres composant 1a Biblio- 
theque du Canton d*Auxi-le-Chateau. Arras, imp. Sueur-Char- 
ruey. 1883. 18«. 24 S. 

[78.] ♦ Les Chroniques de Burgos, traduites pour le Roi de 
France Charles V, en partie retrouvees ä la Bibliotheque de 
Besanyon; par Auguste Castan. [Extrait de la Bibliotheque de 
l'Ecole des Chartes, t. 44, 1883.] Nogent-le-Kotrou, imp. Dau- 
peley-Gouvenieur. 1883. 8^ 19 ö. 

[79.] * Catalogue des livres imprimes et manuscrits de la 
Bibliothöque de la Ville do Chäteauroux, fait par Joseph Paturean, 
de la Sociöte de THistoire de France. Chäteauroux, imp. Aupetit. 
1883. 8«. 879 S. 

[80.] * Catalogue methodiquo et alphabötique de la Biblio- 
theque chretienne d'Evreux. Evreux, imp. do TEure. 1883. 8**. 
Vm, 172 S. Pr. 1 Fr. 50 c. 

[81.] * Catalogue gönöral de la Bibliothöque populaire de Lu- 
niville. Nancy, imp. Berger-Levrault et Cie. 1883. 8«. 86 S. 

f82.J * Catalogue des Manuscrits de la Bibliothöque publique 



Litteratur und Miscellen. 41 

de Montargis (Loiret); par Henri Stein. Paris, Champion. 
1883. 8». 3 S. 

[83.] * Coup d'oeil sur les Biblioth^ues des Couvents du 
district de Nancy pendant la Revolution, ce qu^elles etaient, co 
qo'elles sont devennes; par J. Favier, de la Biblioth^que 
publique de Nancy. [Extrait des Mömoircs de la Societe 
d*Arch^ologie Lorraine pour 1883.] Nancy, Sidot fröres. 1883. 
8". 60 S. m. Wapp. 

[84.] * Catalogue des ouvrages mis en circulation par la So- 
ciete de la Biblioth^que populaire protestante de Nimes. Ntmes, 
impr. Eoger et Laporte. 1883. 8®. 36 S. 

[85.] * Notice sur plusieurs manuscrits de la Biblioth^que 
d*Orläans; par Leopold Delisle. [Extrait des Notices et extraits 
des Manuscrits, t. 31, premidre partie.] Paris, impr. nationale. 
1883. 4«. 87 S. 

[86.] * Catalogue de la Bibliothcque du Depot de la Guerre. 
(Minist^re de la Guerre.) Tom. I. Paris, imp. nationale. 1883. 
80. 502 S. 

[87.] * Catalogue de la Bibliotheque municipale de pret 
gratnit ä domicile de la mairie du 12 e arrondissement de la 
Ville de Paris. Paris, impr. Crossen. 1883. 8^ 95 S. 

[88.] * Inventaire-sommaire des Manuscrits du Supplement 
Grec de la Biblioth^ue nationale; par Henri Omont. Paris, 
Picard. 1883. 8«. XVI, 139 S. 

[89.] * Catalogue de la Bibliothcque de Tlnstitution nationale 
des Sourds-mnets de Paris. I. Partie, publice par les soins 
des Docteur Peyron, directeur, et B^langer, professeur, biblio- 
th^caire-adjoint. Paris, impr. Pelluard. 1883. 8®. 74 S. 

[90.] KriraXoyog rtoy ß^fiXioitf Tijg E&ytxtig BißXio99jxrig tjjg EXXaSog, 
Tfi. A, SeoXoyia, Ey J&fivmg, rvn. tov KieXXovg. 1883. gr. 4®. 

4 BU. 177 S. 

Von Leopold Zahn, weil. Castos der Bibliothek des theolog. 
Stiftes zu Tübingen, verfasst u. von Dr. Mich. Deflfher, Bibliothekar 
der Universitäts- u. Staatsbibliothek zu Athen, überarboitet. Der 
Katalog ist wissenschaftlich geordnet u. mit einem aiphabet. Register 
Tersehen. Der gesammte Vorrath der Theologica, der sich auf 
c. 6000 Nrr. beläuft, u. worunter die Deutsche Litteratur nament- 
lich in sehr zahlreicher Weise vertreten ist — von den 45 theolog. 
Zeitschriften bilden z. B. die Deutschen nahezu die volle Hälfte — 
findet sich unter folg. sechs Hauptabtheilungen verzeichnet: i. BißXixri 

BeoXtfyta; IL Jlar^oXoyut; HI. IffroQixrj SeoXoyut; IV, IvirifififeTtxtj 0.; 
V. nf^axTueti 0; VI. Juctpoga &eoXoyixa, woran sich noch ein Abschnitt 
noQoqt^a anschliesst. Die Titelverzeichnung ist nicht gleichmässig 
n. nicht flberal] genau genug. 



' _ 



42 Litteratur und Miscellen. 

[91.] * Begolamento per la Biblioteca comunalo di Ancona. 
Ancona, tip. del Commercio. 1883. 8". 7 S. 

[92.] * n Vice-Bibliotecario deir Alessandrina. Ksposto a S. 
E. il Ministro deir Istruzione pubblica, da Costantino Maes. Koma, 
tip. Salviucci. 1888. 8«. 26 S. 

[93.] * Incunabuli della Biblioteca comunale di Verona, da 
Pietro Sgulmöro. [DalP Archiyio Veneto.] Venezia, tip. Visentini. 
1883. 8». 32 S. 

PriTatbibliotheken. 

[94.] ♦ Catalogue d'nne belle Collection de livres d'agriculture, 
de botanique, de cbimie, de göologie, de mddecine, de littdratare, 
etc., provenant de feu Simon Lejeune, medecin ä Verviers, Phocas 
Lejeune, directeur de l'Institut agricole de Gerabloux, Dehachez, 
docteur k Marcbienne. Louvain, Emile Fonteyn. 8^ (Auct. 28. 
Novbr. 1883.) 

[95.] * Catalogue de Livres rares et precieux, manuscrits et 
imprimds, principaloment sur TAmdrique et sur les Langucs du 
Monde entier, composant la Biblioth^que d'Alph. L. Pinart et 
comprenant en totalite la Bibliotheque Mexico-Guatemalienne de 
TAbbö Brasseur de Bourbourg. Paris, Vo Adolphe Labitte. 8®. 
Vin, 248 S. 1440 Nrr. (Auct. 28. Jan.) 

[96.] No. 80. Catalog des antiquarischen Böcherlagers von 
Joseph Jolowicz, Buchhandlung und Antiquariat in Posen. — 
Classische Philologie. I. Scriptores graeci et latini, z. Th. die 
nachgelassenen Bibliotheken der weil. Professoren am Königl. 
Fr. Wilh. Gymnasium zu Posen, Tiesler und Müller enthaltend. 
8». 1 Tit.- u. 71 S. 2754 Nrr. 

Textausgaben, Ueberfcetzungen u. viele Erläuterungsschriften. 

[97.] Nr. 105. Antiquarischer Anzeiger von Franz von Stockar 
(vormals A. Coppenrath's Antiquariat) in Regensburg. — Kathol. 
Theologie. Bibliothek des f Pfarrer Allio in Strasskirchen u. A. 
(1883.) 8». 1 Bl. 48 S. 1728 Nrr. 

Neuere sowohl als ältere Deutsche Litteratur; nichts ausser- 
gewöhnliches. 

[98.] Verzeichniss Nr. 5 des antiquarischen Bücherlagers von 
Hermann Weiss Buchhandlung und Antiquariat in Leipzig. Ent- 
haltend u. A. die von Professor Dr. W. Arnold in Marburg 
hinterlassene Bibliothek. Bechts- und Staatswissenschaft. Ge- 
schichte. Culturgeschichte. Germanistische Literatur. 1883. 8^ 
1 Bl. 44 S. 1347 Nrr. 
Juridica u. Politica bilden den Hauptbestand theil. Fast durch- 
g^ebends nur Deutscho Litteratur. 



Litieratur und Miscellen. 43 

[99.] * Les Manuscrits du Comte d^Ashburnham ; rappoi-t au 
Ministre de l'Instruction publique et des Beaux-Arts, suivi d*ob- 
seiTaüoDS sur les plus anciens manuscrits du fonds Libri et 
8ur plusieurs mauuscrits du fonds Barrois; par Leopold Delisle, 
administrateur g^n^ral direct^ur de la Biblioth^que nationale. 
Paris, impr. nationale. 1883. 4^ Vm, 127 S. 

[100.] ^ Les Mannscrit« du Comte d'Ashburnham ; rapport 
adressd ä M. le Ministre de Tlnstruction publique et des Beaux- 
Arts, par Leopold Delisle, administrateur g^n^ral de la Biblio- 
iheque nationale. [Extrait de la Biblioth^que de TEcole des 
Chartes, 1883.] Paris, Champion. 1883. 8^. 23 S. 

[101.] Librairie ancienne de Hermann Loescher k Turin. 
Catalogue N. 47. — Homoeopathie contenant la Biblioth^ue de 
feu Bern. Dadöa ä Turin. D^cerabre 1883. 8®. 1 Tit.- u. 
19 S. 478 Nrr. 

Hauptsächlich Deutsche, nächstdem Engl., Ital. u. Franz. 
Litieratur. 

[102.] * Catalogue de la Biblioth^quo Despeyrous p^re et fils 
ä Beaumont (Tarn et Garonne). Toulouse, imp. Passeman et 
Alquier. 8*». 164 S. 

[103.] 75. Bücher-Verzeichniss von Mayer & Müller^s Anti- 
quariat in Berlin. — Theologie. Enthaltend die Bibliothek des 
Prof. Dr. Dietrich in Marburg. (1883.) 8«. 1 Tit.- u. 35 S. 
Ueber 1200 Nrr. 

Hauptsächlich Biblische Litteratur, Kirchen- u. Dogmengeschichte, 
Dogmatik u. Ethik. 

[104.] Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler und 
Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. 134. — 
Geschichte Italiens. U. Abtheilung der Bibliothek des Bologneser 
Geschichtschreibers und Kunsthistorikers Cav. Michelangelo Gua- 
landi. 8«. 1 Bl. 49 8. 1017 Nrr. (S. Anz. J. 1883. Nr. 229.) 

Ital. Geschichte im allgem. sowohl als hauptsächlich Provincial- 
n. Stddtegeschichte. 

[105.] Verzeichniss des Antiquarischen Bücherlagers von Ch. 
Graeger in Halle a. S. Nr. 227. — Schöne Literatur und Kunst. 
Meist a. d. Bibliothek v. Rector W. Herbst, gr. 8«. 1 Bl. 80 S. 
1289 Nrr. (8. oben Nr. 52.) 

Nur Deutsche Litteratur. 

[106.] 105. Verzeichniss des antiquarischen Bucher-Lagers von 
Karl Theodor Völcker's Verlag und Antiquariat in Frankfurt a. M. 
— Classische Philologie. Abth. II. Zum grossen Theile aus 
to Bibliothek des verstorbenen Professor Lutterbeck iu Gie&^eii« 
»•. 8. 44-7Ä 815 Nrr (8. oben Nr. 64.) 



44 Litterator und Miscellen. 

[107.] 106. Veraeichniss des antiquarischen Bücher-Lagers voi 
Karl Theodor Völcker's Verlag und Antiquariat in Frankfur 
a. M. — Philosophie. Zumeist aus der Bibliothek des f Professoi 
Dr. Ant. Lutterbeck in Giessen. 8«. 1 Bl. 34 S. 873 Nrr. 

Neuere, auch ältere Deutsche Litteratur. 

[108.] '*' Catalogue de la Biblioth^ue du G^n^ral-Lieutenanl 
Comte D. Mavros. Milan, imp. Boniardi-Pogliani. 1882. 8^ 90 S 

[109.] Catalogue de livres anciens et modernes sur las Sciencet 
M^dicales composant la Bibliothftque de feu Dr. Parrot, professeui 
ä la Facult^ de Medecine, etc. Paris, Labitte. 1883. 8«. (Auct 
20. Decbr. 1883.) 

[110.] * Catalogue des estampes anciennes de toutes les ^coles 
portraits, gravures au burin et eaux-fortes modernes presqui 
toutes avant la lettre, livres sur les beaux-arts et catalogues 
composant la Collection de feu Charles Teisseire, de Marseille 
Paris, Dupont alnö. 1883. 8^ 76 S. 778 Nrr. (Auct. 4 Decbr. 1883.; 

[111.] * Catalogue d'un jolie collection de Livres anciens e* 
modernes, principalement sur Tamour, les femmes, le mariage, li- 
vres fac^tieuz, scatalogiques, etc., provenant de la Collection d« 
M. X***. Paris, Durel. 1883. 8». 199 Nrr. (Auct. 7 
Decbr. 1883.) 

Ist X'^** ein Bibliophile oder ein anderer Liebhaber? 

Abdrtteke aus BIbl. Handschrlflen. 

[112.] * Das Anglonormannische Lied vom wackern Bitter 
Hom. Genauer Abdruck der Cambridger, Oxforder und Londoner 
Handschrift, besorgt von B. Brede u. E. Stengel. [Ausgaben u. 
Abhandlungen aus dem Gebiete der Bomanischen Philologie verOS 
V. E. Stengel. Hft. 8.] Marburg, Elwert. 1883. gr. 8^ VIT, 
288 S. m. 1 photozinkogr. Facsim. Pr. n. 6 Mk. 

[113.] * Papyrum Berolinensem No. 163 Musei Aegyptiaci 
commentario critico adiocto edidit Hugo Landwehr. Adiectae sunt 
tabulaeduae. Gothae, Perthes. 1883. gr.80. 36 S. Pr. n. l,20Mk. 

[114.] * L'Istoire de la destruction de Troyo la grant trans« 
latee de latin en francoys mise par parsonnages et composee 
par Maistre Jacques Milet estudiant es loix en la ville d'Orleans 
Tan mille quatre cens cinquante le deuxiesme iour du moys de 
Septembre et imprimee a Paris par Jehan Bonhomme libraire de 
Tuniversito de Paris le XII de May mil quatre cens quf.cre 
vingts et quatre Autographische Vervielfältigung des der krnigl. 
Bibliothek zu Dresden gehörigen Exemplars veranstaltet *.on K 
Stengel. Marburg u. Leipzig, Elwert. (Paris, Le Soudier.) 1883. 
ST. 4^. VIII, 484 8. 8ubflcr.-Pr. n. 12, Laden-Pr. n 15 Mk. 



Litteratar and Miscellen. 



45 



[115.] * Fragments d'une traduction de la Bible en langue 

Bomane (manuscrlts de la Biblioth^ue de Carpentras), publica 

par- Henry de La G>mbe, membre de la Societe pour Tetude des 

lan^esBomanes. MontpeUier, imp. Hamelin fr^res. 1883. 8^ 16 S. 

^aintenance de Languedoc du Felibrige. 

[116.] * Les Aventures Bomanesqoes d'un Comte d'Artois, 
d'c^prte nn ancien manascrit orn^ de deBsin^, de la Bibliothöque 
DSk^ionale; par Mme Alice Hortrel. [Avec 43 sujets en chromo 
pc^i: M. Nordmann et 100 dessins d*Adrien Marie.] Paris, HurtreL 
1883. gr. 32^. VIII, 238 S. (1193 numer. Exempl., wovon 
LOOO auf Yel. Pap. Marais ä 30 Fr., 100 auf Holland. Pap. k 
5 Fr., 50 auf Chin. Pap. ä 80 Fr., 40 auf Japan. Pap. k 
1.O0 Fr., 3 auf Perg. ä 500 Fr. 

[117.] * Le Premier Begistre de Philippe-Auguste, reproduction 
V^^otypique du Manuscrit du Yatican execut^ par A. Martelli, 
pabli^ par Leopold Delisle. (Texte.) Paris, Champion. 1883. 
gr. 4». 20 S. 

[118.] * Correspondance in^dite de Louis- Auguste de Bourbon, 
I>QC da Maine, avec Lamoignon de Basville (1709 — 1716), tir^e 
d^on manuscrit de la Biblioth^que Mäjanes et public^e par Charles 
«loret, professeur ä la Facult^ des Lettres d*Aix. Paris, Cham- 
pion. 1883. 8^ 27 S. 

[119.] Aus Budapest gedenkt Moriz Jokai bei Gelegeu- 
^t der für 1885 geplanten Ungarischen Landesausstellung seine 
^^tüchen Werke sowohl im Original als auch in den fremd- 
^nchigen Ueberaetzungen — mehre 100 Bde — in einem 
^'^■oiideren Schranke mit auszustellen. (Oesterreich. Buchhändl. 
O^rregpond. 1888. Nr. 48. S. 508.) 

[120.1 Aus Dessau hat der Archidiacouus Hesse die 
*^ Obhut unterstellte c. 10,000 Bde starke Pastoralbibliothek, 
^^ seine eigene Büchersammlung zum Gebrauche des Publikums 
'iltfBglich gemacht. Er bittet um Zusendung von buchhändl., 
^^VDOBtlich antiquarischen Katalogen. Dr. Gr. 

[121.] Ans GOttingen ist der Universitätsbibliothekar Dr. 
^^ T. Gebhardt aus Anlass der Lutherfeier von der Leipziger 
^kgischen Facnlt&t zum Licontiaten der Theologie ernannt worden. 

[122.] Aus Karlsruhe ist die Verwaltung der Grossherzogi. 
^1- 0. Landesbibliothek u. des Münzkabinets damit beschäftigt, 
^ ia ihren Sammlungen befindlichen Bildnisse von Angehörigen 
<te Badiachen Fürstenhauses zu katalogisiren. Sie schreibt: „Es 
^ dabei der Versuch gemacht, Reproductionen auf die Original- 
**hahmen inrflckznführen, und, um dies zu ermöglichen, i&t b«d.\:y- 
ükligiy ehi yoUatändigeB Verzeichniss der Poilrav\.k^ ^'d.^\%OcL^x 



46 Litterator und Miscellen. 

Fürsilicbkeiten aufzustellen. In der hiermit ausgesprochenen Bi 
es möchte über die in Museen, Bibliotheken, in üemoiude-, C 
porations- oder Privat -Besitz befindlichen Bildnisse, welche e 
zur Aufnahme in ein solches Vei-zeichniss eignen, eine Mittheih 
an die Bibliothek gemacht werden, soll keineswegs ein die V 
waltungen oder Besitzer belastendes Gesuch gestellt sein. Vielm 
wird nur eine kurze Angabe über das etwaige Vorhandensein d 
artiger Bildnisse, bei grösseren Sammlungen aber ein Auszug 
den betreifenden Inventarien, Porträt- oder Beal - Katalogen 
Kosten der Bibliothek gewünscht. In dem anzufertigenden V 
zeichnisse werden alle Darstellungsmittel berücksichtigt. Bezügl 
der Medaillen und Münzen wird nur um Angabe von Ined 
gebeten.'' 

[123.] Aus London ist vom Britischen Museum, auf An! 
der zur Lutherfeier veranstalteten Ausstellung (s. Anz. J. U 
Nr. 1201), ein Verzeichniss veröffentlicht worden, dem sich 
kurzer Lebensabriss vorangestellt findet. Wegen dieses Verzeichnit 
hat man den Museumsbehörden „eine für die Englische Gelehrsami 
wenig rühmliche Leichtfertigkeit** vorgeworfen. S. [Münchi 
Allgemeine Zeitung 1883. Nr. 308. S. 4630—31. 

[124.] Aus Marburg ist Dr. G. Wcnker zum 2. Gustos 
Universitätsbibliothek ernannt worden. 

[125.] Aus St. Petersburg ist der wirkl. Staatsrath £ 
Rudolf Minzloff, Bibliothekar an der Kaiserl. ulfentl. Bibliothek, 
nahezu vollendeten 72. Lebensjahre am 11. Novbr. 1883 gestorl 
(Geb. 29. Novbr. 1811 in Königsberg i. Pr.) 

[126.] Aus Philadelphia erscheint bei Pickwick & 
in nächster Zeit „Oritical Bibliography of the Greek New Testam 
as published in America, by Prof. Isaac H. Hall/^ zum Preise \ 
$ 1,50. — This work the publishers believe to be the only co 
plete troatise on the subject in existence. It includes more tl 
250 oditions of the Greek New Testament and parts there 
published in America. The subject is treated according to the t 
exhibited in the various American editions of the Greek K 
Testament, critically as well as bibliographically, and with < 
regard to chronological arrangement. (Publish. Weekly 1883. \ 
XXIV. No. 17. S. 581.) 

[127.] Aus Bom ist Dr. Boysen zum Gustos der Bibliotl 
dos Deutschen Archäologischen Instituts ernannt worden. 

[128.] Aus Wien ist Dr. Franz Steffan zum Amanuensis 
der K. Universitätsbibliothek ernannt worden. (Verordnungsbl. 
Minist f. Cult. u. ünterr. 1883. St. XXn.) Dr. K. H. 



Druck von Job, Pü^iilex \u I>xtiiAt\x. 



/ 






NEUER ANZEIGER 

fOr 

Bibliographie ond Bibliothekwissenschaft 

Herausgegeben Ton Dr. J. Petzlioldt. 



Febmar. 



1881. 



Inhalt: 

A.118 dem CorrespondenzkreiBe von Theologen mit dem König Johann von 
Sachsen: Dr. B. Br. Brückner. P. Joseph Dittrich f. Dr. Christ. Gottl. 
Liel)eTecht Groasmann f- I^r. Gottl. Chr. Ad. Harlcls f. Joliann f. 
(Fcwtsetzaog folgt.) — Die akademische Bibliothek zu Herborn. Von v. d. 
Linde. (Sshlnss.) — Die Spanischen Bibliotheken. — Zar Goethe-, Les- 
Biiig- und Schiller- Litteratnr. (Schloss folgt.) — Litteratur und Miscellcn. 

— Allgemeine Bibliographie. 

[129.] Aus dem Correspondenzkreise TOn Theologeu mit 

dem König Johann yon Sachsen. 

Dr. B. Br. Brückner, 

▼onsals Consistorialrath n. Professor der Universität Leipzig, jetzt General- 
SQpenntendent n. Yicepräsident des Evangelischen Oberkirchenrathes zu 

Berlin. 

1* Schreiben. Bei Gelegenheit des üebertrittes aus 
^Qm Sächsischen in den Prenssischen Staatsdienst. 

Ew. Majestät haben in Gnaden geruht, meiner bevorstehenden 
^benswendung Ihre huldreiche Theilnahme nicht zu versagen. Dies 
^^ mich es wagen, jetzt, wo alle Bedingungen, die ich gestellt 
'^^, erfüllt sind, und dadurch mein Weggang von Leipzig, mein 
^beiden aus meiner bisherigen Wirksamkeit, definitiv geworden ist, 
^^ ehrfurchtsvoU zu nahen und Ew. Majestät wenigstens in 
Kllne die Beweggründe zu unterbreiten, welche mich bestimmt 
^^9 dem an mich ergangenen Bufe nach Berlin Folge zu leisten. 
b sind — das darf ich getrost auch vor Ew. Majestät bezeugen 
— nichts weniger als äussere Bücksichten für mich massgebend 
^wesen. Die allerdings sehr günstige äussere Lage, in die ich 
rersetzt werden soll; selbst die sehr reichliche Fürsorge, welche 
die Meinigen nach meinem Tode zu erwarten haben — dies und 
ihnliches der Art würden mich nimmermehr veranlasst haben, einen 
anderen Wirkungskreis zu übernehmen. Aber ich habe nach reif- 
licher vor Gott vollzogener Erwägung geglaubt, Gottes Willen in 
dem an mich ergangenen Rufe erkennen zu müssen, bin auch am 
Altare des Herrn darin nur bestätigt worden, und darum meine ich 
nicht answeichen zu dürfen. Was ist es, das mich Gottes Willen 
erkennen Ifisst? — Vieles trifit dafür zusammen. Wie im öffent- 
lichen, 80 iQch im privaten Leben giebt es gewisse l&Te\^ikv%%^) ^\^ 



48 Aus d. Oorrespondenzkreise v. Theologen mit König Johann v 

vor ihrem Eintreten oft lange zuvor gleichsam instinktartjg 
fühlt werden ; sie werfen, so sagt man, ihre Schatten voraus. Ae 
lieh ist es mir in diesem Falle gegangen. Seit Jahren schon 
ich in den betreffenden Kreisen als der dereinstige Nachfolger 
seligen Nitzsch, übrigens auch eines geborenen Sachsen, bezeich 
worden. Dieser selbst hat mich vor seinem Tode zum Nachfol, 
gewünscht. Der Evangelische Oberkirchcnrath hat denn auch ^ 
Anfang an einstimmig blos mich in Vorschlag gebracht. Von i 
deren Seiten, die anfangs andere Gedanken verfolgten, hat man s 
bald diesem Vorschlage angeschlossen. Schon diese ücbereinsti 
mung in der Ueberzeugung, dass gerade ich der geeignete Mi 
für die in Rede stehenden Aemter sei, konnte nicht verfehlen, eii 
tiefen Eindruck auf mich zu machen. Dazu tritt, da^s der ] 
meinem persönlichen Bedürfnisse in hohem Masse entgegenkom 
Er raubt mir die Universitäts-Thätigkeit, wie ich sie jetzt ha 
nicht; er gewährt mir aber überdies ein wirkliches geistliches i 
kirchenregimentliches Amt. Seit vielen Jahren sehne ich m 
nach einem (Gemeinde-Amt, und empfinde es schmerzlich, blos F 
diger zu sein, ohne nähere Kenntniss meiner Gemeinde, ohne s( 
sorgerischen Verkehr mit ihr. Von nun an soll diesem Bedürft 
reichlich Genüge gethan werden, ohne mich doch zu belasten, 
bekomme alle pfarramtlichen Rechte ohne die Nöthigung, mich 
überhäufen. Zugleich aber soll ich in das oberste Regiment 
grössten Evangelischen Landeskirche eintreten. Und das geschi 
zu einer Zeit, wo es von der grössten Wichtigkeit ist, dass 
Mann, der in der Lutherischen Kirche geboren und bis dahin 
gestellt gewesen ist, diese Stellung einnimmt; zu einer Zeit, 
die Wirren, welche die Preussische Landeskirche bedrohen, ih 
Höhepunkt erreicht haben, und es von ernstester Bedeutung 
dass ein Mann, der in die bisherigen Kämpfe nicht verfiochten \f 
unvoreingenommen und versöhnend in die Lösung derselben ; 
eingreift; zu einer Zeit, wo die ganze Evangelische Kirche 
einer grossen Krisis steht und es sich zeigen wird, ob das Prin 
des Freikirchenthums treten soll an die Stelle des geschichtl 
überlieferten Landeskirchenthums oder nicht, ob das, was die Evi 
gelischen trennt, siegen soll über das, was sie eint, oder umgekel 
Meine Stellung zu allen diesen Fragen ist längst genommen. W< 
nun aber in einer solchen Zeit, und ohne dass mir das gering 
Opfer in meiner Ueberzeugung auferlegt ist, mir eine Stellung \ 
boten wird, wo ich von Berufs wegen mit in die Lösung der 
schwebenden Fragen eingreifen, wo ich, so zu sagen, darin das Sä 
sische Element vertreten soll — darf ich mich dem entziehen ? 
glaube nicht. Wohl möglich, dass ich midi über die Aufgat 
die meiner warten, verzehre, ohne etwas Durchgreifendes schal 
sa könaen; dies um so mehr, als der heftige Gegensatz zwisc! 



u d. Correspondenzkreise v. Theolo^n mit König Johann v. S. 49 

OmsteDthnni und Widerchristentbuni noch sich bineinschlingi 
Jedenfalls mache ich mir keine Illusion; ich weiss, welche Schwie- 
rigkeiten, welche Kämpfe mir bevorstehen. Aber eben desshalb, 
weil ich dort einen rauhen Pfad wandeln muss, während ich hier 
ein geruhiges und stilles Leben in allgemeinem Ansehen führen 
könnte — eben desshalb glaube ich, im Dienste des Beiches Gottes 
nicht ausweichen zu dürfen. Es würde Kreuzesflucht sein! Und 
man soll das Kreuz nicht suchen, es aber auch nicht fliehen! — 
Die Entwickelung meiner vaterländischen Kirche wird, wenn nur 
die Bildung der jungen Theologen nicht ausschliesslich in die Hände 
Einer, und zwar einer extremen, Richtung gelegt wird, sicher ruhig 
verlaufen. Die Krisis haben wir mit der Wahl der Kirchen- 
vorstände bereits hinter uns. Folglich kann ich hier, vom Ge- 
^chtspunkte des Beiches Gottes angesehen, nunmehr leichter ent- 
behrt werden. Dies alles steht mir vor der Seele, klarer als ich 
es hier Ew. Majestät vorlegen kann. Aber vielleicht genügen 
schon diese Andeutungen für den weitschauenden Blick Ew. Maje- 
stät. Vielleicht, dass ich wenigstens von meinem Könige gewürdigt 
werde, wenn ich mich mit einer Art innerer Noth wendigkeit ge- 
di-ängt ffthle, Gottes Willen in dem an mich ergangenen Bufe zu 
erkennen und ihm zu folgen, so schwer mir auch das Scheiden aus 
nckeiner liebgewordenen und gesegneten Wirksamkeit werden mag, 
und so wenig ich auch bis jetzt zu voller Freudigkeit mich erheben 
Ich bezwecke nichts, als nach bestem Wissen und Gewissen 
iit meiner, allerdings geringen, Kraft dem Beich Gottes zu dienen. 
Sben desshalb wage ich es, die dem tiefsten Herzen entquellende 
SHte zu den Füssen Ew. Majestät niederzulegen, dass Höchst- 
dieaelben mir dieses gottgewiesenen Schrittes wegen Ihre Huld 
und Gnade nicht entziehen wollen l Ich werde nicht aufhören, Gottes 
i^ichsten Segen auf Sie und Ihr gesammtes Königliches Haus herab- 
ziehen etc. Leipzig, 5. März 1869. 

Antwort des Königs. 

Yerehrtester Herr Consistorialrath. Ich habe gestern Ihren 
^i6f mit der längst angekündigten Auslassung über die Motive 
^^ Schrittes erhalten. Eigentlich hätte es dessen bei mir nicht 
^nrft, da ich im voraus überzeugt war, dass ein Mann von Ihrem 
^^l^^ter und religiösen Grundsätzen einen solchen Entschluss nur 
^ bestem Wissen und Gewissen und vor Gott habe fassen kön- 
^' Aber auch an sich weiss ich Ihren Gründen nichts Wesent- 
lickes entgegen zu setzen. Das mindert indess in keiner Weise 
tteia Bedauern, Sie aus Sachsen scheiden zu sehen. Dieses Be- 
^^^^^ ist überhaupt um so lebhafter, als ich gerade in den letzten 
^tgen Gelegenheit gehabt habe, Sie näher kennen zu lernen, wobei 
W» mich — ich kann es offen sagen — von Ibrer Pei8>^iv\vc\xY^\\. 

1^ 



50 Ans d. Oorrespondenzkreise v. Theologen mit König Johann y. 

sehr angezogen gef&hlt habe. Gott sei mit Ihnen auf Ihrer neu 

Laufbahn in Ihrer neuen Heimath und lasse Sie alles das Gi 

erreichen, wonach Ihr Streben geht etc. Dresden, 8. März 186 

Ich hoffe, Sie besorgen das Album noch vor Ihrer Abrei 

2. Schreiben. Bei der nämlichen Gelegenheit. 

Ew. Majestät haben in Gnaden geruht, mir das Comthurkre 
zweiter Classe Allerhöchstihres Verdienstordens zu verleihen, i 
haben mich mit diesem erneuten Zeichen Königlicher Huld u 
Gnade überaus glücklich gemacht. Unter Allem, was die Erde 
bieten hat, kann es kaum etwas Köstlicheres für mich geben, ] 
dass mein König und Herr , den ich in tiefster Ehrfurcht verel 
und dessen ürtheil mir überaus werthvoll ist, in Gnaden auf mei 
Wirksamkeit herabsieht. Ew. Königliche Majestät wissen, welc 
grosse Beruhigung und Stärkung bei dem schweren Gange, den i 
anzutreten im Begriff stehe, es fQr mich gewesen ist, dass weni 
stens Ew. Majestät an mir nicht gezweifelt und meine Beweggrüi 
gewürdigt haben. Aber wie beschämt und gedemüthigt und de 
auch wieder gehoben stehe ich vor diesem neuen Erweis Kön: 
lieber Gnade. Es ist mir ein heller Lichtstrahl in das Dunkel ( 
Abschieds. Und ich werde das Kreuz tragen als ein übers 
theures Erinnerungszeichen an die Huld meines Königlichen He: 
und air den reichen Segen, den mir Gott in der Heimath besehe 
hat. Geruhen Ew. Majestät meinen ehrfurchtsvollsten und innigsl 
Dank, den ich hier niederzulegen mir erlaube, entgegen zu nehm 
Worte können es nicht aussprechen, was mein vom Scheiden beweg 
Herz empfindet. Aber gestatten Sie mir wenigstens die Yersicl 
mng beizufügen, dass ich auch in Berlin nicht aufhören wer 
für Sie und Ihr gesammtes Königliches Haus zu beten. Das Ge 
ist doch der beste Dank! etc. Leipzig, 20. September 1869. 

3. Schreiben. Bei Gelegenheit des goldenen Ehejul 

läums des Königs. 

Ew. Majestät mögen es einem geborenen Sachsen, welch 
obwohl er nicht mehr in der Heimath lebt und wirkt, doch we< 
die Liebe zu derselben, noch die Ehrfurcht vor seinem angestam 
ten Königshaus verloren hat, in Gnaden verzeihen, wenn auch 
sich in den grossen Beigen Derer zu mischen wagt, welche in dies 
festlichen Tagen Ew. Königlichen Majestät ihre Segenswünsche di 
zubringen eilen. Ew. Majestät werden es nicht ungnädig a 
nehmen, dass es auch ausserhalb der Heimath noch Herzen gie 
welche für Allerhöchstdieselben beten. Der ehrfurchtsvollst Uni 
zeichnete rechnet sich auch dazu. Ew. Majestät haben, wie in 
Fielen anderen, auch in der Familientreue dem Sächsischen V 
and Land ffinfzig Jahre lang ein leucUendes Vorbild gegeb 



Au d. Correspondenzkreifle y. Theologen mit König Johann v. S. 51 

Sot geraumer Zeit habe aach ich dies Vorbild vor Angen und im 
fienen gehabt. Um so grösser war und ist meine Freude, dass 
Gott der Herr Ew. Majestät das reine Glück häuslicher Liebe un- 
getrfibt erhalten hat bis auf diesen Tag. Möge auch von den 
bäoslichen Tugenden, die auf Sachsens Thron geübt werden, diesem 
geliebten Land eine Frucht erwachsen, welche bleibet! Ew. Majestät 
btben aber noch mehr gethan. Durch ein reiches Leben, dessen 
Weg nicht immer mit Bösen bestreut gewesen ist, haben Aller- 
höchstdieselben dem gesammten Deutschen Volk gezeigt, wo die 
Wonehi seiner Kraft liegen, nämlich in christlicher Gottesfurcht, 
liebreiehem Familiensinn und unverbrüchlicher Berufstreue. Möge 
^M gesammte Deutsche Volk dieses lebendige Zeugniss vom Throne 
her vernehmen und würdigen! Es ist mein innigstes Gebet, dass 
^ der Herr Ew. Majestät und Allerhöchstihre Frau Gemahlin, 
^Königin, noch lange Jahre zum Segen für Viele erhalte, und 
. dtts Er Ew. Majestät nach manchem trüben Tag einen Lebensabend 
io Licht beschere! In diesem Sinne wage auch ich es, meine 
Segenswünsche zu den Füssen Ew. Majestät niederzulegen etc. 
Böriin, 9. November 1872. 

P. Joseph Dlttrioh 4* 

Tonnals Hofprediger in Dresden, später Dechant des Domstifts St. Petri 
in Bautzen und zuletzt zugleich Bischof in Dresden. 

Bei Gelegenheit seiner Wahl zum Dechanten. 

Nor mit der grössten Besorgniss kann ich künftige Mittwoch 

^'^f vor £w. Königl. Hoheit zu erscheinen, da die Wahl des 

^hans ganz anders ausgefallen ist, als ich erwartet hatte. Ob- 

'fhon ich gleich in der ersten berathenden Versammlung, in welcher 

^ anwesenden Canonici sich insgesammt für mich aussprachen, 

^6 bestimmte Erklärung abgab, dass ich diesem Vertrauen zu ent- 

'Pi'echen ausser Stande sei, in einer zweiten Versammlung die 

^|tnde ausführlicher entwickelte, die mich zu dieser Erklärung be- 

j^iDmten, endlich noch einmal vor dem Wahlakte selbst die Herren 

^gend bat, meine Gründe zu würdigen und mir keinen Zwang 

^^thnn; konnte ich doch nicht mehr als Drei gewinnen, die sich 

'feiner erbarmten und für einen Anderen stimmten, in Folge dessen 

^1^ Majorität der Stimmen immer noch auf meiner Seite blieb. 

^^^ wirklich vollzogene Wahl konnte ich aber nicht ablehnen, weil 

^hon in der ersten Berathung der Grundsatz aufgestellt und von 

*^Uen unterzeichnet worden war, dass Keiner, den die Wahl trifft, 

^^ zorfickweisen dürfe. Ich hatte dem GoUegio unter vielen an- 

^^ Gründen nicht blos den Wunsch Sr. Majestät, einen Mann zu 

^^len^ der mit den Oberlausitzem und Domstiftlichen Verhältnissen 

^aner vertraut ist, sondern auch die eigenthümlichen Bezielmiig^W) 

^ welchen ich xu Fw. KönigL Hoheit und zu H^ch^ViÖLeTO I)^0^- 



52 Ans d, Cotrespondenzkreise v. Theologen mit König Johann y. 8. 

lauchtigstem Hanse zn stehen die Ehre habe, zur Erwägung anheim 
gegeben : gleichwohl war mein Bitten nnd Flehen vergeblich. Als das 
verhängnissvoUe Wort aasgesprochen wurde, war ich wie betäubt, und 
konnte den Wählern nur mit einem Strome von Thränen antworten. 
Je mehr ich nun nach den vielen Ceremonien zum Bewusstsein meiner 
selbst kam, desto klarer erkenne ich es, wie überaus beklagens- 
werth meine Lage ist. Losgerissen von den Verbindungen und 
Pflichten, die mir die theuersten waren, von allen Forschungen und 
Bestrebungen, die mir lieb geworden sind: sehe ich mich auf ein- 
mal in eine Stadt versetzt, deren Bewohner mich zum grossen 
Theile nur mit Misstrauen aufnehmen, und auf Beschäftigungen 
hingewiesen, zu denen ich nicht die mindeste Neigung habe. Mein 
GkmOth ist in einer seltenen Bewegung und ich finde nur einige 
Beruhigung in dem Gedanken, dass es Gott so gefQgt und mir die 
schwere Last aufgelegt hat. Dieser Gedanke führt mich auf die 
Hoffnung, dass der Allgütige mir diese Last auch werde tragen 
helfen. Sollte ich auch unter den höchst ungünstigen Zeitverh&lt- 
nissen nicht viel Gemeinnütziges bewirken können, so wird es doch 
meinem Seelenheile förderlich sein, wenn ich mich unbedingt dem 
Willen Gottes unterwerfe. Im voraus schon will ich mich auf alle 
Kränkungen gefasst machen und sie tragen um Gottes willen. Je 
bedrängter aber die Lage ist, in die ich mich wider meinem Willen 
versetzt fühle, desto dringender bitte ich Ew. Königl. Hoheit, mir 
Höchstdero gnädiges Wohlwollen nicht zu entziehen und die Ver- 
sicherung zu genehmigen, dass meinem Herzen nichts so schmers- 
lich ist, als die Nothwendigkeit, aus Höchstdero Nähe und von 
meinen vielgeliebten Zöglingen scheiden zu müssen. Ew. Königl. 
Hoheit dies anzukündigen, hätte ich kaum gewagt, wären die Herren 
Kapitularen nicht so gütig gewesen, mein unterthänigstes Schreiben 
zu bevorworten*) etc. Budissin, 21. Februar 1845. 

*) Schreiben der Domkapitulare. 

So sehr sich die ehrfurchtsvoll Unterzeichneten Glück wün- 
schen, in Folge der ihnen von Sr. Majestät dem Könige gestatteten 
freien Canonischen Wahl am 20. d. in der Person des bisherigen 
Hm. Hofpredigers einen Dekan erhalten zu haben, wie sie ihn nur 
verlangen können: so sehr müssen sie bedauern, dass durch dieses 
Ereigniss Ihren Hoheiten, den Königlichen Prinzen und Prinzessinnen» 
ein ebenso geschickter als geliebter Beligionslehrer entzogen wird. 
Es berührt dies letztere die Unterzeichneten um so unangenehmer, 
als es leicht den Anschein gewinnen kann, die Wähler sowohl ala 
der Gewählte seien hier der schuldigen Loyalität und treuen Er- 
gebenheit gegen das Fürstliche Haus nicht genugsam eingedenk 
gewesen. Diesen Anschein möglichst von sich und ihrem verehrtem 
Dekim za weisen, ist der ehrfurchtsvoll Unterzeichneten einziges 



Aus d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König* Johann v. S. 53 

Verlangen, und sie stellen desshalb die unterthänigste Bitte, Ew. 
K6nigl. Holieit wollen geruhen, nachstehendem gehorsamstem Vor- 
trage znr beiderseitigen Bechtfeiligung gnädigst Ihr Ohr zu leihen. 
Die ausgezeichneten Verdienste, die sich unser gegenwärtiger Hr. 
Domdechant in seiner früheren Stellung erwaib, sind so allgemein 
bekannt und anerkannt, dass sie auch den gehorsamst Unterzeich- 
neten sieb nicht haben entziehen können, wesshalb sich diese gleich 
nach dem Ableben des seligen Dekans Kutschank in dem Wunsche 
einigten, jenen wackeren Mann an der Spitze ihres Kollegiums zu 
sehen. Wir wendeten uns darum zuvörderst schriftlich an ihn, 
um ihm unsere Gesinnungen zu eröffnen und die seinigen zu 
erforschen, und ob wir gleich gestehen müssen, von ihm nur ab- 
lehnende Antwort erhalten zu haben: so glaubten wir dennoch die 
Hoffnung, ihn zu besitzen, nicht gleich aufzugeben, weil die Gründe, 
die er vorbrachte, uns nicht vollkommen befriedigten. Als indess 
die Zeit der Wahl herangerückt war, und wir uns am 18. d. zu 
einer Vorberathung versammelt hatten: haben wir der besseren 
Ordnung wegen einige Regeln festgesetzt, nach denen wir uns bei 
dem bevorstehenden feierlichen Akte zu richten hätten, unter an- 
derem auch das Statut, dass ein Jeder, der die Stimmenmehrheit 
erhält, verpflichtet sein solle, dem Ausspruche des gemeinsamen 
Willens sich zu fügen und die Dekanatswürde anzunehmen. Zwar 
sträubte sich der Hr. Hofprediger, uns die Rechtmässigkeit dieses 
Statuts rücksichtlich seiner Person zuzugestehen; unterschrieb jedoch 
&m Ende der Konferenz das darüber abgefasste Protokoll, wohl nur 
in der Meinung, er werde durch seine Gegenvorstellungen uns 
beugen und anderen üeberzeugungen zuführen. Allein es gelang 
^ solches weder an diesem, noch an dem nächstfolgenden Tage, 
Bocli auch kurz vor der Wahl, wo er, ehe wir uns zur Kirche he' 
^ben, in einer wahrhaft rührenden Rede uns ermahnte, von ihm 
abzusehen und unsere Augen auf ein anderes Glied unseres Dom- 
^^^ hinzurichten. Wir dagegen gingen von der Ansicht aus, 
^ wir die Obliegenheit hätten, das Beste des Domstifbes und der 
KOoese zu wahren, und im Gewissen verpflichtet wären, unsere 
^nimen nur dem Würdigsten zu geben. In dieser festen Ueber- 
'^^^g schritten wird endlich zum Gotteshause, wo wir nach An- 
'^g des heil Geistes und nach abgehaltenem heil. Messopfer 
^ Vi den Ort der Wahl, die Sakristei der Domkirche, begaben. 
^ nun begannen wir das hochwichtige Geschäft feierlichst und 
^^ Aussetzung des Allerheil igsten, damit ein Jeder von uns 
'^ von leidenschaftlicher Regung um so sicherer seiner Verbind- 
"^eit nachkommen möge. So geschah es denn, dass der Hr. 
^^^iger wirklich erwählt und zur Annahme der Dekanatswürde 
^ so sehr bewogen als wider Willen gezogen wurde. Man 
^^Bnte ee ihm ansehen, dass er sich nur fügte, weil et e^ Ti\OEi\» 



54 Aus d. CorrespondoDzkreise v. Theologen mit König Johann v. { 

wagte, sich in diesen geheiligten Bäumen entgegenzusetzen. Durc 
diese einfache Darstellung des Ereignisses glauben wir die Hof 
nung hegen zu können, Ew. EönigL Hoheit werden den Gewählte 
sowohl als die Wähler des gethanen Schrittes wegen entschuldige] 
und in Ihrer Weisheit und wahrhaft fürstlichem Sinne anerkenne; 
dass beide Theile in solcher Lage so gehandelt haben, wie es ihnc 
nur möglich war, ohne Gewissen und Pflicht zu verletzen. D 
gehorsamst Unterzeichneten dürfen daher wohl die Bitte wagen, £i 
Eönigl. Hoheit werden die Gnade, mit welcher Höchstsie dem Don 
stifte stets gewogen waren, demselben auch in Zukunft nicht en 
ziehen. Wir aber versichern auf das feierlichste, im Gebete fi 
das Wohl Ew. Königl. Hoheit und des ganzen Königlichen Hau8( 
und in den Gefühlen der tiefsten Ehrfurcht bis zum Ersterben a 
beharren etc. Budissin, 21, Februar 1845. 

Dr. Ohrist. Gottl. Lebereoht Grossinann 4* 
Consistorialrath u. Superintendent in Leipzig. 

Fürbitte zur Unterstützung von Tischendorf's 

Bibelforschung. 

Ew. Königl. Hoheit wollen es in Gnaden aufnehmen, wenn i( 
es wage, Höchstdenselben vertrauensvoll eine unterthänige Fürbit 
vorzutragen. Der Gegenstand derselben ist ein gelehrtes Unte: 
nehmen, des M. Tischendorf, Licentiat. Theol., auf der hiesig« 
Universität. Dieser talent- und hoffnungsvolle junge Mann hat sie 
nachdem er im vorigen Jahre den Preis bei der v. Ammon'schi 
Stiftung davon getragen und andere gelungene Schriftsteller iscl 
Versuche gemacht, mit der nötbigen Vorbildung ausgerüstet d 
Kritik des Neuen Testamentes zur Aufgabe gewählt, und sich b 
der Bearbeitung einer kritischen Ausgabe des Neuen Testament 
immer mehr überzeugt, dass eine neue vollständige Vergleichur 
und womöglich Kopie des berühmten Codex Veticanus B. und einig 
anderer zu verbleichen beginnender Handschriften in Paris um ; 
mehr Wünschenswerther scheint, als die meisten bisherigen Kritik 
nur fremde Kollationen benutzen, ohne an Ort und Stelle gewes( 
zu sein. Bei den wiederholten Angriffen auf die historische Wah 
heit des Ghristenthums, die nicht blos von D. Strauss in Deutsc! 
land , sondern jetzt auch von Hennet von England aus gemac 
werden, ist eine diplomatische Feststellung des Textes der Chris 
liehen Urkunden für die ganze Kirche ein wahres Bedürfniss, ui 
jeder Beitrag zu dessen Befriedigung ein hohes Verdienst um d 
gemeinsame Sache des Ghristenthums. Eine solche Gelogenh( 
werden Ew. Königl. Hoheit mit höchstihrer hochherzigen Gesinnui 
zu würdigen wissen. Darum nahe Ew. König]. Hoheit ich ehre 
bietigst mit der unterthänigen Bitte, dass es Höchstdenselben g 
fallen wolle, dem gedachten Liceift. Theol. M. Tischendorf dur 



AuB d. Correspondenzkreise y. Theologen mit König Johann v. S. 55 

Höchstderoselben yielvermögenden Einfloss bei seinem wichtigen 
mid zeitgemässen Unternehmen die kräftige Unterstützung haldvoll 
logedeihen zu lassen, deren derselbe so bedürftig als würdig ist etc. 
Ltipsig, 15. März 1840. 

Dr. QotU. Ohr. Ad. Harleb -{• 

Tormals Oberhofprediger in Dresden nnd nachher Präsident des Bayerischen 
protestantischen Konsistoriums in München. 

1. Schreiben. Bei Gelegenheit der Empfehlung eines 

Sachsen. 

Der allerunterthänigst Unterzeichnete will mit diesen ehrfurchts- 
vollen Zeilen keine Bitte, sondern nur ein Zeugniss stellen. Ein 
Sächsisches Landeskind, der Gehilfe Wenzel am botanischen Garten 
Wer, gedenkt sich an Ew. KönigL Majestät mit einem Gesuch 
mii allergnädigste Unterstützung zu wenden. Er hat Aussicht auf 
eine seiner Fortbildung günstige Stelle in Paris, ist aber von 
Mittellosigkeit hart gedrückt. Ein früheres Gesuch, bei Ew. König]. 
Majestät Kultusministerium eingereicht, konnte aus Mangel be- 
Btimmter Fonds nicht erfüllt werden. Ueber seine Tüchtigkeit 
liaben ebenfalls schon früher Hofrath v. Martins und Geheimrath 
^' Thiersch die günstigsten Zeugnisse ausgestellt. Mir steht nur 
^ zu bezeugen, dass ich ihn als einen aufrichtig frommen, sitten- 
^^en, lieben Menschen kennen gelernt habe. Nun kommt dazu, 
^^ er mir als Sachse Gegenstand besonderer Zuneigung ist. 
^aof möchte ich mich als Entschuldigung für meinen Schritt 
^^infen. Denn so gross die Gnade war, die Ew. Königl. Majestät 
^ früher erzeigt haben, so weiss ich doch nicht, ob ich sie nicht 
^i^h meinen Weggang [im J. 1852] in etwas verwirkt habe. 
^Ute dem so sein, so bin ich mit Sächsischem Heimweh genugsam 
^^strafl. Ich sehe täglich das Stückchen Sächsische Erde (Frei- 
^^ger Gestein) an, das hinter meinem Stehpulte auf einem Gestelle 
^ht. Es soll mit mir begraben werden. Aus diesem Gesteine 
KOmiQt mir eine Stimme, dass Ew. Königl. Majestät unmöglich 
^^imn können, wenn ich, der ich im Herzen nie von Sachsen und 
^inem Königshause losgekommen, einem Sächsischen Landeskinde 
^^ wohlverdientes Zeugniss ausstelle. Weiteres darf und will ich 
^<^ht beanspruchen. Noch steht jene Abendstunde vor meiner 
^^f da Ew. Königl. Majestät so huldvoll geruhten, mich auch 
^ den Gliedern Ihres Hauses zum bittern Abschiede stellen zu 
^en. Alles, alles steht vor mir, als wäre es heute geschehen. 
I4id ond Freud hat seit dieser Zeit der Herr über Alle verhängt; 
^ Schweres in steigendem Maasse zugetheilt. So ist mir jetzt 
1^ dunkle Abend wie ein Stück Sonnenschein in der Erinnerung 
forden, die Kehrseite jenes Bildes, das zur andern Hälfte den 
••^ Mittag auf dem Königlichen Weinberg liat. "Sxrc xsÄ^^ii 



54 Aas d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. i 

wagte, sich in diesen geheiligten Bäumen entgegenzusetzen. Dorc 
diese einfache Darstellung des Ereignisses glauben wir die Hof 
nung hegen zu können, Ew. EönigL Hoheit werden den Gewählte 
sowohl als die Wähler des gethanen Schrittes wegen entschuldige] 
und in Ihrer Weisheit und wahrhaft fQrstlichem Sinne anerkenne] 
dass beide Theile in solcher Lage so gehandelt haben, wie es ihne 
nur möglich war, ohne Gewissen und Pflicht zu verletzen. D: 
gehorsamst Unterzeichneten dürfen daher wohl die Bitte wagen, £i 
EönigL Hoheit werden die Gnade, mit welcher Höchstsie dem Don 
stifte stets gewogen waren, demselben auch in Zukunft nicht en 
ziehen. Wir aber versichern auf das feierlichste, im Gebete ft 
das Wohl Ew. Königl. Hoheit und des ganzen Königlichen Hausi 
und in den Gefühlen der tiefsten Ehrfurcht bis zum Ersterben a 
beharren etc. Budissin, 2h Februar 1845. 

Dr. Ohrlst. Gottl. Lebereoht Grossmann 4* 
Consistorialrath u. Superintendent in Leipzig. 

Fürbitte zur Unterstützung von Tischendorf's 

Bibelforschung. 

Ew. Königl. Hoheit wollen es in Gnaden aufnehmen, wenn 'u 
es wage, Höchstdenselben vertrauensvoll eine unterthänige Fürbit 
vorzutragen. Der Gegenstand derselben ist ein gelehrtes Unte 
nehmen, des M. Tischendorf, Licentiat. Theo!., auf der hiesig« 
Universität. Dieser talent- und hoffnungsvolle junge Mann hat sie 
nachdem er im vorigen Jahre den Preis bei der v. Ammon'sch( 
Stiftung davon getragen und andere gelungene schriftstelleriscl 
Versuche gemacht, mit der nötbigen Vorbildung ausgerüstet d 
Kritik des Neuen Testamentes zur Aufgabe gewählt, und sich b 
der Bearbeitung einer kritischen Ausgabe des Neuen Testament« 
immer mehr überzeugt, dass eine neue vollständige Vergleichur 
und womöglich Kopie des berühmten Codex Veticanus B. und einig 
anderer zu verbleichen beginnender Handschriften in Pai'is um i 
mehr Wünschenswerther scheint, als die meisten bisherigen Kritik 
nur fremde Kollationen benutzen, ohne an Ort und Stelle gewesi 
zu sein. Bei den wiederholten Angriffen auf die historische Wah 
heit des Ghristenthums, die nicht blos von D. Strauss in Deutsc! 
land , sondern jetzt auch von Hennet von England aus gemac 
werden, ist eine diplomatische Feststellung des Textes der Chris 
liehen Urkunden für die ganze Kirche ein wahres Bedürfniss, ui 
jeder Beitrag zu dessen Befriedigung ein hohes Verdienst um d 
gemeinsame Sache des Ghristenthums. Eine solche Gelegenh( 
werden Ew. Königl. Hoheit mit höchstihrer hochherzigen Gesinnui 
zu würdigen wissen. Darum nahe Ew. König]. Hoheit ich ehre 
bietigst mit der unterthänigen Bitte, dass es Höchstdenselben g 
fal/ea wolle, dem gedachten Liceift. Theol. M. Tischendorf dur< 



Ans d. Crorrespondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 55 

Höchstderoselben Tielyermögenden Einfloss bei seinem wichtigen 
und zeitgemässen Unternehmen die kräftige Unterstützung huldvoll 
aogedeihen zu lassen, deren derselbe so bedürftig als würdig ist etc. 
Leipzig, 15. März 1840. 

Dr. Gottl. Ohr. Ad. Harleb 4* 

Tormals Oberhofprediger in Dresden und nachher Präsident des Bayerischen 
protestantischen Konsistoriums in München. 

1. Schreiben. Bei Gelegenheit der Empfehlung eines 

Sachsen. 

Der allerunterthänigst Unterzeichnete will mit diesen ehrfurchts- 

ToUen Zeilen keine Bitte, sondern nur ein Zeugniss stellen. Ein 

S^lisisches Landeskind, der Gehilfe Wenzel am botanischen Garten 

dahier, gedenkt sich an Ew. Königl. Majestät mit einem Gesuch 

tim allergnädigste Unterstützung zu wenden. Er hat Aussicht auf 

eine seiner Fortbildung günstige Stelle in Paris, ist aber von 

Mittellosigkeit hart gedrückt Ein früheres Gesuch, bei Ew. Königl. 

Hajestät Kultusministerium eingereicht, konnte aus Mangel be- 

^mmter Fonds nicht erfüllt werden. Ueber seine Tüchtigkeit 

'^i>en ebenfalls schon früher Hofrath v. Martins und Geheimrath 

^' Thiersch die günstigsten Zeugnisse ausgestellt. Mir steht nur 

^ zu bezeugen, dass ich ihn als einen aufrichtig frommen, sitten- 

'^en, lieben Menschen kennen gelernt habe. Nun kommt dazu, 

^^^ er mir als Sachse Gegenstand besonderer Zuneigung ist. 

^anf möchte ich mich als Entschuldigung für meinen Schritt 

^/Ufen. Denn so gross die Gnade war, die Ew. Königl. Majestät 

^ Mher erzeigt haben, so weiss ich doch nicht, ob ich sie nicht 

^iUt2h meinen Weggang [im J. 1852] in etwas verwirkt habe. 

^Hte dem so sein, so bin ich mit Sächsischem Heimweh genugsam 

^^^trafi. Ich sehe täglich das Stückchen Sächsische Erde (Frei- 

'^^ger Gestein) an, das hinter meinem Stehpulte auf einem Gestelle 

^bt. Es soll mit mir begraben werden. Aus diesem Gesteine 

KOiniQt mir eine Stimme, dass Ew. Königl. Majestät unmöglich 

'^Hien können, wenn ich, der ich im Herzen nie von Sachsen und 

^inem Königshause losgekommen, einem Sächsischen Landeskinde 

^Ui wohlverdientes Zeugniss ausstislle. Weiteres darf und will ich 

^^cht beanspruchen. Noch steht jene Abendstunde vor meiner 

^le, da Ew. Königl. Majestät so huldvoll geruhten, mich auch 

^ den Gliedern Ihres Hauses zum bittem Abschiede stellen zu 

^^en. Alles, alles steht vor mir, als wäre es heute geschehen. 

Uid ond Freud hat seit dieser Zeit der Herr über Alle verhängt; 

^ Schweres in steigendem Maasse zugetheilt. So ist mir jetzt 

1^ dunkle Abend wie ein Stück Sonnenschein in der Erinnerung 

S^orden, die Kehrseite jenes Bildes, das zur andern Hälfte den 

'^^ Mittag auf dem KöDigUcben Weinberg \ia\>. 'Sx^ xsiT)^^^ 



56 Aus d. GorrespondenzkreJse v. Theologen mit König Johann v. 8. 

EfT. Majestät nicht glauben, dass jetzt erst Verlorenes mir werth 
wird. Ich wussto vollständig, was ich zu opfern hatte, ehe ich 
ging. Es war Vieles in Sachsen [unter dem Beust'schen Knltns- 
ministerium] schwer zu tragen. Aber solche vertrauende Hold, 
wie sie dem unbedeutenden Oberhofprediger vom Sächsischen Könige- 
hause zu Theil ward, wäre werth, nicht blos meinem, sondern dem 
allgemeinen Andenken erhalten zu werden. Gott segne Ew. König]. 
Majestät! Ich bin glücklich, einen Anlass gefunden zu haben, 
um die unwandelbare Dankbarkeit, Treue und Ehrfurcht zu be- 
zeigen etc. München, 3. Januar 1857. 

2. Schreiben. Fürbitte für Professor Br. Lindner. 

Als in der jüngsten Vergangenheit nach des Herrn uner forsch- 
lichem ]i:uhschluss zu wiederholten Malen das Königliche Haus 
und das Vaterherz Ew. Majestät mit schweren Schlägen und tiefem 
Schmerz heimgesucht wurde, hatte der allerunterthänigst Unter- 
zeichnete mehr als einmal die Feder in der Hand, um Ew. Königl. 
Majestät zu schreiben. Denn bei der unwandelbaren Anhänglichkeit 
und, wenn das nicht zu kühn gesprochen ist, bei meiner innigen 
Liebe zu Ew. Majestät schien es mir hart, zu schweigen und mit 
keinem Worte zu sagen, dass ich im Hei-zen tiefbetrübt mit den 
Weinenden weine. Und doch überwand die Scheu, etwas zu thun, 
was vielleicht für meine Stellung nicht ziemlich erscheinen könnte. 
So schwieg ich. Heute aber überwinde ich jede Scheu. Denn um 
eines mir nahestehenden, greisen und verdienstvollen Vaters willen 
wende ich mich heute an das Vaterherz Ew. Majestät. Der, den 
ich meine, ist der alte Professor Lindner in Leipzig, Vater des so 
unselig zu Fall gekommenen Professor Bruno Lindner. Ew. Majestät 
kennen bereits den Vorgang. Des Sohnes wahnsinnige Kunst- 
leidenschaft ist ihm zum Fallstrick geworden. Er hat sich an den 
Schätzen der Univer8itä,ts-Bibliothek vergriffen. Eine Untersuchung 
ist eingeleitet. Sein eigenes zerknirschtes Geständniss liegt vor 
mir. Zugleich erfahre ich, dass Ew. Majestät um Niederschlagung 
der Untersuchung auf dem Gnadenwege angefleht worden sind. 
Majestät! ich stelle mich auch unter die Flehenden. Zu tief er- 
schüttert mich der Gedanke an die öffentliche Schmach, die auf 
das Haupt des greisen Vaters fallen und ihm das Herz brechen 
könnte. Wird es doch ohnedies schon bis zum Tode verwundet 
sein. Hierzu kommt noch ein Anderes. Die öffentliche Schmach 
des Sohnes würde auch der Kirche zu nicht geringer Schmach 
gereichen. Zwar wird das Gerücht ohnedies nicht schweigen. Aber 
es wird den schärfsten Stachel verlieren, wenn die Königliche Gnade 
nicht die Sünde, sondern die Busse des Sünders ansieht und die 
ößentliche Schande abwendet Desshalb flehe auch ich um Gnade. 
WoJiJ weiss ich, dass Gerechtigkeit die Qdxoi^^Mle der Staaten 



Ao8 d. GorrespondeBzkreise y. Theologen mit K6nig Johann v. S. 57 

ist. Aber die Gnade ist nicht wider die Gerechtigkeit Die Gnade 
ist das helle Licht der Krone, nm dessen willen ihre Träger recht 
eigentlich das Bild jenes Gottes sind, vor welchem wir Christen 
unsere Knie beugen. Möchten also Ew. Königl. Majestät geinihen, 
ans Gnade die Untersuchung niederzuschlagen! Möchte es geschehen 
können, ohne dass Suspension vom Amte nöthig würde! Ich zwar 
würde an Bruno Lindner's Stelle resigniren. Aber die Wirkung 
dieses Schrittes wäre doch eine andere nach aussen, als die 
Suspension. Ich habe gewagt, vor Ew. Majestät mein Herz aus- 
zuschütten. Ja die Huld Ew. Königl. Majestät lässt mich dies 
nicht einmal als Wagniss ansehen. Ich könnte allezeit zu Ew. 
Majestät wie ein Kind zum Vater kommen, ohne mich zu fürchten. 
Möchten Ew. Majestät auch diesmal meine kindliche Bitte gnädig 
ansehen! etc. München, 20. März 1859. 

3. Schreiben bei Gelegenheit des Todes der Tochter 

des Königs Prinzessin Sidonie. 

Als heute Morgen die erschütternde Nachricht von dem neuen 

schweren Verluste eintraf, welchen Gott der Herr Ew. Königl. 

Majestät auferlegt hat, da kämpfte ich auch einen kurzen Kampf, 

ob ich meinen Schmerz schweigend begraben, oder ihm Worte 

geben solle. Ich thue das letzte, denn ich kann nicht anders. 

Es ist mir unmöglich, in verständiger Abwägung des Schicklichen 

den Drang des Herzens abzuweisen. Die alten Bande der Ehr- 

^^bt und Liebe sind zu mächtig, als dass ich mir die Unnatur 

viferlegen könnte, mich zu halten, als wären sie nicht vorhanden. 

Und wozu steht das apostolische Wort vom Weinen mit den 

Meinenden geschrieben? Ja, Königl. Majestät, es war ein tiefer, 

^efer Schmerz y welchen ich und meine Frau in dieser Morgen- 

f^de fühlten. Alte Bilder des glücklichen Familienkreises, den 

^ einst mit Augen schauen durfte, stiegen vor mir auf. Aber 

eine dunkle Wolke zog darüber her, und mir war es zu Muthe, 

^ möchte ich lieber nicht hinblickon. War ich doch selbst erst 

^ wenig Wochen am Grabe eines geliebten Bruders gestanden. 

^ ist das Herz doppelt offen für den gleichen oder grösseren 

Witterz Anderer. Doch über der dunklen Wolke sah ich auch 

^ Kreuz unseres Herrn Jesu Christi. Ihm brach das Herz für 

^ und für alle gebrochenen Herzen ist ßuhe bei Ihm vorhanden. 

^ FriedensfÜrst, der für uns den Tod in Sieg verschlungen hat, 

^ kat seinen Trost und seinen Frieden gerade den Trauernden, 

"J^Oui suchen, verheissen. Zu Ihm blicke ich auf und flehe für 

^* Majestät; Er wird mein Gebet nicht zu Schanden machen, 

^ aUe Gottverheissungen sind in Ihm Ja und Amen. Es ist 

^^ des Trostes in dem Worte, dass alle Leidetv ä\«%^t 'L^\\> 

■ttt Wttrtb Mien der Herrlichkeit, die dereinst soll au uue cä'wi- 



58 Aus d. Cortespondenzkreise v. Theologen mit König Johann y. S. 

bar werden. Wir werden mit unsem (xedanken nicht mehr Licht 
in die verborgenen Gedanken Gottes tragen. Aber wenn ich diese 
Zeit ansehe» die immer eherner wird, und blicke auf die, welchen 
Gott Grosses auferlegt hat und sie dazu mit Schwerem heimsucht, 
so kommt es mir immer vor, als wolle Er mit dem Tode der 
Schmerzen stahlen, auf dass ihr Herz losgeschält von der Welt 
in der Welt ausrufe, wozu sie bestellt sind. Oder worauf ruht 
für Jeglichen die Herrschaft über die Welt, als dass die Welt mir 
gekreuzigt ist und ich der Welt? Es ist ein schwerer Weg; aber 
es ist der Weg des Sieges. Mit diesen Gedanken tröste ich mich, 
nicht dass ich Ew. Majestät trösten wollte. Die Quelle des Trostea 
ist Allen zugänglich, und wenn wir am Wege liegen und meinen, 
das Haupt nicht heben zu können, nimmt Er, aus dessen Herz 
die Wasser des ewigen Lebens quellen, selbst unser Haupt auf 
seine Arme und feuchtet die verschmachtende Lippe. Nie ist Er 
uns näher als in unserem Schmerze — das weiss ich und dessen 
getröste ich mich, wenn ich an Ew. Majestät und die weinende 
Königin denke. Ich bitte nun, dieses schwache Wort hinzunehmen, 
wie es mir aus dem Herzen kommt. Es kann nicht den Schmerz 
Ew. Majestät lindern wollen; aber ich kann nicht den Schein der 
Unempfindlichkeit ertragen, jetzt, wo mit der bittem Botschaft alle 
Gedanken an alte, unvergessene Huld und Gnade neu in mir er- 
wachen. Gott der Herr stärke Ew. Königl. Majestät 1 etc« Mün- 
chen 3. März 1862. 

Johann 4* 
Abt des Prämonstratcnscr-Klosters WLlten in Tyrol. 

Bei Gelegenheit des Todes der Tochter des Königs 

Erzherzogin Margaretha. 

Die allgemeine Theilnahme, welche das so tief schmerzliche 
Ereigniss zur Folge hatte, und wodurch insbesondere in Tirol eine 
wahre Landestrauer plötzlich hervorgerufen wurde, konnte mein 
Herz — aus priesterlichen Beziehungen wohl unmöglich ungerührt 
lassen, und diese letzteren mögen es verzeihlich machen, dass 
auch ich es wage, mich in die Eeihe Derer zu stellen, welche die 
schwere Prüfung des Herrn inniger mitfühlen, wodurch das Hers 
der Königlichen Aeltern auf die empfindlichste Weise betroffen 
worden ist. Die so liebgewinnende Herablassung der beiden Aller- 
höchsten Majestäten, die ich voriges Jahr zu kennen das hohe 
Glück hatte, ermuthigt mich, meine innigste Ergriffenheit ob dem 
Unfälle — insofern man ihn so nennen darf, vor den so schwer 
abermals geprüften Königl. Majestäten mit ehrerbietigster Offen- 
heit aussprechen zu dürfen. 0, gewiss können nur Aeltern fühlen^ 
was es sagen wolle, eine solche Tochter, ein gewiss allgemeiner 
AaerkennuDg in jeder Beziehung so edoV ge^c\ini^<c>k.tA8 UnterpfanA 



Aus d. Gorrespondenzkreise y. Theologen mit König Johann y. S. 59 

so frühzeitig hinweggenommen zu wissen. Jedoch bei allem 
Schmerz der Natar bietet die gerechte Würdigung der erleuchteten 
Frömmigkeit, dieser erhabensten Zierde der Sächsischen EGnigs- 
famUie, eine mehr als gewöhnliche Beruhigung, dass der Herr in 
Seinen allzeit anbetungswürdigen Bathschlüssen über die Erhabenen 
▲eitern die so grosse Prüfung verhängte, Höchstdenselben aber 
auch Stärke and tröstenden Opfermuth im höheren Maasse zuge- 
theilt habe. Ja, gewiss heilig ist AUerhöchstihnen der Ruf von 
Oben, in welchen die in Gott Buhende in Ihrem klaren Schauen 
einstimmt, die himmlischen Worte tröstend mitsprechend: „Weil 
Ihr Grott angenehm wäret, so war es nöthig, dass die Trübsal 
Euch bewährte*^ 0, die gute, nun glücklich bleibende Margarcthal 
Dpr Herr nahm Sie hin, weil Sie Ihm lieb war; und in gläubiger 
Zuversicht dürfen wir hinzusetzen, Er nahm Sie bin in einem 
Zeitpunkte, wo Ihre Seele Ihm am wohlgefälligsten war. Dies, 
meine ich, ist wohl auch der vorzüglichste Trostgrund, worin jenes 
Eine Herz die thunlichste Beruhigung zieht und findet, Höchst- 
welches hierdurch am allerscbwersten geprüft, am tiefsten ver- 
wundet worden ist. 0, der gute Durchl. Herr Erzherzog! — 
Carl und Margarethe waren Eines, im wahren, schönsten Sinue des 
Wortes, so war das allgemeine ürtheil, Sie liebten einander so 
aufrichtig, so jugendlich, mit so reiner ungetrübter Liebe — uud 
nun, wie tief verwundet, wie vereinsamt muss sich das Herz des 
so liebenswürdigen Fürsten nun fühlen! Ja, der Schlag, den so 
Viele nachfühlen, hat Ihn allein am allerscbwersten getrofifen! Doch 
der Gott der Liebe fand Höchstdenselben auch würdig, diese grösste 
^rgebenheits- Probe zu ertragen. Höchstdossen von echter Religiosität 
dvchdrungener Geist hat sich in dieser Versuchung auf eine 
Wahrhaft rührende Weise kundgethan! Wahrlich! während man 
menschlicher Weise urtheilen sollte, die vor wenig Monden Ver- 
bundenen wären bestimmt. Einander recht lange zu besitzen, hatte 
^^ Allweise es anders beschlossen, und der Durchlauchtigste Carl 
^^dwig ward würdig befunden, das grosse Opfer zu bringen, dass 
^^ Höchstseinen Händen (gleichsam) das kostbare Unterpfand dem 
Schöpfer zurückgegeben wurde. Möge nun der Durchlauchtigste 
^^tr Erzherzog (Höchstdessen ausserordentliche Güte dies mein 
•^^faches Schreiben zu überreichen geruht) durch wechselseitige 
*^^*tiieilung bei Höchstseinen Königl. Schwiegerältern für sein 
**?eneg Herz fernere Erleichterung finden, möge Höchstderselbe 
durch seine auch im Schmerze so liebenswürdige Erscheinung 
^erhöchstdemselben sie auch gewähren. Was meine ünvermögon- 
^t betriflPt, mahnt mich mein Herz an die heilige Pflicht, für die 
^(^hsten 80 empfindlich Geprüften zu Gott demüthig zu flehen; 
^ der Herr die Erhabenen Majestäten und das gcsammU kW^t- 
■Wale Umgshäoß vor weiterer schwerer Prüfung gnad\g n^x- 



60 Die akademische Bibliothek zu Herborn. 

schonen, seinen Schutz und Segen reichlich ertheilen, und fllr die 
so fromm bestandenen harten Prüfungen jenen Lohn geben, den 
nur seine unermessliche Weisheit und Liebe zu spenden vermag. 
Geruhen Ew. Majestät diesen herzlichen Wunsch in gewohnter 
Huld aufzunehmen, dem ich nur noch die Versicherung beif&ge, 
dass die Hohe Dahingeschiedene meinem Andenken nicht ent- 
schwinden werde, wobei jedoch der Gedanke sich vordrangt, dass 
die dort Aufgenommene mehr des Guten für Die erwirken möge, 
welche Ihrer im Gebete gedenken, als diese zu Höchstderen bleiben- 
dem Glücke noch beitragen können etc. Ischl, 27. September 1858. 

(Fortsetzung folgt.) 

[130.] Die akademische Bibliotliek zn Herborn. 

Von V. d. Linde. 
(Schluss.) 
Caussenius vermachte (Friedberg den 28. März 1674) sein 
ganzes Vermögen, das 50,000 Gulden betragen haben soll, der 
theologischen Fakultät der hohen Schule zu Herbont Die Stadt 
Friedberg aber hat 8496 Bthlr. gewaltsamer Weise einbehalten, 
u. a. „weil sich der Testator hatte von einem refonnirten Prediger 
auf seinem Todesbette heimlich die Sacra reichen lassen''. Der 
hieraus entstandene Prozcss war 1686 bei dem Beichshofrath an- 
hängig, Herborn erhielt in 12 Torminen nur 12,000 Gulden. Die 
Bücher, Mobilien, Juwelen, das Gold- u. Silbergeschirr aber hatte 
der Bath u. Oborschultbeiss Dilthej den 19. Juli 1678 bereits nach 
Herborn gebracht Vorher schon, in einer am 17. Mai 1677 von 
Prof. Matthias Nothenus auf Cassenius gehaltenen Lobrede (Monn- 
mentnm honoris et gratitudinis, Herbomae 1677, Folio), waren die 
Bedingun^'en des Legats veröffentlicht worden. Es heisst (am a. 0. 
S. 13): „In illum finem Facultati nostrae Theologicae, non tantum 
omni librorum, etiam Theologicorum , genere instructissimam Bibiio- 
thecam & manuscripta ; sed etiam, paucis exceptis, omnia alia sna 
bona legavit. Hac tamen addita limitatione. Primo, quod haec bona 
penes Theologicam nostram Facultatem esse & mauere debeant,. 
quamdiu Beformata hie obtinobit religio. Secundo, quod Facnlta^b 
continuo habere debeat duos fundamentales, ut vocat, ac scriptif 
celobros Theologos. Et tertio, quod haec Bibliotheca & bona, noi 
in alios, quam pios Theologicae Facultatis usus, & in stipendü 
Professorum, converti deboant. Cum hac modificatione, Theologie 
nostram Facultatem Universalem bononim suorum haeredem instituil 
Si vero contingeret, quod Dens clementer avertat, Beligionem hie mn^ — 
tari; aut duos ejusmodi Professores non constitui aut continnarL ; 
aut bona sua in alios usus converti: haeredem illi substituit Befoir— 
matam Pacultatem Academiae Marpurgensis.'' 

Die Univerait&t Marburg, wenigstens ihre theol. Fakultät, 



I 



<•- 



Die akademische Bibliothek zu Herborn. 61 

beksnntUch 1527 bis 1605 lutherisch, 1605—1624 reformirt, 
1624—1650 wieder lutherisch, 1653 ff. u. also auch zur Zeit des 
Gaussemanischen Legats wieder roformirt. Indem nun das evan- 
gelische Seminar zu Herbem zwar die Fortsetzung der theol. Fakul- 
tät der alten hohen Schule bildet, ist es allerdiugs nicht mehr re- 
formirt, denn der Unionsmoloch hat in Deutschland die reformirten 
Gemeinden &st sämmtlich verschlungen. Aber auch die von 
Canssenius substituirte theologische Fakultät zu Marburg hat fast 
gleichzeitig aufgehört im konfessionellen, hier allein in Betracht 
kommenden Sinne reformirt zu sein. Von 1822 an war die alte 
Fakultät ,Jkeine konfessionell gemischte, sondern oine konfessionslos 
evangelische Fakultäf Diese Umgestaltung ihres ganzen Charak- 
ters durch die Staatsregierung licss die theologische Fakultät nicht 
nur widerspruchslos geschehen, sondern sie beeilte sich auch, der- 
selben sofort selbst ihr Siegel aufzudrücken, indem sie in ihrem 
Promoiionsjurament die Worte: „Consensus ecclesiarum reformatarum'' 
in „Consensus ecclesiarum evangelicarum" umänderte u. damit selbst 
es verkündete, dass fortan in ihr von Konfession nicht mehr die 
Bede seL Alle Mitglieder der Fakultät betrachteten sich jetzt, in- 
sofern sie der Fakultät angehörten, als ihrer Konfession in der Weise 
entkleidet, dass sie eben lediglich evangelische Theologen waren, 
„die von jeder in ihrer Yertretung der Wissenschaft sie bindenden 
Btücksichtnahme auf die unterscheidenden u. eigenthümlichen Lehr- 
bestimmungen einer Sonderkonfession befreit, die theologische Wissen- 
Mhaft in voller evangelischer Freiheit vertreten u. pflegen konnten" 
(Ih*. H. Hoppe, Kirchengeschichte beider Hessen, II. Marburg 
1876, 8. 388). 

An eine solche Substitution hat Canssenius nicht blos nicht 
Schacht, sondern er hat sie vielmehr ausgeschlossen. Doch wozu 
^ weiter Eulen nach Athen tragen? Die bereits Ende des 16. 
J^hnnderts gestiftete akademische Bibliothek, im Schlosse zu Her- 
^^ geht Marburg gar nichts an; u. auch die 1674 legatirte Bi- 
Wothek ist nicht „nach Wiesbaden verbracht''. Es liegt mir ein 
1829 abgefjEisstes Yerzeichniss vor „aller derjenigen Bücher, welche 
^ in der Bibliothek auf der Stadtkirche zu Hcrbom befinden". 
'Ou den 4310 Nrr. dieses Verzeichnisses (Spengler aus Bad Ems 
verhinderte 1862, dass es als „Käseeinwicklung'' verbraucht wurde) 
"^den „401 — 2000 die juristische Bibliothek von Caussenius, noch 
K*"*» geordnet". So habe ich sie im Septbr. 1881 noch vorgefunden 
^ ikit Vergnügen an Ort u. Stelle gelassen. 

[131.] Die Spanischen Bibliotheken. 

Madrid hat eine bewundernswerth grosse Zahl von Biblio- 
^«n, worunter die grosse öffentliche (Nacional) mit ^OOAOO 
Wmckien Bücher» n, 30.000 Handachniim. ii. die UmvGYs\\A\&- 



62 Die Spanischen Bibliotheken. 

bibliothek mit 187,874 gedruckten Bflchern u. 188,013 Hand- 
schriften. Ausserdem stehen aber dem Publikum die sehr sahi- 
reichen Büchersammlungen von gelehrten Körperschaften u. öffent- 
lichen Instituten zur Verfügung. Am meisten erregen die grossen 
Privatbibliotheken unsere Bewunderung: Cdnovas del Castillo besitst 
14,000 Bücher u. 600 Handschriften, Salvä resp. 20,000 u. 8000, 
Gajangos 22,000 u. 2700, Barrantes 10,000 u. 1000, Fem&ndes- 
Guerra 10,400 u. 100, der Graf von Campo Alange 15,600 n. 
400, Tro y Moxö 7800 u. 4200, Cdrdenas 8000 u. 100, u. der 
Graf von Toreno 8000 u. 300. 

Aber die bedeutendste Privatbibliothek ist die des Herzogs 
von Ossuna, deren Werth auf 800,000 Francs abgeschätzt wird, 
u. die zu diesem Preise vom Staate angekauft werden soll. Diese 
Bibliothek ist von den verschiedenen Chefs dieser Familie seit 
uralter Zeit gesammelt u. durch den kürzlich verstorbenen Herzog 
durch zahlreiche Ankäufe im Auslande, besonders in Italien, weiter 
vermehrt worden. Sie enthält mehr als 4000 Handschriften, worin 
3000 Theaterstücke aus der Blüthe der Spanischen Litteratur noch 
nicht inbegriffen sind: unter den letzteren sind allein 100 von 
Lope de Vega, einige von Calderon, mehre von Moreto u. das 
einzige erhaltene von Quevedo. Alle diese Schätze sind Jahrhunderte 
lang unbekannt geblieben u. werden, wenn die Bibliothek nicht von 
Spanien angekauft wird, dem Lande fär immer entzogen werden. 
Zu den Handschriften gehört ein Petrarca mit schönen Miniaturen, 
ein ebenso schöner Dante, das Tagebuch des Columbus, welches 
Bartolomo de las Casas abgeschrieben hat, eine Geschichte des 
Maurenkrieges in den Alpujarras vom Grafen von Tendilla, das 
Messbuch des Cardinais Cisneros u. andre Schätze. Hierzu gehört 
ferner Rubens' amtliche Corrcspondenz aus der Zeit, wo er eine 
diplomatische Stellung in Madrid bekleidete. Für eine kleine Hand- 
schrift des Boman de la rose empfing ein Buchhändler in Madrid 

den Auftrag 100,000 Francs zu bieten! In diese Bibliothek sin( 
die Sammlungen des Marquis von Santillana, des Marquis voc 
Yillena, sowie alles, was Pimentel u. das edle Haus von Bena« 
vento besass, übergegangen. Im Ganzen zählt die Bibliothek etir 
40,000 Bände. Dass gelehrte oder auch nur oberflächlich gebiidel 
Spanier den Erwerb dieser Sammlung durch den Staat u. dam. ^i 
ihre Erhaltung für Spanien wünschen, ist natürlich. Aber e^.n 
Correspondent der „Revista" kommt zu dem Resultate, dass troL^- 
dem die Erwerbung nicht wünschcnswerth ist, weil sich die öffermt- 
lichen Bibliotheken seines Vaterlandes in einem Zustande befinden» 
der es für die Wissenschaft erspriessl icher erscheinen lässt, w^'KUI 
die Schätze des Hauses Ossuna in andre Verwaltung kommen. 

Die Spanischen Bibliotheken haben keine genügenden Fait^dB 
sowie kein Personal zu einer otden^ÄieYi^TL Xw^^ltung. Priv»*^ 



Zur Ooetbe-, Lessing- und Schiller-Littoratur. 



63 



bibliotheken, welche, am dem Verkäufer einen Gefallen zu erweisen, 
ftDgekanft worden sind, lagern ungeordnet u. unbeachtet in den 
meisten derselben. Keine Bibliothek besitzt moderne Werke, es 
sei denn, dass der betreffende Verfasser sein Buch geschenkt hat 
In Toledo besitzt die Bibliothek nicht einmal Bücherbretcr, um ihre 
Bücher wenigstens aufzustellen. In dem alten Conciliensaal lagern 
dort Tausende von Bänden, die nie ein Mensch berührt. Die Bi- 
bliothek wird von einem Manue verwaltet, dem zwei Schreiber 
sar Seite stehen. Sie hat einen Fonds von 500 Francs jährlich 
znm Ankauf u. zum Einbinden von Büchern! In Santiago befindet 
sieh eine sehr schöne Bibliothek u. eine medicinische J^akultät, aber 
es ist kein Geld vorhanden, um neuere medicinische Werke anzu- 
schaffen ! 

Das archäologische Museum, das grosse Staatsarchiv zu 
Simancas, das Indische Archiv besitzen nicht einmal einen Katalog. 
In der grossen Madrider Bibliothek fehlen zahlreiche Bücher, 
welche die Bibliothek besitzt, im Kataloge. Ferner geben die 
meisten öffentlichen Bibliotheken, ebenso wie die Nationalbibliothek, 
nur ein Buch zur Benutzung, womit also fast alles wissenschaft- 
liche Arbeiten unmöglich gemacht wird. Hier liegt die Haupt- 
schuld an dem völlig unzureichenden Personal. 

(Aus d. „Zeitgenossen*' im Börsenbl. f. d. Deutsch. 
Buchhand. 1883. Nr. 281. S. 5612—13.) 

[132.] Zur Goethe-^ Lessing- und Schiller -Litteratur*). 

1. Goethe-Lltterator. 

* ®oet^'d 3Serte, herausgegeben Don &. ^ün^er. [Seutfd^e S^ational« 
Sitteiotur. $)tftonf4^ tntif(^e Slu^abe. Unter S^itmirfung Don Hrnolb, 
*üle, IBartf* jc. ^cgg. üon 3. ftütf*ner, fiief. 5. 10. 11. 12.] Statte 
»tt,Spcmann. 1882. 8^. fflb. XII. Z\f. 1. S. 81-224 & 1^. 2. 
niV, 307 S. $r. n. 0,50 üRf. pro £ief. 

♦.(Soet^c'3 SBkrfe, fflb. I — UI. [SBaürotV^ filaf fiter ^ 93ibliot^ef 
K Don SB. Sänge u. S. Oefer. »b. 15. 17. 18.] 93erl!n, SBaUrot^. 
W82. 8«. Vni, 352; V, 330; 320 6. ^r. n. k 1 mi 

* ®oet(^'d SBerte. Sönftrirt Don erften beutf^en fiünftlem. öerau^« 
Wen twm {)rinnc6 S)ünfter. 93b. I — III. Stuttgart, 2)cutf*c SSets 
^««jtalt. 1883. fiey. 8«. LH, 460; XI, 464; 1 — 376 3. 
•• «i»8Ar. (H)lÄf*n. ?Jr. ä n. 12 mi 

Serfelben II. Sluflage. fiief. 1—18. 3)af. 1883. £cy. 8«. Söb. 1. 
^ 460 6. m. eingebt, ©olif^n. $r. ä n. 0,50 m, 

* ©oet^^'S SDBerfe. — SBb. II. öermann u. 2)orot^a. JRelneee 
W. fU^Oeid. 8eiben be« jungen ffiertM (56, 122, 19, 102 6.) ; 



i*> 



^ fartmtmn^ von Anz. J. 1883 Nr. 3. 



5 



64 Zur Ooethe-, Leasing- und Schiller-Litteratar. 

9b. ni. ®5b D. Setltd^inden. Staoigo. SHe (Sefd&mtftet. (Sgineiit. SMi* 
genta auf ZaurüS. Zorquato Zaffo (93, 45, 19, 74, 60, 91 6.); 
»b. IV. 2fauft (123 u. 192 S.); »b. V. (868 &.); »b. VL (836 6.); 
»b. Vn. (375 ©0 — eiberfelb, 2oU*« Jla*f. 1883. 8«. $i. i 
n. 1,50 m. 

* ®oet^e*d fdmtlidfte äBette. 9leu burci^defel^ene unb ergänzte Suis 
gäbe in 36 Sänben. SRit Umleitungen von ftati ©oebefe. 9b. TI— IX. 
Stuttgart, Sotta. 1883. 8^ 268, 256, 264, 292 6. $t. ä n. 19». 

Cotta*6che Bibliothek der Welt-Litteratur. Bd. 28. 36. 51. 58. 

* ©oet^e'd iEBetfe. n. 9anb. ®ebi((te. 1. X^. 3Ktt (Unleitung 
unb Slnntetfungen Don ®. D. Soepei. IL SluiSgabe. Setlin^ ^empeL 
1883. 8« XVI, 560 S. $r. n. 5 3Jtt. 

* ®oet^e'®aIerie. S^adb Original ^ (SartonS Don 9BiI^. D. ftaulbacf». 
SRit erläutembem Ztp, Don ^. Spieltagen. 92eue SluiSgabe (21 S3(L in 
Sidbtbrud u. 84 Xe^.). ORünc^en, Serlag^anftalt f. Aunft u. SSSi{fenf(^ft. 
1883. 3mp. 4^ $r. n. 20 3Jlf. 

* ©oet^e'S poetifc^e SReiftermerte. ©ebi^te unb 3)ramen. Sanflott, 
»oS^euper. 1882. 8^ XVm, 903 6. nt 1 ?>oW*ntaf. ^. n. 

4,50 mi 

* @oet^e*d tarnen. Sb. L [S)eutfd6e 9}ational«Sttteratur. ^^ 
rif((«fritif((e Slu^gabe. Unter aRitn}irtung Don Slmolb, ®. IBoKe, ft. Sactfcb sc. 
Hfl. »»n 3. Sürf^ner. Sief. 63—67.] Stuttgart, Spemann. 1883. 
8«. XVI, 503 6. m. 1 ^oW^ntaf. «Pr. n. 2,50 W. 

* Kleinere XMerftücfe. 9on SBolfg. D. ©oet^e. 6 9be. Glbecfdb, 
2oW& 5Ra4f. 1883. 8«. 187, 181, 183, 178, 190, 185 S. $t. 
n. 3 üRf. 

Museum. Sammlung litterariscber Meisterwerke Nr. 7. 10. 11. 
13. 16. 17. 

Ephemerides und Volkslieder von Goethe. [Herausgegeben von^ 
Ernst Martin.] Deutsche Litteraturdenkmale des 18. und 19. Jahr-^ 
hunderts in Neudrucken herausgegeben von Bernhard Seuffert 
Heilbronn, Gebr. Henninger. 1883. kl. S^. XX, 47 S. Pr. 
0,60 Mk. 

* Campagne de France; par Goethe. Texte allemand, pah&^' 
avec des sommaires et des notes en fran^ais par B. L^vy. Pari^E 
Hachette et Cie. 1883. kl. 16«. IV, 242 S. Pr. 1 Fr. 60 -« 

Gehört zu den „Classiques AUemands.'' 

* Sauft. Sine Sragöbie Don ©oet^e. $)eibe Steile in 1 Sant^< 
Stuttgart, Sotta. 1883. 8«. 305 6. $r. n. 1 M. 

* ©oct^e'S gauft, in ftenograp^ifdfeer Goncfponbenjf^rift mä) ®abeC^' 
berger Don fiarl gaulmann. 3Bien, SBemtann & Slltmann. 1883. 0. S ^- 
J42 ©. $r. n. 2,70 mi 

* ®oetWd ©ebid^te Sb. I. t^)«»*^*^ ?lc^^mU2itUratur. ©ifiorif *- 



l ^ 



Zar Ooethe-y Leasing- und Schiller-Litterator. 65 

MtiMe Stttdgabe. Unter 9Rit»ntIim0 m>n Slrnolb, ®. SoKe, ft. Sartfdb k. 
fncSg. Ml 3. ftürf^ner. Sief. 82—84.] Qtuitqaxt, 6pemann. 1883. 
S: Xiy, 292 ©. ?t. n. 1,50 SKt. 

^ ®iyft mm Serliftingen mit ber eifemen {)anb. Sc^ufpiel in 5 Slufs 
iä^en tMm @oetbe. Srfte DoUftänbige Sübnenbearbeitung na4 ber ©oetbe« 
{Mmbf^ttft bet Unt))er1ttdtdbibIiDtbet in $>eibelberg (von ®. ffienbt). II. billige 
(Xitel.) auftoge. ftarörube, »ielefclb. (1879.) 1883. 8». XIU, 189 S. 
$1. D. 1,50 üRt. 

* Goetz de Berlichingen ; par Goethe. Texte allemand, publik 
a¥ec ime iDtroduction, des sommaires et des notes litt^raires, par 
Gasnier. Paris, Poussielgae frdres. 1883. 16^. 240 S. 

Gehört zur ,^lliance des maisons d'^ducation cbr^tienne.*' 

* Götz von Berlichingen von J. W. v. Goethe, edited, with 
introdaction and notes, by H. A. Ball. New Tojk, Macmillan & Co. 
1888. 16^ XVI, 179 S. Pr. 55 c. 

Gehört zn ,,Macmillan's Foreign School Classics.'* 

Goethes Iphigenie auf Tauris in vierfacher Gestalt heraus- 
gegeben von Jakob Baechtold. Freiburg i. B. u. Tübingen, Mohr. 
1883. 4^ Vm, 125 S. Pr. n. 4 Mk. 

^ ^ermann luib Sorotbea ))on @oet^e. Stuttgart, (Sotto. 1883. 
8«. VI, 70 ©. $r. n. 0,60 3«!. 

* ()emiami unb ©orotbea üon ©oetbe. — 3)cutf4c (Slaffifer für ben 
^^olgdnraudb. [Ortbogropbi^ u. 3)rud na4 ben f. bie öfterrei(b. 6(bu(en 
fldtcnben Sorfc^rtften.] $)rdg. von 3. $0^1 SSb^. 1. SBien, ^ölber. 
1888. gr. 8^ IV, 60 ©. $r. n. 0,48 aRf. 

* Hermann et Dorothöe, de Goethe. Texte allemand, publik 
arec nn avant-propos, des sommaires et des notes explicatives par 
ÄWvy. Paris, Hachette et Cie. 1883. 12«. VIII, 99 S. Pr. 1 Fr. 

Gkhört zu den „Classiques Allemands.*' 

'* S)ie SBoblfierttKinbtfdbaften. @in 9toman Don SDoIfg. t). ©oetbe. 
**eiWb, 80a'« «o*f. 1883. 8». 216 6. $r. n. 0,60 2»!. 
Museum. Sammlung litterarischer Meisterwerke Nr. 18. 

* SBeftöftli(ber S)i»an. »on SBoIf. ». ©oetbc eiberfclb, fioü'g 
*m. 1888. 8^. 276 6. $r. n. 0,70 mi 

Museum. Sammlung litterarischer Meisterwerke Nr. 19. 

^ SBil^Im SReifterl» Sebriabre. Son ©oetbe. 2 Xbeile. (9leue 
NUge.) Stuttgart, (Sotto, 1883. 8». X, 272 u. 326 6. $r. n. 2 SK!. 

* ©oe^'g SBübelm JReifter^ SBanbcrjabre ober bic öntfagenben. 
^^«t§Kt, Gotto. 1883. 8^ 424 6. $r. n. 1,50 2Kf. 

* SUHtn SIReiflerd Sebrjabre. Son SBolfg. 0. ©oetbe. eiberfelb, 
««•J SMf. 1888. 8». 512 ©. $r. n. 1,30 üRf. 

KoiraiB. BBmmlnng Jitter&rischer Meisterwerke üd. ^4. 



66 Zur Goethe-, Lessing- und Schiller-LiUeratnr^ 

2. LeBsing-Lltterator. 

* Sefrmg'iS fdmtUcibe SBerfe in 20 S&nben. $>ei:ati^e0eben unb 
mit Sinleitungen t>erfe^en Don $>ugo ©öring. SBb. lY — Tl. Stuttgart, 
Sotta. 1883. 80. 295, 348, 336 6. $r. ä n. 1 3Wf. 

Gotta'sche Bibliothek der Weltlitteratur. Bd. 29. 40. 55. 

* Sefftng'd fämmtitcbe SBerfe. herausgegeben Don SRicbarb ®of(be. 
»b. III— VIII. Berlin, ©rote. 1882. 8«. $r. ä n. 3 SKt 

Bd. III. bearb. von Hob. Boxberger XIX, 664 S.; Bd. IV. 
bearb. von Rieh. Gosche XXXVIII, 738 S. ; Bd. V— VIII. bearb. 
von Rob. Boxberger XXXI, 721. XXVI, 467. XXXI, 592. XXI, 
749 S. 

* ©ott^olb 6p^r. Seffmg'S äBerfe. ^Uuftrirte $ra4t*S(u2gabe. der« 
angegeben t^on $etnrid^ Saube. Sief. 32—59. Wm, Senfinger. 1882 — 83. 
2ej. 8". S3b. I. XVI, 321—424 6.; fflb. IL 249—95 S.; »b. HI. 
73—260 e.; S3b. IV. 73—248 ©.; SBb. V. 57—279 6. SUKt ein« 
gebr. &oIäf*n. $r. ä n. 0,50 SJlf. 

* £cf)mg*« 9Ber!e. 93b. I. II. HI. 2lbt&. 1. [3)eutf*e Sflationafc 
fiitteratur. ipiftorifd^^Critifd^e ^uSgabe. Unter SRttmirhing Don ^molb, 
®. 33alfe, R. IBartf* &rgg. t)on 3. Rftrfdbner. 8ief. 19—22. 68—72. 
96..i97. 99.] Stuttgart, ©pemann. 1883. 8«. »b. I. XVI, 400 S.; 
IBb. II. XXIX, 448 6.; S3b. UI. Slbt^. 1. XXVIII, 257 6. ?r. 
n. 6 m." 

* Sefrmg'g 2Berfe. »b. II -III. (Slberfclb, M'3 Sla^f. 1883. 
8«. 392 u. 307 6. $r. n. 1,50 9)«. 

* Danton ober bie loa^re greunbfcbaft. Sie alte Jungfer. Son 
©ott^olb (Sp^raim Seffing. (SIberfelb, SoU'iS 3la4f. 1883. 8«. 35 6. 
$r. n. 0,20 ÜW!. 

Museum. Sammlung litterarischer Meisterwerke. In neuer Recht- 
schreibung. Nr. 52, 

* Emilia Galotti. Ein Trauerspiel in 5 Aufzügen von G. £ 
Lessing. [Gabelsberger stenographische Büchersammlung. In stene 
graphischer Schrift nach F. X. Gabelsberger. Nr. 3.] Leipzii 
Kleemeier. 1883. 12 «. 116 S. Pr. n. 1,80 Mk. 

* 5)cr Srcigcift. C!in fiuftfpicl in 5 Slufjügen. S)er ©4a6. 
Suftfpiel in 1 'Jluf^uge. iBon ©ott^olb dp^ratm Sefftng. (Slberfelb, SoCL*d 
$Ra*f. 1883. 8". 41 6. ^r. n. 0,30 üWf. 

Museum. Sammlung litterarischer Meisterwerke. In neuer RedM.^ 
Schreibung. Nr. 50. 

* Saofoon ober über bie ©renken ber Waleret unb $oeite. 9^^ 
®ott6. epfer. Seffing. (Slberfclb, SoU^ö SRa*f. 1883. S\ 158 6. ^t. 
n. 0,50 mi 

Museum. Sammlung litterärischer Meisterwerke Nr. 44. 

* Sflinna v. »am^clm ober ^a^ SAX)aUxv^\\vd. dw 8uWipid »«* 




Zur Gh)ethe-9 Lessing- und SchiUer-Litteratur. 



67 



5 «uftügctt »on 8ef|tnö. — Deutfd^ 6(affifct für bcn ©d^ulöebrau*. 
[Ott^ogropl^ie u. S)Tud mä) ben f. bie öftenei^. @^ulen geltenben ^ou 
Wriften.] ©tjgfl. üon 3. ^öljl. 9b*. 3. SBicn, Wlbcr. 1883. gr. 8». 
V, 84 6. $r. n. 0,60 SWf. 

* 9Iat^an ber 9Betfe. 6m bramatifdbed ©ebidbt in 5 ^ußugen Don 
®ott^. 6p^r. Seffmg. [®emd^Ite Seitüte für 6d)u[e u. £)aud ^g. Don 
a. «HtntfdW u. R. Sintc. Sßr. lOJ geipjig, «ßeter. (1883.) gtw 16». 
112 S. $r. n. 0,30 mi 



h 



i' 



3. Sohiller-Lltterator. 

• S<tiDet'S SBerte. — »b. III. SDBaUenfteing fiager. 2)ie $iccolo* 
nini. ^UenfteinS Zob. aßtl^elm ^ell. ^Jungfrau t^on Orleans (116, 
119, 97, 107 ©.); »b. IV. 3)on ßatlog. IBraut üon aKeffma. $W« 
bra. S)er 9{effe aU Onfel. 2)er aRenfd^enfeinb. ^ulbtgung ber fünfte. 
(179, 86, 52, 44, 21, 10 ©.); JBb. V. SP^igenie in Slulig. ©jenen 
QuS ben $^öniiierinnen. SRacbet^. Suranbot. S)er ^araftt. 9la<Jblag 
(66, 22, 74, 80, 64, 85 ©.); IBb. VI. ©ef*i*te be^Slbfallg ber »er* 

einigten 3Rieberianbe (312 S.); IBb. VII. ©ef^id^tc beg brci^igjä^rigen 

«riegö (336 ©.); »b. VHI. ^rofaifie ©«riften (332 ©.); S3b. IX. 

ÄWne ©dbriften t)ermif*ten Sn^altg (616 ©.) — eiberfelb, &>U*d SRa*f. 

1883. 8«. $r. ä n. 1,50 mi 

'^ ©cbiUer'd fämtltd^e 9Berte in 15 Sänben. äJlit Einleitungen non 
«atliSoebete. fflb. V— VH. ©tuttgart, ßotta 1883. 8». 284, 248, 
W6 6. $r. ä n. 1 ajlf. 

Cotta'sche Bibliothek der Weltlitteratur Bd. 31. 41. 57. 

» ©*iller'S SEerfe. »b. V— XU. [SOBaUrot^'g Slafriler-Jöibliot^ef 
Hfl. bon aS. Sänge u. % Oefer. S3b. 6. 10. 12. 16. 19 — 22.] 
««ön, SBoUrot^. 1882. 8^ 390, 304, 302, 320, 316, 344, 271, 
307 e. $r. ä n. 1 M. 

♦ ©4iDer*3 ffletfe. Sb. III. & IV. fS)eutf4e SRational»Sittcratur. 
6<fbtiW=tritif*e »umgäbe. Unter ÜJlitnjirhing t)on Slmolb, 93alfe, 33artf* 2C. 
^. bon 3, ftürfd&ner. Sief. 3. 13—15. 73—77.] ©tuttgart, ©pcmann. 
1882 — 83. 8^ XXXII, 409 ©. m. 2 eingebr. litclüignetten & LXIII, 
*79 S. $r. n. 6,50 m 

* Weine ©dbriften bermif^ten Sn^altd. SSon griebridt t)on ©filier. 
Öbetfdb, Soü'ö 3fla*f. 1883. 8^ 616 ©. $r. n. 1,60 aJW. 

Museum. Sammlung litterarischer Meisterwerke. In neuer Becht- 
Schreibung. Nr. 20. 

• ¥rofaif*c ©Triften. Son griebri* t). ©*iUer. (Stterfelb, SoU*g 
*«*f. 1883. 80. 332 ©. $r. n. 1 SKf. 

Hnseum. Sammlung litterarischer Meisterwerke. In neuer Becht- 
»ehTeibung. Nr. 24. 

♦ ft*in-5j ffaUapen. gät ben @d)uU unb $tit)atftAxauÄ) \)txa>Mb* 



68 Litteratur und Miscdlen. 

gegeben unb mit alpbobetifcb geotbneten erläuterungen Derfeben Don fltelf 
®9. Seipsig, 9teclam \m. 1888. gr. 16^ 97 6. $¥. n. 0,20 SU. 
Bec]am*8 „UDiversal-Bibliothek'^ Nr. 1710. 

* Sie Staut ))on aReffma ober bie fetnblicben Srüber. (Sin Ztouet« 
ft>iel mit (Sbören t)on ^ebndb t). @<biQei. [©emdblte Settüre ffir @cbule 
n. $>aud btiSg. non Sl. ()entf(bel u. ft. Sinfe. 9lr. 11.] Seipsig, 9^ec. 
(1883.) gr. 16^ 86 S. $r. n. 0,30 SDM. 

* La Fianc^e de Messine, par Schiller. Expliqu^e litt^rale- 
ment par Schnaufer, traduite en fran9ai8 par Ad. Begnier. Paris, 
Hachette et Cie. 1882. 12<>. 339 S. Pr. 3 Fr. 50 c. 

Gehöi*t zu „Les Auteurs AUemands expliqu^s d*apr^ one me- 
thode nouvelle par deiix traductions fran9ai8es.^^ 

* La Fianc^e de Messine; par Schiller. Traduction fhin9ai8e 
par Ad. Regnier, avec le texte allemand en regard. Paris, Hachette 
et Cie. 1883. 16^ 195 S. Pr. 2 Fr. 

Gehört zu den ,,Traductions Fran^aises d'Auteurs classiques 
Allemands." 

"^ @(biUer*d ®ebi(bte. ^ür bad beutf(be SoU erläutert unb mit auS* 
fübriiiem Flamen« u. äBortregifter loerfeben non Aarl dbuarb $utfclbe. SRit 
ecbiüefg Portrait, fieipjig, SDBartig. 1884. 8®. XII, 339 ©. $r. n. 
2,40 m. (Schlnas folgt) 

Lltteratnr und Hiscellen. 
Allgemeines. 

[133.] The Librai7 Journal Ofßcial Organ of the American 
Library Association chiefy devoted to Library Economy and Bi- 
bliography. Vol. Vin. New York, Leypoldt. 1883. 4®. Erscheint 
monatlich. Pr. $ 4. (S. Anz. J. 1883. Nr. 867.) 

Enth. in d. Septbr.-Octbr.-Nr. 9 — 10: Conference of Librari- 
ans. Buffalo, August, 1888: Address of the President J. Winsor 
— S. B. Noyes, Report on Cataloguing — J. L. Whitney, a 
dem Proteus — J. L. Whitney, List of Books with Changed Titles 
Supplements to Poole*s Index — J. S. Billings, Washington Libra< 
ries — J. Edmands, Keport on Library Architecture — H, A. Hoi 
mes, New York State Library — C. A. Cutter, Classification 
Notation of the United States — M. Chamberlain, Report on Fi( 
tion in Public Libraries — C. A. Cutter, the Buffalo Public Libi 
in 1983 — Miss M . . A. Bean, Report on the Reading of tH?^ 
Young — Miss T. H. West, the Usefulness of Libraries in Smaa.// 
Towns — S. S. Green, Report on Libraries and Schools — W. X 
Poster, Report on Aids and Guides to Readers — Guy A. Brown, 
State Libranee, their Management and Support — R. B. Bowker 
^äe Work of tbe 19th Century Libtaxian lot \S(v^ IaVs^xUil of tb$ 



Litterator und Miscellen. 69 

20th — J. Edmands, Plan for Nambering Congressional Docu- 
ments — (Cooperation Committee, Condensed Bules for an Author 
and TiUe Catalog — Proceedings — Members present — Officers 
and Committees of tbe Association — Supplement: Co-operative 
Index to Current Periodicals. 

In der Novbr-Nr. 11: Editorial — E. C. Richardson, Classi- 
fication of Theology — Library Economy and History — Bibliography 
— Anonyms and Pseudonyms — Literature for the Young — Li- 
brary Pnrchase List-Notes and Queries — Greneral Notes. 

[134.] The Bibliographer. A. Journal of Book-Lore. London, 
EUiot Sbock. (S. oben Nr. 8.) 
Enth. im Januar-Heft Nr. 26 : S. 25—30 Some Magical Works. 
By P. Poingdestre Carrel (Fortsetz, folgt) — S. 80—34 The 
Author of Sandford and Merton — S. 34 — 36 Early Manuscripts. 
By C. H. Wall (Portsetz, folgt) — S. 36—39 The Haigh HaU 
Library — S. 39—45 John Payne Collier and bis works. (Part III.) 
By Henry B. Wheatley — 8. 45 — 48 Beckford Säle — S. 48—56 
BeviewSf Notes and News, Correspondence, Index Society, Libraries. 

[135.] * n Bibliofilo Giomale dell* arte antica e modema in 

istampe e scritture e ne* loro accessorii e omati colla relativa 

giurisprudenza compilato da una Societä di Professor! e Amatori 

e diretto da Carlo Lozzi. Anno IV. Bologna, Societa tipogr. 

giä compositorL 1883. Lex. 8^ Monatlich 1 Nr. il 1 Bog. 

Pr. 6 L. f. Italien, 8 L. f. d. Ausland. (S. Anz. J. 1883. 

Nr. 869.) 

Enth. in Nr. 7 — 8: Di un esemplare di Opera Ebraica rarissima 

8e(^^ nella Biblioteca della Universitä di Bologna (L. Modona) — 

Akime Postille H. U. Foscolo (G. Biadego) — Archivii e Biblio- 

tecbe notarili (B. Persiani) — II perito Calligrafo per la verificazi- 

^ degli autografi (C. Lozzi) — Ancora di G. B. Belaso e delle 

^ sooperte (P. Biccardi) — La B. Calcografia Bomana alla mostra 

^i Borna (C. Lozzi e G. Cugnoni) — La Lingua Italiana in Fran- 

Q* (G. Gambinossi) — ün libro di Prospettiva del 1732 (A. Mo- 

^) — Hotizie di un curioso Libro Francese del sec. XVn. (D. 

QÜTi) _ Gli Ex-Ubris (C. Arlla) — Varietä archivistiche e biblio- 

IS^whe (A« Bertolotti) — Bollettini bibliografici. Notizie varie di 

^biografia modema ecc. 

[136.] Annales du Bibliophile Beige Nouvelle Serie publ. par 
Pr. J. Olivier. Tom. II. Bruxelles, Olivier. 1883. 8«. (S. Anz. 
J. 1883, Nr. 778.) 
Enth. in Nr. 5 (oder der ganzen Beihenfolge 17) vom Decbr.: 
^Oiüigniphie Hjraldique. (H. Armorial universel du XYIe siäcle.) 
^ h Cte Ifanrin Nahuys — Catalogue des Livrea anoVexsL^ ^\) 
^Metui §D wmite cbez Fr, /. Olivier. 



70 Litterator und Miscellen. 

[137.] Magyar könjv-szemle. Eözrebocsätja a m. nemxeti 
müzeum könyvtara. Hetedik ^vfolyam. Budapest, mag. tudoman. 
akad. könyvk. hivat. 1882. gr. S^. Jährlich 6 Hefte, (ß. Ans. 
J. 1883. Nr. 10.) 

Die beiden letzten Hefte vom Sptbr. bis Decbr, enthalten: Eälmän 
Thaly, Vier unbekannte Ungar. Kalender 1683—1708. S. 255— 56 — 
Dr. Aren Kiss, Briefe von Peter Bod an Gedeon Bäday in Bücher- 
sammlungs-Angelegenheiten S. 257 — 63 — Kaiman B^v^sz, Bei- 
träge zur Bibliographie unserer Gesangbücher S. 264 — 69 — BAa 
Majläth u. Karoly Kudora, Beiträge zur alten Ungar. Bibliothek 
von Karoly Szabo S. 270 — 73 — Beiträge zur Geschichte der Buch- 
druckereien der Klausenburger evang. reformirten Kirche u. Haupt- 
lehranstalt S. 274—88 — Bela Majläth, Zur Geschichte der Biblio- 
thek des Szakolezaer Franzordens im XVII. Jhrhdt. S. 289 — 305 
— Manuscripte aus der Bibliothek des Graner Domcapitels S. 306 — 35 
Sandor Szilägyi, Zur Geschichte der Corvina S. 336 — 40 — Bela 
Majläth, Bericht über den Stand der Bibliothek des National -Mu- 
seums im J. 1881—82. S. 340—50 — Vilmos Fraknöi, Ein 
unbekannter Brief Peter Päzmäny*s an Gabriel Bethlen vom J. 1629. 
S. 351 — 56 m. 1 facsim. Fol. Bog. — Jänos Csontosi, Die Unga- 
rische Landes-Bücherausstellung (Schluss) S. 357 — 70 — Beiträge 
zur alten Ungar. Bibliothek von Karoly Szabö S. 371 — 72 — Unser 
Vaterland interessirende Bevue des Auslandes : Jänos Csontosi, Auf 
unser Vaterland Bezug habende Mss. der Krakauer Jagelion. Biblio- 
thek S. 373 — 98; Vilmos Fraknöi, Ein unbekanntes Werk des 
Canonisten Jänos Erdelyi aus dem XIV. Jhrht. in Rom S. 399 — 401; 
Jänos Csontosi, Ein im Ms. verbliebenes Werk aus dem J. 1606 
in Olmfttz S. 402—7 — Vermischte Mittheilungen S. 408 — 20 — 
Schulberichte über das Schuljahr 1881—82. S. LVII— LXXV — 
Ignäcz Horväth: die Ungarische Litteratur 1882. (2. MittheiL 
S. LXXVI — XCVIII; Vaterländische nicht ungarische Litteratur 
S. XCVIII — CV ; Unser Vaterland interessirende ausländische WerkOHi 
S. CV— CVII); Die Ungarische Litteratur 1882 (3. MittheiLl^ 
S. CVni — CXXIII; Vaterländische nicht ungarische Litteratu^H 
S. CXXIV— CXXVIIl; Unser Vaterland interessirende Werke de^ 
Auslands S. CXXIX— CXXX. Hierüber: Ausweis über die 
Jahrg. 1882 der Magyar Könyv-szemle vorzeichneten Bücher. 1 B 
[138.] Mittheilungen für Autographensammler. Bedactei 
Fischer v. Böslerstamm in Graz. Verlag von List & Franc] 
in Leipzig. 8^ Erscheint monatlich ä c. ^/2 — 1 Bog. Pr. 
2 Mk. pro Semester. 
Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen, das Interesse 
Deutschen Autographensammler fQr ein ihren Zwecken ausschlies^' 
JJch dienendes Fachblatt zu erwerben u. rege zu erhalten, erschein^ 
e^!, wie der JEferausg. schreibt, fa&l a\a «m Wa^atück, mit einem 



Litteratur und Miscelles. 



71 



ei' 



fiolcheD Versuche zum dritten Male hervorzutreteu. Man sollte aber 
denn doch meinen, dass Deutschland genug Autographen-Liebhaber 
u. Sammler besitze u. betreff. Händler aufzuweisen habe, mit deren 
Hilfe« falLs sie ihre eigenen Interessen nur richtig verstehen, das 
yorL Monatsblatt gedeihlich am Leben erhalten werden könne. 

Bibliographie. 

[139.] lets over Magnus Hendricksz, en Hendrick Magnusz 
„yermaarde boekbinders" der 17e eeuw. Door J. F. van Some- 
ren. S. L (1883.) 4«. 12 S. m. 1 Taf. in Parbendr. 

Das vorl. fleissige Schriftchen enthält die Frucht dankens- 
werther Specialuntersuchungen, welche der Verf. über das Leben 
und die Arbeiten zweier hervorragender Buchbinder Amsterdams, 
Magnus Hendricksz 1610—74 u. Hendrick Magnus zoon 1639—88, 
in den Archiven u. Bibliotheken der Niederlande mit Sorgfalt an- 
gestellt hat Von besonderem Interesse ist eine aus dem J. 1665 
stammende Rechnung, welche einen Einblick in die damals üblichen 
BQcbbiDoierpreise gewährt Die beigefügte vorzüglich hergestellte 
Tafel enthält die Abbildung eines äusserst zierlichen Einbandes 
ÄBes kl. Octavbuches mit der reichsten u. geschmackvollsten Gold- 
PW85ung. E. V. Zahn. 

[140.] SlOgemetne Bibliographie für ^^eutfdblanb. 9Böd^entltd&ejS ^er« 
Äri6 aller neuen @rfcbeinungen im ^lt>e ber Siteratur. $)erauS« 
flegeben unt> t>eilegt t)on ber 3. @. $)inrt4g'fc^en SBud^^anblung in 
8^9. 8». 52 3lit. k 1 Sog. in ber «cgcl. $r. n. 6 mi 
(S. «nj, 3. 1883. «r. 115.) 

Durch Pünktlichkeit im Erscheinen, sowie Sorgfalt in der ße- 
Aktion allbewährt. 

[Ul.] Deutscher Journal-Katalog für 1884. Zusammenstellung 
^OQ 1550 Titeln deutscher Zeitschriften systematisch in 44 ßu- 
J^riken geordnet 20. verbesserte und vermehrte Auflage. Heraas- 
^geben von 0. Gracklauer's literarischem Auskunfts- Bureau 
Jn Leipzig. (1883.) 8«. 44 S. Pr. 0,75 Mk. (S. Anz. J. 
1883. Nr. 15.) 

[U2.] Bibliographie de la France Journal gdneral de l'Im- 

Priinerie et de .la Librairie Publid sur les Documents fournis 

P«r le Ministöre de V Interieur. Sdiie II. Tom. XXVni. Annee 73. 

^^ au cercle de la Librairie. gr. 8^ Wöchentlich 1 Nr. ä 

c. 3 Bog. Pr. n. 20 Pr. in Frankreich u. 27 Mk. in Deutsch- 

«öd. (S. Anz. J. 1883. Nr. 269.) 

Krscheint in der seither gewöhnlichen Weise, in drei Abtheil. : 

^ Khliographie, die mit sehr anerkennenswerther Sorgsamkeit redi- 

^fl. Mverlässig ist; II. Chronique; ÜI. Feuilleton. 

[U8.J ♦ A hiief Hand-book of English Authors, By 0«»cw 



72 Litfceratar und Miscellen. 

Fay Adams. Boston: Houghton, MifElin. 1884. [1888.] 12^ 
5 0. 162 S. Pr. 75 c. 
Alphabetical list of prominent English Writers-Essayists, No- 
velistSy Poets, Historians, Scientists, Theologians etc. The date of 
birth and death giyen, and the publishers, with a brief characteri- 
zation of the writer*s works and bis place in literature. In manj 
cases lists of works given. A convenient litüe hand-book for every- 
day reference. 

[144.] Bibliotheca Bolgica. Bibliographie g^n^rale des Pay- 
Bas publiee par Ferd. Vander Haeghen, etc. Livr. XLI — XLIV. 
Gand. 1883. kl. 8^ Zusammen 112 Nrr. Pr. n. 7,90 Mk. 
(S. oben Nr. 16.) 

[145.] Bibliographie nationale Dictionnaire des ^crivains Bei- 
ges et catalogue de leurs publications 1830 — 1884. Liyr. 4. Bra- 
xelles, Weissenbrach. 1883. Lex. 8^ S. 289 (sie!) — 884. 
Pr. n. 2,50 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 679.) 
Enth. die Artikel „Cordier'' bis „Defontaine.'^ 

[146.] * Brinkmanns Catalogus der Boeken-, Plaat- en Eaart- 
werken, die gedurende de jaren 1850 — 1882 in Nederland zijn 
uitgegeven of herdrukt; in alphabetische volgorde gerangschikt 
met vermelding van den naam des uitgevers of eigenaars, hat 
jaar van uitgave, het getal deelen, de platen en kaarten, het 
formaat en den prijs, door B. van der Mealen. 1. Afl. (7el 1 — 10.) 
Amsterdam, Brinkman. 1883. gr. 8^. 80 S. Pr. 2,50 FL 

[147.] Svenskt Boklexikon. Aren 1880 — 1865. Utarbetadt 
of Hjalmar Linnström. Senare DeL Hft. 43 — 46. Stockholm, 
Samson & Valiin. 1883. 4^. S. 673—736. Pr. n. 8 Mt ä 
Doppelhft. (S. oben Nr. 17.) 

Enth. die Artikel „Tidskrift" bis „Wachenhnsen.'^ 
[148.] Przewodnik Bibliograficzny mieeiQcznik dla wydawcow, kn^ 
garzy, antykwanow, jako Uz czytajc^cych i knpujc^cych kni^iki wyda— 
wany przez dra Wladyslawa Wis/ockiego. Bok VII. 1884. Erakoir 
Gebethner i Sp. 8^ Monatlich 1 Bog. Mit Register. Pr. 1 Fl (S 
Anz. J. 1888. Nr. 152.) 

Genauigkeit u. Zuverlässigkeit der Angaben, promptes Er- 
scheinen u. gefalliges Aeussere empfehlen das Blatt, wie ich 
rühmen wiederholt Anlass gehabt habe. 

[149.] * Bepertorium van de Nederlandsche Jurispmdentie en 
Bechtsliteratuur over de jaren 1878 — 1882. (le Serie.) 's Har- 
togenbosch, van Heusden. 1883. gr. 8^ 6, 308, 268, 2S4, 
265, 252, 86 S. Pr. 15 F. 

[150.] * Lijst der Book werken geregistreerd op het Depart^ 

aent van Jastitie volgens artt. 24 — 26 der wet vän 28 Jani 

1S81 tot regeling van liet kulexjücai^do^u \^\\;|.«^«H«a door da 



Litterator und Miscellen. 78 

Yereeniging ter bevorderingr yan de belangen des Boekhandels. 
Amsterdam, Boelofizen en Hfibner. (Amsterdam, N. G. van Käm- 
pen, secretaris der Vereeniging.) 1883. gr. 8®. 8 u. 416 S. 
Pir. 2 P. 

[151.] * aRitteilunden über Sugenbfc^riften an Qitexn, Sehtet unb 
9ibIiotl^entM>rftänbe, beraudgegeben t)on bet Sugenbfc^riftenccmmifrton 
bcd fdboeöeiifdben Sebretoereind. $)ft. 8. pro 1888. Slarau, 6auet« 
länbcr. gt. 8^ 70 6. $t. n. 1 SDlf. (S. Slnj. 3. 1883. 3lx. 160.) 

[152.] Jabrbncb der Schule Gabelbergers auf das Jahr 1883 
k 1884. Herausgegeben vom König], stenographischen Institut 
zn Dresden. Bedigirt von Dr. Max Weiss und Dr. Max Fröh- 
liger. Nebst einer Literaturübersicht von Prof. Dr. J. W. Zeibig. 
Dresden, Huhle in Comm. kl. 8^. Enth.: J. 1883. S. 78—98 
k J. 1884. S. 87—111 Uebersicht der seit October 1331 bis 
Ende October 1883 erschienenen stenographischen Schriften. 
(8. Anz. J. 1882. Nr. 231.) 

Zuverlässiger u. vollständiger findet man Uebersichten der 
wnesten stenographischen Littei'ator wohl nirgends anderswo. Leider 
ist mir zu bedauern, dass man in der vorl. uebersicht nicht mehr, 
^e man früher zu thun pOegte, diejenigen von den angeführten 
Scbriften, welche in der Bibliothek des Dresdner stenographischen 
Institats zu finden sind, besonders kenntlich macht 

[153.] ^ Nach Materien geordnete Überschau der Berg- und 
Hflttenmännischen Litteratur Deutschlands und des Auslandes, 
sowie verwandter Zweige [unter Berücksichtigung von Aufsätzen 
^blagender Zeitschriften], nach Befinden mit kurzen biblio- 
^pbischen Besprechungen. Ein Wegweiser fOr Berg- und 
Hüttenbeamte, Ingenieure und Studierende. Jahrg. 1883. Frei- 
^, Engelhardt. gr. 8®. C. 4 Nrr., wovon 1 ä 2 Bog. Pr. 
^ 0,80 Mk. 

[154.] &ifh)rif(Jbe Seitf(btift bri^g. »on i>, t>. 6^e(. SReue ^Ige 
Xr. Sb. ber ganien IRdbe 51. Sb. $>ft 2. (Sabtg. 1884. ic)ft 2.) 
Stengen u. ficipjtg, Olbenbourg. 8^ Gntb. ©. 265—384: fiüeraturc 
Mt (©. «nj. 3. 1883. Kr. 1121.) 
Eoth. 104 Nrr. Leider haftet dem Berichte der grosse 
*^gel an, dass die Titel der besprochenen Schriften zwar ihrem 
^^9ti Wortlaute nach angeführt, aber ohne Angabe des Formats 
\ der Seitenzahlen gelassen worden sind. In den früheren 
IiHi^tnrberichten hat man denn doch diese Angaben f&r nöthig 
^ wflnscheDSwerth gehalten u. desshalb hinzugefügt, zumal noch 
<ft einer Zeit, wo die Zeitschrift in der günstigen Lage war, ihren 
^^m die Ciottinger „Bibliotheca historica", in der sie sich über 
A besprodienen Schriften bibliographisch genau orientireii VoiiTi\Ai;\) 
A Befl%)9 bieieo eü köanen. 



74 Litteratar und Miscellen. 

[155.] * Essai d'une Bibliographie de la Noavelle-Galödonie 
et d^pendances. Par L. Vallee. Paris. 1883. 16 ^ 68 S. Pr. 
D. 2 Mk. 

[156.] Leopoldina. Amtliches Organ der Kaiserlichen Leopoldi- 

DO-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher hrsg. 

von C. H. Knoblauch. 18. Hft. Jahrg. 1882. Halle. 4®, Enth. 

u. a. Nekrologe von Mitgliedern der Akademie mit angehängten 

Verzeichnissen ihrer Schriften. 

Dergl. Schriften- Verzeichnisse finden sich: S. 20 — 21 des 
Zoologen Prof. Dr. Keinhold Ilensel (1826—81); S. 74—78 des 
Vorstandes der Bogenhausor Sternwarte (1805 — 79); S. 110 — 13 
des Physikers Prof. Eduard August v. Hering (1799 — 1881); 
S. 123—24 des Oberbergraths Dr. Ferdinand Reich (1799 — 1882); 
S. 165 — 68 des Veterinärs Dr. Adam Ferdinand Adaraowicz 
(1802—1881); S. 195—96 des Geologen Dr. Gustav Herbst 
(1809—1881). 

[157.] Zur Geschichte der Dantoausgaben von Philalethes von 
J. Petzholdt. [Separatabdruck aus ,,Petzholdt, Neuer Anzeiger 
für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft'S December 1883 
und Januar 1884.] Dresden, Druck von Pässler. gr. 8®. 14 S. m. 
1 Taf. Facsim. (S. Anz. J. 1883. Nr. 1103 & J. 1884. 
Nr. 4.) 

Exemplare mit facsimil. Tafel sind nicht im Handel, nur 
einige wenige ohne Facsim. verkäuflich. 

[158] * Speeches of C. Dickens (1841—1870). Edited ant 
profaced by Richard Herne Shepherd. With new Bibliography^ , 
revised and enlarged. London, Chatte, 1883. 8«. 420 S. Pr. 6 ^^. 

[159.] * (Per nozze Camerano-Lessona.) Dr. Vitaliano Donaths, 
naturalista. Lettere inedite, pubblicate da Vincenzo Armand«:^; 
con la Bibliografia dei lavori del Donati. Ancona, tip. MoreL'Xl 
1883. gr. 8«. Nur 30 numer. Exempl. 

[160.] * Poesies choisies de Gentil-Bernard, avec une noÄco 
bio-bibliographique par Fernand Drujon. Paris, Quantin. 183 d. 
8«. XX, 371 S. m. Portr. u. Verzier. Pr. 10 Fr. 

Geliört zu den „Petits Poötes du 18 e siöcle, publiös avcc 
notices bio-bibliographiquos sous la direction d'Octave Uzanne. 

[161.] * ®oet^e^^ Söricfe. iBcrjeidtni^ bccfclbcn unter Angabe w« 
Quelle, Ott, S)atum unb ^ilnfangSmortcn. UeberftcbtUcb nad) ben Qn^ 
pfdngem geocbnct, mit einer hir^en IDarftellung beS SBer^ItiüHeiS ©octfe'd * 
ju biefen unb unter Snittbeiiung tielei bi^b^r ungebrudten Sriefe 
©oet^c'ß. aSon Sc Streblfc £icf. 17—20. »etlin, i>Mpü. 188»- 
gr. 8^ IL »b. ©. 289—480. $r. k n. 1 31«. (6. Vm^ 
S 1880. SKr. 794.) 



Liiteratnr and Miscellen. 75 

[162.J * MissioDSSchriften-Katalog. Yerzeichniss der neueren 
litierarischen Erscheinungen auf dem Gebiete der äusseren Mis- 
sion. Luther -Litteratur-Catalog. Leipzig, Buchb. d. Yereins- 
hanses. 1888. 8®. 23 S. Pr. n. 0,25 Mk. 

[163.] * Les Historiens et les Critiques de Raphael (1483 — 
1883), essai bibllograpbique pour servir d'appendice ä Fouvrage 
de Passavant, avec un choix de documents inddits ou pcu connus. 
Par Eugene Müntz, conservateur de TEcole nationale des Beaux- 
Arts. Paris, Hachette et Cie. 1883. 8^ 178 S. Mit Rapbael's 
Portraits. 

Gehört zur „Bibliotbäque internationale de TArt". 

[164.1 * The Bibliography of Swinbume. A bibliographical 
list in chronological order of the published verse and prose of 
Algemon C. Swinbume (1857 — 83). London, ßedway. 1883. 
8«. 40 S. Pr. 6 s. (Privatdruck.) 

Enth. 151 Nrr. 

Bnctahftndler- und antiquarische Kataloge. 

[165.] 935rfenb(att für ben 2)eutf((en IBud^l^anbel unb bie mit i(im 
))mDanbten (^äiäft&itoeiqt. ©gentium bed SörfeniDeTeing ber S)eutfcben 
9u(^Mnb(er. Skrantm. SRebacteur: lUla^ @Detö. LI. 2SA^^9<ing. Selpjtg^ 
Sleifd^er in (Somm. 4^ Xdglicb mit ^uiSnal^me bei Sonn^ unb %i^U 
tage 1 ^r. ä 1—2 Sog. (©. Slnj. 3. 1883. 3lx. 186.) 
Enthält regelmässig Verzeichnisse der Neuigkeiten des Deutschen 
ßoch-, Musikalien- n. Kunsthandels, sowie auch dergl. auswärtiger 
Handlangen, soweit diese mit dem Deutschen Buchhandel in Ver- 
bindung stehen. — Mit Beendigung des letzten Jahrganges hat 
^ Blatt sein 50 jähriges Jubiläum gefeiert u. als Festgabe dazu 
^De in Druck u. Ausstattung photographisch getreue Copie der 
^- Kr. des Jahrg. 1834 beigelegt erhalten. Leider ist dem Blatte 
^iin Eintritte in die zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts die 
^ör ein paar Jahren dekretirte Entziehung des Postdebits u. die 
^durch veranlasste Preisvertheuerung erhalten geblieben, ohne 
^ die beabsichtigte Absperrung der Leetüre des Blattes vor 
fcn Augen „unberufener Leser" ganz ins Werk gesetzt werden 
hno. 

[166.] Seutfi^e S9u4WnbIcr«2lfabcmie. Organ für bie ©efammt« 
3«tete|{en bc<8 SBu(^^anbcIg unb bet i^m t)ertt)anbtcn ©emcrbe. öcraug» 
jeseben üon C)ennann SBeifebacb. S3b. L &|t. 1. fficimar, fficifeba*. 
ff. 8^ 80 S. $t. n. 0,80 Tll (6. Slnj. 3- 1883. SRr. 1207.) 

[167.] CLVI— CLVIII Katalog des antiquarischen Bücher- 
tagiw Ton Albert Cohn in BerJin. 1883—84. 8\ 1 T\\.,- \J.- 
86 ft; 2 Bl 72 Ä/ 1 BL 71 8. Zusammen 1300 "Sit. 



i 



76 Litteratar und Miscellen. 

Die C/schen Antiqnarkataloge bieten stets nur Ausgew&hlteres 
n. Seltneres, so auch in den 7orl., u. zwar in CLTI n. CLVIII 
aus verschiedenen Wissenschaftsfäcbern u. in CLYII ausschliesslich 
aus dem Fache der Holzschnittwerke, Omamentsticbe u. Bücher 
mit Kupfern. Die sehr werthvolle, über 200 Nrr. starke Beihenfolge 
von Holzschnittwerken — mit dem Holztafeldruck „Historia S. 
Johannis evangelistae ejusque visiones apocalypticae" (8000 Mk.) 
an der Spitze — ist sehr sorgsam katalogisirt n. nach den 
Diuckorten in Deutschland u. der Schweiz, Italien, Frankreich, 
sowie den Niederlanden geordnet. 

[168.] Wilhelm Jacobsohn & Co. Buch-, Musikalien- o. 
AntiquariatshandluDg in Breslau. Antiquariats-Oatalog 53 & 54. 
1883. 8«. 1 Bl. 62 S. & 1 Bl. 56 S. 
Enth. hauptsächlich Deutsche Belletristik, Geschichte u. Geo- 
graphie, Silesiaca, Naturwissenschaft u. Verwandtes, Sprachwis- 
senschaft. 

[169.] Nr. 687 — 89. Antiquarisches Bücherlager Ton Kirch- 
hoff & Wigand in Leipzig. — Geschichte und Geographie. 
I— III. 8«. 2 Bll. 40 S.; 1 Bl. 78 S.; 1 Bl. 88 S. Zu- 
sammen 4674 Nrr. 

Nr. 690—91. Desgl. — Mathematisch -physikalisch -mecha- 
nische Wissenschaften. I— II. 8^. 1 Tit.- u. 47 S. & 1 BL 
50 S. Zusammen 8084 Nrr. 

Eine der angesehensten u. rührigsten Deutschen Antiquarfirmeik.^ 
ist die K. & W.*6che, in deren Katalogen sich viele, viele Tausend^^ 
von meist werthvollen Büchern mit Sachkenntniss u. Accurat 
verzeichnet linden. 

[170;] Nr. 52. Antiquarischer Katalog von Gustav 
Hofbuchhandlung in Cassel. 1883. 8^ 1 Bl. 52 S. 1438 Ni 
Enth.: Protestantische Theologie. 

[171.] K. F. Koehlers Antiquarium in Leipzig. Catalog N 
391. — Classische Philologie. 8^. 1 Bl. 38 S. 987 Nrr. 
Meist Ausgewählteres u. seltner Vorkommendes. 

[172.] Bibliotheca theologica. Lager-Katalog Nr. 149 



c 



Matth. Lempertz' Antiquariat (P. Hanstein) in Bonn. 8®. 1 

Tit.- u. 59 S. 

Enth. sehr vieles Gewöhnliches, nebenbei aber auch so Meui- 
ches, z. B. Wörterbücher u. a., was gar nicht zur TheoloSTi^ 
gehört. 

[173.] N. 59 & 60. Catalogue mensuel de livres anciens et 
modernes en vente k la Librairie H. F. Münster (G. Goldsch^gST 
sacc.) Verone. (1888.) 8^ 1 Bl. 16 S. & 1 BL 38 S. 
JEntb.: Agricoltura 397 Nrr. & ^edidüu. %\^ Urt, 



Litteratar und Miscellen. 77 

[174.] Jacob W. Pascheies, bebr. Verlag, Buchhandlung and 
Antiquariat, Prag. 20. Catalog. — Hebraica und antiquar. Ju- 
daica. Mit bibliographischen und historischen Daten, zur Eennt- 
nisB und Würdigung der hebr. Literatur, vom Herausgeber. 8^. 
2 Bll. 48 8. 1006 Nrr. 

[176.J 87. Antiquariats-Eatalog von Simmel & Co. in Leipzig. 
— Classische Philologie, ni. Alterthumswissenschaft. 8®. 1 Bl. 
91—147 S. 3067—40 811 Nrr. (S. oben Nr. 87.) 

[176.] 48. Pietro Vergani Milano. Gatalogo di Libri antichi 
e modemi. 8^ 1 Bl. 53 S. 1327 Nrr. 
Grösserentheils Italien. Litteratur, hauptsächlich Theologie, 
Naturwissenschaft, Gkschichte, Schöne Künste u. Wissenschaften. 

Blbltottaekwlssenscliafl;. 

[177.] Monthly Notes of the Library Association of the Uni- 
ted Kingdom. Vol. IV. (S. oben Nr. 66.) 

Enth. in Nr. 11: Ofücial Notices — November Monthly Mee- 
ting: Paper by E. M. Borrajo, „Bichard Person as a Librarian*' 
-- The Gardyne CoUection at Glasgow — Library Notes — Ca- 
talogues and Beports — Gorrespondence, etc. B. 

Btbllottaekenletare. 

[178.] * The Home Library. By Arthur Penn (pseud. for 

J. Brander Matthews). [Appletons* Home Books, no. 11] New 

York, Appleton. 1883. 12«. 154 S. Pr. 60 c. 

Enth.: A plea for the best books; On the buying and owning 

oHooks; On reading; On fiction (with a list of a hundred best 

liOTels); On the library and its fumiture; On bookbindiug; On the 

^ing of scrap-books; On diaries and family records; On the 

lending and marking of books; Hints here and there. Appendix: 

A ÜBt of authors whose works should be found in the home library, 

'^«wd npon Leypoldt's „Books of all time". 

Bibllothekenkunde. 

[179.] * Catalogue of the Library of the Peabody Institute, 
Baltimore. Part I: A*G. Baltimore. 1883. 8<>. 6, 2, 868 S. 

[180.] Hand-book for Beaders in the Boston Public Library. 
Containing the regviations of the library, with an account of the 
Citalogues, Indexes to notes about books, Indexes to periodicals, 
& catalogue of books about patents, and other Information. New 
Edition. Boston, print. by Order of the Trustees. 1883. 16<>. 
1 BL 152 S. 
Der Bibliothekar Meilen Chamberlain, Amtsnachfolger des 
J^en Bibliothekars der Harward-Universität Justin Witv^ot, \\^\> 
TOD diesem ab Erbe übertragen erhalten, den Lesern der B\\A\o\^<^Y 



78 Litieratar nnd Miscellen. 

behufs leichten n. nutzbringenden Gebrauches so ^el als möglic' 
Unterstützung zu gewähren. Zu diesem Zwecke dient das vorlieg 
Büchelchen, worin die Leser eine Menge Nachweisungen mitgetheil 
finden, die ihnen bei der Benutzung der Bibliothek nothwendig ode 
wenigstens wünschenswerth sind, wie: Begulations; Catalogues; In 
dex to the notes about books and reading and to the special bool 
lists found in the catalogues of the Boston Public Library an( 
other libraries, and also in periodicals; Encyclopaedias ; Patents 
Copyright; General Information; Chronology of the Library; Werl 
of Art; Growth of Library and use of books; Cautions, etc. 

[181.] * Catalogue of the Public Library of Indianopolis [mad 
by A. Tyler], Indianopoüs. 1883. 8«. 42 & 24 S. 

[182.] * Testimonials in favor of the candidature of Mr. Graem 
Mercer Adam, for the position of Librarian of the Free Pubii 
Library, Toronto. Toronto. March 1883. 8®. 15 S. 

[188.] Catalogue of additions to the Library, U. S. P^ten 
Office, May 1, 1878 — May 1, 1883. [Made by Westen Plint 
Washington. 1883. 8". 2 BU. 452 S. 

[184.] * Katalog der Handschriften der Königl. öffentliche! 
Bibliothek zu Dresden. Im Auftrage der Generaldirection de 
Königlichen Sammlongen für Kunst und Wissenschaft bearbeite 
Ton Professor Dr. Franz Schnorr v. Oarolsfeld, K. Bibliothekai 
Bd. n. (Enthaltend die Abtheilungen I — M.) Leipzig, Teubner 
gr. 8^ IX, 588 S. Pr. n. 15 Mk, (S. Anz. J. 1882. Nr. 857. 

Enth. die Handschriften zur Deutschen u. Sächsischen Ge 
schichte, das Deutsche Beich u. die Deutsche Litteratur. Dem vorl 
II. Bde werden später noch zwei andere folgen. 

[185.] * Inventaire-sommaire des Manuscrits des Bibliothö 
ques de France dont les catalogues n*ont pas 6i4 imprim^ 
publik par Ulysse Bobert, employe au Departement des Manuscrit ci 
la Bibliotbeque nationale. Fase. 3. [Dijon ä Nico.] Paris, Chan 
pion. 1883. 8«. S. 289—488. Pr. 4 Fr. auf gewöhnl. u. 
Fr. auf gut. Pap. (S. Anz. J. 1882. N. 486.) 

[186.] * Un Manuscrit de la Bibliotbeque du Boi de Fraim. 
Charles V retrouvö h Besan9on; par Auguste Castan, correspo 
dant de l'Institut de France (Academie des Inscriptions et Bell« 
Lettres). Besan9on, impr. Dodivers. 1883. 8*^. 12 S. 

[187.] * Histoire et description de la Biblioth^ue Mazariri« 
par Theodore Berrier, bibliothecaire de la Bibliotbdque MazarixK 
et Henry Jouin, archiviste de la Commission de Tlnventain 
g^n^rale des richesses d'Art de la France. Paris, Plön Noam'i 
et Cie. 1883. 8^ 24 S. Pr. 1 Fr. 50 c. 
Ctebört zum „Inventaire general des richesses d'Art de la 
France/' 



liitteratar und HificeHen. 79 

(186.] * Histoir« et description de la Bihliotb^ne de la Yille 
de Yereailles; par Julee Goiffrey, de la ConvmiBBiim de Tlnven- 
teire gÖD^al des rlchesseB d'Art de la F^rance, et Delerot, con- 
seryatenr de la Bibliotiidque. Paris, Plön Nourrit et Cie. 1883. 
8«. 16 S. Pr. 1 Fr. 

Oefaört lum „InveDtaire g^ndral des richesses d'Art de la 
Prance," 

[189.] Le Scritture in yolgare dei primi tre secoli della lingaa 
rkercate nei Codici della Biblioteca nationale di Napoli dall* 
BBsistente Alfonso Miola. (Continaazione.) Eoth. in : 11 Propug- 
natore Periodico bimestrale di Filologia, di Storiu e di Biblio- 
fSn&A institoito e diretto da Francesco Zambrini. [In Appendice 
alla Oollezxone di Opere inedite o rare.] Tom. XVI. Part. 2. 
Bologna, Eomagnoli. 1883. gr. 8^ S. 281—300. (S. Anz. 
J. 1883. Nr. 836.) 

[190.] * Gatalogns der Bibliotheek van de Overijsselsche Ver- 
eeniging tot ontwikkeling van provinciale welvaai-t, gevestigd te 
Zwolle. 1. Vervolg. Zwolle, erven Tijl. 1883. gr. 8«. 64 S. 

[191.] * Biblioth^ue Boyale de Stockholm. — Catalogue de 
la Biblioth^ne Japonaise de Nordenskiold, coordonnd, revu, an- 
not^ et publik par L^on de Rosny, professeur ä TEcole speciale 
^ Langnes Orientales, et pr^^d^ d*une introduction par le 
Hvqüis d'Hervey de Saint-Denys, de llnstitut, professeur au 
C!o%e de France. Paris, impr. nationale. 1883. 8^. XXIY, 
860 S. 

PriTatbIbllothek en. 

[192.] Catalogue des Biblioth^ues de feu C. A. Emeis, Em- 
P%^ k la bibliotbeque de TAcad^mie ä Leide, J. G. La Lau, 
^* en droit, L. G. Meijer, Ancien-ministre Protestant k Leide, 
^ J. Staffken, Dr. en m^decine. Leide, E. J. Brill. gr. 8^. 
2 ßlL 196 S. 8462 Nrr. (Auct. 16. Febr.) 

. Hauptsächlich Theologie, Schöne Litteratur, Geschichte, Natur- 

^'^^^iwchaft u. Verwandtes, Leidensia. 

[193.] Bibliotheek Mensinga-De Vlieger. — Catalogus van 
^ zelden z66 uitgebreid voorkomende Bibliotheek over God- 
Meerdheit en Kerkgeschiedenis, waarbij zeer curieuse Bijbel- 
^^laven, Martelaarsboeken, Werken der Kerkvaders, belangrijke 
'Henormiogslitteratuur, eene uiterst zeldzame Yerzameling van 
Vtvken van Nederlandsche Godgeleerden van de vroegste tijden 
^ op heden , Voomame Leekenschriften , Zendingsgeschiedenis, 
^^enlijke Boiteolaadsche Schrijvers, Bijbel&che Plaal^^tVeci ^tv 
'^NiiD, PortrMeD ran Godgeleerden, Penningen, Cunoa\\Ä\\«Äi, 



80 Litteratur und Miscellen. 

Boekenkasier enz. Amsterdam, H. G. Born. gr. 8^. 2 Bll« 

154 S. 2528 Nrr. (Auct. 14. Jan.) 
Eine in ihrer Art sehr vorzügliche Sammlung ausgewählter 
theolog. Litteratur der letzten Jahrhunderte aus dem Besitze des 
emer. Pfarrers J. A. M. Mensinga in Friedrichstadt a. d. Eider, 
wozu eine Anzahl von Büchern aus der Yerlassenschaft des Bürger- 
meisters A. De Yiieger zu Herlingen (Zeeland) gekommen ist 

[194.] Nachgelassene Sammlungen der Joh. Nepomuk Hum- 
mel (t 1837) in Weimar und Dr. Hermann Zopif in Leipzig, 
Gesanglehrer und Musikschriftsteller. — Yerzeichniss von Theo- 
retischen Werken über Musik, sowie von seltenen älteren prak- 
tischen Musikstücken und neueren Musikalien, nebst Schriften 
über das Theater, welche von List & Francke in Leipzig zu be- 
ziehen sind. (Antiquarisches Yerzeichniss Nr. 164.) 8^ 1 Bl. 
61 S. S. 2271 Nrr. 

Hervorzuheben sind viele ältere u. seltnere werthvoUe Musi- 
kalien. 

[195.] LYII. Yerzeichniss des Medicinischen Bücherlagers der" 
A. Moser'schen Buch- & Antiquariats-Handlung in Tübingen ^ 
Franz Pietzcker. I. Abth.: Medicinische Olassiker etc. Physio^^ — 
logie und Anatomie. Pathologie und Therapie. Hierunter dLi« 
Bibliotheken der Professoren Heschl und Perls. gr. 8^. 1 &;i 
178 S. C. 8000 Nrr. 

Eine an neueren sowohl als älteren Schriften, namentlich an<^2i 
Dissertationen, sehr reiche u. in den betr. Fächern selten so voXl- 
zählige Sammlung, welche in einer II. Abth. eine Suite von Schrif- 
ten über Gynäkologie, Geburtshilfe, Frauen- u. Einderkrankheiten 
(darunter die von Hecker hinterlassene Bibliothek) enthalten wird. 

[196.] * Souvenir de Pötrarque: notice historique et biblio- 
graphique sur 25 mmss. dont 24 sur parchemin, etc., en pos- 
Session de Louis Arrigoni bibliophile antiquaire etc. Milan, AT' 
rigoni. (Florence, impr. deir Arte della Stampa.) 1883. p. 
8^. (Prachtausg. auf Chin. Pap. mit Petrarca's Portr.) 

[197.] Catalogue de la Biblioth^que de feu C. P. Lensboek» 
Bourgmestre ä Wolfaartsdijk. La Haye, Martinus Nijho£ gr. 
8«. 3 Bll. 121 S. 3561 Nrr. (Auct. 28. Jan.) 

Der verst. Besitzer, ein eifriger Patriot, hat seiner Liebe lU 
dem angestammten Lande in seiner Bibliothek durch eine rddie 
Sammlung von Schriften über Niederländische Geschichte ti. Geo« 
graphie, sowie aus der heimischen schönwissenschafbl. Litteratur be- 
redten Ausdruck gegeben. Neben dieser Sammlung findet sich aber 
auch in der Bibliothek eine beträchtliche Anzahl von werthvoUeB 
a. seltenen Werken aus anderen Wissenschaftisfächem, so dass der 
Herauag, des Katalogs mit B^cVvl «c\vte\\^\>\ ^t,^^ ^^TfiSG&A la biblüh 



Litteratar und Miscellen. 



81 



th^ae de Lensboek offre des träsors en tout genre. Les biblio* 
philes, les savants et les hommes de lettres trouveront tous de 
qaoi satisfiaire leur coriosit^ et les conserrateurs des ddpöts lit- 
teraires publics ne manqueront certes pas de profiter de cette 
oecasion rare poor combler les lacunes des collections confiees k 
leurs soins.** 

[198.] Catalogae de la Biblioth^ue de feu Prosper Cuypers 
?an Velthoven, de GiBoeken, pr^s Breda. La Haye, Martinas 
Nijhoft gr. 8^ 1 Bl. 28 S. 503 Nrr. (Auct. 6. Febr.) 

Hauptsächlich Niederländ. Greschichte u. Litteratur betreff. 

Abdrtteke ans Blbl.-Hand8chrlfteii. 

[199.J * Monumenta tachygraphica Codisis Parisiensis Latini 
2718y transcripsity adnotavit, edidit Guil. Schmitz. Fase. IL 
sancti Johannis Chrysostomi de cordis conpunctione llbros II 
latine Tersos continens. Adiectae sunt XV tabulae phototypae 
notarum simulacra exhibentes. Hannover, Hahn. 1883. gr. 4^. 
VII, 31 S. Pr. n. 10 Mk. (S. Anz. J. 1882. Nr. 889.) 

[200.] Berum Britannicarum medii aevi Scriptores. — Henrici 
de Bracton de legibus et consuetudinibus Angliae. Libri quin- 
qne in varios tractatus distincti, ad diversorum et vetustissimo- 
nim codicum collationem typis vulgati, edited by Sir Trabers Twiss, 
QC., D. C. L. Vol. VL London, Longman & Co. 1883. 
Lex. S^. CXXVII, 541 S. Pr. n. 10,50 Mk. (Anz. J. 1882. 
3 762.) 

[201.] Aus Barcelona ist am 7. Oetbr. 1883 Andren Ba- 
^er y Merino, Bibliothekar u. Conservator des akademischen 
^neeums, erst 35 Jahre alt, gestorben. (Polybiblion, Part, litt^r., 
%bre 1888. S. 546.) 

[202.] Ans Berlin hat J. A. Stargardt's Antiquariat einen 
^eil der von Holtei hinterlassenen Autographen-Sammlung, darunter 
^le an Ludwig Tieck gerichtete Briefe, käuflich erworben. 

[208.] Aus Glasgow hat die Mitchell Library von Alexander 
öordpe c. 2500 Bde u. Broschüren, darunter 1000 Bde Schotti- 
^kt Dichter, geschenkt erhalten. K. 

[204.] Aus Göttingen ist am 16. Decbr. 1883 der Custos 

<ier Universitäts-Bibliothek Dr. Gustav Löwe in Folge eines Scliädel- 

imches, den er sich durch Sturz aus dem oberen Stockwerke des 

fiiUiotheksgebättdes durch den Schacht des Bucheraufzuges in das 

Ürdgeschoss zugezogen hatte, gestorben. 

[205.] Aus Halle ist dem Bibliothekar der Universitäts- 
UUiothek Dr. 0. Hartwig der Charakter als OberbiblioüiQkax n^i- 
Uebßn wcräßB, 

6* 



82 Litteratur und Miscellen. 

[206.] Aus Leipzig »^offerirt C. Herrn. Serbe sammüiche Biblio- 
graphien der Erde pro 1884 zu bedeutend ermässigten Preisen, 
8 Tage nach Empfang.''! (ßörsenbl. f. d. Deutsch. Buchhand. 1883. 
Nr. 292. S. 5856.) 

[207.] Aus London findet sich in „Publishers' Circnlar" 
1883. Nr. 1111. S. 1430—31 die gewöhnliche tabellarische Zu- 
sammenstellung der Productionen des Englischen Buchhandels im 
letztbeendigten J. 1883 mitgetheilt. Die Gesammtzahl dieser Pro- 
ductionen beläuft sich auf 4733 New Books & 1419 New Editions, 
im ganzen also auf 6145 (1021 mehr als im J. 1882, s. Ans. J. 
1883. Nr. 245). Diese 6145 Productionen vertheilen sich anf 
die einzelnen WissenschaftsHlcher in folgender Weise: 912 Theo- 
logy, Sermons, Biblical, «^c. ; 691 Educational, Classical, and Phi- 
lological, 939 Juvenile Works and Tales; 578 Novels, Tales, and 
other Fiction; 223 Law, Jurisprudence, &c.; 225 Political and 
Social Economy, Trade and Commerce; 491 Arts, Science, and Illa- 
strated Works; 285 Voyages, Travels, Geographical Research; 
536 History, Biography, &c.; 159 Poetry and the Drama; 8^7 
Year-Books and Serial in Volumes; 253 Medicine, Surgery, &c.; 
304 Belles-Lettres, Essays, Monographs, &c; 222 Miscellaneons, 
including Pamphlets, not Sermons. 

[208.f Aus London erscheint im Verlage von Bemard Qua- 
ritch, von George William Reid, Keeper of the Prints and Dra- 
wings in the British Museum, „Facsimile Beproductions in photo-— 
intaglio of the Works of the Italian Engravers of the XV th cen — ■ 
tury." — Darunter : „Divina Comedia of Dante, 20 plates, 
to Baccio Baldini, executed from designs by Sandro Botticelli, an« 
published by Landino at Florence in 1481. 



[209.] Aus Moskau hat das öffentliche Museum in 
Victorow seinen Conservator der Mss. durch den Tod verloren: de ^- 
selbe ist am 20. Juli (2. Aug.) 1883 im Kaukasus, wohin er si^czli 
zur Wiederherstellung seiner Gesundheit begeben hatte, gestorb^^o. 
Unter seinen Schriften sind u. a. zu nennen : Catalogue des Mai^ ^- 
scrits Slaveno > Busses d^Oundolski (Moscou 1870), Catalogue ^«s 
Manuscrits Slaveno-Russes de Piskurev (Moscou 1S71), Index chx'O- 
nologique des Livres imprimes en caract^res eccldsiastiques, depiiiff 
1491 jusqu^en 1864 (Moscou 1871). Auch hatte er sich zuietit 
mit der Fortsetzung der von Gorski u. Nevostroulev begonnenen 
Beschreibung der Slavonischen Mss. in der Moskauer Synodalbib?ia- 
thek beschäftigt. (Polybiblion, Part. Litter., Decbre 1883. S. 546— 47.) 

[210.] Aus New York findet sich im „Library Journal^ 

VoL VIIL No. 11. S. 323 berichtet: „H. H. Priiice Ibrahim Hinlf, 

brother of the Khedive, is printing a VyXAx^^i^I^ ^1 ^nsied bookii 



Litteratur und Miscellen. 



83 



manoBcripts, periodicäl liieratnre, etc., relating to the antiquities, 
hisiory, and political and social life of Egjpt, from the earliest 
times to the present date. The work will be extensive, and a 
certain number of copies will be set apart for public libraries and 
private persons/' 

[211.] Aus Nflrnberg hat der seither vom Grermanischen 
Museum herausgegebene „Anzeiger für Kunde der Deutschen Vor- 
zeit*' mit dem XXX. Jahrgang 1883 zu erscheinen aufgehört Die 
in der Beilage regelmässig mitgetheilte Liste der Geschenke fQr die 
Bibliothek ist — mit Einrechnung des letztjährigen Zuwachses von 
1198 Nrr. — mit Nr. 48,000 abgeschlossen worden. (S. Anz. J. 
1883. Nr. 219.) An Stelle des eingegangenen „Anzeigers für 
Kunde der Deutschen Vorzeit'' wird nunmehr der „Anzeiger des 
germanischen Museums" treten, u. darin ebenfalls ein Verzeichniss 
des jährlichen Zuwachses der Museum-Sammlungen mitgetheilt werden. 

[212.] Aus Oxford beabsichtigt die Bodleian Library ein 
grosses Sachregister (Subject-Catalogue) von ihren gesammten Bücher- 
sdiätzen herzustellen. B. 

[213.] Aus Paris ist am 10. Decbr. 1883 der Professor der 
Archäologie u. Bibliothekar an der Nationalbibliothek Fran9ois Le- 
iiomant, geb. 17. Jan. 1837 ebendas., gestorben. 

[214.] Aus Bostock. Am 31. Decbr. 1883 verstarb hierselbst 
^h längeren schweren Leiden Dr. Carl Michael Wiechmann, fiüher 
Gutsbesitzer auf Eadow b. Goldberg, als Bibliograph in weiteren 
^isen rühmlich bekannt durch sein ebenso sorgfältiges wie aus- 
^liches Werk: „Mecklenburgs altniedersächsische Literatur*', von 
<^eo der 1. Theil 1864, der 2. Theil 1870 im Verl. von Bären- 
Sprung in Schwerin erschien u. welches ihm im Jahre 1864 von 
Seiten der philosophischen Facultät der Universität Bostock die 
I^rwürde honoris causa eintrug. Er war geboren zu Bostock 
^ 15. März 1828 u. absolvirte das Gymnasium i^einer Vaterstadt, 
Yonuif er sich der Landwirthschaft widmete. Seine Mussestunden 
Motzte er zur gründlichsten Erforschung seines Heimathlandcs 
^wohl in Hinsicht auf Geschichte, Litteratur u. Sprache, als auch 
^ Bezug auf die natürlichen Verhältnisse desselben u. entfaltete 
^e reiche u. fruchtbare Thätigkeit auf all diesen Gebieten. Seine 
Beiträge zu den Jahrbüchern des Vereins fQr Mecklenburgische 
^«schichte, zur Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte, 
^ Serapeum, zum Archiv für zeichnende Künste, zu den malako- 
'^i^iBchen Blättern u. zum Archiv des Vereins der Freunde der 
Hatorgeschichte in Mecklenburg, sowie mehre selbständige Schriften 
bgen vöUgiltiges Zeugniss davon ab. Vor etwa zehn Jahren cnt- 
"^ et der Landwirthschaft, verkaufte sein Gut \mi zog tl^^ 
YBUntadt Bostock, um nun ganz seiner Familie \m& ^evsiSCL 



84 Litterator und Miscellen. 

Studien zu leben. Leider sollte ihm dies nur in beschränktem 
Masse vergönnt sein. Er trug bereits den Keim einer Krankheit 
in sich, welche ihn vorzeitig altem liess u. ihm gerade noch ge- 
stattete, den 3. (Schluss-) Theil seines oben erwähnten bedeutendsten 
Werkes in der Hauptsache zu vollenden, sodass zum endlichen Ab- 
schluss nur noch geringe Zuthaten u. Nachtrage, die von befreun- 
deter Hand besorgt werden, erforderlich sind. Dr. A. Hofmeister. 

[215.] Aus Weimar schreibt der Buchhändler A. Kühn im 
Börsenblatt f. d. Deutsch. Buchhand. 1883. Nr. 285. S. 5710: 
„Die Anregung zur Gründung einer Luther-Bibliothek auf der Wart- 
burg gelegentlich der lY. Säcularfeier von Luther's Geburt hat 
einen recht günstigen, wenn auch nicht erschöpfenden Erfolg ge- 
habt. Sind auch weniger Autotypen von Luther's SchriftOL ein- 
gegangen, lässt die Vervollständigung der Bibel- u. Katechismus- 
Sammlungen noch manches zu wünschen übrig, so ist doch die 
Luther-Litteratur der neueren Zeit ziemlich reich vertreten u. bietet 
der Nachwelt dankbare Erinnerungszeichen u. Gedenkblätter an die 
Festfeior des 10, u. 11. Novbr. 1883. Vor der Wartburgfeier des 
10. Novbr. war es mir möglich, 300 einzelne Pi^cen an den Ort 
ihrer Bestimmung zu bef5rdern, ohne damit die Sammlung als ab- 
geschlossen zu betrachten, da nach diesem weiter eingegangene c. 
50 Werke noch in meinen Händen befindlich sind, u. die hiermit 
erneut ausgesprochene Bitte um fernere freundliche Spenden hof- 
fentlich nicht ohne Erfolg bleiben wird.** 

[216.] Aus Worms hat der Bittmeister Max Heyl am 
81. Oktober dem Paulus-Museum eine Luther-Bibliothek übergeben; 
dieselbe besteht aus c. 500 Nrr., meist Luther-Autotypen, Briefe 
von Luther, Cuiiositäten u. Seltenheiten aus der Beformationszeit, 
die sogenannte Wormser Bibel von 1529, das erste Wittenberger 
Gesangbuch 1524, Abbildung des Papstthums von Lucas CranaGlL_ 
nach Luther 1545, das Tauber'sche geystlich edel Büchlein 1516^ 
die 7 Bnsspsalmen 1517, die 95 Thesen 1517, ein Ablassbrie^H 
von 1481, die Beichsacht gegen Martin Luther dat. Worms 1521- 
in sogenanntem Maueranschlag, wohl das einzige noch existirend^E 
Exemplar, u. v. a. 
Börsenbl. f. d. Deutsch. Buchhand. 1883. Nr. 285. S. 5710. 

[217.] Aus Zürich haben die Kantonalbibliothek, das Staats- 
archiv u. die Stadtbibliothek in den Tagen vor u. nach dem 
6. Januar in der Aula des Schulbauses am Linth-Escher-Platze 
eine Zwingli- Ausstellung veranstaltet. Ausser Handschriften d. 
Drucken, welche ein Bild der Thätigkeit des Reformators zu geben 
bestimmt waren, sind Portraits u. Münzen mit Zwingli's Bilde ans* 
gestellt worden. G. K. 



Druck Ton JoK Vift»\«x Vii ^tM^«a. 



NEUER ANZEIGER 

fttr 

Bibliographie nnd Bibliothekwissenschaft, 

Herausgegeben von Dr. J. Fetzholdt. 



März. 



Inhalt 



1884. 



r^i 



Aus dem Correspondenzkreise von Theologen mit dem König Jobann von 
Sachsen (Portsetzung): Ignnz Bernard Mauermann f. — Zur Goethe-, 
Lessing- und Schiller- Litteratur. (Schluss.) — Supplementum Bibliothecae 
Banteae ab anno MDCCCLXV. inchoatae. Accessio septima. — Litteratur 
und Miscellen. — Allgemeine Bibliographie. 

[218.]' Aus dem Correspondenzkreise TOn Theologen mit 
dem Konig Johann TOn Sachsen. 

(Fortsetzung.) 

Igrnaz Bemard Mauermann f 
Bischof und apostolischer Vikar in Dresden. 

1. Bitte um Verwendung für die Katholische Kirche 
inSachsen bei dem Päpstlichen Stuhl, bei Gelegenheit 
der Beise des Prinzen in Italien 1821/22*). 

Zu Ihrem bevorstehenden Geburtstage meine besten Wünsche 
^ Ihr zeitliches und ewiges Wohl darzubringen, drängt mich mein 
Ben um so mehr, je tiefer ich Ew. Konigl. Hoheit in demselben 
^ und je mehr ich Sie verehre. Mag der Himmel alle Ihre 
Unternehmungen segnen, Sie glücklich machen, dem Vaterlande und 
^rer Kirche Sie zum Schutze und zur Zierde wachsen lassen 
^nd Sie so leiten, dass Sie einst auf Ihre zurückgelegte Bahn 
^Ucken und ausrufen können : Ich habe einen guten Kampf gekämpft; 
^ hat er die Wünsche, die ich für Ew. Königl. Hoheit hege und 
^ deren Erfüllung ich ihn täglich bitte, erfüllt. Erhält er mir 
fhre Liebe und Gnade, um die ich Ew. KönigL Hoheit bitte, so 
^ für mich einer meiner sehnlichsten Wünsche gewährt. Dieselben 
^tlnsche nnd Bitten werde ich zum Neuen Jahre, zu dorn ich wegen 
^^1 des Platzes für Briefe nicht die Ehre haben werde Ew. 
KOnigl. Hoheit zu schreiben, im Geiste erneuem, und da ich für 
^« Königl. Hoheit den Prinzen Clemens dieselben Gesinnungen 
^e fOr Ew. KönigL Hoheit hege, so bitte ich um die Gnade, Ihm 
^ monem Namen meine ebenso herzlichen als ehrfurchtsvollen 
VftQsche zu diesem Tage zu machen. Sie haben nun einen grossen 
Tbeil Ihrer Beise zurückgelegt und gewiss Ihre Kenntnisse und 
^eh 80 manche die Allmacht des Schöpfers, sowie seine Güte und 

*) Theilweise bereits abgedruckt in Potzholdt's y^Beisen ^e& IL^^uV^ 
Jwoa voB fiadiMD nßch Italien" 8. 27—28. 



86 Aus d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann t. S. 

Liebe verkfindende Gegenstände Ihr religiöses Gefühl yermehri. 
Wie freue ich mich, Sie so zurückkehren zu sehen. Warum durfte 
ich nicht mit Ihnen den Schöpfer bewundem und anbeten? Oft 
träume ich mich zu Ihnen und freue mich erwachend des Wieder- 
sehens. Aber je näher Sie der segensreichen Quelle kommen, aus 
der oder durch die Uns Erkenntniss und Heil zufloss, um so mehr 
sehne ich mich zu Ew. Königl. Hoheit, nicht um meine Neugierde 
zu befriedigen, sondern um Buhe und Festigkeit der Kirche in 
meinem Yaterlande zu verschaffen, der ich aus ganzem Herten 
und aus vollkommener Uoberzeugung zugehöre. Sie kennen meine 
Besorgnisse, sowie die Bitten, die ich beiden Hoheiten zu Füssen 
legte. Es ist Ihre Beligion, es ist Ihr Vaterland, das Land Ihres 
Volkes; handeln Sie — hier ist der Weinberg des Herrn, hier das 
Feld der Aussaat. Ich habe nach Ew. Königl. Hoheit Abreise in 
eben dem Augenblicke, als ich meine Vorschläge ins Kabinet geben 
wollte, Briefe vom Hl. Vater erhalten, die mich in Kenntuiss setzten, 
dass meine Sachen entschieden und bis zum Abschreiben bereit 
wären. Ich musste demnach innehalten, habe aber bis jetzt nichts 
weiter erbalten. Ich wiederhole demnach meine Bitte und wünsche, 
Ew. Königl. Hoheit mögen diese ganze Stelle Sr. Königl. Hoheit 
dem Prinzen Clemens mittheilen. Sich bei dem Hl. Vater für Sachsen 
zu verwenden. Das nöthigste wird sein, ihm begreiflich zu machen, 
dass, obschon der König katholisch ist, dennoch wenig für die 
Katholiken gethan werden könne, da der König ohne die Stände, 
die fast alle lutherisch sind, nichts thun kann. Es wird daher 
nicht räthlich sein, gemischte Ehen, die durch 102 Jahre immer 
hier im Gebrauche gewesen sind, zu verbieten, oder zu fordern, 
dass bei gemischten Ehen, wenn versprochen wird, nur einen Theil 
der Kinder katholisch erziehen zu lassen, man die Einsegnung ver- 
weigere, indem in katholischen Ländern die Gesetze, Kinder nach, 
dem Geschlechte zu erziehen, auf die die Protestanten sich 
berufen, bestehen, und uns die Weigerung doppelt schaden würde, 
weil wir die Trauungen einer protestantischen Kirche nicht hindei 
könnten, wo dann wahrscheinlich alle Kinder lutherisch erzogei 
würden, und mit dieser Bedingung die Protestanten nie in eil 
Festsetzung der Rechte der katholischen Kirche willigen wflrd eg -j, 
ohne dieselbe aber das Apostolische Vikariat aufhören müsste, 
dem ihm keine Macht zu Gebote stände, und es sich nur verächtlii 
und bei den nicht gehorchenden Gläubigen lächerlich machen wflr^ e. 
Vielleicht dass es auch gut wäre, wenn Ew. Königl. Hoheit dLeff 
GMsfiien wegen eines Bisthums fallen Hessen, und übrigens d^mof 
, aufmerksam machten , dass die dem apostolischen Vikariate zv« 
stehende Gerichtsbarkeit von der Art wäre, wie sie in Deutschlantf 
nicht mehr zu finden sei. Dieses wären die Hauptgegenst&nde, die 
j'cli Ew. Königl Hoheiten empfehle e\c. l>i^Ä^ft\i, 29. Novbr. 182K 




Ans d. Correspondenzkreise ▼. Theologen mit König Johann y. S. 87 

2. Gutachten über die geistliche Gerichtsbarkeit in 

Ehesachen. 
Ew. König]. Hoheit haben meine Ansicht wegen der Aufhebung 
oder Veränderung der geistlichen Gerichtsbarkeit in Ehesachen zu 
äossem mir gnädigst aufgetragen. Diesem Auftrage glaube ich 
nur dann entsprechen zu können, wenn das Yerhältniss des Staates 
zur Gottheit und dessen Befugniss in das Kirchliche oder Gewissen 
früher genau bestimmt ist. Ich erlaube mir daher, mich zuerst 
hierüber bestimmt auszusprechen. Nach der Geschichte unterliegt 
es keinem Zweifel, dass das religiöse Yerhältniss der Menschen 
Tiel früher geordnet war, als man an einen Gesellschafts- oder 
Staatsverband dachte. Die Menschen fühlten sich zur Gottheit 
hingezogen, und hielten sich ihr als dem höchsten Wesen verbun- 
den. Dieses Yerhältniss wurde durch das spätere Gesellschaftsband 
Bicht verändert, und war unstreitig die Ursache, warum nach dem 
Zeugnisse der Geschichte aller Jahrhunderte die Leiter des Staates, 
Tinter welchen Namen sie auch die höchste Gewalt übten, sowie 
die Geleiteten oder ünterthanen ihr Yerhältniss zur Gottheit stets 
als ein abhängiges betrachteten und sich, inwiefern den ersteren 
«ine Gesetzgebung nach den religiösen Prinzipien in dem Kirchlichen 
instand, nicht berechtigt hielten, dem geglaubten oder wirklich 
crfol^n Ausspruche der Gottheit Widersprechendes anzuordnen — 
«in Verfahren, das so folgerecht war, dass im entgegengesetzten 
Falle die Gottheit verschwinden und derselben der Gewalthaber 
nbstituirt werden musste. Das Christenthum hat den Kegenten, 
als von Gott und nicht von dem Volke gesetzt, zwar zu den Unter- 
l^uuien einen hohem Standpunkt angewiesen, aber auch ihr Befugniss 
ün Kirchlichen ganz genau bestimmt. Zwölf unbedeutenden Männern 
überliess der Herr die Begierung seiner Kirche: quos posuit Spi- 
ritus Sanctus episcopos regere ecclesiam Dei, und entfernte die 
^walt der Begenten nicht nur gänzlich aus derselben, sondern 
^fahl sogar, denselben den Gehorsam zu verweigern, inwiefern sie 
^as dem Gesetze der von ihm gestifteten Kirche Entgegenes 
S^bieten sollten, wie denn auch die Apostel und ersten Christen 
3ui wirklich verweigert und, gestärkt durch Gottes Gnade, freudig 
Hab und Gut, ja sogar ihr Leben eher gelassen haben, als sie des 
Senn Gebote entgegene Ansprüche befolgt hätten. An eine Sub- 
^ination der Kirche als solcher unter den Staat wurde sonach 
^t gedacht; und es kommt nur alles darauf an, ob Christus 
Mögt war, die Kirche als solche von dem Staate gänzlich unab- 
^^^^ zu machen. Dieses wird sich jedoch sogleich erledigen, 
Wefem der von allen Jahrhunderten festgehaltene Grundsatz 
to Abhängigkeit des Staates von der Gottheit und der der Gottheit 
Jtta Christi feststeht. Dieses vorausgeschickt ist es schon bQ&l\mm\>> 
«b dam Begenten Sachsens eine Gesetzgebung in das K'\tc\vYvc\v^, 

1* 



88 Aus d. Correspöndenzkreise y. Theologen mit König Johann ▼. 8. 

sobald es das Dogma betrifft, zustehe, und wie diese Gesetzgebung 
beschaffen sein muss, inwiefern sie doch erfolgen soll. Sonach h&tte 
ich wenigstens in der Hauptsache Ew. Eönigl. Hoheit Frage beant- 
wortet Aber es handelt sich hier um zwei Beligionsparteien, die 
bei Terschiedenen Grundsätzen beide die von Christus gestiftete 
Kirche zu sein glauben, und deren Kollisionen dem Staate der Bohe 
seiner Unterthanen wegen nicht gleichgiltig sein können. (Gewiss 
kann nur eine hiervon Christi Kirche sein, aber dem Staate kann 
es nicht zustehen, hierüber zu entscheiden, wohl aber könnte es 
scheinen, dass es heilsam sei, durch Gesetze ihren Kollisionen zu 
begegnen. Wenn jedoch die Geschichte die Ueberzeugung gegeben 
hat, dass die Fürsten bei dem besten Willen, durch ihre Gesetze 
die getrennten Konfessionen näher zu bringen und zur Vermeidung 
von Kollisionen das Kirchliche zu ordnen, stets die Kollisionen 
vermehrt, die Kluft zwischen beiden erweitert und das Uebel ver- 
grössert haben, so dürfte dies wohl ein Fingerzeig des Höchsten 
sein, das Höhere Dem zu überlassen, in dessen Händen es einzig 
und allein liegt, Gesinnungen zu ändern und Ueberzeugung zu 
erschaffen, da der Glaube, nach seinem Worte, eine Gabe von oben 
ist. Diese Ansicht theilen die neueren Philosophen in thesi, aber 
leider nicht in praxi, und es steht darum zu befürchten, dass die 
hochgepriesene Freiheit vielen nur zu leicht zur Sclaverei gemacht 
werden dürfte. Wenigstens gewinnt dies den Anschein bei dem 
neuen Ehegesetze, und ich halte es für Pflicht, nach dem voraus- 
geschickten mich noch in folgendem zu äussern. Ad a. Den Katho- 
liken soll sein Gewissen binden, in Ehesachen sowohl in erster als 
zweiter Instanz keinen andern als den geistlichen Bichter anzuer- 
kennen, indem die Ehe als Sakrament nur kirchlich behandelt 
werden kann, und der Apostel Paulus den Gläubigen den Bath giebt, 
ihre Klagen überhaupt hier zu verhandeln. Das neue Gesetz will 
darum, weil der Protestant nach den Grundsätzen seiner Kirche ein 
weltliches Gericht, das nach eben diesen Grundsätzen stricte 
genommen doch nur als delegirtes des Bischofs ihrer Kirche — < 
des Fürsten — spricht, in zweiter Instanz anerkennt, dasselbe^ 
auch den Katholiken, dem seine Kirche in dieser Hinsicht da^H 
anathema droht, aufzwingen. Wo ist hier die durch die Konsti — 
tutiou zugesicherte Gewissensfreiheit, wo die Gleichheit des Gesetzes^B 
Während der Protestant in statu quo belassen und sein GewisseBKi 
gesichert wird, soll der Katholik nicht nur ihm heilige Bechte auf^ 
geben, sondern gegen sein Gewissen gezwungen werden, von Anders-* 
glaubenden in einer Sache Becht zu nehmen, wo der Glaube dwe 
Hauptfrage ist. Die Zuziehung eines katholischen Geistlichen würde, 
widerstrebte auch das Dogma nicht, zwecklos sein, da durch die- 
BeJbe eine iS^immengleichheit nicht erreicht werden kann, und kann 
aaci gar nicht stattfinden, da ein kat\\o\\sc\i«T Qt^^isUicher sich hiem 



Ans d^ GorreBpondenzkreise ?. Theologen mit König Johann y. S. 89 

w«der hergeben kann, noch wird. Dass aber von protestantischen 
Bichtem nach katholischen Grandsätzen gesprochen werden soll, 
dürfte die Katholiken wenig beruhigen, da die Erfahrung lehrt, dass 
weder protestantische Geistliche die Grundsätze der katholischen 
Kirche kennen, und diese Kenntniss daher um so weniger bei Juristen 
Toransgesetzt werden darf. Sicher aber würde eine solche Instanz 
bei der in Sachsen herrschenden Advokaten-Thätigkeit die Urtheils- 
8prüche der Konsistorien unnöthig machen. Die Annahme, dass 
der Katholik sich nicht befugt halten werde, von dem geistlichen 
an ein weltliches Gericht zu appeUiren, würde, inwiefern sie richtig 
wäre, denselben nicht nur abermals dem Protestanten nachstellen, 
sondern auch eine Ungleichheit der Bechtsmittel herbeiführen; sie 
beruht aber auf der Voraussetzung, dass der Katholik ganz den 
Grundsätzen seiner Kirche gemäss lebe. Wäre dies wirklich der 
Fall, 80 würde in dieser Hinsicht wahrscheinlich das Konsistorium 
nnd die AppeUationsinstanz ganz entbehrlich sein, indem eine Ehe- 
klage kaum zu gewärtigen wäre. Nimmt man aber die Menschen, 
wie sie wirklich sind, so wird die in solchen Fällen herrschende 
Leidenschaft des Menschen, sowie der selbstsüchtige Bath der 
^htsgelehrten die Stimme des Hohem ohne Wirkung sein lassen, 
wd sicher zur Appellation fahren. Gewissensbisse, wennschon 
>Q spät^ werden die unausbleibliche Folge dieses den Grundsätzen 
der Kirche widersprechenden Benehmens sein, die der Schuldige 
dadurch zu mildem suchen wird, dass er den grössten Theil der 
Schuld auf die Gesetzgeber wälzt. Ad b. Die Scheidungs- und 
Nullitätsklagen bei gemischten Ehen sind, besonders die ersteren, 
die am häufigst Torkommenden Gegenstände bei dem katholischen 
^ousistorio. Gerade hier sind die Grundsätze der beiden Kirchen 
^ sehr Yoneinander abweichend, dass, so lange man der einen 
Kirche angehören will, man unmöglich die Grundsätze der anderen 
anerkennen kann. Die Willfährigkeit der Protestanten bei Ehe- 
^heidnngen ist ebenso bekannt, als die Strenge der Katholiken, 
^eees, sowie dass der Beklagte nach dem Grundsatze: Quilibet 
(faesomitur bonus etc., eine Stütze, bis der Nachsatz erwiesen sein 
^&re, haben möchte, hatte wahrscheinlich zur Annahme des Grund- 
^ties: Actor sequitur forum rei, bestimmt. Dieser soll nun weg- 
^|Qeii, damit der Protestant das lucrnm capiren könne. Wenn es 
^ aber de lucro captando und de damno yitando handelt, so dürfte 
^ letztere mehr als das erstere zu berücksichtigen die Menschen- 
Pflicht gebieten. Ich kann und werde daher nie zu der yorgeschlagenen 
Kuttregel rathen, und zwar um so weniger, da ich die Scheidungen 
^ Beoen Terehelichnngen, nisi ob fomicationem, in offenem Wider- 
Vniche mit der Hl. Schrift finde. Noch bedenklicher sind die NuUi- 
^ligen, wie die neueste Erfahrung in der Maion\Bc\i-Q^tos\adü«Yi 
^lääüsklßgv za LeJpasr xeigt. Hat aber ein Katholik anf em^i^ ^äödäu 



90 Aus d. Gotrespondenzkreise v. Theologen mit König Johann v, S. 

richterlichen Spruch bauend sein Gewissen eingeschläfert und eine 
Ehe geschlossen, wie soll da, bei erwachtem Gewissen die Ehe fort- 
gesetzt werden, die ihm sein Gewissen nach dem Ausspruche der 
Schrift „Qui dimissam duxerit, moechatur*' als einen Ehebruch dar- 
stellt, und wie kann die Ehe, die der Protestant bona fide ge- 
schlossen hat, getrennt werden? Dinge, die, denkt man sich ihre 
Wirklichkeit, die sicher nicht ausbleibt, Jeden mit Kummer erfüllen 
müssen, und der Grund hierzu? Eine seinsollende Gleichstellung U 
Gewiss wünscht eine wahre Gleichstellung der Katholiken und 
Protestanten in ihren Hechten Niemand aufrichtiger als ich; die 
sogenannte in Ehesachen würde aber vorgeschlagener Maassen eine 
wahre Ungleichheit sein; sie begünstigt die Protestanten und unter- 
drückt die Katholiken. Und wie ist es möglich, dass in einem 
Gegenstande, wo die Grundsätze der beiden Kirchen sich so schroff 
gegenüberstehen, eine Gleichförmigkeit herbeigeführt werden könnte, 
ohne aus den Protestanten Katholiken oder aus den Katholiken 
Protestanten zu machen? Daher ist meine unmaassgebliche Ansicht 
diese. Der Staat hüte sich, kirchliche Gegenstände vor sein Forum 
zu ziehen, will er nicht seine Grenzen überschreiten, die Gewissen 
gefährden und über sich von der unparteiischen Geschichte das 
Urtheil gefällt wissen, was dieselbe über des grossen Constantin's 
Söhne und Enkel gesprochen hat. Will man vermeintem Unrechte 
vorbeugen, so gebe man den Pfarrern beider Kirchen den gemessenen 
Auftrag, aus allen Kräften und mit allen Gründen von gemischten 
Ehen abzurathen, den protestantischen Ehelustigen aber ganz be- 
sonders den ihm durch die Unmöglichkeit der Scheidung erwach- 
senden Nachtheil ans Herz zu legen. Bleibt auch dann sein Wille 
zur Yerehelichung fest, so kann billiger Weise ebenso wenig, wieiM 
bei einem anderen Vertrage, dessen nachtheilige Folgen man vorheca 
gewusst hat, über Unrecht geklagt werden. Dieses, gnädigste)^ 
Prinz, habe ich mit gewohnter Offenheit in der Hoffnung nieder — 
geschrieben, dieselbe werde von Ew. Königl. Hoheit nicht verkanmE 
werden. Unmöglich kann ich mich von dem trennen, was ich a^Z 
wahr und Pflicht erkenne, und nie werden mich philosophisc^^i 
Ansichten, deren Haltbarkeit am besten ihr ewiger Wechsel beweise 
von dem abziehen, was ewig wahr ist und bleiben wird : Gottes Woraril 
Dieses ist auch Ew. Königl. Hoheit lieb und hat tief in Ihrem Her&^ur 
gewurzelt. Ich darf daher sicher hoffen, dass Höchstdiesel t>eD 
schon jetzt meine Ueberzeugung in dieser Hinsicht theilen oder 
sicher noch theilen werden, und ich bin überzeugt, dass Höcb^ 
dieselben in ihr Muth und Kraft finden werden, die Kirche def 
Herrn unter jedem Verhältnisse zu vertheidigen und zu schfltieD. 
Immer bleibt die dringendste Aufforderung die, welche die Ck>ttteit 
»n ÜD8 macht etc. Bautzen 8. Februar 1832. 

(Fortaetiuiig ioV^^ 



Zur Goethe-, Lessing- und Schiller-Litteratur. 91 

[219.] Zar Goethe-, Lessing- und Schiller- Litteratnr. 

(SchloBs.) 

* ®ebi(^te x>ün ^iebticb x>. Sd^iüet. (9leue 9Rin.^3tudg.) etuttgart, 
€ott(L 1883. 16». VIII, 507 6. $r. n. 3,50 ÜJlf. 

* (Sttn^tt )>on %xit\>x\6i x>. e^iUer. (9leue Auflage.) Stuttgart, 
fc)tta. 1883. 8^ VIII, 427 6. $r. n. 1,10 mi 

* Ofbid^te tM)n ^ebTi(( n. @<(iaer. [©emö^Ite Settüre für Sd^ule 
IL 6au« trJg. üon «. t)entf4el u. R. fiinfe. S«r. 12.] Seipsig, $eter. 
(1883.) gr. lö«. 112 6. $r. n. 0,30 3Jlf. 

* ®ebi(6te üon griebrtd^ t^on Spider. [Slufeum. Sammlung litte« 
rorif*er aReifterwerb. 3lr. 25.] (Slberfclb, 8oU'g S«a*f. 1883. 8". VIII, 
807 e. ?r. D. 0,80 Wll 

* Histoire de la Revolte qui ddtacha les Pajs-Bas de la do- 
uünation Espagnole; par Schiller. Texte allemand, publie avec une 
noüce, des notes et un vocabulaire historiqae et geographique par 
A. Lange. Paris, Hachette et Cie. 1882. 16 ^ VIII, 455 S. Pr. 
2 Fr. 50 c. 

Gehört zu den „Classiques Allemands.'' 

* Die Jungfrau von Orleans, von Schiller. With grammatical 
explanations calculated to bring the English Beader to a sound 

i bowledge of the German Language. Bj H. Sachs. London, Kolck- 
■lum. 1883. 12^ 172 S. Pr. 1 sh. 

* Die Jungfrau von Orleans; eine romantische Tragödie von 
^' T. Schiller. With biographical notice, historical introduction 
^ analytical notes by Joseph Gostwick. New York, Macmillan & Co. 
1888. 82«. 240 S, Pr. 60 c. 

Gehört zu den „Foreign School Glassics.'' 

* %c& Sieb ))on bei ffitode, ))on Srtebrid^ t). Sd^iaet. SUuftt. in 
17 gompofittonen t)on ^ejr. t). Stehen «^apet. SRit Ornamenten t)on 
^. 0. ftramer. Sludgefü^rt in 6 Sic^tbr. ))on S^. ^ludmann u. 
^1 Hf<^. (auf 35 Zej^.) üon m% $)ed^t. äRünc^en. 1883. ^ol 

fc.15 m. 

Soffelbe. Sui^gefü^ in 6 flupferftic^en t)on 3. §. S)eininger, @. 
3^9 u. %t. Subp u. 11 &oI)f4. (auf 35 Ze^.) t)on SBU^elm $)ed^t 
»lii«eit 1883. Sol. ?r. 15 3Jlf. 

* Das Lied von der Glocke. Von Friedrich v. Schiller. [Gabels- 
1^^^ stenographische Bibliothek. In stenographischer Schrift nach 
*. X- Gabelsberger. Nr. 4.] Leipzig, Kleemeier. 1883. 12^ 
^ 8. Pr. n. 0,50 Mk. 

* SchiUer's Lied von der Glocke (the Song of the Bell), and 
^ Poems and Ballads. The German Text, with Grammatical Notes, 
^ t complete Vocabnlary, bj Moritz Foerster. Londow, ^üi\\^m% 
* Horgato, 1888. 8^. Pr. 2 a. 



92 Zor Goethe-, Lessingr und Schiller-Litteratnn 

* SDtaria Stuart. (Sin Zrauerf^iet t)on gnebrid^ t). @4tOet. [®e^ 
tod^Ite Settüre für Sd^ule u. &au^ l^ri^g. )}on (). $)entfdbel u. ft. Sinfe. 
Sflr. 7.] Seipjig, $eter. (1883.) gr. 16°. 104 €. $r. n. 0,30 SML 

'*' Schiller's Maria Stuart. With copious Grammatical, Explana- 
tory, and Historical Notes by Moritz Foerster. London, Williams 
& Norgate. 1883. S^. Pr. 2 s. 6 d. 

'*' Oncle et Neveu, comedie en trois actes; par Schiller. Texte 
allemand, publik avec une introduction, un argument analytique et 
des notes en fran9ais par 0. Briois. Paris, Hache tte et Cie. I888« 
kl. 16^ 109 S. Pr. 1 Fr. 

Gehört zu den ,,Classiques Allemands.** 

* Der Verbrecher aus verlorener Ehre. Von Friedrich v. 
Schiller. Uebertragen von Heinrich BOsch. [Gabelsberger steno- 
graphische Buche. Sammlung. In stenographischer Schrift nach F. 
X. Gabelsberger. Nr. 5.] Leipzig, Kleemeier. 1884. 12®. 36 S. 
Pr. n. 0,60 Mk. 

* J^iebric^ ü. e*iller'g ffiall^nftein. [Weiftettoerfe unferer 3)i*ter. 
9leue Slu^tDQ^l für 9}o(t unb 6dbule mit turjen (Erläuterungen. Segonnen 
t)on fjra. S)ülöfamp. gortgcfefet öon Q. 64euffgcn. SBb*. 22. 23.] 
SRünftcr, 2lf*enborff. 1882. 16«. 262 6. $r. u. 0,40 SKf. 

* SBallenftein. (Sin bramatifd^eg (Sebic^t t^on g^iebrid^ x>. SAtller. 
21. I. ffiaUenfteinS Cager. 2)ie ^iccolomini. %l n. ffiancnftein« lob. 
[®ett)äWte ßeftüre für €4ule u. S)au8 ^r^g. t)on &. öentfcfeel u. fl. fiinle. 
Sir. 8 u. 9.] ßeipjig, $cter. (1883.) gr. 16 «. 104 & 120 ©. $r. 
n. 0,60 mi 

* Wallenstein, poöme dramatique en trois parties; par Schiller^ 
I, le Camp de Wallenstein; II, les Piccolomini; III, la Mort d^ 
Wallensteiu. Texte allomand, publik avec une notice, des argumenl 
analytiques et des notes en fran9ais, par G. Cottler. Paris, Ri 
chette et Cie. 1883. kl. 16<>. XXVIII, 299 S. Pr. 2 Fr. 50 

Gehört zu „Classiques Allem an ds." 

*.®il^lm i:cll. (Sin 6d)aufpiel üon ©4iücr. üHit einer flarte. 
S)eutfd^e ^lafftter für ben Sd^ulgebraud). [Orthographie u. ^rud nad^ 
f. bie öfterreic^. 6d6uten geltenben Sßorfcbriften.] ?)rgg. öon 3- ?^"% 
fflb*. 2. fflien, ?>ölber. 1883. gr. 8<>. IV, 106 ©. $r. n. 0,60 

* fflil^elm leU. 64aufpiel in 5 Slufiügen. »on griebri* t). 
Sntt au^fü^rlid^en (Erläuterungen in fated^etifd^er Sorm für ben Sd^ulgebroiu^ 
unb ba^ $riDatftubium )9on ^. ^unfe. U. t^erbefjerte Sluflage. ^abf^ 
botn, 64öning^. 1883. 8^ 162 ©. mit 1 eingebr. Rarte. $t. & 

1,20 mi 

* Wilhelm Teil. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen von Schiller. 
Mit Noten und Erläuterungen, für Schule und Haus, herausgegebflit 
von E. A. H, SeJpgens. Zütphen, Thieme & Comp. 1888. kL 8^. 

ISS & m. 1 Zarte. Pr. 0,75 E. . - 



Sapplementum Bibliothecae Danteae ab anno MDGCCLX7« 98 

Meisterwerke der Deutschen Litterator mit Noten u. Erläu- 
terungen f. Schule u. Haus hrsg. von E. A. H. Seipgens. Bd. IV. 

* Gnillaume Teil, drame de Fr. Schiller. Tradnction fran^aise 
par Th. Fix (avec le texte allemand). Paris, Hachette et Cie. 1883. 
12«. 259 S. Pr. 2 Fr. 50 c. 

* GuiUaume Teil, drame ; par Schiller. Texte allemand, publik 
avec nne introduction, une analyse litt^raire et des notes gramma- 
ticales, historiques et gdographiques, par Tb. Fix. Paris, Hachette 
et Cie. 1883. 12». XXIV, 239 S. Pr. 1 Fr. 50 c. 

Gehört zu den „Glassiques Allemands." 

'^ Atofftfd^ Seutfie Std^tungen tntt tux^tn @rlduteiungen füt @cbule 
mb &aud ^rdg.. ton Jt. (). flect. 2. ZI. Sn^olt: SdbiUer'd SBil^elm SeO. 
Son 0. Saufen. (BoÜ)a, $crtM. 1884. gr. 8«. $r. n. 1,20 ü»l 

I [220.] Sapplementnin Bibliothecae Danteae ab anno 

MDCCCLXT. inchoatae. 

Accessio opnsculi anni MDCCGLXXVI. tjpis exprcssi septima. 

I. Generalla. 
(Bibliographica.) 

Indice generale della Bibliografla Dantesca compilata dal Vis- 
ite Colomb de Batines. Bologna, Bomagnoli. 1883. maj. 
8*. 2 ff. 17.4 pp. (Tantum 250 exempl. expr.) Pr. 6 L. 

Edidit Alberto Bacchi Della Lega. 

Dante in Germania Storia letteraria e Bibliografla Dantesca 
Akmanna per G. A. Scartazzini. Parte II. Bibliografla Dantesca 
^betica e sistematica. Milano, Napoli, Pisa: Hoepli. 1883. maj. 
I-ei 8«. 360 pp. 

Das Neueste aus der Dante-Literatur. Von Scartazzini in 
^lio. Content, in: Literaturblatt für germanische und romanische 
Aüologie. Unter Mitwirkung von E. Bartsch hrsg. von 0. Behaghel 
^ Fr. Neumann. lY. Jahrg. 1883. Heilbronn, Gebr. Henninger. 
^•. Nr. 3. col. 100—8. 

II. Speolalla. 

(Historica et Critica. Poetica.) 

[SepvlcrYm Dantis.] Alla Libreria Dante in Firenze. 1883. 
^•. 62 pp. Pr. 2,50 L. 

£didit £d. Alyisi. — Peiiinet ad „Operette inedite o rare 
pttbblicate daUa Libreria Dante in Firenze. Num. 5.'' 

^ De la r^nte Admiration des Fran^ais pour Dante, reponse 
^ discourfr de r^ception de M. YAhh6 Vacandard; par GYi. ^^ 
^»nrapaiM . Boaen, imp. Cagniard. 1883. 8^. 24 piß. 



94 Supplementam Bibliothecae Danteae ab anno MDCCCLXV. 

* San Francesco e Dante, da Lnigi Bennassntti. Assisi, 
tip. Sensi. (Cerea, Nardi.) 1882. 8^ 270 pp. Pr. 2,50 L. 

* La Beatrix de Dante. Discoars de r^ception de Laurent 
Caron ä la s^ance du 24 ferner 1883 de l'Acad^mie des 
Sciences, des Lettres et des Arts d'Amiens. Amiens, impr. Yvert 
1883. 8«. 54 pp. 

* Dante Alighieri, da Gesa re Gurt i. Milano, Sonzogno. 1883. 
16®. 63 pp. c. effig. Pr. 0,15 L. 

Pertinet ad „Biblioteca del Popolo, n. 137. (I Grandi Italiani.)" 

Dante und Beatrice. Von Fr. Uettinger. [Frankfurter zeii- 
gemäfse Broschüren. Neue Folge hrsg. von Paul Haffher. Bd. IV. 
Hft. 9.] Frankfurt am M., Foesser Nachfolger. 1883. 8^ 1 f. A 
p. 245 — 80. (Typ. German. impr.) 

* Litterarische Fantasien en Kritieken, door Gd. BuskenHuet 
12. Deel (4. Beeks. 3. Deel): De Homerische Gezangen. Dante. 
Shakespeare. Milton. Haarlem, Willink. 1881. 8^ VI, 220 pp. 
Pr. 1,85 F. 

* Aneddoti Tansilliani e Danteschi, pubblicati da Francesco 
Fiorentino e Vittorio Imbriani. Napoli, tip. Morani. 1883. 
8®. 16 pp. 

* H Sentimento della natura in Dante: studio di Appollo 
Lumine. Content, in: 11 B. Liceo Ginnasio ,,Filangiri'' in Monte- 
leone neir anno scolastico 1880 — 81. Siracusa, tip. di Norcia. 
1882. 8«. 155 pp. 

* I Fratelli Bandiera — Dante — Filosofia della Mnsica?- 
da Guiseppe Mazzini. Milano, Sonzogno. 1883. 16^ 100 pp«« 
Pr. 0,25 L. 

Pertinet ad „Biblioteca universale, n. 33." 

* Dante da Maiano e Adolfe Borgognoni; confutazione all* opi 
colo del Borgognoni su Dante da Maiano, di Francesco Noval 
Ancona, Morelli. 1882. 8^ 35 pp. 

* Manuali Hoepli [XLII & XLIII] — Dante di G. A. Sca 

tazzini. Parte I: Vita di Dante & Parte U: Opere di Dan i 

Milano Napoli Pisa, Hoepli. 1883. maj. 16^ YIII, 139 & ^1 
147 pp. c. 1 tab. codd. giBnealog. Pr. 3 L. 

Gontinet Vol. I: 1. Letteratura biografica; 2 — 4 II priiEi3() 
secondo e terzo periudo della vita di Dante & Vol. II: 1. BiVZiih 
grafia; 2. La vita nelle opere; 3. Le Opere minor! ; 4. Lt 
Commedia. 

Gli Studi Danteschi del professore Scheffer-Boichorsi; 
da G. A. Scartazzini. [Estratto dal Giomale storico della L«^- 
teratura ItaJiana. Torino 1883.] maj. 8^ p. 260—81. 

*.La Beatrice di Daute. StadvQ ciil\cA ^Xvuceaio Ter« 



Si^plMnentam Biblioihecäe Danteae ab anno MDOOCLXV. 95 

mine-Trigona. Gatania, tip. di Martinez. 1883. 12^ 72 pp. 
Pr. 1 L. 

* Dante e le Belle Arti. Discorso per distribnzione di premii, 
ecc di Carlo Vassallo. Asti, tip. Paglieri e Baspi. 1883. 
8*. 39 pp. 

* Di Dante da Maiano e di una recente monografia del Prof. 
Roi^ognoni. Stndi di antica letteratara di L. Volpe-Binona- 
poli. Napoli. 1883. 8«. 34 pp. Pr. 1 L. 

* Dante a Bavenna: Dramma in versi in 3 atti, di Tito 
Mammoli. 11. Edizione, con naova prefaziono dell* autore. Bocca 
San Casciano, tip. Cappelli. 1883. 32^ 91 pp. Fr. 0,50 L. 

* Dante, par Th^od. Bitter; tcherkesse pour piano. Edi- 
[ ÜOQ facilit^ par Ben au d de Yilbac. Milan, Bicordi (1883.) 

Pr. 7 L. 

(Opera.) 

* Oeuvres de Dante Alighieri. La Divine Com^die, traduction 
d*A. Brizeux; la Vie Neu volle, traduction d* E. J. Delecluze. 
NoQveUes Mitions, revues, corrig^es et annotees par les traducteurs, 
Kcompagn^ de notes, de commentaire et d*une ^tude sur la Di- 
^e Comddie, par C. Labitte. Paris, Cbarpentier. 1883. maj. 
12«. 593 pp. Pr. 3 Fr. 50 c. 

Pertinet ad „Biblioth^que Cbarpentier.*' 

r (Divina Comoedia.) 

* La Divina Commedia di Dante Alligbieri. Firenze, San- 
801Ü. 1883. 64 ö. VI, 531 pp. Pr. 2 L. 

Pertinet ad „Piccola Biblioteca Italiana.'' 

* II Dante popolare, e la Divina Commedia in dialetto Napoli- 
^ da Domenico laccarino. Napoli, tip. del Dante popolare, 
1883. 8«. 

Dante II Primo Canto dell Inferno tradotto in lingua Pavana. 
8i Tende a beneficio degU inondatL Dolo, tip. Morelli. 1882. 8^ 
M pp. Pf. n. 0,60 Mk. 

(Versiones Divinae Comoediae.) 

(Angücae.) * Dante^s Divine Comedy: Tbe Purgatorio. A 
^Translation, bj the late William Stratford Dugdale. 
Vith the Text as edited by Brunone Bianchi, and with Ex- 
PU&atoiy Notes. London, BeU & son. 1883. 12 ^ 396 pp. Pr. 5 sh. 

Pertinet ad „Bohn's CoUegiate Series.'' 

The Yisioii of Hell by Dante Alighieri. Translatedb^ B^^ixt^ 
'ruci^ Csrj, and üluaintei by the designs of Q\u>1uaiN« \>ot^ 



96 Supplem6ntam Bibliothecae Danteae ab anno MDCCCLXV. 

New Edition. With Critical and Explanatory Notes, Life of Dante 
and Chronology. Part I — IX. London, Paris, New York: Cassell ft 
Co. 1883. maj. 4^ 1 f. 1—72 pp. cum 27 tab., totidem ff. 
explicandi causa additis. Pr. ä n. 0,85 Mk. 

(Francogallica.) Dante-Lamennais — La Divine Comedie tra- 
duite et precedee d*une introduction sur la vie, la doctrine et les 
Oeuvres de Dante Oeuvres posthumes de F. Lamennais publiees 
Selon le voeu de Tauteur par E. D. Forgues. L Introduction 
L'Enfer; IL Le Purgatoire Le Paradis. Nouvelle Edition. Paris, 
Didier & Cie. 1883. maj. 12^ 2 ff. 482 pp. & 2 ff. 532 pp. 
Pr. 7 Fr. 

Textus carminis Italicus ad calcem paginarum additus est. 

(Germanicae.) Zur Geschichte der Danteausgaben von Phila- 
lethes. Von J. Petzhol dt. [Separatabdruck aus „Petzholdt, 
Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliothek Wissenschaft", De- 
cember 1883 und Januar 1884.] Dresden, Druck von Pässler. 1884. 
maj. 8^ 14 pp. c. 1 tab. facsim. 

Dante Alighicri^s Hölle. Erste Abtheilung der Göttlichen 
Komödie. Genau nach dem Versmafse des Originals in dentsche 
Beime übertragen und mit Anmerkungen versehen von Julius 
Francke. Leipzig, Breitkopf u. Härtel. 1883. maj. 8^ XII, 
210 pp. (Typ. German. impr.) 

(HoUandica.) * De Goddelijke Komedie van Dante Alighieri in 
N^dcrlandsche terzinen vertaald met verklaringen en geschiedkun- 
dige aanteekeningen nopens den dichter door Joan BohL 8d 
Lied. Het Paradijs. Afi. 1. Amsterdam, Brinkman en van der 
Meulen. 1883. 8^ 64 S. Pr. ä 0,50 Fl. 

(Scripta Divinam Comoediam illustrantia«) 

Bicordi e documenti relativi all* opuscolo diAgostino Man- 
frin Provedi intitolato Genni storici sulla traduzione in versi 
esametri Latini dclla Divina Commedia di Dante AUighieri eseguita 
dair Abate Don Gaetano dalla Piazza edito in Venezia coi tipi 
della tipografia del Commercio di Marco Yisentini nell' anno 1881 
Venezia. tip. del Commercio di Yisentini. 1883. maj. 8^ 66 pp. 

* II Concetto della Divina Commedia di Dante Alighieri 
Dimostrazione di Francesco Berardinelli. Firenze, Manuelll 
1883. 8". 500 pp. Pr. 3 L. 

* Commento originale al Conte Ugolino di Dante. Studio critico 
di Filippo Borghese. Taranto, Parodi. 1883. 16^ 68 pp. 
Pr. 1 L. 

Carteggio Dantesco di [Michelangelo Caetani] Duca di 

Serwoneta con Giambattista Giuliani, Carlo Witte, Alessandro 

Tani ed altri insigni DantofiU Con B.\cox4v) \A^^t^^ ^ kn^elq 



Snpplemoitiim Bibliothecae Danteae ab anno MDCCCLXV. d7 



de Gabernatis. HQano Napoli Pisa: Hoepli. 1883. min. 8^ 
181 pp. Fr. n. 8 Mk. 

Zum Jubil&am eines Dantegegners. Von P. K. Abdruck ans 
dem LI. Bande der Frenssischen Jahrbücher. Druck von Beimer 
in Berlin. (1883.) 8®. p. 229—32. (Typ. German. expr.) 

Spectat ad y,Breve et ingeniöse Discorso contro TOpera di Dante. 
Bi Mons. Alessandro Cariero. AlF Illnstriss. et reverendiss. 
Prencipe il signor Don Luigi Gardinale da Este. In Padoa. 
Appresso Paolo Maietti. 1582.*' 

* n Casentino e Dante Alighieri: impressioni e reminiscenze 
di Carolina Gatteschi-Fabbrichesi. Firenze, tip. del Fie- 
nunoeca. 1883. 16. 68 pp. Pr. 1 L. 

Baffaello Fornaciari — Studi sn Dante editi e inediti: 
VAllegoria della Lncia; la Buina; il Mite delle Furie; ülisse nella 
D. Commedia; la Trilogia Dantesca. Milano, Trevisini. 1883. 8^. 
VI, 190 pp. Pr. n. 2,50 L. 

Postille al Gommento della Divina Commedia, di Luigi Gaiter. 
Content in: II Propugnatore Periodico bimestrale di Filologia, di 
8t(da e di Bibliografia instituito e diretto da Francesco Zambrini. 
[h Appendice alla Collezione di Opere inedite o rare.] Tom. XYl. 
Bologna, Bomagnoli. 1883. maj. 8^^. Part. 1. p. 264—80. 

* Sulla interpretazione dei primi terzetti del canto IX del Pur- 
pitorio: continuazione della lettera V della serie 2 a, a Giuseppe 
I^ttpuches, di Carmine Galant i. Bipatransone, tip. Jaffei 
• Nial 1882. 8». 20 pp. 

* La Divina Commedia ^ una grande filosofia della storia? 
I<€ttera al Comm. G. B. De Dominicis-Tosti diVincenzo Geno- 
Tesi. Firenze, tip. CeUini e C. 1883. 8^ 15 pp. 

* Sali* Arte nel canto I dell' Inferno : lettera alla chiar. En- 
'Mietta Capecelatro, ecc, di Yincenzo Genovesi. Firenze, tip. 
Wlini e C. 1883. 8^. 16 pp. 

La Diyiua Commedia et Santa Maria del Fiore; par Giam- 
^Attista Giuliani. Content, in: Bevue internationale sous la 
ünct. d'A. de Gabernatis. L Ann. Tom. 1. Florence. 1883/84. 
H 8«. p. 19—22. 

* Commento al quinto canto del Paradiso di Dante, di Ales- 
landro Mariotti. Pesaro, tip. Nobili. 1883. 16^ 50 pp. 

lUnerario Dantesco di Antonio Maschio gondoliere. Yene- 
Vi, tipogr. Antonelli. 1883. 8^ 32 pp. 

^ Le Bele de Saint Bemard dans la Divine Com^die. Discours 
ü rfception prononc^ k l'Acad^mie des Sciences, Belles-Lettres et 
iiti de Bonen, le 22 avril 1882, par Yacandard. Bouen^ impr« 
C^fniard. 1883. 8<>. 26 pp. 



98 Sapplementum Bibliothecae Danteae ab anno MDOOGLXV^ 



(Tabulae Diviniim Comoediam illustrantes.) 

* Dante Alighieri MCCC. La Divine Com^ie Becaeil de 
112 CoinpositioDS parA.de Stürler Pr^face par M. Delaborde. 
— L* Enfer 40 comp.; Le Purgatoire 33 comp.; La Paradis 35 
comp. — Paris, Firmin-Didot et Cie. 1883. 8 vol. in fol. (Tan- 
tum 100 numer. exempla chart. Sinic. impr.) Pr. 300 Fr. 

* Casseirs Dore Gallery: containing 250 engravings, selecteted 
from the Dore Bible, Milton, Dante's Inferno, Dante's Pargatorio 
and Paradiso, Atala, Fontaine, Fairy realm, Don Quixote, etc. With 
Memoir of Dore, critical essay and descriptive letterprcss by Ed- 
mund Ollier. [Memorial ed.] In 50 Parts. P. 1. New York, 
Cassel 6r Co. 1883. 4®. 6 pp. & 5 tabb. Pr. ä 25 c. 

Aus der Hamilton-Sammlung. Botticelli*s Dante-Zeichnungen. 
Von Wilhelm Lübke. Content, in: Nord und SQd. Eine deutsche 
Monatsschrift hrsg. von Paul Lindau. XXV. Bd. April 1883. 73. 
Heft. Breslau, Schottlaender. maj. 8°. p. 35 — 53. (Typ. German.impr.) 

(Opera minora.) 

* 11 Canzoniere di Dante Alighieri, col commento di Panfilo 
Serafini. Firenze, Barböra. 1883. 16». XIV, 288 pp. Pr. 3,50L, 

* Rime di Dante Alighieri, G. Boccacci, G. Chiabrera, L. Ma- 
galotti, 0. Rucellai, F. Baldovini, £. Manfredi, G. Zanotti, C. Zam- 
pieri, P. Metastasio; tratte da manoscritti, ed annotate da Luigi 
Maria Kezzi; pubblicate 1a prima volta da Gius. Cugnoni, 
per nozze Valentini-Cugnoui. Imola, tip. Galeati e t 1883. 8*. 
VI, 145 pp. 

* La Vita NuoTa di Dunte Alighieri. Milano, Guigoni. 1882. 
16 0. 64 pp. Pr. 0,25 L. 

Pertinet ad „Biblioteca delle Famiglie, n. 47." 

* La Vita Nuova di Dante Ahghicri, ridotta a miglior lezion<s 
preceduta da uno studio critico, e seguita da note illustrative di At- 
tilio Luciani. Roma, tip. eredi Botta. 1883. 16^ VIII, 249 
pp. Pr. 3 L. Editio splendida 4 L. 

* La Vita Nuova di Dante Alighieri con note d*A. FaBsioi 
ad uso delle scuolc. II. Edizione. Torino, Paravia e Vigliudl 
1883. 16 ^ 95 pp. Pr. 0,70 L. 

* La Vita Nuova di Dante Alighieri, come principio e fbn- 
damento del poema sacro, interpretata e migliorata nel teste daG. 
B. Giuliani. IlL liklizione ampliata e corretta ad uso dei licei. 
Firenzo, success. Le Monnier. 1883. 16®. XXIV, 189 pp. Pr. 2L 

* La Vita Nuova di Dante Alighieri, illustrata con note, e 
preceduta da uno studio su ßeatrice per AI es s and ro D'Ancona. 
JL Edizione notevoimcute accresciuta. Pi^a, libr. Galileo. 1884^ 

16". LXXXVIII, 259 pp. Pr. h h. 



Litterator und Miscellen. 



99 



* n Soneito de! Salnto nella „Vita NaoYa'< di Dante, da Gio- 
Tanni Franciosi. (Per nozze Dalla Bosa- Garandini.) Modena, 
Sog. Tipogr. 1883. le^^. 18 pp. (Tantum 150 exempl. express.) 

(Appendix.) 

* Statnto deir Accademia „Dante Aligliieri/^ Catania, tip. 
GaUUoU. 1883. 32^ 15 pp. 



Littentnr nnd Miscellen. 
Allgemeine». 

[221.] Centralblatt für Bibliothekswesen hrsg. von 0. Hart- 
wig Q. K. Schulz. I. Jahrg. (S. oben Nr. 6.) 

Entb. im 2. Heft vom Febr.: S. 41—46 Die Bibliotheken u. 
die Bewegungen auf dem Grebiete des deutschen Buchhandels — 
& 46 — 55 Die Königliche Landesbibliothek zu Wiesbaden von Dr. 
A. T. d. Linde — S. 65 — 56 Aus einem Briefe Leopold Delisle's 
tber die Erwerbung der Pariser Liederhandschrift durch die fran- 
lünsche Nationalbibliothek, von Albert Duncker — S. 56 — 60 
lissale moguntinum, sine loco, 1482; von Falk — S. 60 — 62 
Personalverzeichniss deutscher Bibliotheksbeamten. Angefertigt auf 
Gnmd amtlichen Materials. (Fortsetzung.) — S. 63 — 72 üeber- 
ncht der Leistungen des Französischen Staates fQr öffentliche Biblio- 
üieken nach dem Staatshanshalts-Etat f. d. J. 1884 — S. 72—74 
Kttheilungen aus u. über Bibliotheken. — S. 75 — 80 Recensiouen 
t Anzeigen — S. 81—82 Neue Erscheinungen auf dem Gebiete 
te Bibliothekswesens — S. 82 — 87 Mittheilungen aus dem anti- 
Wischen Buchhandel — S. 87 Personalnachrichten — S. 88 
bnntzungsstatistik der Universitätsbibliothek zu Halle a. S. für 
to J. 1876—82. 

[222.] The Bibliographer. A Journal of Book-Lore. London, 
Bliot Stock. (S. oben Nr. 134.) 

Enth. im Febr.-Heft Nr. 27: S. 57—61 Gray's Elegy. By 
Öward Solly — S. 61—64 Some Magical Works. By F. Poing- 
iertre Carrel. Part II — S. 64—66 Literature of Fishing — 
8. 66—72 The Bibliography of Sacheverell. By Edward Solly — 
8. 72—76 Stowe Manuscripts — S. 76—79 Some Notices of the 
Ötnevan Bible. By Nicholas Pocock — S. 79—80 Wyclif Quin- 
^tenaiy — S. 81 — 88 Notes and News, Reviews, Correspondence, 
Iiikriries. 

[223.] * n Bibliofilo Gioruale deir arte antica e moderna ecc. 
diretto da G. Lozzi. Anno IV. 1883. (S. oben Nr. 135.) 

Enth. in Nr. 9 — 11: La Biblioteca del Liceo Musicale di 
lologui (F. Parisini) — L'Arte tipografica nella Corea (P. Perreau") 
^ Almanacco e Lünario di Lorenzo de Inverici da Oalam^ ^ . 



100 Litteratnr nnd MiBcellen. 

Biccardi) — II primo Concetto della Biblioteca Casanatense (G. 
CugDODi) — Un Libro dl prospettiva del 1782 (A. Melani) — 
Begolamento inedito per le pubbliche Librerie di Firenze, compilato 
da L. Mehus — Del Ca rattere Greco Bodoniano (Di Caloso) — 
Tragedia Orientale in Italia (P. Santi-Mattei) — Di una collezione 
di Opuscoli, ecc. concementi TAssedio di Yienna 1683, ecc. (A. 
Gianandrea) — Breve notizia di un antico Periodico Spoletino 
(G. Sordini) — Di una edizione rarissima delle Lettere di Anton- 
Francesco Doni (A. Capparozzo) — Prezzo delle Legatare al 
tempo del Magliabecchi (C. Arlla) — Nota Dantesca (A. Montemagni) 
— Bolletino bibliografico (A. B., C. Arlla e C. Lozzi) — Notizie 
varie con accenni di Bibliografia moderna — Varieta arcbivistiche 
e bibliografiche (A. Bertolotti). 

[224.] Polybiblion Revue Bibliographique universelle — Par- 
tie litteraire Deuxi^me S^rie. Tom. XIX. XLe de la GoUection 
& Partie technique Deuxi^me Serie. Tom. X. XLIIe de la Gel- 
lection. Paris, aux bureaux du Polybiblion. gr. 8^. Erscheint 
monatlich, u. zwar die Part, littör. k 6 Bog. Pr. 15 Fr. £ 
Frankreich, 16 Fr. auswärts & die Park, techn. k 2 — 3 Bog. 
Pr. 10 Fr. f. Frankreich, 11 Fr. auswärts. Gesammtpr. beider 
Theile 20 Fr. f. Frankreich, 22 Fr. auswärts. (8. Ans. 
J. 1883. Nr. 262.) 

Die Part, litt^r. enthält: 1. Des Articles d^ensemble sur 
difförentcs branches de la science et de la litt^rature; 2. 
Comptes rendus de publications Fran9aise8 et ^trangdres; 3. U 
Bulletin faisant connaltre les ouvragcs r^cents et de moindre imm.— 
portance; 4. Des articles Varietes; 5. Une Chronique, räsamaia.t 
tous les faits se rattachant ä la sp^cialite du Recueil; 6. üne Go'K"- 
respondunce offrant des renseignements bibliographiques ; 7. D^M 
Questions et Rdponses sur des points litteraires, historiques, bLo- 
graphiques, bibliographiques, etc. — Die Part, techn. zerfällt in 
folg. vier Abschnitte: 1. Une Bibliographie methodique des ouvira- 
ges rdcents publies en France et ä Tetranger; 2. Les Sommair'^s 
des principales revues Fran9aises et etrang^res; 3. Les Somn^ai* 
res des memoires des Societes savantes de France; 4. Les Somia&i* 
res des articles des^ grands journaux de Paris. 

[225.] La Bibliophile ancienne & moderne, Fran9aise ^ 
ötrangfere. Vve Adolphe Labitte Libraire de la Bibliothäqa^ 
nationale Proprietaire-Editeur. Paris, gr. 8^. (No. 15. Jaa^- 
2 Bog.) 

Lediglich im Interesse des geschäftl. Verkehrs des Herausg.'^'* 

Die an die Spitze gestellten allgemeinen bibliophil. Mittheilon^^' 

dUden nur das Aushängeschild für den antiquar. Bücherkatalog 

die Oescbäftaiinzeigen etc. des Heravx^gJ^. 



Litterator und Midcellen; 



101 



BIbllograplite. 

[226.] Die Jubelfeste der Bachdrucker seit 1540. Ein 
bibliographischer Versuch von Louis Mohr. Enth. in der Oester- 
reichischen Buchdrucker-Zeitung etc. Wien. 4^ XI. Jahrg. 1883. 
Nr. 37. 8. 399—400. (S. Anz. J. 1883. Nr. 872.) 

Wieder nach langer Pause eine kleine Fortsetzung der interes- 
santen Zusümmenstellung, der nur ein rascheres Fortschreiten zu 
wünschen wäre. Betr. die Jubiläen von 1840. 

[227.] Quellenforschungen zur Geschichte der- Erfindung der 
Typographie. Das Breviarium Moguntinum. Eine Studie von 
Antonius von der Linde. Wiesbaden, Feller & Gccks. gr. 8^. 
3 BU. 84 S. 

Der rüstige Kämpe für Deutschlands Ansprüche an die Er- 
findung der Buchdruckerkunst schreibt im Vorworte: „Das von 
Kennern u. Laien am meisten bewunderte Monument der folgen- 
reichsten Erfindung der Weltgeschichte ist, alier Schaustellung in 
den ülasschreinen der Bibliotheken zum Trotz, bis zur Stunde 
sagenhaft geblieben. Wir wollen aber doch nicht dem Auslande 
überlassen, den Nebel der Jahrhdte zu zerstreuen, sondern dem 
Yaterlande der Erfindung aneignen, was ihm gebührt'^ Es handelt 
sich um „das erste typographisch gedruckte Buch der Welt mit 
ToUstandiger Datierung'': das alte Mainzer Brevier, in der Schluss- 
schrift „psalmorum codex'' genannt (Mainz, Verlag von Johann 
hsX u. Peter Schöffer aus Grernsbeim, den 14. August 1457), 
worüber der Verf. die eingehendste Untersuchung angestellt u. 
dessen „bibliographischer Martergeschichte'' in dem Schlussab- 
Khnitte „Technische Kritik" eine ausführliche Darstellung gewidmet 
^ Neben dem Brevier von 1457 finden sich das Mainzer Brevier 
^ 1474 sammt seinen späteren Ausgaben, sowie das Mainzer 
Benedictiner-Brevier von 1459 näher besprochen. 

[228.] * Etüde sur une coUection d'Ex-libris; par Francis de 
Cbanteau, archiviste pal^ographe. Bar-le-Duc, imp. de TOeuvre 
de Saint-Paul. 8«. 24 S. 

[229.] * Bibliographie des Bibliographies, compte rendu d^un 
OQTrage r6cent; par Henri Stein. Tours, imp. Bouille-Ladeveze. 
8*. 7 8. (S. Anz. J. 1883. Nr. 675.) 

[230.] Allgemeine Bibliographie. Monatliches Verzeichniss 
^er wichtigem neuen Erscheinungen der deutschen und aus- 
zulachen Literatur. Herausgegeben von F. A. Brockhaus in 
^i^üg. [Bd. XXIX.] Yerantw. Kedacteur Otto Kistner in Leipzig. 
^^' 12 Nrr. ä 1 Bog. Pr. n. 1,50 Mk. (S. Anz. J. 1883. 
Sr. 265.) 
Kehl verst. Freund Paul Trömel, Theilhaber des Brockhaus'schen 
^'^Qarimns, hat dieses Blatt ins Leben gerufen, \u üim N^täA.Tv\!ti 



102 Litterator and ICiscellen. 

es auch der Auz., dass er seinen Lesern das Blatt seit dessen 
Bestehen als schätzbare Beigabe hat darbieten können. Die Leser 
haben gewiss den Werth dieser Beigabe stets zu achten, geirussi 

[281.] Literatur-Blatt für Orientalische Philologie unter Mit- 
wirkung von Dr. Joharnes Klatt in Berlin herausgegeben Ton 
Prof. Dr. Ernst Kuhn in München. I. Bd. Leipzig, Schulze. 
1883—84. gr. 8^^. Erscheint in 12 monatl. Heften ä 2— 3 Bog. 
Pr. n. 15 Mk. 

Enth., ausser Besprechungen der auf dem gesammten Gebiete der 
Orientalischen Philologie erschienenen Litteratur, eine von Monat zu 
Monat fortgeführte Orientalische Bibliographie, sowie Correspondenzen 
u. kleinere Mittheijungen. 

[232.] Wissenschaftlicher Jahresbericht über die Morgenlän- 
dischen Studien im Jahre 1878. unter Mitwirkung mehrerer 
Fachgelehrten herausgegeben von Ernst Kahn. [2. Hälfte.] A. u. 
d. Tit. : Zeitschrifb der Deutschen Morgenländischen GreselJschafl 
etc. Supplement zum drei und dreissigten Bande. Leipzig, Brock- 
haus in Comm. 1888. gr. 8^, 3 Bll. 97—178 S. (S. Anz. J. 
1881. Nr. 442.) 

Enth. acht Einzelberichte mit unter den Text in Form von 
Anmerkungen gesetzten bibliograph. Angaben u. Nachweisen, die 
sich zusammen auf 639 Nrr. belaufen. 

[233.] Bibliographie Arm^nienne, 1565 — 1883 (in lingua 
Armena). Venezia, tip. Armena. 1883. 8<>. XXXII, 787 S. 

[234.] The Publishers* Weekly The American Book Trade 
Journal With which is incorporated the American Literarj Ga- 
zette and Publishers' Circular [established 1852] F. Leypoldtz: 
Editor and Publisher. Vol. XXV. New York, Publication Offi 
gr. 8«. Jährl. 52 Nrr. ä 1—2 Bog. in 2 Bden. Pr. f 3,2C 
(S. Anz. J. 1883. Nr. 268.) 

Enth. an der Spitze wöchentliche bibliographisch genaue Ve 
zeichnisse der vorzüglicheren neuesten Litteratur u. monatliche üebe ' 
sichten dieser Neuigkeiten. Ausserdem zahlreiche Mittheilnngen ül^ 
alle bemerkenswertheren Vorkommnisse auf NAmerikanischem bu& 
händlerischem u. damit verwandtem litterarischem Gebiete. 

[235.] Serjeic^ni^ ber SBüc^er, Sanbtarten ic, iDelc^e t>om 3ult 
ium ^egember 1883 neu erfc^ienen ober neu aufgelegt morben fiTI^i 
mit Eingabe ber @eitenja^(, ber Serleger, ber greife, literarifcben 9€ub^ 
Reifungen unb einer n)iffenfcbQftIicben Ueberftcbt. $)ecau^gegeben unb iKr^ 
legt l>on ber 3. d, $>lnric^Wn IBucb^anblung in Setpsig. CLXXI. gpori« 
fefeung 1883. 8^. CXX, 536 6. «ßr. n. 3,60 SWt. (©. Sing. 3. 188». 
9lr. 876.) 
Im Punkte der Bibliographischen Hilfsmittel steht der Dentidi^ 
Bochbandel unerreicht da, u. w\id ^ol:^ auch von keinem m^ 



liittoratar und Miscellen. 



103 



dem 80 leicht erreicht werden. Unter diesen Deutschen Hilfs- 
mitteln ist das Hinrichs'sche halbjährliche Verzeichniss theils wegen 
der Promptheit seines Erscheinens, theils n. namentlich wegen seiner 
sorgfältigen u. allen Bedürfnissen der Leser Rechnung tragenden 
Bearbeitung obenan zu nennen. In letzerer Hinsicht verdienen die 
Leistungen der Hinrichs'schen Buchhandlung die höchste Aner- 
kennung, die ihr auch von Jedermann, der das Verzeichniss zu 
benutzen Anlass hat, gern gezollt wird. 

[236.] Wissenschaftliche Uebersicht der bedeutenderen Er- 
scheinungen des deutschen Buchhandels. [XIX. Jahrg.] 1884. 
Leipzig, J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung. Fol. 13 Nrr. ä 1 Bog. 
Pr. n. 1,50 Mk. (S. Anz. J. 1888. Nr. 146.) 

Monatliche Uebersicht der bedeutenderen Erscheinungen des 
deutschen Buchhandels. X. Jahrg. 1884. Das. 8^. 13 Nrr. 
ä 1 Bog. Pr. k 2 Mk. 

Zum Verkehr zwischen Sortiment u. Publikum. 

[287.] * Literarischer Bericht fQr die Schweiz über die be- 
deutenderen Erscheinungen der deutschen Literatur. I. Jahrg. 
1884. Ölten, Schweiz. Vereinssortiment, gr. 8^ Jährl. 13 Nrr. 
i 1 Bog. Pr. n. 2 Mk. 

[238.] * Catalogue mensuel de 1a Librairie Fran9aise. (9e) 

Annee 1884. Avec une Table par ordre alphabetique des noms 

d'auteurs. Paris, K. Nilsson. 8^ Monatlich 1 Nr. k Vj Boff, 

Pr. 2,50 Fr. Mit Register 3,50 Fr. (S. Anz. J. 1883. Nr. 878.) 

Die seither yon 0. Lorenz herausgegebene, für den Verkehr 

swischen Sortiment u. Publikum bestimmte Uebersicht der vorzüg- 

Ucberen u. interessanteren Neuigkeiten, nach Fächern geordnet. 

[239.] The Publishers* Circular and General Record of British 
3nd Foreign Literature containing a complete alphabetical List 
of aO New Works published in Great Britain and every Work 
of interest published abroad. Vol. XLVIL No. 1112 flf. London, 
MI. by Sampson Low. Lex. 8^. Monatlich 2 Nrr. ä c. 3 Bog. 
^- D. 6s., im auswärt. Buchhand. n. 8 s. (S. Anz. J. 1883. 
Hr. 270.) 

Bibliographisch in der Regel von stets schwankendem Werthe. 

[240.] Bibliografia Italiana Giornale dell Associazione tipo- 
^co-libraria Italiana Compilato sui Documenti comunicati dal 
Knistero della Pubblica Istruzione. Gio. Ponzoni^ Redatt. resp. 
^^ XVIDL Milano, tip. Bemardoni di Rebeschini e C. gr. 8^ 
Monatlich 2 Nrr. ä IVt Bog. Fr. 15 L. f. Italien u. 17 L. f. 
1 Ausland. 

Enth. in drei Abth. : 1 Bullettino Ufficiale (Libri, Regolamenti, 
f^ ecc, Giomali nuovi, Composizioni musicali, Maivo%cnU\ 

li depositati, Dicbisrazioni di proprietä letteroria daYli '£i^\atqY> 



104 Litterator und Miscellen. 

2. Cronaca (Atti dell' Associazione, Notizie officiali, statistiche, 
commerciali e letterarie, interessanti la tipografia, la libreria e 
affini); 3. ÄYvisi. 

[241.] Svenfikt Bokleiikon. Aren 1830—1865. Utarbetadt af 
Hjalmar Linnström. Senare DeL HfL 47 — 50. Stockholm, 3am- 
8on & VaUin. 1888—84. 4^. S. 737—800. Pr. n. 3 Mk. ä 
Doppelhft. (S. oben Nr. 147.) 

l^nth. die Artikel ,,Wacli8mann'' bis ,, Wieland." 

[242.] Bibliographie und Literarische Chronik der Schweiz. 

[A. m. Franz Tit.] XIV. Jahrg. Für die ßedaction: H. Georg 

in Basel, Genf u. Lyon. gr. 8^. Monatlich 1 Nr. ä c. 1 Bog. 

Pr. n. 2,50 Fr. f. d. Schweiz, u. 2,50 Mk. f. Deutschland. (S. 

Anz. J. 1883. Nr. 274.) 

Behofe grösserer Verbreitung des Blattes ist der Preis er- 
mässigt worden. In Folge dessen hat eine Verminderung des 
ümfanges eintreten u. die Bubrik der ausführlichen Beferate in 
Wegfall kommen müssen, so dass das Blatt sich Ton jetzt an in 
der Begel nur auf das eigentlich Bibliographische beschränken wird. 

243.] * Bibliotheca theologica oder systematisch geordnete 
üebersicht aller auf dem Gebiete der evangelischen Theologie 
in Deutschland neu erschienenen Bücher. Herausgegeben von 
G. Ruprecht. XXXVl. Jahrg. 1. Hit. Januar— Juni 1883. Göt- 
tingen, Vandenhoeck & Ruprecht. 8^1 Bl. 38 S. Pr. n. 0,40 Mk. 
(S. Anz. J. 1883. Nr. 885.) 

[244.] * Slnjeiger für bie netiefte pätagoglfc^e Sitteratur. ^eraul« 
gegeben oon {). @. Stöfener, unter iIJlitn)ir(ung mehrerer S^ulmdnner. 
XIII. Sa^rg. 1884. fieipsig, filinf^iarbt. gr. 4«. 12 9lrt. ä Vi »og. 
$t. n. 2 mi (S. Slni. 3. 1883. 3lt. 387.) 

[245.] * ÜJlitt^eKungen über Sugenbfd&iiften an Gltetn, Sekret 
SibUot^etdDorftdnbe, herausgegeben oon ber SugenDfcbriftentommifftoi — 
beiS &cbn>ei}enf4en Se^rerüereinS. {)eft 8. 1884. ^arau, SauerlänDec^ 
gr. 8». V, 67 6. $r. n. 1 mi (©. 2lnj. 3. 1883. 3lx. 160 

[246.] * Siteraturblatt für tatboUfd^e @rjieber. i^auSgegeben 
tat^oUfiiben $äbagogium. SReb.: S. Sluer. XV. Sabrg. 1884. S)ona 
»örtb, 5luer. 4«. 12 «rr. ä 1—2 »og. $r. 2 SKt (S. » 
3. 1883. 9lr. 983.) 

[247.] '*' La Lecture. Revue mensuel des livres nonveai 
articles genereaux, comptes rendus, notes et renseignemei&^f^ 
publik sous les anspices de la Soci^t^ Genevoise. G«nd?e, Ca' 
8». Pr. 3,50 Fr. (S. Anz. J. 1883. Nr. 277.) 

[248.] * Bibliotheca medico-chirurgica, pharmaceatico-cheiDf 

et veteriDaria oder geordnete Üebersicht aller in DeutsehlsiKl 

and im Aa^iande neu erschienenen m^^Kmi^chfin, pharmacentisciB-' 




.LiUerator und Miscellen. 105 

chemischen und Veterinär -wissenschaftlichen BQcher. Heraus- 
gegeben von Carl Raprecht. XXX VIL Jahrg. 1. Hft Janaar— 
Juni 1883. Göttingen, Vandenboeck & Ruprecht. 8^. 1 Bl. 
76 S. Pr. n. 0,80 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 886.) 

[249.] * Medicinische Novitäten. Rundschau auf dem Gebiete 
der medicinischen Literatur, herausgegeben von Dr. 0. Reyher. 
I. Jahrg. 1884. Leipzig, Denicke, gr. 8«. 24 Nrr. (Nr. 1. 
3/4 Bog.) Pr, n. 4 Mk. 

[250.] * Repertorium der Militär-Journalistik. XV. Heft. (1. 
Jänner bis Ende Juni 1883.) [Ans: „Organ der milltär-wissen- 
schaftlichen Vereine/' 1883. Bd. XXV.] Wien, Seidel & Sohn 
in Comm. gr. 8®. XLI S. Pr. n. 1 Mk. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 788.) 

[251.] * Catalogue des Cartes, Plans et autres Ouvrages 
composant le fonds du D^pöt g^ndral de la Guerre (service gd- 
ographique de TArm^e.) 1884. Paris, impr. nationale. 8^. 
53 8. u. Karten. 

[252.] * Bibliotheca historico - naturalis, physico-chemica et 
matbematica oder systematisch geordnete üebersicht der in Deutsch- 
land und dem Auslande auf dem Gebiete der gesammten Natur- 
wissenschaften und der Mathematik neu erschienenen Bücher, 
herausgegeben von Dr. R. v. Hanstein. XXXIIL Jahrg. 1. Hft. 
Januar^-Juni 1883. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 8^. 
1. Bl. 158 S. Pr. n. 1,60 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 889.) 

[253.] * Naturae Novitates. Bibliographie neuer Erscheinungen 
^ler Länder auf dem Gebiete der Naturgeschichte und der ex- 
scten Wissenschaften. Herausgegeben von R. Friedländer & Sohn. 
VI. Jahrg. 1884. Berlin, Friedländer & Sohn. gr. 8^ 24 Nrr. 
i 1 Bog. Pr. n. 4 Mk. (8. Anz. J. 1883. Nr. 281.) 

[254.] * Botanischer Jahresbericht. Systematisch geordnetes 

^pertorium der botanischen Literatur aller Länder. Unter Mit- 

^'^kung von Askenasy, Batalin, Büsgen, etc. herausgegeben von 

^'"ofessor Dr. Leop. Just XI. Jahrg. [1881.] Abth. I. Hft. 1. 

^lin, Bomträger, 1883. gr. 8^ 320 S. Pr. n. 9 Mk. (S. 

^^^ Nr. 34.) 

[255.] * Chemisch-technisches Repertorium. üebersichtlich ge- 
^^^tiete Mitteilungen der neuesten Erfindungen, Fortschritte und 
l^^besserungen auf dem Gebiete der technischen und industriellen 
^^mie, mit Hinweis auf Maschinen, Apparate und Literatur. 
^^H Dr. Emil Jacobson. [XXL Jahrg.] 1883. 1. Halbj. 1. Hälfte, 
^tlin, Gaertner. 1884. gr. 8«. 132 S. Pr. n. 3,20 Mk. (S. 
^a. J. 1888. Nr. 1120.) 
j. Bierflber ist noch ein ,,öeiierÄl-Kegister zu Jahrg, INI— TL. 
i^^^7^JSSI.J £T. 8^. 236 & Fr. n. 6 Mk/* eracbieuöTU 



105 Litteratar und Miscellen. 

[256.] Badische Geschichtsliterator der Jahre 1880—1882. 
Von Dr. Karl Hartfelder in Heidelberg. Enth. in der Zeitschrift 
für die Greschichte des Oberrheins hrsg. von dem Grossherzog- 
lichen General-Landesarchive zu Karlsruhe. Bd. XXXVH. Karls- 
ruhe, Braun. 1888. ' gr. 8^ Hft. 2 u. 3. S. I— LIX. (S. Anz. 
J. 1881. Nr, 238.) 

Nahezu 600 Nrr. Schliesst sich an die Badische Litieratur 
1877 — 79, erstreckt sich aber nicht mehr, wie früher auf Baden 
überhaupt, sondern bleibt auf die histor. Badische Litteratur 
beschränkt. 

[257.] * Die landeskundliche Litteratur für Nordthüringen, den 
Harz und den provinzialsächsischen wie anhaltischen Theil an 
der norddeutschen Tiefebene. Herausgegeben vom Verein für 
Erdkunde zu Halle. Halle, Tausch & Grosse. 1883. gr. 8^. 
174 S. Pr. n. 3 Mk. 

[258.] * Bibliographie Haute-Mamaise ; Catalogue d'ouvrages 
et de pi^ces concemant le Departement de la Haute-Mame, of- 
ferts ä la Biblioth^que d^partementale Barette, par Arthur Da- 
guin, de plusieurs Acad^mies et Social^ savantes etc. Paris, 
Champion. 8«. 137 S. Pr. 3 Fr. 

[259.] * Bibliographie de la Yille et du Canton de Pontoise 
par L^on Thomas, vice-pr^sident de la Soci^t^ historique et 
archeologique de Tarrondissement de Pontoise et du Yexin. [£x- 
trait des M^moires de la Soci^te etc.] Pontoise^ imp. Paris. 8^ 
VIII, 211 S. m. Facsim. 

[260.] * Bicordanze patrie: miscellanea di notizie Carpigiane^. 

da Paolo Guaitoli. Vol. I. Bibliografia storica Carpigiana. Carpi j 

Policarpo Guaitoli. 1883. 16«. VIH, 349 S. Pr. 2 L. (Nur^ 
200 Exempl.) 

[261.] * Repertorium der Literatuur van den Waterstaat vai^a 
Nederland. Uitgegeven van wege de vereeniging van bürgere" 
lijke Ingenieurs door P. H. Kemper. *s Gravenhage, Nyho!^-^ 
1883. gr. 8^. 2,2 u. 119 S. Pr. 1 P. 

[262.] Minist^re de llnstruction publique et des Beaux-Ar— 
Notice sur les travaux personnels des professeurs des FacnU 
des Lettres durant Tannde 1882 avec rappel des annäes 
törieures. Tom. I. Paris, impr. Nationale. 1883. 8®. 170 Ä 
Entsprechend der im Anz. J. 1883, Nr. 496 aufgeführte»? 
.„Notice sur les travaux personnels des professeurs des FacoTIlA 
des Sciences*' enthält auch diese neue Publication des Franiösisciieo 
Unterrichtsministeriums eine Aufzählung der von den betreffientfAia 
Professoren bis Ende 1882 veröffentlichten Arbeiten, welche saf 
den eigenen Angaben der Verfasser beruht. Das hierdurch h&^ 
dingte Intereaae der Schrift fOir die BMvo^vs^^iv^ ^\x^ «U0(4iv^ 




•i<-', 



Litteratar und Hiscellen. 107 

abg^eschwächt dureh die nngleichmässigey häufig alizuknappe Art 
der Angaben. Was kann man z. B. mit Nachrichten anfangen, wie 
sie Prof. Orouslö in Paris giebt: „Extraits de Piaute." — ,,Ex- 
traits de Lacrdce.'' I Sind auch solche Laconismen nicht die Regel, 
so scheint doch beinahe Regel zu sein, nur das Jahr der Veröffent- 
lichung, nicht aber Erscheinungsort und Verleger beizufügen. A. H. 

[263.] * Oraisons fun^bres de Bossuet. Publikes avec une 
introduction et des notes historiques et bibliographiques, par Ar- 
mand Gast^, professear ä la facult^ de lettres de Caen. Paris, 
libr. des Bibliophiles. 16^. XXVIII, 312 S. Pr. 3 Fr. (Nar 
560 numer. Exempl., wovon 500 auf Holl., 30 auf Chin., 80 auf 
Whatm. Pap. Ausserdem 200 numer. Exempl. auf Gr. Pap. m. 
Portrait.) 

[264.] * Francesco Calandri. Note biografiche a bibliografiche 
di Melchiorre Rinino. Con una scelta di Iscrizioni Italiane. Mi- 
lane, frat Damolard. 1883. 16». 100 S. Pr. 1,50 L. 

[265.] Sie €age )7om eiDigen Suben. Unterfudbt )9on Dr. S. 92eus 
büur. fieipjifi, ©inric^. gr. 8^. VII, 132 6. $r. n. 3,60 5Wf. 
Die Veranlassung zu dieser interessanten Arbeit hat ein vom 
Verf. 1882 im kaufmännischen Vereine gehaltener Vortrag gegeben. 
Seitdem hat sich der Verf. eingehender mit dem Gegenstande be- 
schäftigt u. namentlich den von Gaston Paris als nothwendig be- 
zeichneten bibliograph. Zusammenstellungen seine Aufmerksamkeit 
^^wendet Hatte Paris in seiner Schrift über die Sage sich da- 
hin ausgesprochen: II reste k faire un travail de bibliographie 
^rÜiqae sur le rapport des differents livres issus de la fameuse 
^Qttre dat^ de 1564, sur les plus anciennes dditions de cette lettre, 
^v les amplifications que re9ut le livret populaire, sur les diverses 
^^uctions, sur la premidre apparition de la complainte fran9aise 
^tc"*, so hat sich der Verf. dieser mühsamen Arbeit mit vielem 
Geisse u. mit Glück unterzogen. Ausser der „Geschichte der Sage*' 
^> »»Zwei Texten der deutschen Erzählung vom ewigen Juden'' findet 
»ich im vorl. Schrifkchen S. 66 — 102 (allerdings mit einiger Raum- 
^^hwendung) ein „Verzeichnis der im 17. Jahrhundert in deut- 
^W Sprache erschienenen Ausgaben der Erzählung vom Ewigen 
bilden" mit einem Anhange von Drucken in Vlämischer u. Franzö- 
•^r Sprache, sowie S. 103 — 32 in den „Anmerkungen zur Ge- 
■Aichte der Sage etc.*' eine grosse Anzahl litterarischer Angaben« 

[866.J Zur Geschichte der Danteausgaben von Philalethes. 
Von J. Petzholdt. [Separatabdruck aus „Petzholdt, Neuer An- 
^^^ für Bibliographie und Bibliothekwissenschafb", December 
1888 «nd Januar 1884.] Dresden, Druck von Pässler. gr. 8^ 
1^ B. Nur 25 ExempL (S. oben Nr. 4.) 

10 SxmnpJan and mit einer Facsim.-Taf. veraelieii. 



108 Litteratar und Miscellen. 

[267.] * Essais de Montaigne, extraits publi^s d'aprds les 
editions primitives, avec la vie de l'antear, une notice bibliogra- 
phique, une ^tude sur Torthographe, la langue et la svntaxe des 
Essais, des variantes, des notes philologiqnes, grammaticales et 
historiques, et un glossaire, par Eugene Voizard, professear 
agrege. Nouvelle Edition, revue et corrig^e. Paris, Garnier 
frdres. 12<». XLIV, 514 S. Mit Montaigne's Portrait 

Buchhändler- und antiquarische Katologe. 

[268.] Oefteneic^ifc^e SBudb^nblet ^orrefponbenj. @igent^m bed 

äSeceined ber 5fteTTeidbif(ben 93u(bbcinbler. SerantiDortli^c Stebacteut: 

3. ß.. 8if*er. XXV. Sa^tg. SSBicn, giftet & So. 4«. SBöcbentIt« 

1 3lx. ä c. 1 Sog. $r. n. 12. ÜJlt. (©. Slnj. 3. 1883. ilx. 294.) 

Enth. in der seitherigen Weise an der Spitze der einzelnen 

Nrr. ein Verzeicbniss der erschienenen Neuigkeiten des Buch-, 

Kunst- u. Musikalienhandels in der Oesterreich - Ungarischen 

Monarchie. 

[269.] Buch- und Kunst -Katalog. — Gesammt - Verlags- 
Katalog des Deutschen Buchhandels und des mit ihm im direkten 
Verkehr stehenden Auslandes. Vollständig bis Ende 1880. 

Münster i. W., Adolph Russell. 1882. gr. Lex. S^. Bd. I. Lief . 

* 2. IV, 257— 332 Sp.; Bd. VII, Abth. 2. Lief. 5. 929— 1152Sp. - 
Bd. XL Lief. 4. VI, 705—880 Sp.; Bd, XIIL Lief. 6. 1281 bi ^s 

1504 Sp. Pr. a n. 0,60 Mk. (S. Anz. J. 1888. Nr. 1014 

Nunmehr geht der Deutsche Gesammt-Verlags-Katalog seirn 
vollständigen Beendigung in nächster Zeit entgegen. Wie häi 
der sei. Bussell sich freuen sollen, wenn es ihm vergönnt 
wäre, die Vollendung dieses Werkes, das ins Leben zu mfen 
alleiniges Verdienst ist, zu erleben. Sein Andenken muss dur<?!i 
dieses Werk im Deutscheu Buchhandel wach erhalten bleiben. 

[270.] * Preis -Verzeicbniss der in der österreichisch-uns*^' 
rischen Monarchie und im Auslände erscheinenden Zeitungen cund 
periodischen Druckschriften für d. J. 1884. Bearbeitet von der 
k. k. Postamts-Zeitungs-p]xpedition. Lex. 8^ Wien, v. Waldheim. 
V, 155 S. Pr. n. 1 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 188.) 

[271.] Nr. 110 & 111. Katalog von Theodor Ackermann 
K. Hof-Buchhandlung nebst Antiquariat in München. 8®. 

Enth.: Geschichte der Universitäten u. des StudententhuinS, 
Pädagogik, etc. (1 Bl. 22 S. 671 Nrr.) & Schriften über Prai- 
.maureroi, Illnminatcn, Kosenkreuzcr, andere geheime GeseHschafts*^ 
etc. (1 Bl. 20 S. 514 Nrr.). 

[272.] Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Bucbhändl^^ 
. und Antiquare in Prankfurt am Main, Paris, London. 187r — ^ 
Mathematik^ Physik, Astronomiö und Meteorologie. 8*. 1 BS^ 
4S S. . 997 Nrr. 




Lttteratnr und Miscellen. 109 

[278.] Nro. 161. Antiquarischer Katalog der C. H. Beck*8chen 
Buchhandlung in Nördlingen. — Geschichte mit ihren Hilfi»- 
wissenschafben. Reise- und Länderbeschreibungen. 8^. 1 EL 
70 S. 1216 Nrr. 

[274.] N. 4. Catalogo di Libri antichi e modemi per la piü 
parte rignardanti Storie municipali, Musica, Belle Arti e Curio- 
sitä Yendibili presso la Libreria antiquaria Simone Cioffi di 
Gennaro. Napoli. 8®. 82 S. 1501—2000 Nrr. 

Musik besonders beachtenswerth. 

[275.] C. Detloff^s Antiquariat in Basel. Katalog No. 43 
bis 45. 8«. 

Enth. meist Ausgewählteres, in Nr. 48 Deutsche Litteratur 
(1 Bl. 57 8. 1072 Nrr.); in Nr. 44 Franz., Engl, Italien. Schön- 
irissenschaftliche Litteratur, Kunst, Musik (1 Bl. 61 S. 1180 Nrr.) 
0. in Nr. 45 Seltenheiten (8 S. 83 Nrr.). 

[276.] LXm. Verzeichniss des antiquarischen Bücherlagers 
. Ton Caspar Haugg in Augsburg, gr. 8^. 1 Bl. 25 S. 487 Nrr. 

Enth.: Mss. u. seltene alte Drucke; Curiositäten, Kupfer- u. 
Holzschnittwerke, seltene u. interessante Bücher; Schriften aus d. 
SOjähr. Krieg u. d. Erbfolgekriegen. 

[277.] Libreria antiquaria di U. Hoepli Milano. Catalogo 
Nr. 18. — Letteratura popolare: Canti popolari, Proverbi, Leg- 
^de, Dialetti, ecc. Usi e costumi, Mitologia, Alchimia, Magia, 
Demonologia, Magnetismo, Facezie, Curiosita letter., ecc. Viaggt 
8». 1 BL 56 S. 1070 Nrr. 

[278.] Nr. 692. Antiquarisches Bücherlager von Kirchhoff & 
Wigand in Leipzig. — Theologie, Kirchenrocht 8^ 1 Bl. 110 S. 
3632 Nrr. (S. oben Nr. 169.) 

[279.] Wilh. Koch & Reimer, Antiquariat, Königsberg i. Pr. 
Katalog Nr. 1. — Auetores graeci et latini, Philologie, Ge- 
schichte and Geographie. 1883. 8^ 1 Bl. 44 S. 1197 Nrr. 

[280.] K. F. Koehler*s Antiquarium in Leipzig. 8^ — 
Citalog Nr. 892. Theologie (1 Bl. 53 S. 1272 Nrr.); Nr. 393. 
Philosophie (1 BL 10 S. 311 Nrr.); Nr. 394. Numismatik 
(l Bl. 14 S. 295 Nrr.). 
Das 1847 begründete K.*8che Antiquarium gehört mit zu 
^jenigen Leipziger antiquarischen Firmen, welche in dem guten 
^ stehen, ihr Bücherlager durch Ankauf werth voller Privat- 
B^numluDgen zu bereicheru u. zu ergänzen. So sind im Laufe der 
^thre, ausser anderen, folg. Bibliotheken bekannter Gelohi-ten in 
^^ Besitz übergegangen: die philologischen der Professoren 
Sclnregler und Walz in Tübingen, Bardili in Stuttgart, Nägelsbach 
^ BrhngeDy Westermann, Jdühlmauü u. Jacobitz m Levpxv^) ^V^ 
•J^ier xB J^iuf^ Ladewig in 2fenstrelitz, C. F. G. MflÄet m "BaraL- 



110 Litteratur und Miaoellen. 

burg, E. Graefe in Si. Petersburg; die orientalischen des Dr. E. 
Bodr in Calcutta, des Staatsraths Anton von Muchlinskj in War- 
schau, des Prof. Tornberg in Lund, des Generalconsnls Blau in 
Odessa, des Akademikers A. v. Schiefher, des Staatsraths P. Lerch 
in St. Petersburg u. des Prof. 0. Loth in Leipzig; die slavischen 
der DDr. Kopitar u. Kastelicz in Laibach; die finnische des Buch- 
händlers Lillja in Abo; die theologischen des Gen.-Superint Moll 
und des Prof. Cosack in Königsberg, der Pastoren Schön in Libaa, 
Fritzsche in Altenburg u. des Dr. Heiligsted t in Halle; die philo- 
sophischen der Professoren Schilling in Gi essen n. Göring in Leip- 
zig, des Dr. Zöppritz in Heidenheim ; die geschichtlichen des Beg.- 
Baths von Meiller in Wien, des Stadtraths Neumann in Elbing, 
des Dr. Heiberg in Schleswig, des Tribunalraths Beusch in Königs- 
berg, des Grafen Biesch auf Neschwitz, des Freiherrn von Bombeig 
auf Gerdauen, des Senators Smidt in Bremen, des Dr. Schöler in 
Dorpat; die culturgeschichtliche des Hofraths G. Klemm in Dresden; 
die kunstgeschichtliche des Baurathes Zocher; die numismatischen 
des Stadtraths Pfitzner in Schweidnitz u. von J. Jenni in Bern; 
die heraldische u. costüm geschichtliche von G. Hiltl in Berlin; die 
juristischen der Professoren Heimbach in Jena, Philipps in Königs- 
berg, Samhaber in Würzburg, des Justizministers Schneider in 
Dresden; die naturhistorischen der Akademiker K. E. von Baer u. 
J. F. Brandt in Petersburg, ferner die von Dr. G. von Frauenfeld 
in Wien, Dr. B. Kner in Wien, Frz. X. Fieber in Chrudim, Prof. 
A. Schenck in Weilburg, Prof. Ed. Weber in Leipzig, Berg^ath 
Jos. Bussegger in Schemnitz, Job. von Lumnitzer in Brunn, L. 
Schnitze in Gotha, Staatsrath A. von Bunge in Dorpat, Prof. Flohr 
in Dorpat; die mathematisch-astronomischen des Prof. Hauber i 
Stuttgart, des Staatsraths von Kämtz in Petersburg, des Baro 
von Bothkirch in Breslau; die chemische des Prof. Staedeler i 
Hannover; die medicinisclien des Prof. Germann in Leipzig, de^ 
Sanitätsraths Zimmermann in Clausthal; die Goethe-Bibliothek des 
Buchhändlers Diezel in Elsterberg; ein Theil der Bibliothek u. des 
handschriftlichen Nachlasses von Fr. H. v. d. Hagen in Berlin; 
die Doubletten der Abtei St. Martinsberg in Ungarn, des Lord 
Acten, der Universitätsbibliothek in Dorpat, der kais. Akademie 
der Wissenschaften in Petersburg, die Dante-Doubletten des Geh. 
Baths Prof. C. Witte in Halle. 

[281.] No. 11. Antiquarischer Anzeiger von W. H. Kühl, 
Buchhändler in Berlin. 8». 1 Tit.- u. 47 S. 663 Nrr. 

Enth.: Aeltere u. neuere Deutsche Litteratur u. Belletristik; 
Ausländ« Litteratur; Curiosa. Mit bibliogr. Bemerkungen. 

[282.] Katalog des Antiquarischen Bücherlagers von Paul 
LebmaDD, Buchhandlung und Antiquariat in Berlin. No« XXDL 
— C/afiswche Philologie und Orteulaüa. S^. \^Vll«i,^4aiNnp. 



Litieratar and MisceUen« 111 

Enth. aach eine kleine Suite Aldinen n. Inkunabeln (Auct. 
Graec. et La!.)- 

[283.] Antiquarischer Lager-Catalog von Lehmann & Lutz 
Buch- u. Antiquariats-Handlung in Frankfurt a. M. No. 43. — 
Deutsche und Ausländische Literatur und Literaturgeschichte. 
n. Abth. Neuere Deutsche Literatur und üebersetzungen. Im 
Anhange: Kunstblätter. 8®. 1 Bl. 58 S. 1657 Nrr. (S. Anz. 
J. 1888. Nr. 1148.) 

Beachtenswerth sind die Abschnitte aus der Goethe-, Herder-, 
Kotzebue-, Lessing-, Schiller-, Shakespeare- u. Wieland-Litteratur. 

[284.] Libreria antiquaria di Ermanne Loescher Torino. Cata- 

logo N. 48. — Giurisprudenza. 8*^. 1 Bl. 80 S. 2357 Nrr. 

Hauptsächlich Italien., nächstdem Franz.- u. Deutsche Litteratur. 

[285.] Nr. 76. Antiquarischer Katalog von Budolf Merkel 
(Tormals Eduard Besold's Antiquarium) in Erlangen. — Zoologie, 
Botanik, Mineralogie, Geologie, Palaeontologie. 8^ 1 Bl. 42 S. 
1291 Nrr. 

[286.] No. 176. Livres anciens et modernes en vente chez 
Martinus Nijhoff ä la Haye. — Editions des Elzevier et de leurs 
Imitateurs au 17 e si^cle. 1888. 8^ 1 Bl. 18 S. 850 Nrr. 

[287.] Gatalogue de Livres relatifs ä TArchitecture, ä la 
Sculpture, ä la Peinture et ä la Gravüre [et d*Estampes anciennes 
^ modernes] en vente ä la Librairie de ßapilly. Paris. 8^ 112 S. 
1579 Nrr. Bücher. 

[288.] Budolphi & Klemm früher Franz Hanke Buchhandlung 
^^ Antiquariat Zürich. Katalog 129. — Militaria und Kriegs- 
^schichte. Pferdekunde u. Reitkunst. Gymnastik u. Verwandtes. 
8*. 1 Tit.- u. 23 S. 604 Nrr. 

[289.] No. 74. I. Th. Lager -Verzeichniss des Schleswig- 
Holsteinischen Antiquariats (E. v. Maack) in Kiel. — Griechische 
^d Bömische Autoren, üebersetzungen. Neugriechen. Kirchen- 
' ^äter. 8«. 1 Bl. ^^ S. 3364 Nrr. 

[290.] Katalog Nr. 185 der Schletter*schen Buchhandlung 
f^anck & Weigert in Breslau. — Linguistik. 8°. 1 Bl. 44 S. 
^^82 Nrr. 

^ (291.] Nr. 180. Catalog des antiquarischen Bücherlagors von 
"^^ Seligsberg in Bayreuth. — Protestantische Theologie. Philo- 
^Hhie. Pädagogik. 8«. 1 Bl. 78 S. 1735 Nrr. 

[292.] 108. Verzeichniss des antiquarischen Bücher-Lagers 
r^ti Karl Theodor Völcker's Verlag und Antiquariat in Frank- 
^^^ a. M. — Französische, Englische, Italienische, Spanische 
^^d Portugiesische, Holländische und SkandinaviacliQ lA\Ai«Xxix* 
i^giuBäk (AoßwaU). 8^ l TiU- u. 51 S. 1468 ISn, 



112 Litteraior and Miscellen. 

[293.] Verzeichniss No. 27 des antiquarischen Bücherla{ 
von Weiss Ss Schack in Leipzig. — Rechts- und Staatswisf 
Schaft. Vermischtes. 8<^. 1 B1. 81 S. 2439 Nrr. 

Bibllottaekwissenscbaft. 

[294.] Monthly Notes of the Libraiy Association of 
United Kingdom. VoL IV. (S. oben Kr. 177.) 

Mit Schluss des IV. Bandes hat das Blatt zu erscheinen i 
gehört. Dafür ist „The Libraiy Chronide: a Journal of Librari 
ship and Bibliography. Published bj the Libraiy Association of 
United Eingdom" an seine Stelle getreten. 

Bibliotbekenlebre. 

[295.] * Catalogue h consulter pour l'organisation et 
direction d^une Bibliothdque populaire destin^e k des lectc 
adultes, prec^d^ d*une notice explicative sur le catalogue et 
renseignements sur l'organisation d*une Bibliotbeque. [Ext 
du Bulletin no 20 de la Ligue fran9aise de Fenseigneme 
Paris, Chaix. 1888. 8^ 160 S. 

[296.] * The Sunday-School Library, by A. E. Dunni 
Boston, Congregational Sunday-School and Pub. Society. 1 
105 S. Pr. 60 c. 

Hierüber s. Publish. Weekly Vol. XXV. No. 2. S. 29. 

Bibliotbekenknnde« 

[297.] * 2)ie fllofterbibliot^e! ju iBorbed^oIm unb bte ®ottc 
IBibliot^L Stfci bibliograp^ifd^e Untetfudbungen t}on 6. 6teffen^> 
I. @nt^. in ber Seitfc^rift ber ©efeUfc^aft für ec^ledtotd'^olftem^ä 
burgifcbe ©efc^i^te SBd. XIIL fiiel, Unberf.-iBuc^^anbl. in 6oi 
1888. gt. 8^ ©. 65—142. 

[298.] Verzeichniss der neuen Werke der Köuigl. öffc 
liehen Bibliothek zu Dresden. 1883. Herausgegeben von I 
Emil Bichter. Dresden, Burdach. (1884.) Lex. 8^ 57 S. 
D. 1,20 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 422.) 

Dieses Zuwachsverzeichniss erscheint zum zweiten Male 
Kosten der Verlagsbuchhandlung u. nicht mehr, wie früher, l 
in Commission derselben — ein sicheres Zeichen, dass die V 
lagsfirma, in Folge genügenden Absatzes des Verzeichnisses, ih 
Gewinnes sicher ist, zugleich aber auch u. vor allen ein unv 
kennbares Zeichen, dass der Herausg. mit dem von ihm auf eig* 
Faust ins Leben gerufenen Zuwachskataloge etwas untemomo 
hat, was vom Publikum als sehr nützlich beifällig erkannt won 
ist Der Zairachskatalog zerfallt in zwei Theile, einen alpha 
tischen u. einen systemaÜBchen*, ^iv» \^(Xiii ^ ^^Viknin % 



Litierator und Miscelleh. 118 

be^men Gebrauche des Heftes mehr verlangen? Vielleicht etwas 
mehr Correktheit. 

[299.] üeber eine Handschrift des Yicturios [in der Herzog!. 
Bibliothek in Gotha]. Von Bruno Krusch. Enth. im Neuen 
Archi? der Gesellschaft fQr ältere deutsclie Geschichtskunde zur 
Beförderung einer Gesammtausgabe der Quellenschriften deutscher 
Geschichten des Mittelalters. Bd. IX. Hannover, Hahn. 1883. 
8». Hft. 2. S. 269—81. 
Eine nicht blos in historischer Hinsicht interessante Hand- 
schrift, sondern u. namentlich auch eine paläogräphische Seltenheit, 
teil sie fOnf verschiedene SchrifVgattungen (Unciale, Halbunciale, 
Angehäcbsisch, Merowiugisch u. gewöhnliche Minuskel) in sich 
vereinigt 

[800.] Yerzeichniss der [vom Anfang d. J. 1883 an] bis 
«im 20. December 1883 für die BibUothek der D. M. G. [in 
Halle] eingegangenen Schriften u. s. w. Enth. in der Zeitschrift; 
der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft hrsg. unter Redact. 
Ton £. Windisch. Bd. XXXVIf. Leipzig, Brockhaus in Comm. 
1883. 8«. S. IV— Vin, X— XIV, XVI— XVÜI u. XXVH— XXX. 
8. Anz. J. 1883. Nr. 831.) 

Snth., ausser zahlreichen Fortsetzungen, Nr. 4520 — 4658 
Werke u. Nr. 440 — 42 Handschriften u. s. w. 

[301.] Handschriften der Königlichen Bibliothek zu München. 
I. Von 0. Holder-Egger. Enth. im Neuen Archiv der Gesell- 
Khaft für ältere deutsche Geschichtskunde zur Beförderung einer 
Gesammtausgabe der Quellenschriften deutscher Geschicht-en des 
Mittelalters. Bd. IX. Hannover, Hahn. 1883. 8^ Hft. 2. 
8. 889—441. 
Auszug aus dem auf Veranlassung u. unter Leitung des verst. 
Btbn 1868 — 81 bearbeiteten Kataloge der für mitteklterliche Ge- 
wehte interessanten u. werthvollen Handschriften, soweit sie für 
^ Zwecke der Monnmenta Germaniae historica in Betracht kommen. 
% 2. Hfilfte des Auszuges folgt im nächsten Hefte des Archives. 

[302.] Programm des evang. Gymnasiums A. B. in Schäss- 
^ und der damit verbundenen Lehranstalten zum Schlüsse 
*«8 Schnyahres 1882—88 veröflFentlicht vom Director Daniel 
H%r. Hermannstadt, Filtsch's Bnchdr. 1883. 4<>. Enth. S. 
198^259: Fachwissenschaftlicher Katalog der Bibliothek des 
Gy&uuksiums in Schässburg, zusammengestellt von Wilhelm Ber- 
^^ und Theodor Fabini, Gymnasiallehrer. [IV. Theil.] Schluss. 
(8. Am. J. 1882. Nr. 382.) 
I<eider ist mir der III. Theil des Kataloges, welcher den 

°^^ des allgemeinen Inventariums enthält, nicht zugekommen. 

^ vod. ly. Theil wna&sst anssc/iiiesslich TranssUvama« ^t R\m^- 



114 Litteratnr und IGscellen. 

rica, welche, als Spedafia der Bibliothek, von dem aOgen 
Bücherbestande abgetrennt worden sind. 

[808.J * Mittheilungen des k. k. Österreich. Museuna 
Kunst und Industrie. [Monatschrift f. Kunst u. Kui 
werbe.] Red.: Ed. Chmelarz. XVIII. Jahrg. 1883. gr. 8^ 
im Decbr.-Heft: „Zur Geschichte der Museums-Bibliothek, 
gleich Yorwort zu der neuen Ausgabe des Bibliothekskatal« 
Vom Bedacteur. 

[304.] * Oommission des Biblioth^ues. Bapport präsent 
Edmond Dardenne chef du Bureau des Bibliothkiues. Paris. 
40. 71 S. (Nicht im Buchhandel.) 

Bericht der ?om Aufsichtsrathe der städtischen u. freie 
bliotheken in Paris u. dem Seine-Departement 1882 niedergesi 
Oommission, welche die das Bibliothekswesen betreffenden Fragei 
gehend studiren u. zugleich über den gegenwärtigen Zu&ta 
die Entwickelung der genannten Bibliotheken Untersuchung ans 
sollte. Hierüber s. Centralbl. f. Bibliothekswesen 1884. H 
S. 5. 76—78. 

[305.] In den Bibliotheken der Normandie. Bericht übei 
Beise im August 1882. Von S. Löwenfeld. Enth. im l 
Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskund< 
Beförderung einer Gesammtausgabe der Quellenschriften deut 
Geschichten des Mittelalters. Bd. IX. Hannover, Hahn. 1 
80 Hft. 2 S. 359—87. 

Bevue hauptsächlich solcher Handschriften, die für Zweck 
Monumenta Germaniae historica von irgend welchem Interesse 
Von ganz speciell die Geschichte Deutschlands behandelnden I 
Schriften besitzt die Normandie nur sehr wenige. 

[306.] * Notices et Extruits des Manuscrits de la Bibliotl 
nationale et autres Bibliothdques, publies par Tlnstitut na 
de France, faisant suite aux Noüces et Extraits lus au C 
^tabli dans TAcadömie des inscriptions et belles-lettres. 
XXVI. Paris, impr. nationale. 4®. 492 S. (S. Anz. J. 1 
Nr. 943.) 

[307.] * Les Manuscrits de Leonard de Vinci ; les Manu 
B et D de la Bibliothcque de llnstitut publies en fac-similes 
c^dös Arosa) avec transcription litt^rale, traduction fran9ai8e, 
face et table m^thodique; par Charles Ravaisson-Mollien. ] 
Quantin. 4«. 402 S. u. Taf. Fr. 150 Fr. 

[308.] * Catalogue des Manuscrits Arabes de la Bibliothcque^ 
nale par le Baron de Slane. Fase. 1. Paris, imp. nationale. 1 
gr. 40. 8. 1—336. 
Hierüber s. Literar. Centralbl. iS84, Nr, 7. Sp. 215— li 



Litteratnr imd Miscellen. 118 

Ok Aeft nmflisst 1868 Bde ans dem Fache der Theologie n. Jnris- 
prndenz, sowie zum Theile ans dem geschichtlichen. 

[309.] * Les Portraits anx crajons des XVI e et XYIIe si^cles 
eQDser?^ ä la Biblioth^qne nationale (1525 — 1646), notice, cata- 
kgne et appendice; par Henri Bouchot^ attachö an Cabinet des 
Estampes. Poitiers et Paris, Oudin et Cie. 8^. 416 S. m. 2 
Portr. in Facsim. Pr. 25 Fr. Prachtausg. 50 Fr. 

[310.] * Catalogne de la Biblioth^ne popnlaire de Saint-Ar- 
oooli Yersailles, imp. Anbert. 8^ 68 S. 

[811.] * Catalogne of Bomances in the Department of Manu- 
scripts in the British Museum. Edited by H. L. D. Ward. YoL 
L London. 1883. 8''. XX, 955 S. Pr. 22 s. 6 d. 

Pnblication des Britischen Museums. 

[312.] * Catalogne of a Selection from the Stowe Manuscripts 
6x)iibited in the E[ing's Library, British Museum. London, Long- 
laans & Co. 4«". 83 S. Pr. 6 d. — Mit 45 Facsimiles. Pr. 
38. 6 d. 

[313.] * I Codici manoscritti della Biblioteca Querini-Stampalia 
^ Teuezia recentemente ordinati e registrati. Belazione di L. 
Serosa. Yenezia, tip. del Commercio di Yisentini. 1883. 16^ 23 S. 

PriTatbIbliotbeken. 

[814.] Catalogne de Livres. — Premiere partie Joumaux de 
^ojages de decouverte et de colonisation pendant les XYI^ XYII 
®^ IVin siädes prindpalement des Hollandais autour du monde, 
*Qx r^ons du Nord, aux Indes Orientales, ä TAfrique et i 
l*AiQeriqne, Histoire des Pays-Bas et des Pays etrangers. Pro- 
Tonaiit de la succession de Geisweit van der Netten Lt. CoL en 
'^te etc., h Prinsenhage (Hollande). La Haye, van Stockum & 
% gr. 8^ 2 BU. 1—52 8. 1—986 Nrr. (Auet. 18. Febr.) 

It. — Tweede Gedeelte Staatswetenschap en Bechtsgeleerdheid 
^geleerdheid Natuur- en Wiskundige Wetenschappen : Cosmo- 
Sniphie, Ethnographie, Astronomie, Zoologie, (Hippologie, Jacht) 
^Aeeskunde, Wis-, Natuur- en Werktuigkunde, logenieursweten- 
^p, Fraaie Letteren: Biographie, Bibliographie, Grieksche en 
fiomemsche Oudheid en Letterkunde, Federlandsche, Duitsche, 
^''^UiHche en Engeische Letterkunde, Schoone Künsten: Schilder- 
^ Prentkunst, Bouwkunst, Ornament, Plaatwerkeu, Muziek. 
^esrendeels nagelaten dor D. Leon, Dr. D. J. Ste^n Parv^ en 
^«isweit van der Netten. Ibid. gr. 8«. 2 ßU. 53—134 S. 987 bis 
^2 Nrr. (Auct. 16. Febr.) 

L'Oenvre de Jan et Casper Luiken 1649/1712—1672/1708. 
^^alogue de Livres om^s de frontispices et de planches de sui- 
^ de planches et de deaaina fonnant Toeuvre d^ 3au «\i Q^^^t 



116 Litteratur and Miscellen. 

Lniken. OoUection de fen GMsweit van der Nettem Ibid. 
8«. 2 BU. 36 S. 731 Nrr. (Auct 25. Febr.) 

Catalogas van een Atlas der Nederlandsche Geschiedenifl 
Platen en Portretten verzameld door wijlen J. Graafland te M; 
stricht en Geisweit van der Netten. Benevens van een fira 
yerzameling oude Prenten en Teekeningen moderne Gravnren e 
Jbid. gr. 8<>. 2 BU. 52 S. 1463 Nrr. (Anct. 10. März.) 

[315.] Verzeichniss des Antiquarischen Bflcherlagers von < 
Graeger in Halle a. S. Ni;. 228. — Philologie und Alterthni 
knnde. Bibliotheken: Beet. Th. Adler u. Beet W. Herbst 
8«. 1 BL 50 S. 2631 Nrr. 

[316.] S. Glogan & Co. Leipzig. Catalog No. 13 des J 
tiqnarischen Bücher-Lagers. Enthaltend einen Theil der Bib] 
thek des f Professor Constantin von Tischendorf zn Leipzig i 
des Bector Samietz zn Thom, sowie die neuesten Erscheinung 
bis Ende 1883 [aus verschiedenen Wissenschaftsfachem.] 8^. 
ßll. 57 S. 2319 Nrr. 

[317.] Verzeichniss der nachgelassenen Bibliotheken der ! 
jur. H. B. Petschke in Leipzig Appellationsgerichtspräsident 
D. und Probst Anton Trepinski in Staw (Beg.-Bez. Pos.), ne 
mehreren anderen Bibliotheken namentlich aus den Gebie 
der Polnischen und Orientalischen Literatur, d. Geschieh 
Classischen Philologie, Theologie, Pädagogik, Belletristik, Kui 
Rechtswissenschaft etc. Leipzig, List & Francke. 8^. 1 
112 S. 3846 Nrr. (Auct 27. März.) 

[318.] * Catalogue de Manuscrits Arabes provenant d*une B 
Uothdque privee ä el-Medlna et appartenant ä la maison E. 
Brill, rÄiig^ par Carlo Landberg. Leyde, Brill. 1883. 8^. VI 
184 S. m. I Taf. in Parbendr. 
Die Sammlung, welche sich im vorl. Kataloge zweckmässig 
gut verzeichnet findet, besteht aus 664 Handschriften, u. stam 
aus dem Beisitze des gelehrten Scheich Amin, der durch Vermöge] 
Verluste genöthigt gewesen ist, sie zu verkaufen. In Folge „( 
Bemühung de Goeje^s, der Liberalität der den alten litterar. Bul 
mit Eifer wahrenden u. mehrenden Begierung u. der überaus ehr( 
haften n. patriotischen Haltung des Hauses BfüV* ist es der L< 
dener Üniversitäts-Bibliothek geglückt diese sehr werthvolle Sam 
lung noch zur Zeit des vorjährigen Orientalisten-Congresses sich 
eigen zu machen. S. hierüber Literar. Centralbl. 1884. Nr. 
Sp. 216—17. 

[319.] No. 67. A rough List of valuable and rare Boc 

comprismg A Selection from the last portion of the Beckfc 

LibrßTf; a valuable CoUectlon of Works on Alchemj; a 



Litteratur und Miscellen. 117 

latest purchases i&om varions private sources, on sale hj Ber- 
nard Qoaritch. London, gr. 8^ 24 S. c. 400 Nrr. 
Die nahezu 200 Nrr. starke alchymiBtische Sammlung ist be- 
aditenswerth. 

[320.] Catalogo della scelta Biblioteca giä appartenuta al fii 
Lnigi Carbonieri Bibliotecario della Biblioteca Estense di Modeua 
contenente Monografie Patrio— Numismatica Crusca Belle Arti e 
Cariositä. Part. I. — Libreria antiquaria Gennaro Cioffi. (Bul- 
lettiuo periodico bimestrale. Ann. VIII. Num. 85 — 86.) Napoli. 
gr. 8^ 1 Bl. 58 8. 1000 Nrr. 

[321.] Yerzeichnijs der Bibliothek des A. von Cihac in Wies- 
baden (Verfasser des preisgekrönten Dictionnaire d'^tymologie daco- 
romane), nebst mehreren anderen werthvoUen Büchersammlungen. 
Frankfurt a. M., Ludolph St, Goar. 8«. 1 ßl. 73 S. 1934 Nrr. 
(Äuct. 18 Febr.) 

Hauptsächlich Linguistik spez. Bumänische, Geschichte, Schöne 
Wissenschaften u. Künste. 

[322.] 136. Lager-Oatalog von Joseph Baer & Co. Buch- 
händler und Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. — 
Auswahl vorzüglicher Werke aus dem Gebiete der Sculptur, Malerei 
Qnd Kupferstichkunde, enthaltend unsere Erwerbungen aus der 
öalberg'schen Sammlung. 8®. 1 Bl. 34 S. Nahezu 600 Nrr. 

[323.] Xin. Verzeichniss antiquarischer Bücher von Carl 
^teyer Antiquariat Cannstatt bei Stuttgart. — Hierin die Biblio- 
"thok des verst. Professors Adelbert von Keller, Präsidenten d. 
^iterar. Vereins in Stuttgart. 2. Abth. Aussergermanische 
Sprachen. 8". 1. BL 56 S. 1722 Nrr. (S. Anz. J. 1883. 
^J'r. 1185.) 

Die demnächst erscheinende 3. Abth. wird Belletristik enthalten. 

[324.] Adalbert Bente*s Antiquariat in GK^ttingen. Catalog 

^3. Naturwissenschaften. (Professor Johann Benedict Listings 

Bibliothek 2. Theü.) 1883. 8». I Bl. 18 S. 550 Nrr. (S. Anz. 
'^. 1883. Nr. 845.) 

[325.] No. 81. Catalog des antiquarischen Bücherlagers 
^^ Joseph Jolowicz, Buchhandlung und Antiquariat in Posen 
(fteossen). — Classische Philologie. II. Th. : Philologische Hilfs- 
^^ittenschaften, zum Theil aus dem Nachlasse des verstorbenen 

Oynmasial-Professors Dr. Müller zu Posen. 8^ 1 Tit.- u. 55 S. 

1B02 Nrr. (S. oben Nr. 96.) 

[326.J Catalogo della Libreria Pandolfini Alla Libreria Dante 
JaKrenze MDCCCLXXXIV. 8«. 52 S. Fr. 2,50 L. 
Zu den y,0perett6 inedite o rare pubblicate da!li\& lA^mva^ 
'^ m Fii9o«9^ denn bereits 6 erschienen sind, lat m\» ^«^"oi 



118 Litteratnr and Miscellen« 

Yorl. Catalogo ein 7. gekommen. Der Herauag. des Oatalogo Ed« 
Alvisi, Yice-Bibliothekar der Kational-Bibliothek zu Florenz, hat dem 
Werkchen eine littorarhistorische Einleitung vorangestellty deren 
Eingangsworte sicher überall Zustimmung finden werden. „Sono cari 
ai bibliografi i cataloghi di antiche librerie/* schreibt der Herausg., 
„non tanto per le poche indicazioni che Yi possono ritrovare di 
testi perduti o dimenticati, quanto per Tindizio, che se ne ritrae 
degli studi che propra sombrano di una certa etä, di un dato 
periodo dell' erudizione." Die Florentiner Familie, welcher die im 
Catalogo verzeichnete Sammlung angehört hat, findet sich als eine 
,,egregiis omata viris opibusque beata" gerühmt, u. vom Stifter der 
Sammlung Her Filippo Pandolfini hat Pietro Cennini 1483 ge- 
schrieben: „Qnippe litoratos homines diligis homo literatissimus, 
et in ciyitate, vel auctoritate vel gratia plurimum potes/^ Dies 
lässt natürlich erwarten, dass die Sammlung von hervorragenderem 
Werthe gewesen ist, u. ihr Katalog mit Becht besondere Beachtnng 
verdient. 

[327.] Otto Harrassowitz, Buchhandlung und Antiquariat in 
Leipzig. Antiquarischer Catalog 100. — Geschichte, Sprache', 
Literatur u. Kunst Italiens. Bibliothek des Geh. Jnstizrathes 
Prof. Dr. Carl Witte in HaUe. 8^ 1 Bl. 42 S. 1160 Nrr. 
Der verst. Witte ist bekanntlich unter den Deutschen neueren 
Gelehrten einer der gründlichsten Kenner auf dem Gebiete der 
Italien. Litteratnr, insbesondere der DanteUttoratur. Seine reiche 
u. werthvolle Dantesammlung ist von der Strassburger Univers.- n. 
Landes-Bibhothek angekauft worden u. dadurch glücklicher Weis^ 
der Zersplitterung entgangen. 

Abdrucke ans BibL-Handsctarlften. 

[828.] * Ibn JaM^ Commentar zu Zamachsarl*s Mn&^^L Nach 
den Handschriften zu Leipzig, Oxford, Constantinopel und Cairo 
auf Kosten der Deutschen Morgenläudischen Gesellschaft heraus- 
groben von Dr. G. Jahn. Bd. U. HfL 1. Leipzig, Brockhaufl 
in Comm. 1883. 4«. 160 S. Pr. n. 12 Mk. (S. Anz. J. 1882. 
Nr. 1026.) 

[339.] S)er doteic ZeplenSiiS ent^altenb ,^ie 6d)nft bed itetoen ®^ 
ieuge^'. Srittet X^eil. — ^il. u. b. ^it.: ,^er (Sobq; teplmiii ent« 
i^altenb ,3)ie B(bx\\t bed nemen ©ejeugee'. drfter X^eil 3)te Diet ^i* 
gen (hangelten. StDeiter l^eil ^ie IBriefe 6t. $auU. 3)ntter ZH 
S)ic 93ricfc 6t. Sacobi, 6t. ?ictri, 6t. go^anni^, St. 3«bd, boiS JBoten* 
budb unb 6t. ^o^annid Offenbarung nebft brei Sln^ngen. 9hig8« 
burg^SRün^en, Siter. ^nftitut ))on Dr. mat i^uttler. B. 4^ 7 80. 
172 e. ¥r. n. 6 ÜRl. (6. tlnj. 3. 1882. «r. 899.) 
Äbg^escblosaen liegt nunmehr ^t ^^\x«ioa tl t^graphiadi 



Littoratur und MisceUen. 119 

musterhaft ansgefllhrte Abdruck des der Stiftobibliothek der Prämon- 
Btratoiser-Abtei Tepl in Böhmen gehörigen Pergament-Codex vor, 
welcher, eine Deutsche Uebersetzung des Neuen Testaments ent» 
haltend, nicht nur für die Geschichte der vorlutherischen Deutschen 
BibelQbersetzungen überhaupt, sondern auch für die Deutsche Sprach- 
kunde von Wichtigkeit ist Der Bibliothekar der Abtei P. Philipp 
Elimesch hat den Codex in 10 jähriger Arbeit für den Druck wort- 
getreu abgeschrieben, u. überdies noch mit den Yarianten nach der 
H. gedruckten Deutschen Bibel, die zugleich die Stelle eines Ono- 
mastiken yertreten können, versehen, üeberdies sind in drei An- 
hängen: 1. „Die an dem Anfang u. dem Schlüsse des Codex Teplensis 
öch befindlichen anderweitigen Schriftstücke"; 2. „Bandbemerkungen 
u. Textesrevision, beruhend auf der genauen Yergleichung der ge- 
eckten Ausgabe mit dem geschriebenen Codex*'; 3. „Yergleichung 
mit der ersten gedruckten deutschen Bibel" noch beigegeben. Alle 
Achtung vor dem ebenso mühsamen, wie schön ausgeführten Werke. 

[830.] Berum Britannicarum medii aevi Scriptores. — Thomas 
Saga £rkibyskups. A Life of Archbishop Thomas Becket, in 
Icelandic, with English translation, notes and Glossary, edited bj 
Eirfkr Magnussen, Sub-librarian of TJniversitj Library, Cambridge. 
VoL IL London, Longmans & Co. 1883. Lex. 8^ (8), CLXXIX, 
611 S. Pr. n. 10,50 Mk. (S. Anz. J. 1875. Nr. 953.) 

[331.] * Das babylonische Nimrodepos. Keilschrifttext der 
Bruchstücke der sogenannten Izdubarlegenden mit dem keilschrift- 
lichen Sintflutberichte, nach den Originalen im britischen Museum 
copirt und herausgegeben von Prof. Dr. Paul Haupt. 1. Abth., 
den Keilschrifttext der ersten 10 Taf enth. [Assyriologische 
Bibliothek hrsg. v. Fr. Delitzsch u. P. Haupt Bd. EI. Abth. 1.] 
Leipzig, Hinrichs. gr. 4^. 78 autogr. S. Pr. n. 20 Mk. 

[332.] „Des Benvenntus Grapheus „Practica oculorum''. Bei- 
tn^ zur Geschichte der Augenheilkunde von A. M. Berger Dr. 
med. und T. M. Auracher. München, Lindauer. 8^. 1 BL 38 S. 
Die Baseler Handschrift D. n. 11 enthält auf fol. 169—174 
^ Augenheilkunde eines (angeblich) Ungenannten in Provenzalischer 
Sprache, deren erste Zeilen aber schon den Benvengut de salem 
^Yer&sser angeben. Derselbe Traktat ündet sich in Lateinischer 
Sprache in den Münchener Handschriften Cod. lat 259 (foL 105 
^ 112) und 331 (fol. 99 £), beide aus dem 14. Jahrhunderte. 
^ Herausg. beschäftigen sich in der vorstehenden Schrift mit dem 
iMBhar ziemlich unbekannten Werke Benvenut's u. geben eine Aus- 
IS^ des Mfinchener Textes auf Seite 15 — 38 in der Absicht 1. 
*itfdie wenig gekannte Persönlichkeit u. Utterarisohe Thätigkeit 
kennt's hinzuweisen, 2. den möglicherweise den g^AnckteTi u. 
^ lehr wAimen Werken BeuvennVa zu Grunde li^geuäfifü ^«i^ 



120 Litteratiir und Hiscellen. 

zugänglicher zu machen u. 8. zu einer Besprechung des fibrii 
Materials: Der Breslauer Handschrift, der gedruckten Werke, 
sonders auch der allenfalls existirenden biographischen Notizen ü 
Benvenut anzur^en. Die schöne typographische Ausstattung 
Schrift entspricht der fleissigen Untersuchung u. der sorg^ti^ 
Textrecension. A. G. 



[333.] Aus Berlin kündigt die Agentur der Buchhandlung Yic 
Palme in Paris u. Rom das nächstbevorstehende Erscheinen ei 
fäcsimilirten Neudruckes von „Sacrorum Conciliorum noya et amp 
sima Collectio quam post Ph. Labbeum, G. Cossartium, N. Coleti 
aliosque eruditissimos vires edidit Joannes Dominicus Mansi^' 
Dieses 1759—1798 in Florenz u. Venedig erschienene hochwicht 
Werk ist durch den Buchhandel wohl kaum mehr zu beschafl 
u. die zuletzt noch in den Handel gekommenen Exemplare sind 
einem fast unerschwinglich hohen Preise verkauft worden. Es \v 
daher der Neudruck des Werkes als sehr willkommen begru 
werden. Derselbe wird aus 31 Fol.-Bden bestehen, deren Preis 
die ersten 400 Subscribenten auf 28 Mk. pro Band festges< 
ist Die später hinzukommenden Käufer haben 40 Mk. pro B; 
zu bezahlen. 

[334.] Aus Dresden hat der Buchhändler u. Besitzer 
bekannten ^^Bibliographischen Museums^' Heinrich Klemm — geg 
über der aus der Oesterreich. Buchdruckerzeitung stammenden Nc 
dass mit ihm die Preuss. Begierung wegen Ankaufs seiner In 
nabeln-Sammlung in Unterhandlung stehen solle — im Börsei 
f. d. Deutsch. Buchhandel Nr. 29. S. 539 bekannt gemacht: ,,Dic 
Notiz stehe ich vollständig fem, unterhandle auch weder mit 
genannten Begiemng, noch habe ich jemals Veranlassung geh: 
mein Bibliographisches Museum zum Verkauf anszubieten. W« 
mir aber von anderen hochachtbaren Seiten aus freien Stücken i 
träge gemacht worden sind, die darauf abzielen, meine Sammli 
dem Vaterlande zu erhalten, u. zugleich deren allgemeinere Ni 
barmachung zu Bildungszwecken mit eigenen Opfern herbeizufühi 
so würde bei eventueller Realisimng eines solchen Projekts ai 
meinerseits dazu beigetragen werden, u. die Kaufsumme für m 
Museum wohl kaum eine halbe, geschweige mehre Milbonen M 
betragen, wie sie in jener Notiz abgeschätzt worden ist. 

[335.] Aus Halle hat der Nestor aller Deutschen Bibliothe 

beamten, der 2. Amanuensis der Universitätsbibliothek u. zuglc 

Aktuar der Juristen-Fakultät Karl Goebel (geb. 1794 zu Gräfent 

In Tbüiingen), am 24. Januar noch in Rüstigkeit seinen 90. i 

burtstag gefeiert. 



Litteratar und Miscellen. 121 

[336.] Aus Heidelberg ist Dr. Adolf Koch als ständiger 
HOftarbeiter der Üniversitäts-Bibliothek angestellt worden. 

[337.] Aas Leipzig hat die J. C. ^ffinrichs'sche Buchhand- 
long im Börsenblatte f. d. Deutschen Buchhandel Nr. 19. S. 342 
eine „Systematische üebersicht der literarischen Erzeugnisse des 
deutschen Buchhandels in den Jahren 1882 und 1883" mitgetheilt. 
Hiernach hat die Zahl dieser Erzeugnisse im letztverflossenen Jahre 
U,802, die Production des J. 1882 dagegen 14,794 (s. Anz. J. 
1888. Nr. 360) — also 8 mehr im J. 1883 als im J. 1882 — 
betragen. Von den genannten 14,802 gehören: 381 in das Fach 
d« Sammelwerke, Litteraturwissenschaft, Bibliographie; 1504 der 
Theologie; 1301 der Jurisprudenz, Politik, Statistik, des Verkehrs- 
wesens; 922 der Heilwissenschaft, Thierheilkunde; 832 der Natur- 
wissenschaft, Chemie, Pharmacie; 142 der Philosophie; 1691 der 
P&dagogik, Deutschen Schulbücher, Gymnastik; 386 der Jugend- 
eduiften; 609 der altclassischen u. orientalischen Sprachen, Alter- 
thomswissenschafty Mythologie; 501 der neueren Sprachen, altdeut- 
Bchen Litteratur; 795 der Geschichte, Biographien, Memoiren, des 
Briefwechsels; 290 der Geographie, Beisen; 221 der Mathematik, 
Astronomie; 366 der Kriegswissenschaft, Pferdekunde; 671 der 
Eandelswissenschaft, Gewerbskunde; 482 der Bau-, Maschinen- 
0- Eisenbahnkunde, des Bergbaues, der Schiffahrt; 98 der 
Forst- n. Jagd Wissenschaft; 337 der Haus- u. Landwirthschaft, des 
Crartenbaues; 1207 der Schönen Litteratur (Bomane, Gedichte, 
Theater etc.) ; 615 der Schönen Künste (Malerei, Musik etc.), Steno- 
graphie; 724 der Yolksschriften, Kalender; 28 der Freimaurer- 
Bchriften; 370 der Vermischten Schriften; 329 der Karten. 

[338.] Aus Leipzig hat der Buchhändler Hans Ellissen an 
ertliche Verlagsbuchhandlungen Deutschlands folg. Circular ver- 
8iodt: „Gestatten Sie, dass ich in Ihrem wie meinem u. auch im 
Interesse des Publikums hierdurch eine Bitte an Sie richte. Durch 
||>BaQnigfache bibliographische Arbeiten ist mir das Wünschenswerthe, 
ja Kotbwendige alphabetischer, hauptsächlich nach den Schlagworten 
^ Titel geordneter Sachregister zu den meisten Verlagsverzeich- 
^n nahe gebracht. Da die Anzahl der Titel auf diese Art ge- 
^'iesermaassen um das 3- bis 5 fache wächst, mein dntemehmen 
*bo gleichsam eine Bereicherung allein der in Deutschland erschie- 
iienen Litteratur um etwa 1,000,000 Titel bezweckt, so liegt das 
^ntehtbringende solcher Specialverzeichnisse auf der Hand etc.'^ Als 
^^ dnes solchen Sachregisters, wie es sich Ellissen in der Aus- 
^^I^ning denkt, hat derselbe dem Circular ein Verzeichniss seines 
^psm kleinen Verlages mit dazu gehörigem „Materien-Begister'' 
l^eAgt. Aber abgesehen davon, dass die Verlagsbuchhandi^x, m^ 
Wi Tennntlu^ ühesiiaopt nicht den EUissen^schen Yorachl&g m\i "cor 



122 Litteratar und Miscellen. 

stünmendem Bücke ansehen werden, so dürfte insbesondere die g^ 
gebone Probe eines Materien-Begisters wohl kanm aof Bei&ll rechne 
dürfen, unter solchen Umständen möchte ich glauben, dass es gc 
rathen sei, von der im weiteren Verfolge des vorgelegten Plane 
von Elüssen gefassten Idee ^»der Heraasgabe eines Beolkataloge 
der gesammten Deutschen (resp. in Deutschland erschienenen) Lit 
teratur/' ja „eines Bealkataloges der gesammten Weltlitteratur'' ab 
zusehen. J. P. 

[839.] Aus London hat Longmans, Green & Go.*s Monthl; 
List of New Books published in Great Britain l Bog. in Fol (s 
Anz. J. 1883. Nr. 271) mit Ende 1883 abgeschlossen u. mit An 
fang 1884 eine neue Serie begonnen, die aber in eine „Monthl; 
List of New Books and New Editions" 7^ ^S- i^ ^" zusammen 
geschrumpft ist, u. keinen allgemoineren Werth mehr hat 

[340.] Aus London ist von der verw. Phoebe Green die va 
ihrem verst. Gatten A. L. Green, minister of the Central Sjnagoga 
angesammelte werthvoUe Bibliothek Hebr. u. Deutscher Bücher üt>< 
die Geschichte der Juden in England dem Jews* College, Tavistoc^ 
Square, behufs öffentlicher Benutzung überlassen worden. 

(PubUsh. Circular. Vol. XLVH. No. 1112. S. 4.) 

[341.] Aus Paris schreibt die „Bibliographie de la Francs 
Chronique Nr. 5. S. 24: La biblioth^que nationale, dont les riehen 
ses s*accrois8ent notablement chaque ann^e soit par des achats, so; 
par des dons, vient de clore son inventaire. Le nombre des volume 
s'^l^ve actuellement ä deux miUions cinq cent miUe. Le cabinet das 
manuscrits renferme 92,000 volumes reli^s, broch^s ou contenus danB 
des cartons, ainsi que 144,000 m^daiUes de toutes les ^poqnes, 
fran^aises et ötrang^res. Les collections des estampes comprennent 
plus de deux millions de pi^ces conservöes dans 14,000 volumes ei 
dans 4,000 portefeuilles. La galerie de la reserve renferme tos 
volumes les plus pr^cieux, au nombre de 80,000. La biblioth^ve 
nationale est la plus riebe et la plus ancienne de TEurope. C'est 
au siäcle de Charlemagne qu'on en trouve les premiers Zements. Mais 
son origine dato r^ellement du rögne de Charles V. dit le Sage. 
Ce prince chargea Gilles Mallet, son valet de chambre, un ämdtt 
du temps, de dresser Tinventaire de la biblioth^ue, en 1367. Ca 
catalogue, le premier qui en fut fait, est conservö sous verre commo 
une precieuse relique. U contient 973 articles (900 volumes et 
objets divers). Les accroissements successifs du materiel rendent in- 
sdffisant le local actuel. Les ressources budg^taires devront egale- 
ment Stre augmentees. Nulle d^pense n*est plus utile; nuUe n'esi 
mieux justiü^e; nulle ne sera accueillie avec plus de reconnaisaa&ec 
par les aarants, les hommes de lettres et les artistes. On peol 
Jaiger de ia progression du mou^oansal m\^ä!^ft^^ da oes damüni 



Liitoratar und IClscelleD. 123 

ttmte. £ii 1868, la aalle de tmyail recevait 24,000 lecteors. 
& 1888, eile en a refa 70,000. 

[342.] Aus Paris hat sich der Bibliotheks-Katalog des „D^- 
^ de la Gnerre^ von 1860 als darchaas nicht mehr ausreichend 
«wiesen, wesshalb nach ministeriellem Beschlüsse vom 24. Decbr. 
1881 der Drack eines neuen Eataloges angeordnet worden ist, 
iJequel contiendra plus de 22,000 titres qui feront Tobjet de 5 
Tolnmes in 8^, plus 1 Yolume pour la table alphabätique. Ce tra- 
Tifl, r^sultat d'un coUationnement long et minutienz, sera constam- 
laent tenu au courant au mojen d'appendices. Le premier volnme 
Tient de paraltre; il comprend, en 500 pages, pr^s de 4000 arti- 
des relati& k la tactique et ä la Strategie, h Li defense generale 
dos ätats, k Torganisation des arm^es, h i'infanterie, ä la cavalehe. 
liO deuxiäme volume, actuellement sous presse, se rupportera ä 
l'artillehe, au gönie, ä la legislation et h radministration, au Ser- 
vice de sant^, aux uniformes, aux distinctions, enfin aux livres auzi- 
fiaires, tels qne annuaires, aide -memoire, revues et joumaux tech- 
niqoes. Avec le troisidme volume, en preparation, consacr^ ä Thistoire 
des guerres, aux historiques des corps, aux blographies de guerriers 
^ebres, et qui contiendra ^galement tout ce qui est relatif h la 
inarine, se terminera la premiere partie du catalogue exclusivement 
militaire. Dans la deuxidme partie se trouveront les ouvrages trai- 
tiot des sciences positives et naturelles, de Thistoire, de la geo- 
gnphie, des sciences morales et politiques, et enfin de la biblio- 
Snphie. Le catalogue se terminera par un Supplement comprenant 
V)Q8 les livres re9us depuis 1882, et suivi d'une table alphabätique 
des noms d*anteurs et des titres d*ouvrages anonymes. 

(Journal ofdciel, 13 janv. 1884.) 

[343.] Aus Zara beschäftigt sich Dr. Vladimir Pappafava, 
^ im „PoljbibUon", Janv. S. 94, berichtet ist, mit „une biblio- 
gnphie critique des onvrages de droit international public et priv^ 
^ni out M publiäs depuis Töpoque la plus reculee jusqu^ä nos 
Mn. Dans ce travail, pour lequel le Dr. Pappafava a pu, avec 
l'aide de pluaieurs professeurs et savants de TEurope et de TAmeri- 
W r^unir un grand nombre de notices, il se propose de faire aux 
iwblieations de chaque pajs la part qui leur revieni Tous les 
asteon qui se sont oocup^ de droit international sont pries de lui 
^ parvenir le titre exact de leurs livres et anssi de leurs articles 
^ remes et de joumaux, avec tous les renseignements bibliogra- 
P^Qes, ainai que le relev^ complet des comptes rendns dont ces 
^^^nin^^ ont 6Ü l'objet, j compris Tindication des pages et des 
'iDBäoi des revues ou des joumaux oü ils ont para. 

[S44.] Bussische Bevue Monatsschrift für die Kunde Buaa- 
^ Eennagegeben von Carl Böttger. XXUI Baad. ^ —VI. 



124 Litteratur und Miscellen. 

Heft.) St. Petersburg, Schmitzdorff. 1883. gr. 8<^. 2 Bll. 568 I 
Pr. d. Jahrg. in 2 Bden f. d. Ansl. n. 20 Mk. (S. Anz. J. 1881 
Nr. 980.) 

Enth&lt: Flachs- tu Hanfbau in Bnssland. Nach der in dei 
,)HcTopiiKO-cTaTHciHyccKiu o63opx npoMbinLieHHocTH PocciH*' enthaltenen All 
handlang von A. Schonltz. Bearbeitet von Georg Blau. S. 1 — 3 
— Eeise nach Sarakhs. Von P. M. Lessar. S. 39 — 57 — Zu 
Geschichte des Bojarcnraths. Von Prof. Dr. W. Sokolskj. S. 5' 
bis 84 n. 234 — 54 — Kurze historische Skizze des Reichstiteh 
S. 84 — 90 — Eusslands Goldprodnction. Von Alfred Striedte 
S. 97 — 134 n. 208—33 — Die neuen u. veränderlichen Fixstern^ 
Von Ernst Leyst. S. 134—46 — Zur Geschichte der Jndeo i 
Lithauen im XIV. bis XVI. Jahrhundert. Von •♦. S. 147—67 
516 — 33. Fortsetzung von Bd. XXII. — Das Telegraphenwesc 
in Bussland. S. 168 — 72 — Prometheisdie Sagen im KaukasLi 
S. 193 — 208. Nach einem Artikel von W. Müller im ,^oumal ± 
Ministeriums der Volksauf klärung'^ — Landwirthschafbliche Spezia 
kulturen Busslands. Nach der oben bereits angeführten Schiri 
„Hcrop.-cTaTHCT. 063. npoM. PoccIh." Von Georg Blau. S. 255 — 79 
320—51 — Sibirische Skizzen. S. 280—84 u. 449—58 - D 
Abschluss des grossen Emanzipationswerkes vom 19. Februar 186 
Von Job. V. Keussler Dr. polit. oec. S. 289 — 307 — Ueber eii 
russische Gesandtschaft in Paris im J. 1681. Von Prof. A. Brücki^c 
S. 308 — 19 — Ueber die Kolonisation von Ausländem in Bas 
land u. die Bauemfrage. Von Friedrich Matthaei. S. 351 — 78 - 
Das Grundbesitzrecht in den deutschen Kolonien Südrusslands. V* 
JoL V. Keussler. S. 385 — 436 — Besultate der Beobachtung' 
über die Stärke (Geschwindigkeit) des Windes in Busslaud u. c 
tägliche Periode dieser Erscheinung. S. 437 — 48 — Tchetschenisc 
Legenden. Von S-j-z. S. 458—63 u. 559—65 — Ueber ^ 
Bodenkredit -Anstalten u. die Lage des Bealkredits in Busslan 
Von Friedrich Matthaei. S. 473—515 - Vom Tode Peter's II 
bis zum Tode Jwan^s VI. Von Dr. Arthur Kleinschmidt. S. 53 
bis 559 — Literaturbericht S. 90—92, 173—84, 464—66 - 
Kleine Mittheüungen S. 92—95, 184—91, 284—87, 379— 8fl 
466-70, 565-67 — Revue Bussischer Zeitschriften S. 95—96 
191—92, 287—88, 383—84, 471—72, 567—68 — Bussiscli^ 
Bibliographie S. 96, 192, 288, 384, 472, 568. — Aus den 
reichen u. für die Kenntniss Busslands interessanten Inhalte dpi 
vorl. Bandes glaube ich als von allgemeinem Interesse auf die Mit' 
theiluDgen über die Prometheischen Sagen im Kaukasus anfinerksan^ 
machen zu sollen. J. P. 



Druck von Joh. PHssldr In Dresden. 



NEUER ANZEIGER 

far 

Bibliographie ond Bibliothekwissenschaft, 

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt. 



April. 



Inlialt: 



1884. 



larentarram der HenogL Bibliothek zn Bivoli 1561. — Der Sortimenter 
V. der Bibliothekar. — Ans dem Correspondenzkreise von Theologen mit 
dem König Jobann von Sachsen (Fortsetzang): Jos. Othmar v. Rauscher f* 
Wedr. Job. Jos. Cölestin Reichsfürst v. Öchwarzenberg. Dr. L. Fr. 
Gomtantin t. Tischendorf f. — Litteratnr und Miscellen. — Allgemeine 

Bibliographie. 

[345.] lüTentariam der Herzog!. Bibliothek 

za BiTOli 1561*). 

L'inTentaire des linres de son Altesse qui estoient a Riaolcs le 8me jour 

d'aonst 1561. 

IJvres in fblio rellez partle an ouir et partie en parohemin. 

£t premierement 
Commentariornm Beipablice Romane, 
^clides latin. 
f Joseph sacrificatenr bebren. 

% Tedinone lionese di Jean Temporal del 1558, ora non piü 
. ricercata. 
^ dnqniefime nolnme de croniques anciennes d'Angleterre. 

Sara nn frammento delle fetmose e rarissime Grandes chroniques de 
^ Bretaigne di Aluio Bouchard. 
^ Premier liore de Froissart des croniques de France, d' Angle- 

terre, d^Escosse, d'Espaigne, de Bretaigne. 

n primo libro del Froissart fa stampato a Parigi senza data da 
Antonio Verard (qneUo dei bei libri d'ore), ma se ne assegna la 
data al 1495 drca. 
^ppian Alexandrin historien grec. 

La tradnzione francese, condotta sn qnella latina di Pier Candido, 
^ del noetro famoso Claadio Di Sejssel. L' edizione h lionese del 1544. 
^ tiers Yolame de Froissart 

^ sept linres de Flavios Josephus de la guerre et captiuite 
des Joifz. 



^) Mit frenndlicber Gknehmignog des Heransg.'s ans ,,Alcani Cata- 
'^ di anticbe Librerie Piemontesi pnbblicati da Antonio Manne. (Mls- 
S^littea di Storia Italiana edita per cnra della Regia Deputazione di 
S?ia patria. Tom. XIX. Torino frat. Bocca. 1880. gr. ^\) S. 382 bis 
%U»gednickt 

10 



*■ 



126 tnyentarium der fierzogl. Bibliothek zu ßivoli 1561. 

L^arismetique et geometrie de M. EstieDne de la Boche. 

Non h la prima del 1520, ma Taltra edizione di Lione del 1588 d 
fratelli Hugaetan, deU'opera, allora famosa, di Stefano La Boche det 
11 Villafranca. 
Les douze liures de Bobert Yalturin tonchant la discipline militaii 
Versione di Luigi Meigret del trattato de re militari di Bober 
Yaltnrio. Edizione parigina del 1555. 
Le grand proprietaire de toutes choses. 

Opera famosa del minorita inglese fra Bartolomeo Di GlanTilla • 
h una enciclopedia di storia naturale e di medicina. Le tradozio 
francesi sono molte ed incominciarono a stamparsi nel 1482 a Lio 
par honorable homme maistre Mathien Hatz maistre en lart de ii 
pression. 
La prima parte del general trattato de numeri et misure di Nico 
Tartaglia. 

La seconda parte non poteva snari trovarvisi perch^ stampata so 
nel 1560. Ambedne a Venezia, del 1556 presse Corzio Troia ael Na^ 
Le Premier uolume de la toison d'or. 

'k probabile che si tratti delle Ordonnances della rarissima edizio 
Piantmiana. 
Les ordonuances du roi Henry. 

Sono le ordonnances royanlx du Boy nostre sire, ma su quali ogge 
e impossibile ad indovinare. 

Les cinq premiers liures de rhistoire francoyse traduits en franco 
du latin. 

Le cronache attribnite al Du Tillet (?). 
L*art de nauiguer de M' Pierre de Medine. 

£} la traduzione dal castigliano fatta da Nicola de Kicolay, stai 
pata dal Bouille a Lione nel 1553. 
Boccace des nobles malereux. 

Per combinare con qaesto titolo occorre venire airedizione del Vers 
del 1498. Le piü antiche stampe di Brugia e cU Lione sono inti 
late de la ruyne des nobles hommes et femmes. 
Les neuf liures du histoire de Herodote. 

Versione di Pietro Saliat nella prima stampa fatta a Parigi nel 15 
üiscours sur la castrametation et discipline militaire des Bomai 
Catalogue de tres illustres ducz et connestables de France. 
Le Premier uolume des illustrations de la gaule belgique. 

Le Premier (et le second) volume des antiquit<ä de la Gaule B< 
gique ... par Bichard de Wassebourg. Paris, Vincent Serteni 
1549. fo. 

Le proprietaire des choses. 

Dioscoridis traduzide de lienga griega en la uulgar castill^a. 
De la materia medica y de les venenos mortiferos traduzide ^ 

lengua griega en la vulgär Castellana . . . Anvers, en casa de Jof 

Latio, 1555, fo. 

Les cinq premiers livres des histoires escriptes par Polibe. 

Traduzione di Lnigi Meygret, nella edizione del 1542 o del 15^ 

Les Oeuvres de Justin historiographe. 

Mi pare mh probabile si tratti della traduzione del Du Tours (15S 
che non dell'altra di Claudio ^ Ee^ss&d ^l^^'^V 



Inyentariam der Herzogl. Bibliothek zu Bivoli 1561. 127 

Les triamphes de Petrarqae en francoys. 

Sono tante qneste traduzioni, che non so qaale proporre a comin- 
daie dalla Teccaissima, senza data, impressa a Parigi da Biurtoloroeo 
y^rard. 

Le Premier yolume des decades de Tite Liue. 

La tradnzione h qaella di Pietro Berchoire. La prima atampa h 
incanabnla. 
Ite second uolame des decades de Tite Line. 
I^ tiers uolame du Titus Liuius. 
Georgj agricole de re metallica. 

Non troYO traduzioni francesi, solo tedesche ed italiane ; sara danqne 
mia delle edlzioni di Baailea del 1555 o del 1556. 
7ite Liue de la secunde guerre punique. 
^etri Bembi cardinalis historie venete lib. XY. 

I libii sono dodici. Si riferisce all'edizione de' figli d'Aldo, del 1551. 
Kerre Bellon de la nature des oyseaox. 

L'histoyre de la nature des oyseanx. Parigi, 1555 con silografie 
ricercate. 

Livres in quarto folio. 

I^Ä pirotechnie. 

Tradnzione di Giacomo Vincent dal trattato celeberrimo di YaDnac- 
do Biringocdo (Parigi 1556). 
Lies histoires croniques des Bomains. 
L«^ Premier, secund et dixiesme liure de instite de Piaton. 

8i leg^a: Le premier, second et dixieme livre de Jostice on de la 
B^pnbbqne de Haton. Paris, Sebastien Nivelle 1555, in 4*^. 
^n deuoir de cappitaine chef de goerre. 

il Popera di Claudio Coterean, che nella tradnzione francese dal 
latino, atampata a Poitiers nel 1549 ha il titolo : Le devoir d'nn ca- 
pitaine et cnef de guerre. 
Heuolutio Joannis Stadii pro serenissimo domino nostro duci. 

Pronostico astrologico del famoso Giovanni Stade. 
^ la premiere Institution des roys, 

Potrebb* essere il trattato snl Principe del Bndeo. 
Sprich en thodesch. 

81 tratta ferse degli Sprichwörter, de* quali v'^ una edizione fran- 
cofortese, che risale al 1548. 
Ksaal. 

^<^tioDarium latino germanicum. 

Vi ravTiso 11 Teuthonista di Gherardo di Schueren ; incunabalo del 

p 1477 stampato a Golonia. 

^Phemerides Joannis Stadii. 

Ne pabblicava sovente. Nel 1570 mandb fnori le Epbemerides no- 
^ Tae ab anno 1554 ad annum 1600. 
-^C'attato sopra certi occulti natural! indicii scritto a penna. 
^ liores de Cardanne de la subtilit^. 

n, La tradnzione di Biccardo Le Blanc, stampata a Parigi nel 1556. 
^^^ria naturale di Plinio. 
^^^Ua Grimaldem 



128 tnventarium der Herzogl. Bibliothek zu Biyoli 1561. 

Sommaire du liare dass. de Bodeus. 

Sammaiie et Ipytome da livre de Asse fait par le commandement 
du roy par maistre Gaillaiime Bade. Paris 1522, in 8®; oppore 1529, 
1538; Lione, 1554^ ecc 
I primi cinqae canti di Heliodoro. 

Deila ripatata tradasione di Leonardo Ghini. 
Le cento novelle del Bragiantino. in rima. 

"k Tonica e molto rara edizione reneta del 1554. 
Sopra rofßcio del capitano. 
De gli elementi et loro effetti. 

Linres in ootauo folio reliez en oulr. 

Gemma Frisii de principio astronomie. 

De principiis Astronomiae ac Gosmographiae; de tun Globi de orbis 
divisione ac insalis. An versa, 1580. 
Les concions de Tite Line. 

Les concions et harangaes de Tite Lire tradaites en fran^ais par 
8. de Amelin; Paris 1567. 
Appian Alexandrin. 

£] la ristampa in 16® fiatta a Lione dal de Toames nel 1557 della«^ 
yersione di Claadio di Sejssel. 
Berum a Carole quinto in Africa gestaram. 

La collezione dello Sceppero, stampata ad Anversa nel 1555. 
Les quatre liures de la georgique de Yirgile. 

Tradnttore Gnglielmo MicheL Stampa parigina del 1519. 
Les chroniques de Judas Machabeus. 

Qaeste cronache sono nna versione libera dalla Bibbia &tta 
Charles De Sainct Gelais chanoine et eelea de An^olesme. II volai 
dovendo essere in 8® Tedizione e qaella seconda di Parigi, 1556. 
Le philocope de Boccace. 

Tradnzione del Filocolo fatta da Adriane Sevin. Se ne feeero 
edizioni depo il 1542. 
Les chroniques d'Axgenton. 

Sono le celebri cronache di Filippo di Comines che era signoie 
Argenton. 
Missale. 
Schimpff ond crust. 

Doveva scriversi Schimpff und Ernst. Pinttosto che il Tecchio i 
vellino di Giovanni Pauli (Francoforte 1550), peroh^ ha ü 
minore, credo sia il raro libello sulConclave intitolato: Schimpff 
Ernst, ein schöner Welscher, Eurtzweilig zu lesen (s. 1.) 1556. - 
Imagination poetique. 

Scandemberg commentaire. 

Non puö esservi caso della traduzione francese del Barleto; h dunq.^ 
il libriccino: Commentaires d*aucunes choses desTurcs et duseigDOi 
George Scanderbeg, prince d'Epire et d*Albanie, contenant sa Tie 
les victoires par lai obtenues; trad. du Toscan (di Paolo Qiovio) ' 
Guillaume Gaulteron. Paris 1544, in-8^ 
Flores de L. Anneo Seneca. 
TheophraatüB des odeurs. 

Traite des odewn avec dee notea de 3ea\i d«Vli^x%i\s^. 2^söm^ 1556, iiz- 




InTontariiim der HenogL Bibliothek za Bivoli 1561. 129 

Las obras de Aasias march. poeta. 

Yogliono eaiere le eelebri e rare pcesie del Yalenziano Ansia March 
nella 2ß edukrne, che k iii-8*, ed ha titolo: Les obres del valeros j 
extraia caTaller, Yirgil 7 eleganiunm poeta AnsiaB March. Barce- 
lona por Garloi Amozoa 1445. 

Llures en ootaue rellez de parohemln. 

Q capitano generale del Oarimberto. 
he meme Garimbert 

Uediiione italiana del Capitano generale potrebbe essere la vene- 
xiana del 1556 o 1557. n libro franeeee potxebbe eseere la tradnzione 
dei sQoi Problemi natnrali e morali, Btampato a Lione dal Bonille 
nel 1559. 
^ f^asi degli hnomhii iUuBtri del Boccaccio. 

Tradnzione del baaeaneBe Ginseppe Betnssi. Yenezia, 1545 e 1551. 
^^oreti di don Alexio piemontese. 

L'edizione jprindpe di qneeti Segreti h di Yenezia per il Bordagna 

nel 1555. 81 sa ehe Tantore non h piemontese. Dope un^asserzione 

dd Mnzio >i ascrisse qnest' operetta all^alchimista Girolamo Bnscelli, 

^ * ma non h proTato, anzi nn paaeo dello stesso Bnscelli aggiunge dnbbi. 

-^^^"^ttato del goYemo d'Ariatotile. 

i Tedizione di Cmsca, della tradnzione di Bernardo Segni, impressa 
f.^ a Fironze dal Torrentino nel 1549. 
^-*Änte. 



Ji|>ro qaarto de le rime de diaersi. 

^%1)ro sexto de le rime de diuersi. 

Flanno parte della raceolta, cos) difßcile a trovare completa in nove 

Tolomit deUe Birne di^ene di molti eccellentissimi anton, cominciata 

a radmiare nd 1545 da LodoTico Domenich i, proseguita dal Bottri- 

gari, dal Dolee, dall'Arrivabene, dal Bnscelli, dairOffredi. II libro 

^ qnaiio nad a Bologna iiiel 1551; il libro sesto a Yenezia nel 1553. 

^^^ modo di fortificare le cittä. 

Sara egli il Yallo, libro continente appertinentie a capitani per re- 
teoere et fortificare nna dtta. Yeneda 1529, in-8^ 
^«Qx inatmctiona ennoncfts au penple de Yalence. 
•*etlcha d'Arietotüe. 

Abblamo anehe qni nna edidone di Cmsca, cioh la tradnzione del 
Segni, atampa dd Torrentino dd 1550; meglio la ristampa di Ye- 
Jomm deQ*aiiiio aocoeadTo, perch^ piü ristretta nel formato. 
^ibro thedesco d'arithmetica. 

^^ repoUica di Piatone. 

Di qnegU anni a nd aeato piccolo abbiamo la tradnzione del Fio- 
j^. rimbena veii«da 1554. 
^^e di diaeni signori Napolitani. 

Baceolte dal Dolee, atampate a Yenezia dal nostro Giolito, nel 
I 1556, e ibnuano ü Übio aetümo delle Birne di diversi. 
Cf^ ordonnaneea dn roy snr la gendarmerie. 
^ primo diacoTBO del Centorio. 

n primo diaeon» di Aacänio Centorio degli Ortensii sopra Tnfßcio 
di nn capiluio. (Yenezia 1558), ed d 11 primo del dn^!^^ T>Sa^m 
di 



130 Inventarium der Herzog!. Bibliothek zu Biyoli 1561. 

Liures In zJijo- folio. 

Cronicques de Carion. 

E la cronaca, che fa si cara an tempo ai protestanti, di Gioyanni 
Carion. La tradnzione francese di Giovanni Le Blond fa stampata a 
Lione coi tipi del De Tonraes e del Gazeau nel 1549 e nel 1553 in 
piccolissimo lormato. 

Oeuvres de Clement Marot. 

Quäle sara delle tante edizioni dopo la lionese de 1538? 

Le grand cuysinier, 

Le grand Cuysinier de tonte cujsine tres abüe et profitable oonte- 
nant la maniäre d'habiller toutes sortee de viandes, tant chair qae 
poisson: et servir es banouetz et festes; le tont compooS par plusieurs 
cnysiniers fort expers. raris (s. d.). Se ne attribnisce la stampa 
air an. 1560. Era libro fresco in questi scaffali. Ora ooncorrerebbe :: 
in ^ra di prezzo con uno dei piü rari elzeviri (^nando sia Bcampato«^ 
puhto dai grassumi delle padelle), cioh cul Pa^tissier francois ou est;^ 
enseign^ la maniere de üaire tonte sorte de pastisserie tres utile bk 
tonte Sorte de personnes; ensemble le moyen d^aprestcr tonte sortec 
d'oeufs pour les jonrs maigres et autres en plus de soix9nte fa^ons 
edizione di Luigi e Daniele Elsevier, del 165o. 

Jastini histoire. 

Dovendo badare air esiguita del sesto, mi fermo snlla tradnzione 
Gnglielmo Michel, nella ristampa parigina del 1540. 

Quinte Curse. 

In formato piccolo, vi sono ristampi parigine del 1540 e 1555. 

Les vies d'huict grandz personnaiges de Plutarque. 

Les vies de hnit excellents et renommez personnages grecz etroi^c^ 
mains, mises en parangon Tnne de Tautre; translatto par le oo^« 
mandement de tres chrestien roy Fran9oi8 premier. . . par feu r^^^ 
rend pere en Dien messire George de Selve evesque de la Yanx. ^ "^ 
1548, in-16^ 

La bible en cinq yolumes. 

E qnella lionese del De Tonrnes; colla data 1553—54, che ha 
ziose silografie. 

Manual de diuersas orationes. 

L*aritmetique. 

Autre aritmetique. 

Obras spirituales de recapilation. 

[346.J Der Sortimenter n. der Bibliothekar. 

Seit Jahren schon hört man die Klagen der Sortimenter über 
den mehr u. mehr zunehmenden Verfall ihres Geschäftes. Klagen 
über Klagen darüber sind im Börsenblatte fQr den Deutschen 
Buchhandel laut geworden, u. haben sich, trotz der Absperrung 
des Blattes gegen das unzünftige Publikum, gleichwohl auch über 
die Grenzen der legitimen Leser hinaus hörbar gemacht Und dies 
mag auch ganz gut sein; denn wenn man sieht, wie vid&che 
Vorfichläge zur Abhilfe der Nothstände des Sortimenihandels im 
Böraenblatte bereits von Seiten der b«it\i^\l\gten Sortimenter selbst 



Der Sortimenter n. der Bibliothekar. 131 

gemacht worden sind, a. wie wenig Erfolg dieselben seither gehabt 
haben, so sollte man wohl glauben, dass es nicht ohne Nutzen 
sein könnte, wenn auch von anderer Seite, von ünbetheiligten u. 
mithJB Unparteiischen, diese Nothstande u. etwaige Mittel zu deren 
Abhilfe zur Sprache gebracht würden. Wer aber könnte dazu ge- 
eigneter sein als der Bibliothekar, der mit dem Sortimenter fort- 
^oernd im regsten Verkehre steht, u. desshalb nicht nur dessen 
Bedürfnisse am besten mit kennen, sondern auch am meisten mit 
ansehen mnss, dass der Sortimentshandel, der sich seither dem 
Bibliothekar gegenüber insbesondere dienstfertig u. zuvorkommend 
cnriesen hat» in gesundem Zustande erhalten bleibe. 

Vorderhand habe ich f&r meine Person keineswegs die Ab- 
sicht, hier mit Vorschlägen u. gutem Bathe, wie ich mir denke, 
^^^ den Nothst&nden des Sortimenters zu Hilfe gekommen werden 
^<Sime, herYonutreien, wohl aber glaube ich zur Beseitigung einiger 
herbei in Frage kommeAden Missstände durch aus meiner eigenen 
^ibliothekspraxis entnommene Mittheilungen darüber, wie ich mich 
^|> meiner Stellung dem Sortimenter gegenüber verhalten habe, 
®inen Beitrag zu liefern« 

Den im Febr.-Hefte des Centralblattes für Bibliothekswesen, im 
-Aufsätze über „die Bibliotheken u. die Bewegungen auf dem Gebiete des 
^^utschen Buchhandels^', aufgestellten Ausspruch, dass „es der Biblio- 
tliekar für seine Pflicht halten müsse, die Bücher, die er bedürfe, so billig 
^ möglich zu kanfen'', habe ich niemals zu meinem Grundsatze gemacht, 
^ein Grundsatz ist vielmehr stets gewesen, von allen neuerschienenen 
Büchern diejenigen, welche ich fClr die Bibliothek u. im Interesse 
^er Benutzer derselben fQr uothwendig halte, so neu als möglich 
2u kaufen, u. diese kauft man, ausgenommen von dem sogenannten 
Baarsortimenter oder durch ein Schleudergeschäft (die ich beide 
grundsätzlich unberücksichtigt lasse), eben nicht billiger als zum 
Ladenpreise von dem gewöhnlichen Sortimenter. Durch Zuwarten 
auf eme spätere günstige Gelegenheit, wo man die BQcher billiger 
kaufen könnte, wäre zu fürchten, dass man die Benutzer der Biblio- 
^«k in ihren Arbeiten hemme u. schädige, oder wohl gar, wie es 
^ir selbst bei einer grösseren Bibliothek ergangen ist, nöthige, 
^^ theures zu den Arbeiten dringend nothwendiges Werk aus 
%enen Mitteln anzuschaffen. Die Bibliotheken sind um der Be- 
^(Itzer willen da, aber nicht dazu, dass der Bibliothekar daran 
^rimentiren könne, alle ihm für die Bibliothek nötbig scheinen- 
den BQcher so billig als möglich zu kaufen. 

Wenn femer in dem oben erwähnten Aufsätze des Centralblattes 
^^ vcm Dziatzko gemachten Vorschlages, wie die Nothstande des Sorti- 
^^ters mit beseitigt werden können, billigend gedacht worden ist, dass 
^^ch „der Knndenrabatt prinzipiell abzuschaffen sei'S so bin ich 
^^ ganz einverstandfiD, verwerfe aber mithin auch a^^ii \x. \^^^Ti 



132 Der Sortimenter u. der Bibliothekar. 

Babatt, den etwa eine Bibliothek dem Sortimenter dafür, dass dem« 
selben die Bücherliefernngen entweder ausschliesslich oder vor 
zngsweise zugestanden werden, als Aequivalent für dieses Zuge- 
ständniss u. die damit verbundene Bevorzugung vor änderet 
Sortimentem abverlangt Ich habe einen solchen Rabatt niemali 
verlangt, mir dafür aber auch die Freiheit vorbehalten, von jedweden 
Sortimenter zu kaufen, der mir die Bücher so zeitig als möglicl 
liefert. Denn wenn das Lieferungsgeschäft einem Sortimenter aus 
schliesslich oder wenigstens vorzugsweise übertragen ist, so kam 
es leicht vorkommen, dass derselbe der Bibliothek gegenüber hin 
sichtlich der Lieferung solcher Werke, wie namentlich Fortsetzungen 
von denen er weiss, dass er in der Bibliothek den sichern Ab 
nehmer hat u. behält, lässiger wird, u, das ihm vom Verleger zu 
gesandte Werk, ehe er es an die Bibliothek abliefert, erst nocl 
zu Ansichtsendungen benutzt an Andere, die er noch als Kundei 
dafClr zu gewinnen hofft. 

Ein Drittes, was ich mir bei meinem Verkehre als Bibliotheka 
mit dem Buchhandel zur Kichtschnur gemacht habe, ist, dass icli 
wenn möglich, alle Neuigkeiten nicht vom Verleger u. Heraus 
geber, sondern nur vom Sortimenter als dem legitimen Vermittle 
zwischen Producenten u. Käufern beziehe. Es kommt heutzutag 
sehr häufig vor, dass die Producenten von namentlich theneren i 
kostbareren Werken — sei es, weil sie dieselben eben wegen de 
Kostbarkeit dem gewöhnlichen Buchhändlerverkehre zu entziehei 
Gründe haben, oder sei es wohl auch, weil sie die dem Sortimente 
für den Vertrieb solcher Werke zu zahlende nicht unansehnlichi 
Provision zu ersparen u. selbst in die Tasche zu stecken wünschei 
— mit Umgehung des Sortimenters der Bibliothek dieselben direk 
zum Kauf anbieten. In solchen Fällen pflege ich, wo ich den Ankau 
des angebotenen Werkes fQr die Bibliothek wünschenswerth finde 
das Anerbieten zwar anzunehmen, aber dabei die Bedingung zi 
stellen, dass die Lieferung des betr. Werkes ohne jedweden Preis 
aufschlag dem mit der Bibliothek verkehrenden Sortimenter über 
tragen werde; auf diese Weise erspare ich mir im Falle etw] 
nöthiger Beklamationen alle u. jede weitere Correspondenz u. dii 
Zusendung des Geldbetrages — alles dies lässt sich mit den 
Sortimenter bequemer abthun — u. verschaffe zugleich dem Sorti 
menter die ihm gebührende Provision, die ihm bei direkter Liefe 
rung des Verlegers an die Bibliothek entgangen sein würde. 

J. P. 



Aofi d. Gorrespondenzkreise v. Theologen mit König' Johann v. S. 183 

[347.] Ans dem Correspondenzkreise ypn Theologen mit 
dem König Joliann TOn Sachsen. 

(Fortsetzung.) 

Jos. Othmav v. Rauscher f 
Cardinal nnd Erzbischof von Wien. 

Nach des Königs Bückkebr aus dem Deutschen Kriege. 

Es ist eine Pflicht meiner Stellung, Ew. Majestät am Schiasse 
des Jahres den Ausdruck meiner Ehrfurcht und meiner Wünsche 
gehorsamst darzubringen ; es ist aber mehr als dieses. Als Regent 
und Mensch gleich hervorragend, ein Vertreter der Wahrheit und 
Gerechtigkeit unter allen Schwankungen einer verworrenen Zeit, 
ein Förderer von Kunst und Wissenschaft durch Beispiel und Schutz, 
haben Ew. Majestät Sich weit über Sachsens Grenzen hinaus einen 
Ansprach auf allgemeine Verehrung erworben, und er ist in Mitte 
einer schweren Prüfung nur gesteigert worden. Dunkle Wolken 
umziehen die Zukunft nicht von Sachsen allein, sondern von Europa. 
Die göttiiche Fürsehung hat zugelassen, dass durch ein Zusammen- 
treffen von Umständen und Ereignissen, die ausser aller menschlicher 
Berechnung lagen, das Faustrecht und die Wühlerkunst von Sicilien 
bis hinauf zu den Ufern der Nordsee den Sieg erkämpft haben. 
Europa steht der Revolution ohne Völkerrecht gegenüber. Aber es 
lebt der alte Gott; auf ihn den Allmächtigen hoffen wir; nach deu 
Tagen der Prüfung wird seine Barmherzigkeit sich verheniichen. 
Der Herr, der Geber aller guten Gabe lasse Ew. Majestät bald 
den Sonnenschein sehen, welcher durch die weichenden Wolken 
herrorbricht, und erbalte Sie noch viele Jahre zum Heile Ihres 
Volkes! Gott tröste, schütze, segne und liebe Ew. Majestät etc. 
Wien 12. Dezember 1866. 

Friedr. Job. Jos. Cölestin ReiohsfürBt v. Sohwarzenberg 

Cardinal und Erzbischof von Prag. 

Bei Gelegenheit des fünfzigjährigen Ehejubiläums 

des Königs. 

Die huldvollen Beweise Königlicher Gnade, mit welchen Ew. 
^^nigL Majestät mich stets ausgezeichnet und beehrt haben, lassen 
^ch hoffen, dass Allerhöchstdieselben meine Glückwünsche zu dem 
Jubelfeste nicht als Zudringlichkeit, sondern als den Ausdruck 
«chnldiger Dankbarkeit und tiefster Verehrung erkennen werden. 
^*t iwar die Vorsehung dem Könige und Vaterherzen Ew. Majestät 
^^were Prüfungen auferlegt» so erhielt Sie doch an der Seite Ew. 
K^jestät die kräftigste und süsseste Stütze, welche alle Schmerzen, 
^rgen und Opfer mitempfand und darum dieselben mit ungebeu^tAv 
^ nnd chrisüDeher Ergebung ertragen half. Yereml m\> ^^xl 



134 Aus d. Correspondenzkreise y. Theologen mit König Johann v. 

Getreuen Ew. Majestät bitte ich den allmächtigen Spender u 
Yergelter, Er möge zum Frommen des Königreichs, zum Beispi« 
und Tröste aller christlichen Familien Ew. Majestät und II 
Majestät die Königin noch eine lange Reihe von Jahren erhalte 
bekräftigen und segnen etc. Prag 10. November 1872. 

Dr. L. Fr. Constantin v. Tisohendorf f 
Geh. Hofrath u. Professor an der Universität Leipzig. 

1. Bei üeberreichung der Schrift „Doctrina Pai 
Apostoli de vi mortis Christi satisfactoria^'*). 

Est, quod magnopere glorier, datam mihi esse veniam ad ' 
Vir Celsissime, hocce opusculum tanquam exiguum summae erga 
meae pietatis ac reverentiae testem ablegandi. Magnum est, qi 
volui; quod si non praesüti, uti par est, scio certe me appetiii 
iis, quibus possem viribus. Quam enim etiam atque etiam do 
theologorum licentiam — appellant libertatem — in interpretan 
sacris, eam in libello meo, qui ad religionis christianae summ 
spectat atque principium, non improbavi, sed reprobavi, non tax8 
sed refutavi. Hanc autem doctrinam Pauli Apostoli de vi mor 
Christi satisfactoria, quam ut Geoloy^^y ^^^ verbum Dei, non ipsi 
non hominum, imperat unice, enucleare studui, Tibi potissimum, ^ 
summe Yenerande, ausus sum proponere, quum bene sciam, quai 
excellas et pietate et cruditione, atque quantopere Tu et ipse cui 
cordique habeas id quod a Deo hominum generi datum est carissimu 
summum, sempitemum. Quae jam dudum innotuit satis, humanil 
Tua atque gratia sperare me jubet ac confidere, veniam Te m 
sive audaciae meae non denegaturum esse; id vero velim Ti 
persuadeas, mihi nihil posse accidere aut gratius aut gravius, qui 
si nonnihil ex meis Tibi non prorsus improbari sensero etc. Prausi 
30. April 1837. 

2.DieBibelforschungen und deren Unterstützung bei 

Möchte ich so glücklich sein, Ew. Königl. Hoheit die huldvo 
Entgegennahme meiner ersten Preisschrift „Doctrina Pauli Apost 
de vi mortis Christi satisfactoria'' zu Jahnishausen im Frühlinge 189 
sowie meine persönliche unterthänigste Aufwartung bei Ew. Könii 
Hoheit ins Gedächtniss zurückrufen zu können, um dadurch 
voraus für meine vorliegende Bittschrift ein gnädiges Auge zu g 
winnen. Doch dem vertrauten Priester der Wissenschaft, dem heilig 
Jünger unseres Glaubens, dem väterlichen Freunde des Vaterland) 
dem gefeierten milden Fürsten, dem grossmüthigen Beschützer all 
ernsten Bestrebungen: darf ich zögern ^ Dem mein Anliegen o 



V Lipaae, flinrichs. 1887. B^ 



B d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 135 

uinnigem Vertrauen nnterthänigst vorzutragen? Unsere Zeit ist 
ier reich an traurigen Denkmälern des protestantischen Scharf- 
nes; die heutige Bibelkritik hat geglaubt, sich aus ihren glänzen- 
I Sünden eine Ehrenwache zu bilden. Gegen diese freilich immer 
cbtlosen kindischen Zerstörungsversuche des geschriebenen gött- 
len Wortes möchte wohl jeder treue Christ sein eigenes ganzes 
)en aufpflanzen als ein trotzendes Bollwerk. Und auch ich 
cbte ein Büstzeug sein in Gottes Hand. Um es zu werden, habe 

zunächst einen Plan gefasst, zu dem mich eine kritische, mit 
Ifachen praktisch - wichtigen Eigenthümlichkeiten ausgestattete 
sgabe des Neuen Testamentes, die ich jetzt eben diuma manu 
ae nocturna betreibe, geführt hat. Ich will nach Rom reisen, 

dort den wahrscheinlich ältesten griechischen Codex des Neuen 
itamentes, Codex B. Vaticanus 1209, wenigstens durchgängig 
laa zu vergleichen, vielleicht auch mittels einer Copie später eine 
raosgabe davon zu veranstalten. Zum Behufe der letzteren ist 

Manier, in welcher der Codex Sangallensis 1836 vom ver- 
rbenen Professor Bettig herausgegeben worden ist, ausserordentlich 
tbeihaft. Durch aufgelegtes Papier v^g^tal lässt sich die wort- 
reaeste Copie gewinnen und hernach diese Copie in Stein abdrucken. 
SS der genannte Vaticanische Codex von der höchsten Bedeut- 
okeit für die Festerstellung des ursprünglichen Bibeltextes ist, 
)en neuere Kritiker genugsam anerkannt; ich bin davon aufs 
«chiedenste überzeugt Wir besitzen davon aber bis jetzt nur 
li sich gegenseitig oft widersprechende und mangelhafte Ver- 
icbungen von Julius de st. Anastasia, von Birch, von Bentley. 
r Bonnenser Professor Scholz sagt 1823 in seinem Beiseberichte 
rz, Angelo Mai wolle den Codex ediren. Andere Reisende ver- 
:hten umsonst die Benutzung desselben. Es wird daher eine 
che, zumal in der von mir beabsichtigten Ausdehnung, ohne die 
leütsamsten Empfehlungen nicht zu erzielen sein. Und hierin 
1 eben habe ich mit meinen Lehrern und Gönnern und Freunden 
i feilste Vertrauen auf den Einfluss und die Gnade Ew. Eönigl. 
beit gesetzt. Eine Empfehlung von Ihrer fürstlich huldvollen 
Ad an Se. Heiligkeit den Papst, das glaube ich, ist der sichere 
blüssel zu dem verschlossenen heiligen Schatze. Nicht von 
Änem Danke dafür darf ich sprechen; die gesammte christliche 
elt würde Ew. König!. Hoheit dankbar sich als Schuldnerin zu- 
kennen, gelänge durch ihre huldvolle Vermittelong des Schatzes 
sbong. Doch ich wage im Augenblicke nicht noch weitläufiger 
i sein. Zwei die Angelegenheit betreffende unterthänige Zu- 
ibriften von Hr. Kirchenrath Prof. Dr. Winer und vom Hr. 
^perintendenten Prof. Dr. Grossmann*) erlaubte ich mir beizulegen. 

*) 8. oben 8. 5L 



136 Aus d. Correspondeiizkreise v. Theologen mit König Johann ▼. 8. 

• 

Ihre Exe. die Herren Staatsminister ▼. Carlowitz und v. Lindenau 
kennen meinen Plan, und sind ihn hei Ew. Eönigl. Hoheit zu ver- 
treten geneigt, vor allen aber mein huldvoller Patron, der Hr. 
Geheimrath v. Langenn. Nur erwähne ich noch, dass ich französisdi 
spreche und auch italienisch verstehe, und dass ich circa Michaelit, 
nachdem ich durch Absolvirung meiner jetzigen kritischen Arbeit 
jeden Buchstaben des Neuen Testamentes zu meinem Yertrautea 
gemacht haben werde, die Beise anzutreten gedenke. Eines gnädigen 
Winkes bin ich voll freudigen Gottvertrauens gewärtig etc. Leipzig 
am Sonntage Beminiscere 1840. 

3. Den nämlichen Gegenstand betr. 

Ov xaU/ova ovd^ xQslrtova elöfievog elvm xotq xalov^ 
voiq S-solöyoig anovitjv rj riyV x<3v &€i(ov Xöywv v£v dC avigif 
nvevfiiccTocpoQwv näXai iiaaafftj'd'ävTiov Ovveöiv xai iiaiofJOf 
xal di^XaxyiVy avrwv S^ roikcov iv roTg te rervTKOfAävoig xd 
ToTg yeYQafijiiävoig näöiv ini(Sx€Xpd(i€Vog i^r]^' Suctpoqdv^ ii{mia 
xa&* -nfiägav xal vvxra sl xdyoi xaQixi ry tov -d-fot xctrccXcß^i 
Ti TiQog xb dva(paiv€iv trjv iv XgiOTfi) dXtj&eiav. xal dduthiti' 
T(og T(dv Sia^eQÖVTCDV ix twv T€ naXaiiöv xal rwv väeav inoh 
rjadiUTjv dvrißoXrjv^ ^agdv rjyotSfievog 'tov növov iv vq toi 
Ot€(fdvov inmo^jaei xal ttjv füv Gaqxa noXXd xexfitjJtniti 
rrjg S^ ödXniyyog, (6g ^nog slnstv^ dcl dnoXavtav xrfi nv€V' 
^arixfjg. rjSr] drj ndvra rd noixiXa xal noXvnXoxa ig>^ oCof 
TjSvvdfjiTjv äoxiiidöag — oaa dh lOfiev, eineq xivd hficv, orf 
Si' €V(fvtav xal o^mrjta 6iavoiag irrfOtaCrhxi Xoyi^ofUUj diid 
Sid rd avv€X(Sg ix^a&ai rov dvigog evog zov TsXeiov »ci 
oaiov — xareixov t6 xaXbv %b xa&^ f/jf^G^ i^i ^w^ nqotsevpiflf 
fiov Ssöfisvogy etnmg doxhjc^evaC ^oi xd xaxd XfiGtov »edif» 
Elicog iikv ovv rov Gxondv rov Xafingov ovtko xceveiXfj^M 
fi€, onovdaioTSQwg 6^ xoTg ifinqoGd-ev inexreivofievog, fuÜUKW 
da, OD xQauGte dvvaOTa, n€noi&(dg Oov xy inuixedfj %d x4' 
Qiöfjia xovxo xd dod-äv iioi r^l C'^ovvxi xal xqovovxi an^ne/itpi 
öoiy €1 nox€ evodiox^rjaofiai iv xvQitff xai Col d(}äGxßiV. «xt .< 
aov ydg, xijv fji^v nCaxiv x-qv ^(oaav i^^fjiävovy xd ctt kfd 
ygafi^iaxa xal avxov xaXüg fJLa^övxog, fiäXXiov g>av€foiö^ 
fjyrjfAai ifuxvxdv jnaxagiov. xal vvvl yrgo&vfuog ixfoVy dxelShi^ 
lii€x' dXfyag tj/xägag iqevväv xal i^exd^eiv xd xwv 'M0f 
yqagxov nxvxxia xd dgxaioxaxa xal dxQißeöxaxa xijg xoi xvf 
FaXaxwv ßatSiXitog ßißXio&ijxrjgy xdds ys dyvowv sl xd xov «fe 
^PcSgjirjv 7tOQ€V€a&ai, (og f rior ix^ *** vdx^v, d^ioiifei fu o 
&€dg, ngd ndvxtov xüv aXXoav öov xijg evfABVsCag ofäyofM 
xai (xol avviöxaö&ai ö7C0vddC(0' dXX^ ovx äv xdiv Xdymv xdlUt^ 
/fdji^op di xov Iqy^^ aÄAoTTjTi, ov4^ wq -iJOM^^svoq iv ^a^piag 



US d. CorrespoDdenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 137 

kovtei xr^g öaQxueijgj äkV ia^a^^v iv xvQC(p f^l iv toTg 
öd^eväöiv iwar^i ovr^y iirj inUaS^öfievog rb lov fiaxagCov 
lav^ov ^fjuc' Ovx 6 iawov awiöTtov, ixstvog iövi döxifiogy 
\ir ov 6 xvqiog öwi0vrj<Jiv. 2t) rf^, (o iicnota, öeftvÖTare 
m ßik%^6%€j i^ioöo iv XQiöTip' ix toi nkrjqw^ia%og avxov 
rjo? fT^r xrjg natqidog €vvv%Cav xal räv io-^kHv andvrtov 
utf^oxkrjeiv dox^sif] öoi xa^^g dvrl xaQWog. i^^ao. *Ev Aeixpitf^ 
rg %ql%rj in^ slxddi oxx(oß(i(ov. 

4. Den nämlichen Gegenstand betr. 

Ew. Eönigl. Hoheit habe ich im Verein mit den Professoren 
Winer nnd Grossmann Ostern 1840 nm eine huldvolle Verwendung 
fiir meine bibliscbkritischen Studien in Born unterthänigst ersucht. 
Der Herr Geheimrath y. Langenn benachrichtigte mich von der 
gnädigen Aufnahme dieses Gauchs. Da ich jedoch ohne alle weitere 
Kichricht geblieben bin, so fQrchte ich, dass mein spezieller Wunsch, 
dir die Auswirkung des Gebrauchs vom berOhmten Vaticanischen 
Codex 1209 betraf, kein Gehör gefunden hat. Dennoch gedenke 
ieh nach Beendigung meiner Studien in Frankreich und Holland 
im Herbste dieses Jahres nach Italien und vorzugsweise nach Bom 
m g^en. Ich darf mit Becht hoffen, dass — wie auch bereits 
"im den ersten Gelehrten dieses Faches rühmend anerkannt worden 
st — der von mir betretene Weg die biblische Kritik um ein be- 
entendee fördern, ja einer gewissen Vollendung entgegenführen 
ird. Ich habe darüber unter dem heutigen Datum ausführlicher 
IS Hohe Cultnsministerium geschrieben. Abgesehen von dem 
)gmati8ch Wichtigen gewinnt namentlich die Spracheigenthümlich- 
3it der NeutestamenUichen Schriftsteller sowie das gegenseitige 
erhältiiiss derselben zueinander durch meine reformirende Tendenz 
iel&che Aufhellung. Um aber zu dem mir gesteckten Ziele zu 
dangen, muss ich besonders noch in Bom die ausser jenem aller- 
ttesteu geheimgehaltenen Kleinode ältesten Griechischen Hand- 
diriften sehen und ausforschen. Und demgemäss wage ich mein 
Bterth&nigee Gesuch bei Ew. Königl. Hoheit insoweit zu erneuern, 
Is es nicht eben jenen emzelnen Codex als vielmehr Ihre gnädige 
fimpfehlung meiner Person in Bom überhaupt betrifft. Sehr glücklich 
diätzte ich mich, hegten Ew. Königl. Hoheit die Ueberzeugung, 
Itts durch diese Ihre huldvolle Verwendung mit mir die Wissen- 
^aft selber als dankbare Schuldnerin Ihnen innig verpflichtet 
^arden wird etc. Fans, 15. Mai 1841. 

5. Den nämlichen Gegenstand betr. 

Ew. KönigL Hoheit wage ich unterthänigst zu bitten, meinen 
idei Ephraemi Syri Bescriptus als einen schwachen Ausdruck. d^iw\i- 
m Ehrforcfat gäädigst eoigßgennebmeii zu wollen. li^\ito ^^^^^ 



138 Ans d. Cortespondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. 

Werk, dessen Möglichkeit noch vor zwei Jahren die gelehrte W 
aufs stärkste bezweifelte, Ew. Eönigl. Hoheit als ein Beweis 
den Eifer gelten, mit dem die Sächsischen Gelehrten den al 
vaterländischen Buhm zu bewahren snchen. Wie dankbar wird 
gelehrte Welt sowie die christliche Kirche den Namen Ew. Kön 
Hoheit feiern, werden die beiden mir gnädigst vergönnten Empfehhm, 
briefe nach Rom die Schlüssel für mich zu dem mit mein 
Rescriptus aufs genaueste verwandten Schatze der Yaticana. ] 
Erzbischof hat mir einen dritten Empfehlungsbrief und zwar 
Se. Heiligkeit eingebändigt. Indem ich dem gnadenreichen Schu 
Ew. Königl. Hoheit mich und meine Bestrebungen vertrauenvol 
empfehle, habe ich die Ehre etc. Paris, 2. November 1842. 

6. Den nämlichen Gegenstand betr. 

Ew. Königl. Hoheit wage ich, als unterthänigster Schützlii 
ein Wort über meine Erfahmisse in Rom zu Füssen zu legi 
Leider ist mein Hauptziel verfehlt Der Französische Gesandte 
gnt als der Sächsische Geschäfbsträger haben mich umsonst l 
Lambruschini vertreten. Ihre Königl. Hoheit Luise hat sich p( 
sönlich mit Ihrem Herrn Gemahl zum Cardinal Mai begeben, ' 
mir die Cardinäle Corsi und Mezzo&nti die Auskunft gegeben hatt( 
dass von ihm, obscbon indirekt, alles abhänge. Mai versprach II 
Königl. Hoheit und mir selbst seine volle Begünstigung meii 
Angelegenheit. Dennoch erhielt der Bibliothekar Laureani — 1 
ihm hatte sich Herr v. Bossi aufs dringendste verwendet — < 
Weisung, mir selbst die Ansicht der betreffenden Mss. zu versagt 
und zwar — wie Lambruschini offen gegen Laureani erkläi 
während er sich gegen die Diplomaten auf den Papst berief 
aus Bücksicht gegen Mai, fQr den man von mir keine Contr 
wünschte. Mai hat nämlich den Yaticanischen Hauptcodex, all 
dings auf sehr unzweckmässige Weise, zur Herausgabe vorberdi 
und in den Prolegomenis dazu will er die anderen Bibelcodices I 
arbeiten. Trotzdem bietet mir Bom noch manches eirklecldic 
Dasselbe hoffe ich von Oberitalien, sowie von Neapel und d 
Monte Cassino. Möchte mir nur noch durch die hohe Gnade 
Majestät, sowie durch Ew. Königl. Hoheit allergnädigste Protekt 
die Ausdehnung meiner Beise nach Griechenland und Palästina | 
lingenl Ihr. Königl. Hoheit die Prinzessin Luise nebst Ihr 
Herrn Gemahl hat mir die angelegentlichsten Empfehlungen 
meinen hochf&rstlichen Beschützer aufgetragen. Welch einer üb 
aus auszeichnenden Aufnahme ich im Palaste der in der Tl 
Sächsischen Prinzessin auf Ew. Königl. Hoheit huldreiche Empf 
lung gewürdigt worden bin, war ich so kühn, in den bofolgem 
Worten, die ich gestern aussprach, niederzuschreiben eta Bt 
25. März 1843. 



Litieratnr und Mlscellen. 139 

Seit mich ans lieben Armen entsandt' das Vaterhaus, 
Späht' ich mit Herz und Auge verborgne Schätze aus; 
Und seit die trauten Dächer der Heimath mir entschwunden, 
Hab' ich der Gflter manches, manch Kleinod schon gefunden. 
Doch wo ich jflngst das schönste, darf ich es künden laut, 
Wo ich der Perlen Perle, der Schätze Schatz geschaut? . . . 
In diesen Ffirstenhallen, wo, von der Heimath ferne. 
Ich fimd der Heimath Himmel und ihre liebsten Sterne! 
Als war' mein Fnss, Saxonia, zu dir schnell rflckgekehrt, 
Als hätte sich zur Wahrheit mir schön ein Traum verklärt I 
Mit kühner Lippe Sprech' ich an Dich, du theures Haus, 
Von Sachsens Herzen und Bergen die traut'sten Grüsse aus ; 
Als schöner Sachsentempel sei festlich Du begrüsst. 
Den Born mit seiner Hügel geweihtem Kreuz umschliesst. 

(Fortsetzung folgt.) 

Litteratur und Hiscellen. 

Allgemeines. 

[348.] Centralblatt fOr Bibliothekswesen hrsg. von 0. Hartwig 
n. K. Schulz. L Jahrg. (S. oben Nr. 221.) 
Enth. im 3. Heft vom März: S. 89^105 Goethe und die 
Bibliotheken zu Weimar und Jena, von Heinrich Düntzer — S. 105 
bis 112 Wilhelm Spitta, Director der viceköniglichen Bibliothek in 
Kairo. Nekrolog von Eduard Meyer ^— S. 112 — 17 Santarem*s 
grosser Atlas von Karten aus dem 6. — 17. Jahrb., von Karl 
Zaogemeister — S. 117—18 Zur Geschichte der Erfindung der 
Bnchdruckerkunsty von 0. Hartwig — S. 118 — 23 Mittheilungen 
US und über Bibliotheken — S. 123 — 27 Becensionen und An- 
tigen — 8. 127 — 80 Neue Erscheinungen auf dem Gebiete des 
Bibliothekswesens — S. 130 — 32 Mittheilungen aus dem antiqua- 
rischen Bachhandel — S. 132 Personalnachricbten etc. 

[349.] The Library Journal Official Organ of the American 
Library Association. Vol. 9. (S. oben Nr. 133.) 

Enth. in Nr. 1 vom Jan.: Editorial (Political Use of the 
Library; the Dictionary Catalogue in Europa) — American Library 
Association (Executive Board Meeting) — J. N. Larned, Public 
Libraries and Public Education — A German Library Journal — 
Wbat do People Bead? — Library Economy and Uistory — Biblio- 
grapby — Anonyms and Pseudonyms — Notes and Queries — 
Gifts and Bequests — General Notes — Supplement: Co-opera- 
tire Index (o Corrent Periodicals. 

Das Decbr.-Heft 1883 ist noch rückständig. 

[350.] Bulletin du Bibliophile et du Biblioth^caire pubU i^ar 
L. Techener* L. Ann^e 1888. (S. oben Nr. 7.) 



140 Litteratur und Miscellen. 

Trotz der grossen Anzahl von Mitarbeitern, deren lange Liste 
auf dem Titel eines jeden Heftes zu finden ist, scheint es der 
Herausg. doch nicht möglich machen zu können, das Bulletin recht- 
zeitig erscheinen zu lassen. Erst im Februar ist das Septbr.-Octbr.- 
Heft des letztvergangenen Jahres erschienen. Dasselbe enth.: &^ 
877 — 91 Epitres de Petrarque traduites en Fran9ais ponr la pre-^ 
miöre fois par Victor Develay — S. 891: — 406 Le Palais 
TAcad^mie, par H. Moulin (Fortsetzung) — S. 406 — 15 La beU 
de Ludre et Mademoiselle de Poussay, par E. Meanme — S. 41 
bis 444 Analecta-Biblion. (Etudes bibliographiqaes sur qaelquda 
livres anciens, par L. Techener) — S. 444 — 51 Bevue critique äe 
Publications nouvelles — S. 452 — 56 Nouvelles et Varidtte. 

Das darauf mit etwas grösserer Beschleunigung ausgegebene 
Novbr.-Heft enth.: S. 457 — 65 Epitres de Petrarque etc., par T. 
Develay (Fortsetzung) — 466 — 88 Le Palais k TAcad^mie, par 
H. Moulin (Fortsetzung) — S. 484—86 ün Incunable Kaatais 
(Statuta synodalia celebrata in ecclesia Nannetensi 1499); par Ar- 
thur de la Borderie — S. 486 — 89 Iconographie numismatique de 
la Saint-Barth^emy ; par le Baron Emouf — S. 489 — 90 Bevue 
critique de Publications nouvelles — S. 491 — 95 Tente de It 
CoUection d'Autographes de feu Grangier de la Mariniire — 8. 
495 — 97 Vente des Manuscrits du chäteau de Towneley est Ajag' 
leterre — S. 497 — 504 Nouvelles et Tari^tds. 

[351.] The Bibliographer. A Journal of Book-Lore. Lon- 
don, Elliot Stock. (S. oben Nr. 222.) 

Enth. im März-Heft Nr. 28 : S. 89—93 New, and News- 
papers. By Edward Solly — S. 94—97 Early Manuscripts (P.IL) 
By C. H. Wall — S. 97—101 A Bibliographical Career — 8- 
102—6 Some Medical Works. (P. III.) By F. Poingdestre CaneL 
— S. 106—8 Biographical Dictiunaries — S. 108—18 OoOier'0 
Shakespeare Documenta. By Henry B. Wheatley — £L 118— 20 
Beviews, Notes and News, Libraries, Correspondence. 



[352.] * II Bibliofilo Giornale delP arte antica e modema 
diretto da C. Lozzi. Anno IV. 1888 & Anno V. 1884. (& oba^ 
Nr. 223.) 

Enth. in Nr. 12 v. J. 1888 u. Nr. 1 v. J. 1884: D. d«' 
Bergolli, sacerdote, libraio e tipografo Modenese del sec. XYL (Ä?; 
Biccardi) — Di una CoUezione di opuscoli e fogli volanti oomemum^^ 
TAssedio di Vienna del 1683, ecc. (A. Gianandrea) — Dei K^* 
di Fr. Bedi nella Marucelliana, e di quelli di L. BeUini, IL ll»^'' 
pighi e A. Cocchi nella Medica (0. Andreucci) — Oan di c»^'^ 
trafifazioni trecentistiche tra padre e figlio Leopardi (Un Marohigiai»^) 
— HdteUDronoi (A. Melani) — Yarietä archiviatiche e UUlogr"^^ 
ßcbe (A. Bertolotü) — BolUtUno ^ ^oitov^, wä. 



Litieratur und Miscellen. 141 

[353.] Tbe Liierary News An Eclectic Review of Carrent 
Literature Pablished monthly, and containing the freshest news 
concerning books and authors ; lists of new publications ; reviews 
and critical comments; characteristic extracts; Sketches and anec- 
dotes of authors; courses of reading; bibliographical references; 
literary topics of the magazines; prize qaestions on choice books 
and other literary subjects, etc. etc. Vol. V. New York, P. Ley- 
poldi gr. Lex. a«. 12 Nrr. k 2 Bog. Pr. # 1. (S. Anz. J. 
1883. Nr. 79.) 
Nebst einem Supplement ^^Literatare for the Young A Guide 

for LibrarianSy Book Committees, Sunday-School Saperintendents, 

Clergymen, Teachers, and Parents. General Editor: Miss C. M. 

Hewins, lilNrarian of Haiiford Ijibrary Association'% monatlich 1 

Nr. ä Pr. 5 c. 

Bibliographie. 

[354.] * I Codici miniati dall' avv. V. Pautassi. Torino, 
Loescher. 1888. 16^ 99 S. m, 20 Taf. Pr. 4L. 

[355.] * Svensk Boktryckerihistoria 1483—1883, af G. E. 
Klemming och J. G. Nordin. Med inledande ofversigt. Hft. 1. 
Stockholm. 1888. 8®. IV, 240 S. m. 2 Taf. Pr. 7,50 Mk. 

[356.] * Bibliotheca Orientalis oder eine vollständige Liste der 
im Jahre 1883 in Deutschland, Frankreich, England und den 
Colonien erschienenen Bücher, Broschüren, Zeitschriften etc. über 
die Sprachen, Beligionen, Antiquitäten, Literaturen und Geschichte 
des Ostens zusammengestellt von Carl Friederici. VIII. Jahrg. 
Leipzig, Schulze. 8®. Pr. n. 8,50 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 480.) 

[357.] Monthly Beference Lists. Prepared by W. E. Foster, 
of the Providence Public Library. Vol. IV. F. Leypoldt, Pub- 
lisher, New York. kL 4^. MonaUich 1 Bog. Pr. # 1. (S. Anz. 
J. 1888. Nr. 781.) 

Bios auf der Vorderseite bedruckt. 

[358] * London Catalogue of Periodicals Newspapers, and 
Transaciions of various Societies; with a List of Metropolitan 
Printing Societies and Clubs for 1884. [XLIII. Annual Edition.] 
liondon, Longmans & Co. gr. 8®. 16 S. Pr. 1 sh. (S. Anz. J. 
1883. Nr. 878.) 

[359.] Brinkmanns Catalogus der Boeken-, Plaat- en Kaartwer- 
l^en die gedurende de jaren 1850 — 1882 in Nederland zijn uit- 
S^geven of herdrukt; in alphabetische volgorde gerangschikt, met 
^ermelding van den naam des uitgevers of eigenaars, het jaar 
m nitgave, het getal deelen, de platen en kaarten, het for- 
i&ut en den prijs, door B. van der Meulen. Afl. 1. AmstAid^m^ 
^iakman. (Uijp^, Hanassowitz.) kl. 4^ S. 1— SO. ¥t.\i. t>,UV, 



14^ tiitteratar und MiaceUeii. 

Eine echt Holländiscfao d. h. gute Arbeit sowohl hinsichtli 
der fiedaction, als auch der typograph. Aasstattang. Die 1. Li< 
enthält die Artikel „A" bis „Baur." 

[360.] Diccionario bibliographico Portagaez Estados de Inn 
cencio Francisco da Silva applicaveis a Portugal e ao Bra: 
continuados e ampliados por Brito Aranha en yirtude de contra 
celebrado com o Govemo Portuguez. Tom. X. (Tercelro do sup 
Ipmento.) H — J. Lisboa, impr. nacional. 1883. gr. 8^. XXI 
411 S. Mit Aranha*s Portr. u. 14 facsim. Taf. Pr. n. 18 M 
(S. Anz. J. 1872. Nr. 104.) 

Das 1858 begonnene Werk hat mit dem II. Suppl.-Bde ei 
Unterbrechung von weit mehr als einem Jahrzehend erlitten. D 
neue Herausg. lässt hoffen, dass die noch übrigen 2 Bde in rascher 
Folge erscheinen werden. 

[361.] Svenskt Boklexikon. Aren 1830—1865. Utarbetadt 
Hjalmar Linnström. Senare Del. HfL 51 — 54. Stockholm, Sai 
son & Valiin. 4^ S. 801—64. Pr. n. 3 Mk, k Doppelh 
(S. oben Nr. 241.) 

Enth. die Artikel „Viemer" bis „Vongers." 

[362.] Allgemeiner Litterarischer Wochen-Bericht über m 

empfehlenswerten Neuigkeiten des In- und Auslandes nebst lit 

rarischen Notizen und Mitteilungen. XII. Jahrg. 1884. Re 

Th. Lissner in Leipzig. Leipzig, Denicke, kl. 4^ Wochen 

1 Nr. ä 1 Bog. Pr. 3 Mk. 

Hauptsächlich zur Vermittelung des Verkehrs zwischen Sortj 

menter u. Publikum. Vom Auslande erfährt das Publikum freilic 

herzlich wenig. 

[363.] Bibliotheca philologica oder geordnete Uebersicht alle 
auf dem Gebiete der classischen Alterthumswissenschaft wie de 
älteren und neueren Sprachwissenschaft in Deutschland und de: 
Ausland neu erschienenen Bücher. Herausgegeben von Gusts 
Kossinna, Dr. ph. XXXVI. Jahrg. 1. Heft. Januar bis Jai 
1883. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht. 8<>. 1 Bl. 200 i 
Pr. n. 1,80 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 785.) 

Nach Ehrenfeuchter's Tode hat ein neuer Bearbeiter die Heraoi 
gäbe der Bibliotheca nunmehr übernommen; derselbe scheint sie 
sowohl in Hinsicht auf Zusammenstellung reichlichen Materiale 
aber auch auf Einreibung überflüssigen Ballastes seinen verst. Vo; 
ganger als Muster gewählt zu haben. Denn was hat z. B. d 
GoUection Spemann mit ausführlicher Inhaltsangabe u. dergL me! 
in einer Bibl. philol. zu suchen? 

[364.] Ausgaben und Abhandlungen aus dem Gebiete der K 

maniscben Philologie veröffentlicht von E. StengeL XI. — E 

ältesten f^ranzösischen SpTachd^iikm^vt. Qi^^^^w Abdruck n.: 



Litteratar und Miscellen. 14S 

lie besorgt von E. Stengel. Marburg, Elwert 8^. 
32 8. Pr. n. 0,60 Mk. 
Sechs Reliquien mit jeder derselben vorangestellter darauf be- 
haglicher Litteratur. 

[865.] * SiertdjaM'Satatog oUet in 3)eutf(i&(anb erf(i&tenenen 9Berfe 
au§ bem (Bebiete bet Z^Iogte unt> $tt(ofop(ie. Sa^rg. 1883. Seip« 
m, Wimäfi. 8«. 4 t>efte. 74 6. ^r. n. 20 $f. k fflog. (S. Slnj. 
a 1888. 3lt. 878.) 

[866.] * Biblical Study: its Frinclples, Methods, and History, 
together with a Catalogue of Books of Reference. By C. A. Briggs. 
With Introducüon by Alexander Baimain Bruce. Edinburgh, 
Clark. 8«. 490 S. Pr. 7 s. 6 d. 

[367.] La Bible Fran(ai8e au moyen äge. Etüde sur les plus 
anciennes versions de la Bible ^crites en prose de langue d' 
OÜ, par Samuel Berger, Secr^taire de Ja Facult^ de Theologie 
protestante de Paris. Memoire couronn^ par Tlnstitut. Paris, 
impr. nationale, gr. S^. 2 Bll. XVI, 450 S. Pr. n. 10 Mk. 
Eine ebenso interessante wie verdienstliche und des Preises 
^dige Schrift, die freilich fQr den Anz. nur in ihrem die Be- 
schreibung der betr. Handschriften (in Frankreich, Grossbritannien 
n. den übrigen Ländern) S. 321 — 435 enthaltenden Anhange 
nächstes Interesse hat 

[368.] *Stterarif(i&et^anbtDeifer, }unä(i&ft fütbaSfat(onf(l^3)eutf47lQnb. 
t)etauSgedeben unb tebigitt t)on Dr. grana $)üli^tamp. XXIIL ^a\)x* 
aang 1884. SRfinftet, Z^eifftng. &o47 4^. 24 SRrr. k 2 Sog. $r. n. 
4 m (6. anj. 3. 1883. Jlt. 380.) 

[369.] * Christlicher Bflcherschatz. Ulustrirter Katalog für 
das deutsche Haus mit kritischem Jahresbericht herausgegeben 
Ton Gostav Schlosser. V. Jahrg. Ausgegeben im November 
1883. Frankfurt a. M., Schriften-Niederlage d. Evangel. Vereins. 
Lex. S\ 160 S. m. eingedr. Holzschn. Pr. n. 0,50 Mk. (S. Anz. 
l 1883. Nr. 23.) 

[370.] 3ufammenfteQung bet gefammten hi^ jebt sur fR^iäfi'.dvoih 

t^o|e|otbnung erfd^ienenen Sitetatut georbnet na^^ ber SRei^nfolge ber 

^eiiti^^ragtap^. Son ^rofeffot Dr. IBirtme^er in SRoftod. (Separat« 

Sb^d aud (^(lbot*d SBeitrdge }ut @rläutetung beS S)eutfd7en SRed^t^, 

28.3a^gang.) SJerlm, «o^en. gr. 8». VII, 59 S. $r. n. 1,20 M, 

Fleissige Fortsetzung der vom Verf. 1881 in der Mecklenbur- 

^schen Zeitschrift für Rechtspflege u. Bechtswissenschaft erschie- 

ii^Den Zusammenstellung der Beichscivilprozess-Litteratur, welche 

^^ für die Praxis brauchbar erwiesen hat. 

[371.] * Los VoroB. Eaindio histörico y doclxmaX, \yM\Q^x^- 



144 Litteratur und Miscellen. 

fico y crltico de los Foros, en Galicia y Asturias, por B. J< 
y Bravo. Madrid. 1888. 8^. XI, 359 S. Pr. 82 r. 

Gehört zur ,,Biblioteca jaridica de Aatores Espafioles, vol. 18 

[872.] * La Magistratura dinanzi al nuovo Parlamento. ( 
servazioni e proposte; lettera bibliografica, di Carlo Lozzi. Ss 
tip. Conter. 1888. 16*». 16 S. 

[878.] * SterteljaM'Satalog oUer m Seutfd^Ionb erfc^ienenen SSh 
Qud bem @ebiete bet SRebidn unb ^{atuttDiffenfd^ft. Sabtg. 18i 
Setpiig, fMixifi. 8^. 4 $)fte. 82 @. $r. n. 20 %\. ä »og. { 
anj. 3. 1888. Sflt. 888.) 

[874.] "^ Medicinische Bibliographie und Anzeiger zum C< 
tralblatt fQr die gesammte Medicin. Jahrg. 1884. Leipz 
Breitkopf & Härtel. gr. 8«. 52 Nrr. ä Vi— */4 Bog. Pr. 
8 Mk. pro Semester. (S. Anz. J. 1888. Nr. 887.) 

[875.] * Monatlicher Anzeiger über Novitäten und Antiqua 
aus dem Gebiete der Medicin und Naturwissenschaft. Jahrg. 18( 
Berlin, Hirschwald. 8^ 12 Nrr. Vi—*/* ^^g. Pr. n. 0,80 1 
(S. Anz. J. 1883. Nr. 384.) 

[876.] * Sübter burdj^ bie Siteratur ber ©efunb^itSpflege für (^ui 
einer naturgemdlen SebenSmeife, in ^erbinbung mit folcben (^taudgege! 
t)on Sruno SJleper. II., Dermebrte Auflage. 9luboIftabt, $)aTtunA 
©o^n. 16». 72 6. %x. n. 0,25 URL 

[377.] * SSterteljaM^^atalog aUer in S)eutfd^(anb erfd^ienenen 9B< 
aud bem ©ebiete ber $äbagogit. St^t^Tg. 1888. Seipjtg, ipinric^^. • 
4 «>fte. 104 6. $r. n. 20 ?f. ä iBog. (©. »nj. 3. 1888. ^x. 381 

[878.] * Siterarif^^er SBegroeifer für $äbagogen. Son @. SRepm« 

fieipjig, ©iegi^munb & SBoUening. 1883. gr. 8^ IV, 59 ©. ^r. 

0,60 aWf. — 1. 9fla*tTag. Saf. 1884. gr. 8«. 12 ©. ? 
0,10 m, 

[879.] * SBegiDeifer bur^^ bie päbagogifcJbe Stterotut. iperau^egei 
unter SJlttmtrtuug Mm Sekret 3of. Slmbrod, $to[. SI. iBec^tel, ©ani 
SRati Dr. 3Worib ©aufter :c. SReb.: g. ?Ji(b(et jun. X. 3Q(?tg. 18fi 
SBien, ^i*let'« Wxot & ©obn. gr. 8^. 12 9flrr. k %—l «og. ? 
n. 2 3Rr. (©. anj. 3- 1888. «r. 489.) 

[880.] * Ffihrer durch die Jugendliteratur. Grundsätze z 
Beurtheilung der Deutschen Jugendliteratur, Winke für Gril 
dungy Einrichtung und Fortführung einschlägiger Bibliothek« 
und Yerzeichniss empfehlenswerther Schriften, für Eltern, I 
zieher und Bibliothekare. Von Dietrich Theden. Mit ein« 
Vorwort von Dr. J. Chr. Gottlob Schumann. Hamburg, Bereu 
söhn. 1888. 8». VIII, 78 S. 

/381.]*A Bibliography of Electricity and Magnetism 1860 
1883 with special reference to «lecltv^-technics Compiled by 



Litieratar und Miscellen. 145 

May Witb an Index by 0. Salle. London, Trübner & Co. S^. 
XII, 203 S. Pr. 6 Mk. 
Litteraturerscheinungen Earopa's n. Amerika's. 

[382.] * Hedwigia. Notizblatt für krjptogamische Stadien, 
nebst Repertoriam für krjptogamiscbe Literatur. Bed. : Dr. G. 
Winter. Jahrgang 1884. Dresden, Heinrich, gr. 8^. 12 Nrr. ä 
1 Bog. Pr. n. 7 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 594.) 

[383.] * Polytechnische Bibliothek. Monatliches Yerzeichniss 
der m Deutschland und dem Auslande neu erschienenen Werke 
am den Fächern der Mathematik und Astronomie, der Physik 
und Chemie, der Mechanik und des Maschinenbaues, der Bau- 
kunst und Ingenieuiirissenschaft, des Berg- und Hüttenwesens, 
der Mineralogie und Geologie. Mit Inhaltsangabe der wichtigsten 
Fachzeitschriften. XIX. Jahrg. 1884. Leipzig, Quandt & Händel, 
gr. 8^ 12 Nrr. ä 1—1 Vi Bog. Pr. n. 8 Mk. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 391.) 

[884.] * B^pertoire des Sources Historiques du Moyen Age, 
par Ulysse Cheyalier. Bio-bibliographie. Fase. 4. P — Z. [Fin 
du Tom. I.] Paris, Libr. de la Soci^t^ bibliographique. gr. 8^. 
XX, 858—1185. (S. Anz. J. 1880. Nr. 837.) 

[385.] üebersicht der vom November 1882 bis dahin 1883 
auf dem Gebiete der Geographie erschienenen Werke, Aufsätze, 
Karten und Pläne. Yon W. Koner. Enth. in der von Dem- 
selben herausgegebenen Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde 
20 Berlin. Als Fortsetzung der Zeitschrift für allgemeine Erd- 
hnde. Bd. XVIIL Berlin, Reimer. 1883. gr. 8«. Hft. 6. S. 
445—587. (S. Anz. J. 1883. Nr. 286.) 

Die reichhaltigste, wie sonst nirgends vorkommende üebersicht. 

[386.] Leitfaden durch das Wiegenalter der Kartographie bis 
%m Jahre 1600 mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands. 
Herausgegeben von Dr. A. Breusing. Beilage zum Kataloge der 
Ausstellung des Dritten Deutschen Geographentages zu Frank- 
furt a. M., am 29., 30. und 31. März 1883. Frankfurt a. M., 
Hahlau & Waldschmidt. 1883. 8^ 1 Bl. 33 S. Pr. n. 0,50 Mk. 

Interessanter kritischer Ueberblick über die bemerkenswertheu 
^'^gnisse der älteren Kartographie. 

[387.] * Minist^re de la Marine et des Colonies. Catalogue 
P^ ordre g^graphique des Cartes, Plans, Yues de Cötes, M^- 
^oires, Instructions nautiques, etc., qui composent THydrographie 
^ran^aise. Paris, Challamel aln6. 8». VIU, 340 S. Pr. 6 Fr. 

[388.] Bibliographie der alpinen Literatur. XV. Jahrgang 
1B83. Von , Tb. Trautwein in München. Separat-Abdruck aus 
^<T Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen A.\peiv-y^t^\Ti^. 
^•. 1 BL 551—70 B. (8. Adz. J. 1888. Nr. 494.^^ 



146 Litteratur und Miscellen. 

Mit unermüdlicher Sorgfalt verfolgt der Heransg. alles an 
Alpine Litteratur Bezügliche im weitesten Umfange, u. Terzei( 
dasselbe, soweit es ihm möglich ist, mit bibliographischer Gern 
keit. Allerdings kann er bei seiner Zusammenstellung nicht üb 
aus zuverlässigen Quellen schöpfen. 

[389.] * Badische Geschichtsliteratur der J. 1880—1 

Von Dr. Karl Hartfelder. [Aus: ,,Zt8chrift f. die üeschicbl 

Oberrheins'«.] Karlsruhe, Braun. 1883. gr. 8^. 2 BU. 5 
Pr. n. 0,80 Mk. (S. oben Nr. 256.) 

[390.] Die Landeskundliche Litteratur für Nordthüringeo, 

Harz und den provinzialsächsischen wie anhaltischen Thei 

der norddeutschen Tiefebene. Herausgegeben vom Verein 

Erdkunde zu Halle. Halle a. S., Tausch & Grosse, gr. 8^ 

Bl. 174 S. Pr. n. 3 Mk. (Wiederholt von oben Nr. 257.) 

Dieses Litteraturverzeichuiss mache, schreiben die Hera 

keinen Anspruch auf absolute Yollbtändigkeit, so sehr sie 8( 

erstrebt haben. Trotz der unzweifelhaften Lücken meinten 

aber das Verzeichniss doch herausgeben zu sollen, weil das 

dürfhiss desselben sich bei den jüngst allgemeiner als je angere 

Studien über heimatliche Landeskunde immer deutlicher hei 

gestellt habe, so dass selbst eine nicht ganz vollständige ü< 

schau des schon Vorhandenen erwünschter habe scheinen mf 

als gar keine. Die Hcrausg. sind durch Beihilfe vieler Mitart 

in den Stand gesetzt gewesen, eine sehr reichhaltige, wenns 

nicht durchaus gleichmässig u. bald mehr, bald minder genau | 

beitete üeberschau zu geben. 

[891.] ^ History of the Literature of the Scandinavian N 
by F. Winkel Hörn; rev. by the author, and tr. by ßasmi 
Anderson. Chicago, Griggs. 1884. (1883.) 8^. Enth. S. 4 
500: Bibliography of the important books in the English 
guäge relating to the Scandinavian countries, with English t 
lations, the most important magazine articles, and a few 
relating to the Scandinavian languages and mythology; pre] 
for the translator by Thorvald Solberg. 

[392.] * Numismatisches Literatur- Blatt. Herausg.: M. 1 
feldt. V. Jahrg. 1884. Stade. (Hannover, Meyer in Co 
gr. S\ Jährl. 4- -5 Nrr. ä V«— Vi ^og. Pr. n. 1,50 K 

[393.] * Musikalisch-literarischer Monatsbericht über 
Musikalien, musikalische Schriften und Abbildungen f. d. J. 1 
Als Fortsetzung des Handbuchs der musikalischen Litei 
LVL Jahrg. Leipzig, Hofmeister. 8«. 12 Nrr. ä Vj— 2 
Pr. n. 12, auf Schreibpap. n. 14 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 

[394.] Bevue des Autographes des Curiositös de l'Histoi 
de la Biographie Fondue en 1^66 i^^i Gabriol Charavay pi 



Litierator und Miscellen. 147 

sant cbaque mois soos la direction de Eag^ne Charavay Fils. 
XJI. Annöe. Paris. 8^ Monatlich 1 Bog. Pr. 3, f. d. Aus- 
iaad 4 Fr. 
Den Verkehrinieressen, hauptsächlich des Heransg.'s, bestimmt. 

[395.] * Charles Giraud. Notice snr sa vie et ses ^rits ja- 
ridiqnes par Adh^mar Esmein, agr^^ ä la Facult^ de droit de 
Paris, soiYie de Bibliographie de ses oeavres, par Eugene de 
fioziäre, membre de llnstitnt. Paris, Larose et ForceL 1883. 
8\ 48 S. 
Hierüber s. PoljbibUon, Part, littär., Fövrier 1884. 8. 181. 
Die Bibliographie nmfasst 221 Artikel. 

[396.] * Foulet-Malassis et Corneille Blessebois, noies biblio- 
graphiques. Mamers, impr. Fleory et Dangiu. 8^. 15 8. (Nur 
40 numer. Exempl.) 

[397.] Archiyio storico Italiano fondato da G. P. Vieusseux e 
continuato a cura della B. Deputazione di Storia patria per le 
provincie della Toscana, dell' Umbria e delle Marche. Serie IV. 
Tom. XUL Firenze. gr. 8^ Enth. S. 117—23 den Nekrolog 
?on Scipione Volpicella nebst Bibliographie seiner Schriften, 
y. (geb. 5. Aug. 1810, gest. 25. Febr. 1883) seit 1864 erster 
Bibliothekar der Nationalbibliothek zu Neapel, speziell mit der Auf- 
sicht fiber die Mss. betraut. 

BnehhAndler- imd antiquarische Kataloge. 

[398.] 0. A. Schulz Allgemeines Adressbuch fQr den Deut- 
schen Buchhandel, den Antiquar-, Kolportage-, Kunst-, Land- 
karten- und Musikalienhandel, sowie verwandte Geschäftszweige. 
[XLV. Jahrg.] 1884. Bearbeitet und herausgegeben von Her- 
mann Scholz. Mit J. J. Weber*s Bildnis. Gestochen v. A. Neu- 
mann, gedr. y. F. A. Brockhaus. Leipzig, Schulz, gr. 8^. YIII, 
512 & 406 S. m. 12 BU. Beil. u. 1 Portr.-Taf. Pr. n. 10 Mk. 
(8. Anz. 1888. Nr. 298.) 
Erscheint mit gewohnter Promptheit u. in anerkennenswerth 
^rgfaltiger Bearbeitung. 

[399.] * Mittheilungen dber neue und erloschene Buchhand- 
longen, Vertreter- Veränderungen etc. im deutschen Buchhandel, 
begründet von f Adolph Bfichting, fortgeführt von Oscar Leiner. 
Als Handschrift gedruckt. XII. Jahrgang 1884. Leipzig, Leiner. 
Lex. 8». 12 Nrr. ä ^4 Bog. Pr. n. 1,60 Mk. (S. Anz. J. 1883. 
Hr. 401.) 

[400.] Nr. 107. 112—14. Katalog von Theodor Ackermann 
K. Hof-Buchhandlung nebst Antiquariat in München. 8^. — 
107. Hebraica und Judaica, Geschichte dea heü. 1^^^^« ^\a. 



146 Litterator and Miscellen. 

Mit unermüdlicher Sorgfalt verfolgt der Heraasg. alles auf die 
Alpine Litteratur Bezügliche im weitesten Umfange, u. verzeichnet 
dasselbe, soweit es ihm möglich ist, mit bibliographischer Genauig- 
keit, ijlerdings kann er bei seiner Zusammenstellung nicht überall 
aus zuverlässigen Quellen schöpfen. 

[389.] * Badische Geschichtsliteratur der J. 1880—1882. 

Von Dr. Karl Hartfelder. [Aus: ,,Zt8chrift f. die Geschichte d. 

Oberrheins".] Karlsruhe, Braun. 1888. gr. 8^ 2 BU. 59 S. 
Pr. n. 0,80 Mk. (S. oben Nr. 256.) 

[390.] Die Landeskundliche Litteratur für Nordthüringen, den 
Harz und den provinzialsächsischen wie anhaltischen Theil an 
der norddeutschen Tiefebene. Herausgegeben vom Verein für 
Erdkunde zu Halle. Halle a. S., Tausch & Grosse, gr. 8^. 1 
Bl. 174 S. Pr. n. 3 Mk. (Wiederholt von oben Nr. 257.) 
Dieses Litteraturverzeichuiss mache, schreiben die Herausg., 
keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit, so sehr sie solche 
erstrebt haben. Trotz der unzweifelhaften Lücken meinten sie 
aber das Verzeichniss doch herausgeben zu sollen, weil das Be- 
dürfhiss desselben sich bei den jüngst allgemeiner als je angeregten 
Studien über heimatliche Landeskunde immer deutlicher heraus- 
gestellt habe, so dass selbst eine nicht ganz vollständige Ueber- 
schau des schon Vorhandenen erwünschter habe scheinen müssen 
als gar keine. Die Herausg. sind durch Beihilfe vieler Mitarbeiter 
in den Stand gesetzt gewesen, eine sehr reichhaltige, wennschon 
nicht durchaus gleichmässig u. bald mehr, bald minder genau gear- 
beitete üeberschau za geben. 

[891.] ^ History of the Literature of the Scandinavian North, 
by P. Winkel Hörn; rev. by the author, and tr. by Basmus B. 
Anderson. Chicago, Griggs. 1884. (1883.) 8^. Enth. S. 413— 
500 : Bibliography of the important books in the English lan- 
guage relating to the Scandinavian countries, with English trans- 
lations, the most important magazine articles, and a few titles 
relating to the Scandinavian languages and mythology; prepared 
for the translator by Thorvald Solberg. 

[392.] * Numismatisches Literatur- Blatt. Herausg.: M. Bahr- 
feldt. V. Jahrg. 1884. Stade. (Hannover, Meyer in Comm.) 
gr. 8». Jährl. 4- -5 Nrr. ä V«— "/a Bog. Pr. n. 1,50 Mk. 

[393.] ^ Musikalisch-literarischer Monatsbericht über neue 
Musikalien, musikalische Schriften und Abbildungen f. d. J. 1884. 
Als Fortsetzung des Handbuchs der musikalischen Literatur. 
LVI. Jahrg. Leipzig, Hofmeister. 8®. 12 Nrr. ä V«— 2 Bog. 
Pr. n. 12, auf Schreibpap. n. 14 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 396.) 

[394.] Berue des Autographes des Curiosit^s de l'Histoire & 
de la Biographie Fondte en 1B66 pat Q(%\)i\^ QVi^vi&Y parais- 



Litterator und Miscellen. 147 

sant chaqne mois sotts la direction de Eugene Charavay Fils. 
IIX. Ann^e. Paris. S^. Monatlich 1 Bog. Pr. 3, f. d. Aus- 
land 4 Fr. 
Den Verkehrinteressen, hauptsächlich des Herausg.'s, bestimmt. 

[395.] * Charles Giraud. Notice sur sa vie et ses fcrits ju- 
ridiqnes par Adh^mar Esmein, agr^^ ^ la Facult^ de droit de 
Paris, suiYie de Bibliographie de ses oeuvres, par Eugene de 
Sozidre, membre de llnstitut. Paris, Larose et ForceL 1883. 
8^ 48 S. 

Hierflber s. Poljbiblion, Part, litt^r., F^vrier 1884. 8. 181. 
Die Bibliographie umfasst 221 Artikel. 

[896.] * Fonlet-Malassis et Corneille Blessebois, nokes biblio- 
graphiques. Mamers, impr. Fleury et Dangin. 8®. 15 8. (Nur 
40 numer. Exempl.) 

[397.] Archivio storico Italiano fondato da G. P. Vieusseox e 
continnato a cura della B. Deputazione di Sioria patria per le 
provincie della Toscana, dell' Umbria e delle Marche. Serie IV. 
Tom. XUL Firenze. gr. S^. Enth. S. 117—23 den Nekrolog 
von Scipione Volpicella nebst Bibliographie seiner Schriften. 
y. (geb. 5. Aug. 1810, gest. 25. Febr. 1883) seit 1864 erster 
Bibliothekar der Nationalbibliothek zu Neapel, speziell mit der Auf- 
sicht fiber die Mss. betraut. 

BnehhAndler- nnd antlqnarlBehe Kataloge« 

[398.] 0. A. Schulz Allgemeines Adressbuch für den Deut- 
schen Buchhandel, den Antiquar-, Kolportage-, Kunst-, Land- 
karten- und Musikalienhandel, sowie verwandte Geschäftszweige. 
[XLV. Jahrg.] 1884. Bearbeitet und herausgegeben von Her- 
mann Schulz. Mit J. J. Weber*s Bildnis. Gestochen v. A. Neu- 
mann, gedr. V. F. A. Brockhaus. Leipzig, Schulz, gr. S^. YIII, 
512 & 406 S. m. 12 BU. BeU. u. 1 Portr.-Taf. Pr. n. 10 Mk. 
(8. Anz. 1883. Nr. 298.) 

Erscheint mit gewohnter Promptheit u. in anerkennenswerth 
sorgfältiger Bearbeitung. 

[399.] * Mittheilungen Ober neue und erloschene Buchhand- 
lungen, Vertreter-Veränderungen etc. im deutschen Buchhandel, 
begrflndet von f Adolph BQchting, fortgeführt von Oscar Leiner. 
Als Handschrift gedruckt XII. Jahrgang 1884. Leipzig, Leiner. 
Lex. 8^ 12 Nrr. ä ^4 Bog. Pr. n. 1,50 Mk. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 401.) 

[400.] Nr. 107. 112—14. Katalog von Theodor Ackermann 
K. Hof-Buchhandlung nebst Antiquariat in München. 8^. — 
107. Eebnka und Jadaica, Geschichte d^i^ \i«iüL li^xA^ ^\j^. 



148 Litteratar und MisceUen. 

1 Bl. 26 S. 725 Nrr.); 112. Geschichte des Theaters etc. 
Tanzkanst. Dramatisches etc. in deutscher Sprache (1 Tit.^ u. 
81 S. 1052 Nrr.); 118. Griechische und lateinische Klassiker 
(1 Tit.- XL 41 S. 1504 Nrr.); 114. Archäologie, alte Geschichte, 
Mythologie, Epigraphik, Grammatik der griechischen u. lateinischen 
Sprache etc. (1 Bl. 86 S. 1121 Nrr.). 

[401.] Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler und 
Antiquare in Frankfurt am Main Paris London. 188. — Ge- 
schichte Freussens u. seiner älteren Provinzen: Brandenburg, 
Ost- und Westpreussen, Pommern, Posen und Schlesien. 8^. 1 
Tit- u. 81 S. 696 Nrr. 

[402.] Yerzeichniss Nr. 50 des antiquarischen Bücherlagers 
der J. G. Calve*schen k. k. Hof.- und Univ.-Buchhandlung (Otto- 
mar Beyer). Prag. — Bohemica. Böhmen betreffende Literatur 
und Bücher in böhmischer Sprache mit Anhang: Slavica. 8^. 1 
Bl. 62 S. 1088 Nrr. 

[403.] Nr. 24. Ouvrages Anciens et Modernes en vente chez 
A. Eeltjes Libraire Botterdam. — Sciences Naturelles, gr. 8^ 
1 Bl. 82 S. 1820 Nrr. 

[404.] Catalogue de la Librairie ancienne et moderne de E. 
Freiesleben k Strasbourg. XIX. — Littörature fran9aise du 19e 
siöcle. Varia. Ouvrages p^riodiques. 8®. 1 Bl. 45 S. 1865 Nrr. 

[405.] N. 8—5. Catalogo di Libri d'occasione della Libreria 
antica e modema di Giorgio Grieb & C. in Milano. — Giuris- 
prudenza; Astronomia, Matematica, Fisica, Chimica ecc; Incu- 
nabula, Edizioni Aldine, Libri rari e curiosi del sec. XYL 1888 — 
84. 8^. 1 Bl. 17 S.; 1 Tit.- u. 18 S.; 1 Bl. 80 S. Zusammen 
1549 Nrr. 

[406.] Otto Harrassowitz, Buchhandlung und Antiquariat in 
Leipzig. Antiquarischer Catalog 101. — Classische Philologie 
u. Alterthumskunde. S^. 1 Bl. 93 S. 2738 Nrr. 

Sehr beachtenswerth. Das philologisch-linguistische Fach ist 
eine von der Firma besonders gepflegte Specialität. 

[407.] Nro. C. Lagercatalog von J. J. Heckenhauer in Tü- 
bingen, — Jurisprudenz und Staatswissenschaft, (indus. Württemberg. 
Recht.) gr. S^. 1 Bl. 158 S. 5565 Nrr. 

[408.] Wilhelm Jacobsohn & Co. Buch-, Musikalien- u. Anti- 
quariatshandlung in Breslau. Antiquariats-Catalog Nr. 56. — 
Katholische Theologie u. Philosophie, Katholische Unterhaltungs- 
literatur, Schles. Kirchengeschichte, Monatsbericht pro Januar. 
8«. 1 Bl. 58 S. 

[409.] No. 271. Bücher- Yerzeichniss über Werke aus dem 
Gebiete der alten und neuen Sprachen, der Literaturgeschichte u. 



LiUeratnr und Miscellen« 149 

Pädagogik und Orientalia, welche bei Theodor Kampffmeyer in 
Berlin zu haben sind. 8<^. 1 Bl. 98 S. 

[410.] Katalog No. 40^42. Njinkomna Becker som för- 
säljas nti Klemmings Antiqvariat. Stockholm. — Blandad Litte- 
ratur; Kalendrar, Earrikatyrer, Kopparstick, Navigation, Numis- 
matik m. m.; Spräkyetenskap; Blandad Litteratar: Historia, 
Krigsvelenakap m. m. 1888—84. 8^ 48, 20, 40 8. Zusammen 
c. 1800 Nrr. 

L411*] Antiquariats- Sortiments- und Verlags-Buchhandlung 
▼on Wilhelm Koebner (L. F. Maske'ä Antiquariat) in Breslau. 
164. Katalog. — Rechts- und Staatswissenschaft. 8^ 1 Tit.- u. 
50 S. 1519 Nrr. 

[412.] Leo Liepmannssohn. Antiquariat. Berlin. Catalog 
IXVilL — Goethe. Schiller. Lessing. Herder. Wieland. 8<>. 1 
BL 38 S. 586 Nrr. 

Hauptsächlich in Bezug auf die über 300 Nrr. starke GU>ethe- 
litteratur von Interesse. Voran 28 Nrr. Autographen. 

[41S.] No. 76 — 78. Katalog einer ausgewählten Sammlung 
von Werken umfassend Staats- und Volkswirthschaft, Finanz- 
wissenschafty Banken, Sociale Frage, Handel und Verkehr, Ge- 
werbe, Landwirthschaft, Freihandel und Schutzzoll, Statistik, Unter- 
richtswesen, Gesundheitspflege — aus dem Gesammtgebiete der 
Rechts- und Staatswissenschaften einschliesslich Kirchenrecht — 
aus dem Gesammtgebiete der Geschichte und ihrer Hilfswissen- 
schaften. Zu beziehen Ton dem Buchhändler und Antiquar R. 
L. Prager Specialgeschäft für Rechts- und Staatswissenschaften 
und Geschichte in Berlin. 1883—84. 8^ 1 Bl. 62 S. 1773 
Nrr.; 1 Bl. 41 S. 1117 Nrr; 1 BL 112 S. 2659 Nrr. 

[414.] Adalbert Rente's Antiquariat in GOttingen. Catalog 
69. — Geschichte und deren Hülfswissenschaften. 1883. 8^ 1 
Bl. 32 S. 939 Nrr. 

[415.] Nr. 180. Catalog des antiquarischen Bücherlagers 
von B. Seligsberg in Bayreuth. — Protestantische Theologie. Phi- 
losophie. Pädagogik. 8<>. 1 Bl 78 S. 1735 Nrr. 

[416.] 89 A 91. Antiquariats-Katalog von Simmel & Co. 
in Leipzig. — Incunabeln, Seltenheiten, Curiosa, Alchemie, Biblio- 
graphie, Buchdruckerkunst, Buchhandel & Philosophie, Paeda- 
gogik. Schulen u. Universitäten, Freimaurerei, Rosenkreutzer, Illu- 
minaten. 8<^. 1 Bl. 21 S. 520 Nrr. & 1 Bl. 31 S. 908 Nrr. 

[417.] Bücher-Verzeichniss von Karl J. Trübner Buchhändler 
zu Strassburg im Elsass. XXXVin & XXXIX. — Französische 
Sprache und Litteratur. Alt- und Neufranzösisch. Proven9aIisch. 
Dialecte. Nebst Rätoromanisch, Italienisch, Spanisch & Incuna- 



150 Litteratar und Miscellen. 

nabeln. Holzschnittwerke. Alte Classiker-Ausgaben. Litteratur 
des 15. und 16. Jahrhunderts. S^ 60 S. 1138 Nrr. & 1 BL 
57 S. 508 Nrr. 
Namentlich Nr. XXXIX. recht gut redigirt u. sehr beachtenswerth. 

[418] 109. yerzeichniss des antiquarischen Bücher-Lagers 
Ton Karl Theodor Völcker's Yerlag und Antiquariat in Frank- 
furt a. M. — Genealogie und Numismatik. 8^. 1 Tit.- u. 19 
S. 341 Nrr. 

[419.] Bibliotheca Catholico - Theologica I. — Nene Folge 
No. XI. Katalog von Oswald Weigel's Antiquarium in Leipzig. 
Katholische Theologie Abth. I: A— Crasset 8^ 1 Bl. 48 S. 
1014 Nrr. 

Bibliothekenlehre* 

[420.] * The Public School Library and its uses. By H. Sabin, 
Supt. of Schools, Clinton, Iowa. From the Iowa normal monthly, 
Dec. 1883. S\ 6 S. 

Hierüber s. Library Journal Vol. 9. No. 1. S. 14. 

Blhilothekenkande. 

[421.] * Peabody Institute of Baltimore. Catalogue of the 
Library. Part I: A-C. Baltimore 1883. 8^ 4 BU. 868 S. 

[422.] Harvard üniversity Bulletin. No. 27; or Vol. III. 
No. 4. Edited By Justin Winsor, Librarian of the Üniversity, 
with the assistance of members of the various faculties. January. 
Lex. 8^ S. 177-240. (S. Anz. J. 1883. Nr. 1158.) 

Enth., wie gewöhnlich, an der Spitze allgemeine üniversitäts- 
Nachricbten; an zweiter u. Hauptstelle das Bibliothekszuwachs- 
verzeickniss des letzten Quartals 1888; zum Schlüsse die Specia- 
litaten : Classified Index to Maps in Petermanns Geographische Mit- 
theilungen (Schluss), Winsor*s Bibliograpby of Ptolemy*8 Geograpby 
(Fortsetzung), The Kohl Collection of early Maps belonging to the 
department of State Washington, by J. Winsor. Part. IL — 
Necrölogy. 

[423.] Zugangs- Verzeichniss der Grossherzoglichen Hofblio- 
tbek in Darmstadt. 4. Quartal 1883. — Unterzeichnet: Grossherzog- 
liche Hofbibliothek-Direction. Dr. Walther. Ausgeg. im Februar 
1884. 8». 83 S. (S. oben Nr. 70.) 

Ausser den Ankäufen nur eine massige Anzahl von (beschenken; 
von eingelieferten Pflichtexemplaren so gut wie gar nichts. 

[424.] Bücherverzeichniss der Herzog]. Anhalt. Bebördenbi- 
bliothek. Staats- und Bechtswissenschaften, Naturwissenschaften. 
[Von Dr. jur. Gröpler, Bibliothekar.] Dessau 1888. (März.) 
Druck von Beiter. 8». VI, 181 S. 



Litteraliir und Miflcellen. ' 151 

Dieses nur provisorisch abge&sste Yerzeichniss enthält aas- 
schliesslich die von Seiten der Beamten vornehmlich benatzten 
Fächer der Staats-, Hechts- a. Naturwissenschaften, u. umfasst daher 
hauptsächlich Werke der Mheren Ministerial-, Oberlandsgerichts-, 
Begierungs- und Finanzdirections-Bibliotheken mit Einschluss der 
in späterer Zeit hinzugekommenen verwandten Böcher. Die ältere, 
mehr geschichtliche ehemalige Landesbibliothek, sowie die Herzogl. 
Medicinalbibliothek bleiben dem später erscheinenden definitiven 6e- 
sammtkataloge der Behördenbibliothek vorbehalten. 

[425.] Programm des evang, Gymnasiums A. B. in Schäss- 
burg und der damit verbundenen Lehranstalten zum Schlüsse 
des Schuljahres 1881 — 82 veröffentlicht vom Director Daniel 
Höhr. Hermannstadt, Filtsch's Buchdr. 1882. 4^ Enth. am 
Schlüsse: Fachwissenschaftlicher Katalog der Bibliothek des Gym- 
nasiums in Schässburg, zusammengestellt von Wilhelm Berwerth 
und Theodor Fabini, Gymnasiallehrer. IIL Theil. 1 Bl. u. (mit 
Anschluss an die Pagination von Th. 11.) 167-^200 S. (S. oben 
Nr, 802.) 

[426.] ^ Catalogue d'Ouvrages de lecture. Biblioth^ue popu- 
laire de T^cole de garcons de la Ville de Cbevreuse. Pontoise, 
imp. Paris. 8^ 82 S. 

[427.] ^ Catalogue de la Bibliothdque populaire de Bue. 
Abbeville, imp. Peuvrel. 8^. 16 S. 

[428.] ^ Free-Libraries of Birmingham (England). Reference 
Departement Catalogue, lettre A only. Birmingham. 1888. 
8^ 98 a 

[429.] * Catalogo della Collezione di Autografi Musicali lasci- 
ata alla S. Accademia Filarmonica di Bologna dall' accademico 
ab. dott Masseangelo Masseangeli. Compilazione di Federico 
ParisinL Continuaz. Fase 5. Bologna, B. Tipogr. 8^ (S. 
Anz. J. 1883. Nr. 952.) 

[480.] Yerslag van de Aanwinsten der Koninklijke Bibliotheek 
gedurende het jaar 1882. [Door den Bibliothecaris der Konink- 
lijke Bibliotheek, M. F. A. G. Campbell.] (Met inbegrip van de 
boekerij De Wal.) *s Gravenhage, algem. Landsdrukkerij. 1883. 
gr. 8^ 876, VUI S. (S, Anz. J, 1832. Nr. 1118.) 

Von aussergewöhnlich ansehnlichem Umfange ist das vorl. Zu- 
wachsverzeichniss. Allerdings ist der gewöhnliche Zuwachs des J. 
1882 (L Aanwinsten door geschenken; II. Aanwinsten door 
aankoop; IIL Aanwinsten door ruiling) nicht grösser als in den 
vorher vn^ossenen Jahren, er findet sich auf den ersten 130 S. 
verzeichnet; den Löwenantheil des Verzeichnisses, nicht weniger als 
746 &, hat der Katalog der für die Königl. Bibliothek 1877 an- 
gekanfken BQchersammlung des Prof. J. de Wal in Beschlag ge- 



152 Litteratur und Miscellen. 

nommen. Diese Büchersammlong ist hauptsächlich auf dem Gebiete 
der Rechts- n. Staatswissenschaften eine sehr vorzügliche. 

[431.] * Catalogo de manuscritos 6 impresos notables del In- 
stituto de Jovellanos en Gijön seguido de an indice de otros 
documentos in^ditos de su ilustre fundator. Por D. J. Somoza 
de Montsoria. Madrid. 4». XXII, 257 S. (Nur 400 Exempl. 
im Handel.) 

[432.] * fReuja^riSblatt Don ber etabtbibliot^ in ffltntertbur auf 
Doi» 3a^r 1884. SSintertbur, S)nid Y)on Bleuler ^au^^eet & Sie. 4^. 
33 S. (6. »na, 3. 1883. 9lr. 336.) 

Enth.:. Aus dem Jahre 1830 u. dem Anfange seines Jahr- 
hunderts. Zum Theil Handschriftliche Aufzeichnungen eines Mit- 
gliedes des kleinen Rathes der Bepublik Zürich von Dr. G. Geilfus. 

[433.] * irteujabti^blatt auf baiS 3abt 1884. $>eTau$ge0eben Don 
Der etabtbibllotbet in Süri^. Süxiä), 2)rud Don Orell Sügü & Sie. 
40. 38 6. nt. «Portrait. (S. Slnj. 3- 1883. Jlr. 337.) 

Enth.: Lebensabriss von Sal. Vögelin, Pfarrer u. Kirchenrath. 
I. Von Prof. Fr. SaL Vögelin. 

PrlTatblbllotheken. 

[434.] Catalog der nachgelassenen Bibliotheken der Dr. med. 
Hendrichs in Köln^ Baron von Loö in Wissen, Küster Siebursche- 
nich in Köln, Maler Professor Siegert in Düsseldorf, Domcapi- 
tular Welter in Köln, Oberlehrer Prof. Zons in Köln etc. etc. 
Reiche Auswahl von Werken aus allen Gebieten der Wissenschaft^ 
hauptsächlich Literatur, Geschichte, Culturgeschichte, Theologie, 
Medicin, Philologie, Kunst, Naturwissenschaft, Pädagogik etc. 
Köln, J. M. Heberle (H. Lempertz' Söhne), gr. 8®. 1 Bl. 152 
S. 4350 Nrr. (Auct. 10. März.) 

[435.] Jurisprudence. Catalogue de livres sur le Droit prive, 
public, p^nal, commercial, canonique et international; sur T^^co- 
nomie politique, la Diplomatie, etc. Provenant en partie de la 
Biblioth^que de feu J. de Bosch Kemper Professeur ä l'üniversite 
d' Amsterdam. Amsterdam, Frederik MuUer & Co. gr. 8^. 1 
Bl. 245 S. 3897 Nrr. 

Im Fache der Holländischen Litteratur von namhafter Beich- 
haltigkeit. 

[436.] Nr. 693 — 95. Antiquarisches Bücherlager von Kirch- 
hoff & Wigand in Leipzig. — Classische Philologie und Alter- 
thumskuude, enthaltend die Bibliothek des Professor Dr. Conrad 
Bursian in München. I. Geschichte der Philologie; Gjmnasial- 
wesen und Studium; Literärgeschichte; Philosophie; Zeitschriften 
und Opuscula; Grammatik mit Altitalischen Sprachen and Neu- 
griechisch (1 Bl. 34 S.); II. Die Autoren nebst exegetischen 



Litteratur und Hiscellen. 153 

AbbaDdlangen (1 Bl. 78 S.) ; in. Alterthumswissenschaft (2 BU. 
52 S.) Zusammen 6154 Nrr. 

[437.J * Catalogo dei Manoscritti posseduti dal Marchese Giu- 
seppe C&mpori, compilato da L. Lodi e B. Yandini. Parte lY 
e V. (See XYin— IIX,) Modena. 4^ 700 8. 

[4S8.] K. F. Eoehler*8 Aotiquarium in Leipzig. CatalogNr. 395 
& 396. — Zoologie & Entomologie. Aas der Bibliothek des 
Prof. Gostay Flor in Dorpat. 8^ 1 BL 42 S. & 1 Bl. 14 8. 
Zusammen 1432 Krr. 

[489.] Nr. 178. Livres anciens et modernes en vente chez 
Martinas Ngboff ä la Haye — Langae et Litt^ratare Fran- 
9aises, etc. Provenant en partie de la Biblioth^ue da Profes- 
sear W. J. A. Jonckbloet. 8^. 16 8. 334 Nrr. 

[440.] Katalog 25 des Antiquar. Bficher-Lagers von H. J. 
Koch, Hamburg. — Praktische Theologie. Zum grossen Theil 
aus der Bibliothek des Consistorialrath Professor Dr. Philippi 
in Boßtock. 8^ 1 Bl. 50 8. 1857 Nrr. 

[441.] Catalogne de la Biblioth^ue de feu Fr. Yergauwen, 
Membre du Sinai, Pr^ident de la 8oci6tä des Bibliophiles fla- 
mands. Tom. II. Bruxelles, Fr. J. Olivier. gr. 8^ 2 BU. 194 
S. 1376 Nrr. (Auct 15. April.) 

Enth. ausschliesslich Geschichte, aber im weitesten Umfange 
u. mithin auch mit Litteraturgeschichte — fast nur in Holland, u. 
Französischen Drucken. Durchaus ausgewählte Litteratur. 

Die im 1. Bande verzeichneten Hauptschätze der Y.'schen Bi- 
bliothek — Mss.y Incuabeln u. andere Seltenheiten u. Werthstücke 
— sind am 11. März versteigert worden. 8. Bulletin du Biblioph. 
et du Kblioth., Novbr. 8. 501—3. 

Abdrileke aus BIbl. Handschriften. 

[442.] * Albrecht Dflrer*s Tagebuch der Beise in die Nieder- 
lande. Erste vollständige Ausgabe nach der Handschrift JoL Hau- 
er's mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Dr. 
Friedr. Leitschuh. Leipzig, Brockhaus. gr. S^. Xin, 207 8. 
Pr. n. 7,50 Mk. 

Das Original des Tagebuchs ist seit 1620 verschollen; die 
ans dem Heller*schen Nachlasse stammende Abschrift Hauer*8 be- 
findet sich in der Eönigl. Bibliothek zu Bamberg. Hierfiber s. Liter. 
GentralbL Nr. 11. 8p. 365—66. 

[443.] * Mänoires concemant la ville de Laval; par Frin du 
Gnjbontier. Manuscrit de la Bibliothdqne de Laval, publik par 
E. Horean. Laval, imp. Moreau. 16®. 19 8. 

GehM zur „CoDection de Documents historiques in^ts ou 
rares eanoeraant to Departement de la Mayenne.'' 



154 Litteratar nnd Miscellen. 

[444.] * PeintnreSy ornements, 6critnres et lettres initiales de 
la Bible de Charles le Chauve, conserv^ k Paris, pnbli^s par le 
Comte Auguste de Bastard. (Paris, impr. nationale. 1883. gr. in 
fo) Par L. Delisle. [Extr. de la Biblioth^qne de TJ^cole des 
Chartes, t. XLIV, 1883.] Nogent-le-Eotron, impr. Daupeley- 
Gouvemenr. S\ 18 S. 

[445.] * II Canzoniere di Pietro Jacopo De lennaro: codice car- 
taceo del XY secolo, pnbblicato per la prima volta, con prefa- 
zione e note di Ginseppe Barone. Napoli, tip. Morano. 1883. 
8». 428 8. Pr. 6 L. 

[446.] Anonymi de Sitn Orbis libri dno. E Codice Leidensi 
nnnc primnm edidit Maximilianus Manitius. Stnttgardiae, Cotta. 
gr. 8«. XV, 98 S. Pr. n. 5 Mk. 

Ueber den Cod. vgl. E Dümmler im Neuen Archiv d. Gesell- 
schaft f. ältere deutsche (beschichte. Bd. IV. S. 176 — 77. 

[447.] Aus Berlin rficken an der Königl öffentlichen Bi- 
bliothek die seitherigen Assistenten Dr. Ed. Paul Ippel u. Dr. Georg 
Herrn. Valentin vom 1. April an in Custodenstellen auf. 

[448.] Aus Bernburg erscheint in nächster Zeit im Ver- 
lage von J. Bacmeister ein „FQhrer durch die Elavier-Ünterrichts- 
Litteratur. Ein Wegweiser u. Bathgeber bei der Wahl geeigneter 
Musikalien. Herausgegeben von Hermann Wettig, inGotha.(Pr.c. 2Mk.j" 

[449.] Aus Frankfurt am M. ist der bisherige Bibliothekar 
der Strassburger Kaiserl. Universitäts- u. Landesbibliothek Dr. Fried- 
rich Ebrard vom 1. Mai ab zum Vorstand der Stadt-Bibliothek ernannt 
worden. 

[450.] Aus Hy^res findet sich im Techener*schen Bulletin 
du Bibliophile et du Biblioth^caire, Sptbr.-Octbre 1883. S. 455 be- 
richtet: „La municipalit^ de cette ville vient de fonder un mus^e 
et une biblioth^que dans le chäteau Denis. IJne commission admi- 
nistrative, sous la pr^sidence du savant docteur Jaubert, est chargee 
de rinstallätion, de Tentretien et du developpement des collections.'' 

[451.] Aus Kassel erscheint in nächster Zeit im Verlage 
von Ferd. Kessler eine „Bi^U<)^h®<^ Hassiaca. Bepertorium der 
Landeskundlichen Litteratur für den Preussischen B^ierungsbezirk 
Kassel. Bearbeitet von Dr. Kari Ackermann, Oberlehrer u. Biblio- 
thekar an der Bealschule zu Kassel. Pr. c, 2 Mk.'' 

[452.] Aus Kiel ist an der Universitäts-Bibliothek der Bi- 
bliothekar Dr. E. Steffenhagen zum Oberbibliothekar ernannt worden. 

[453.] Aus Leipzig steht in nächster Zeit im S. Hirzel'- 
schen Verlage das Erscheinen einer neuen Ausgabe von „Salomon 
HirzePs Yerzeichniss einer Goethe -Bibliothek mit Nachträgen u. 



Litteratur nnd Miscellen. 155 

Fortsetzung herausgegeben von Lndwig Hirzel, Professor an der 
üniYersiiät in Bern (c. 14 Bog. in 8®. Pr. 3 Mk.)" zu erwarten. 
Bekanntlich ist das Terzeichniss — wovon innerhalb der J. 1862 — 74 
drei Auflagen erschienen sind (s. Anz. J. 1875. Nr. 89) — seit- 
her nnr als Hanuscript gedruckt u. ausschliesslich zur Vertheilung 
in Freundeskreisen bestimmt gewesen, während die neue Ausgabe 
dem buchhändlerischen Vertriebe fiberlassen werden soll, um das 
den Litterarhistorikem unentbehrliche Werk auch weiteren Kreisen 
zugänglich zu machen. 

[454.] Aus London. Nach Angabe des ,,Newspaper Press 
Directory for 1884" erscheinen im Vereinigten Königreiche 2015 
Newspapera, nämlich 1578 in England (wovon 401 allein in London), 
80 in Wales, 181 in Scotland, 156 in Ireland u. 20 in British Isles. 

[455.] Aus London ist, wie in Fublish. Circular Fr. 1114. 
S. 158 sich berichtet findet, eine neue Ausgabe der Edward Edwards*- 
schen ,,Memoirs of Libraries*' in 3 Bden in Vorbereitung. Irrig ist 
die Angabe, dass die 1. Auflage davon 1865 erschienen sein solle; 
dieselbe ist vielmehr schon 1859 in 2 Bden erschienen, und 1865 
dann das andere Edwards'sche Werk „Libraries and Founders of 
Libraries" gefolgt. S. Anz. J. 1865. Nr. 392. 

[456.] Aus Mailand hat der Buchhändler Vinco Hoepli 
die Dantebibliothek des bekannten Dantophilen Pfarrer Dr. G. A. 
Scartazzini zn Soglio in Graubfinden angekauft, u. beabsichtigt, im 
Laufe des April einen Katalog davon zu veröffentlichen. Diese 
Dantesammlnngy die aus über 1300 Nrr. besteht, ist wohl die 
reichhaltigste derartige Sammlung, die in den Handel gekommen ist. 

[457.] Aus Mainz wird zu Ostern u. an den folg. Tagen 
von dem Gartenbau* Verein eine grosse Blumen-, Obst- u. Gemüsebau- 
Ausstellung veranstaltet und damit unter der Leitung des Buch- 
händlers Victor V. Zabem eine Ausstellung der einschlägigen Deut- 
schen Verlagslitteratur verbunden werden. 

[458.] Ans New York findet sich in „Publishers' Weekly" 
Vol. XXV. Nr. 4. S. 85—90. folg. üebersicht der N Amerikanischen 
Bficherprodnktion im J. 1883, verglichen mit der im J. 1882: 

1882. 1883. 

Fiction 767 670 

Law 261 397 

Theology and Eeligion 326 375 

Iuvenile Books 278 331 

Medical Science, Hygiene 188 211 

Educafcion, Langnage 221 197 

Poetry and Drama 182 184 

Biograi^y, Memoire 184 161 

Literaiy Histoiy and Miscellany 155 158 



156 Litteratur und Miscellen. 

Description, Travel 185 155 

Usefnl Arts 87 146 

History 118 119 

Social and Political Science 112 106 

Physicol and Hathematical Science 106 90 

Fine Arts and Illnstrated Books 91 75 

Hnmor and Satire 35 47 

Sports and Amüsements 28 22 

Domestic and Bnral 20 22 

Mental and Moral Philosophy 21 15 

Books of Beference 86 . . 

Mnsic-Books 21 , , 

3472 3481 
Zu bemerken ist, dass in der 1883 Liste die Books of Beference 
nnter verschiedene Fächer, sowie die Mnsic-Books unter Edncational 
n. Beligious vertheilt sind. 

[459.] Ans New York hat John Edward Haynes von seinem 
Bache „Pseudonyms of Authors" eine dritte Ausgabe, welche 28,000 
Artikel enthalten soll, in Vorbereitung. 

[460.] Aus New Tork hat die Firma J. W. Bouton einen 
neuen Katalog Nr. 70 herausgegeben, „which will contain the tiües 
of a remarkable collection of Byroniana, embracing books and Pam- 
phlets by, or relating to^ Lord Byron, comprising coUected editions 
of his works, early editions of bis separate poems, bibliographical 
memoirs, critical and historical notices of Byron and his conteropo- 
raries, translations in other languages, including many relating to 
the Pope-Bowles controversy, the Stowe scandal, &c., with many 
items that have been privately printed, or suppressed." 

(Publish. Circular Nr. 1114. S. 162.) 

[461.] Aus Bom sind seit der Inthronisation des Papstes 
Leo XUI. in Bezug auf den Verkehr des Publikums mit der Vati- 
canischen Bibliothek mehrfache günstige Wandelungen eingetreten, 
nicht nur dass unter dem Bibliotheks-Pr&fecten Ciccolini den Lesern 
erhebliche Erleichterungen zugestanden, sondern n. namentlicfa auch 
die Katalogarbeiten in regeren Fortgang gebracht worden sind. 
Hierüber s. Polybiblion, Pari littör,, Fövrier, S. 176. 

Beriehtignng. S. 35, Z. 6 von unten lese man: Anguste Ponlet- 
Malassis; par — S. 69, Z. 11 Stock, wie Z. 8 von nnten: Biblio^rrafla 
— S. 115, Z. 6 von unten: door — und Z. 8 v. u. ist zwar „1649/1712'' 
(wie anch S. 1 steht) richtig, aber der Katalogtitel hat: 1649/1612. 

D. Corr. 



Prnck von Job. FV«»\fti Vn \>i«»d«a. 



NEUER ANZEIGER 

für 

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft. 

HeranBgegeben Ton Dr. J. Petzholdt. 



Hai. 



1884. 



Inhalt: 

Zwei HandBchriftenkataloge aus dem Mittelalter. Von Prof. Dr. Hermann 
Ha^en. — Noch ein Wort über den von Tausenden und Abertausenden 
gefeierten Deutschen Dichter. — Aus dem Correspondenzkreise von Theo- 
logen mit dem König Jobann von Sachsen (Fortsetzung): Dr. L. Fr. Con- 
gtantin t. Tischendorf f. (II. Folge.J — Litteratur und Miscellen. — 

Allgemeine Bibliographie. 



[462.] Zwei Handschrifteokataloge aus dem Mittelalter*). 

Von Professor Dr. Hermann Hagen in Bern. 

Zu den in neuerer Zeit aus Handschriften publicirten alten 
Katalogen (vergl. diese Jahrbücher 1869, S. 510— -512, u. A. 
Wilmanns im Ehein. Museum XXni S. 385 ff.), deren culturge- 
schichiliche u. litterarhistorische Bedeutung nicht gering anzuschla- 
gen ist, bin ich glücklicherweise in der Lage zwei weitere hinzufugen 
zu können, die mir bei einer Musterung der Genfer Handschriften- 
sammlung aufgestossen sind. Von diesen befindet sich der zweite, 
nicht sehr umfangreiche n. auch weniger werth volle auf dem letzten 
Blatte des Cod. Gene?. 84, welcher das im 10. Jahrb. geschriebene 
Tierte Kapitel des Nonius enthält, von einer etwas spätem Hand 
(des 11. Jahrh.) geschrieben. 

Weit wichtiger aber ist der erste. Derselbe nimmt die drei letzten 
Seiten des Cod. Genev. 21 saec. VlII ein, von zwei Händen saec. X. 
geschrieben, wozu am Ende eine Hand saec. X. — XI. noch einen 
kleinen Nachtrag beigefügt hat. Dieser Codex enthält lauter Stücke 
von Beda, d. h. seine Commentare zur Apostelgeschichte, zur Apoka- 
lypsis o. zu den Briefen. Voraussichtlich war dieser Codex selber 
auch in dem darauf folgenden Verzeichniss aufgezählt, doch lassen 
dies die vielfachen Lücken des letztern jetzt nicht mehr mit Sicher- 
heit bestimmen. 

An dem Beispiel dieses Katalogs kann man so recht deutlich 
sehen y wie werthvoll derartige Documente für uns sind. Einmal 
werden wir durch denselben darüber belehrt, dass eine stattliche 
Jleihe von Autoren, deren Werke heutzutage zum Theil spurlos 



*) Mit Genebmigang des Heransg.^fl aus den ^^Jahrbüchern für clas- 
rische Philologie hrsg. von A. Fleckeisen. XXIU. Jahrg. 1877 oder der 
JahnMben JaSfbfteher f. Philologie u. Pädagogik CXV. Bd. S. 863-7 V 
abgedrofikt. 

\1 



158 Zwei Handschriftenkataloge aus dem Mittelalter. 

verschwunden sind, im 10. Jahrh. noch vorhanden war. Ich rechne 
hierher besonders die interessanten Titel Zeile 62 de carminibus 
theodisccie, Z.64 Mappa mundi in rotul, ferner sämmtliche Mediciner 
von Z. 67 an, auch die dicta Sihyllae Z. 99. Zweitens sind hier 
die Titel der Werke meist so umständlich angegeben — im Vergleich 
mit den beiden Bemer Katalogen u. dem zweiten Qenfer Terzeichniss 
— dass der Schluss wohl berechtigt ist, es seien dies eben die 
Titel der Hss. selbst gewesen. Dadurch gewinnen diese Bezeichnungen 
noch eine besondere Bedeutung, Drittens werden wir hier in eine 
äusserst gewählte Büchersamlung eingeführt, die an Vielseitigkeit 
u. Beichhaltigkeit für jene Zeit nichts zu wünschen übrig lässt 
Endlich aber hat der Genfer Katalog desshalb noch eine besondere 
Bedeutung, weil in demselben nicht, wie in den meisten anderen 
ähnlichen Schriftstücken, die verzeichneten Werke ohne alle Ordnung 
willkürlich hinter einander aufgezählt werden, sondern in ihm viel- 
mehr eine systematische Anordnung nach bestimmten Classen getroffen 
ist, welche fast dui'chweg mit peinlicher Genauigkeit durchgeführt 
wird. Im folgenden Abdruck sind die einzelnen Abschnitte, welche 
die Hs. selbst meist durch Uncialtitel von der Umgebung abhebt, 
sonst aber durch die Worte de libris oder de opuacuiia u. s. w. 
kennzeichnet, auch durch Spatien verdeutlicht Hiemach kommen 
in erster Linie (Z. 1 — 60) die Kirchenväter, Augustinus u. Hie- 
ronymus mit sämmtlichen Werken an der Spitze, an die sich Hila- 
rius, Basilius u. Excerpte aus denselben anschliessen. Die zweite 
Gruppe (Z. 61 — 65) führt uns mittelalterliche Schriften 
historischer Natur vor; in der dritten Gruppe (Z. 66 — 84) 
erscheinen die Mediciner; die vierte Gruppe (Z. 85 — 97) giebt 
uns eine Ergänzung zur ersten, nämlich Kirchenväter, die Werke 
des Ambrosius u. Cassianus. In der fünften Gruppe (Z. 98 — 104) 
werden vorläufig einige Grammatiker behandelt; die sechste 
Classe (Z. 105 — 114) giebt wieder Nachträge zur ersten, nämlich 
die Werke des Gregorius, Cassiodorus, Primasius u. A. In der 
siebenten Abtheilung (Z. 118 — 138) werden canones u. homi- 
liae aufgeführt. Es folgt als achte Abtheilung eine Aufzählung 
der Grammatiker (Z. 139 — 175). Daran schliesst sich als 
neunte Gruppe die christliche (Z. 179—191) u. endlich als 
zehnte die profane Poesie (Z. 197 — 200). Dass sämmtlichen 
Büchern, sogar den Kirchenvätern, der Tractat tl^ber die Orgel vor- 
angesetzt war, hatte für den Klostermann eine besondere symbo- 
lische Bedeutung. Die einzelnen Materien folgen einander nach 
dem Princip der grossem oder geringern Heiligkeit; dass die Bu* 
brik der Kirchenväter u. verwandter Schriften mehrfach die Ord- 
nung kreuzt, wie auch die Classe der Grammatiker an einer Stelle, 
hat seinen Grund entweder darin, weil der Schreiber zuerst auf 
separaten Blättchen das Zusammengehörige aufgezeichnet n« dann 



Zwei Handschriflenkataloge aus dem Mittelalter. 159 

bei der Abschrift in der Anordnung sich vergriffen hatte, oder es 
ist ein Zeichen Ar den allmählichen Zuwachs der Bibliothek. Auf 
welches Kloster ist nun diese ganz vortrefflich ausgestattete Samm- 
lung zurflckzuführen? Senebier, der Verfasser eines nur zu weit- 
schweifigen tt. nir Hauptfragen unbrauchbaren Catalogue raisonn^ 
der Oenfer U8S.-Sammlung (Genf 1779) weist bei der Beschreibung 
des Cod. 21 diesen alten Katalog, von welchem er ein paar ganz 
unzureichende Proben giebt, dem Kloster Morbach zu. Dies beruht 
aber auf einer missverstandenen, jedoch bei näherer Prüfung kaum 
missverstindiichen Notiz, welche sich auf der dem Katalog voran- 
gehenden Seite an einer zufüUig leer gelassenen Stelle befindet u. 
Ton einer Hand geschrieben ist, welche nicht älter als das 15. 
Jahrb. sein kann. Diese lautet: LegenUs arerU pro bartholomeo 
de Andolo AbbtxU Morbaeenai qui hunc et alioa plures com- 
parauit et renouauU anno MCCCCLVIII. Demnach hat der 
Abt Bartholomaens de Andolo von Morbach einfach diesen Codex 
sammt dem darin befindlichen Katalog irgoidwoher erworben u. neu 
einbinden lassen; mehr lässt sich aus diesen Worten nicht er- 
Bchliessen. Auch bei dem andern Codex, welcher den zweiten Ka- 
talog enthält, ist die Provenienz unklar, 

L 

Katalog des cod. Genev. 21 saec. X. 

pag. 1 eoh 1 (erste Hand saec. X.) 

DE FISTVLA 
DE LIBBIä BEiTI AÜGÜSTINI EPI 

D enangct scrmofi XXI 

codice sermones XXXIIII 

5 eiosd euaangt 

De sermone nte libronim et qoestionum 

in eoanget mathei et loc^ Üb. II 

De coDOoidk lib. III 

In epistol qnarandam propositionum Üb. I 

10 In epistulas (enangelicas? apoetolicaii.^) lib. l 

In apocalyptin sennones XYIII 
In pealmos a tricesimo osque XLmu 
Item a XLrimo primo usque in finem 
De täte Üb. XV 



1 DE FISTVLA] wahreekemUch der Traetat, todcher im Cod. Bern. 
Bd. 56 foL Ü.3 steH deeeen Anfang auch in einer Eimiedler Hs. tu 
finden Mi. — 8 wM m ergangen De oerbis eoangeiii. — 4 uxM tn er- 
gänaen: De uerbis apottoli I {oder eodem) codice sermnnes, — 9 gu er- 
aämten In epiitolam ad Bomanos qnarandam propoeitionum; der Titel 
Immtet Bonai ezpositlonte qnarandam propoeitionnm ex epistola ad Romanos 
über imns. •— 14 fw ergangen De trinitate. 

12* 



160 Zwei Handschriftenkataloge aus dem Mittelalter. 

15 De cinitate dei üb. XII 

De doctrina Xpiana lib. IUI 

epistolQ hieronimi dne ad panlinum 

De nuptiis lib. I et de adulteris coningi^s lib. II 

Betractationnm lib. II 
20 QoestioDom LXXIII (?) et contra adnersarinm 

et prophetaram üb. . . . . {!?) 

Contra maximianum arrianoram epm lib. II 

et responsionnm contra arrianos lib. I 

De disciplina Xpianomm sermo I et de bono patientiae 
25 sermo I et epytaphia pontificom romanomm 

De librifl confessionnm excerptos lib 

In epistolS iobann omel III (YII?) 

Qaestionam dinersarum et de libero arbitrio lib. I 

et altercatio cum felice arriomanit et de magistro lib. I 
30 De dinersis heredbns ad qaod nnlt deam lib. I 

et . . . . gil contra enticen lib. I (IIF) 

.... bono oirginitatiB lib . . . (I?) et de deccm sermo 

.et alii sermones eins paud in co^. 1 

.... essionnm sei angast et niceni condlii nee non et M 

35 ... . ieronimi gregorii nee non atbanasii ambrosii angnstini 

.... decretal gelasii in codice I 

DE LIBRIS BEATI HIERONIMI 
In esaiam explan a capite lib. V 
it in esaiam lib. VIII 
40 in hieremiam lib. VI 
in ezecbiel lib. VI 
in daniel expl. II . . . nol 



17 die epistulae Hieronymi gehören eigentlich nicht in diese Reihe 
der Augustimschen Schriften, sind jedoch woM desshaXb darin aufge- 
nommen worden, weü meistens die Briefe des Hieronymus u, Aug%uti' 
nus in einem Bande vereinigt sind, wie z. B, im Cod. Bern. 197. — 
18 De nnptiis] sonst De nuptiis et concupiscentia libri II ad Yaleriam 
Comitem. de adulteris coniugiis] sonst de adulterinis coniugüs ad Pol- 
lentium libri duo. — 20 Qaestionaro] sonst Responsiones ad quaestiones 
LXXXIII sive de diversis quaestionibus. contra aduersarium] tu ergangen 
legis %Md lib. 11. — 22 Contra maximianum] sonst CoUatio cum Maximino 
Arrianoram episoopo libriqae duo contra eundem. — 23 responsionnm 
sonst contra sermonem quendam Arrianorum. — -24 de bono |)atientiae' 
sonst de patientia. — 26 De libris] also Excerpte aus Auaustinus, der- 
gleichen schon frühzeitig angelegt wurden, ver^l. die Coad. Bern, 212 
u, 234 saec. X. — 28 Questionnmj sonst de diversis quaestionibus libri 
duo. de libero arbitrio] sonst libri III. — 29 altercatio] sonst de actis 
cum Felice Manichaeo libri duo. — 30 sonst De haeresibus ad QaodTult- 
deum über. — 32 lies De bono uirginitatis, sonst de sancta TirginiÜLte. — 
34 lies Confessionum sancti Augustini et fidei Niceni t». s. t(7, — r 88 sonst 
sind es 18 Bücher in Esaiam. — 41 sonst 14 Bücher. 



Zwei UandschrifbeDkataloge aus dem Mittelalter. Itfl 

pag, 1 tfol. 2 

in ecclesiasten comment .... 

in psalmos qnosdam 

46 in epistolas 

in epiitolas ad philo 

monem explan lib . . . . (I?) 

contra adüinanum (?) lib. II setinm {jf) 

ad pamaohiom 
^ nirorom inloatriom hieronimi et gen 

nadii epi maasilienatB opi 

albini de trinitato lib. m 

de SCI HILABII epi 

contra arrianos de fide lib 

65 de libri8 badli epi omt 

de dia de ieinnio (qnodam?) 

lib necessarie ammo .... onis 

loquia 

Bcintillanun nol. I 

de trinitate sententiQ patmm nol. I 

(smU Hand, ehenfäUs 9aec. X) 

Chronica gpregorii tnronenais nl. II 
de carminibns theodiscae nl. I 
nita canonicomm nl. I 
Mappa mnndi in rotnl. I 
fö nita et gesta Karoli nl. I 

DE Lib MEDICINAE ABTIS 
Periafegmonis de podtione et statn 
membromm lib ... . 
galieni lib. II 
70 alezandri Üb. III 



60 



43 Hei eommentarii. — 44 in psalmos] Tractatns VII in psalmos 
I— XVI» van Hierofiymus de viris tlmttribus 135 eitirt, werden aU ver- 
loren beMeiehnet. — 45 Commentaire tu den apostolischen Briefen werden 
mir aenaiMü mr ep. ad Philemonem, ad Galatas libri III^ ad Ephesios 
a. ad Utom. — 49 sonst Apologeticns ad Pammachinm pro libris aaversns 
loTiniannm. — 50 <f . A. Hieronymns de Yiria illnstribns u. die gewöhnlich 
damit verlmndene Fortsettunf des Crennadius. — 52 sonst Aicnini de 
ilde sanctae et individnae trinitatis libri tres. — 53 lies do libris. — 
64 Mappa] die Peu^Utgersche Tafel? — 65 Eünhard? — 69 GaUeni] 
irgmid eine krf. Uebersetsuna einer SchHft OaUns, dergleichen ja noch 
wukre exisüren, m. B. tm Cod, Bern. 611, eäirt in meinem Programm 
über üribasins, Bern 1875, — 70 Alexandri] eine aUe Lateinische Ueber- 
setsrnng von Jlexasider von I^roMesBeQansvtutov. 



162 Zwei Handschriftenkataloge aus dem Mittelalter. 

Uindiciani lib. m 

de olei confectione . . . . in cod (I?) 

herbarius apolei plato 

nici lib iu cod. I 
75 E docmatici lib in cod. I 

.... confectione mala^anim 

d . . nun et emplastonim et dict . . . 

medicinae in cod. I ! 

epistl nindidani et 

80 democriti et excerptiones de 

medidnalibus I 

.... excerptorum de 

pag, 2 coh 1 

nt m 

Fablii negati BEnati molomedidnae 

85 de lib sei ambrosii epi 

de fide lib. IUI in cod. I 

de officÜB ministroram lib in cod. I 

contra hercticos lib. I et epistol eins dnae 

ad nalentiniannm irop in cod. I 
90 IN epifltol ad romanns (so) nl I 

exameron nl. I 

de lib cafidani FBm 

de canonico orationnm atque psalmornm modo lib. III 
institntionam lib. I et de octo nitiis principalibns 
95 et eomm remedüs IIb. YIII in cod. I 

Item de einsdem rebns idem ac totidem 
li .... in codice altero 

De temporibns et cbonica' (so) et de dialectica 
aristotelis lib. I et dicta sybillQ in cod. I 
100 de ortographia lib. I in uol. I 

de stica ge . . . . 

über .... (nnus?) in codice I 

71 davon ist nur noch der Dedicaiionsbrief (nach TcuffeVa Rom. 
L.'G. 2, Aufl. 8, 983, 3) im sog. MarceUua erhalten. Doch s, Z. 79, wo 
die epistala Vindiciaui nebst anderen noch besonders aufgeführt totrd. — 
86 de fide] sonst de fide Hbri Y ad Gratianam Augnstnm — 86 sonst 
Ubri tres. — 88 vieUeiM das von Bahr chrisÜ. Litt. 8. 157 als unecht 
bezeichnete Werk de fide ortbodoxa contra Arrianos ? — 90 vielleicht das 
von Bahr a. a. 0, 8. 157 als unecht beseichnete Werk commentarias in 
Jlil epiatolas beati Pauli ? — 92 PKin ] lies presbjteri. — 94 institutio- 
num] sonst de institutia coenobiorum libri XII. de octo nitiis] sangt 
do octo principalium vitiomm remediis. — 99 dicta Sibyllae) etwa eine 

Aütoriscne SibyUe, wie die im Cod. Bern. A, 9 entdeckte u. wm 

-Ä Usinger im Archiv X. 8. 621 ff. WoiMgegebene? 



Zwei Handscbriflenkataloge aos dem Mittelalter. 163 

metrica rationen IIb. I et alenini de 
gramatica lib in eod. 1 

105 de natiiris rerum et ad gregorü de con 

cordia eoangt et episti pavli et Bino 
nima in ood. I 

de lib nne opoati cassiodori psalmonim 
ezplanat in not III 

110 de opnicol primasii 

In apocalipdn explan lib. V ... . snpra in co(t. I 

de opnscol dpii 

opnscot sd gregorü 

pap^ in eod . . . . 
pag. 2 eol. 2 
115 



GANON^et dogmal gen 
nadti epi et enigmat 

120 nmfoni in cod. I 

Canonam not. YII 
Omel nl lennoBa scomm 

collect ... ad 

gnlas ÜBBtinit 

125 nolnmina IUI 



130 

ex dinersis log 

dioinae 

135 

in cod. I 

ns rebna 



• ••*.• 



106 atoonima] mii t weäar Ciceronii odw Iddori. — 109 fu ergämeH 
H cantid canticonun, obwM diese Schrift von Bahr a. a, 0. 8, 420 fikr 
umeM fd toH w i wka, — 115—117 waren möglicherweise gar nie be- 
schrieben, — 128 fN ergänsen collectae ad singnlas {eBUxataV«&. — \^1 
m erg ätum De diaenk rebae, verfi. «ft^en Z. 191. 



164 Zwei Handschriftenkataloge aus dem Mittelalter. 

De lib ARTIS GRAMATIC .... 
140 Prisciani libri sillab ex 

diaersiB auctoribos (?) lib. X . . . et . . . 

(coningationibus? conionctionibas?) lib in cod. I 

Item prisdani de littera et sytt 

et de octo partibus oratioms 
145 et de constructione lib .... (II?) 

pompei . tractatos .... 

in (cod. I?) 

Item 

p<ig. 3 cöl, 1 



150 

.... isidor .... 

in cod .... 

de octo par 

et differentianim 

155 spirital encherii 

in cod 

Item donatt et isidori de octo parÜbns 
p indeclinabi 

libos ars m 

160 petri donati et 

glosae in cod. I 

Item nm de naturis 

prisciani de partibas 

ars me . . . or . . bedae 

165 ....... etror 

Item eiosdem de scem 



153 de octo] ioohl auch von Isidor, vergl, wiUn Z. 157; danach 
wären die differentiae wohl auch die des Isidor; oder solUen es die von 
Oothofredus a^M Cod, Bern, 224 herausgegebenen sein (vergl. Anecdota 
Helvetica praef, 8. CXX, f,), da in dem nämlichen Codex auch die 
hier gleich folgenden glossae spiritales Encherii stehen? — 157 isidori de 
octo partibus] entweder ein Excerpt atM den orifrines, wie ein solches 
aus Cod, Bern. 207 in den Änecd Helv. S, XXX beschrieben ist, oder 
eine eigentliche ars, wie sie durch die von mir ebenda 8. CCLV f, tu- 
sammengestellten, nicht mit den origines stimmenden Isidorcitate wahr- 
scheinlich gemacht wird. — 160 petri] der in den Anecdota Helvet, 
8. XCVI f. u. 8, 159—171 besprochene GremmoHker. — 161 glosae] 
nicht ein Donaicommentar, sondern einfach ein Glossarium, dergleiehen 
^fewöhnlu^ den Titel glosae tragen, wie z, B, im Cod, Bern, 224, — 

JS4 ars] memori&Ha? — 165 zu ergcmzen de ratione metronim, — 166 

/tos de scemaübuB. 



Zwei Handschriftenkataloge aas dem Hittelalter. 165 
Ortografia 

170 Item et pompeii et petri in uL I 

lib gramatioe artii de lit 

et de atem in ödem (to) cod . . . . (p?) 

fationes psalteriüm 

. . . i • . par end et 

175 lib 

pug, 3 eol 2 



lib. in metr .... 

M etmm bedae prbi de .... aa ... . dber .... 
IBO epi lib. I. Metrun adhelmi de lande nirgifi 

Üb. I in cod. I 

Item metnun innenci pribi iamb 

Sedolii operie pasehal lib. 1 

prosper qnoqne 

185 Item et ex 

ac b cod . . . 

lib nm 

Metmm panli lenita .... in felicis lib . . . 

in cod. I. Metmm aratoris de actibne 
1^ apostolids lib. 11 et metrnm pmdentii 

de dinersis rebns in nl . . . . 

lib einsdem (f) 

lib a . . • 



195 



Item nirgilii georgiconun lib. HI (9o) 
et ^neid lib. VI in cod. I 
Teon ärüter Hand, saee. X— Xi; 

Item nirgilii georgicomm lib. II . . . 
200 Item nirgilii. 

IL 
Katalog des cod. Genev, 84 saec, XI. 

I Dd narÜs dgnificationibQ lettenT (so) 
II Indicnlos capitnlns inli solini rern ooUectanen 



168 die Nähe des Namens Beda läest vermuthen, dose die sogen, 
Orthograpbia ^henfaüs von ihm herrÜhrU: es ist dies wohl der aus 
jüngeren Hdsehr. unter seinem Namen bekannte Traetat, der also schon 
iamdU Sedas Namen trug, 

1 eUea em Dractai tote der inAnecd. Hein. 8, 302 ff.lMrcMagtQ^b««^, 



166 Zwei Handschriftenkataloge aus dem Mitiulalier. 

111 palladii nitili taari emiliani uiri inl. op* acricalture 
im fabnle gentiliu fnlgeDci 
5 y üb anticora 
VI lib dceronis 
Yll lib glosard sentei (so) 
YIll lib caroli de oficüs 
Villi proeminm macrobii ftbrosii 

parte sednlll 

10 X lib cum sedalio (so) 
XI an niercarii iapif 
XII lib isidori innioris 
Xin lib Macrobii satamn 
Xllll ortografia isidori 
15 XV isagoge porfirii 
XVI patricii simaco 
XVII oita corascii 

boetii uiri maetillii (so) 
exposiscio sermonam anticornm 
20 lib nirgilii 

De orasdone domca. 

[463.] Noch ein Wort fiber den von Tausenden und Aber- 
tausenden gefeierten Deutschen Dichter*). 

Sang- u. klanglos, wie er ?on Dresden ausgezogen war, ist 
der von Tausenden u. Abertausenden gefeierte Deutsche Dichter, 
nach einer Abwesenheit ?on 18 Jahren, in Dresden auch wieder 
eingezogen. So mancher Tag nach seiner Bückkehr ist Yorflber- 
gegangen, ehe die Dresdner erfahren haben, dass der „Dritte" im 
Bunde von Goethe u. Platen in ihrer Mitte weile, u. es würden viele 
gewiss noch lange ohne Ahnung davon geblieben sein, wenn nicht 
unter den Tausenden u. Abertausenden auch Einer in Dresden ge- 
wesen wäre, der in der „Offenen Loge" — einem Vereine zur För- 
derung der Mitglieder in ihren litterarischen, wissenschaftlichen u. 
künstlerischen Bestrebungen u. zur Vertretung der Interessen der 
Deutschen Schriftsteller — auf den von seinem grossen Italienischen 
Triumphzuge nunmehr heimgekehrten Dichter aufmerksam gemacht 
u. denselben mit einer besonderen, allerdings, wie ich denke, Ton 
den Dresdnern kaum sehr sympathisch aufgenommenen Ovation 
begrüsst hätte. Si tacuisset — so hätte er ohne Zweifel dem 



5 Nonius? Fulgentius? Der Codex enthalt das vierte Buch des 

Nonifis, — 8 caroltj verschrieben oder falsch gelesen staU ToUiiP — 

14 ortografia isidori^ ein Excerpt aus den origines, toie es z. B, im Cod, 

Bern. 522 in Verbindung mit einem andern verwandten TraeM vor^ 

Ä^// wr^l Anecd. Helv, 8, XLI. CXXXVIL 

V 8. Anz. J. 1883. Nr. 667 u. 169. 



Noch ein Wort Aber d. t. Tausenden gefeieiien Deutschen Dichter. 167 

Dichter, dem auf Dresdner Boden wohl kaum ein Lorbeer grünen 
wird, einen bessern Dienst erwiesen. Und dass ihm auf Dresdner 
Boden wohl kaum jemals ein Lorbeer grflnen werde, das weiss 
der Dichter jedenfalls am besten. Zudem braucht er aber auch 
deren nicht, da ihm, wie sein Freund Gustav Jentsch ja zu er- 
zählen weiss, Italien so yiel davon u« in HflUe n. Ffllle gespendet 
hat^ dass er damit vollauf zufrieden sein kann. 

Lorbeer allein reicht freilich zum Leben nicht aus. Desshalb 
ist der Dichter dem Yerlagsbuchhändler Heinrich Klemm besonderen 
Dank schuldig, dass sich dieser ins Mittel geschlagen n. ihm bei 
seinem Bibliographischen Museum eine mit Goldgehalte verbundene 
Stellung angewiesen hat Allerdings fragt es sich, ob der Dichter 
diese Stellung auszufallen u. sich zu sichern im Stande sein wird, 
da sich in der Jentsch*schen Schrift unter dem Wüste von Lobes- 
erhebungen des Dichters nichts vorfindet, was darauf hinweist, dass 
der Dichter auf dem bibliographischen Gebiete sich bereits ver- 
sucht u. insbesondere irgend etwas namhaftes geleistet habe. Und 
doch gehört gerade zu einer Stellung bei dem Museum solcher 
bibliographischen Schätze, deren Besitz Klemm sich rflhmen darf, 
lediglich ein Mann, der mehr als ein gewöhnlicher Bibliograph d. h. 
ein Katalogverfertiger zu leisten im Stande ist. Freilich sollte 
man wohl glauben, dass Klemm, als Sammler u. Besitzer des Mu- 
senms, von dem hohen u. eigenthflmlichen Werthe der einzelnen 
Bestandtheile desselben gehörige Kenntniss haben u. daher wissen 
mllsse, welche bibliographische Kenntnisse er bei einem Manne vor- 
aoszosetsen habe, dem er eine Stellung bei seinem Museum anver- 
traue, n. von dem er dabei eine erspriessliche Wirksamkeit er- 
warten könne; allein, falls man Schiller trauen, darf, ist der Dichter 
bei der Tertheilung der Erdengüter, weil zu spät gekommen, leer 
aosgegangen, n. hat nur noch in Jovis Himmel, wo bekanntlich 
zur Betreibung bibliographischer Studien keine Gelegenheit geboten 
ist, ein Schriftstellerheim gefunden. Indessen — man könnte sich 
täuschen, n. unter den vielseitigen Begabungen, von denen sich der 
Dichter behaftet glaubt — denn er ist es doch wohl selbst^ der 
sich bei Empfehlung seines Projektes, eines Heims f&r Einjährig- 
Freiwillige, „einen vielseitig gebildeten, weit- u. sprachkundigen 
Gelehrten u. Pädago^en^ nennt, der an die Spitze dieses Heims 
treteti werde — gehört vielleicht auch die bibliographische. Voll- 
giltiges Zeugniss davon zu geben, dazu bietet die Stellung an dem 
KIemm*schen bibliographischen Museum die passendste Gelegenheit 
schon dadurch, dass es zunächst u. vor allem gilt, an Stelle des 
von Klemm selbst gefertigten „Catalogs der [Dresdner] Ausstellung 
seltener kirchenhistorischer Manuscripte u. Druckwerke'**), der 



*) & Am. J. 288S. Nr. 1187. 



168 Noch ein Wort über d. v. Tausenden gefeierten Deutschen Dichter. 

zwar für die Zwecke der Ausstellung u. als Führer der Besucher 
derselben ausreichend sein mag, fachwissenerchafUichen Ansprüchen 
aber nicht genügt, einen wie den streng bibliographischen Anfor- 
derungen entsprechenden, ebenso des hohen wissenschaftlichen 
Werthes der Sammlung würdigen Katalog zu bearbeiten. Hie 
Bhodus, hie salta? 

Ich habe mir erzählen lassen, selbst gesehen habe ich es 
freilich nicht, dass der Dichter, behangen mit vielen Dekorationen, 
die er aus dem mit Lorbeer so reichlich gesegneten Italien mit- 
gebracht, bei Gelegenheit der Dresdner Ausstellung der Pracht- 
stücke des Klemm'schen bibliographischen Museums neben dessen 
Besitzer selbst die Bolle eines Cicerone mit gespielt habe. Dem 
Dresdner Publikum gegenüber, dem ja doch wohl die allergrösste 
Anzahl der Besucher jedenfalls angehört haben wird, würde ich 
ein solches Auftreten des Dichters als eine sehr unzeitige Osten- 
tation kennzeichnen müssen. Das Dresdner Publikum, welches zwar 
das Dresdner Vorleben noch in ganz gutem Gedächtnisse hat, ist 
aber über den Werth der meisten Italienischen Dekorationen u. 
noch mehr über die Verdienste, um derentwillen diese Dekorationen 
verliehen worden sind, wohl zum überwiegenden Theile in ünkenntniss; 
denn was ein Mann gethan haben muss, um z. B. zum Ebren- 
ofßzier der FrätellanzU militare in Santa Croce sulV Arno, oder 
zum Comthur des Melusinen-Ordens, oder zum Grosscomthur des 
Italienischen Weissen Kreuzes, oder gar noch zum Grosskreuze des 
Erlöser - Ordens von Jerusalem*) ernannt zu werden, davon hat 
sicher keiner der Dresdner Besucher der Ausstellung die geringste 
Ahnung gehabt. Und ebenso wenig Ahnung dürfte das Dresdner 
Publikum davon gehabt haben, wodurch der Dichter überhaupt be- 
rechtigt worden sei, die Rolle eines sachkundigen Cicerone zu spielen. 

Nachdem ich bereits die vorstehenden Mittheilungen über den 
Dichter abgeschlossen hatte, ist in dem Leben desselben, wie ich 
höre, wieder eine Wandelung eingetreten, in deren Folge ich mich 
veranlasst finde, den Mittheilungen noch ein Nachwort beizugeben. 
Ich höre, dass der Dichter seine Arbeiten im Elemm*schen Biblio- 
graphischen Museum eingestellt habe, u. Dresden zu verlassen ge- 
denke, um nach Norddeutschland „nach Brod*' zu gehen, u. dort 
zu diesem Zwecke litterarische u. improvisatorische Soireen zu ver- 
anstalten. Ein Verehrer des Dichters meint, dass derselbe von 
seinen glänzenden Improvisationstalente in der kürzlich erst ver- 
öffentlichten „Blitz, Bomben u. Granaten" betitelten Broschüre**) 



*) S. Dresdner Zeitung 1884. Nr. 42. 

**; ,,BJJtz, Bomben und Granaten. „Vorwärts mit Gott für Konig, 
Kaiser und Vaterland.'* Ernste und MÜx« Zeitgedichte von Professor 
SobtLDz in Dresden. Dresden, lAteiat. ^«\ä. \ä^. ^i^l» ^Iäuä 
Selbstverlag, gr. 8^ 40 S." 



Ao8 d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 169 

einen neuen Beweis gegeben habe, ich für meine Person möchte 
jedoch glauben y dass diese Art ordinäre Tingeltangelei, wie sie 
dieses eines Dichters als des dritten im Bunde mit Goethe a. 
Platen durchaus unwürdige, von Selbstüberhebung triefende Schriftchen 
aufweist, nicht dazu angethan sei, bei einem anständigen Publikum 
Erwartungen auf besondere poetische Hochgenüsse in den Soiräen 
rege za machen. J. P. 

[464.] Aus dem Correspondenzkreise TOn Theologen mit 
' dem Konig Joliann Ton Sachsen. 

(Fortsetzung.) 

Dr. L. Fr. Oonstantin v. Tisobendorf f. 
Geh. Hofrath u. Professor an der Universität Leipzig. 

7. Memorandum, die Septnaginta betr. 

Ein überaus merkwürdiges Monument des vorchristlichen 
Alterthnms ist die Alttestamentliche Uebersetzung der LXX Dol- 
metscher. Nachdem schon vor Chr. ihr Ursprung ins Gebiet des 
Wunderbaren gezogen, wie ihn auch Josephus und Philo erzählen, 
gewann sie die höchste Autorität dadurch, dass die Apostel daraus 
schöpften, ja bisweilen mit Widerspruch des Hebräischen Textes 
wichtige dogmatische Belege daraus entnahmen. Die ältesten und 
bedeutendsten Kirchenväter bestätigten die Autorität des Griechischen 
Textes; der offizielle Gebrauch in der Kirche, sowie die Ueber- 
tragnng in die Lateinische und viele Orientalische Sprachen schloss 
sich daran. Und obgleich das Uebersetzungswunder an Hieronjmus 
einen starken Zweifler fand,, worin ihm die neuere Theologie gefolgt 
ist,' 80 ist doch dem Texte selbst, zumal durch sein bedeutungs- 
volles Yerhältniss zum Neuen Testament, die höchste Wichtigkeit 
für die christliche Kirche auf alle Zeiten hinaus geblieben. Dies 
bewies denn anch die Bömische Kurie, als im Jahre 1587 der 
Papst selbst eine Ausgabe dieses Textes veranstaltete. Diese Aus- 
gabe gewann seitdem in der gesammten Kirche, und zwar mit 
Becht, vor den übrigen Ausgaben die weiteste Verbreitung. Den- 
noch ist sie in hohem Grade unzureichend, wie ebenso leicht nach- 
weisbar als längst anerkannt ist. Diesem Anerkenntniss steht aber 
die Ueberzeugung zur Seite, dass es der christlichen Kirche und 
allermeist ihren gelehrten Vertretern zum nicht geringen Vorwurfe 
gereicht, die Aufgabe einer gewissenhaften Textbearbeitnng der 
LXX bis jetzt so sehr vernachlässigt zu haben, dass von katho- 
lischer (z. B. von Scholz: Einleitung 1845) wie von protestantischer 
(z. B. von de Wette: Einleitung 1845) Seite ebenso die ausser- 
ordentliche Misslichkeit alles bisher Geleisteten als die dringende 
Pflicht einer durchgreifenden Abhilfe ausgesprochen worden ist. 
fragt ee sich nnn, was hierzo geschehen muss, so ^Tgv^\)\. «vOdl ^<& 



170 Aus d. CorrespondeDzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 

hauptsächlichste Aufgabe eine neue gewissenhafte Ergründung der 
ältesten und wichtigsten Textesquellen , um so mehr, da der dnrch 
Englisches Gtold» aber nicht durch Deutsche Gründlichkeit kostbare 
Apparat bei Holmes nach meiner eigenen Erfahmng so mangelhaft 
ist, dass zunächst davon gänzlich abgesehen werden mnss. Diese 
Quellenbearbeitung erfordert: 1) dass die ältesten noch vorhandenen 
Codices der LXX sorgfältigst verglichen, zum Theil kopirt nnd als 
Kopien veröffentlicht werden; 2) dass alle Ueberreste der ältesten 
d. 1. der Lateinischen Uebertragung von den LXX von neuem auf- 
gesucht und bearbeitet werden; 3) dass den hexaplarischen Frag- 
menten neue strenge Nachforschungen gewidmet werden; 4) dass 
die Gitate aus den LXX bei den Kirchenvätern vor Origenes ge- 
wissenhaft benutzt werden. Den ersten und entscheidenden Schritt 
hierzu bildet eine Bereisung der in Betracht kommenden Europä- 
ischen Bibliotheken, sowie im Anschluss daran eine Bereisung der 
Orientalischen Klöster und der des Berges Athos. Während hier- 
bei, besonders fQr die Forschungen auf den Europäischen Biblio- 
theken, das Ziel emer Textreform der LXX maassgebend bleibt, 
gelten als untergeordnete Zwecke: 1) Sammlung aller noch unbe- 
kannten AlttestamentUchen Pseudepigraphen und Neutestamentlichen 
Apokryphen, sowie Nachstudien über alles bekannte dieser Art; 
2) Nachforschungen nach den so seltenen Dokumenten f&r die 
Apostolischen Väter und die nächstfolgenden Kirchenväter; 8) Voll- 
endung meiner Vorarbeiten für eine neue Griechische Paläographie; 
4) Ergänzung meiner dokumentlichen Forschungen für das Nene 
Testament. Bei der Bereisung der Orientalischen und der Athos- 
Klöster wäre ein guter Katalog der dortigen grossentheils erst 
durch mich bekannt gewordenen Bibliotheken eine Arbeit von on- 
zweifelhafter Bedeutung. Daneben gälte es zugleich der Erwerbung 
alter kostbarer, besonders Griechischer Handschriften. Von allen 
Einzelheiten, die ich zur Verbürgung des grossen Erfolges der be- 
absichtigten Forschungen im voraus weiss, hebe ich nur Eins her- 
vor. Das ist ein Griechisches Ms. von gleichem Alter mit mdnem 
Codex Friderico-Augustanus „omnium qui in Europa supersunt anti- 
quissimus'^ Dieses unschätzbare Kleinod, das ich 1844 unter 
weggeworfenen Klosterfragmenten entdeckte, enthält den ganzen 
Jesaias, die Bücher Tobias und Judith, sowie sämmtliche Bücher 
der Maccabäer: lauter Schriften, für welche wir überaus arm an 
alten Urkunden sind. Wäre die Erwerbung des Originals selber 
unmöglich, was ich keineswegs fürchte, so wäre schon eine genaue 
Abschrift davon eine hinreichend lohnende Frucht einer Orientalischen 
Beise. Soll ich noch näher die wissenschaftliche Wichtigkeit des 
Unternehmens für die LXX bezeichnen, so ist ebenso auf das 
kirchliche Interesse in historischer wie in dogmatischer Beziehung 
hinzuweisen, als auch und besonders auf das philologische Interesse. 



Aus d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 171 

Das letztere bezieht sich anf die Griechische Sprachforschnng über- 
haupt und das Neue Testament insbesondere. Die Grammatik der 
LXXy erst dann Yollkommen möglich, steht in engster Beziehung 
nüt der Neutestamentllchon Grammatik, der einzig sichern Grund- 
hige der Auslegung des Neuen Testaments. — Bezüglich der Beise- 
ausfühmng gestatte ich mir noch diese Andeutungen : Die Bereisung 
der Europäischen Bibliotheken lässt sich vollkommen mit drei Jahren 
erschöpfen. Bei einer akademischen Anstellung mit 1500 Thlr. 
bedfirfte es dafür höchstens eines jährlichen Zuschusses von 1000 
Thlr. Die Beise in den Orient verlangte etwa 2000 Thlr.; etwas 
weniger die auf den Athos. Für das kostbare obengenannte Ms. 
würde jedenMs eine Dispositionssumme von 2 — 3000 Thlr. ge- 
nügen; nach meinen gemachten Erfahrungen kann die Erwerbung 
mit weniger als 1000 Thlr. gelingen. Für die Erwerbung sonstiger 
Mss. wäre mit 2 — 8000 Thlr. gewiss sehr viel erreichbar. Noch 
erwähne ich, dass bei der späteren Verarbeitung der gewonnenen 
fiesnitate zum Drucke keineswegs Veranlassung zu besonderer 
B^giemngsunterstützung zu erwarten steht. Im März 1850. 

8. Den nämlichen Gegenstand betr. 

In tiefster Ehrfurcht habe ich die Ehre, Ew. Königl. Hoheit 
mdne Ausgabe der Septuaginta zu Füssen zu legen. Möchte es 
mir mit der Arbeit gelungen sein, dem so bedeutungsvollen Grie- 
chischen Text des Alten Testaments einen guten Dienst zu leisten, 
und das Studium desselben von neuem kräftig anzuregen. Wie sehr mir 
die gründliche Verfolgung dieser Forschungen am Herzen liegt, habe 
ich in dem Entwürfe ausgesprochen, den der Präsident v. Lungenn 
vor m^en Monaten Ew. Königl. Hoheit dargelegt hat. Im Ver- 
trauen auf die mich seit langer Zeit so hoch auszeichnende Huld 
meines erlauchten Beschützers wage ich jetzt, es unterthänigst zu 
wiederholen^ wie glüddich ich mich schätzen müsste, gelänge die 
AnsfÜhning meines beabsichtigten neuen Bibelunternehmens unter 
der gnädigen Bevorwortung Ew. Königl. Hoheit. Zu dieser Wirk- 
samkeit, die wennauch unter viel Beschwerden wichtige und 
danemde Erfolge verspricht, drängt es mich um so mehr, je weniger 
mir in meinem hiesigen Verhältnisse ein erfolgreicher akademischer 
Wirkungskreis erreichbar gewesen. So bitte ich unterthänigst, mit 
meinem Buche als einem schwachen Ausdrucke inniger Huldigung 
und dankbarer Ehrfurcht auch die o£fene vertrauensvolle Darlegung 
meines grossen Anliegens mit gnädiger Nachsicht aufhehmen zu 
wollen etc. Leipzig, am 4. Trinitatissonntag 1850. 

(SchlosB folgt.) 



172 Litteratur und Hiscellen. 

Litteratnr und Hiscellen. 
Allgemeine«. 

[465.] Centralblatt für Bibliothekswesen hrsg. von 0. Hartwig 
und K. Schulz. I. Jahrg. (S. oben Nr. 348). 

Enth. im 4. Heft vom April: S. 133—51 Ein Codex 
Coryinianus in der Universitätsbibliothek zu Göttingen, von 0. y. 
Gebhardt — S. 151 — 54 Einige seltene unbeschriebene Einblatt- 
drucke zur sächsischen Geschichte des 15. Jahrhunderts. Ein Bei- 
trag zur Buchdrucker-Geschichte Magdeburgs, von Max Hgenstein 

— S. 154 — 57 Personal verzeichniss deutscher Bibliotheksbeamten. 
Angefertigt auf Grund amtlichen Materials. (Fortsetzung) — S. 
157—59 Nekrolog für das Jahr 1883. Von Dr. A. Graesel — 
S. 160—62 Mittheüungen aus und über Bibliotheken — S. 163— 65 
Becensionen und Anzeigen — S. 165 — 68 Vermischte Notizen — 
S. 168 — 71 Neue Erscheinungen auf dem Gebiete des Bibliotheks- 
wesens — S. 171 — 72 Mittheilungen aus dem antiquarischen 
Buchhandel — S. 172 Personalnachrichten — Eine Tabelle: 
Benutzungsstatistik der Kaiserlichen Universitäts- und Landes- 
Bibliothek Strassburg. Mitgetheilt von dem Oberbibliothekar Dr. 
Barack. 

[466.] The Library Journal Official Organ of the American 
Library Association. Vol. IX. (S. oben Nr. 349.) 

Enth. in der Febr.-Nr. 2: Editorial (Suitable Library 
Buildings) — W. J. Fletcher, a Few Words with the CoUaborators 
on the Co-operative Index — American Library Association (Index 
to General Literature) — B. ß. Wheatley — James M. Hubbard, 
how to üse a Public Library — The Proposed Library Building 
in Washington — Gifts and Bequests — Library Economy and 
History — Bibliography — Anonyms and Pseudonyms — 
General Notes. — Supplement: Co-operative Index to Gurrent 
Periodicals. 

Nachträglich: Die Decbr.-Nr. 12 des VIIL Bdes vom J. 1883 
enth. : Editorial (the Proposed Index of Essays ; Koopman*s System 
of Numbering) — The Library Handbook — Libraries and Disease 

— A Library in Ruins — Library Economy and History — 
Bibliography — Anonyms and Pseudonyms — Notes and Qaeries 

— Literature for the Young — Library Purchase List — General 
Notes — Supplement to the Library Journal. Co-operative Index 
to Leading Periodicals edited ty W. I. Fletcher Librarian of 
Amherst College. 1883. Hierüber ein Begisterheft zum Jahrg. 1883. 

[467.] The Library Cbronicle A Journal of Librarianship 
& Bibliography. Vol. I. Printed and publisbed for the Library 
Association of the United Kingdom. London. Lex. 8^ Erscheint 
monatlich k 16 S. Jahrespr. 6 sh. 



Litteratur und Miscellen. 173 

Ist an die Stelle der ,,Monthly Notes'' (s. oben Nr. 294) 
getreten. Enth. in der 1. Doppelnr.: S. 1 — 7 Librarianship in the 
Seventeenth Century. By Bichard Gamett, of the British Museum 

— S. 8 — 12 The Progress of the Free Public Library Movement 
in 1883. By Henry R. Tedder, Librarian of the Athenaeum Club 

— S. 12 — 15 Populär Libraries of Paris. By Emest C. Thomas 
Hon. See. of the Library Association — S. 16—18 The New 
Building at the British Museum. By the Editor — S. 18—19 
The Leges Bibliothecae Finspongensis (S. Anz. J. 1883. Nr. 982) 

— S. 20 — 21 Official Notices of the Library Association — S. 
21 — 22 Library Echoes — S. 22—28 Library Notes and News: 
home and foreign — S. 29 — 30 Library Catalogues and 
Reports — S. 31—82 Record of Bibliography — S. 32 Notes and 
Qaeries. 

[468*] The Bibliographer. A Journal of Book-Lore. London, 
EUiot Stock. (S. oben Nr. 351.) 

Enth. im April-Heft Nr. 29: S. 121—24 Cambridge Printers. 
(Part L) By Robert Bowes — S. 124—25 Bedford Säle — S. 
125—30 Book Patents. (Part I.) By Cornelius Walford — S. 
130 — 32 American Libraries — S. 132 — 36 An odd corner in a 
Book-lover's study. By J. Rogers Rees — S. 136—37 Biblio- 
graphy at the Antipodes — 8. 137 — 38 „Notes on curious and 
uncommon Books" — S. 138 — 45 Bibliography of Skating. (Part. 
V.) By Fred. W. Fester — 8. 145—52 Reviews, Notes & News, 
Correspondence, Libraries. 



BlbllograpUe. 

[469.] * Bibliographie raisonn^e et pratique, guido du libraire- 
antiquaire et du bibliophile, vade-mecum ä Tusage de tous ceux 
qoi achdtent ou vendent des livres, par J. de Beauchamps et 
Ed. Rouveyre. Tom. I. Fase. 8. Paris, Rouveyre & Blond. 
1888. 8 \ S. 113—23 m. Taf. Pr. ä 3 Mk. (S. Anz. J. 
1883. Nr. 988.) 

[470.] * A Dictionary of the Anonymous and Pseudonymous 
Literatare- of Great Britain ; including the works of foreigners 
written in or translated into the English language. By S. 
Halkett and J. Laing. Vol. IL Edinburgh. (Boston: Lock- 
wood, Brooks k Co.) gr. 8^ 880 S. Pr. 50 Mk. (S. Anz. 
J. 1882. Nr. 793.) 

[471.] Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und 
Eutinischen Schriftsteller von 1866 — 1882. Im Anschluss an 
des Yerfessers Lexikon von 1829 — 1866 gesammelt und heraus- 
gegeben von Dr. Eduard Alberti, Privatdocent und Custos der 

13 



174 Litteratiii' und Miscellen. 

künigl. LFniversitäts-Bibliothek in Kiel. Lief. 1. Kiel, Bier- 
natzki. 8^ 64 S. Pr. h n. 1,50 Mk. (S. Anz. J. 1868. 
Nr. 102.) 

Mit dem früher schon gerühmten Fleisse bearbeitet; kann 
ebenso als selbständiges Werk, wie als Supplement zu dem 
früheren Lexikon des Verf. (der auf dem Umschlagtitel der 1. Lief, 
sowohl als auf dem Prospekte falschlich Aberti genannt ist) 
angesehen werden. Vollständig in c. 16 Lief, in 2 Bden. 

. [472.] SBiograp^ifd^ed Sepifon bed ftaifert^um^ Oeftertei(b, ent^ 
^altenb bie Sebeni^fti^en ber benflDürbtgen $f>rfonen, xotidfe feit 1750 
in ben 5ftenei(^if(^en fironldnüern geboten mutben ober barin gelebt 
unb geiuirtt b^ben. SSon Dr. Sonft. d. aBuraba(b. %^, XLIX. 
UUÜ— ^afftmon. ^tt je^n genealogif^en Xafeln. Ti\t Unterftütmng 
beS Tutors buT(b bie faifedi(be Slfabemie bei äBiffenfc^aften. 9Bien, 
f. f. ^of« unb Stoatöbrucferci. gr. 8«. V, 326 6. $r. d. 6 Til 
(©. 2lnj. 3. 1883. SRr. 994.) 

Jeder neue Band giebt uns Zeugniss von dem nicht genug 
anzuerkennenden Fleisse, mit dem der Verf. seine Materialien ge- 
sammelt hat und dieselben zu verarbeiten weiss. Für die Leser 
des Anz.'s ist das W.sche Werk eine wahre Fundgrube litterarischen 
Stoffes. 

[473.] Bibliographia Siciliana ovvero Gran Dizionario Biblio- 
grafico ecc. per Giuseppe M. Mira. Vol. IT. Fase. 19. 
Palermo. 4«. S. 161—200. Pr. 1 L. (S. Anz. J. 1882. 
Nr. 15.) 

Enth. die Artikel „Opuscoli" bis „Perdicaro**. 

[474.] Brinkmanns Catalogus der Boeken-, Plaat- en Kaart- 
werken, die gedurende de jaren 1850 — 1882 in Nederland zijn 
uitgegeven of herdrukt; in alphabetische volgorde gerangschikt^ 
enz. door B. van der Meulen. Afl. 2—4. Amsterdam, 
Brinkman. (Leipzig, Harrassowitz.) Lex. 8^ S. 81 — 320. 
Pr. ä n. 5 Mk. (S. oben Nr. 359.) 

Beicht von „Baur" bis „Druten**. 

[475.] Nederlandsche Bibliographie. Lijst van nieuw ver- 
sehenen Boeken, Kaarten, enz. in het Eoningrijk der Nederlanden. 
Uitgegeven door J. L. Beijers te Utrecht en Martinus Nijhoff 
te 's Gravenhage. 8<>. 12—15 Nrr. k V«— 1 ßoff. Nebst 
Kegister. Pr. n. 2 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 375.) 

Wissenschaftlich geordnet. 

[476.] Svenskt Boklexikon. Aren 1830—65. Utarbetadt af 
Hjalmar Linnström. Senare Del. Hft. 55 — 56. Stockholm, Samson 
& Valiin. 4<>. 865—896. Pr. n. 3 Mk. ä Doppelhft. (S. oben 
Nr. 361.) 

Enth. die Artikel ,; Vongers*' bis „Arsberättelse'V 



Litteratar und Miscellen. 175 

[477.] Biblioiheca philologica classica. Yerzeichniss der auf 
dem Gebiete der classischen Alterthumswissenschaft erschienenen 
Bücher, Zeitschriften, Dissertationen, Programm -Abhandlungen, 
Aufsätze in Zeitschriften und Becensionen. Beiblatt zum Jahres- 
bericht über die Fortschritte der classischen Alterthumswissen- 
schaft. X. Jahrgang. 1888. Berlin, Calvary & Co. gr. 8*^. 
2 BU. 898 8. Fr. n. 6 Mk. (S. Anz. J. 1888. Nr. 681.) 
Die 4 einzelnen Quartalhefte sind durch ein gemeinsames In- 
haltsverzeichniss n. alphabetisches Begister zu einem Ganzen ver- 
schmolzen worden. 

[478.] * Bomanische Studien. Herausgegeben von Eduard 
Boehmer. Heft XX. (Sechsten Bdes 2. Hft.) Yerzeichniss räto- 
romanischer Litteratur. Bonn, Weber. 1883. 8®. S. 109—218. 
Der Verf., selbst Besitzer einer sehr reichen Ladinischen 
Bibliothek, hat mit dieser Bibliographie ,,von einem Sammelfleisse 
ganz ausserordentlicher Art'* Zengniss abgelegt. Hierüber s. Hugo 
Schuchardt im Literatnrbl. f. German. u. Bomanische Philologie 
1884. Nr. 8. Sp. 119—20. 

[479.] * Allgemeine Bibliographie der Staats- und Rechts- 
wissenschaften, üebersicht der auf diesen Gebieten im deutschen 
und ausländischen Buchhandel neu erschienenen Literatur. Be- 
dacteur: Otto Mühlbrecht XVTI. Jahrg. 1884. Berlin, Pütt- 
kammer & Mühlbrecht, gr. 8^ 6 Doppelnrr. ä 2—3 Bog. Fr. 
n. 4 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 492.) 

[480.] * Bevue gdndrale d*Ophtalmologie. Becueil mensuel bibli- 
ographique, analytique, critique, dirig^ par le Prof. Dor et le 
Dr. K Mejer. III. Annde 1884. Bäle, Gendve, Lyon: Georg. 
8«. 12 Nrr. Pr. 22,50 Fr. 

[481.] Bibliografia Lombarda del cav. Isaia Ghiron. Milano, 
tip. Dal Bono e C. gr. 8<>. Pr. 0,75 L. 

[482.] * Bibliographie gändrale et raisonn^e de la Numis- 
matiqne Beige. Par G. Cumoni Bruxelles. 8^ 472 S. Pr. 15 Mk. 

[488.] * Le Cento Novelle autiche, illustrate ad uso delle 
scuole classiche; con una prefazione ed una bibliografia del 
Novellino, a cura del Prof. Licurgo Cappelletti. Firenze, Paggi. 
16<>. 176 S. Pr. 1,10 L. 

[484.] * Le Congr^ Europ^n d^Arezzo pour Tetude et l'ame- 
lioration du Chant liturgique, compte rendu non officiel, suivi 
d'on Appendice bibliographique; par Ch. Emile Buelle, membre 
da Congräs. Paris, Firmin-Didot et Cie. 8®. 48 S. 

[485.] Über Konrektor Moritz Döring den Dichter des Berg- 
mannsgrusses. Ein Beitrag zur sächsischen Dichter- und 
GelehrteDgeschichte von Prof. Dr. Bernhard Bichter Oberlehrer 

13* 



176 Litteratat and Miscellen. 

am Gymnasinm Albertinum zn Freiberg. Freiberg, Gerlachsche 
Buchdr. 4<^. 2 Bll. 52 S. (Wissenschaftl. Abhandlung zum 
Osterprogramm des Freiberger Gymnasium Albertinum 1884.) 
Mir als ehemaligem Schüler des verst. Döring (geb. 13. Febr. 
1798 zu Dresden, f 2^* Octbr. 1856 zu Freiberg) ist die Leetüre 
dieser mit grosser Pietät verfassten Schrift ein wahrer Genuss 
gewesen. Hat die Pietät den Verf., ebenfalls einen Schüler des Ver- 
storbenen, hier und da wohl zu einem wärmeren Ton in seiner 
Darstellung, als er sich eigentlich mit einer unparteiischen bio- 
graphischen Schilderung verträgt, unwillkürlich verleitet, so thut 
dies doch dem Genüsse der Leetüre keinen Eintrag, und ist für 
den Verf. auf der anderen Seite wieder Veranlassung geworden, dass 
er mit einer ausserordentlichen Gründlichkeit das litterarische 
Wirken seines Lehrers durch eine vollständige Angabe der 
gedruckten sowohl als ungedruckten Schriften desselben nebst bei- 
gefügten Analysen und Proben verfolgt hat, wie dies einem Anderen 
kaum möglich geworden sein würde. Ich erlaube mir aus des 
Verf.*s Mittheilungen folg. Zusammenstellung zu geben: 

I. Döring als wissenschaftlichen Schriftsteller betr. a) Frei- 
berger Gymnasial-Programme : 1. Observationes criticae in aliquot 
Julii Caesaris loca, Michael. 1821. 9 S.; 2. De Julii Oaesaris fide 
historica, Ostern 1837. 11 S.; 3. Empfehlung der Briefe des 
jüngeren Plinius zu Privatstudien der Schüler in den oberen Klassen, 
1835; 4. Probe einer Uebersetzung des Tbeognis, Ostern 1825. 
7. S. ; 5. Metrische Uebersetzung der Adoniazusen des Theokrit, Ostern 
1829. 8 S.; 6. Euripides Hekuba metrisch übersetzt, Ostern 1859. 
65 S. in 8^; 7. Johann Christian Günther dargestellt in seinen 
Gedichten, Ostern 1831. 11 S.; 8. üeber Werth und Methode des 
Deklamationsunten-ichts, Ostern 1827. 10 S.; 9. Ueber die freien 
Bedeübungen in deutscher Sprache auf Gymnasien, Mai 1846. 
16 S.; 10. Das Zeitalter der Bichter (Begenten), Ostern 1833. 
10 S. b) Grössere Druckwerke : 1. Geschichte der vornehmsten 
Mönchsorden, Dresden 1828. 8^. 2 Bdchen 120 u. 145 S.; 

2. Praktische Anleitung zum Deklamieren in vier Stufen, 1820; 

3. C. Piinii Caecilii Secundi Epistolae mit kritisch berichtigtem 
Text erläutert, Freiberg 1843. 2 Bde; 4. Sächsische Bergreyhen, 
Grimma 1839—40. 2 Bdchen. IL Döring als Dichter betr. 
1. Lieder im 1. Bdchen der Bergreyhen; 2. Der Bergmannsgruss 
1832; 3. Gedichte, Dresden 1827; 4. Alexander der Grosse von 
Makedonien, ein Lebensbild in epischen Gedichten, Freiberg 1856; 
5. Markgraf Friedrich oder Bergmannstreue, vaterländisches 
Schauspiel mit Chören und Gesängen, 1833; b. 6. Ungedmckte 
Gedichte, gesammelt und im Besitze von Döring's Tochter Malwine 
Ayrer. 

[486.] Goethe Jahrbuch. Herausgegeben von Ludwig Geiger. 



Litieratnr und Miscellen. 177 

Bd. V. Frankfurt a. M., Litter. AnstÄlt. 1884. gr. 8^. 

Entb. 8. 368—429: Bibliographie. (S. Anz. J. 1883. Nr. 603.) 
Die Bibliographie zerfallt in I. Schriften: Ungedrucktes, 
Nene Ausgaben, Einzelschrifben und Erläuterungen; II. Bio- 
graphisches, sowie einen Anhang: Englisch- Amerikanische Biblio- 
graphie. 

[487.] * Jules Janin, par Alexandre PiedagneL m. Edition. 
Avec nne Bibliographie, un portrait ä Teauforte, par Boilvin, 
et un fac-simUe d*autographe. Paris, Fischbacher. 8^ lY, 178 S. 
Pr. 5 Fr. 

S. hierüber Library Chronide Vol. I. Nr. 1. S. 32. 

[488.] * Beading Notes on Luther, Prepared by John 
Edmands. From the Mercantile Library Bulletin. Philadelphia, 
1883. 160. 18 S. 

S. hierüber Library Chronicle Vol. L Nr. 1. S. 31. 

[489.] * Bibliographia Websteriana: publications occasioned 
by the death of Daniel Webster. By C. H. Hart [Extr. from 
the Bulletin of the Mercantile Library, Phila., July 1883.] 
S. L 8^ 4 S. 

Bnehhftndler« und antlqnarisehe Kataloge. 

[490.] Inseraten -Yersendungs- Liste. Yerzeichniss der im 
Deutschen Beich, in Oesterreich-Ungam und in der Schweiz 
erscheinenden Deutschen Zeitschriften wissenschaftlichen und 
unterhaltenden Inhalts, welche Inserate aufnehmen. Nach den 
Wissenschaften geordnet Mit Angabe der Bedacteure, der Ver- 
leger, der Journal-Preise, der Insertions-Gebühren in gespaltenen 
Petit- oder Nonpareillzeilen, der Auflagen, ob Change-Inserate 
und Beilagen angenommen und Beceusionen geliefert werden, 
sowie mit anderen Nachweisungen. Nach den sichersten Quellen 
bearbeitet von C. A. Haendel. XXYI. Jahrgang 1884/85. 
Leipzig, HaendeL 4^ 2 BIL 40 S. Pr. n. 2 Mk. (S. Anz. 
J. 1883. Nr. 506.) 

Bei ihrer bewährteu Brauchbarkeit darf die Liste, die hiermit 
ihr zweites Yierteljahrhundert beginnt, sicher auf freundlichen 
Empfang rechnen, thut doch der Herausg. offenbar alles, was in 
in seinen Kräften steht, sein Werkchen auf dem Laufenden zu 
erhalten« 

[491.] Librairie Beige — Becueil alphabätique de Catalogues 
publik par les soins du Cercle de la Librairie, de PImprimerie 
et de toutes les professions qui s'y rattachent Bruxelles, au 
secr^tariat du Cercle. gr. 8^. ym S. & 475 Bll. Nebst 
57 & aiphabet. Begister. Pr. n. 12 Mk. 



178 Litterator and Miscellen. 

Ein Convolut von Yerlagskatalogen 27 Belgischer Firmen, die 
durch gemeinschaftlichen Titel, gleiches Format u. gemeinschaft- 
liches Register za einem allenfalls braachharen Ganzen zosammen- 
geschweisst sind. 

[492.] Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler 
und Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. 189. 
140. 141. — Geographie und Beisen (1 Bl. 94 S. 1924 
Nrr.); Eriegswissenschaft, Kriegsgeschichte (1 Tit.- u. 67 S. 
1525 Nrr.); Numismatik (1 Tit.- u. 19 S. 875 Nrr.) 8«. 

[493.] Forlagskatalog ftra Alb. Oammermejer 1867—1883. 
Afsluttet juni 1888. (Med suplement indtil october 1883.) 
Kristiania. 8^ 115 S. 

Alphabethisch geordnet und bibliographisch gut redigirt; leider 
aber ohne Materienregister. 

[494.] N. 5. & 6. Catalogo di Libri antichi e modemi per 
la piü parte riguardanti Storie municipali, Musica, Belle Arü e 
Curiositä Yendibili presse la Libreria antiquaria Simone Cioffi 
di Genaro. Näpoli. 8«. 84 & 90 S. 2001—8000 Nrr. 

[495.] Antiquariats-Katalog von Julius Drescher, Buchhand- 
lung und Antiquariat für Theologie in Leipzig. No. 25. — 
Theologie, Philosophie, Pädagogik. 8^ 1 Bl. 48 S. 1648 Nrr. 

[496.] Lager-Catalpg der Gsellius'schen Buch-, Antiquar- und 
Globen -Handlung in Berlin. — Geschichte. 8«. 1 Bl. 118 S. 
Ueber 4000 Nrr. 

[497.] No. 82 & 88. Catalog des antiquarischen Bücher- 
lagers von Joseph Jolowicz, Buchhandlung und Antiquariat in 
Posen (Preussen). — Theologie & Judaica und Hebraica, sammt 
einem die anderen oriental. Sprachen betreff. Anhange. 8^ 1 Tit- 
u. 51 S. 1456 Nrr. & 1 Bl. 46 S. 1167 Nrr. 

[498.] No. 272. Bücher -Verzeichniss über Werke aus dem 
Gebiete der Astronomie, Mathematik, Naturwissenschaften, Medicin, 
Technologie, Landwirthschaft, Gartenbau, Forst- und Jagdwesen, 
sowie Thierheilkunde, welche bei Theodor Kampffmeyer in Berlin 
zu haben sind. 8^ 1 Bl. 54 S. 

[499.] Nr. 696 & 697. Antiquarisches Bücherlager von 
Kirchhoff & Wigand in Leipzig. — Neuere und Orientalische 
Linguistik is Literärgeschichte und Bücherkunde, Deutsche, 
Holländische und Skandinavische Literatur. 8®. 1 Tit- 48 8. 
1420 Nrr. & 1 Bl. 90 S. 3286 Nrr. 

[500.] K. F. Köhler 's Antiquarium in Leipzig. Catalog No. 
397 — 99. — Botanik; G^eologie, Palaeontologie etc.; Mathematik, 
Astronomie, Physik u. Chemie, Technologie etc. 8*^. 1 BL 14 S.; 
1 Bl. 10 S.; 1 Bl. 26 S. Zusammen 1190 Nrr. 



Litteratur und Miscellen. 179 

[501.] Antiquarischer Lager- Catalog von Lehmann & Lutz 
Buch- und Antiquariats-Handlung in Frankfurt a. M. No. 46. 
— Greschichte und ihre Hilfswissenschaften. I. Abth. 8®. 1 Bl. 
66 S. 1584 Nrr.-u. eine Anzahl Portraits. 

[502.] Verzeichniss von Werken aus dem Gebiete der Astro- 
nomie, welche von List & Francke in Leipzig zu beziehen sind. 
(Antiquarisches Verzeichniss Nr. 167.) 8<>. 12 S. 317 Nrr. 

[503.] Libreria antiquaria di Ermanno Loescher Torino. Ca- 
talogo N. 49. — Teologia (Storia ecclesiastica. Archeologia 
ed Arte cristiana. Diritto canonico.) 8^ 1 Tit.- u. 75 S. 
1906 Nrr. 

[504.] Alfred Lorentz Antiquariats-Buchhandlung in Leipzig. 
Antiquariats-Katalog Nr. 22. — Theologie. 8». 1 Bl. 117 S. 

[505.] N. 61 & 62, Catalogue de Livres rares et curieux 
anciens et modernes en vente k la Librairie H. F. Münster (G. 
Goldschagg succ.) Verone. — Incunables. Editions Aldines, des 
Jantes, de G. Giolito, de Comino, Editions diverses (1500 — 1600), 
Manuscrits & Theologia Catholica, Hebraica et Judaica. 8^ 1 Bl. 
88 S. 1384 Nrr. & 1 Bl. 49 S. 990 Nr. 

[506.] Catalogue de la Librairie Europeene C. Muquardt 
maison fond^ en 1833. Merzbach & Falk, ^diteurs libraires du 
Boi et du Gomte de Flandre. Bruxelles. gr. 8^. 68 S. 
Der Katalog ist alphabetisch geordnet; schade, dass man ver- 
säumt hat, ein systematisches Bepertorium hinzuzufügen, was bei 
der ausserordentlichen Beichhaltigkeit des Verlags der nunmehr 
über 50 Jahre alten, thätigen u. geachteten Firma doch so nöthig 
gewesen wäre, um die hauptsächliche Tbätigkeit der Firma leichter 
übersehen zu können. 

[507.) No. 852. Catalogue of Beligions and Superstitions: 
L Bibles; IL Church History; III. Theology, and Canon Law; 
IV. Liturgy and Bitual; V. Judaism; VI. Comparative Mythology 
and Heathen Beligions; Vn. Mysteriös, Magic, Witchcrafk. 
Offered for Cash by Bemard Quaritch. London, gr. 8®. 2 Bll. 
1571—1834 S. 15 745—18 074. 

Ein Schatz von Werthstücken u. Seltenheiten. 

[508.] No. 74. II. Th. Lager -Verzeichniss des Schleswig- 
Holsteinischen Antiquariats (E. v. Maack) in Kiel. — Bdmische 
Autoren, üebersetzungen, Neulateiner, Griechische u. Lateinische 
Grammatik. Wörterbücher. Alte Geschichte. Archäologie. Varia. 
Germanistische Werke. 8^ 1 Bl. 65—134 S. 1860—3753 Nrr. 
(S. oben Nr. 289.) 

Lässt hinsichtlich der Ordnung zu wünschen übrig. 

[509.] P. Steffenhagen Buchhandlung und Antiquariat in Mer- 



180 Litteratur und Miscellen. 

seburg a. S. ADtiqaarischer Oatalog No. 12. — Manuscripte. 
Geschichte. Geographie. Beisen. Militaria. 8^ 1 Bl. 86 S. 
960 Nrr. 

BibliothekwissensehafU 

[510.] Monthly Notes of tbe Library Association of the United 
Kingdom. Vol. IV. (S. oben Nr. 294.) 

Enth. in der noch rückständigen Nr. 12: Official Notices — 
December Monthly Meeting: Paper by E. 0. Thomas, „the Fature 
of Monthly Notes" — Janaary Monthly Meeting — Bibliography 
of Professor Stanley Jevons — Library Notes — Catalogues and 
Beports — Correspondence etc. B. 

Bibllothekeiilehre« 

[511.] 3ur Steform unfeted aSibliotl^fmefeniS. Son Dr. 6mft fiel((ner. 
(Int(^. in bei SDeutf(i)en iBu4(|änbler<3(fabemle. Organ für bie ©efammt» 
Snterefjen be^ 99ucb(^anbeld unb ber i^m oermanbten ©etoerbe b^d- 
t)on &. aSBcifeba*. »b. I,4)ft. 8. fflcimar, SDBeifebacb. flr. 8». ©. 172—82. 
Was der Verf. reformirt wissen will, ist mir nicht klar; denn 
was er zur Sprache bringt, das ist längst als giltig allgemein 
anerkannt, u. wenn hier u. da noch eine Abweichung davon vor- 
kommt, so liegt dies nicht daran, dass mau es nicht besser wüsste, 
sondern an anderen Verhältnissen. 

Bibliothekenkunde« 

[512.] Bolletin of the Boston Public Library. Winter Number 
1884. Vol. VI. No. 1. (Whole No. 67.) Lex. 8^. 100 S. (S. 
oben Nr. 68.) 

Enth., ausser den gewöhnlichen an die Spitze gestellten Per- 
sonalnotizen u. der „Information for Beaders'', das Zuwachsver- 
zeichniss der Bates Hall & Lower Hall and Branches in den 
Monaten September bis mit December 1888. üeberdies folg. 
Specialitäten: a List of the Text-editions and Translations of the 
Eddas; Matthew Arnold; Index of Articles upon American Local 
History in Historical Collections in the Boston Public Library 
(Oontinuation). 

[513.] * Cornell üniversity Library. Special Lists, no. 1: 
Mathematics. [Beprinted from the „Library''.] Ithaca, N. Y. 
1883. 8«. 92 S. 

[514.] * Analytical and classified Oatalogue of the Library 
of the Parliameut of Queensland. [Edited by the Librarian D. 
O'Donovan.] Brisbane. 1883. 8^. 

[515.] J8eri(bt über bie Sermaltung ber 5l5nigltd^en Sammlungen 



Litterator and Mjscellen. 181 

füt jtunft unb äBiffenfd^aft ju Sterben in ben Sauren 1880 unb 
1881. Dredben, 3)ni(! t)on aitetn^olb & @ö^ne. 1883. fl. fol. 
55 6., tDOt)on 22—28 bie öffentU^e iBibltotH betr. 

Unter den im Gange befindlichen Katalogarbeiten finde ich 
einen Portraitkatalog n. ein Personalrepertorium als Grundlage zu 
einem ausführlichen Realkatalog f. Biographie angeführt Es sind 
dies recht nfltzliche u. dankenswerthe Arbeiten, vorausgesetzt, dass 
sie durch- und regelmässig fortgeführt werden, was hinsichtlich 
solcher Specialitäten freilich, wie die Erfahrung gelehrt hat, in der 
Begel nicht der Fall ist, weil die Arbeitskräfte an einer öffentl. 
aUgemeinen Bibliothek dazu nicht ausreichen. 

[516.] Salomon $ic)e(^ Serjeid^ni^ einer @oet(es9ibliotH mit 
Slad^gen unb Sortfeftung berauj^egeben t)on Subtt)id ^ir^el. Seipsig, 
UnA. 8». Vn, 215 ©. $r. n. 8 URL 

Nachdem Sal. HirzeFs testamentarischer Verfügung zufolge 
dessen Goethe -Bibliothek im Frühjahr 1877 der Leipziger 
Üniversitäts-Bibliothek und damit der öffentL Benutzung übergeben 
worden, ist es der Familie des Verstorbenen als ein Gebot der Pflicht er- 
schienen, auch das seither nur einem Privatkreise zugängliche Ver- 
zeichniss dieser Goethe-Bibliothek der Oeffentlichkeit nicht länger 
Torzuenthalten. Zu diesem Zwecke hat es aber die Pietät der 
Familie nicht für passend gefunden einen unveränderten Abdruck 
der letzten Ausgabe des Kataloges herstellen zu lassen, sondern 
es für angemessen erachtet, wie überhaupt die Sammlung selbst, 
ebenso auch den Katalog bis auf die neueste Zeit nach Möglichkeit 
zu vervollständigen. 

[517.] Handschriften der Königlichen Bibliothek zu München. 
n. Von 0. Holder-Egger. Enth. im Neuen Archiv der Gesell- 
schaft für ältere deutsche Geschichtskunde zur Beförderung einer 
Gresammtausgabe der Quellenschriften deutscher Geschichten des 
Mittelalters. Bd. IX. Hannover, Hahn. 1884. 8^ Hft. 3. 
S. 541—600. (S. oben Nr. 301.) 

[518.] * Le Fonds Grec de la Bibliothöque nationale; par 
H. Omont. [Extrait de la Bibliothk[ue de TEcole des Chartes, 
t. 44, 1883.] Nogent-le-ßotrou, imp. Daupeley-Gouverneur. 
8«. 4 8. 

[519.] * The success of Free Public Libraries in industrial 
towns and the necessity for a Free Public Library in Aberdeen. 
By J. Duguid Milne. Aberdeen. 1883. S^. 18 S. 

[520.] * Borough of Doncaster. Fourteenth Annual Beport 
of the Borough Free Library Committee, 1883. Presented to 
the Mayor and Town Council, Januaiy Ist^ 1884. Doncaster. 
8«. 18 8. 

8. hierüber Library Chronicle Vol. I. Nr. 1. S. 29. 



182 Litterator and Miscellen. 

[521.] * Dandee Free Library. Report uf the Free Library 
Committee to the Town Council of Dandee. November, 1883. 
80. 25 S. 

S. hierüber Library Chronicle Vol. L Nr. 1. S. 29. 

[522.] * Thirteenth Annaal fieport of the Leeds (Free) 
Pablic Library, 1882—3. [Dated, 12th October, 1883.] Iieeds. 
1883. 8«. 24 8. 

S. hierüber Library Chronicle Vol. I. Nr. 1. S. 82. 

[523.] * Thirty-first Annaal Report of the Committee of the 
Free Pablic Library, Museum, and Walker Art Gallery of the 
City of Liverpool. Liverpool 8®. 32 S. 

S. hierüber Library Chronicle Vol. I. Nr. 1. S. 30. 

[524.] * The printing of the British Museum Catalogue, a 

paper read at the Cambridge Meeting of the Library Association 

of the United Kingdom, Sept. 5, 1882. By E. Garnett. 8®. 

16 S. (Privatdruck.) 

Hierüber s. Library Journal 1883. Vol. VIIL Nr. 12. 

S. 340. 

[525.] * Thirty-first Annual Report to the Coancil of the 
City of Manchester on the working of the Pablic Free Libraries, 
1882—3. [Dated 24th October, 1883.] Manchester. 1883. 
8«. 26 S. 

S. hierüber Library Chronicle Vol. I. Nr. 1. S. 32. 

[526.] * Catalogus Bibliothecae Guyotianae Instituti Surdo- 
Mutorum Groningani. Pars specialis. De surdo-mutis, balbis, 
caecis, mente imbecilibus. Curavit A. W. Alings. Groningae, 
fratr. Hoitsema. 1883. gr. 8^ Vni, 244 S. (Nicht im Handel.) 

[527*] Bibliotheek van Nederlandsche Pamfletten. Verzame- 
lingen van de Bibliotheek van Joannes Thysius en de Biblio- 
theek der Eijks-Universiteit te Leiden. Bewerkt door Louis 
D. Petit, Conservator bij de Bibliotheek der R^ks-Universiteit. 
ir. Deel. 1649—1702. 's Gravenhage, Nijhoflf. kl. 40. 2 Bll. 
331 S. 2453—5638 Nrr. Pr. 5,20 Fr. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 537.) 

Enth. die drei Abschnitte: VI. 1649—1672. Sedert den 
Munsterschen vrede tot het einde van De Witt's bestuur; VII. 
1672—1688. Van de aanstelling van Willem III tot Stadhou- 
der tot zijn vei-trek naar Engeland; VIIL 1689—1702. Van het 
vertrek van Willem in naar Engeland, tot zijn dood. 

[528,] * Catalogus der Bibliotheek van het Zeeuwsch Gtonoot- 
sciap der Wetenschappen. 2. Bru\L. ä\>. 2. üvddelbarg, Altorffer. 



Liiteratiür und Miscellen. 188 

1883. gr. 8^ 1 Bl 291—655 & XXIX S. (8. Anz. J. 1882. 
Nr. 748.) 

PrlTatblbllotli^en. 

[529.] Katalog 164. Antiquarisches Bflcherlager von Friedrich 
Wagner, Hof-Bachhandlang in Braanschweig. — Geschichte a. 
Literatur Niedersachsen's mit besonderer Berflcksichtigang des 
Herzogtimms Braanschweig n. d. Provinz Hannoyen (Enth. u. 
A. die Bibliotheken der Herren Sack, Spehr, v. Strombeck p. p.) 
S^. 1 BL 46 S. 1219 Nrr. 
Selten noch ist ein Antiquarkatalog von solcher Reichhaltig- 
keit an Litteratar, spez. Braanschweig betreffend, erschienen wie 
der vorl.: die Litleratar Aber Braanschweig amfasst darin nicht 
weniger als 791 Nrr. Es ist sehr anerkennenswertii, dass man 
der Beichhaltigkeit dieser litterar. Spezialität darch spezielle Kata- 
logisirang Bechnang getragen hat 

[530.] Catalogos eener aitgebreide verzameling Boeken en 
Blaatwcrken uitmakende de Bibliotheken nagelaten door J. H. 
de Laat de Kanter, Oad-Lid van de Tweede Eamer der Staten 
Gkneraal, Advocaat de Goes, J. Stam, Lid van den Gtomeente- 
raad te 's Gravenhage, D. A. Fekelharing, Beferendaris bij het 
Departement yan Jastitie te Batavia, J. A. Th. Cohen Stuart, 
Oud-Administratear van Finantiön in Sariname, W. A. Froger, 
Ingenienr, Lid Tan de Tweede Eamer dei; Staten Generaal, te 
Amsterdam, 's Gravenhage, Martinas Nijhoffl gr. 8^ 2 Bll. 
114 S. C. 801 Nrr. (Aact. 21. April.) 
Hauptsächlich Staats- u. Rechtswissenschaft, Geschichte u. 
Schöne Wissenschaften. 

[581.] Nr. 18. Antiquarisches Bflcherlager von A. Raunecker 
(Ed. Liegel) in Klagenfuri — Die Bibliotheken der f Postamts- 
leiter J. Noest in Klagenfurt, Zahnarzt Otto Hock in Klagenfart. 
8^ 1 Bl. 20 S. 591 Nrr. 

Hauptsächlich Medicin, Schöne Wissenschaften, Kärnten Be- 



[582.] * Catalogue des livres composant la Biblioth^ue de 
feu A. Borat Paris, Porquet. 8^ 67 S. 898 Nrr. (Auct. 
10. März.) 

[933.] Catalogo della scelta Biblioteca giä appartenuta al fa 
Francesco Cangiano Celebre Bibliografo Napoletano contenente 
liimografie PatrieL.Crusca>Belle Arti.Masica. ed Alta Curiositä. 
Pari I. — Libreria antiqaaria Gennaro Cioffi. (Ballettino perio- 
dico bimestrale. Ann. TIIL Num. 89—90.) Napoli. gr. 8^ 
2 BD. 60 S. 2001--8000 Nrr. 



184 Litterator und Miacellen. 

[534.] Catalogo della scelta Biblioieca giä appartenuta al fu 
Luigi Carbonieri Bibliotecario della Biblioieca Estense di Modena 
contenente Monografie Patrie_Namismatica Crusca Belle Art! e 
Curiositä. Part. U. — Libreria antiqaaria Grennaro Cioffi. (Bol- 
lettino periodico bimestrale. Anno YIII. Num. 87 — 88.) Napoli. 
gr. 80. 1 Bl. 62 S. 1001—2000 Nrr. (S. oben Nr. 320.) 

[535.] Yerzeichniss der von dem Dr. med. Wilhelm Drescher 
Sanitätsrath zu Beinerz hinterlassenen Bibliothek mit mehreren 
anderen Sammlungen von Werken aus allen Wissenschaften, 
namentlich aber aus den Gebieten der Theologie und Kirchen- 
geschichte. Leipzig, Oswald WeigeL 8^ 1 Bl. 113 S. 8979 
Nrr. (Auct. 14 Mai.) 

Enth. ausser Theologie hauptsächlich Philologie, Belletristik, 
Naturwissenschaft und Medicin. 

[536.] Ser}et(iftntB ber 99ü^er unb SRuritaltensSammtung auS bem 
^tadttaife bed Dr. ^anj ©el^ting, f. f. Untt)erfttätö«Socenten unb 
Referenten ber ,,S)eutfci6en Scitung". SBIen, flubafla & »olgt. 8*^. 
1 »L 126 S. 4546 3ln. (Jluct. 28. 2lprU.) 

Hauptsächlich Schöne Wissenschaften, Theater- und Musik- 
wissenschaft. 

[537.] LIV. Yerzeichniss des Medicinischen Bücherlagers 
der A. Moser*schen Buch- & Antiquariats-Handlung in Tübingen, 
Franz Pietzcker. H. Abth.: Gynaekologie. Geburtshülfe. Frauen- 
und Kinderkrankheiten. Hierunter die Bibliothek des Ober- 
medicinalrath Prof. Dr. W. von Hecker. gr. 8®. 1 BL 88 S. 
C. 1660 Nrr. (S. oben Nr. 196.) 

[538.] Nr. 106. Antiquarischer Anzeiger von Franz von 
Stokar (vormals A. Coppenrath's Antiquariat) in Begensburg. — 
Auswahl aus allen Fächern. Grosser Theil der Bibliothek des 
t AI. von Hafenbraedl, kgl. pens. Bezirksgerichtsrath in Begens- 
burg u. A. 8^ 1 Bl. 50 S. 1743 Nrr. 

[539.] Catalogue de livres et manuscrits sur la noblesse, 
l'art h^raldique et la g^n^alogie composant la Bibliothdque de 
feu Edw. Huydecoper van Nigtevecht, Docteur en droit, etc. 
ä Utrecht La Haye, Martinus Nijhoff. gr. 8^ 2 Bll. 42 S. 
775 Nrr. (Auct. 28. ApriL) 

[540.] Yerzeichniss der nachgelassenen Bibliothek des Frei- 
herm August Koller k. k. wirkl. geh. Bath, vormaliger €ksandter 
etc. in Hannover, Constantinopel, Berlin etc. Wien, Brock- 
hausen & Bräuer. gr. 8^ 838 Nrr., worunter mehrere 
Convolute verschiedener Schriften u. Brochuren. (Auci 26. 
März.) 



Litterator und Miscellen. 185 

Enth. „als ünicnm*' eine vollständige Sammlung Bodonischer 
Drucke. 

[541.] XIY. Yerzeichniss antiquarischer Bücher von Carl 
Stejer Antiquariat Cannstatt bei Stuttgart. — Hierin die Biblio- 
thek des versi Professors Adelbert von Keller, Präsidenten d. 
Literar. Vereins in Stuttgart. 3. Abth. Allgemeine Literatur- 
o. Gelehrten-Geschichte, Bibliographie etc., Deutsche u. aus- 
ländische Belletristik, Uebersetzungen, Kunst u. Musik, Suevica. 
80. 1. Bl. 60 S. 1603 Nrr. (S. oben Nr. 323.) 

[542.] '^^ Catalogue des Livres rares et pr^ieux anciens et 
modernes composant la Bibliothdque de Henri Lambert avocat 
Paris, A. Durel. 8^ C. 2300 Nr. (Auct. 81. März.) 

[548.] Oatalog der nachgelassenen Bibliothek des Johann 
Heinrich Lammertz Pfarrer zu Bonn etc. Reiche Auswahl von 
Werken aus dem Gebiete der Theologie, nebst einem Anhang 
von Büchern aus der Geschichte, Naturwissenschaft, Philologie, 
deutsche, französische und ital. Literatur. Bonn, M. Lempertz 
Antiquariat (P. Hanstein). S^ 2 Bll. 52 S. 2194 Nrr. 
(Auct. 5 Mai.) 
L. (geb. 22. Octbr. 1804 zu Burtscheid b. Aachen u. gest. 
18. Octbr. 1888), ein sehr verdienter Priester, hat ausser seinem 
Vermögen den gesammten Ertrag seiner Bibliothek zum Bau der 
neuen Pfarrkirche bestimmt, zu welcher von ihm für seine Pfarr- 
gemeinde 1876 der Grund gelegt worden war. 

[544.] * Catalogue des livres rares et pr^ieux composant 
la Bibüoth^ue de P.*** Paris, Porquet. 8«. VIU, 100 S. 
314 Nrr. (Auct. 17. Mära.) 

[545.] * Catalogue de livres deTl^cole romantique composant 
la BibliothJque d'H. P.*** Paris, Porquet. 8». 47 S. 297 Nrr. 
(Auct 20. März.) 

[546.] Yerzeichniss der Autographen -Sammlung des ver- 
storbenen F. A. von SchoU, Oberpostdirector in Stuttgart. (Auch 
m. Franz. Tii) Leipzig, List & Francke. 8^ YII, 79 S. 1955 
Nrr. (Auct. 26. Mai.) 

Die ebenso umfängliche wie werthvolle Sammlung aus der 
Yerlassenschaft eines unermüdlichen, umsichtigen u. verständniss- 
vollen Sammlers. 

[547.] Yerzeichniss von Werken aus dem Gesammtgebiete dfr 
Philosophie zumeist aus dem Nachlasse des Geh. Bat Professor 
Dr. H. Ulrici in Halle a. d. S., welche von List & Francke in 
Leipzig zu beziehen sind. (Antiquarisches Yerzeichniss Nr. 165.) 
8«. 1 BL 56 S. 2372 Nrr. 



186 Litteratar und MisceUen. 

[548.] Yerzeichniss von Werken aas den Gebieten der Eonst, 
Eunstgreschichte, Eunstindustrie und Architektur, nebst vielen 
Pracht- und Eupferwerken , zum Teil aus der Bibliothek des 
Geh. Bat Professor Dr. H. Clrici in Halle a. d. S., welche von 
List & Francke in Leipzig zu beziehen sind. (Antiquarisches 
Verzeichniss Nr. 166.) 80. l BL 38 S. 1095 Nrr. 



Abdrücke ans Blbl.-HandschrlfUeii. 

[549.] F. Eyssenhardt — Mittheilungen aus der Stadtbibliothek 
zu Hamburg I 1884. Gedruckt bei Meissner, gr. 8^. 48 S. 
Diese erste in Folge der neulichst angeordneten alljährlichen 
Veröffentlichung aus den Schätzen der Bibliothek gegebene Mit- 
theilung enthält zunächst S. 9 — 32 des Neuplatonikers Damaskios 
Aufsatz über Piatons Parmenides im Originale nach dem früher 
Peirescius dann L. Holstenius gehörigen Codex (Ende des 16. 
Jahrhdts), mit dem der Herausgeber die in München befindliche 
Handschrift (ebenfalls 16. Jahrhdt) verglich ; unter dem Texte steht 
die kurze Yarietas Lectionis. 'Daran schliessen sich Analecta 
Hispanica nach einer Papierhdschft des 17. Jahrhdts, die einst 
Joh. Chnstoph Wolf besass, u. zwar zuerst das Gedicht eines un- 
bekannten Spaniers (24 Strophen) u. endlich nach der früher 
Uffenbachschen jetzt Hamburger Miscellanhandschrift (No. 1185) 
aus dem- 17. Jahrhdte das dem bekannten Francisco de Queyedo 
vom Papste ürban VIII. ertheilte Breve über eine jährliche Pension 
von 650 Ducaten, die ihm auch nach seiner Yerheirathnng (erst 
im 52., nicht 54. Lebensjahre) verbleiben solle. 

[550.] * Die Miniaturen des Codex Egberti in der Stadtbiblio- 
thek zu Trier. In uu veränderlichem Lichtdrucke herausgegeben 
von Franz Xav. Kraus. Freiburg i. Br., Herder, hoch 4®. 27 S. 
m. 60 Taf. Pr. n. 36 Mk. 



[551.] Aus Birkenhead ist an des verst Hinton Stelle von 
der Liverpool Free Library — unter 116 Bewerbern — William 
May zum Bibliothekar gewählt worden. B. 

[552.] Aus Florenz steht auf Veranlassung des B. Istituto 
di Studi superiori in Firenze das Erscheinen einer ,,Collezione 
Fiorentina di Facsimili paleografici Greci e Latin! illustrati da 
Girolami Yitelli e Cesare Faoli Professori del B. Istituto ecc." im 
Yerlage der Successori Le Monnier nahe bevor. Dieselbe bezweckt 
die Yeröffentlichung der auf dem Wege der Heliogravüre herge- 
stellten paläographisch wichtigen Facsimilia aus zum Theil bisher 
noch gänzlich unbekannten oder wenig bekannten Handschriften 



Litieratar nnd Miscellen. 187 

der Florentinischen Bibliotheken o. Archive (der Bibl. LaorenziaDa, 
Nazionale, fiiccardiana u. Marucelltana, des B. Arch. di State, des 
Moseo di San Marco o. verschied. Privatsamulungen). Das Werk 
soll aus 800 Taf. in gr. Fol bestehen u. in 12 Lief, k Fr. 40 Mk. 
ausgegeben werden. 

[553.] Aas Glasgow hat der Assistant Librarian of the 

Mitchell Library James D. Brown ein biographisches Lexikon von 

Musikern in Vorbereitung. Als Anhang soll demselben eine y^Bib- 

liography of English Writings on Music'^ beigegeben werden. 

(Library Journal 1883. Vol. VIII. Nr. 12. S. 389.) 

[554.] Aus London ist der Bibliothekar der „Royal Medical 
and Chirurgical Society'^ B. B. Wheatley, Verf. geachteter biblio- 
graphischer Arbeiten, worunter der „Catalogue of the Library of 
the Boyal Medical and Chirurgical Society of London'^ 1879 in 
8 Bden obenan stecht, am 9. Januar gestorben. 

• 

[555.] Aus London findet sich in der „Revue critique'' 1884 
Nr. 1 ein Brief des Lord Ashbumham vom 15. Novbr. 1888 
mitgetheilt, in dem er die Benutzung der Handschriften seiner 
Sammlung ablehnt, „me trouvant en pourparlers pour la vente 
de mes collections'\ 

[556.] Aus London ist der Gründer u. Chef der Buchhändler- 
firma Trflbner & Co., der ebenso hochverdiente wie hochgeachtete 
NicolauB Trflbner (geb. 1817 in Heidelberg) am 30. März am 
Herzschlage gestorben« 

[557.] Aus Mflhlhausen i. Eis. ist am 19. März der 
Stadtbibliothekar a. D. Professor Dr. Daniel August Ehrenfried 
Stdber (geb. 9. Juli 1809 in Strassburg), ein um die Erhaltung 
Deutscher Sitte, Sage und Sprache, sowie i3eutscher Geschichte q. 
Litterat nr im Elsass sehr verdienter Gelehrte, — „der Altmeister 
der Elsässischen litteratur" — gestorben. 

[558.] Aus Oldenburg ist am 15. März der Vorstand der 
Grossherzogl. Landesbibliothek Dr. Heinrich August Lübben (geb. 
1818 zu Hooksiel), ein vorzüglich als Sprachforscher geschätzter 
Gelehrte, nach längerem Leiden gestorben. 

r559.] Aus Paris hat der Senator Schölcher der Bibliothek 
der Ecole des Beaux-Arts seine Sammlung von 9000 Stichen, 
deren Werth auf 200,000 Fr. geschätzt wird, geschenkt. G. K. 

[560.] Aus Washington finden sich im Februarhefte Nr. 
27 des „Bibliographer*' S. 81 folg. Mittheilungen : Some statistics 
of printing and the newspaper press of the United Staates have 
lately been compiled. They are based unpon the last census 
xeiama, and are of permanent value: 



Litteratar und Hiscelku. 




e 


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1 










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■=3 




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827 


125 


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109 


328 


117 


6 


104 


2,238 


361 


58 


250 


644 


87 


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6» 


996 


139 


17 


99 


156 


26 


6 


20 


148 


45 


« 


40 


704 


200 


16 


163 


5,174 


1,017 


74 


758 


1,971 


467 


40 


390 


1,988 


569 


SO 


500 


1,069 


387 


20 


310 


1,208 


205 


U 


160 


701 


112 


la 


94 


757 


123 


12 


90 


1,328 


143 


15 


111 


5,397 


427 


39 


279 


1,919 


464 


Ü.H 


397 


863 


223 


10 


205 


275 


123 


5 


109 


3,134 


530 


43 


415 


686 


189 


15 


166 


161 


37 


14 


22 


513 


•87 


10 


66 


2,460 


215 


27 


163 


16,928 


1,411 


115 


892 


379 


142 


13 


11» 


4,658 


774 


56 


584 


301 


74 


7 


59 


7,877 


973 


98 


674 


497 


44 


H 


81 


309 


81 


4 


69 


667 


193 


12 


154 


940 


280 


36 


231 


298 


62 


5 


72 


831 


194 


20 


124 


348 


109 


2 


96 


1,612 


340 


21 


283 



Alabama . . 
Arkansas' . . 
California . . 
Colorado . . 
Connecticut . 
Delaffare . . 
Florida , . . 



Illinoia 

Indiana 

Jowa 

Kansas 

Kentucky 

Loulaiana . . . . . 

Maine 

Maryland 

MasBachnsettS . . , 

Michigan 

Minnesota . . . . . 
Mississippi . . . , 

MiBSouri 

Nebraska . . . . 

Nevada 

New Hampshire , 
New Jersey. . , , 
New Tork . . . , 
North Carolina . . 

Ohio 

Oregon 

Pennsylvania . . . 
Bbode Island . . . 
South Carolina . . 

Tennessee 

Teias 

Vermont 

Virginia 

West Virginia . , 
Wisconsin . . . . 



1,262,505 

602,525 

864,694 

194,327 

622,700 

146,608 

269,493 

1,542,180 

3,077,871 

1,978,301 

1,624,615 

996,096 

1,648,690 

939,946 

648,936 

934,943 

1,783.085 

1,636,937 

780,773 

1,131,597 

2,168,380 

452,402 

62,266 

846,991 

1,131,116 

5,082.871 

1,399,750 

3,198,062 

174,768 

4,282,891 

276,531 

995,577 

1,542,359 

1,591,749 

332,286 

1,572,565 

618,457 

1,315,497 

ii"™ ioK p 



43.5 
28.8 
7.1 
6.9 



16.0 
5.3 



38.3 
3.6 



48.2 
27.7 
24.1 
4.9 
34.0 
12.1 



NEUER ANZEIGER 

für 

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft, 

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt. 



Juni. 



1884. 



Inhalt: 

Ans dem Correspondenzkreise von Theologen mit dem König Johann von 
Sachsen (Schlms): Dr. L. Fr. Constantin y. Tisch endorf f. (Bl. Folge.) — 
Bruchstücke Ton Emser^s Niedersächsischem Neaem Testamente, Rostock 
1530. Von Dr. W. Schlüter. — Zwei Handschriftenkataloge des X. 
Jahrhunderts. Von Prof. Dr. Hermann Hagen. — Haaseriana. — Neueste 
Beitri^ sur Fanslitteratur. — Der Anzeiger für Bibliographie und Biblio- 
thekwiasenschaft und sein Herausgeber. — Litteratur und Miscellen. — 

Allgemeine Bibliographie. 

[561.] Ans dem Correspondenzkreise Ton Theologen mit 

dem Konig Johann ron Sachsen. 

(Schluss.) 

Dr. L. Fr. Ck>n8tantin v. Tisohendorf f. 
Geh. Hofrath u. Professor an der Universität Leipzig. 

9. Memorandum über ein Bibel-Beisennternehmen^). 

(Hohe Autorität der LXX und bisherige textkritische Yernach- 
lässigung derselben.) Ein überaus merkwürdiges Monument des 
gelehrten Alterthums ist die Aittestamentliche Uebersetzung der 
70 Dolmetscher. iNachdem schon vor Christus ihr Ursprung ins 
Gebiet des Wunderbaren gezogen worden, wie ihn auch Josephus 
und Philo erzählen, gewann dieser Griechische Text die höchste 
Autorität dadurch, dass die Apostel daraus schöpften, ja bisweilen 
mit Widerspruch des Hebräischen Textes wichtige dogmatische Be- 
l^;e daraus entnahmen. Die ältesten und bedeutendsten Kirchen- 
väter bestätigten ihm diese Autorität; der offizielle Gebrauch in der 
Kirche, sowie die Uebertragung in die Lateinische und in viele 
Orientalische Sprachen schloss sich daran. Und obgleich das Ueber- 
setzungswunder bereits an Hieronymus einen starken Zweifler fand, 
so ist doch dem Text selbst, zumal durch sein bedeutungsvolles 
Yerhältniss zum Neuen Testamente, die höchste Wichtigkeit für die 
christliche Kirche auf alle Zeiten hinaus geblieben. Dies bewies 
auch die Bömische Kurie, als im Jahre 1587 der Papst selbst eine 
Aasgabe dieses Textes veranstaltete. Diese Ausgabe gewann seit- 
dem, und zwar mit Becht, vor den übrigen Ausgaben in der ge- 
sammten Kirche die weiteste Verbreitung. Dennoch ist sie in 



*) Dieses Memorandum stimmt mit dem früher eingereichten (s. oben 
unter 7) nahezu wörtlich überein. 

14 



190 Aus d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Jobann v. S. 

hohem Grade nnzureichend, wie schon vollkommen erwiesen nnd 
anerkannt ist. Dem steht aber die IJeberzengnng zur Seite, dass 
es der christlichen Wissenschaft zum nicht geringen Vorwurfe ge- 
reicht, die Aufgabe einer gewissenhaften Textkritik der LXX bis 
jetzt so sehr vemachlässigt zu haben, dass neuerdings von katho- 
lischer (z. B. Scholz) wie protestantischer (z. B. de Wette) Seite 
ebenso die ausserordentliche Misslichkeit alles Geleisteten als die 
dringende Pflicht einer durchgreifenden Abhilfe anerkannt wor- 
den ist. 

(Hauptau^abe.) Fragt es sich, was zur Beseitigung dieses 
Yorwurfsschweren Mangels geschehen muss, so ergiebt sich als 
Hauptaufgabe eine neue Ergründung der ältesten und wichtigsten 
Textesquellen, um so mehr da von dem höchst mangelhaften Appa- 
rat bei Holmes gänzlich abgesehen werden muss. — (Neues Quellen- 
studium.) Dieses Quellenstudium umfasst: 1) die ältesten noch vor- 
handenen Codices der LXX; 2) alle üeberreste der ältesten d. i. 
der Lateinischen Uebersetzung der LXX; 3) die Fragmente der 
Hexapla des Örigenes (realisirt); 4. die Anf&hrungen aus den LXX 
bei den Vätern vor Örigenes, sowie die bei Philo und Josephus. 

(Beiseuntemehmen.) Entscheidend für dieses Quellenstudium 
ist eine Bereisung der in Betracht kommenden Europäischen Bib- 
liotheken, sowie im Anschluss * daran eine Bereisung der Orienta- 
lischen Klöster und des Berges Athos. 

(Nebenzwecke, aber wesentliche, dieser Reisen.) Dem Haupt- 
zwecke dieser Beisen, der materiellen Anbahnung einer Textreform 
der LXX (mit Einschluss der Apokryphen — dem Sprachgebrauche 
gemäss), treten als Nebenzwecke bei: 1. Sammlung aller noch un- 
bekannten Neutestamentlichen Apokryphen und Alttestamentlichen 
Pseudepigraphen, sowie kritische Nachstudien über die bereits be- 
kannten Schriften dieser Art; 2. Nachforschungen nach den so 
äusserst seltenen Dokumenten für die Apostolischen Väter und für 
alle vor Örigenes in der Kirche verfässten Schriften; 3. Vollendung 
meiner umfänglichen Vorarbeiten fQr eine neue Griechische Paläo- 
graphie, die ein grosses wissenschaftliches Bedürfhiss geworden ist; 
4. Ergänzung meiner dokumentlichen Forschungen für das Neue 
Testament; sowie bei der Bereisung der Orientalischen und der 
Athos-Klöster 5. eine wissenschaftliche Verzeichnung der dortigen 
— was den Orient betrifft, grösstentheils erst durch mich in Eu- 
ropa bekannt gewordenen — Mss.; 6. Erwerbung alter kostbarer, 
besonders Griechischer Mss. 

(Bürgschaft fQr den Erfolg.) Von allen Einzelheiten, die ich 
von meinen früheren fünijährigen Reisen her im voraus weiss zur Ver- 
bürgung des Erfolges der beabsichtigten Forschungen, hebe ich 
nur Eines hervor. * 

(Der entdeckte kostbare Bibelschatz im Orient.) Das ist ein 



Aas d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 1dl 

Griechigches Ms. der LXX von völlig gleichem Alter (4. Jahr- 
hundert) mit dem Codex Friederico-Augnstanns ,,omniam qni in 
Enropa snpersnnt iacile antiqnissimus". Dieses anschätzbare Kleinod, 
das ich 1844 in einem Kloster des Orients entdeckte, aber erst nur 
m den Prolegg. meiner LXX öffentlich andeatete, enthält den ganzen 
JesaiaSy die Bücher Tobias and Jadith and die sämmtlichen Bücher 
der Maccabäer. Für die ersteren dieser Schriften sind bis jetzt 
nar zwei oder drei, ftlr die letzteren (die im weltberühmten Yati- 
canas fehlen) blos ein einziges wirklich altes Unicialms. in der Welt 
bekannt Wäre die Erwerbnng des Originals anmöglich, was ich 
keineswegs fftrchte, so wäre schon eine genaae Abschrift davon 
eine hinreichend lohnende Fracht einer Orientalischen Beise. 

(Allgemeine Wichtigkeit des Unternehmens.) Die Wichtigkeit dieses 
ganzen Unternehmens ist, nach seinen verschiedenen Seiten, ebenso 
groea wie klar. Sie bernht theils aaf dem kirchlichen Interesse in 
historischer and dogmatischer Beziehung, theils auf dem philologischen. 
Das letztere betrifft die Griechische Sprachforschang überhaupt, das 
Neue Testament insbesondere. Nach diesen dokumentlichen kriti- 
schen Arbeiten ^nrd auch die AbfiEissnng einer Grammatik der LXX 
und zwar einer solchen möglich werden, welche die Neutestament- 
liche Grammatik y die einzig sichere Grundlage wissenschaftlicher 
Auslegung, aufs wesentlichste hebt 

(Andeutung zur Ausführung und zu den Kosten.) Was die 
Ausführung der Beise anlangt, so würden drei Jahre die Bereisung 
der Europäischen Bibliotheken erschöpfen, während sechs Monate 
für den Athos, sechs für den Orient zureichend wären. Bei einem 
akademischen Gehalte von 1500 Thlr. würde f&r die Bereisung der 
Europäischen Bibliotheken ein jährlicher Zuschuss von 1000 Thlr. 
völlig genügen, während das Halbjahr nach dem Orient einen Zu- 
schuss von 1200 Thlr. und ebenso viel das nach dem Athos 
erheischte. Für die Erwerbung der oben bezeichneten kostbaren 
Bibelhandschrift deren Europäischer Werth sich auf 10,000 Thlr. 
schätzen lässt, wäre ein Dispositionsfonds von 2000 Thlr. erwünscht 
und jedenfalls entscheidend, vielleicht ebensoviel fQr andere reelle 
Erwerbungen. 

(Die einstigen Publikationen.) Bei den einstigen Publikationen, 
Besultaten der Bibliotheksforschungen, steht keineswegs die Noth- 
wendigkeit besonderer Staatsunterstützungen in Aussicht Im Falle 
der Verhinderung dieser Publikationen würden alle manuscriptlichen 
Vorarbeiten Eigenthum der Begierung. 

(Wichtigkeit der Beschleunigung der Orientalischen Beise.) 
Zuletzt gestatte ich mir noch hervorzuheben, dass, während für die 
Europäische Beise kein besonderer Grund zur Eile vorliegt, eine 
Beschleunigung der Mission nach dem Oriente (vielleicht vom 
Oktober 1850 -^ April 1851) desshalb in hohem Grade erwünscht 

14* 



192 Aus d. Correspondenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 

ist, weil meine Aber die dortigen Bibliotheken gegebenen Änf- 
schlQsse besonders in England grosse Anfinerksamkeit gefunden 
haben, und von dort, wo man die hohe Kostbarkeit alter Griechin 
scher Mss. vollkommen kennt, mehr&che Nachforschungen nach 
meinem Vorgange und meinen Andeutungen zu erwarten stehen. — 
1. August 1850. 

10. Den nämlichen Gegenstand betr. 

Die hohe Gnade, mit welcher Ew. Königl. Hoheit die mir fQr 
meine beabsichtigten Forschungen zugesagte Protektion von nenem 
bestätigt haben, muss mich aufs tiefste verpflichten. Ich lege ein 
zu hohes Gewicht auf Ew. Königl. Hoheit empfehlendes Wort in 
der bezeichneten Weise, um nicht daran die Entscheidung für meine 
Zukunft geknüpft zu glauben. Eben desshalb habe ich zunächst 
nochmals, mit Berufung auf den mich so hoch auszeichnenden 
Wunsch Ew. Königl. Hoheit, ich möchte nur ohne Nachtheil für 
meine Bestrebungen dem geliebten Boden des engeren Vaterlandes 
erhalten bleiben, beim Oberhofprediger Harless nach den mir mfind- 
lieh angedenteten hochgeneigten Intentionen des Kultusministeriums 
fQr mich angefragt. Leider habe ich bis jetzt noch keine Entgeg- 
nung erhalten, was mich einerseits wenig in meinen Hoffnungen 
bestärkt, andererseits der Grund ist, wes^halb ich so unziemlicher 
Weise bis heute auf das letzte gnädige Handschreiben Ew. Königl. 
Hoheit geschwiegen. Dazu kommt, dass ich auch von Wien noch keine 
Entscheidung über die dahin gestellten, vom Grafen Kuefstein 
wiederholt angelegentlichst bevorworteten Anträge emp&ngen habe, 
gegen welche nach Minister Hübner*s Mittheilung vom 24. Juli 
Graf Thun keineswegs gestimmt ist. Soll ich es nun auszusprechen 
wagen, dass mir der Gedanke gekommen ist, bei der leider durch 
so traurige Veranlassung gebotenen Gelegenheit*) müsste ein münd- 
liches Wort des so hoch gefeierten Fürsten der Wissenschaft an 
Se. Kaiserl. Königl. Majestät die noch zögernde Entscheidung aufs 
günstigste gestaltet herbeiführen ? Die Mission in den Orient steht 
in diesen Anträgen gleichfalls im Vordergrund, während ich daran 
die mehrseitige Erforschung der Bibliotheken des Kaiserstaates — 
die mir doch auch die Verfolgung meiner spezielleren Forschungen 
unverkümmert Hesse — knüpfte, und zwar am liebsten, was ich 
jedoch nur mündlich ausgesprochen, in der Eigenschaft eines Mit- 
gliedes der Akademie. Ich unterwerfe jedoch Gedanke und Wunsch 
aufs unbedingtste Ew. Königl. Hoheit gnädigen Absichten für mich, 
und bitte mir huldvollst zu gestatten, dass ich sofort nach erhal- 



*) Anwesenheit des Kaisers Franz Joseph v. Oesterreich in Pillnits 
zum Besuche des Prinzen Albert, der bei Gelegenheit der Oesterreichischen 
Manöver bei Teplitz am 10. September 1850 das Bein gebrochen hatte. 



Aqs d. CorrespoDdenzkreise v. Theologen mit König Johann v. S. 193 

tener ungünstiger Entscheidung von Wien nm hochgeneigteste 
Bealisining der Empfehlung an Se. Majestät den König v. Prenssen 
ersuche. Mein Vertrauen auf Ew. Königl. Hoheit fürstliche Huld 
gegen den so tief verschuldeten Schützling muss freilich gross 
sein, um keine Missdeutung meines Schreibens zu fürchten etc. 
Leipzig, 14. September 1850. 

11. Den nämlichen Gegenstand betr. 

Ew. Königl. Hoheit habe ich die Ehre unterthänigst Bericht 
zu erstatten über die Aufiiahme, deren mich bei der IJebergabe 
jenes huldreichen Handschreibens Se. Majestät der König von 
Prenssen gewürdigt hat Ich stellte mich den 17. Oktober Vor- 
mittags bei A. T. Humboldt vor. Er veranlasste mich — bei dem 
Drange der Umstände — Sr. Königl. M^'estät das Schreiben Ew. 
Königl. Hoheit nebst meinem Codex Amiatinus durch den Flügel- 
adjutanten sogleich übergeben zu lassen. Se. M^yestät, nach abge- 
haltener Bevue im Begrifife nach Sanssouci zurückzukehren, rief mich 
sofort aufs huldvollste zu Sich. Allerhöchstderselbe änsserte laut 
Seine Freude, als Er die Handschrift des Briefes erkannte und 
öffnete ihn sogleich; nur gelang im Angenblicke die Entzifferung 
nicht Von Sanssouci wurde ich um 3 IJhr zur Königlichen Tafel 
befohlen. Nach der Tafel unterhielt sich Se. Majestät wohl 20 
Minuten mit mir. Die neuesten durch Graf Hatzfeld aus Paris 
überbrachten Nachrichten hatten sichtlich auf die Stimmung des 
Königs gewirkt Als ich Sr. Majestät gesagt hatte, dass ich nicht 
gewagt haben würde, mein grosses Anliegen Seiner Gnade nahe zu 
legen, wenn ich nicht die Zuversicht hätte, dass daraus ein neues 
dauerndes Denkmal Seiner Allerhöchsten Huld für Kirche und 
Wissenschaft hervorgehen würde, deutete Er, wenn ich recht gehört, 
auf den kritischen Zeitpunkt hin. Mit der gnädigsten Anerkennung 
gedachte er meiner Arbeiten, über die mir vorher Humboldt gesagt: 
„Sie sind ^er einzige Mann in Dentschland^ der in den letzten 12 
Jahren so viele und so wichtige Werke veröffentlicht hat. Das sind 
wahre Monumenta Germaniae und Ecclesiae Germanae.*^ Zu meinem 
Erstaunen hatte Se. Majestät nunmehr schon meine eigenen Mit- 
theilungen über meinen Plan gelesen, und sprach davon im höchsten 
Grade theilnehmend; Sein besonderes Interesse schien sich an 
manusmptliche Entdeckungen anzuknüpfen, wie sie etwa auf dem 
AÜios gelingen könnten. Ich erwähnte, dass Bunsen im Winter 
1849 zu mir gesagt: „Lassen Sie solche Schätze, die Sie entdeckt 
und noch nicht gehoben, nur schlafen". Der König theilte mir 
darauf mit, dass ihm Bnnsen kürzlich eine eigene litt'Orarische Ent- 
deckung vorgetragen habe; sie bezog sich auf den Verfasser der 
dem Qrigenes zugeschriebenen <piXoao(povf4€ya. Heber solche Entdek- 
kungen Bunsen's sprach Sich Se. Mtgestät vortrefflich aus. Als ich 



194 Aus d. Correspondenzkreise v* Theologen mit König Johann v. S. 

später mit Homboldt nach Potsdam zurückfahr und ihm sagte, 
dass sich meine Wünsche damit erfüllen würden, wenn Se. Majestät 
eine jährliche Unterstützung von 200 Frd*or auf vier Jahre gewährte, 
so sprach er dafQr zuversichtliche Hoffnung aus, und wollte 
diese nicht vom kritischen Zeitpunkt abhängig wissen. Vorher hatte 
er geglaubt, dass es sich um ein viel grösseres Opfer handle nnd 
um eine glänzende Berufung nach Berlin; dagegen hatte er nnver- 
holen sein Bedenken geäussert, das zumeist seinen Grund in den 
Verhältnissen des Kultusministeriums hatte. Davon sprach er mit 
der tiefsten Betrübniss, und leider haben Männer, wie Karl Bitter, 
seine Worte bestätigt. Bald nach meiner Bückkehr ersuchte ich den 
Geh. Kabinets-Bath Illaire, jene Fassung meiner Wünsche bei Sr. 
Majestät zu vertreten und hervorzuheben, dass mich nichts glück- 
licher machen würde, als wenn das Unternehmen zu einem Denk- 
mal der Freundschaft zweier hocherlauchter Fürstenhäuser würde, 
welche die Einheit des lebendigen Glaubens und die grossmüthige 
Förderung der Wissenschaft über alles theuer achten. In dieser 
hohen Hoffnung stehe ich nun noch heute. Gebe Gott, dass aus 
den huldreichen Worten Ew. Königl. Hoheit die herrliche Fracht 
reife. — Ich habe meinem Schreiben meine Acta Apostolorum 
apocrypha beizufügen gewagt. Mö<;hten Ew. Königl. Hoheit 
diesem Buche, sowie meiner Holländischen Preisschrift eine gnädige 
Aufnahme nicht versagen; das Urtheil Ew. Königl Hoheit wird 
für mich den höchsten Werth haben müssen etc. Leipzig, 21. De- 
zember 1851. 

[562.] Brnchstficke von Emser's Niedersächsischem 
Neuem Testamente, Rostock 1530"^). 

Nachdem durch Dr. Hofmeister's Beschreibung der in Bostock 
gefundenen Blätter der Niederdeutschen Uebertragung von Emser's 
Hochdeutschem Neuem Testamente die Aufmerksamkeit auf dieses 
„verschollene Buch'' gelenkt war, gab gleich darauf Pfof. Schott 
Kunde von dem in Stuttgart aufbewahrten fast unversehrten 
Exemplare dieser bibliothekarischen Seltenheit der Beformationszeit 
Die von dem Archivare Dunkelmann in Bostock gefundenen Bruch- 
stücke (s. Wiechmann's Mecklenb. altniedersächs. Literatur III S. 80) 
bewiesen, dass der Druck wirklich mit der Apostelgeschichte schloss. 
Es dürfte den Lesern von Interesse sein, zu erfahren, dass vor 
kurzem in Livland noch einige Fragmente des seltenen Druckes 
zum Vorschein gekommen sind u. zwar ebenso wie die Bostocker 
aus den Deckeln von Büchern des 16. Jahrhunderts. Das Nähere 
über den Fund theilte der Unterzeichnete in den Sitzungsberichten 
der „gelehrten Estnischen Gesellschaft zu DorpaV' (Sitz.-Ber. 1888, 

•) Nachtrag zu Anz. J. 1878. Nr. 900 u. 1147. 



Brachstücke von Emser's Niedersächsischem Neuem Testamente. 195 

S. 136 ff. u. 149 ff.) mit. Damach wurden die ersten Bruchstücke 
(80 Blätter) in den Deckeln der von AI. Einhorn verfassten u. bei 
Jubann Stöckelmann n.' Andr. Gutterwitz anno 1572 in Bostock 
gedruckten „Kirchen Reformation des Fürstenthumbs Churlandt vnd 
Semigallien'* Ton dem Unterzeichneten gefunden. Das Exemplar 
des jetzt ziemlich seltenen Werkes gehört der Estnischen Gesellschaft 
Darob die Nachricht von dem Funde aufmerksam gemacht, entdeckten 
dann der Pastor Enüpffer zu Ampeln in seinem eignen u. der 
Baron H. Bruiningk in .dem der Bitterschafts - Bibliothek zu Riga 
gehörigen Exemplare derselben ,,Eirchen Beforniation" weitere 
Brachstücke. Von den dem Enüpffer*schen Exemplar entnommenen 
a. der Estn. Gesellschaft geschenkten 27 Blättern deckten sich 15 
mit den entsprechenden des ersten Fundes. Der aus diesen Dor- 
patem Bruchstücken sich ergebende Text des N. T. gehört den 
drei ersten Evangelisten an: 

Matth. 1,1-19; 2,1 — 8,3; 4,81 — 5,15; 5,28— -6,81; 7,16—8,2«; 

9,10—10,18; io,«r— 12,34; 12,18—13,15; I3,3o-4o; 14.6—15,9; 

15,26—163; 17,15—18.8; 18,19—19,17; 20,5-26; 21,31—24,27; 
24,^6—25,35; 26,3-«; 26,«7— 28,15. — 

Marc. 1,6-^5; 2,19 — 4,13; 4,33—6,30; 6,53 — 7,2?; 8,10-32; 

d,3l-60; 10,21-52; 11,1-13; 11,21—12,»; 13,1^15; 18,25; 14,1-485 

14,61 — 16,«o- — 

Luc. 1,1—4; l,M-68; l,7o-8o; 2,4-34; 8,16-37; 4,i — 5,5; 

5,26 7,8; 7,25-39* 

Die Bigaer Bruchstücke sollen Theile aus Marcus, Lucas u. 
Johannes enthalten. — 

Dorpat, im April 1884. Dr. W. Schlüter. 

[563.] Zwei Handschriftenkataloge des X. Jahrhunderts*)« 

Yeröffentlieht tod Hermann Hagen in Bern. 

A. Wilmann*8 verdienstliche Mittheilungen über die alten 
Lorscher Handschriftenkataloge im Bhein. Museum XXIII S. 885 ff., 
sowie gleichartige Publikationen anderer Gelehrten in der neuesten 
Zeit regten den Unterzeichneten an, durch die Veröfifentlichung von 
zwei in der Bemer Handschriftensammlung entdeckten alten Ver- 
zeichnissen zur Vervollständigung des hierher gehörigen Materials 
beizutragen. 

Der erste Katalog befindet sich im Cod. Bern. IIP, der, mit 
den proverbia Salomonis beginnend, des Hieronymus Bibelüber- 
setzung bis zum Anfang der Apokalypse enthält (der Codex ist hinten 
verstümmelt) als Fortsetzung von Cod. ni% welcher den ersten 



*) Mit freundlicher OeDehmigang des Herans^.^s aas den Jahrbüchern 
f. elaasMche Philologie hrsg. von Alfr. Fleckeisen XV. Jahrg. 1869. 8. 510 - 12 
abgedmekt. 



196 Zwei Handschrifbenkataloge des X. Jahrhunderts. 

Theil des Hierooymus bis za den Psalmen sepräsentirt, unmittelbar 
hinter Ezra auf einer leer gelassenen Seite, von einer Hand des 
zehnten Jahrhunderts, während der fortlaufende Text aus dem achten 
oder neunten Jahrhdt. stammt. 

Auetores huius monasterii. Yirgilius (übergeschrieben Seruius). 
boetius. sichemachia. Terentius. Sedulius. Alcimus. Arator. Teren- 
tius. tres (übergeschrieben illl*) auiani. Catonem. Prosperum. Aui- 
anum. Waltarinm. Esopum. Albinum. hamaraedum. lib. pronosticorum. 
Prudentium sichemacMe. Dialogum gregorii. lib. paralipomenonis (!). 
Ysodori tres. Passio sancte felicitatis. Passionarii tres (tres durch- 
strichen, darüber duo). expositiones dno super genesin. Expositiones 
super y libros moysi. Augustinum de sancta trinitate. Expositio 
super apocalipsin. Augustinus de deo concördis. Expositio super 
cantica canticorum. Alquinum. lib. pronosticorum. Vita patrum. 
Begula clericorum. Epistole ieronimi ad eustochium. Epistole de 
gradibus sacerdotalibus. ysodori super leuiticos. Quadraginta omelia 
gregorii. Pastoralis cura. lib. pastoralis regule. lib. quid significeut 
uestimenta ecclesiae. lib. de regibus. fisiologus. uita sancti medardi. 
lib. sanctorum patrum de fide. II Expositiones super spalitrium 
(psaltrium). Omelie super euuangelia. Tria historia super genesi. 
Passio sancti quiutini. Expositiones super euuangelia. Epistole 
magni alexandri regis. De reuelatione capiti sancti iohannis. Oratio 
sancti augustini. Liber pröseri (Prosperi) de contemplatina uita. 
Liber yerouimi super duodecim explanitiones prophetarum. Passio 
sancti lantberti. commentorium ieronimi presbyterL Liber calcala- 
torie (80) artis. Sermones sanctorum patrum. lib. de decem cordis. 
lib. de sancta trinitate. Missales libri tres. 

Eine andre etwas jüngere Hand (des zehnten oder elften 
Jhrhdts.) hat noch folgendes hinzugefugt: expositio super epistolas 
pauli. Deere ta affricani concilii. Eomanus ordo. De lege ribuaria. 
Augustinus super episfcolas iohannis. Dialogus Seueri. Epistolae 
iacobi. Augustinus super matheum. Aug. ad thimasium. expositio 
raboni (so), Beda de temporibiis. Collectarii tres. Beda de sanctis 
locis. gradalia Y. antiphonarii IUI. psalteria IUI. plenaria IUI. 

Die häufigen Schreibfehler machen es wahrscheinlich, dass 
wir es nicht mit dem Original, sondern mit einer Copie zu thun 
haben. 

Der zweite Katalog steht im Cod. Bern. 433 saec. X, der 
den neuerdings von J. Simon genau verglichenen auctor ad Heren- 
niam, früher vorn defekt, jetzt vollständig enthält, und zwar auf 
der letzten einst leer gelassenen Seite. Voran gehen folgende 
Namen: Wincerus Johannes Warembaldus Bemacer letaldus azelinus 
wincerus baue dominicus Constantinus erinardus hubertus warnerns 
oda bezela liezenna emma. Das Verzeichniss selbst stammt von 
einer Hand des zehnten oder elften Jbrbdts. 



Zwei Handschrifteokataloge des X. Jahrhunderts. 197 

Bethorica ciceronis. Timeus plato. Porphirins cnm categoriis 
aDgnstim. öimphosius lib. Begulae astrolapsos. lib. I de astrono- 
mia. lib. de atilitatibus astrolapsis. Exceptiones prisciani (corri- 
giert de prisciano). Corpus dialecticae. Priscianus maior cum 
minore de constructione. item de constructione (am Bande: Prisci- 
anus de XII nersibus). I. Virgilius. I. Tereutius. I. Horatius. 
L Salostius. I. Boetius. I. iuuenalis cnm persio in nno uol. £x- 
ddium troiae. Prndentius maior. Item prudentius minor cum Ara- 
tore. Item prudentius minor. Item arator. Sedulii II. Auianus I. 
Cato I (corrigiert Catones U). Donatus minor cum maiore et bar- 
barismo et coniugationibus. Beda de metrica arte I (am Bande: 
item donatus cum. coniugationibus). Seruiolus I cum esopo. Tres 
libelli declinationum Euticius. Priscianus de formatione. I. Carmen 
de quibufldam lapidibus moraliter pertractat (am Bande: wigrat. 
Wco.) Macrobius. Musica (am Bande: tres quaterniones de musica 
^üi). Ad deodatum. ad augustinum. Commentum boetii in cathe- 
^orias aristotelis. Commentum boetii 6 super isagogas. Periermenia 
^Palei cum periermenüs aristotelis. Bethorica ciceronis ad heren- 
^Qm. Commentum super iuuenalem. 

Leider war es dem Herausg. nicht möglich, sicher ausfindig 
'Q machen y aus welchen Klöstern die Handschriften stammen, in 
denen die vorliegenden Kataloge anzutreffen sind. Die erstere ist 
^^^ Bongarsius* Namen gezeichnet, die letztere jedoch kann kein 
^^Oden PossesBoris aufweisen, was übrigens unsere Annahme, dass 
^^^ zur Boogarsiana gehörte, nicht umstösst. Dagegen ist bei der 
^^OBsen Zahl von Klöstern, welche zur Bongarsiana Contingente 
^^liefert haben, vorläufig die Frage nach der Herkunft offen zu 

Zu der zweiten Schrift des zweiten Katalogs Timeus Plato 

■^^^n ich eine kleine Notiz mittheilen, welche für die Geschichte 

^^teinischer Uebersetzungen Piatons im Mittelalter von Interesse 

^^Ui dürfte. Im Cod. Bern. 13% in welchem die zwölf ersten Bücher 

^On Augustinus de civitate dei stehen, befindet sich am Schluss 

^on einer Hand des elften Jhrhdts folgende hübsche Glosse : L A N. 

Bententia quam beatus Augustinus de Tymeo Piatonis sumit et in 

tercio decimo huius operis libro ponit, cuius principium est: 'uos 

qai meo satu orti estis attendite: quorum operum ego parens 

eiofectorque sum' et cetera (Aug. de civ. dei XIII 16 s. 509, 10 

Dombart) sie in ea translatione Tymei gtia nunc utimur et a 

Caldio ewponitur inuenitur: *Dii deorum quorum opifex idem 

paterque ego, opera siquidem mea dissolubilia natura me tamen ita 

uolente indissolubilia. Omne siquidem quod iunctum est natura 

dissolubile; at uero .quod bona ratione iunctum atque moderatum 

est dissolui neue non est dei. Quapropter quia facti generatique 

estis immortales quidem nequaquam nee omnino indissolubiles. 



198 Hauser iana. 

Nee tarnen nnquam dissolaemini nee mortis necessitatem snbibitis 
quia uolantas mea maior est omni nexu (corr. aus sexu) et uege- 
tatior ad aetemitatis cnstodiam quam illi nexus'. 

[564.] Hanseriana. 

Der Umstand, dass ich mich mit der Zusammenstellang der 
Kaspar-Haaser-Litteratur mit einer gewissen Vorliebe u. eingehend 
beschäftigt u. dieselbe, sobald eine neue einschlägige Schrift er- 
schienen war, fortdauernd zu vervollständigen gesucht habe, hat 
mich, wie es scheint, bei Einigen in den Verdacht gebracht, als 
ob ich von dem Kaspar-Hauser-Falle mehr als Andere wisse , u. 
f&r mich desshalb ein spezieller Grund vorliege, die betreff. Litte- 
ratur aufmerksam zu verfolgen, um zur Vergewisserung von dem, 
was mir bereits über den Fall bekannt sei, vielleicht noch einiges 
zweckdienliche Material darin zu finden, das mich in den Stand 
setze, zur Aufhellung des Mysteriums mit beizutragen. Dies ist 
nun keineswegs der Fall. Mich hat, wie so gewiss auch viele 
Andere, von Haus aus die Kaspar-Hanser- Geschichte nur um ihrer 
Seltsamkeit willen interessirt n. veranlasst, die dai*über erschie- 
nenen Schriften, so viele ich deren erlangen konnte, zu lesen, um 
zu sehen, ob ich mir aus den einander sehr widersprechenden 
Nachrichten über Kaspar Hauser, den ich einerseits als „Opfer 
eines Verbrechens'' geschildert n. andererseits wieder als einen 
„Betrüger'' verdächtigt fand, ein nur irgend der Wahrheit nahe 
kommendes Bild von dem Findlinge zu machen im Stande sei. 
Glücklicher Weise war mir durch meine amtliche Stellung ausser- 
ordentlich günstige Gelegenheit geboten, sehr viele u. namentlich 
alle wichtigeren Schriften über Kaspar Hauser zu Gesicht zu be- 
kommen, u. vornehmlich einen Einblick in die verschiedenen Strö- 
mungen zu erhalten, die sich in der Meinung des Publikums über 
Kaspar Hauser geltend gemacht haben. Die ohnehin sehr unwahr- 
scheinliche Verdächtigung, dass Kaspar Hauser ein Betrüger ge- 
wesen sei, ist in neuerer Zeit verstummt, u. der Findling gilt nur 
noch als das Opfer eines Verbrechens. Wem freilich das Ver- 
brechen zur Last gelegt werden soll, ist die Frage. Unter den 
mannigfachen darüber aufgestellten Vermuthungen, ist die Wahl 
nur zwischen zweien übrig geblieben, u. zwar zwischen einem 
hochgestellten katholischen Geistlichen u. dem Badischeu Hofe, 
auf welchen letzteren schon von dem berühmten Criminalisten 
Feuerbach die Aufmerksamkeit hingelenkt worden, u. die öffentliche 
Stimme, wenn sie auch einmal eine Zeitlang geschwiegen hatte, 
doch wieder zurückgekommen ist, so dass man es in neuerer Zeit 
für zweckdienlich n. nothwendig gehalten hat, durch Vermittelung 
des Hamburger Oberstaatsanwalts Mittelstadt offizielle Schriftstücke 
bekannt machen zu lassen, die den Verdächtigungen des Badischen 



Haaseriana. 199 

Hofes allen Boden entziehen sollen. Zweckmässiger wäre es aller- 
dings gewesen, dies zeitiger za thon, u. nicht erst dnrch das von 
Seiten des Badischen Hofes seither beobachtete Stillschweigen den 
gegen ihn gerichteten Verdacht weiter foiiwuchem zu lassen. Eben 
diese za späte Veröffentlichung der offiziellen Schriftstücke u. zu- 
dem die schroffe Art u. Weise, wie Mittelstadt alles das, was nicht 
in seinen Kram passt, abwies — er suchte sogar die Oegner der 
Yon ihm vertretenen Sache durch die polizeiliche Drohung, wer nun- 
mehr noch an der Unschuld des Badischen Hofes Zweifel äussere, 
der thue es auf seine Gefahr hin, mundtodt zu machen — haben 
nichts weniger als dazu geführt, den gegen den Badischen Hof 
gerichteten Verdacht ganz zum Schweigen zu bringen. Vielmehr 
haben sie dem unter dem Pseudonym F. K. Broch als Verfechter 
der Abstammung Kaspar Hauser's vom Badischen Fürstenhause 
1859 aufgetretenen Verf. einer Schrift über die Kaspar-Hauser- 
Geschichte, von dem auch mehre Mittheilungen darüber in der 
Frankfurter Zeitung herrühren, Veranlassung gegeben, die Mittel- 
8tädt*schen Veröffentlichungen sammt denen von Hickel u. Meyer, 
die ebenfalls dazu bestimmt sind, den Verdacht vom Badischen 
Hofe abzulenken, in einer im letztvergangenen Jahre erschienenen 
Schrift einer durchaus abfalligen Kritik zu unterziehen. Diese 
Schrift führt den Titel: 

,,flafpat (»aufer. Vettere unb neue Seiträge lux Huf^ung bet 
^efd^ij^te bed Ungtüdlidben üon ®. ^riebridb Itolb. Stegen^burg, Sop« 
penrat**). 1888. qx. 8«. 331 6." 

Dieselbe besteht aus folg. zehn Abschnitten: 1. Wie der Verf. 
veranlasst ward, sich um die Sache Kaspar Hausers zu interes- 
siren; 2. Aus den Mittheilungen des Geheimraths Welcker; 3. Mitthei- 
longen des Hofgerichtsdirectors Christ; 4. Die drei ofüciellen Acten- 
stäcke; 5. Dr. Meyer u. Hickel; 6. Ist es physisch möglich, dass 
Hauser einen Selbstmord ausführte; 7. Die Hickersche Erdichtung, 
ein 25 bis 30 Jahre späteres Fabrikat, als sein Datum; 8. Lord 
Stanhope, Lehrer Meyer; 9. Einzelne Notizen; 10. Verhaltnisse am 
Badischen Hofe zu Ende des vorigen u. zu Anfang des jetzigen 
Jahrhunderts. 

Das Erscheinen der vorgenannten Schrift' hat einem Ungenannten 
Veranlassung dazu gegeben, „ohne eine erschöpfende Kritik all* der 
Streitschriften vorzunehmen, welche über Kaspar Hauser erschienen 
sind, nur mit leichten Strichen die Oeschichte des Findlings zu 
zeichnen, wie sie im Lichte der neuesten Forschungen (vornehmlich 
Kolb's) erscheint.^ Diese Zeichnung findet sich in: 

*) Im Verlaj^e von Coppenrath ist auch erschienen: Das Portrait 
des Nümbeiger Fmdliogs Kaspar Hanser ; nach einem bei seiner Ankunft 
in Nflmberff gefertifrten, woblc^etroffenen Bilde, in Lichtdruck ausgeführt, 
von Jos. AlD^ Hofphotograph in München. Cabinetformat 



200 Neueste Beiträge zur Faustlitteratar. 

„fiaSpax Käufer. @nti&. im SonntagSsStatt für Sebetmann avS bem 
SBolfe. Segr. bon 0. 9tu))piud. SReb.: 31. W^iV^ tn Serlin. 1884. 
4^. 9lr. 3. & 33—36; 9lt. 4. ©. 45—47; 9lr. 9. 6. 105—8; 
9lr. 11. ©. 129." 

Ueber Kaspar Hanser^s Abstammung yon einem hochgestellten 
katholischen Geistlichen findet sich in: 

,,S$eftermannd idufttitten beutfd^n 3)'lonatds$)eften Md. bon Sv. @piel« 

^agen. 28. ^a^rg. t>ft. 331. Sraunfcbmeig. 1884. gr. S^ unter 

Seütn Sdbüdtng, Sebenderinnerungen, eine ©teile 6. 48—52/' 

Der Verf. glaubt seiner Sache ganz sicher zu sein; es ist 

aber die Frage, ob er viele gläubige Leser finden wird. Grosse 

Wahrscheinlichkeit hat der umstand gerade nicht, dass, um die 

Abstammung E^par Hauser's von einem hochgestellten katholischen 

Geistlichen zu verbergen, ein solcher Apparat von Vorkehrungen 

nothwendig gewesen sein würde, wie er in Wirklichkeit, wohl kaum 

ohne Mitwirkung mehrer Personen u. ohne Aufwand grösserer 

Mitte), in Gang gesetzt worden ist. J. P. 



[565.] Neueste Beiträge zur Fanstlitteratnr*). 

161. Gatalog des Antiquarischen BOcherlagers von J. Scheible 
in Stuttgart. IT. Abth. Druck von Brügel & Sohn in Ansbach. 
(1883.) gr. 80. Betr. S. 84—86: Dr. Faust. 

* The Life and Death of Doctor Faustus; made into a Farce 
by Mountford. London 1697, mit Einleitung und Anmerkungen 
herausgegeben von Otto Francke. 

Soll in den im Verlage von Gebr. Henninger in Heilbronn 
erscheinenden „Englischen Sprach« u. Literaturdenkmalen des 
16., 17. u. 18. Jhrhdts hrsg. von K. Vollmöller" veröffentlicht 
werden. 

* Marlowe's Faustus and Groethe's Faust. From the German 
by John Auster. With Introduction by Henry Morley. London, 
Eoutledge. 1883. 8^ 312 S. 

Gehört zu „Morley's Universal Library," 

* Dr. Faustus by Marlowe. Treuer Abdruck der ersten Quart- 
Ausgabe (1604) mit den Varianten der späteren Ausgaben heraus- 
gegeben von Hermann Breymann. 

Soll in den im Verlage von Gebr. Henninger in Heilbronn 
erscheinenden „Englischen Sprach- u. Literaturdenkmalen des 
16., 17. u. 18. Jhrhdts hrsg. von K. Vollmöller" veröffentlicht 
werden. 

Sodann &)p\e^, ber Herausgeber beS gaufi^SSud^eS, unb fein Serlag. 



*) Fortsetzung von Anz. J. 1883. Nr. 139. 



Neueste Beiträge zur Faustlitteratur. 201 

8on %u 3Anidfc. Sitt^. in Ui Sdlage jut [SRünd^net] > allgemeinen 
3eitunfl 1883. qx. 8^ S. 3609—11. 

* La Lögende de Faust; par Emest Faligan. (Conference 
faite au Gerde catholique d'onvriers de Saint-Joseph-da-Tertre-Saint- 
Laurent, ä Angers, le 19 mars 1882.) [Extrait des Mömoires de 
la Sociötö d'Agriculture, Sciences et Arts d'Angers.] Angers, La- 
chtee et Dolbeau. 1883. 8^ 63 S. 

3)ie Sage üom £octot gauft. Son %t. (»eibig. (3m Hnfc^Iuffe 
baran: ^ufhotion t)on öcenen aui ber Seipjiger Sluffü^rung ber beiben 
tbeile i9on ®oetbe*d Sauft.) I— II. Sntb.' in ber @kirten(aube. SaufttivteS 
gomilienblatt begr. Don e. «eil. 1883. geipjig. 4<>. 3^t.41. ©.671—76 
äftt. 42. 6.685—87. 

Ser biftotif^e Sauft. 6tubie x>on Sart ffiefemetter. I— III. Sntb. 
in ber 3)eutf(ben 3^hmg. Unter ÜRitmirfung ber nambafteften Scbrift« 
fidler br«g. Mn 0. SanCe. XX. 3abrg. 1883. Berlin. 4^. 3lx. 22. 
ep. 647—50; Sir. 23. 6p. 721-25; 9lr. 24. 6p. 793—97. 

$rometbeud, t>iob unb Sauft. SBon ^Ifreb Siefe. (Sntb. in ber 
Mage jur [aRfini^ner] SlOgemeinen Seitung 1883. gr. 4<^. 9lr. 311. 
e. 4579—80. 

* Etüde artistique et littöraire sor Faust (Goethe, Delacroix, 
Berlioz, A. Schiffer, Schumann, Ch. Gounod); par C. Bellaigue. 
[Extrait du Gorrespondant, 10 ddcembre 1883.] Paris, Gervais. 
1883. 8». 37 S. 

* Sauft. (Sine Zragöbie r>t>n @oetbe. Seibe Zbeile in 1 Sanbe. 
^ttgart, (Sotta. 1883. 8^ 305 6. 

* (Soetbe'Ä SBerfe. 9b. IV: Sauft. (Slberfelb. SoO*« 9la*f. 
1883. 8». 123 u. 192 6. 

* d^oetbe'd Sauft in ftenograpbifcber (Sotrefponbenafcbrift nadb ®abeld> 
^ei r>on flarl Saulmann. SBien, »ermann & Slltmann. 1883. (I. S^. 

142 S. 

* Faust of W. von Goethe; tr. by Anna Swanwick. New 
York, White Stokes & Allen. 1884. 16^ IV, 261 S. 

* Faust, tragMie de Goethe. Edition nouvelle, avec une in- 
Muction et un commentaire, par M. B. L^vy. Paris, Delagrave. 
1883. gr. 12«. XXXn, 262 S. 

* Le Faust de Gk)ethe (traduction); par Marc Monnier. 
U. Edition, revue et augment^e d'une präface et d'un appendice. 
Paris, Fischbacher. 1883. kl. 12». XXIV, 264 S. 

^ Songs and Scenes from Goethe*s Faust; illustrated from 
designs by A. Liezen Mayer and Ad. Lalauze. Baltimore, Estes 
& Lauriat. 1884. 8^ 

Gehört zu „Songs from the great Poets.*' 



202 Keneste Beiträge zur Fanstlitteratur. 

* Fauste: tragedia di Wolfango Qoethe. Parte seconda. 
Milano, Sonzogno. 1883. lö«. 176 S. 

Gehört zar lyBiblioteca aniversale, o. 85 — 86." 

* Fauste: tragedia di Wolfango Goethe. Firenze, tip. Salani. 
1883. 82<>. 185 S. 

* Goethe, Faust Przeklad Paszkowskiego. (Goethe's Faust 
von Josef Paszkowski.) Erakau, Gebethner & Co. 1883. 8^. 
498 S. 

* Goethe. Faust. (Biblioteka Mröwki, tom. 84 — 86.) Lw6w, 
ksiQgarn. polska Sambor. 1883. 16^. 208 S. 

* Goethe's Faust und die Grenzen des Natorerkennens. Wider 
,Goethe und kein End' von Emil Du Bois-Beymond. Von Alfred 
Frhr. v. ßerger. Wien, Gerold's Sohn. 1883. gr. 8*. 40 S. 

„Sauft" im 3a^ 1883 ju ffiten. ^tm $aul 3)e^n. 6nt6. in 
bei Qviiopa, reb. i9on (>. Aletnfteubet. 1883. Seipits, Iteil. 4^. 
Kr. 6. ©p. 205—10. 

Die vegetarische Weltanschauung in Göthes Faust. Vortrag 
gehalten am 22. Januar 1883 im Musiksaale der Königlichen Uni- 
versität zu Breslau von Max Engelmann. Breslau, Langmann. 
1883. gr. 8^ 37 S. 

'*' %au^ unb lein (Snbe! Sriefe eineiS f(atf)iÄ\kn an feinen Sfreunb. 
t)eTau3gegeben üon ©flon 3pfe. (Srefelb, Älein. 1883. 8^ 64 ©. 

etubien über ®oet^. 9ion 98i(be(m 6(!berer. gaufl. (Sntt in 
bet ^eutf(ten ^unbfd^au ^iSg. x>dn 3. SRobenberg. X. ^a^rg. 1884. 
ajerlin, ®ebr. ?aete(. gr. S^. ?)ft. 8. 6. 240—65. 

* Wolfango Goethe ed il ,Faust'. Conferenze lette nel gabi- 
netto di lettura di Beggio-Calabria da Franc. Moscogiuri. Borna, 
tip. Forzani e C. 1883. 8®. 69 S. 

* Calderon et Goethe, ou le Faust et le Magicien prodigieux. 
Memoire couronn^ par l'Acad^mie rojale d'histoire de Madrid, au 
concours du centenaire de Calderon. Par Ant Sauchez Moguel. 
Traduit en fraD9ais, pour la premidre fois, par J. G. Magnabal. 

'Paris, Leroux. 1883. 18«. XXVI, 216 S. 

* ^(Idrung ber gauft s SSorftellungen am tönigl. Sl^ater }u $>an# 
notier. 9Jlit ^enu^ung ber üom $rpfeffor 3)ün&er herausgegebenen Qu 
Iduterungen iufammengefteUt pon $). 9RüUet. $)annot)er, i^lming. 1883. 
8». 55 e. 

3n>ei Titanen, $rometbeud unb Sauft, ©n Vortrag t)on ^btiftian 
aWuff. ?)aUe, aKüblmann. 1883. 8«. 53 ©. 

3)te (Sntftebung bed gauft. Son ^onftantin SRöftlec. (Snt^. in ben 
©ren^boten. 3eitf4rift für $olitit, Siteratur unb Itunß. 42. ^a^rg. 



Neueste Beiträge zur FausÜitieratar. 203 

8e*jla, «)eriH|. 1883. gr. 8» Sfh. 48. S. 436—45, 9lr. 49. 
e. 487—502, 9lr. 52. ©. 659—78. 

Zur Vorgeschichte des Goethe^schen Faust. Von Erich Schmidt. 
Enth. im Ooethe- Jahrbach hrsg. von Ludwig Geiger. Bd. II — IV. 
Frankfurt a. M., Literar. Anstalt. 1881—83. 8^ 

Enth. im 11. Bde S. 65 — 86: I. Lessings Faust; im m. Bde 
S. 77—131: IL Faust und das 16. Jahrhundert; im IV. Bde 
8. 127—40: IIL Johann Valentin Andrea. 

* ^ret popuI&r>p^iIo[o))^tf(i^ Q^atß i9on ÜRa; Sd^neibeioin. — 1. 
Htt^r €(bo))en^uer unb 6buatb i9on {)artmann. @tne $araUde gmifti^n 
bet ))()i(ofop^f(teit u. meufd^liciben $erfönli(t(eit SBeiber. 2. ^bolp^ Steubel, 
tin $l)iIofop]ft ber ®egentDatt. 3. (und ber geflägelten Sßorte be« ©oet^e^ 
\im Sauft ald ^atmonifcbe Söfungdformel bed mobemen Sehend. IL ^uf^ 
la^. ()ame(n, guenbling. 1883. S^. 

* ^ie Slufffi^iung bed ganjen gauft auf bem SBtener $>ofburgs 
tWter. 9la4 bem erften dinbrud befprixi^ bon ^il 3uUud Sii^Töer. 
^ilbxonn, (»enninget. 1883. gr. S^. XII, 58 6. 

Miscelle zu Faust. Enth. in Goethe -Jahrbuch hrsg. von 
L. Geiger. Bd. V. Frankfurt a. M., Liter. Anstalt. 1884. gr. 8^ 
8. 312—23. 

* Göthe's Faust-Dichtungen. Von 0. ümfrid. [Aus: „Cor- 
resp.-Bl. f. d. Gelehrten- u. Realschulen Württembergs."] Tübingen, 
Pues. 1881. gr. 8^ 92 S. 

* Die Walpurgisnacht im 1. Theil von Göthes Faust. Von 
Carl Geiger. [Aus: „Correspondenzbl. f. d. württ. Gelehrten- u. 
Realschulen."] Tübingen, Fues. 1883. gr. 8^ 18 8. 

* eeitfaben lUX 1. ^uffü^rung bed 2. Z\)iile& bon ©oet^e'd gauft 
in bet IBütineneinncbtung bon ^uHud äBert^r. 11. Auflage. Stuttgart, 
»ettier. 1883. 8^ 29 ©. 

* The intellectual and moral Problem of Goethe*s Faust. 
Parts 1 and 2, by A. Wysard. London, Trübner & Co. 1888. 12 ^ 

(^oet^'d „Sauft'' [in ber ^ebnent*f4en ^Bearbeitung] ald „Wp» 
fterium". SJon anotife »raf*. (Snt^. in ber 3üuftrirten Seitung. 
82. »anb. 3Rr. 2128. fieipjig, SBeber. 1884. gol. S. 309—11 
n* 2 eingebr. (»olifdbtu 

* Goethe lisant Faust devant la cour de Saxe- Weimar. 
Nach Mto in Mezzotinto gest. von G. Manigaud. Neue Ausgabe. 
Leipzig, Vogel (1883.) 49 u. 69 Cm. 

* Faust: le Laboratoire; la Cath^drale. Paris, chromol. 
Lemercier et Gie; Fichtenberg ^dit (1883.) 

* Faust et Margnerite (6 sujets), par B^came. Paris, Cham- 
penois et Gie. Chromolith.-Mit (1883.) 



204 Henesto Beiträge zur Fansüitteratur. 

* Fatist et Marg^ueiite. (Scene im Zimmer von Mephisto 
belaascht ,,0 schaudre nicht etc.") Kach Gabr. Ferner gesi y. 
Alph. Lamotte. Paris, BaUa. (1883.) 57 V, a. 86 Vt Cm. 

* La Damnatioo de Faust, legende dramatiqoe en qnatre 
parties. Mnsique d'Hector Berlioz. Paris^ Bichanlt & Cie. 1883. 
12^ 70 S. 

* Eine Faust-Symphonie in drei Charakterbildern von F. Liszt, 
f. Pfte zu 4 Händen, arr. von Stade. Leipzig, Schuberth & Co. 
(1883.) 

* Bine Faust -Ouvertüre für grosses Orchester, von Bichard 
Wagner. Erleichterte Bearbeitung f. Pfte yon B. KleinmicheL 
Leipzig, Breitkopf & HärteL 1883. 

* Faust: a Bomance by G. W. M. Beynolds. With 11 Illu- 
strations by Sir John Gilbert and Henry Anelay. London, Dicks. 
1883. 8». 176 S. 

Gehört zu „Dicks* English Novels." 

Faust, op^ra en cinq actes. Par C. Gk)unod. Fartition 
piano solo, r^duite par E. Perier. Paris, Choudens p^re et fils. 
(1883.) 

* Les Optras c^ldbres, duos concertants pour piano et orgue, 
par Benaud de Yilbac. Paris, Choudens pdre et fils. 1883. 
Entb. u. a.: Faust, de Gounod. 

* Perles enfantines, r^cr^ations tr^ faciles sur les operas 
c6l^bres, pour piano k quatre mains; par C. Milton: Faust, de Ch. 
Gounod. Paris, Choudens p^re et fils. (1883.) 

* Faust, op6ra en cinq actes de Ch. Gounod: ballet pour 
piano ä quatre mains, par Benaud de Vilbac. Paris, Choudens 
pöre et fils. (1883.) 

* Mefistofele d'Arrigo Boito. Milano, tip, Bicordi. 1882. 
16<>. 44 S, 

* M^phistoph^l^s par A. Boito. — Ballade du Sifflet. A 
deux, Marguerite et Faust III. acte. Bomance Faust, Epilogue. 
La mort de Marguerite, Complainte III. acte. Duo d'amour, H^ldne 
et Faust lY. acte. Bomance Faust I. acte. — Milan, Bicordi. 
(1883.) 

* M^phistophel^s: grand opera en 5 actes et 9 tableanx de 
Arrigo Boito; Version fran9aise. Libretto de Paul Milliet. Milan, 
impr, Bicordi. 1883. 

* Mefistofeles di A. Boito. Texte Espanol. Milano, Bicordi« 
(1883.) . 

* Mephistoph^^s : opera de Arrigo Boito. Paroles et mn- 
sique de A. Boito; version fran9aise de Paul MiUiei Partition 
piano et chant Milan, Bicordi. 1883. 



Der Anzeiger ttt Bibliographie etc. iu sein Heransgeben 205 

* MjphistophädSy par A. Boito. Fantaisie dramatique ponr 
Yiolon et piano, par Ad. Herman. Milan, Bicordi. (1883.) 

"^ M^phistophdltey opera di A. Boito. Transcription brillante 
ponr piano par Ch. Nenstedi Milan, Bicordi. 1884. 

* Fantasia of W. Kahe on Boito's Mefistofele for pf. sole. 
Milan, Bicordi. (1883.) 

* Mefistofele, by A. Boito. English adaptation by Theo. 
Marzials, Italian and English words. Milan, Bicordi. (1888.) 

Xud bem Opemkben bet ©egemoatt. (Set ,9Robemen Opet< 
II r. V^.) Sleue ittitifen unb Stubien t)on (St)uarb ^axMxd. Berlin, 
(>ofiiiann & So. 1884. 8<>. @nt^. ®. 3—21: ,9Re))^iftopbeIeiS'. Oper 
non arrifio Soito. (@rf!e Slup^rung in SBien.) 

* Un Matrimonio per testamento. — Un Marito senza occn- 
pazioni. — Mefistofele. — L'Innamorato della luna: commedie in 
an atto. UL Edizione. Milano, Barbini. 1883. 82^ 111 S. 

Gehört znr „Qalleria teatrale« n. 4. 

etiHAcn. Sauft. Sie ev|te Siebe. 3)ret 3lo)oeUen t)on ^an 
%mq6ii\m. Sutorifirte Su9gabe. [Seffen Sludgemä^Ite SEBerte. Sb. XI.] 
bambixtq u. aRitou, Sebre. 1881. 8^ 2 m. 320 6., mr)on 
129—204: gaufl. (Sine (Siiäblung in neun Briefen. (1855.) ent- 
baUen. 

[566.] Der Anzeiger ffir Bibliographie nnd Bibliothek- 
Wissenschaft nnd sein Heransgeber. 

Der bekannte Rivale von Groethe n. Platen hat mir n. meinem 
Anzeiger t Bibliographie n. Bibliothekwissenschaft die Ehre erwiesen, 
in seinem nenesten dassischen Schriftchen „Blitz, Bomben u. Grana- 
ien^', nnser, wenn schon nicht «gerade in der schmeichelhaftesten 
Weise, doch immerhin in Prosa sowohl als in Versen Erwähnung 
zu thnn, n. uns auf diese Weise in Leserkreisen bekannt zn machen, 
denen wir sonst wahrscheinlich unbekannt geblieben sein würden. 
Auch „der Calculator a. d. Elbe" soll, wie ich höre, durch Wieder- 
abdruck einiger der mich u. meinen Anz. betreffenden Mittheilungen 
des vorgenannten Schriftchens mit dazu beigetra^n haben, seinem 
mir n. dem Anz. bisher fem u. fremd gebliebenem Leserkreise 
nfihere Kenntniss von uns zn geben. Da ich nicht voraussetzen 
dar( dass in den Blitz-, Bomben- u. Granaten- u. Calculator-Lese- 
kreisen die Leser des Anz.*s stark vertreten sind, ich es aber für 
wfinschenswerth halte, dass auch diese von Dem Kenntniss erhalten, 
was der von Tausenden u. Abertausenden, in erster Linie aber von sich 
selbst gefeierte Deutsche Dichter über mich u. meinen Anz. zu schreiben 
sich gemüssigt gesehen hat, so bleibt mir nichts anderes übrig, als 
dasselbe im Anz. selbst abdrucken zu lassen, ebenso wie es in 

15 



206 Der Anzeiger für Bibliographie etc« o. sein Herausgeber. 

einem ähnlichen Mheren Falle mit dem Oettinger*8chen Programme 
znm ,,Litterarischen Schlachtfeste'', in dem der als Hnmorist ge- 
feierte Geistesverwandte des Dichters seine Gedanken u. Gefühle 
für mich n. meinen Anz. vor dem Bierbank-Pablikum der „Dresdner 
Nachrichten" zum Ansdracke gebracht hatte, geschehen ist*). 

Goethe*s n. Platen^s Rivale oder, wie ihn der verst. Minister 
V. Falkenstein genannt haben soll, „die Perle Sachsens"**) schreibt: 
„Als ich im September vongen Jahres nach Dresden zurückkehrte, 
besuchte ich den Bedactenr der nenbegrflndeten Zeitschrift „Saionia^', 
nm nähere Kenutniss von der Tendenz dieses Blattes zu nehmen. 
Ehe der Bedaktenr Kiessling, den ich vor einigen Jahren persönlich 
kennen lernte, auf möne Intention einging, frug er mich, was ich 
Petzold gethan habe? — Petzold? — sagte ich kopfschüttelnd. — 
Welchem Petzold? — Ich kenne ja gar keinen Petzold, und habe 
niemals Jemanden, der diesen Namen führt, etwas zu Ldde gethan! 
— Na, der Hofrath Petzholdt, fiel mir Kiessling in die Bede, den 
werden Sie doch kennen!? Der hat ja eine Persiflage Ihres ganzen 
Lebens in seinem Blatte veröffentlicht! — In welchem Blatte? frug 
ich verwundert. Mir ist nicht das geringste davon bekannt^ dass 
der Hofrath Petzholdt ein Blatt herausgiebtl Und wie es mir 
erging, wird es vielleicht dem lesenden Publikum in ganz Deutsdi- 
land ergehen I Ich bekenne ehrlich, obwohl ich mich für biblio- 
graphische Studien ernstlich interessire u. namentlich in den letzten 
Jahren vielfach selbst bibliographisch thätig war***), dass mir der 
von Petzholdt herausgegebene Neue Anzeiger für Bibliographie xl 
Bibliothekkande, obschon er schon seit länger als 40 Jahren er- 
scheint, wie ich neuerdings erfuhren habe, nie vor Angen gekommen 
war. Der Bedaktenr Kiessling öjfoete sein Schränkchen u. über- 
gab mir eine Nummer des genannten, im kleinsten Formate ge- 
druckten Blattchens f), worin der zweite Theil der von Herrn Geh. 

♦) S. Anz. J. 1869. Nr. 274. 

**) Mir ist davon aas der Zeit, wo ich mich des näheren Um- 
ganges mit V. Falkenstein za erfireaen hatte, nicht das geringste bekannt 
geworden. 

***) Von irgend welchen Früchten dieses ernstlichen Interesses f. bib- 
liographische Studien u. der vielfachen bibliographischen Thätigkeit ist 
mir durchaas nichts bekannt geworden. 

t) Das ist ein gewöhnlicher Kniff von solchen eingebildeten Laoten, 
die in einer Zeitschrift sich a. ihre vermeintlichen grossen Verdienste 
nicht nach Gebuhr gewürdigt u. verherrlicht finden, sondern in einem 
entgegengesetzten Sinne besprochen sehen, dass sie diese Zeitschrift (wie 
eben z. B. meinen gegenwärtig im 46. Lebens^hre stehenden Ans., der 
in 12 Monatsheften regelm&ssiff erscheint a. jälirlich einen Band von 
mindestens 25 Bogen in gr. 8*^. bildet) vor einem derselben dnrchana fem 
a. fremd stehenden Pabikam za einem onbedeatenden Blättchen eines 
möglichst obscaren Heraasg.'s za stempeln u. herabzuwtlrdlffen suchen. 
So hatte Oettinger, aas Anlass einer ihm nicht zusagenden Sesprechnng 



Der Anzeiger fQr Bibliograpl^io etc. n. sein Heraasgeber. 207 

Hafrath Petzholdt biegen mich gerichteten Angriffe enthalten. Ich 
las sie fiflchtig dnrch, legte auf die Sache keine Wichtigkeit weiter 
Q. versichere aof mein Wort, welches stets ein Ehrenwort war, dass 
ich bis znr Stunde den Inhalt des ersten Theiles^ den mir Herr 
Kiessling skizzirte, nicht gelesen habe. Erst durch die Dresdner 
ZeÄioDg sollte mir etwas Näheres darüber bekannt werden, u. ich 
diktire dem Stenographen diese Zeilen immer noch in völliger Un- 
kenntoiss des ganzen Artikels. Das Publikum mag hieraus ersehen, 
welchen Werth ich, bei meinem Alter, bei meinen Lebenserfahrungen 
u. bei meiner gründlichen Kenntniss des journalistischen Handwerks 
anf einen Zeitungsartikel lege. Der Missbrauch, den meine poli- 
tiachen (Gegner u. persönlichen Widersacher mit dem Namen des 
Herrn Geheimen Hofratibs Petzholdt treiben, um sich mit ihren Ge- 
hässigkeiten hinter seiner amtlichen Stellung als Bibliothekar Sr. 
Miyest&t des Königs zu verschanzen, macht es mir inzwischen zur 
Pflicht, Notiz davon zu nehmen.'' Dies die prosaischen Worte'*') 
des gefeierten grossen Deutschen Dichters, durch deren Wiederab- 
druck ich nicht blos den Lesern des Anz.*s, sondern auch u. mehr 
noch dem Dichter selbst einen Dienst erwiesen zu haben glaube — 
den Lesern, weil ihnen dadurch Gelegenheit geboten worden ist, in 
dem Dichter einen neuen CoH^gen in bibliographicis u. zugleich 
dessen maassgebendes Urtheil über mich und meinen Anz. kennen 
zu lernen, dem Dichter aber insofern, als seinem Rufe durch den 
Anz. vielleicht auch nach Gegenden der Weg geöffnet wird, wohin 
das trotz seiner „angebomen Bescheidenheit'' von ihm selbst u. 
seinen tausend u. abertausend Verehrern angestimmte Trompeten- 
geschmetter noch nicht hat dringen können. J. P. 



seines Mouiteur des Dates itn Anz., 1869 in den Dresdner Nachrichten 
geschrieben: „In Dresden erschehit ah a. zu ein morbitantes, aber leider 
Bur wenig bekanntes Joamal, herausgegeben von einem Herro, der sich 
auf dem Umschlage, zwölf mal im Jahre, „Dr. Julius Petzholdt, Hofrath, 
Bibliothekar Sr. Majestät des Königs Johann von Sachsen, sowie Sr. K. 
Hoheit des KronpriDien Albert^ Herzogs zu Sachsen etc. etc.** nennt, was, 
beiliafif erwähnt sehr vernünftig ist^ weil sonst unter je Tausend Dresdnern 
kaum Einem bekannt sein dürfte, wer dieser „erosse Unbekannte ist, wel- 
cher Petzholdt heisst*'. — Und doch hatte Oettinger selbst aus freien 
Stücken mir als ^grossem Unbekannten*' ein Freiexemplar seines damals 
32 Thlr. kostenden Monitenr des Dates behnfi einer Besprechung des- 
selben ,4n den ab n. zu erscheinenden, morbitanten n. nur wenig be- 
kannten Journale" angeboten u. zugesendet 

*) Den mich betreffenden poetischen Theil des Schriftchens j^BUtz« 
Bomben n. Granaten'* muss ich wegen Mangels an Baum Im Anz. mit- 
zntheilen mir versagen, zumal ich auch durch Wiederabdruck nicht dazu 
Yeianlaisang geben möchte, dass Einer u. der Andere glauben dürfte, 
nunmehr von dem Ankaufe des Schriftchens selbst, welches zum Besten 
des Dichters u. Selbstverleeers in der Expedition des „Calculators an der 
Elbe** in Dxesdeil für 50 rtg. zu haben ist, absehen zu können. 

15* 



208 Litieratar und Miscellen. 

Litteratnr und Hlseelleiu 

AUfemelnes. 

[567.] Centralblatt f&r Bibliothekswesen hrsg. von 0. Hartwig 
u. E. Scholz. I. Jahrg« (S. oben Nr. 465.) 

Enth. im 5. Heft vom Mai: S. 175 — 82 Za den Verhandlungen 
des Hauses der Abgeordneten über das ' Preussische Bibliotheks- 
wesen, von 0. Hartwig — S. 182 — 90 Die Eopenhagener Uni- 
versitätsbibliothek vor 1728, von K. Yemer — S. 190—97 
Dr. Gustav Löwe. Nekrolog von A. Wilmanns — 8. 197 — 98 
Mittheilungen aus und über Bibliotheken — S. 198—201 Eecen- 
sionen und Anzeigen — S. 201 — 5 Vermischte Notizen — 
S. 206 — 10 Neue Erscheinungen auf dem Gkbiete des Bibliotheks- 
wesens — S. 210 — 11 Antiquarische Gataloge und Auctionen — 
S. 211 Personalnachrichten — S. 212 Benutzungsstatistik der 
Eönigl. und Universitäts- Bibliothek zu Königsberg i. Pr. für die 
J. 1873 — 82, mitgetheilt von J. Boediger. 

[568.] Bulletin du Bibliophile et du Biblioth^aire publ. par 
L. Techener. L. Ann^e 188d. (S. oben Nr. 850.) 

Enth. im Decbr.-Hefb: S. 505—8 Pötrarque et Silius Italiens, 
par Victor Develay — S. 508 — 11 üne Lettre inMite de Gra veröl, 
par Ph. Tamizey de Larroque — S. 511 — 19 Du Prix courant 
des Livres anciens : Vente de la Biblioth^que de William Beckford 
ä Londres (IV. Partie) — S. 519 — 21 Le Roman de denx Statnes, 
par le Baron Emouf — S. 521 — 25 Revue critique de Publica- 
tions nouvelles — S. 526 — 31 Revue des Ventes, par L. Techener 

— S. 532—38 Causeries d^un Bibliophile, par le Baron Emouf 

— S. 538 — 39 Nöcrologie., (Fran9ois Leuormant, etc.) — 
S. 540—43 Nouvelles et Vari^t^s -^ S. 545—48 Table des Ma- 
ti^res. Hierüber 2 Bll. Titel zum nunmehr vollst. Jahrgange. 

[569*] The Library Chronicle A Journal of Librarianship & 
Bibliography. VoL I. (S. oben Nr. 467.) 

Enth. in Nr. 2 vom April: S. 33—37 Charles Nodier. By 
B. Harrison, Librarian of tbe London Library — S. 37 — 39 „Our 
Newsrooms''. By J. D. Mullins, Librarian, Birmingham Free Li- 
braries — S. 39 — 42 American Librarians in Congress. By C. W. 
Sutton, Librarian, Manchester Free Public Libraries — S. 42 — 46 
In memoriam: Nicolas Trübner. By W. K A. Axon — S. 46—47 
A Library Manual — S. 48 Library Association: Official Notices 

— S. 48—49 Library Echoes — S. 49—52 Library Notes and 
News: Home and Foreign -- S. 53 — 54 Library Catalogues and 
Reports — 8. 54» 55 Record of Bibliography and Library Lite- 
rature — S. 55 — 56 Notes and Queries &c. 

[570*] The Bibliographer. A Journal of Book-Lore. London, 
EUiot Stock. (S. oben Nr. 468.) 



Littoratnr und Miscellen. 209 

Enth. im Mai-Heft Nr. 30: S. 153—56 Aatorship of the 
Imitation of Christ. By Leonard A. Wbeatley — S. 156 — 61 
Book Patents. (Part IL) By Cornelius Walford — S. 161—62 
The Victor Emannel Library of Borne — S. 162—64 The Kama 
Sotra of Vatsyayaua. By K H. Shebsa — S. 164—68 Cambridge 
Printers. (Part IL) By Robert Bowes — S. 168—71 The Ar- 
rangement of Private Libraries.^ (Part. I.) By M. H. Towry — 
8. 171—72 Some Opinions on Books. By C. H. Wall — 172—74 
Nicholas Trfibner. By William Heinemann — 8. 174—75 Mate- 
rials for a History of Anagrams and Acrostics. By Carew Hazlitt 
— 8. 175—77 Bedford 8ale — S. 177—84 Reviews, Notes & 
News, Correspondence, Libraries. 

[571.] "^ II Bibliofilo Giomale dell' arte antica e modema 
ecc. diretto- da C. LozzL Anno Y. (8. oben Nr. 352.) 

Enth. in Nr. 2: Annali dello stampatore Qabriello Oiolito de* 
Ferrari (8. Bongi) — I manoscritti di Francesco Algarotti e i 
prismi di Newton (L. Bailo) — Lettora bibliografica inedita di 
Nie Spedalieri, con nota (C. Lozzi) — Antichi disegni a penna 
per modelli di ricami e merletti (P. 8anti Mattei) — Yarietä archi- 
vistiche e bibliograflche (A. Bertolotti) — Bollettino bibliografico 
(A. B. e C. Lozzi) — Notizie varie con accenni analitici di biblio- 
grafia moderna — in Nr. 3: Dell* inventore della stampa, secondo 
i pit recenti studii storici e critici sn antichi e nuovi documenti 
(C. Lozzi) — Di due rari opnscoletti impressi nel sec. XVI 
(Q. B. Passano) — Gli annali inediti della Tipografia Senesi 
compilati dal Conte 8cipione Bichi^Borghesi (L. Banchi) — Dei 
manoscritti di M. Malpighi, L. Bellini e A. Carli nella Libreria 
Medica (0. Andreucd) — Di alcune tradozioni inedite di D. Bego- 
lati (ün Romano) ecc. 

[572.] * Annario bibliografico de la Republica Argentina, 
par Alberto Navarro Viola. An. IV. (1882.) Buenos -Aires. 
1888. 120. 598 s. 



Bibliograplile. 

[578.] Johann Gatenbergs erste Bnchdruck-Presse vom Jahre 
1441. Wieder antigfeftinden bei einem Nenbaa im ehemaligen 
Gutenberg'schen Dmckhanse zn Mainz am 22. März 1856. 
Separat-Abdmck aus dem Cataloge des Bibliographischen Muse- 
nms von Heinrieh Klemm, Eönigl. 8&chs. Commissionsrath in 
Dresden. Mit Abbildung. Dresden, Klemm, kl. 8^ 15 8. 
m. 1 Taf. (8. unten Nr. 652.) 

[574«] Sine 6tra(burget Sudfttouletfamilie. 8on Stattgebet. 
(6c|MtatobbnuI aud bei (Semeinbe^deituna füt fflf a| < Sot^ringen, 



210 Litieratur xmd MisceUen. 

Sa^rganfl 1884, 9lr. 11 u. 12.) 6tra(burg, Sud^v. S^ulb u. So. 

ÖT. 8«. 12 6. 
Der Stammvater dieser Familie, in deren Besitz das Geschäft 
sich von 1771 — 1873 befanden hat, ist Franz Georg Levrault, der 
das bereits 1675 Ton Schmuck begründete, n. seit 1751 von 
Gbristmann unter eigner Firma sowie seit 1761 unter der Firma 
Christmann u. Leyranlt fortgeführte Geschäft zehn Jahre später 
allein übernommen hatte. Das von Levrault selbst und seinen 
Nachfolgern zu bedeutender Blüihe, zuletzt unter der Firma Berger- 
Levrault, entwickelte Geschäft ist nach dem Deutsch-Französischen 
Kriege seinem Hauptbestandtheile nach 1878 von Strassburg nach 
Nancy übergesiedelt worden, u. was davon in Strassburg zurück- 
geblieben, befindet sich seitdem im Besitze von Schultz & Cie. 

[575.] Catalogue of Books Published in the United Staates 
in 1883, including imported editious and reprints. Enth. in: 
The American Bookseller Published in the Interests of News- 
dealers, BookseJlers, & Stationers by the American News Com- 
pany. Vol. XV. New York. 1884. 4». Nr. 195. 8. 119—66. 

[576.] S3ietteQa(rdsSataIo0 aller neuen ßifc^emungen im Selbe bec 
fitttetatuT in 3)eutfct^lanb. fflad) ben SBiffenfc^aften georbnet. 9Rit 
atpMettfdbetn Kegifter. Sa^rg. 1884. ^eft 1. Samtar bid aRdrs. 
fieiWlfl, &mti*8. gr. 8^. 2 »tt. XLV, 189 ®. ?r. n. 1,80 aW. 
(S. Slnj. 3. 1883. fflx. 582.) 

Ein alter guter Bekannter, der sich noch Msch u. mnnter 
seines Lebens freut, während der von dem Ungarischen Schul- 
meister (s. Anz. J. 1877. Nr. 775) freudig begrüsste Concurrent 
schon längst u. in noch ganz jugendlichem Alter seinen letzten 
Athemzug gethan hat. 

[577.] Oesterreichischer Katalog. Verzeichniss aller vom 
Jänner bis Juni & vom Juli bis December 1883 in Oesterreich 
erschienenen Bücher, Zeitschriften, Kunstsachen, Landkarten und 
Musikalien. In sechs Abtheilungen, t. Deutsche Abth. ü. Slavische 
Abth. in. Italienische Abth. IV. Ungarische Abth. V. Kunst- 
Sachen. VI. Musikalien. Wien, Verein d. Österreich. Buch- 
händler. 1883. S^. 1 Bl. 129 S. & 1 Bl. 138 S. (S. Anz. 
J. 1883. Nr. 483.) 

Den nach 11 jähriger Unterbrechung nunmehr wieder ins Leben 
gerufenen Oesterreichischen Katalog, dessen Stelle das inzwischen 
erschienene halbjährige „Inhalts- Verzeichniss der in den Bibliographien 
der österr. Buchhändler-Correspondenz aufgenommenen Neuigkeiten 
u. Fortsetzungen" doch nur nothdürftig hatte ausfüllen können, 
habe ich mit aufrichtiger Freude begrQsst. Ich halte den Katalog 
für ein der Würde des Oesterreichischen Buchhandels jedenfedls 
angemesseneres Organ als jenes Inhalts- Verzeichniss» Nor hätte ich 



Litteratur and Miscellen. 211 

gdWQnscht TL für zweckmässiger gehalten/ dass bei dem Wiederios- 
lebenmfen des Eataloges der frühere Modus der jährlichen Ausgabe 
beibehalten worden wäre. 

[578.] The English Catalogue of Books for 1883, containiug 
A Complete List of all the Books published in Great Britain 
and Ireland in the Tear 1883, with their 8izes, Prices, and 
Publishers* Names; also of the principal Books published in the 
United States of America, with the addition of an Index to 
Sabjects. A Continnation of the London and British Catalogues. 
Londi», Sampson Low & Co. 1884. gr. 8^ l BL 127 S. Pr. 
5 sh. (S. Anz. J. 1883. Nr. 484.) 

Nach dem altgewohnten Schlendrian: jeder Titel nur Eine Zeile. 

[579.] Bibliografia Siciliana owero Gran Dizionario Biblio- 
grafico ecc. per Giuseppe H. Mira. Vol. IT. Pasc. 20. Palermo. 
4«. 8. 201—40. Pr. 1 L. (S oben Nr. 473.) 

Enth. die Artikel ,,Perdichizzi'' bis ,,Porto^'. 

[580.] Svenskt Boklexikon. Aren 1830—1865. Utarbetadt 
af Hjalmar Linnström. Senare Del. Hft. 57 — 58 Stockholm, 
Samson A Yallin. 4^ S. 897—920. Pr. n. 3 M. ä Doppel- 
heft (S. oben Nr. 476.)^ 

Enth. die Artikel „Arsberättelse'' bis zum Schlüsse „östring'^ 
nebst Nachträgen. 

[581.] * Sitteratifd^ SSegmetfet fürd et^angelifij^ ^fatt^aud. ^erauiS« 
gegeben »om S)ebm SB. etMid^t. IL ^tq. 1884. SSiedbaben, 9liebner. 
gr. 8^ 4 9ln. h IVj— 2 SSofl. *t. n. 1,20 ÜJW. (©. »nj. 3. 1883. 
Wr. 786.) 

[582.] * EiBaai d'une Bibliographie des ouvrages, relatifs ä 
PHistoire religieuse de Paris pendant la rövolution (1789 — 
1802); par Paul Lacombe, Parisien. Paris, Poussielgue frdres. 
8«. 115 S. 

[583.] "^ Bevue bibliographique universelle des Sciences mädi- 
cales, avec tables alphab^tiques annuelles des mati^res et des 
antenrs, publice par fascicules mensuels par le Dr. Comte 
Meyners d'Estrey, avec la collaboration de m^decins Fran9ais 
et 6trangers. Tom. L No. 1. 31 janvier 1884. Paris. (Bar- 
le-Dnc, impr. Philipona et Cie.) S^. 96 S. Jahrespr. 30 Fr. 

[584.] * Noüons de Pödagogie, suivies d'un B&umä historique 
et d'une Bibliographie (programmes offtciels) ; par H. Joly, charg6 
de Conferences ä la facult^ de lettres de Paris. Paris, Delalain 
fr^res. 12^ 304 S. Pr. 3 Fr. 

[585.] * Bepertorium annuum Literaturae Botanicae periodicae 
cnrayit O. C. W. Bohnenaieg. Tom. TUL 1879. Pars 1. Har- 



212 Litteratur und Miscellen. 

lemi, erven Loosjes. 1884. gr. S^. 241 S. Pr. n. 6,50 Mk. 
(S. Anz. J. 1888. Nr. 1002.) 

[586.] * Kritischer yierteljahresbericht fiber die berg- und 
hüttenmännische und verwandte Literatur. Unter Mitwirkung von 
Fachmännern herausgegeben. 11. & HL Jahrg. 1888 & 1884. 
Freiberg, Graz & Gerlach. gr. 4^. ä 4 Nrr. (Bog. m. Beilagen.) 
Pr. ä n. 2 Mk. (S. Anz. J. 1888. Nr. 166.) 

[587.] Bibliotbeca Hassiaca. Bepertorium der landeskund- 
lichen Litteratur für den preussischen Begierungsbezirk Kassel. 
Bearbeitet von Dr. C. Ackermann, Oberlehrer und Bibliothekar 
an der Realschule etc. zu Kassel. Kassel, Kessler, gr. 8^ 
163 S. Pr. n. 8 Mk. 
Dieses im Auftrage der Centralcommission f. wissenschaftliche 
Landeskunde unternommene u. von derselben unterstützte Werkchen 
glaubt auf ein bedeutendes Maass von Vollständigkeit Anspruch 
machen zu dürfen. Es enthält in drei Abschnitten A. 1252 Nrr. 
Schriften über die Natur des Landes; B. 729 über dessen Be- 
wohner; C. 782 Nrr. zur eigentlichen Landes- u. Ortskunde. 

[588.] * Le Bibliophile de Dauphin^, revue des livres anciens 
et modernes, rares, neufs et d'occasion sur le Dauphin^ (Folklore 
du Dauphin^ paraissant tous les trois mois. I. Ann^. No. 1. 
Janvier 1884. Grenoble, Drovet. 8®. 16 S. Jahrespr. 1, auf 
Holland. Pap. 2 Fr. 

[589.] Bibliographie des Fouilles de Sanxay, par J. B. Entb. 
im Poljbiblion. Bevue bibliographique universelle. Partie lii- 
t^raire. II. S^rie. Tom. XVIII. (XL. de la Collection.) Paris, 
gr. 8^ April 8. 856-67. 

Die vom P. de la Croix in den J. 1881 — 88 im Thale der 
Vonne bei Sanxay (Yienne) ausgeführten archäologischen Ausgra- 
bungen sind in Folge des Zerwürfoisses zwischen dem P. de la 
Croix u. der Begierung in letzter Zeit ins Stocken gerathen, u. 
haben dadurch mehr, als es sonst geschehen sein würde, die OfiFent- 
liche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Unter solchen Umständen 
hat die Direktion des Poljbiblion^ wie sie schreibt^ geglaubt, „qu*il 
y avait int^rdt h, dresser un inventaire des diverses brochures ou 
articles de quelque importance^ parus depuis trois ans sur cette 
question de Sanxay. Le jour ou Tinventeur nons donnera son tra- 
vail d^finitif, cette bibliograpbie deviendra inutile, mais jusque-lä, 
eile pourra rendre quelques Services aux antiquaires et aux curieux.'' 

[590.] * Bibliografia Lombarda, catalogo dei ms. intomo alla 
storia della Lombardia esistenti nella Bibliotbeca nazionale di 
Brera, di I. Ghiron. Enth. in: Archivio storico Lombarde, gior- 
nale della Societä storica Lombarda. Anno X. 1888. F. 17. 
Uflano, flrat. Dumolard. 8^ . 



Litterabur und MisceUeiu 218 

[591.] Library of Harvard üniversity. — Bibliographical Con- 
iributions. Edited by Justin Winsor, Librarian. No. 16. Glassi- 
fied Index to tbe maps in Petermann'» Qeograpbische Mitthei- 
luBgen. 1855 — 1881. By Bichard Blies. Bepublisbed from the 
Bolleiin of Har?ard üniversity. Cambridge, Mass.: Üniversity 
Press. Lex. S\ 55 S. (S. oben Nr. 422.) 
Ein mit musterhafter Genauigkeit gearbeiteter Führer durch 
den reichen Eartenschalx der Petermann'schen Geograph. Mit- 
theilungen. 

[592.] * Yerzeichniss der im J. 1888 erschienenen Musikalien, 
auch musikalischer Schriften und Abbildungen, mit Anzeige der 
Verleger und Preise. In alphabetischer Ordnung, nebst syste- 
matisch-geordneter Uebersicht. XXXII. Jahrg. oder 6. Beihe 
III. Jahrg. Leipzig, Hofm.eister. gr. 8^ XCm, 810 S. Pr. n. 
18, auf Schreibp. n. 15 Mk. (S. Anz. J. 1888. Nr. 599.) 

[598.] * Ffihrer durch die Klavier-Ünterrichts-Litteratur. Ein 
W^weiser und Bathgeber bei der Wahl geeigneter Musikalien. 
Von Hermann Wettig. Bemburg, Bacmeister. 8^. VIII, 309 8. 
Pr. n. 2,40 Mk. 

[594.] Die Wissenschaftlichen Vereine und Gesellschaften 
Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert Bibliographie ihrer 
Veröffentlichungen seit ihrer Begründung bis auf die Gegenwart 
von Dr. Johannes Müller Gustos an der Königlichen Bibliothek 
zu Berlin. Lief. 8. Berlin, Asher & C. 4^. S. 161—240. 
Pr. n. 6 Mk. (8, oben Nr. 88.) 

Trotz der grossen Mühwaltungen, welche die Bearbeitung der 
vorL Bibliographie bei der ihr vom Verf. vorgeschriebenen Accura- 
tesse u. Gründlichkeit erfordert, schreitet die Arbeit gleichwohl 
rüstig vorwärts u. soweit ich sie habe verfolgen können, ohne irgend 
welchen Nachlass des Eifers des Verf.*s, so dass man mit Sicher- 
heit darauf rechnen darf, das ganze Werk bis zum Schlüsse des 
Jahres vollständig n. in gleich vollkommener Gestalt in Händen 
zu haben. 

[595.] * Repertorio bibliografico delle Pnbblicazioni della B. 
Accademia delle Scienze di Torino compilato dal socio Antonio 
Manne. Torino, stamp. Beale. 1888. 4^ 852 S. 

S. hierüber Literar. CentralbL 1884. Nr. 20. Sp. 695. 

[596.] * Onoranze funebri all' aw. cav. comm*. Domenico 
Giuseppe Fracassetü di Fermo, patrizio di Venezia, di Cingoli; 
con aggiunta bibliografica, e notizie varie raccolte e pubblicate 
dal march. Filippo Baffaelli. Fermo, stabilim. Bacher. 1888. 
gr. S^ 98 S. 

[597.] * Essai bibliographique sur les difffirentes ^ditions^ 
des lecmes Veteris Testament! d*Holbein; par G. J)uple88is, de 



214: Litterator und MiBceUeiu: 

la SociöW nationale des anti^üairea de France. tEztrait des 
M^moires de la SocUtä nationale des antiquaires de France, 
t. 44.] Paris. (Nogent-le-Botrou, imp. Daopeley-GouYernear.) 
8^ 20 S. 

[598*] Aus dem Correspondenzkreise von Theologen mit dem 
König Johann von Sachsen. Mitgeiheilt von Julias Petzholdt. 
[Separatabdruck aus „Petzholdt, Neuer Anzeiger für Bibliogra- 
phie und Bibliothekwissenschafb , 45. Jahrg. 1884, Heft 2 u. 
folg.] Dresden, Druck von Pässler. gr. S^. 86 S. (Nur 25 
£xempl. Nicht im Handel) 

BnebtaAndler- und antiqvarUietae Kataloge. 

[599.] $ublifatiimen M )B5Tfent)ereiniS ber Seutfd^ Su^bdnbler. 
9teue Solge. — Sl. u. b. Sit.: S(r(6in far ®ef(bt(bU be9 2)eutf<ben 
99u(b&anbe(d. ip2raui^egeben t)on ber diflorifcben Sommiffion bed Söifen« 
loereind ber ^eutfd^n 9ud)l^nb(er. IX. Seip^ig, 95rfeni>eretn b. Seutfd^. 
Sw^^finbL gr. 8^ 2 SU. 259 6. nt. 2 ZabeOen. $r. n. 4 W. 
(©. 5lrtj. 3. 1888. Kt. 504.) 
Es freut mich mittheilen zu können, dass auch im fünften 
Yon Kapp an der Spitze des vorl. Bandes YerOfiFentlichten Bericht 
„an die Historische Commission des Börsenvereins der Deutschen 
Buchhändler^, im Einklänge mit dem vorjährigen vierten Berichte, 
die Beendigung n. das Erscheinen des ersten Bandes der Geschichte 
des Deutschen Buchhandels, zu deren Vorbereitung bekanntlich das 
Archiv ins Leben gerufen worden, in nächste Aussicht gestellt 
ist. Möge es dem mit der Bearbeitung der Geschichte betrauten 
Herausg. Kapp durch seine Gesnndheitsverhältnisse vergönnt sein, 
die Erwartungen, denen man sich in Bezug auf das Erscheinen 
des ersten Bandes hingiebt, nunmehr recht bald zu erfüllen. — 
Ausser dem Kapp*schen Berichte enth. die vorl. neue Publikation 
wieder eine Anzahl interessanter Beiträge. Obenan steht ein Mess- 
register Sigmund Feyerabend's aus d. J. 1565, mitgetheilt von 
Heinrich Pallmann. Darauf folgen: Die kurf. sächsische Bücher- 
Commission zu Leipzig. I. Bis zum Abschluss ihrer Organisation. 
Mit Nachtrag. Von Albrecht Eirchhoff. & Mittheilungen zur inneren 
Geschichte des Deutschen Buchhandels von 1811 — 1843. I. Ge- 
schäftliche Zustände u. Einrichtungen. Von F. Herm. Mejer. Hieran 
schliessen sich folg. Miscellen : Des Erzbischofs Berthold von Mainz 
ältestes Censuredict, mitgetheilt von Heinrich Pallmann; Augsbutger 
Buchbinder, von Karl Fr. Meyer; mit Bemerkungen dazu, von Al- 
bredit Eirchhoff; Die Presspolizei in kleinen Staatsgebieten, von 
Demselben; Zwei verschiedene Ausgaben eines Messkatalogs, Yon 
F. Herrn. Meyer; Weiteres zur Geschichte des ältesten Zeüangs- 
wftsenfl.in L^iig, .von Albiedit KirchhoflL > .. .-.:.. 



Iiitterator mi MisceUeit 215 

[600.] Katalog der Oftermefs-AaBftelluDg des Börren- Vereins 
det deutfchen Buchhändler. Leipzig. 1884. 4^. 2 BIL CLY, 
584 S. Fr. n. 15 Kk. 

Ein Prachtwerk n. würdiger Repräsentant des Deutschen Buch- 
handels. An der Spitze steht S. I — XLIV eine Uebersicht der 
.Jfenen Erwerbungen zur Sammlung Yon Heinrich Klemm Königl. 
Sachs. Commissionsrath von ihm ausgestellt''. 

[601.] Nr. 155. Katalog von Theodor Ackermann K. Hof- 
Buchhandlung nebst Antiquariat in München. — Philosophie. 
Spiritismus. 8^ 1 Tit. u. 31 S. 1063 Nrr. 

[602.] Katalog des Geographischen Verlages von Artaria & 
Co. Depot der k. k. Generalstabekarten. Debit der officiellen 
Eisenbahnkarte von Oesterr eich -Ungarn herausgegeben von der 
k. k. General-Inspection von Hauptmann Albach's und L. Hoff- 
stätter^s Kartenwerken. Mit einem Anhange der bedeutenderen 
österreichischen amtlichen, sowie Privat-Publicationen auf karto- 
graphischem Gebiete, welche durch unsere Firma zu beziehen sind. 
Wien. gr. 8^ 1 B1. 24 S. m. 7 Uebersichtsbll. 

[608.] Nr. 45. Antiquarischer Anzeiger der Buchhandlung 
L. Auer in Donauwörth — Katolische Theologie und Varia. 
8«. 1 Bl. 84 S. 820 Nrr. 

[604.] 142. Lager - Catalog Ton Joseph Baer & Co. Buch- 
händler und Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. — 
Kunstgewerbe und Architektur. 8^. 1 BL 40 S. 646 Nrr. 

[605J Nr. 162. Antiquarischer Katalog der C. H. Beck*- 
achen Buchhandlung in Nördlingen. — Protestantische Theologie. 
Phüosophie. 8^ 1 Bl. 64 S. 1841 Nrr. 

[006.] N. 7. Catalogo di Libri antichi e modern! per la 
piü. paiie riguardanti Storie municipali, Belle Arti e Curiositä 
Vendibili presse la Libreria antiquaria Simone Ciofß di Gennaro. 
KapolL 80. 88 S. 3001—3600 Nrr. 

[607.] CLIX. Katalog des antiquarischen Bücherlagers Yon 
Albrecht Oohn in Berlin. — Seltene Bücher aus allen Fächern. 
8^ 1 Bl. 58 S. 389 Nrr. 

Dem Werthe der Sammlung angemessen gut redigirt: enth. 
Manuscripte; Holzschnittwerke, Ornament-Bordüren, Initialen; Kupfer- 
werke; Emblemata; Einbände; Varia incl. Americana, Hungarica, 
Musik, Polonica. 

[806.] S. Glogau & Co. Leipzig. Catalog No. 14 des Anti- 
quarischen Bücher-Lagers. — Kunst, Pracht werke, Costüme, 
Qeschenkliteratar und Photographien, sowie die neuesten Er- 
scheinungen auf allen Gebieten der Literatur bis 1884. 8^. 
^ BL 82 g. 1280 Nrr. 



216 Litteratur und Miscellen. 

[M9.] Otto HarrassowitK, Bacbhandlang und Antiquariat in 
Leiptig. Antiquarischer Catalog 102 — Theologie. Paedagogik. 
8«. 1 Bl. 69 S. 1616 Nrr. 

Verdient besonders beachtet zu werden. 

[610.] Libreria antiquaria di ü. Hoepli Milano. Catalogo 
Kr. 19. — Letteratura Italiana (Novellieri, Testi di lingna, Edi- 
zioni citate dalla Crusca, eec. e Traduzioni). 8^ 1 Bl. 97 S. 
2164 Nrr. 

[611.] No. 278. Bücher -Verzeicbniss fiber Werke aus dem 
Gebiete der Rechts- und Staatswissenschaft welche bei Theodor 
Kampffmeyer in Berlin zu haben sind. 8^. 1 Bi. 22 S. 

[612.] Nr. 698—701. Antiquarisches BOcherlager Yon Eirch- 
hoff & Wigand in Leipzig. 8^ — Medicin und Teterinärheil- 
kunde. 1 Bl. 78 S.; Beschreibende Naturwissenschaften: L Ver- 
mischtes, Entwickelungsgeschichte und Prähistorik, (Geologie, 
Mineralogie, Paläontologie und Bergbau. 1 Bl. 50 S.; DesgL: 
n. Zoologie. 2 BU. 86 S.; Desgl.: III. Botanik, Gartenbau. 
1 Bl. 84 S. Zusammen 6758 Nrr. 

[61S.] Antiquariats-, Sortiments- und Verlags-Buchhandlung von 
Wilhelm Eoebner (L. F. Maske*s Antiquariat) in Breslau. 165. 
Eatalog. — Musik. 8». 1 Bl. 40 8. 1287 Nrr. 

[614.] E. F. Eoehler*s Antiquarium in Leipzig. Catalog No. 
400. — Adelsgeschichte, Wappen- und Siegelkunde; Politische, 
Rechts- und Culturgeschichte; Geschichte des Alterthums, insbe- 
sondere römische Bechts- u. Staatsalterthfimer. 8®. 1 BL 
41 S. 869 Nrr. 

[615.] Catalogo dei Successori Le Monnier tipografl-editori 
Firenze Deposito in Lipsia presse E. F. Eoehler. Supplemente. 
Pubblicazioni del 1881—1882—1888—1884. gr. 8<^. 2 Bll. 
104 S. (8. Anz. J. 1882. Nr. 1084.) 

[616.] Alfred Lorentz Antiquariats-Bachhandlung in Leipzig. 
Antiquariats-Eatalog Nr. 28. — Medicin. 8^ 1 BL IV, 186 S. 
Systematisch geordnet, mit alphabei Materienflbersichk 

[617*] Catalogue XXXIX de Ludwig Bosenthal's Antiquariat 
k Munich (Bavidre). — Livres rares et importants en tous gen- 
res. gr. 8^. 1 BL 180 S. 1146 Nrr. (Gute Ausgabe mit 5 
Facsim. Taf. zu Nr. 1. Eonrad von Wnertzburg*s Goldeoe 
Schmiede Ms. 1450. Pr. 12000 Mk.; Nr. 647. Officium b. 
Mariae Virginis Ms. XIV. saec. Pr. 4000 Mk.; Nr. 887. 
Hymnus in b. Mariam Virg^nem, aus der ersten Zett der Bach- 
druckerkunst, Pr. 800 Mk.; Nr. 852. Antiphonarium Ambro- 
sianum, Ms. XL saec. Pr. 6000 Mk.) 

Eine auserlesene u. höchst beachtenswertbe Samadung von 



Utterator nnd Miscellen. 217 

lUerhand seltneren n. wichtigeren Werken, die auch gut kata]ogi- 
nrt sind. Wosu aber das Qemengsel von Deutachen o. Franzö- 
sischen Bemerkungen im Kataloge! 

[618*] Catalogue Nro, 174 de Lirrea raree et carieax faiaant 
]»artie de la Librairie J. Scheible ä Stattgart — Litt^ratare 
comiqoe et satiriqae des Fran9ai8. (DiasertationB singali^res, 
plaisantea et enjou^es. Faoitiea et piteea burlesqaea. Biblio- 
theqne Els^yirienne.) 8^. 1 Bl. 50 S. 850 Nrn 

[(19*J 90. Antiquariats-Katalog Ton Simmel & Co. in Leip- 
zig. — Auswahl werthToller Werke und Zeitschriften mit Aas- 
schlnss der classischen Philologie nnd der Linguistik. 8®. 1 Bl. 
103 S. 2527 Nrr. 

Grösstentheils Deutsche Litteratur. 

[6S0«] Bücher-Teneichniss yon Karl J. Trflbner Buchhändler 
zu Strassburg im Elsass. XL. — Englische Sprache und Lit- 
teratur. (Angels&chsich. Mittelenglisch. Englisch.) Nebst 
Celtica. 8^ 1 Bl. 21 S. 817 Nrr. 

[681«] Nr. 48. Antiquarischer Catalog von der L. Unflad*- 
schen Buchhandlung mit Antiquariat Adelbert Votsch in München. 
— Geschichte. Kunst und Kunstgeschichte. 8^ 1 Bl. 84 S. 
1104 Nrr. 

[622.] 110. & 112. Terzeichniss des antiquarischen Bficher- 
Lagers von Karl Theodor Yölcker's Verlag und Antiquariat in 
Frankfurt a. M. 8^ — Kunst und Kunstgeschichte. Illustrirte 
Werke, l Tit.- u. 67 8. 1058 Nrr. & Städte - Ansichten 
Deutschlands, Oesterreich-dngams und der Schweiz Yom 15ten 
bis 18ten Jahrhundert 1 Tit.- u. 43 S. 1011 Nrr. 

Bibllottaekenlehre« 

[628.] * Bemarks on Library Construction. By William F. 
Pools, Librarian of the Clücago Public Library; to which is 
appended an Examination of J. L. Smithmeyer*s Pamphlet en- 
tiUed Suggestions on Library Architecture, American and Foreign. 
Chicago, Jansen Mc Clury & Co. 8^ 84 S. 

BlbllothekenkuBde. 

[6240 148. Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler 
und Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. — Incu- 
nabeln. Zum Theil aus den Klöstern Weissenau u. Wimp£fon. 
8^ 1 BL 46 S. 651 Nrr. 

Becht gut redigirt; alphabetiach nach Druckorten geordnet u. 
mit Autorenregister Yersehen« 



218 Litteratdr önd liiscdles« 

[625*] Knnttgewerbe-MäBenm m BoHin — Katalog der Bib- 
' liothek. L Abth. Bicber. Hft. 1. Berlin, Weidmaim. gr. 8^. 
2 BU. 64 S. Pr. 0,40 Mk. 

Der BQcberkatalog, der innerhalb Jahreafriat in 4-^— fi Heften 
k 4-— 5 Bog. vollat&ndig erscheinen soll, ist systematisch geordnet 
o. gut redigirt, auch typographisch sehr anstandig ansgestattet. 
Das ?orl. 1. Heft enth. die Abtheilongen: A. Bibliographie u. 
Bibliothekenkonde; B. Lexika; C. Zeitschriften u. Jahrbücher; D. L 
Aesthetik n. Kanstphilosophie & II. Mythologie; E. Geschichte der 
Kunst u. des Kunstgewerbes; F. Architektur. Die Benutzung der 
Bibliothek ist unentgeltlich. Das Bibl. fieglement findet sich, so- 
weit es ftir das Publikum Interesse hat, auf dem Umschlage des 
Yorl. Heftes abgedruckt 

[626.] * Katalog B^kopisöw Kapitulnych Katedry Krakows- 
. kidj, uloiyl ks. Ignacy Polkowski. Enth. in: Archiwnm do 
dziej<5w literatury i o4wiaty w Polsce« wydawane prez Komisy^ 
do badän tego zakresu przez Wydzial filologiczny Akademii 
umieJQtno^ci w Krakowie powolan^ Tom. HI. Krakow, nak^. 
Akademii 8». S. 1—168 & 397—412. 

Erster Theil des Handschriftenkataloges der Krakauer Kapitels- 
bibliothek. Auch in Separatdruck (168, XYI S. in 8^. Pr. 2 Fl.) 
erschienen. 

[627.] 9end^ übet bte eiUiot^ bed 8drfent)eteini» btt 1)eutf4en 
8u(b^b(et, ben Seitroum t)on Unfaite Wixi 1883 bi« Snbe gebtuac 
1884 umfaflenb. Unterjetcbnet: S)ev etbltol^etat beS Sötfenomind 
3. denn. SRei^r. Snt^. im Sötfenblatt für ben Seutf^en 8u<ManbeI 
unb bie mit ibm t)ermanbten ©efcbäftö^weige. Setpiia. 4®. 9lr. 93 6. 
1853—54. (©. am. 3- 1883. «r. 526.) 

Durch ein bedeutendes Geschenk von Süddeutschen Measkata- 
logen ist die Sammlung der Bibliothek von Messkatalogen nunmehr 
zu einer Grösse angewachsen, dass sie an Beichhaltigkeit alle an- 
deren derartigen weit übertrifft. 

[628.] * 3)ie et^angelifd^e flir(be in 9lat)eniSburg, neb|l dntgen 
9lott)en über baS Sdbulmefen, bte Sibltotbef unb ben (umanitlen {)ununel< 
berger. @in SBeittag sut Sotalgefdbicbte. 9ta(b Duellen bearbeitet bem 
Sebrer Z. ipafner. SERit einem in Apft. gefto(benen $(an ber alten 
Garmcntet- [e».] flit*e uon 3. 1712. 8»at)en«burg (S)oni). 8«. vni, 
165 6. $r. n. 3 TOL 

[629.] Zuwachs der Bibliothek der Deutschen Shakespeare- 
Gesellschaft [in Weimar] seit März 1882. unterzeichnet: Der 
Bibliothekar der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft Dr. B. Köhler. 
. Enth. im Jahrbuch der Deutschen Shakespeare-Ctoellschaft im 
Auftrage des Vorstandes hrsg. durch F. A. Leo. XTin ^ XEL 



LKtentor ind MiBcellM. 2Ld 

Jahrg. Weimar, Hosohke in Cmnm. 1883 & 1884. g^. S\ 
S. 881—82 & 875—76. (8. Anz. J. 1882. Nr. 648.) 

[680.] Katalog der Bibliothek des K, K. öeterreichisohen Ma- 
seoma Ar Koiiat und Indnatrie. Aasgegeben im December 1883. 
Wien, K. K. Österreich. Mnseam. 1883. 4^ XVI, 582 S. Pr. 
n. 8 Mk. 

Sehr reichhaltig, besonders im Fache der modernen Litteratur, 
enthält aber auch einen guten Theil der älteren Kanstlitteratur; 
in 27 Abtbeilongen systematisch geordnet Mit doppeltem alpha- 
betischem Register, n* zwar einem Register der Verfasser q. anonym 
erschienenen Bücher n. einem Sachregister. 

[681.] ^ Ministe de Tlnstniction publique et des Beaux-Arts. 
— Oatiüogae d'ouvrages de lecture des Biblioth^ues des l^coles 
pobliques (anciennes Biblioth^ues scolaires.) Fase. 1. (Mars 
1884.) Paris, imp. nationale. 8^ XXIII, 72 S. 

[682.] Catalogue des Dissertations et l^rits Acad^miques pro- 
▼enant des fchanges avec les üniversit^ ^trangdres et re9us 
par la Biblioth^ue nationale en 1882. Paris, Klincksieck. 1884. 
gr. 8». 101 S. Pr. n. 8 Mk. 

Schriften von 27 verschiedenen Universitäten, die mit Ausnahme 
von 8 (Copenhagen, Gent, Genf, Leiden, Lflttich, Lund, üpsala u. 
Zürich) sämmtlich dem Deutschen Reiche angehören. 

[683.] * The Patent Office Library. By P. Jensen. A Paper 
read at the tenth ordinary meeting of the Institute of Patent 
Agents, held on March 19th, 1884. London, Spottiswoode & 
Co. 8«. 14 S. 

S. hierüber The Bibliographer Nr. 30. S. 179. 

[634.] * Catalogue of the Library of the Reform Club. London, 
printed for the Members. 1888. 8<^. 16—623 S. 
S. hierüber Library Chronicle Vo]. I. Nr. 2. S. 53. 

[635.] * Manchester Public Free Libraries. Catalogue of the 
Deansgate Brauch Lending Library. IIL Edition. Manchester. 
1883. gr. 8«. Vin, 231 S. 

8. hierüber Library Chronicle Vol. I. Nr. 2. 8. 53. 

[686.] * City of Newcastle-upon-Tyne. Third Annual Report 
of the Public Libraries Committee, 1882 — 88. Newcastle-upon- 
Tyne. 1883. 8<>. 80 S. 

S. hierüber Library Chronicle Vol. L Nr. 2. S. 53. 

[637.J * City of Norwich. Annu-l Report of the Free Li- 
brary Committee to the Town Council, 1883. 8^ 15 S. 
S. hierüber Library Chronicle Vol. L Nr. 2. S. 58. 

[688.] * Notizie su dne manoscritti esistenti nella Biblioteca 
nazionale di Torino, riguardanti il Tonkino; di F. Gabotto. 



220 Litteratar tind Miscelldn. 

Enth. in: La Naova BiYista. Anno IV. Faac. di febbraio. 
Torino, firat. Bocca. 8^ 

[689.] Catalog^ Bibliothecae Gujoiianae Institnü Snrdo- 
Hutonim Qroningani. Pars specialis. De sordo-matis, balbis, 
caecis, mente imbeciUis. Cnravit Dr. A. W, Alings. Qroningae, 
typ. fratr. Hoitsema. 1883. gr. S^. Ylll, 244 S. (Wieder- 
holt Yon oben Nr. 526.) 
Eine so reichhaltige n. werth volle SpecialbibUothek, wie sie 
in ihrer Art anderwärts wohl nicht leicht gefanden werden dürfte: 
den gi^sseren Theil der Bücher verdankt die Anstalt einem Ge- 
schenke des Dr. jor. Heinrich Daniel Gnyot, dessen Vater Dr. med. 
Karl Guyot anfangs in Gemeinschaft mit seinem Bruder Dr. jar. 
Bembt Tobias Guyot angesammelt u. später diese Sammlung im 
alleinigen Besitze gehabt hatte. Zur dankbaren Erinnerung an 
das Geschenk haben die Curatoren der Anstalt 4er ganzen Bibli- 
othek den Guyot'schen Namen beigelegt. Der Katalog ist mit 
vielem Fleisse bearbeitet, u. in folg. sieben Bubriken eingetheilt 
worden: I. Bibliographiae, Diaria; II. De Surdo-Mutis; HL De 
Balbis; IV. De Caecis; V. De Mente ImbeciUis; VL Institutorum 
descriptiones, Libri annales; VII. Libri, quörnm pauci quidam loci 
ad Surdo-Mutos cet pertinent. Der Umstand, dass der Verf. des 
Kataloges überall die Bücher nach den verschiedenen Sprachen, in 
denen sie geschrieben sind, geschieden hat, halte ich fär keinen 
Vortheil der sonst doch sehr verdienstlichen Katalogarbeit. 

o 

[640*] Kongl. Bibliotekets Handlingar. 6. Arsberättelse f5r 
&r 1888. Bibliografi: Birgitta - Literatur. Stockholm, KongL 
Boktryckeriet. gr. 8^. 1 Bl. 10 & 99 S. (S, Anz. J. 1883. 
Nr. 428.) 
An der Spitze steht der vom Vorstande der Bibliothek G. E. 
Klemming möglichst kurzgefasste, dem Könige überreichte Bibli- 
otheks - Jahresbericht. Darauf folgt die ebenfalls von Klemming 
bearbeitete Bibliographie der BIrgitta-Litteratur, welcher den übrigen 
Theil des Heftes füllt. Mit höchst anerkennenswerther Sorgfalt 
hat der Verf. alles, was sich auf Birgitta bezieht, so vollständig 
als möglich zusammenzustellen gesucht. Obenan kommt das Ver- 
zeichniss der Lateinischen Drucke der Bevelationes (l — 22 Nrr.) 
mit ihren Franz., Italien., Span., Deutsch., Holland, u. Englischen 
Uebersetzungen (23 — 62 Nrr.). Daran schliessen sich die apo- 
kryphischen Schriften: Beden, Prophezeiungen, OfiFenbarungen. So- 
dann Lebensbeschreibungen, Bituale u. andere auf die Heilige 
bezügliche Schriften. Zum Schlüsse Abbildungen. 

[641.] * Katalog der Museumsbibliothek in St Gallen. Sy- 
stematisch geordnet und mit Inhaltsangaben und Begistem ver- 
sehen. St. Gallen, Zollikofer. 8^. 120 S. 



Litteratar und MiscelleD. '221 

PHTatbibliottaeken. 

[642*] No. 145. y^rzeichniss einer werthvollen Sammlung 
von Aniographen ?on J. A. Stargardt in Berlin. (Sammlung 
des verstorb. Geh. Justiz - Bath Clfert u. ein Theil aus Holtei's 
Nachlass.) 8^ 1 Bl. 38 S. 746 Nrr. 

[643.] No. 62. Antiquarischer Katalog von Isaac St. Goar 
Buchhändler in Frankfurt a.M. — Classische Philologie. Enthaltend 
u. A. die nachgelassenen Bibliotheken des Dr. phil. E. Brentano 
in Frankfurt a. M, und zum Theil die des Oberschulrath Pro- 
fessor Dr. J. Ph. Krebs in Weilburg. S\ 1 Bl. 54 S. 
1850 Nrr. 

[644*] No. 64. Antiquarischer Katalog von Isaac St. Goar 
Bochhändler in Frankfurt a. M. — Jurisprudenz. Aus den 
Nachlässen des Justizrath Dr. Ellissen, des Oberlandesgerichts- 
Präsident Sommer u. d. Senator Dr. Beuss. 8^ 1 Bl. 34 S. 
908 Nrr. 

[645.] * Catalogue de bons livres anciens et modernes, rares 
ou curieux, provenant des Biblioth^ues de Marius Lesserre, 
ancien biblioth^caire, et de H. Y***, orientaliste. Paris, Antonin 
Chossonnery. 8^. (Auct. 30. April.) 

[646.] * Catalogue de livres rares et curieuz, principaleroent 
surla g^raphie, les voyages et l'histoire, composant la Bib- 
lioth^ue de feu Charles Balaresque, de Bordeaux. Paris, Adolphe 
Labiite. 8^ (Auct. 21. April.) 

[647.] * Catalogue of the extensive and valuable Library of 
the late Alderman William Booth, of Manchester. Manchester, 
Capes Dünn and Pilcher. 8^ 200 S. Fr. 2 sh. 

[648.] * Catalogue de livres rares et pr^cieux, composant la 
Biblioth^ue de feu Maurice Cohen, ing^nieur en chef des ponts 
et chauss^es. Paris, A. Voisin. S^. (Auct. 24. April.) 

[649.] * Cat^ogue de la prfoieuse Biblioth^ue de feu Dr. 
J. Court, comprenant une collection unique de voyageurs et 
d'historiens relatifs ä VAmerique. Part. I. Paris, Leclerc. 8^. 
103 S. 458 Nrr. (Auct. 8. Mai.) 

[650.] * Catalogue de la Biblioth^que de feu A. de Hemptinne, 
industriel. Bruxelles, A. Bluff. 8'\ (Auct. 2. Mai.) 

[651.] Bibliotheca Gull. Car. Kayseri. — Katalog No. 76. 
Bflcher -Verzeichniss aus Mayer & Müller's Antiquariat in Berlin. 
— Classische Philologie. Enthaltend u. a. die Bibliothek des 

16 



222 Litteratttr und ICisceUen. 

Dr. Wilhelm Karl Kajser, weiland Dir. des Oymnasiams zu 
Sagan. S^. 1 Tit.- und 182 S. 
Eine in allen Theüen der classischen Philologie anaserge- 
wöhnlich reichhaltige Sammlung. 

[652.] Beschreibender Catalog des Bibliographischen Museums 
von Heinrich Klemm Königl. S&chs. Commissionsrath in Dresden. 
I. und n. Abtheilung: Manuscripte und Druckwerke des 15. 
und 16. Jahrhunderts aus den 18 frühesten bis 1470 bekannt ge- 
wordenen Druckstadten, zusammen über 1000 Gegenstände um- 
fassend. Dresden, Klemm. 8^ VIII, 509 S. m. einer Abbild. 
Yon Johann Gutenberg's erster Buchdruck-Presse. Pr. n. 6 Mk. 
antik geb. in Deckel von zweitausendjährigem Holze aus den 
Fundamenten der ehemaligen Mainzer Bömerbrücke n. 12 Mk. 

Mit dem Erscheinen dieses Kataloges ist das, was ich oben 
Nr. 468 über Schanz in Bezug auf seine Stellung am Klemm'schen 
bibliographischen Museum u. die zu erwartende Thätigkeit gesagt 
habe, durchaus hinfällig geworden; nicht Schanz, sondern der Be- 
sitzer des Museums selbst hat sich der Bearbeitung eines Kataloges 
der Schätze desselben unterzogen, u. es ist aus dem Vorworte des 
Kataloges nicht einmal zu ersehen, ob u. inwieweit Schanz dem 
Verf. des Kataloges bei der Bearbeitung desselben Beihilfe geleistet 
habe. Es ist daher eher anzunehmen, dass Klemm bei seiner Arbeit 
von den Erfahrungen, die sich Schanz in Folge seines ernstlichen 
Interesses für bibliographische Studien u. seiner vielfachen biblio- 
graphischen Thätigkeit in den letzen Jahren erworben haben mag, 
keinen Gebrauch gemacht habe. 

Was nun den Katalog anlangt, so hat der Herausg. mit der 
Veröffentlichung desselben einen doppelten Zweck verbunden: ein- 
mal u. in der Hauptsache soll er Fachgelehrten ein Verzeichniss 
u. die Beschreibung der grossen Schätze des Museums bieten u. 
das andere Mal für nichtgelehrte Besucher des Museums als Führer 
dienen, zu welchem Behufe sich hier u. da Notizen u. Erläuter- 
ungen beigefügt finden, die für Fachgelehrte durchaus überflüssig 
sind, wogegen wieder die für letztere bestimmten Mittheilungen 
den Nichtgelehrten als überflüssiger Ballast eines „Führers" er- 
scheinen. Ich glaube nicht, dass es wohl daran gethan gewesen 
ist, den Bedürfnissen von so ganz verschiedenen Personen, wie 
Fachgelehrten u. Nichtgelehrten, durch eine u. dieselbe Publikation 
gemeinsam entgegenkommen zu wollen. Indessen bleibt es immer- 
hin sehr dankenswertb, dass der dem Museum femer Stehende 
durch den Katalog Gelegenheit erhalten hat, sich über die im 
Museum enthaltenen grossen Werthstücke, die in so grosser An- 
zahl meines Wissens noch niemals im Privatbesitze beisammen 
angetroffen worden sind, zu unterrichten« 



LiUeratnr and Miscellen. 228 

[653.] *■ Gatalogue de livres anciens et modernes, principale- 
ment sar la jarispnidence et rhistoire, composant la Biblioth^ae 
de feu Edouard Labonlaye, s^nateur. Paris, Ve Labitte. 8^ 
VJI, 478 S. 4267 Nrr. (Auct. 1. Mai.) 

[654.] '^ Gatalogue de livres rares et curieux, composant la 
Biblioth^ue de Victor P*^. Paris, Adolphe Labitte. 8^ (Auct. 
21. April.) 

[655.] * Gatalogue des livres rares et pr^cieux composant la 
Bibliotb^ue de feu M. le Comte Roger (du Nord). Paris, Per- 
quei 8«. Vin, 803 8. 911 Nrr. (Auct. 28. April.) 

[656.] * Dictionnaire nobiliaire. Repertoire des G^n^alogies 
et des Documents g^n^alogiques qui se trouvent dans la biblio- 
thdque, les coUections et les archives de A. A. Yorsterman van 
Oyen. La Haye, van Doom et fils. gr. 8^^. 2 BU. VIII, 
281 S. Pr. 2,50 P. 

[657.] Neue Folge. Nr. 12. Verzeichniss älterer und neuerer 
Bücher vorräthig in Oswald WeigeFs Antiquarium in Leipzig. — 
Botanik. Bibliothek des f Dr. Heinrich Wydler, Professor zu 
Bern. %\ 1 Bl. 82 8. 2196 Nrr. 



Abdrücke ans BibL-Handsehrlften. 

[658.] * D. Martini Lutheri Scholas ineditas de libro ludicum 
habitas, e codice ms. Bibliothecae Zviccaviensis primum edidit 
Geo. Buchwald. Lipsiae, Drescher, gr. 8^. X, 80 S. Pr. n. 3 Mk. 

[659.] * ünedirte Horaz-Scholien des Godex Parisinus Lat. 
7975 (y) zum vierten Buche der Oden, den Epoden, dem Carmen 
saeculare und dem ersten Buche der Satiren hrsg. von Alexan- 
der Kurschat. Im Osterprogramm des Königl Gymnasiums zu 
Tilsit 1884. 4^ 59 S. 

[660.] Berum Britannicarum medii aevi Scriptores. — Matthaei 
Parisiensis, Monachi Sancti Albani, Chronica majora. Edited bj 
Henry Richards Luard, D. D., Pellow of Trinity College etc. 
Cambridge. Vol. Vn. Index. Glossary. London, Longmans & 
Co. 1883. Lex. 8^ XXXVHI, 615 8. Pr. n. 10,50 Mk. (S. 
Anz. 1883. Nr. 111.) 

[661.] * Scholia in Ciceronis Aratea aliaque ad astronomiam 
pertinentia e codice Husei britannici Harleiano 647 edidit J. Vogels. 
P. L (Ostorpiogramm des Gymnasiums zu Krefeld.) 4^ 25 S. 

16* 



224 Litteratur und Miscellen. 

[662.] Codicis Ciceroniani Bibliothecae LaurenUanae ab Hie- 
ronymo Lagomarsinio N. 32 designati in primo de Oratore libro 
nova collatio edidit adnotationes snbiecit Sp. Vasis. Athenis, 
Eoromelas. (Beck in comm.) gr. 8®. 1 Bl. 57 S. Pr. n. 2 Mk. 
Dieser Cod. ist eine der besten Cicero-de-Oratore-Handschriften. 
Er ist zwar von einem des Lateinischen Unkundigen geschrieben 
n. desshalb von Schreibfehlem nicht frei, diese Schreibfehler lassen 
aber überall die richtigen Lesarten mit Leichtigkeit erkennen, u. 
sind besser als etwaige Aenderungen des Textes, zu denen sich 
vielleicht ein des Lateinischen kundiger Abschreiber, um seiner An- 
sicht nach den Text correkter zu machen, hätte verleiten lassen. 

[663.] * Scolii alle Orazioni di Gregorio Nazianzeno, estrati 
dal Cod. Laur. IV, 13, e pubblicati da Vittorio PuntonL Torino, 
Loescher. 8^ 90 S. 

[664.] n Canzionere* Palatino 418 della Biblioteca nazionale 
di Firenze. Pubblicato da Adolfo Bartoli e Tommaso Casini. 
(Continuazione.) Enth. in: II Propugnatore Periodico bimestrale 
di Filologia, di Storia e di Bibliogragfia instituito e diretto da 
Francesco Zambrini. [In Appendice alla Collezione di Opere ine- 
dite rare.] Tom. XVXI. Part. 1. Bologna, Bomagnoli. gr. 8^. 
S. 138—47. (S. Anz. J. 1882. Nr. 301.) 

[665.] * Per Npzze Azzaroli-PantolL — Lettere inedite di O. 
Compagnoni, G. B. Morgagni, M. Fantuzzi, A. Bertazzoli, L. C. 
Ferrucci, M. Ferrucci, S. Gherardi, F. Pescantini; e Versi di 
Vincenzo Monti; tntto tratto dagli autografi della Biblioteca 
comunale di Lugo, e corredato di note a cura di quel bibliote- 
cario Ambrogio Bongiovanni. Faenza, tip. Conti. 1883. 4^ 

[666.] * Le Jargon du XVe si^cle, ätude philologiqne ; onze 
ballades en jargon attribu^es ä Fran9ois Villen dont cinq balla- 
des inedites publikes pour la premi5re fois d'aprte le manuscrit 
de la Biblioth^que royale de Stockholm, pr^c^d^es d'nn discours 
pr^liminaire sur Torganisation des Gueui et l'origine du jargon, 
et suivies d'un vocabulaire analytique du jargon; par Auguste 
Vitu. Paris, Charpentier et Cie. 8^. 551 S. (Nur 625 numer. 
Exempl., wovon 50 auf Chin., 75 auf Whatman, 500 auf Hol- 
land. Pap. Ausserdem 100 Exempl. auf Vel. Pap. nicht im 
Handel.) 

Gehört zur „Bibliothdque Charpentier'^ 



[667.] Aus An CO na hat V. Armande in dem „Preludio 
Bivista di Scienze, Lettere ed Arti Dir.: A. G. Morelli. Anno VH. 
1883. Num. 10. S. 21—22'' zu der von Yigeant verGffent- 



Litteratur und Miscellen. 225 

liebten ^^Bibliographie de l'Escrime'' (s. Adz. J. 1883. Nr. 27) 
eine für eine etwaige II. Aafl. recht gut verwendbare Nachlese 
gegeben. 

[668.] Ans Berlin ist der Gustos der KOnigl. Bibliothek 
Job. Wilh. Edmund S^chting zum Bibliothekar ernannt worden. 

[669.] Aus Karlsruhe ist der als Orientalist bekannte 
Assistent der Grossherzoglichen Bibliothek Dr. Franz Teufel am 
19. April gestorben. 

[670.] Aus Leipzig ist am 22. April der Theilhaber der 
weitbin bekannten Firma „K. F. Koehler*s Antiquarium" Adolf Ulm, 
ein langjähriger u. wohlwollender Freund des Anz.*s, im 61. Lebens- 
jahre gestorben, üeber ihn s. Börsenbl. f. d. Deutsch. Buchhand. 
Nr. 104. 8. 2063. 

[671.] Aus Manchester hat B. C. Christie im letzt- 
vergangenen Jahre über den bekannten Spanischen Bibliophilen 
Don Joachim Gomez de la Cortina, Marquis de Morante (f 1868 
in Folge eines Sturzes von der Bücherleiter) einen Vortrag in 
Druck erscheinen lassen, der sich auszugsweise in „Le Livre 1884''. 
Nr. 48 wiedergegeben findet. Die reichen Geldmittel, über die er 
zu verfügen hatte, verwendete er ziemlich ausschliesslich zur An- 
sammlung einer reichen n. kostbaren Bibliothek, die leider 1872 
durch die Auction u. zwar unter ihrem Werthe zerstreut worden 
ist. (S. Anz. J. 1872. Nr. 377 u. 464.) R. 

[672.] Aus Oldenburg ist der seitherige Oberlehrer der 
Sealschule Dr. Beinh. Mosen zum Bibliothekar der Grossherz, öffent- 
lichen Bibliothek ernannt worden. 

[67S0 Aus New York ist am 31. März 1884 der im 
NAmerikanischen Buchhandel hoch angesehene und namentlich um 
die Deutsche u. die bibliopolisch-bibliographische Fachlitteratur ver- 
diente Frederick Leypoldt (geb. 17.Novbr. 1835 zu Stuttgart) ge- 
storben. Seinem Andenken findet sich im „Publlshers* Weekly 
Yol. XXV*' die 14. Nr. gewidmet u. derselben ein gutes Portrait 
des Verstorbenen beigegeben. Von seinen, den Anz. vorzugsweise 
interessirenden Verlagsschrifben sind zu nennen: „The Publishers* 
Weekly" (erscheint seit 1872); „The Literary News" (seit 1868, 
anfangs unter dem Titel „the Literary Bulletin"); „The Library 
Journal" (seit 1876); ,Jndex to Periodicals ed. by Fletcher" (seit 
1883 als Supplement zum Library Journal); „Monthly Beference 
Lists prep. by Fester (seit 1881); „Index Medicus comp, by Bil- 
lings and Fletcher" (seit 1879); „The American Catalogue"; „The 
Publishers' Trade-List annual" (seit 1873); „The American Edu- 
caiional Catalogue*' (seit 1870); „Books of all time, a Guide for 



226 Litteratur und Hiscellen. 

ihe Purchase of Books**; ,,Books for the Toung comp, by Hewins*';* 
„Libraries and Readers bj Foster'^; „Libraries and Scbools by 
Green". Der Anz. ist dem Verstorbenen, der ihm viele Freund- 
lichkeit erwiesen bat, grossen Dank schuldig. 

[674.] Ans Paris ist eine Staatsprüfung junger Leute zur 
Erlangung des Fähigkeitszeagnisses für den Dienst an Französischen 
üniversitäts- u. Departements - Facultfits - Bibliotheken angeordnet 
worden. In Betracht, dass an grossen Deutschen Bibliotheken noch 
heutzutage junge Leute angestellt werden, denen die zum Biblio- 
theksdienste allemothwendigsteu sprachlichen , litterarhistorischen 
u. bibliographischen Kenntnisse abgehen, sind unsere Französischen 
Nachbarn wirklich zu beglückwünschen, dass ihre Begierung dar- 
auf Bedacht nimmt, solchen Uebelstanden entgegenzutreten. Die 
Prüfungen, die aus einer schriftlichen u. einer mündlichen be- 
stehen, werden im Mai zum ersten Male in der Bibliothek des 
Arsenals abgehalten. Die schriftliche Prüfung umfasst die An- 
fertigung eines Aufsatzes über eine . bibliographische Frage in An- 
wendung auf den Bibliotheksdienst, sowie die Classificirung von 
15, verschiedene Stoffe behandelnden u. verschiedenen Epochen der 
Bachdruckerkunst angehörenden Werken. Die Handschrift muss 
eine feste u. gut leserliche sein. Die mündliche Prüfung erstreckt 
sich auf Bibliographie u. Universitäts- Bibliotheksdienst, sowie auf 
neuere Sprachen. Ein leichtes Deutsches Buch soll der Eiaminand 
vom Blatte weg zu übersetzen u. resp. zu erklären im Stande sein. B. 

[675.] Aus Paris sind im diesjährigen Budget die Staats- 
bibliotheken mit folg. Summen eingestellt worden: Die Biblioth^ue 
nationale mit 397,050 Fr., u. zwar: Administration u. innerer 
Dienst 41,300 Fr., Abtheilung der Druckwerke 208,450 Fr., Ab- 
theilung der Handschriften 46,600 Fr., Abtheilung der Medaillen 
33,700 Fr., Abtheilung der Stiche 31,400 Fr., Archaeologischer 
Kursus 7500 Fr., Buchbinderei 28,100 Fr. An der Spitze jeder 
Abtheilung steht ein „Conservateur sous-directeur'* mit 10,000 Fr. 
Gehall. Bei der Abtheilung der Druckwerke besteht das Personal 
aus 4 „Conservateurs-adjoints*^ 9 Bibliothekaren, 22 Beamten, 
5 Supernumeraren, 18 Hilfsarbeitern u. 28 Dienern und Dienerinnen. 
Bei den Handschriften giebt es einen „Conservateur adjoint" 
3 Bibliothekare, 4 Beamte, einen Hilfsarbeiter u. 3 Dienstpersonen; 
bei den Medaillen einen „Conservateur-adjoint", einen Bibliothekar, 
2 Beamte u. 5 Dienstpersonen, endlich bei den Stichen einen 
„Conservateur adjoint", einen Bibliothekar, 3 Beamte u. 2 Dienst- 
personen. 18 Personen sind in der Buchbinderei beschäftigt. Chef 
des Ganzen mit dem Titel „Administrateur g^n^ral" ist Lipoid 
Delisle, der 15,000 Fr. Gehalt bezieht. — Die Material Verwaltung, 
Heizung u. Beleuchtung kostet 46,688 Fr. ~ Die AbtboilQPg 4er 



Litteratar and Miscellen. 227 

DrnclLweAe giebl 86,200 Fr. für BQcheranschaffangeD, 46,628 Fr. 
für BuchblnderlöLne aus. Die Abtheilung der Handschriften braucht 
28,500 Fr. fQr Ankäufe u. 12,000 für Buchbinderlöhne. 40,500 Fr. 
sind bestimmt fQr Ankäufe von Medaillen, 26,000 Fr. für An- 
käufe von Stieben. Für Katalogsarbeit^n sind 50,000 Fr. be- 
willigt, 30,000 Fr. für den Katalog der Handschriften der öffent- 
lichen Bibliotbeken. — Die Biblioth^ue Mazarine mit ihren 
170,000 Bden kostet 37,200 Fr., davon 27,700 für Material u. Personal 
und 9500 für Neuanschaffungen. — Die Biblioth^ne de 1' Arsenal 
mit 200,000 Bden u. 9000 Handschriften braucht 54,900 Fr., 
davon 89,900 für Material u. Personal, u. 15,000 fQr Neuan- 
schaffungen. — Die Bibüoth^ue Ste Geneviöve mit 180,000 Bden 
braucht 66»000 Fr., davon 20,000 fQr Material u. Personal, 
16,000 fQr Neuanschaffungen. Ausser diesen Bibliotheken giebt es 
noch dergL in den Schlössern zu Fontainebleau, Compidgne u. Pau, 
u. sie erfordern 4000, 2400 u. 2800 Fr. Der allgemeine Biblio- 
theksdienst im Ressort des Ministeriums des öffentiichen Unterrichts 
kostet 52.000 Fr., davon bezieht 12,000 der Inspecteur g^n^ral. 
Hierzu Kommen aber noch 40,000 Fr., für die Kosten von Beisen, 
Commisaionen, das Central -Bibliotheks-Comit^, das D^pot Mgal 
IL a. m. (Le Livre Nr. 48.) R. 

[676.] Aus Paris ist an der Arsenalbibliothek Eugene Muller 
zum Conservateur adjoint, an Stelle des mit dem Titel „Conserva- 
teur adjoint honoraire" in Pension getretenen Cordier, ernannt 
worden. Henry Martin u. Paul Cotin haben die Stellen, ersterer 
des Bibliothekars u. letzterer des ünterbibliothekars, erhalten. (Le 
Livre Nr. 62.) R. 

[677.] Aus Pari s ist die noch vor kurzem erst 900 Bde zählende 
Bibliothek des Ministeriums der Post u. Telegraphie gegenwärtig 
bis auf 8000 Bde BQcher u. Zeitschriften aus allen Erdtheilen, 
soweit sie Post u. Telegraphie betreffen, angewachsen. Die Biblio- 
thek steht unter der Obhut des Bibliothekars Coch^ry, u. ist zur 
Benutzung für das Publikum täglich geöffnet. (Le Livre Nr. 52.) R. 

[678.] Aus Paris erscheint unter den „Publications de 
r^cole des Langues Orientales Vivantes. 2. S^rie. Tom. X'' im 
Verlage von Emest Leroux : „Les Manuscrits Arabes de TEscurial 
d^rits par Hartwig Derenbourg. Tom. I. (Grammaire, Rh^torique, 
Po&ie, Philologie et Belles-Lettres, Lexicographie, Philosophie.)'* 

[679.] Ans Paris wird in Folge der Abpflasterung des 
viereckigen Hofes der ^Nationalbibliothek der historische Baum 
(Gleditschia Triacanthos), der aus der Blüthezeit des Robinson- 
CrusoS-Cnltus stammt, u. bereits 1859 bei dem Baue des Lesesaales 
seinen ursprünglichen Standort mit einem Kostenaufwand von 



228 Litteratur und Miscellen. 

8000 Fr. hatte wechseln müssen, nunmehr ganz verschwind 
Er soll 1789 als Freiheitsbaum gepflanzt worden, u. ein Qesche 
des bekannten Catesby sein. Der Baum erregte damals als < 
erste seinesgleichen in Europa vieles Aufsehen, zumal die Sa 
ging, dass auf einem solchen Baume Robinson auf seiner Insel < 
erste Nacht zugebracht habe. (Le Livre Nr. 50.) B. 

[680.] Aus Paris wird aus den Mitteln einer 1874 ( 
Stadt gemachten Stiftung von 200,000 Fr. eine Kunstgewerl 
Bibliothek begründet. Diese Bibliothek soll in einem mit Galle 
versehenen 12 m. langen u. 10 m. breiten Saale der Communal-Schi 
in der Rue Titon, der 20,000 Bde fassen kann, ihre Aufstellu 
erhalten. Für Anschaffungen sind zum Anfange 34,000 1 
sowie in den folgenden Jahren je 8650 fQr BQcherankäufe 
Buchbinderlöhne u. 500 für Mobiliar- u. Material -ünterhaltu 
bestimmt. Der Jahresgehalt des Bibliothekars ist auf 2000 u. c 
des Aufwärters auf 300 Fr. festgestellt. (Le Livre Nr. 49.) B 

[681.] Aus Paris ist zur Bewerbung um den vom ver 
J. Gh. Brunet für eine gelehrte bibliographische Arbeit gestiftel 
u. im nächsten Jahre zur Yertheilung kommenden Preis von 3000 ] 
von Seiten der Acad^mie Fran9aise folg. Thema zur Bearbeitu 
ausgeschrieben : „Es sind aus dem grossen Arabischen ,,Fihrii 
genannten Werke alle üebersetzungen Griechischer Schriften i 
Arabische auszuziehen u. die bibliographischen Angaben nach § 
druckten oder handschriftlichen Dokumenten einer Kritik zu unti 
stellen.*' Die Bewerbungsschriften müssen spätestens vor d 
30. December d. J. bei dem Secretariat des Institut de Frar 
eingereicht werden. (Le Livre Nr. 49.) R. 

[682.] Aus Ronen ist, ausser dem vom kürzlich verstorben 
Unterbibliothekar Th. Lebreton angefertigten Kataloge der Leber'scli 
Sammlung, nunmehr auch der Katalog der Montbret'schen Sammln 
beendigt worden. (La Livre No, 50.) R. 

[683.] Aus Washington findet sich im Aprilhefte ( 
Polybibllon S. 381 berichtet: „Washington va enfin avoir i] 
biblioth^ue digne du si^ge gouvemement f^d^ral. Le senat 
vot^ un bill accordant 500,000 dollars pour cet objet. Les ti 
vaux vont commencer. On estime le total des d^penses h plus 
3 millions de dollars pour garnir cette biblioth^ue de 3 milli( 
de volumes." 

Beriehtlgang. 8. 159, Z. U lese man: „Andelo** n. .Marbaceii 
— 0. Z. 16: «Andelo von Marbach". P. Ristelhnber 

Draek Ton Joh. Hbaler in Dreaden. 



NEUER ANZEIGER 

für 

Bibliographie und Bibliothekwissenschajft, 

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt. 



Jnli. 



1884. 



Inhalt: 

Die Yttbandlimgeii des Prenssischeii Landtags zum Etat der Kgl. Biblio- 
thek in Berlin« — Handschriften-Yerseichniss über den Nachlass des Can. 
Gottfided Ton Gardanen za Köln 1375. Von G. Becker. — Die letzt- 
Tontorbenen Dantophilen. — Litteratnr and Miscellen. — Allgemeine 

Bibliographie. 

[684.] Die Yerhandlnngen des Prenssischen Landtags 
ram Etat der Kgl. Bibliothek in Berlin. 

Neben den in diesen Blättern mehrfach besprochenen, von 
vornherein wenig aussichtsYcUen Bemühungen für die Nenbegründung 
einer Beichfibibliothek erregen die im Prenssischen Abgeordneten- 
haose seit einigen Jahren mit grosser Wärme n. Sachkenntniss 
vertretenen Bestrebungen zur Completirung der Kgl. Bibliothek in 
Berlin das Interesse aller betheiligten Kreise. Da der erste Wort- 
fthrer derselben, der conseryative Abgeordnete Dr. Kropat- 
scheck-Brandenburg (s. Jahrg. 1881, S. 227), in diesem 
Jakre am 8. Febr. ausgiebige Unterstützung bei fast allen Frac- 
tionen des Hauses, u. wenige Wochen später — am 21. März 
— auch im Herrenhause durch den berühmten Bechtsgelehrten 
Professor Dr. Beseler fand, der Herr ünterrichtsminister von 
Dossier aber seinerseits beide Male in durchaus entgegenkommen- 
<Ier Weise seine Geneigtheit zur Erhöhung der sächlichen Aus- 
gaben nicht nur für die Berliner Bibliothek bekundete; so dürfte 
liier ein Beferat über die bis jetzt stattgehabten ofüciellen Yer- 
^dlongen nicht unerwünscht sein. 

Im Anschluas an eine Besprechung der ihrer Vollendung ent- 
^gengehenden neuen Eatalogisirung der Kgl. Bibliothek plaidirte 
Dr. Kropatscheck in der Abendsitzung vom 15. Decbr. 1880 zum 
ersten Male für systematische Ergänzung der nationalen Litteratur. 
pie vorhandenen Bestände der Bibliothek, deren Gesammtzuwachs 
jährlich etwa 15 000 Bände betrage, seien nicht gering; er 
^sche aber, dass alles, was in der gedruckten Litteratur 
Dentschen Ursprungs sei, hier eine Sammelstätte 
^iode. y,Ich denke dabei nicht bloss an die sogenannte schöne 
Litteratur im engeren Sinne, sondern an die Litteratur 
jeden Faches, jeder Wissenschaft, an jedes Erzeug- 
flissDeutschen Geistes, an alle Litteraturdenkmäler 
seitErfindang der Buchdruckerkunst. Ja, ich schliesse 

17 



230 Yerhandlongen d. Pr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 

auch nicht die Deutschen Arbeiten in Lateinischer Sprache aus, 
nicht die Werke unserer Humanisten** u. s. w. (Stenogr. Bericht 
S. 781.) Anderwärts habe man in dieser Beziehung viel Treff- 
liches geleistet, selbst in Bussland unter der Fürsorge des Herrn 
Yon Eor£ Die Bedeutung einer solchen Gompletirung für die 
vaterländische Litteraturwissenschaft liege auf der Hand : wer sich 
heute mit der Litteratur des 16. u. 17. Jahrhunderts beschäftige, 
sei genöthigt, womöglich sämmtUche Bibliotheken Deutschlands mit 
grosser Mühe langsam abzusuchen, ja müsste auch oft noch die 
reichen Schätze des Brittischen Museums in London zur Hilfe 
heranziehen. „Meine Herren, Sie denken gewiss, ein derartiger 

Wunsch gehöre mehr in den Reichstag. Aehnlich haben 

auch die Herren gedacht, die im September dieses Jahres in 
Weimar den Schriftstellertog abhielten und dort eine Petition an 
den Eürsten Reichskanzler beschlossen haben, wegen Begründung 
einer Reichsbibliothek .... Aber, meine Herren, eine der- 
artige Sammlung jetzt neu begründen zu wollen, halte 
ich geradezu für Yöllig aussichtslos! Nur mit Be- 
nutzung der grossartigen Bestände, welche gerade die hiesige 
Bibliothek in dieser Beziehung birgt, ist überhaupt ein solcher 
Plan realisirbar. Um nur an eins zu erinnern, ist es wohl denk- 
bar, dass man eine Fischartsammlung, wie sie die hiesige Königliche 
Bibliotkek aufzuweisen hat, jemals von neuem aufbringen könnte? 
Darin, meine Herren, liegt eben die Berechtigung dieses meines 
Wunsches; der Anfang ist hier in Berlin gemacht. Durch die 
unermüdlichen Bemühungen unseres hochseligen Königs Friedrich 
Wilhelm ly. sind u. a. bekanntlich die grossartigen Bibliotheken 
des Freiherm von Meusebach, des Professors Heyse und Anderer 
zusammen gebracht worden, und das gewiss mit der Absicht^ 
dadurch die Berliner Bibliothek geradezu zu einem nationalen 
Deutschen Institut zu erheben. Hier in Berlin allein ist 
die Möglichkeit vorhanden, wenigstens annähernd, soweit dies über- 
haupt denkbar ist, alles Einschlägige an einer Stätte zu ver- 
einigen. Absolute Vollständigkeit ist ja natürlich undenkbar; 
es giebt ja eine grosse Anzahl ünica, die eben nirgends sonst 
sich finden und natürlich auch nicht hierher geschafft werden 
können'' etc. 

Natürlich vermöchte die Bibliothek mit ihren geringen Mitteln 
an eine solche Angabe nicht heran zu treten, dazu sei ein Extra- 
fonds nöthig; denn — um mit Erasmus zu reden — sicut in vinis et 
unguentis ita in libris pretium addit antiquitas. Und er wünsche, 
dass für diese Zwecke extraordinäre Mittel irgendwie flüssig ge- 
macht würden. 

„Wenn Sie daran denken, was im Deutschen Reich, was in 
Preussen, für die mannigfachsten wissenschaftlichen Zwecke in den 



VerhaDdloDgen d. Pr. Landtags zum Etat d. E. Bibliothek Berlin. 231 

letzten Jahren aufgebracht ist — ich erinnere an die Unterstützung 
zu Entdeckungen in Afrika, fQr Nordpolreisen, an Olympia und 
Pergamum, femer daran, dass wir erst im vorigen Jahre zur Be- 
schaffung von Omamentblättem 381 000 Mark bewilligt haben, Bewillig- 
ungen, über die ich mir durchaus nicht die geringste Kritik erlaube 

— aber angesichts solcher grossartiger Zuwendungen scheint mir 
die Aufnahme von vielleicht 12 — 15 000 Thalern in 
das Extraordinarium für eine Beihe von Jahren 
keineswegs exorbitant Meine Herren, die Aussicht auf die Mög- 
lichkeit solcher Completirungen verringert sich von Tag zu Tag, 

— — immer mehr von derartigen alten wichtigen litterarischen 
Schätzen kommen in feste Hand'' u. s. w. 

Bei der Berathung des Etats für das nächste Rechnungsjahr, 
am 18. März 1882, kam Dr. Eropatscheck auf den von ihm 
angeregten Gedanken der Ausgestaltung der Berliner Bibliothek 
zu einem die gesammte nationale Litteratur in relativer Vollständig- 
keit enthaltenden Centralinstitute zurück, unter wiederholtem Hin- 
weis auf die inzwischen immer mehr entschwindende Möglichkeit 
der Completirung gegenüber der Goncurrenz des Auslandes. „Es 
ist nicht uninterressant zu sehen, wie gerade Amerika, welches 
sonst mit einer gewissen Verachtung auf das alternde Europa 
herabzusehen pflegt, unsem alten Druck aus dem 15. und 16. 
Jahrhundert nicht bloss hochschätzt, sondern auch zu ganz enormen 
EYeisen aufzukaufen bestrebt ist. Ich brauche nur daran zu erinnern, 
welche Preise erst im verflossenen Jahre bei der Auktion der 
sogenannten Blenheimschen Bibliothek des Herzogs von Sunder- 
land in England von Amerikanischen Aufkäufern bezahlt sindl" 
An Zustimmung in der Presse, auch von Autoritäten ersten Banges 
habe es ihm nicht gefehlt, nur seitens der Bibliotheksverwaltung 
selbst hätte er auf etwas mehr Theilnahme und active Unter- 
stützung gerechnet. „Sollte denn wirklich die erste Deutsche 
Bibliothek sich nicht bewusst sein, rief der Herr Abgeordnete aus 
(Stenogr. Bericht S. 1006), dass sie auch Verpflichtungen hat 
gegenüber der Deutschen Litteraturwissenschaft; und der Deutschen 
AJterthumsforschung; sollte sie wirklich keinen Sinn mehr dafür 
haben, dass jene Idee unseres hochseligen Eönigs, auf die ich eben 
hinwies, doch auf eine endliche Verwirklichung zu hoffen vollbe- 
berechtigt ist? Meine Herren, sind denn Lateinische und 
Griechische, besonders aber Orientalische Handschriften und Werke 
das Non plus ultra? etc. etc. Ich muss gestehen, dass ich es 
bedauert habe, dass gerade von Seiten der Bibliotheksverwaltung 
sich in diesem Sinne, soviel ich bemerkt habe, nichts gerührt hat'^ 
Den Herrn Minister von Gossler treffe ja deshalb in keiner Weise 
irgendwelche Schuld, „im Gegentheil, derselbe hat sich stets bereit 
gezeigt^ allen Wünschen, die von Seiten der Biblio- 

11* 



232 Yerhandlnngen d. Pr. Landtags zam Etat d. E. Bibliothek Berlin. 

theksverwaltung an ihn herangetreten sind, in 
jeder Weise entgegen zu kommen, wie denn überhaupt 
gerade in neuerer Zeit auf dem Gebiete der Kunst und Wissen- 
schaft es an Unterstützung von Seiten des Ministeriums wahrlich 
nicht gefehlt hat*'. Was die Bibliothek angehe, so brauche er 
nur an den Ankauf der Floss*schen Sammlung aus dem Dis- 
positionsfonds zu erinnern. „Aber, meine Herren, was damit erreicht 
ist, entspricht den Wünschen, die ich für unsere BibliotheksYer- 
waltung hege, keineswegs: nicht nur durch den Ankauf 
ganzer Bibliotheken würde das, was ich als Ziel 
hingestellt habe, erreicht werden können. Einerseits 
sind diese Bibliotheken gewöhnlich sehr theuer, dann aber scheut 
sich ganz naturgemässer Weise jede Bibliotheksverwaltung vor der 
grossen Masse von Doubletten, die mit solcher Gesammtbibliothek 
in ihren Besitz übergehen. Nebenbei bemerkt, habe ich mich 
schon lange darüber gewundert, dass die yerschiedenen Bibliotheken 
Deutschlands nicht gewissermassen einen Kartell abschliessen und 
die Doubletten, die sich in ihrem Besitze befinden, gegenseitig 
untereinander zum Austausch bringen, sondern dass sie dieselben 
meistens an Antiquare verkaufen.'' 

Bezügb'ch der Completirung auf dem Wege des Einzelkau£3 
verlangt Dr. Kropatscheck, wie im Jahre vorher, die Einstellung 
eines jährlichen Extrazuschusses von ca. 40 — 50000 Mark 
allein zu diesem nationalen Zweck in den Etat der 
Berliner Bibliothek, während er schliesslich noch seine Ansicht 
dahin ausspricht, dass ein bestimmter Beamter mit der ganzen 
Completirungsaufgabe betraut werden müsste. „Es handelt sich vor 
allen Dingen darum, dass schnell eingegriffen wird, dass der 
betreffende Beamte sofort Mittel zur Verfügung hat, um Werke, 
die in der Bibliothek sich noch nicht finden, anzukaufen, — dass 
es nicht erst langer Verhandlungen mit seinen höheren Vorge- 
setzten bedarf: es könnte durch einen Zeitverlust nicht bloss der 
Preis erhöht werden, sondern auch die Möglichkeit des Ankaufs 
schwinden." 

Befremdlich war beide Male das Schweigen vom Begierungs- 
tische; um so verheissungsvoller für die Berliner Bibliothek wie 
für das gesammte Bibliothekswesen in Preussen lauteten die Er- 
klärungen, welche der Herr Minister von Gossler in dieser Session, 
durch längere Ausführungen der Abgeordneten Schmidt- 
Stettin und Dr. Lieber-Montabaur veranlasst, abgab. 
Während der erstere, an die Bewilligungen des Vorjahres an- 
knüpfend, die Nothwendigkeit der eingetretenen persönlichen und 
sächlichen Ausgaben hervorhob, sich dieses Mal auch dem Wunsche 
Dr. Kropatscheck's auf Vervollständigung der älteren Deutschen 
Litteratur anschloss, im Uebrigen aber nur den allerdings immer 



YerhandloDgen d. Fr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 233 

noch sehr peinlichen baulichen Verhältnissen sein Interesse zu- 
wandte und die Hoffnung, in nicht zu femer Zeit einen Neubau 
endlich ausgeführt zu sehen, aussprach; begann Dr. Lieber mit 
der Erklärung: So hofinungsvoll, wie der geehrte Herr Vorredner, 
könne er die Angelegenheiten der Kgl. Bibliothek nicht mehr an- 
sehen. Er sei aber mit demselben darin einyerstanden, dass alle Fra- 
gen, welche die Berliner Bibliothek beträfen, sich um die Beschaffung 
des Bauplatzes f&r einen definitiven Neubau drehten, weil von der 
Herstellung eines solchen Baues namentlich auch die beiden anderen 
Hauptfragen, welche er demnächst berfthreu werde, nämlich die 
bessere Ausstattung der Fonds fOr die Beschaffung von Büchern 
und die bessere Ausstattung derjenigen für die Beamten ab- 
hängig seien. Die im vorigen Jahre gemachte Bewilligung von 
3 Millionen Mark zur provisorischen Erweiterung der 
EgL Bibliothek hätte bis jetzt keine Erleichterung der überaus 
schwierigen Lage herbeigeführt, vielmehr sei noch alles beim 
Aitän. Nicht minder traurig scheine es um die endliche Inangriff- 
nahme des Neubaues auf dem Platze des jetzigen Akademie- 
Gebäudes bestellt. Wenn von praeter propter 10 Jahren gesprochen 
worden, ehe es möglich sein würde, der Bibliothek die neuen 
Bäume zu beschaffen; so müsse der Fortschritt, den die Sache 
bis jetzt gemacht, zu der Befürchtung Anlass geben, dass es noch 
viel länger dauern könne, selbst wenn demnächst mit der Ver- 
legung der KgL Akademie der Künste endlich angefangen würde. 
Die Schatten, welche künftige Ereignisse vorauswerfen, lägen auch 
leider hier wie überall in den letzten Jahren auf allen irgendwie 
brauchbaren Bauplätzen im Centrum der Stadt: letztere seien schon 
jetzt in Beschlag genommen für künftige grosse Museums- 
gebäude und diesen verwandte Institute. „Ich beklage 
diese Uebelstände auf das allertiefste und kann mir nicht ver- 
sagen, darauf aufmerksam zu machen, wie auch der gegenwärtige 
Etat wieder zeigt, dass in dem Gesammttitel ''Kunst und Wissen- 
schaft^ unseres Etats die Wissenschaft in Wahrheit wie 
das Aschenbrödel behandelt wird, während die Museen als dessen 
glücklichere Stiefschwestern in stolzen Kleidern einherprangen.^* 
An der Hand des Etats wird diese These weiter ausgeführt. Im 
Ordinarium ständen z. B. die Berliner Museen mit 1200 922 
Mark, die Kgl. Bibliothek mit 289 159 Mark; während die letztere 
im Extraordinarium dieses Jahres gänzlich leer ausgehe, 
seien dort an Ausgaben für die Gipsgiesserei, die Abwendung der 
Feuersgefahr vom neuen Museum u. s. w. u. s. w., schliesslich 
zur ausserordentlichen Vermehrung der Sammlungen der Museen 
und zum Erwerb von Bauplätzen für künftige Museen, zusammen 
5 112 800 Mark ausgeworfen, — ein Betrag, von dem jeder 
Kundige wisse, dass er nur der Anfang von vielen, vielen folgen- 



2^4 Verhandlungen d. Fr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 

den Millionen sein werde, die sich zur Zeit noch gar nicht be- 
ziffern Hessen, welche aber seiner Schätzung nach mit der Zahl 
von 30 nicht erreicht sein dürften. Jedenfalls gehe 
schon hieraus hervor, in wie ganz unverhältnissmässiger Weise die 
Kgl. Bibliothek gegenüber den hiesigen Eunstanstalten zurück- 
gesetzt werde. 

Mit der Frage eines definitiven, allen Ansprüchen genügenden 
Neubaues hänge aber auch die vom Abgeordneten Dr. Kropat- 
scheck mit Recht so warm empfohlene Vermehrung der Fonds für 
die Ergänzung und Erweiterung der Bücherbestände zusammen, 
mindestens gebreche es augenblicklich noch an Baum dafür, trotz- 
dem seit einer Beihe von Jahren die geographische, die musi- 
kalische Abtheilung und die Zeitungen auf Andringen der Polizei- 
behörde wegen Ueberlastung des Gebäudes ausquartiert seien. In- 
dessen werde demnächst durch die hinzukommenden Bäume des 
Niederländischen Palais Platz hierfQr, und er wolle daher seiner- 
seits ganz energisch denjenigen Herren beipflichten, welche eine 
Erhöhung der Jämmerlichen' 96 000 Mark zur Vermehrung und 
Erhaltung der Bibliothekssammlungen forderten. „Wenn Sie er- 
wägen, meine Herren, dass von den 96 000 Mark — — etwa 
25 000 Mark an Buchbinderkosten, etwa 20 000 Mark für Fort- 
setzungen, und etwa 15 000 Mark fQr Zeitschriften abgehen, also 
summa summarum nur beiläufig 36 000 Mark übrig 
bleiben, wenn Sie schliesslich erwägen, dass von diesen 36 000 
Mark fünf Jahre lang je 5000 Mark abgehalten werden, um jene 
Hamiltonhandschriften zu bezahlen, welche die Biblio- 
thek gar nicht gesucht hat, sondern die sie dem Königlichen 
Museum hat abnehmen müssen, damit dasselbe die schönen werth- 
vollen Gegenstände der Hamiltonsammlung um so viel billiger be- 
halten konnte: wenn Sie das Alles erwägen, meine Herren, dann 
werden Sie mit mir darüber einverstanden sein^ dass 30 — 31000 
Mark zur Unterhaltung und Vermehrung der Sammlungen einer 
Centralanstalt der Wissenschaft, wie es die Egl. Bibliothek sein 
soll, ein wahrer Bettel sind. Das Bedürftiiss der Bibliothek 
nach der Richtung der Ergänzung ihrer Bestände ist ja nicht nur 
dasjenige, das sich fQr sein besonderes Fach jeder Privatmann 
befriedigen kann, dass sie sich nämlich auf dem Laufenden hall 
mit den modernen Erscheinungen auf allen Gebieten der Wissen- 
schaft; die Hauptaufgabe einer solchen Sammlung 
besteht darin, dass sie die älteren' Erscheinungen 
der Litteratur, welche zu completiren für einen 
Privatmann regelmässig viel zu theuer ist, nach aller 
Möglichkeit vollständig sammelt. In dieser Beziehung 
hat wiederholt der Abgeordnete Dr. Kropatscheck und heute 
zn meiner BefHedigung auch der Abgeordnete Schmidt 



YerhandlfiDgeii d. Pr. Landtags zum Etat d. E. Bibliothek BerliD. 285 

(Stettin) betont, dass nach dem Anfange, welcher von dem 
bochseligen Könige Friedrich Wilhelm lY. mit Erwerbung der 
Mensebach'schen und anderer namhaften Deutschen Büchersamm- 
lungen gemacht ist, f&r die hiesige Egl. Bibliothek der Weg Tor 
allen Dingen dahin schon Yorgezeichnet und beschritten ist, dass 
sie zu einer Centralsammelstelle der gesammten 
älteren Deutschen Litteratur herausgebildet werde. 
Ich will entfernt nicht ausschliessen, dass auch gelegent- 
lich «inmal die Babbinistische Litteratur durch Erwerbung 
einer Dr. Pinner'schen, die musikalische Litteratur durch Erwerb 
einer Löwe'schen Bücherei vermehrt wird; im Gegentheil, ich 
bin in dieser Beziehung vollständig damit einverstanden, dass 
man von werthvoller alter Litteratur greift, was man 
immer greifen kann, um so die Sammlungen der Königl. Bib- 
liothek allseitig auf die Höhe zu erheben, die alle anderen grossen 
Bibliotheken in dieser Hinsicht längst anstreben u. zum Theil 
S;anz unvergleichlich mehr auch schon erreicht haben als die hiesige 
Königl. Bibliothek. Aber das Hauptgewicht lege ich auf 
die Vervollständigung der Deutschen Litteratur aus 
den früheren Jahrhdten, u. zwar ohne jede Einschrän- 
kung der gesammten Drucklitteratur vaterländischen 
Ursprungs." Auf der Hand liege, führt der Herr Abgeordnete 
weiter aus, dass es mit dieser alten Litteratur genau so gehe, 
wie mit den Sibyllinischen Büchern: sie wird von Jahr zu Jahr 
weniger u. theurer, wenn man sie später — nachdem die 
Prist, sie zu erwerben, endgiltig versäumt sei — überhaupt noch 
haben könne. Mit Becht habe der College Schmidt namentlich auf 
Amerika hingewiesen, den gefahrlichsten Concurrenten für alle 
öffentlichen Bibliotheken in Europa auf dem antiquarischen Markte. 
n£s ist also hier eine Yersäumuiss unter Umständen 
der absolute Verzicht auf die Erfüllung der Aufgabe, 
welche ich der Königl. Bibliothek stellen zu müssen 
glaube". (St. Bericht S. 1292.) 

An dritter Stelle kam der Herr Abgeordnete auf die Beamten- 
verhältnisse zu sprechen. Der gegenwärtige Dienst an der Königl. 
Bibliothek sei mit Gefahren für die Gesundheit der Beamten ver- 
knüpft, insbesondere wegen der augenmörderischen Dunkelheit an 
den meisten Arbeitsplätzen. Der Herr Minister möge wenigstens 
den Besoldungsverhältniesen derselben mit Wohlwollen näher treten, 
auch ein anderes Ascensionssystem einführen (nämlich nach dem 
Dienstalter statt nach der Stellenvacanz) u. das Heer der Assi- 
stenten durch Bef5rderung derselben zu Custoden u. Secretären 
vermindern. 

Nachdem auch der Abgeordnete Zelle -Berlin in ähnlichem 
Sinne wie der Dr. Lieber über die Lage der Beamten gesprochen. 



236 Yerhandlangen d. Fr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 

erhob sich der Herr ünterrichtsminister Ton Gossler, zonächsl 
zur Abwehr der Behauptung, dass in seinem Bessert die Kunsl 
in unzulässiger Weise auf Kosten der Wissenschaft gefördert 
werde: ,die Wissenschaft* käme in den Kunstmuseen nicht zv 
kurz, letztere seien nicht nur der Kunst gewidmet. „Wenn Sic 
unsere sogenannten Kunstmuseen durchgehen, so werden Sie er- 
kennen, dass ein grosser Theil derselben rein wissenschaftlichen 
Zwecken dient, u. dass keine Gelegenheit versäumt wird, diese 
Tendenz zu fördern/' Bezüglich der InangrifiEnahme des Neubaues, 
müsse er erst wissen, wo er einen Bauplatz finde. Versäumt sei 
in dieser Beziehung nichts; eben so wenig treffe ihn eine Schuld, 
wenn der sofort begonnene Ausbau der Hinterseite des Nieder- 
ländischen Palais' der kartographischen u. der musikalischen Ab- 
theilung noch immer nicht zu einer neuen Unterkunft verholfen 
habe. „Die Bäume sind zu feucht, sei es Bücher dort unter- 
zubringen, sei es das Publikum einzuladen, in den feuchten Bäumen 
die Journale und Zeitungen zu lesen.'' Nach Ostern solle det 
Umzug bewirkt werden: „darauf wird, so weit es geht — denn 
ich habe auch Bücksicht zu nehmen auf die Bewohner des Königl. 
Palais', dessen Bückseite wir erworben haben — zu Anfang dee 
Sommers, sobald es möglich ist, in diese Bäume einzutreten, auch 
dort mit dem Umbau begonnen'*. Die nach Tollendung desselben, 
also mit Hilfe des Interimisticums, erzielten Verbesserungen be- 
ständen in der Eröffnung eines neuen Lesezimmers in grossem 
Stil u. der Benutzung des alten zur Unterbringung der Beamten. 
Das neue Lesezimmer komme in den grossen Mittelsaal, die Schau- 
sammlung werde verlegt in die unmittelbar anstossenden Bäume, 
und diese Verlegung bringe es mit sich , dass der gewonnene 
Mehrraum nicht in vollem Umfange fOr die Aufstellung von Büchern 
auszunutzen sei. Indessen bleibe immer noch Platz für 153,000 
Bände. 

„Was die anderen Verhältnisse, welche der Herr Abgeordnete 
Dr. Lieber berührt hat, namentlich die Beschaffung von Mitteln f&r 
die Neuerwerbung von wissenschaftlichen Werken betrifft, so kann 
ich ihm die Anerkennung nicht versagen, dass er ausserordentlich gut 
orlentirt ist u. sich auch im Besitz von Material befindet^ von dem ich 
bisher glaubte, es wäre bisher nur Inhalt der Akten." (Heiterkeit) 
Das schade aber nichts. Die in Aussicht genommene Vergütigung 
für die vom Museum der Bibliothek abgetretenen Theile der Hamilton- 
sammlung, die 25,000 Mark auf 5 Jahre vertheilt, sei nach wissen- 
schaftlicher Auffassung ein minimer Betrag, ein Spottgeld. „Im 
Uebrigen ist es richtig — u. ich erkenne das auch in ge- 
wissem Sinne an dieser Stelle mit Dankbarkeit an — 
dass sowohl der Herr Abgeordnete Dr. Lieber, wie die Herren, 
welche über die Verhältnisse unserer Universitätsbibliotheken ge- 



YerhandluDgen d. Pr. Landtags zum Etat d. E. Bibliothek Berlin. 237 

sprochen haben, nach meiner persönlichen Ueberzeugung mit Recht 
darauf hingewiesen haben, dass wir auf diesem Gebiete nicht 
zögern, sondern eingreifen sollen, wo wir können/' 
Er habe es in seiner Verwaltung auch nicht daran fehlen lassen. 
,,Ich glaube, es vergeht kein Jahr, wo ich nicht in der erfreulichen 
Lage bin, fast allen Bibliotheken irgend etwas zuznf&hren durch 
Erwerbung von Sammlungen, die von Gelehrten, Philologen, 
InstitatsYorstehem etc. hinterlassen werden. Das sind Sammlungen 
wertliYoner Art, Bibliotheken, welche natürlich nicht allein immer 
den Universitätsbibliotheken zu Gute kommen, sondern die auch 
einzelnen anderen Instituten überwiesen werden. Es handelt sich 
dabei immer um Summen, die sich in Tausenden von Thalern be- 
wegen. Aber ich erkenne völlig an, dass wir uns anstrengen 
mflssen, besonders den Bibliotheken frische Mittel, 
nenes Material zuzuführen — : es fehlt mir durchaus nicht 
an Terstandniss für die Wichtigkeit des Gegenstandes u. eben so 
wenig an Energie, meinen Willen durchzusetzen. Aber — die An- 
forderungen, welche ich im Interesse meiner Verwaltung zu stellen 
l^be, sind so grosse, dass ich nicht immer erwarten kann, dass 
in jedem Augenblick jede neue Anforderung bewilligt wird. Ich 
mnss mich daher auch nach der Decke strecken u. kann nicht 
immer gleich in Opposition u. in leidenschaftliche Be- 
fehdung anderer Bessorts übergehen, wenn nicht alle 
meine Wünsche sofort erfüllt werden. Ich zähle die grossen 
Projecte, die ich habe, nach Dutzenden, und wenn davon nur ein 
Theil ausgeführt wird, kann ich immer Gott danken, dass es meiner 
Verwaltung vergönnt gewesen ist, etwas zur AusfQhrung zu bringen. 
Eines dieser grossen Projecte ist die Vermehrung der 
Vorräthe unserer Bibliotheken, wobei ich sehr viel 
weiter gehe, als der Herr Abgeordnete Dr. Lieber es um- 
schrieben hat, denn ich trage mich mit der ernsten Er- 
wägung, über den Bahmen der hiesigen Bibliothek 
hinaus die Vermehrung u. systematische Ergänzung 
der unseren Bibliotheken anvertrauten Schätze aus- 
zuführen. Wenn später die Frage nach dem Gelde an Sie her- 
antritt, werde ich dankbar sein, wenn Sie mir die erforderliche 
Summe bewilligen." 

Die mit lautem Bravo aus allen Parteien des Hauses beglei- 
teten Schlussworte des Herrn Ministers acceptirte der Abgeordnete 
Dr. Lieber ndt Dank: wolle man die gesammten Mittel aller Bi- 
bliotheken des Landes erhöhen, sei ihm das sympathisch. Aus 
praktischen Gründen habe er sich bei seiner Bitte nur bescheident- 
lich auf die hiesige Centralbibliothek beschränkt. Wenn der Herr 
Minister von Aktengeheimnissen gesprochen, die er mitgetheilt, so 
könne das, was schon vor Wochen in der Neuen Preussischen 



238 Yerhandlimgen d. Fr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 

Zeitung ausführlich besprochen sei, doch unmöglich diese Qualität 
haben, üebrigens sei seine directe Quelle über die Zahlung der 
25,000 Mark aus Bibliotheksfonds eine durchaus private, die er 
dem Herrn Minister persönlich gern nennen werde. Wenn derselbe 
endlich den Mangel der Mittel für alle weitausschauenden Pläne 
seines Bessorts beklagt habe, so könne er nur wiederholen: wo 
man für die Berliner Kunstsammlungen im Ordinarium des dies- 
jährigen Etats über eine Million und im Extraordinarium über 
fünf Millionen Mark flüssig mache, Messe sich durch eine kleine 
Beschneidung dieser kolossalen Summen eine Erhöhung für die 
Vermehrung der Sammlungen der Bibliothek leicht gewinnen. Der 
Abgeordnete Dr. Eropatscheck habe vor zwei Jahren 
seinen Wunsch für Gompletirung der nationalen Lit- 
teratur ja auf nur 50,000 Mark jährlich bemessen! 
und wie sollte nicht auch dem Neubau dieses ersten Instituts der 
Wissenschaft endlich nahe getreten werden können? Er halte sich 
für verpflichtet in dieser Beziehung noch nachzuholen, was er vorhin 
vergessen: Die Bibliothek stehe, wie auch schon im vorigen 
Jahre anerkannt sei, in der allerdringendsten Feuersgefahr! 
„Sie brauchen nur rückwärts die Stallgebäude zu betrachten, worin, 
wie ich höre, nicht nur Pferde sondern auch Streu- und Futter- 
material für dieselben untergebracht sind, und Sie werden mit mir 
einverstanden sein, dass, wenn man 10,800 Mark für die Beseiti- 
gung der Feuersgefahr f&r die Kunstsammlungen fordert, wir auch 
das Becht hätten, eine erkennbare Fürsorge dafür zu erwarten, dass 
nicht die ganz unschätzbaren Bestände der Kgl. Bibliothek eines 
schönes Tages in Rauch aufgehen!'^ 

Der Herr Minister erwiderte: An definitive Errichtung der 
Bibliothek könne man erst gehen, wenn für die Akademie der 
Künste endlich der Bauplatz feststehe: an Anstrengungen nach 
dieser Richtung hin habe er es nicht fehlen lassen. Was die 
Frage nach der Feuersgefahr angehe, so habe er unmittelbar nach 
dem Brande der Hygieneausstellung die sämmtlichen fiscalischen 
Gebäude seines Ressorts daraufhin untersuchen lassen. Auch 
innerhalb der Bibliothek seien die erforderlichen neuen Einrich- 
tungen, soweit es die Commissare der Feuerwehr u. s. w. für noth- 
wendig erkannt haben, gemacht. Wenn Herr Dr. Lieber sich an 
die betreffenden Stellen führen lasse, „die Steigeleitem, die eisernen 
Thüren und sonstigen Einrichtungen in Augenschein nehmen 
wollte'^ würde er sich überzeugen, dass in dem Gebäude alles 
geschehen, was im Interesse der Feuersicherheit fQr nothwendig er- 
achtet werden kann. Endlich, bezüglich der Zahlung aus Bibliotheks- 
fonds für die abgetretenen Hamiltonhandschriften, müsse er doch 
hervorheben, dass der auch ihm, obwohl dunkel in Erinnerung ge- 
bliebene Artikel der Neuen Preussischen Zeitung nicht das ent- 



Verhandlungen d. Pr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 239 

halte*}, was der Herr Abgeordnete zuvor gesagt. ,,Es steht allerdings 
darin, dass davon die Bede gewesen wäre, aus den kümmer- 
lichen Mitteln der Bibliothek noch Abzahlungen er- 
folgen zu lassen; es steht aber nicht darin — dass in 5 Jahren 
je 500O Mark gezahlt werden sollten/' Nur hiergegen hätten sich 
seine Bemerkungen gerichtet. 

Darauf wurde die Discussion geschlossen. Dr. Eropatscheck, 
welcher neben dem Abgeordneten Enörcke-Berlin noch auf der 
Rednerliste zum Etat der Bibliothek stand, verzichtete, wohl weil 
der von ihm seit Jahren vertretene Gedanke der Completirung bei 
allen Parteien des Hauses voll zur Anerkennung gekommen war. 
Daför zeugte auch das Schlusswort des Beferenten der Budget- 
commission, Professors Dr. Virchow: Die Gesichtspunkte, welche 
hier Ton verschiedenen Seiten erörtert worden, seien auch inner- 
halb der Budgetcommission Gegenstand der Bespre- 
chung u. zwar wesentlich in demselben Sinne gewesen. 
»Wenn der Herr Abgeordnete Lieber uns damals unglücklicher 
Weise gefehlt, so freue ich mich, ihn jetzt als unsem besondern 
Bundesgenossen begrüssen zu können." In der Budgetcommission 
sei anerkannt, dass die Ausgabefonds der Bibliothek sowohl in Be- 
ziehung auf die Vermehrung u. Unterhaltung der Sammlungen wie 
in Beziehung auf das Personalwesen nicht ausreichten : nur etwa 
ein Drittel der Summe von 96,000 Mark diene wirklich zur Er- 
weiterung der Bibliothek. „Das ist in der That so wenig, dass 
<lie Bibliotheksverwaltung auch den gewöhnlichen Bedürfhissen nicht 
genfigen kann, u. ich muss besonders hervorheben, dass 
gerade in der letzten Zeit die Erschwerung in der 
Weiterführung der Aufgabe so gross geworden ist, 
<}a88 selbst dieContinuation wissenschaftlicher Werke 
liat sistirt werden müssen, weil dafür nicht mehr die 
nöthigen Mittel vorhanden waren." Hinsichtlich des Per- 
sonals müsse auf eine grössere Zahl etatemässiger Kräfte Bedacht 
genommen werden, mindestens aber eine Besetzung der vorhandenen 

*) Beilage zu Nr. 15 vom 18. Jan. 1884, 2. Seite, in einer Besprech- 
ung des seit Jahren unverändert gebliebenen Yermehrungsfonds der Bi- 
bliothek, heisst es: ,,Wenn man erwä^, dass von diesen 96.000 Mk. jähr- 
lich etwa 25,000 für Buchbinder -Arbeiten ausgegeben werden, für Fort- 
setzungen der im Erscheinen begriffenen Werke ungefähr eben so viel 
and tSi Zeitschriften, Karten, Musikalien etwa 16,000 Mark, so erhellt 
zur Genüge, wie knapp die einzelnen Fächer mit Novitäten u. 
antiquarischen Anschaffungen bedacht werden, zumal wenn 
die Handschriftenankäufe nicht ganz nnterbleiben sollen. Dass aber 
selbst von diesen dürftigen Resten noch Hamiltoniana be- 
zahlt werden, wie das Gerücht geht, halten wir für unmög- 
lich — wenigstens wäre es dann erklärlich, dass die Biblio- 
thek Antiquaria nur noch in bescheidenstem umfange er- 
wirbt." 



240 Verhandlungen d. Fr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin. 

Stellen eintreten: die eigentlich wissenschaftliche Verwaltung der 
Bibliothek, die Fortführung jeder einzelnen Abtheilung in einem 
bestimmten wissenschaftlichen Sinne, beruhe wesentlich darauf, dass 
Kustoden vorhanden sind, die mit einer gewissen Dauerhaftigkeit 
die Tradition pflegen, welche sich allmählich als die noth wendige 
herausstellt. „Es ist unmöglich, dass ein beliebiges Corps wech- 
selnder Assistenten — junger Leute, die keine Anstellung haben, 
die man entlässt und wieder annimmt — als Ersatz fQr derartige 
geschulte Kräfte dienen kann. Gerade bei derartigen Einrichtungen, 
wie die Bibliothek, wo ein so ausserordentliches Detailstudium, so 
weitgehende Specialkenntnisse nothwendig sind, wo auch die 
Kenntniss alles dessen, was die Bibliothek in der 
Bichtnng enthält und nicht enthält, so ausserordent- 
lich wichtig ist, um in jedem Augenblick gleich zu- 
greifen zu können, wo die Gelegenheit zur Ergänzung 
einer Lücke sich darbietet, — da, m. H., ist es in der 
That ein sachlicher Fehler, wenn man die Stellen, welche eigent- 
lich durch etatsmässige Beamte besetzt sein sollten, durch yorüber- 
gehend angestellte Assistenten deckt." 

Im Herrenhause nahm sich Professor Dr. Beseler, wie 
schon hervorgehoben, am 21. Mäi*z d. J. der Bibliothek an; 
auch er meinte dieselbe gewissermassen als Stiefkind der ünter- 
richtsverwaltung charakterisiren zu sollen. Sogar die Fortsetzung 
wissenschaftlicher Werke habe in der letzten Zeit sistirt werden 
müssen, geschweige der Ankauf von Sammlungen u. Handschriften. 
Selbst für die Katalogisirung seien nicht genügende Mittel vor- 
handen u. s. w. (St Bericht S. 154.) 

Der Herr Unterrichtsminister von Gossler kam auf seine Er- 
klärungen im Abgeordnetenhause zurück, üeber die Werthschätzung 
der Bibliothek differirten seine Ansichten von den hier u. im 
anderen Hause zum Ausdruck gekommenen kaum wesentlich, auch 
nicht in den Specialien. Bezüglich der äusseren Verhältnisse sei 
durch Entgegenkommen des Herrn Finanzministers eine Art Pro- 
visorium geschaffen ; er wolle aber nicht sagen, dass es ein langes 
Provisorium sein kann. Ferner habe man die Zahl der Arbeits- 
kräfte vermehrt. „Das was noch fehlt u. was der Herr 
Vorredner mit einem gewissen Becht beklagt, ist der 
Mangel an Fonds für sächliche Ausgaben, namentlich 
wenn man sich vergegenwärtigt, welche Fülle von einzeben Zwecken 
erreicht werden soll u. erstrebt werden muss auf dem grossen Ge- 
biete der Bibliotheksverwaltung.** Soweit es in der Möglichkeit 
liegt, werde er seinerseits dahin wirken, die Fonds der Ber- 
liner Bibliothek u. darüber hinaus die Fonds unserer 
üniversitäts- u. Landesbibliotheken zu vermehren, 
einmal weil er den Werth der Bibliotheken aufs Höchste schätze, 



YeriiandlaDgen d. Pr. Landtags zum Etat d. E. Bibliothek Berlin. 241 

als die wichtigste Quelle der wissenschaftlichen Arbeit, u. zweitens, 
weil immer neue Aufgaben oder alte Aufgaben in im- 
mer neuer Gestalt an die Bibliotheken herantreten, 
insbesondere in der Bichtung der Inventarisirung u. 
Katalogisirung, behufs Herbeischaffung u. Aptirung 
desjenigen Handwerkszeuges, mit dem der Gelehrte 
Ton Fach zu arbeiten genöthigt ist. „Nach Allem kann 
ich aas den Worten des Herrn Torredners nur den Anlass nehmen, 
in der Auffassung, die mich seit Jahren beherrscht, zu beharren, 
n. ich werde mich freuen, wenn die Begierung in dem 
nächsten Jahre mit grössern Anforderungen für Bi- 
bliothekszwecke an die Landesvertretung herantreteir 
sollte." 

Herr Dr. Beseler glaubte gegenüber der vom ünterrichts- 
minister hier wie im Abgeordnetenhause ausgesprochenen Absicht, 
„nicht nur fQr die Königliche Bibliothek in Berlin, sondern auch 
ßr die anderen Bibliotheken des Landes, besonders für die Uni- 
versitätsbibliotheken gleichzeitig sorgen zu wollen," noch nach- 
Mcklich hervorheben zu müssen, dass die Aufgaben der 
Centralbibliothek ganz verschieden seien von denen 
der üniversitäts- u. Provinzialbibliotheken; nicht bloss 
^r Berlin, sondern für das ganze Land habe sie den verschieden- 
vtigsten Bedürfiiissen wissenschaftlicher Arbeit durch Darreichung 
|i. Nutzbarmachung der vorhandenen litteraiischen Schätze zu dienen; 
^e Stellung sei eine ganz exceptionelle. 



Dürfen wir nun zum Schluss unsere persönliche Meinung über 
hier resumirten Verhandlungen kurz darlegen, so wUl uns 
scheinen, dass das Preussische Bibliothekswesen unter der Aegide 
des Herrn von Gossler einer gedeihlichen Entwicklung entgegen 
geht; aber auch, dass die unverkennbar wohlwollenden Neigungen 
des zeitigen Herrn ünterrichtsministers für die üniversitätsbiblio- 
Men, denen er möglichst zu derselben Zeit helfen möchte, 
^0 er sich anschickt, dem nur zu lange hinausgeschobenen Com- 
pletmmgsbedürfhiss der grossen Centralbibliothek gerecht zu werden, 
diesem Institute, wie Professor Dr. Beseler doch wohl andeuten 
tollte, keineswegs zu schaden brauchen. Auch Hr. v. Gossler 
Icennt zweifellos die alten Deutschen Sprichworte: ,Wer zu gleicher 
Zeit nach zweien Hasen läuft, fängt gar keinen' u. ,Das Bessere 
ist der Feind des Guten^ Er wird sicherlich am besten über- 
sehen können, ob der Preussische Etat neben den für endlich in 
Angriff zu nehmende Completirung der Berliner Centralbibliothek 
mit Becht begehrten ausserordentlichen Mitteln noch die 
etwas weitgehenden Forderungen befriedigen kann, welche soeben 
das Centralblatt fQr Bibliothekswesen erhebt. Wir wollen nicht 



242 Verhandlangen d. Pr. Landtags zum Etat d. K. Bibliothek Berlin 

verhehlen, dass wir von diesem Blatte eine etwas unbefangenere 
Würdigung der Parlaments verhandlangen erwartet hätten — min- 
destens etwas weniger oratio pro domo. Der einfache Sinn der 
Erklärung des Herrn Ministers im Abgeordnetenhause, ,er trage 
sich mit ernsten über den Bahmen der Berliner BiblioÜiek hinaus- 
gehenden Plänen zur Vermehrung u. systematischen Er- 
gänzung der in allen Bibliotheken des Landes vorhandenen 
Schätze', ist doch wohl der, nach Schaffung einer Central- 
stelle für das Bibliothekswesen in Preussen analog 
der der Kunstsammlungen — also etwa nach Etablirung 
eines eigenen alle Bibliotheken in fester Organisation zusammen- 
schliessenden Decemats im Unterrichtsministerium — künftig noch 
öfter wie bisher durch Erwerb ganzer Sammlungen u. rationelle, 
die jetzt oft so peinliche Doublettenfirage beseitigende Vertheilung 
derselben auf alle Institute ausgiebige Vervollständigungen herbei- 
zuführen. Und sicher ist dieser Gedanke bei dem heutigen Stande 
der Bücherpreise, wo eine einzelne Bibliothek kaum noch daran 
denken kann, aus eignen etatsmässigen Mitteln wirklich werthvolle 
Sammlwigen alter Litteratur zu erwerben, ein durchaus wohlbegrün- 
deter; vorausgesetzt dass man sich bei dieser Art der Ergänzung 
nicht beruhigt, sondern daneben noch die laufenden resp. 
ausserordentlichen Fonds der verschiedenen Anstalten 
angemessen vermehrt, wie zu unserer Freude der Herr Mi- 
nister im Herrenhause auch ausdrücklich anerkannt hat. Erst 
durch die damit möglich werdende Ausnutzung des 
antiquarischen Einzelmarkts kann für die Berliner 
Eönigl. Bibliothek das hohe Ziel relativer Vollstän- 
digkeit dem Spiele des Zufalls entrückt werden, 
natürlich auch nur, wenn geeignete Männer an den massgebenden 
Stellen nicht fehlen. Aber diese besitzt Preussen, das zeigen 
schon die erschöpfenden Verhandlungen des Landtags, 

[685.] Handselirifteii-TerzeiGliiiiss fiber den Naehlass des 
Can. Gottfried yon Gardapen zn Köln ISTS**"). 

Mitgetheilt vom Univers.-Blblioth.-Custos G. Becker zu Bonn. 

1375 März 20. 
(indiccione B. pontificat . . domini Gregorii . . pape XI. a. 5.) 
Der Notar Bernhard deBerke beurkundet, dass die Testa- 
mentsvollstrecker des Kanonikers Gottfried vonGardapenvon 



*) Dieses Handschriftenverzeichniss verdanke ich der Güte des Herrn 
Dr. L. Eorth vom städtischen Archiv in Köln. Da dasselbe daürt ist, 
so erscheint es interessant genug, um seine Veröffentlichung zu rechtfer- 
tigen. Zar Erklärung nur wenige Bemerkungen. Die Worte 'rubrum' 
und 'nigram' sind wohl nach Du Gange s. v. nigmm IV (Paris 1845) p. 
625 zu erklären: 'Nigmm appellari videtur teztus legis, rubrum vero com- 



Handschr.-Verz. ftb. d. Nachläse d. Can. G. y. Gardapen zu Köln. 243 

S. S 67 er in zu Köln im Nachlasse des Testators d. a. vorgefunden: 
.... unum librum psalterii cum quibusdam historiis annexis. item 

nnum dictamen poeticum in sex foliis sine tjtulo 

In einer yerschlossenen Kiste lagen u. a. : 
. • • unns liber pergameneus continens Clementinas constituciones 
glosatas apparatu Jo an. sine asseribus. item duo quatemi perga- 
menei incipientes in rubro sie : ,incipit compendium libellorum qui 
in litibus offeruntur* et in nigro sie: ,quia omnis prolixitas etc.' 
et finiunt in secunda columpna prime pagine Ultimi folii incompleta 
sie : yiudiciarius obsenrandus. P. de Sampsone'. item alius liber pa- 
pireus interpositis aliquibus foliis pergameneis superscriptus sie: 
über continens octo tractatus de fidei articulis, de peticione domi- 
nica, de decem preceptis, de Septem sacramentis, de Septem yirtu- 
übus, de YII donis sancti spiritus, de YIII beatitudinibus, de VIT 
TiciiSy de conyeniencia yeteris et noyi sacerdocü, de officio sacerdotis. 
item alius liber papireus superscriptus : ,formu2 audiefi. contradicta- 
rom'. item libellus pergameneus ligatus in asseribus coopertis corio 
indpiens post aliquas tabulas precedentes : ,sapientes*) aliquid breye 
exeipere' intitulatus de rubro sie: ,de nomine yirtutis', finiens in 
secünda pagina incompleta penultimi folii; ,hunc fructum nobis con- 
cedai' item alius libellus pergameneus continens diyersos sermones 
theologicos incipiens in rubro sie: ,dominica prima de adyentu' et 
in nigro sie: ,abiciamus opera tenebrarum etc/ et sie finiens in 
prima pagina Ultimi folii: ,et apostolorum m** graciam fecit.' 
item alius libellus pergameneus superscriptus: ,de passione Christi 
et de cruce' intus satis intelligibilis. item alius papireus libellus 
superscriptus: »Ordinarius Coloniensis.' item alius papireus super- 
scriptus: ,festa Bomane curie' ,de stilo et iuramento officialium 
corie.' item de stilo causarum ducendarum in palacio et quedam 
forme instrumentorum, quedam summa de officio notariatus, nomina 
^esiarum metropolitarum. item unus quatemus [papireus^)] per- 
gameneus in^ulatus: ,incipiunt constituciones domini Honorii pape 
qoarti de libertatibus et immunitatibus tocius regni Sicilie.' item 
alius papireus superscriptus: ,casus Jo. an. G. de Gardape. item 
oonnulla folia et quatemi de papiro absque ordine confbse iacentes 
diversas copias supplicacionum et notulas processuum ac talium 
gimilinm continentes. item liber grecismus Ebrardi et puerilia loi- 
calla [rie.] . . « . 



mentatio in textum*. Der 'liber erecismos Ebrardi' ist der Graedamns 
da EberharduB Bethanienais nach Fabridus bibl. II (Patav. 1754) p. 73., 
die aich daran anschliessende 'puerilia loicalla' und an anderer Stelle: 
^erilia loicacalia* sind wohl als 'laica alia* zu lesen und als 'andere Sohul- 
bacher* aofirofBasen. G. Becker. 

*) Original: ^pientes' cupientes? 

**) Durehgestrichen. 



244 Die letztverstorbenen Dantophilen. 

Folgen Urkunden etc. Die Testamentsexekatoren übergeben 

u. a. dem Simon von Gardapen, Kanoniker zu Essen, dem 

Nefifen des Verstorbenen : ,psalterinm, grecismum et puerilia loicacaHa.' 

Original auf Pergament mit Notariatszeichen; der rechte 

Band ist dicht am Eontext abgeschnitten, das ganze hat als 

Umschlag gedient fELr ein ,Begistrum de assisia vinorum qnod 

incepit Symonis et Jude anno quadringentesimo decimo quarto/ 

Eine spätere Hand 15. Jhdi hat hinzugeftLgt : ,do galt eyn 

Yoider wijns IX. albus/ 

[686.] Die letztyerstorbenen Dantophilen. 

In dem verhältnissmässig kurzen Zeiträume yom October 1882 
bis zum Februar 1884 sind aus der Beihe der namhafteren Dante- 
gelehrten nicht weniger als fünf, fast sämmtlich in sehr vorgerfick- 
tem Alter, aus diesem Leben abberufen worden: als ältester am 
4. October 1882 Salvator Betti von Bom im 90. Lebensjahre, am 
6. März 1888 Carl Witte von Halle*) u. am 15. Februar 1884 
Friedrich Notter von Stuttgart, beide nahezu 83 Jahre alt, am 13. 
December 1882 Michelangelo Caetani Duca di Sermoneta yon Bom 
im 80. Lebensjahre, sowie als jüngster am 11. Januar 1884 Giam- 
battista Giuliani von Florenz im Alter von fast 66 Jahren. Von 
dreien derselben sind mir Nekrologe zu Gesicht gekommen. 

Sulla Vita e sugli Scritti di Carlo Witte Cenni di Carlo Vas- 

sallo. [Estratto dalla Bassegna Nazionale.] Firenze, ufiisio della. 

Bassegna Nazion. 1884. gr. 8^ 2 BU. 76 S. 
^riebridb Slotter. fßon Ermann %i\ä)tx. 6nt(. in bec SeOage luc 

[aRün*net] Mgcmcinen Seitung 1884. gr. 4^ Jlr. 121. ©. 1777 

m 1779 u. Jh. 122. ©. 1795—96. 

Commemorazione di G. B. Giuliani fatta da Carlo Vassallo. [Estr. 

dagli Atti della B. Accademia delle Scienze di Torino, Vol. XIX. 

Adunanza del 2 Marzo 1884.J Torino, Loescher. 1884. gr. 

8^ 20 S. 

Der gelehrteste unter den genannten Dantophilen o. zaglttd 
als Dantelitterat der thätigste ist ohne allen ZvTeifel Witte, dessen 
Arbeiten daher auch, insbesondere „den Danteforschungen^S Vas- 
sallo eine eingehendere Besprechung gewidmet hat. Nächst Witte 
ist als thätiger Dantelitterat Giuliani zu nennen, der gewissermaassen 
schon von Amtswegen — er war als Professor der Dantelitteratur 
am Florentiner Institut der höheren Studien angestellt — die be- 
sondere Aufforderung zur Pflege der Dantelitteratur in sich ffthlen 
musste. Als Dritter in der Beihe der auf dem Gebiete der Dante- 
litteratur besonders thätigen Arbeiter verdient aber auch noch Notier 
hervorgehoben zu werden; sind seine Arbeiten auch nicht gerade 



*) a Anz. J. 1888. Nr. 865. 



Die letstverstorbenen Dantophilen. 245 

xahlreichy so haben sie gleichwohl grossen Werth, n. man merkt 
es ihnen an, dass sich Notier mit Eifer u. Verständniss u. mit 
Erfolg in den Geist Dante*s a. dessen grosses Gkdicht eingearbeitet 
haL yfiaas sich Notter'S schreibt Fischer, „zu Dante ganz beson- 
ders hingezogen fühlte, war sehr nat&rlich. Die Figur des grossen 
Patrioten u, Enthfillers tiefer Gesichte musste ihm, dessen Geistes- 
richtong eine so ganz verwandte war, nothwendig die persönlichste 
Herzenstheilnahme abgewinnen. So liess sich Notter denn zunächst 
zu einem reichen Kranze von Bomanzen begeistern, in welchen er 
Dante*s Lebensgeschichte, u. was mit ihr in innerem Zusammen- 
hange steht, besang. Mit Ausnahme einzelner Gedichte Dante*s, 
welche er eingestreut hat, sind alle diese Bomanzen, 91 an der 
Zahl, in demselben fOr diese Dichtart glücklich ausgewählten Vers- 
maasse gehalten, u. stellen so schon äusserlich ein zusammenhän- 
gendes Ganzes dar, obwohl jede derselben wieder in sich geschlossen 
ist. Ein hoher feuriger Geist geht durch alle diese Bomanzen hin- 
durch. Jm J. 1861 war Notter, von dessen Beschäftigung mit 
Dante die Kunde in weitere Kreise sich verbreitet hatte, aufgefor- 
dert worden, öffentliche Vorträge über den Dichter zu halten. Er 
kam diesem Verlangen in sechs im Stuttgarter Museum gelesenen 
Vorträgen nach, welche vor allem in das Verständniss der Gött- 
lichen Komödie einleiten sollten. Der grosse Beifall, mit dem diese 
Vorträge aufgenommen wurden, äusserte sich in der weiteren Auf- 
forderang an den Verf., sie durch den Druck zu veröffentlichen. 
Notter leistete derselben Folge, u. die Vorträge erschienen mit den 
Bomanzen zusammen als ein Buch noch im nämlichen Jahre. Wie 
^r selber die Bomanzen als einen poetischen Kommentar zur Divina 
Commedia bezeichnete, so bildeten die Vorträge gewissermaassen 
einen prosaischen ; beide aber liefen unverbunden hintereinander her.*' 
^nd später schreibt Fischer noch: „Seit seinen Dante-Bomanzen 
katte Notter den Florentinischen Dichter nicht mehr aus dem Auge 
gelassen. Seine hochragende Gestalt schien ihm wieder zu neuer 
Annäherung zu winken, u. übte denselben bannenden Einfluss auf 
ihn ans, wie auf so manchen anderen Deutschen Forscher. Notter 
liess sich die genaue philologische, historische u. theologische Er- 
forschung des Dichters nicht verdriessen. Der Schlussstein seiner 
Dante-Forschungen war eine vollständige Uebersetzung der Gött- 
lichen Komödie. Schon für seine Vorträge hatte sich Notter die 
(JebersetzuDg der vielen daselbst angeführten Stellen aus Dante*s 
Gedichte selbst angefertigt Nun trieb es ihn, das Ganze in sein 
geliebtes Deutsch zu übertragen. Er ging dabei mit aller ihm 
eigenen Gewissenhaftigkeit zu Werke; dennoch aber war. Dank dem 
anbeugsamen Fleisse des Mannes, der nun doch schon ein hoher 
Sechziger war, die Uebersetzung nebst allen Zuthaten in erstaun- 
lich kurzer Frist beendigt; denn nachdem 1869 als Probe die zwei 

18 



246 Die letztyerstorbenen Dantophilen, 

ersten Gesänge der Hölle nebst Kommentar erschienen waren, konnte 
Notier die Vorrede zum ersten Bande des Gesammtwerkes vom 
Angost 1871, die zum zweiten vom August 1872 datiren. Kotter 
hat sich nicht mit der Uebersetzung begnügt, sondern die Hälfte 
des ganzen Werkes wird von der Einleitung, Dante*8 Leben u. 
Ansichten, den Anmerkungen u. Excursen eingenommen, welche 
nicht nur von einem sehr genauen Studium des Dichters u. seiner 
Geschichte zeugen, sondern auch eine fruchtbare Verwendung der 
alten religionsgeschichtlichen, mystischen u. philosophischen Studien 
darthun. Für die Uebersetzung hat sich Notter, um in unserer 
rauheren u. reimearmen Sprache dem Wohlklange des Originals nur 
einigermaassen, wenn auch zum Theil auf geradezu entgegengesetzten 
Wege von jenem, nahe zu kommen, nicht nur möglichste Reinheit 
der Beime zum Gesetz gemacht, sondern auch, nach dem Vorbilde 
von Streckfuss, stumpfe u. klingende Beime, wo irgend möglich, 
regelmässig abwechseln lassen. Er hat sich, wie er ohnehin nie- 
mals sich etwas leicht zu machen bestrebt war, die so wie so 
schwere Aufgabe noch mehr erschwert. So fehlt es auch keines- 
wegs an Härten des Ausdrucks u. Metrums, ungewöhnlichen Wen- 
dungen; aber in dieser mitunter fremdartigen Form steckt ein be- 
deutender Geist, der seine Verwandtschaft mit dem des Originals 
nicht verleugnet." 

In Folge seiner Dantearbeiten war Notter mit dem König 
Johann von Sachsen, dem damals unter den Lebenden gefeiertsten 
Danteforscher, bekannt geworden u. näher getreten, so dass er die 
Freude hatte, demselben seine Uebersetzung der Göttlichen Komödie 
widmen zu dürfen u. den ersten überreichten Band in einem König- 
lichen Handschreiben sehr beiföUig beurtheilt zu sehen. Das Er- 
scheinen des zweiten Bandes fiel in das J. 1872, also bereits in 
die Zeit, wo sich die Krankheit, welcher der König zum Opfer 
fallen sollte, schon sehr bemerkbar mächte, u. der König in Folge 
dessen seinen Aufenthalt auf dem Wachwitzer Königlichen Wein- 
berge bei Dresden genommen hatte, um dort, wenn auch nicht 
ganz procul a negotiis zu leben, doch einer die (Gesundheit mehr 
kräftigenden Müsse sich hingeben zu können. In dieser Zurück- 
gezogenheit hatte der König gezögert, sogleich nach Empfang des 
zweiten Bandes des Notter*schen Dantewerkes dem Verf. in einem 
eigenhändigen Schreiben seinen Dank dafür kund zu thun, u. ebenso, 
wie über den ersten Band, auch über den zweiten sich weiter aus- 
zusprechen, wodurch Notter veranlasst .worden war, zu fürchten, 
dass der zweite Band seiner Ardeit dem Könige nicht gefallen 
haben möge. Und unter dem Drucke einer solchen Befürchtung hatte 
sich Notter*s eine so trübe Stimmung bemächtigt, dass die dadurch 
beunruhigte Gattin, die nicht glauben mochte, dass des Königs 
Schweigen als Zeichen seines Missfallens über die Notter^sche Dante- 



Die letztverstorbenen Dantophilen. 247 

arbeit angesehen werden mfisse, auf den Gedanken gekommen war, 
Erkundigungen darüber ohne Wissen ihres Gatten aus Dresden 
einzuziehen. Da sie sich in dieser Angelegenheit natürlich nicht 
an den König selbst wenden konnte, so schrieb sie an dessen Biblio- 
thekar n. bat denselben, nicht blos den eigentlichen Grund des 
Schweigens des Königs zu erfahren zu suchen, sondern u. nament- 
, lieh auch darauf hinzuwirken, dass die trübe Stimmung ihres Gatten 
durch ein Königliches Handschreiben wieder erhellt werde; ihr 
Gatte dürfe aber nichts davon erfahren, dass sie dazu Veranlassung 
gegeben habe. Der Bibliothekar hielt es für rathsam, den an ihn 
gerichteten Brief der Frau Notter, worin sie ihr Herzeleid über 
die trübe Stimmung ihres Gatten voll u. ganz ausgesprochen hatte, 
dem Könige selbst vorzulegen. Und hier zeigte sich der König 
in seiner ganzen Liebenswürdigkeit u. Herzensgüte; denn nachdem 
ihm, sogleich nach Ankunft des Briefes in Dresden, derselbe nebst 
hnem Begleitschreiben des Bibliothekars Mittags 12 Vs ^i* nach 
dem 1^/2 Stunde entfernten Wach witzer Weinberge zugeschickt 
worden war, hatte der Bibliothekar bereits Nachmittags 4^/, Uhr 
folg. Königliches Handschreiben als Antwort erhalten: „Der Brief 
der Frau Kotter, den ich Ihnen hier zurücksende, hat mich be- 
wogen, sofort an Kotter selbst zu schreiben, u. ihm die Ursache 
der Verzögerung meiner Arbeit (d. h. der weiteren Besprechung 
des zweiten Bandes des Notter*schen Dantewerkes) u. ein vorläufiges 
günstiges Urtheil über seine Arbeit mitzutheilen, mir vorbehaltend, 
nach gründlichem Studium derselben anderweit zu schreiben. Dass 
ich von der äusseren Veranlassung hierzu kein Wort gesagt habe, 
versteht sich von selbst. Sie können von dem Inhalte dieses Briefes 
ZOT Tröstung der Frau Notter Gebrauch machen^'. Notter hatte 
»tief gerührt u. bewegt von der grossen Güte des Königs, dieses 
grandgelehrten, höchst geistreichen u. edlen Herrn, den in aus- 
nehmender liebenswürdiger Art abgefassten Brief' empfangen, u. 
dadurch seine volle Freudigkeit wieder erhalten, zumal dem Briefe 
später auch noch die versprochene u. bereits unter dem mehr u. 
mehr hervortretenden Drucke der schweren Krankheit des Königs 
niedergeschriebene weitere Mittheilung über die Notter*sche Dante- 
vbeit pünktlich gefolgt war. 

Litteratnr und Hiscellen. 

Allgemeines. 

[687.] Centralblatt für Bibliothekswesen hrsg. von 0. Hart- 
wig und K. Schulz. I. Jahrg. (S. oben Nr. 567.) 

Entb. im 6. Heft vom Juni: S. 218—81 Zur Geschichte des 
Ankaufs der Meusebachschen Bibliothek. Von CamiUus Wendeler. — 
8. 231-^40 Untersuchungen über die früheste Buchdruckergeschichte 



248 Litteratar und Miscellen. 

Ulms. Von Max ügenstein. — S. 240—46 Nikolaus Trübner. 
Nekrolog von Karl J. Trübner. — S. 246—47 Hat sich Job, 
Fnst za Mainz eines Nachdrucks Joh. Mentelin zu Strassbnrg gegen- 
über schuldig gemacht? Von Falk — S. 247—48 Mittheilungen 
aus u. über Bibliotheken — S. 249—50 Becensionen u. Anzeigen 

— 8, 250—53 Vermischte Notizen — S. 268—56 Curiosum. 
Eine Entschädigungsposse von Dr. A. y. d. Linde — S. 256 — 58 ^ 
Neue Erscheinungen auf dem Oebiete des Bibliothekswesens — 8. 
258 — 59 Antiquarische u. Auctions-Cataloge — S, 260 Personal- 
nachrichten — Eine Tabelle: Benutzungsstatistik der Königlichen 
u. Üniversit&ts-Bibliothek zu Breslau für d. J. 1872 (October) bis 
1884 (März). Von C. Dziatzko. 

[688J The Library Journal Official Organ of the American 
Library Association. Vol. IX. (S. oben Nr. 466.) 

Enth. in der April-Nr. 4'*'): Editorial (Frederick Leypoldt, 
obit.; Nicholas Trübner, obit.; Dr. Ezra Abbot, obit.; Lenox Library; 
Distribution of Public Documents; Supplement to Poole's Index ; 
Library Chronicle) — J. N. Larned, a Nomenclature of Classi- 
fication — American Library Association (A. L. A. Catalog; To- 
ronto Meeting) — Supplement to Poole's Index — Toronto Public 
Library — Communications (an A. L. A. Catalog) — The National 
Library — The Lenox Library — Book Exhibition at the Berkely 
University Lib., CaL — Library Economy and History — Biblio- 
graphy — Gifts and Bequests — Notes and Queries — Supple- 
ment: Co-operative Index to Current Periodicals. 

[689«] The Library Chronicle A Journal of Librarianship 
& Bibüography. Vol. L (S. oben Nr. 569.) 

Enth. in Nr. 3 vom Mai: S. 57 — 64 Besearches for Manu- 
scripts in the Levant and, more especially, in the Monasteries of 
Mount Athos : Giovanni Aurispa to Spyridion Lambros (a. D. 1425 
to 1880). Being an abridged Chapter of a forthcoming Book. 
I. By Edward Edwards — S. 65 — 66 Estimate of the Contents 
of tiie British Museum. By J. P. Anderson, of the British 
Museum — S. 66 — 69 The new Public Library at Leeds 

— S. 69 — 70 Proposed Supplement to Poole's Index to Perio- 
dical Liter ature. By William F. Poole, of the Chicago Public 
Library, and William I. Fletcher, of the Amherst College Library 

— s. 70—71 Ode for the Opening of the Toronto Free Public 
Library — S. 72 Library Association : Official Notices — S. 72 — 
73 Library Echoes — S, 73 — 75 Library Notes and News: Home 
and Foreign — S. 76 — 77 Library Catalogues and Reports — 
S. 78 — 79 Becord of Bibliography and Library Literature — S. 
80 Notes and Queries &c. 



*) Die M&rz-Nr. 8 ist mir noch nicht zugegangen. J. P. 



Liiteratur und Miscellen. 249 

[690.] The Bibliographer. A Journal of Book-Lore. Lon- 
don, EUiot Stock. (S. oben Nr. 570). 

Enth. im Jonihefle Nr. 81: S. 1. The Book-Worm. (Bon- 
deao.) By Jas. C. Woods — S. 1 — 4 A new English Dictionary. 
By L. Tonlmin Smith — S. 4—5 Prederick Lejpoldt — S. 5—7 
Old Books at Appleby Curch. By William Brailsford — S. 7—8 
Poole^s Index — S. 8—12 The Fortsas Catalogue (Part I.) — 
8. 12—13 Gosford Library — S. 13 Hamilton Library — S. 14— 
16 An ESssay towards a Bibliography of Marlowe's Tragical History 
of Doctor Fanstns. (Part I.) Compiled by William Heinemann 
— 8. 17 — 24 Beviews, Notes & News, Correspondence, Libraries. 

Hierüber 1 Bl. Titel u. S. 185 — 89 Begister za dem mit dem 
Kai-Hefte Nr. 30 abgeschlossenen 7. Bde. 

[691.] * U Bibliofilo Giomale dell* arte antica e modema 
ecc. diretto da Carlo Lozzi. Anno V. (S. oben Nr. 571.) 

£nth. in Nr. 4: Delle intitolazioni dei libri (Z. Volta) — 
Dalla edizione originale del poemetto „La Ninfa Tiberina'^ dl F. 
M. Moiza (C. Lozzi) — Prime idee di ona Biblioteca Leopardiana 
in Monaldo Leopardi (Un Marchigiano) — ,J1 Tesoro deUa sanitä'' 
di Castor Durante (D. Olivi) — Gurisitä bibliografiche (A. Arlla) 
— Yarietä archivistiche e bibliografiche (A. Bortolotti) — Bollet- 
tino bibliografico — Notizie varie. 

[692.] Annales du Bibliophile Beige Nouvelle S^rie publ. 

par Fr. J. Olivier. Tom. IL Bruxelles, Olivier. 1884. 8^. 

(S. oben Nr. 136.) 

£nth. in Nr. 6 (oder der ganzen Beihenfolge 18) vom April: 
Lettres d*anoblissement accordees ä Balthazar Moretus III et k 
S68 descendants avec autorisation de continuer Texercice de la Ty- 
pographie Plantinienne sans d^roger k la noblesse, Publikes pour 
la premiöre fois snr les Titres originaux — Bibliographie (Central- 
blatt f&r Bibliothekswesen) — Catalogue des Liyres anciens et 
modernes en vente chez Fr. J. Olivier. 

Bibliographie. 

[693.] * Titles of the First Books of the Earliest Presses 
established in the different Cities, Towns, and Monasteries in 
Enrope before the end of the Fifbeenth Century. With brief 
Notes on other Printers. Ulastrated with 26 full-page facsimile 
Title-pages and early Woodcat Illnstrations. By B. C. Hawkins. 
New York. (London.) 4^. Pr. 52 sh. 6 d. 

[694.] A Bibliography of Printing with notes and illustra- 
tions Compiled by E. E. Bigmore and C. W. H. Wyman. Vol. 
n. (M— 8.) London, Quaritch. kl. 4». VH, 412 S. Mit 
Portr. T. Bern. Quaritch u. Facsimile. (S. Anz. J. 1880. Nr. 468.) 



250 Litteratur und Miscellen. 

Das orsprüDglich auf 2 Bde berechnete Werk bat mit dem 
yorl. II. Bde wegen zu grosser Fülle des Materiales n. insbeson- 
dere der inzwischen angesammelten Nachträge noch nicht abge- 
schlossen werden können: der Abschluss hat vielmehr einem m. 
Bde vorbehalten bleiben müssen. Wie schon früher erwähnt, hat 
man es in dem Werke nicht mit einer trockenen Aufzählung von 
Büchertiteln zu thun, von den bedeutenderen darin vei-zeichneten 
Artikeln sind vielmehr Analysen des Inhaltes u. in Betreff der dabei 
in Betracht gekommenen namhafteren Persönlichkeiten biographische 
Notizen hinzugefügt. Unter den Mitarbeitern sind WilL Blades in 
London, Th. Goebel in Stuttgart, Th. C. De Yienne in New York, 
John Southward u. f F- Müller in Amsterdam hervorzuheben. Leider 
ist Wjman in Folge eines Schlaganfalles im vorigen Jahre behin- 
dert gewesen, sich an dieser seiner Lieblingsarbeit seitdem mit 
betheiligen zu können. Der Text ist von zahlreichen Illustrationen, 
Ansichten, Portraits u. Druckmarken begleitet. Es ist zu hoffen, 
dass das Werk in bisheriger Weise nunmehr bald seiner Beendig- 
ung entgegengeführt werde, u. dass man damit eine, wenn auch 
nicht absolut vollständige, doch jedenfalls so reichhaltige Biblio- 
graphie der Buchdruckerkunst, wie sie bis jetzt noch nicht existirt, 
zur Verfügung hat Die Parliamentary-Papers, alle vom Parla- 
mente ausgegangenen Verordnungen über die Buchdrucker-Presse, 
füllen allein 26 S., u. die Periodical Publications, alle auf die Buch- 
druckerknnst bezüglichen Zeitschriften in Einem Alphabete enthal- 
tend, sogar nicht weniger als 43 S. L. Mohr. 
[695.] Un nouveau Document sur Gutenberg. T^moignage 
d'ülric Gering, le premier imprimeur parisien et de ses com- 
pagnons en faveur de I'inventeur de Tlmprimerie. Par A. Clau- 
din. Paris, typ. Quantin. 4^ 4 S. (Separatabdruck aus „Le 
Livre".) 
Der bekannte u. gelehrte Pariser Buchhändler hat in einem 
Werke, dem zweiten, welches 1470 in Paris gedruckt worden ist, 
„Gasparini Pergamensis Orthographiae liber'S einen Brief Wilh. 
FicheVs an Bobert Gagnin aufgefunden, worin eine Eloge zu Ehren 
des Erfinders der Buchdruckerkunst Jean Bonemontanus (Gutenberg) 
befindlich, u. derselbe als solcher bezeichnet ist. L. Mohr. 
[696.] * Imprimeurs Libraires et Belieurs Troyens d*antrefois 
(1628 — 1725) par Albert Babeau, prösident du comitö d'inspec- 
tion de la Biblioth^ue de Troyes etc. [Extrait de TAnnuaire 
de TAube.] Troyes, impr. Dufour-Bouquot. 8®. 27 S. 
In der angegebenen Zeit scheinen die Druckerkunst und die 
damit verwandten Gewerbe nicht gerade in besonderer Blüthe ge- 
standen zu haben. Es ist daher dankbar anzuerkennen, wenigstens 
über die namhafteren Personen auf diesen G^werbegebieten im 
vorl Schriftoben — welches sonst für die Geschichte der Bach- 



Liiteratar und Miflcellen. 251 

dnickerkimst von geringer Bedentang ist — einige Auskunft zu 
erhalten. L. Mohr. 

[697.] * The Aberdeen Printers. Edward Raban tu James 
NicoL 1620—1736. By J. P. Edmond. P. I and IL Aber- 
deen, Edmond and Spark. 8<>. 17, 128 S. 

Hierüber 8. Library Chronicle Vol. I. Nr. 3. S. 78. 

[698.] * G. P. Bowell & Co's American Newspaper Directory: 
containing accurate lists of all the Newspapers and Periodicals 
pablished in the United States, Territories and Canada; with a 
descripiion of the towns and eitles in which they are published. 
16 the Annual Edition. New York, BoweU & Co. 8<>. 1255 S. 
Pr. # 5. (S. Anz. J. 1883. Nr. 782.) 

Hierüber 8. Publishers* Weekly Vol. XXV. No. 21. S. 591. 

[699.] Ueberfeftungen aud bem ^utfd^en in bie bdnifc!^, eng« 
lif^, fransdftf^, ^oQänbifd^e, italienifdie, nonoegif(be, f<i^ebif(tle unb 
fpanif^e e^racbe. (ÜRitgetbeilt t>on Otto ^Dlü^Ibrecbt.) 1884. L 
(Snt(. im SSdrfenblatt f&i ben S)etttf(ben 9u(bbanbel unb bie mit i^m 
MnHmbten @ef<bdftd8iDeifie 1884. Sdpm. 4^ 9}r. 122. 6. 2445 
—58. (6. «na- 3. 1888. 9lr. 993.) 

[700.J * Essai d'une Bibliographie des publications p^riodiques 
de la Bretagne. Par B. Keryiler. Fase. 1. (consacrö au d^ 
partement de Morbihan.) [Extrait du Bibliophile Breton.] Bennos, 
Plihon. gr. 8«. 54 8. (Nur 40 Exempl.) 

8. Hierüber Polybibüon, Part, litt^r. IL Särie, Tom. 18. 
Liyr. 5. 8. 471—72. 

[701.] * Le Kbliophile du Bas-Languedoc, publik par S. L^o- 
tard et J. Bonanet. Bulletin trimestriel d'Histoire, de Litt^- 
rature et de Bibliographie locales, suivi d'un Catalogue de liyres 
anciens et modernes en vente ä la Librairie Saturnin L^otard. 
I. Annöe. No. 1. Avrü. Clermont l'Herault. gr. 8^ 24 S. 
Jahrespr. 6 Fr. 

Unter gleichem Titel „Le Bibliophile du Bas-Languedoc*' hat 
der nämliche Verleger L^tard bereits seit 1879 ein Blatt, aber 
in kl. 16^, erscheinen lassen. In grosserem Formate u. mit erwei- 
tertem Inhalte ist nunmehr eine neue Suite begonnen worden. 

L. Mohr. 
[702.] ♦ Authors and their Works, with Dates; being the 
three Appendices to ,The Beader's Handbook'. By E. C. Brewer. 
London, Chatte. 8^ 260 S. Pr. 2 sh. 

[703.] * Brinkmanns Alphabetische Lijst van Boeken, Land- 
ka«rten en vorder in den Boekhandel voorkommende Artikelen, 
die in het jaar 1883 in het Eoninkrijk der Nederlanden uit- 
gegeven of herdrukt zijn, benevens opgave van den uitgever, 
den prijs en eenige aanteekeningen alsmede een wetenschappelijk 



262 Litteratar and Miscellen. 

register. [XXXTIII. Jaargang.] Amsterdam, C. L. Brinkman. 
1884. 8». XXXVI, 160 S. Pr. 1,25 F. (S, Anz. J. 1888. 
Nr. 783.) 

[704.] Syenskt BoklexikoD. Aren 1880—1865. ütarbetadt 
af Hjalmar Linnström. Senare Delen. Hit. 59 — 60. Stock- 
holm, Samson & VaUin. 4^ S. 929—60. Pr. n. 3 Mk. ^ 
Doppelheft. (S. oben Nr. 580.) 

Enth. Nachträge. 

[705.] * Bibliotheca philologica classica. Verzeichniss der 
anf dem (Gebiete der classischen Alterthumswissenschaft erschie- 
nenen Bücher, Zeitschriften, Dissertationen, Programm-Abhand- 
lungen, Aufsätze in Zeitschriften und Becensionen. Bwblatt zum 
Jahresbericht über die Fortschritte der classischen Alterthums- 
wissenschaft. XI. Jahrg. 1884. (4 Hfte.) Berlin, Calyary 
& Co. gr. 8^ HfL 1. 116 S. Pr. pro compl. n. 6 Mk. 
(S. oben Nr. 477.) 

[706.] Bibliographischer Anzeiger für romanische Sprachen 
und Literaturen herausgegeben yon Dr. Emil Ehering, n. Band. 
1884. Hft. 1. (Jährlich 6 Hefte.) Leipzig, Twietmeyer. 
gr. 8^ 88 S. Pr. n. 2 Mk. (S. oben Nr. 19.) 
Der Wunsch, dem Leser so viel als möglich zu bieten u. 
seine Arbeit möglichst vollständig zu machen, hat den Herans- 
geber wohl dazu verführt, manches in die Arbeit mit aufzanehmen, 
was nicht nothwendig, sondern vielmehr überflüssig ist 

[707.] üebersicht der gesammten Staats- und rechtswissen- 
schaftlichen Literatur des Jahres 1883 zusammengestellt von 
Otto Mühlbrecht. Mit einem ausführlichen Begister. XVT. Jahr- 
gang. Berlin, Puttkammer & Mühlbrecht. 1884. gr. 8^ 
XXn, 244 S. Pr. n. 4 Mk. (S. oben Nr. 479.) 

Die Üebersicht besteht aus der von der Firma in 6 Doppelnrr. 
veröffentlichten vorjährigen allgem. Bibliographie der Staats- u. 
Bechtswissenschaften, mit hinzugefQgtem gemeinschaftlichem Begister 
über die in den 6 Doppelnrr. aufgeführten 8761 Litteraturerschei- 
nungen. Es ist dies eine ganz zweckmässige Einrichtung, das in 
der „Bibliographie'' zerstreute Material durch die „üebersicht^* zu 
Einem Bande zusammenzufassen u. mittels des Begisters dauernd 
brauchbar zu erhalten. Die Firma Puttkammer & Mühlbrecht hat 
die Staats- u. Bechtswissenschafk zu ihrer Specialität gemacht, u. 
dieser Umstand ist es häuptsächlich, welcher der von ihr heraus- 
gegebenen „Bibliographie'' u. „üebersicht" zur besonderen Empfeh- 
lung dient 

[708.] * Bepertorium van de Nederlandsche Jurisprudentie en 
Bechtsliteratuur. 1888. *s Hertogenbosch, van Heusden. 1884. 
gr. 8<>. 6 u. 213 S. Pr. 3 F. 



Liiteratur and Miscellen. 253 

[709.] * Medical Annals of Baltimore, 1608—1880, including 
Literature. By J. B. Qainan. Baltimore. 8^ 275 S. m. 
Portrait 

[710.] * Bibliotheca Mathematica. Heraasgegeben von Gostaf 
Enneström. I. Jahrg. 1884. Stockholm. (Berlin, Mayer & 
MüUer.) gr. 4«. J&hrl. 4 Nit. k 1 Bog. Pr. n. 1,20 Mk. 

[711.] * Bepertoriam der Mmtar-Joumaliatik. XVI. Heft. 
(1. Juli bis Ende December' 1888.) [Aus: „Organ der militär- 
wißsenschaftlichen Vereine'' 1888. Bd. XXV.] Wien, Seidel & 
Sohn in Comm. gr. S^. XXXVII S. Pr. n. 1 Mk. (S. oben 
Kr. 250.) 

[712.J * Chemisch - technisches Bepertorinm. Cebersichtlich 
geordnete Mittheilungen der neuesten Erfindungen, Fortschritte 
und Verbesserungen auf dem (Gebiete der technischen und indu- 
striellen Chemie, mit Hinweis auf Maschinen, Apparate und 
Literatur. Von Dr. Emil Jacobson. [XXL Jahrg.] 1883. 
1. Halbj. 2. Hälfte. Berlin, Gaertner. gr. 8^ 138—292 S. 
m. eingedr. Holzschn. Pr. n. 3,80 Mk. (S. oben Nr. 255.) 

[718.] Die Literatur der letzten sechs Jahre (1877—1882) 
aus dem Gesammt- Gebiete des Bau- und Ingenieurwesens, mit 
Einschluss des Kunstgewerbes, in deutscher, französischer und 
englischer Sprache. Nebst einem Nachtrag, enthaltend die Er- 
scheinungen auf dem Gebiete der Elektrotechnik vom Jahre 
1883. Herausgegeben von der Buchhandlung Gerold & Comp. 
in Wien. Wien, Gerold & Co. gr. S\ 3 Bll., 328 S. Pr. n. 
5 Mk. (S. Ans. J. 1878. Nr. 22.) 

Bereits zum dritten Male erscheint die von Gerold & Co. 
zusammengestellte Litteratur des Bau- u. Ingenieurwesens. Auf 
einen f^'enndlichen Empfang von Seiten des betr. Publikums darf 
sie wohl mit Sicherheit rechnen, weil sie sich als einen zuver- 
lässigen n. allen Ansprüchen der Leser genügenden Führer auf 
dem Gebiete der zahlreichen litterarischen Erscheinungen über das 
Bau- und Ingenieurwesen bewährt hat, zumal auch diesmal noch 
eine Uebersicht der neuesten über Elektrotechnik, einen für das 
Bau- u. Ingenieurwesen wichtigen Gegenstand, erschienenen Schriften 
hinzugekommen ist. 

[714.] SSetid^t über bie tmjfenfd^ftl. Sitteratuv auiS bem 3a^t 
1882, bie ©efd^id^te t)on ^iberg u. Umgegenb betr. ^on Dr. phil. 
(Sbuarb (^ei^nreid^, Oberlehrer zc. @nt^. in ben SRitteilungen t)om 
SreibeTfler Satertum^t^erein ^x&q. rm f^. ®erla4 20. ^eft 1883. 
%tdbt^ l ©., ®erla*'f*e »u*br. 1884. S\ S. 127—40. 
(€. Xn). 1883. 9lr. 899.) 

Uebersicht von 30 Nrr. 

[715.] Schleswig - Holsteinische Jahrbücher. Zeitschrift für 



254 Litterator und Miscellen. 

die wirtschaftliche Kultur, die sozialen BestrebuDgen und das 
öffentliche Leben der Gegenwart red. von W. Biematzki. I. Bd. 
1884. Kiel, Biematzki. gr. 8^. Enth. am Schlosse der ein- 
zelnen Hfte, wie I. S. 116—19 u. II. S. 254—60, Verzeich- 
nisse der neueren Schleswig-Holstein betreffenden Erscheinungen, 
sowie sonstiger von Schleswig-Holsteinem herausgegebener oder 
in Schleswig-Holstein erschienener Schrift^r etc. 

[716.] * Soci^tä historique et archMogique dans le Ducbe 
de Limbourg. Repertoire alphabötique des m^moires, notices et 
articles qui ont paru dans les vingt premiers volumes des pobli- 
cations de la Society, suivi d'une table alphab^tique des noms d* 
auteur et des gravures et lithographies publikes. 1863 — 1888. 
Maestiicht, Teelen. gr. 8<>. 56 S. Pr. 0,60 F. 

[717.] * Cheshire Gleanings. Bj WiUiam E. A. Axon. Man- 
chester, Tubbs Brook and Chrystal. 8^ XI, 331 S. 
Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 3. S. 78. 

[718.] Die wichtigsten Alpenkarten. Nach dem Stand von Ende 
1888. Von Premierlieutenant L. Obermair in München. Enth. in der 
Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins red. 
von Th. Trautwein. Jahrg. 1884. Hfb. 1. Salzburg. (München, 
Lindauer in Comm.) gr. 8®. S. 56 — 86, 

Sachkundige kritische üebersicht der topographischen Karten, 
mit Ausschluss aller nur speziellen Fachzwecken oder Local- 
interessen dienenden Karten. 

[719.] Die ältesten Karten von Bussland von Dr. H. Michow 
in Hamburg. Enth. in: Mittheilungen der Geographischen €re- 
sellschaft in Hamburg 1882 — 88. Hft 1. Im Auftrage des 
Vorstandes hrsg. von L. Friederichsen. Hamburg, Friederichsen. 
1884. gr. 8». S. 100—187 m. 3 Taf. Karten. 

Aus den Quellen mit Sorgfalt geschöpfte Mittheilungen, mit 
vorangestellter Litteratur. 

[720.] Beale Accademia dei Lincei (Anno CCLXXXI 
1883—84). Giunte aU' opera „Gli Scrittori dltalia" del conte 
Giammaria Mazzuchelli tratte dalla biblioteca Alessändrina per 
cura del socio corrispondente Enrico Narducci. [Estratto delle 
Memorie della Classe di scienze morali, storiche e filologiche. 
Ser. nr. Vol. XII. Seduta del 16 gennaio 1881.] Borna, 
tip. del Salviucci. 1884. 4<>. 120 S. 

Der gelehrte Bibliothekar der Alexandrinischen Bibliothek in 
Rom Heinrich Narducci hat neben vielen anderen werthvollen biblio- 
graphischen Arbeiten eine Anzahl von Studien über den Grafen 
Johann Maria Mazzuchelli und sein treffliches Werk „Gli scrittori 
d^Italia (s. Petzholdt, Biblioth. bibUograph. S. 354—55) veröffent- 
licht. Im Jahre 1867 erschien im 198. Bde dee Oiomale 



Litieratar und Miscellen. 255 

arcadico: yjntorno alla vita del Conte Giammaria Mazzuchelli ed 
alla collezione de* snoi manoscritti ora posseduta dalla biblioteca 
Vaticana", in welcher Arbeit das mit grosser Genauigkeit ge- 
arbeitete Verzeichniss der Mazzucbelli^schen Handschriften in der 
Vaticana von grossem Werthe ist (s. die Anzeige von C. Guasti 
im Archivio storico Italiano. Ser. Ül. Tom. VI. P. 1. 1867. 
p. 93— 96). Als Probe der handschriftlich in der Vaticana vor- 
handenen Arbeiten des berühmten Bibliographen gab hierauf Nar- 
ducci den Artikel Baldassare Gastiglione im 12. Bde der 2. 
Serie des Buonarroti 1877 heraus (vergl. Auz. 1879. S. 146—147. 
Nr. 349). Im J. 1880 folgte im 1. Bde des Bibliofilo, Nr. 8, 
,,Giunte alla parte stampata degli Scrittori dltalia del eonte Giamm. 
Mazzuchelli, tratte dalla Biblioteca Alessandrina'^, im J. 1881 im 
13. Bde des von dem um die Förderung der Geschichte der 
Mathematik so hochverdienten Fürsten Balth. Boncompagni heraus- 
gegebenen Bnllettino di bibliographia e di storia delle scienze 
matematiche etc. „Notizie di libri relativi alle matematiche posse- 
duti dalla Biblioteca Alessandrina e non citati dal conte Giammaria 
Mazzuchelli nella parte stampata de' suoi Scrittori dltalia". Letztere 
beide Schriften zusammenfassend und ergänzend bringen die eben 
erschienenen ,,Giunte" 472 Ergänzungen, unter welchen sich theils 
neue Automamen, theils neue Werke und neue Ausgaben von 
Schrifistellem finden, welche Mazzuchelli schon aufführt. So werth- 
voll diese Ergänzungen für die Italienische Bibliographie u. Litterär- 
geschichte schon an und für sich sind, so erhöht sich deren 
Brauchbarkeit deshalb noch mehr, weil sie mit einer bibliographi- 
schen Genauigkeit gearbeitet sind, wie man sie in den Schriften 
Narducci's zu finden gewohnt ist. A. G. 

[721.] * G. Az. Brederoo. Eene Bibliographie door J. 
H. W. ünger. Haarlem, erven Bohn. 8®. VIII, 87 S. Pr. 
1,25 P. 

[722.] Siebente Fortsetzung der Nachträge zu Hirzels „Neu- 
estem Verzeichniss einer Goethe-Bibliothek". Von Woldemar 
Freiherm von Biedermann. Enth. im Archiv für Litteratur- 
geschichte hrsg. von Frz. Schnorr v. Carolsfeld. Bd. XII. Hft. 
4. Leipzig, Teubner. gr. 8^ S. 579—87. (S. Anz. J. 
1883. Nr. 177.) 

Enth. die neuesten Erscheinungen von 1882 an bis zur Ver- 
öffentlichung der letzten Ausgabe von HirzePs Verzeichniss einer 
Goethe-Bibliothek (s. oben Nr. 516). 

[723.] * CataJogue des Oeuvres imprim^es de Claude-Fran9ois 
Menestrier, de la Gumpagnie de J^us; par Joseph Eenard, 
bibliophile Lyonnais. Ouvrage posthume publie par le P. Carlos 
Sommervogel, S. J., Strasbourgeois. Lyon, imp. Pitrat ain^. 8®. 
VI, 154 & 



256 Litteratnr und Miscellen. 

[724.] ♦ A Bibliography of Dr. Henry SacheverelL By F. 
Madan. Oxford, print for the Anthor. 8^ 78 S. (Nor 100 
Exempl») 

[725.] * Notes on Shakspere's Versification; with appendix 
on the verse tests, and a short descripti? bibliografy. By G. 
H. Browne. Boston, Ginn Heath & Co. 12<^. 84 8. Pr. 
80 c 

BuehhAndler- und antiquarische Kataloge. 

[726.] Yerlags-Kataloge der Verleger des Deutschen Reiches etc. 
Münster i. W., Adolf Russell. 1882. gr. Lex. 8^ Bd. VII. 
Abth. 2. Lief. 6. 1158—1408 Sp. & Bd.*Xm. Lief. 7. 
1505 — 1656 Sp. m. 2 Bll. Verzeichniss der Verlagsfirmen. 
Pr. k n. 1,20 Mk. (S. oben Nr. 269.) 

[727.] * Annuario della Libreria, Tipografia e delle Arti 
affini in Italia, pubblicato per cura del Comitato Direttiyo dell* 
Associazione Tipografico-Libraria Italiana. Anno I. (1884.) 
MilanOy tip. Bemardoni di Bebeschini e C. 16^ 413 S. m. 
8 Bildn. u. Geschäftsanz. Pr. 5 L. 

[728.] * Brinkinan's Adresboek voor den Nederlandschen Boek- 
handel en aan?erwante vakken« benevens aanw^zing der in Neder- 
laud uitkomende Dag- en Weekbladen. Nieuwe Serie. 80. Jaargang. 
Amsterdam, G. L. Brinkman. gr. 8^ 2 u. 299 S. Pr. 1,90 F. 
(S. Anz. J. 1888. Nr. 915.) 

[729.] Nr. 116—20. Katalog von Theodor Ackermann 
K. Hof-Buchhandlung nebst Antiquariat in München. 8^ — 
Französische Belletristik etc. 1 Bl. 40 S.; Franz. Sprachwissen- 
schaft, Altfranzösisch, ProvenzaUsch, Romanisch, Patois etc.; 
Franz. Literaturgeschichte 1 BL 18 S.; Forst- u. Jagd Wissen- 
schaft, Haus- u. Landwirthschaft nebst damit verwandten Ge- 
werben etc. 1 Bl. 48 S.; Sprich Wörterliteratur, Emblemata, 
Rathsel etc. 1 Tit.- u. 28 S.; Musik u. Theater etc., Tanzkunst 
1 Tit.- u. 29 S. Zusammen 4802 Nrr. 

[730.] Lager-Gatalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler 
und Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. 144, — 
Staaterecht und Politik. 8«. 1 Tit.- u. 35 S. 685 Nrr. 

[731.] Ludwig Bamberg Sortiments- und Antiquariate-Hand- 
lung Greifswald. Antiquarischer Katalog 59 & 60. —7 Medi- 
cin & Deuteche Literatur. S^. 1 Bl. 26 S. 780 Nrr. & 1 Bl. 
58 S. 1444 Nrr. 

[732.J Nr. 109. Bibliotheca theatralis. VerzeichnisB des 
Antiquarischen Bücherlagers von A. Bielefeldes Hofbuchhandlung 
in Karlsruhe. — Theater: Geschichte u. Literatur des Theaters. 



Litterator und MisceUen. 257 

Dramaturgie und dramatische DichtuDgen. Kostüme. Portraits. 

Tanzkanst. 8^ 1 B). 66 S. 1806 Nrr. 

Eine in ihrer Art besonders reiche n. werthvoUe Bibliothek, 
die ein eben so eifriger wie sachkundiger Sammler im Laufe einer 
langen Beihe Ton Jahren zusammengebracht hat. 

[733«] CLX Katalog des antiquarischen Bücherlagers von 
Albert Gohn in Berlin. — Seltene Werke aus allen Fächern. 
8«. 1 BL 30 8. 464 Nrr. 

Der Ausdruck „seltene Werke'' wird Ton vielen Antiquaren 
sehr gemiasbraucht u. nur zu häufig auf Bücher angewendet, die 
nichts weniger als selten auf den antiquarischen Büchermarkt 
konmien. Die C.^schen Antiquarkataloge haben den Vorzug, dass 
sie in der Begel n. grösserem Theiles Bücher zum Verkaufe stellen, 
die, wenn sie auch nicht Baritäten ersten Banges sind, doch zu 
den wirklich selteneren Artikeln gehören. 

[734.] No. 25. Ouvrages Anciens et Modernes en tout gerne 
en yente chez A. Eeltjes Libraire Botterdam. — Nouvelles 
Acquisitions. gr. 8^ 1 BL 98 S. 1622 Nrr. 

Zum überwiegenden Theile Holländische u. nächstdem Franzö- 
sische Litteratur. 

[735*] Verzeichniss einer werthyollen Sammlung von Werken 
ans dem Gebiete der (beschichte und ihrer Hilfswissenschaften 
welche bei Ludolph St. Goar Buchhändler und Antiquar in 
Frankfurt a. M. zu haben sind. I. Abth. (Antiquarisches Ver- 
zeichniss No. 68.) 8^ 1 BL 49 S. 1878 Nrr. 

[736.] Otto Harrassowitz Buchhandlung und Antiquariat in 
Leipzig. Antiquarischer Gatalog 108. — Kunstgeschichte, 
niustrirte Werke. Bibliographie u. Buchhandel. Numismatik. 
8«. 1 Tit.- u. 58 8- 1140 Nrr. 

[737.] XL Catalog des antiquarischen Bücherlagers von J. 
Hess in Ellwangen (Württemberg.) — Seltene und werthvoUe 
Werke, Incunabeln, alte Holzschnittwerke, Holztafeldruck, Manu- 
BGripte auf Pergament und Papier. S^. l BL 50 S. 276 Nrr. 

Verdient vorzüglichere Beachtung. 

[738.] Librairie ancienne de ü. Hoepli Milan. Catalogue 
Kr. 20. — MMecine, Anatomie, Pharmacie. 8^ 1 BL 41 S. 
865 Nrr. 

Darin ein reichhaltiger Abschnitt über Cholera u. Pest. 

[739.] Nr. 702—8. Antiquarisches Bücherlager von Kirch- 
hoff & Wigand in Leipzig. 8^ — Bechts- u. Staatswissen- 
schaften I: Bechtswissenschaften 1 Tit.- u. 103 S.; Desgl. II 
Handelsrecht u. Handelswissenschaften, Concursprocess 2 B11 
24 8.; Desgl. III: Kriminalrecht, Kirchenrecht 2 BIL 28 S. 
DeegL IV: Staats- u. Cameralwissenschaften 1 Tit- u. 81 S.; 



258 Littdratnr und Miscellen. 

Schöne Kflnste, Enpferwerke, Curiosa 2 Bll. 52 S.; Land- n 
Forstwirihschaft, Gartenbau, Thierheilkunde 16 S.; Mathematik 
Astronomie, Physik u. Chemie, Technik 1 Tit.- u. 19 S. Zu- 
sammen 8881 Nrr. 

[740.] Nr. 58. Katalog von GustaT Klaunig, Hof-Bach- 
handlung nebst Antiquariat Cassel. — Classische Philologie. 8^ 
1 Bll. 46 S. 1556 Nrr. 

[741«] Antiquariats-, Sortiments- und Yerlags-Buchhandlun^ 
von Wilhelm Koebner (L. F. Maske^s Antiquariat) in Breslau 
166 Katalog. — Auswahl werthyoller und seltener Werke aus 
Geschichte und Hfilfswissenschaften. Philosophie. Litteratur 
niustrirte und Prachtwerke. Classische und moderne Sprach- 
wissenschaft. Orientalia. Seltenheiten. 8^. 1 Tit- u. 67 S 
1666 Nrr. 

[742.] K. F. Koehler's Antiquarium in Leipzig. Catalo^ 
No. 401 — i. — Geographie u. Ethnographie der ausserdeutscher 
Länder 1 Bl. 18 S.; Orientalia: 1. Abth. Arische u. Drayidisch« 
Sprachen 1 Bl. 42 S.; Desgl.: 2. Abth. Semitische u. hamitisch< 
Sprachen (mit Ausschluss der hebr. u. talmudischen Literatur 
1 Bl. 21 S.; Desgl.: 3. Abth. Ural-altaische, ostasiatische 
malaiische, australische, afrikanische u. amerikanische Sprächet 
1 Bl. 26 S. Zusammen 2452 Nrn 

[743.] No. I. Antiquarisches Bücherlager der H. Laupp*schei 
Buchandlung in Tübingen. — MiDdicin und Naturwissenschaften 
I. Abth. Zeitschriften, Wörterbücher u. Geschichtliches. Gynäko- 
logie u. Kinderkrankheiten, gr. 8^ 1 Tii- u. 81 S. 1072 Nrr 

[744.] Alsatica. Antiquar-Gatalog No. 7 von E. Lindnej 
Buchhandlung & Antiquariat Strassburg. — Eine Sammlung yoi 
Werken über das Elsass. (Auch mit Franz. Tit.) 8®. 1 Bl. 
24 S. 620 Nrr. 

[745.] LV. Yerzeichniss des Naturwissenschaftlichen Bücher- 
lagers der A. Moser'schen Buch- & Antiquariats-Handlnng in 
Tübingen, Franz Pietzcker. HL, Abth. 8^ 1 BL 82 S. 1545— 
4254 Nrr. (S. Anz. J. 1883. Nr. 619.) 

Geologie, Mineralogie, Kristallographie, Paläontologie, Physik, 
Chemie, Pharmacie, Toxicologie, Arzneimittellehre^ Beceptirkunst, 
Mathematik, Astronomie, Technologie, Baukunst 

[746.] Curiosa Medica. Auteurs anciens sur les Sciences 
M^dicales, sp^cialement sur la Peste, l'Obst^trie, Ldpre, Fidvre 
Jaune, etc. Syphiiiographes. Biographies de M^ecins c^dbres. 
Auteurs sur le Tabac. A la fin: Quelques ou?rages modernes 
de M^ecine. En vente chez Frederik Muller & Co. Amster- 
dam. 8^ 1. Bl. 80 S. 442 Nrr. 

[747.] No. 80, Bibliotheca juridica et oeconomico-politica, 



Litteratar und Miscellen. 259 

Yerzeleluiiss einer Sammlang Ton Werken aus dem Gesammt- 
gebiete der Rechts- nnd Staatswissenschaften. I. Abth. Zu 
beziehen von dem Buchhändler und Antiquar B. L. Prager 
Specialgesch&ft für Bechts- und Staatswissenschafben n. Geschichte 
in Berlin. 8«. 1 Bl. 173 S. 5319 Nrr. 
Bibliographie, Encyclopädie, Bechtsphilosophie, Zeitschriften, 
Opera, Vermischtes, Gesetzsammlungen, Bömische, Deutsche, aus- 
ländische Bechtsquellen, Civilrecht u. Civilprozess. 

[748«] No. 858. Catalogue of Greek and Latin Classics;* 
modern Latinists and Hellenists, Macaronic Writers; Works on 
Glassical Philology, Greek and Roman Archaeology, andHistorj; 
additions from the Hamilton and Gosford Libraries. Offered for 
Cash by Bernard Quaritch. London, gr. B^. 1 Bl. 1835—1994 
S. 18075—19980 Nrr. 
Wer nicht bereits wüsste, dass Q. der erste Antiquar der Welt 
ist, der wtSjrde aus dem Torl. Kataloge leicht ersehen können, welche 
grosse Bedeutung das Q.*8che Antiquarlager habe. Die Menge von 
Seltenheiten u. Yorzfiglicheren Werken, die sich darin verzeichnet 
finden, lässt schon den grossen Werth dieses Anliquarlagers hin- 
reichend erkennen. 

[749.] Rudolphi & Klemm frtlher Frz. Hanke. Buchhandlung 
und Antiquariat Zürich. Katalog 180. — Rechts- und Staats- 
wissenschaft. 8^ 1 Bl. 79 S. 2223 Nrr. 

[760.] 174.' Antiquarischer Catalog von Felix Schneider 
(Adolf Geering) in Basel. — Geschichte & Geographie Europa*s. 
Adels- und Wappenkunde. Numismatik. Kriegsgeschichte. 8^. 
1 Bl. 161 S* 3300 Nrr. 

[761«] 92. Antiquariats-Katalog von Simmel & Co. in Leip- 
zig. — Theologie. 8^ 1 BL 40 S. 1083 Nrr. 

[762.] No. 146. Bücher -Verzeichniss von J. A. Stargardt 
m Berlin. Nachtrag zur Classischen Philologie, Alterthumskunde, 
PhUosophie. 8<>. 1 BL 29 S. 703 Nrr. 

[768.] 114. & 115. Verzeichniss des antiquarischen Bücher- 
Lagers von Karl Theodor Völcker^s Verlag und Antiquariat in 
Frankfurt a. M. kL 8^ — Incunabeln und Drucke bis zum 
Jahre 1525 (excL Reformations-Schriften). 1 Bl. 18 S. 207 
Nrr. & Gothisch, Alt- u. Mittelhochdeutsch, Altnordisch, Deutsche 
Sprachwissenschaft, Alterthumskunde, Mythologie, Sagen, Volks- 
lieder etc. 1 Tit.- u. 19 S. 465 Nrr. 

[754.] Neue Folge. Nr. 13. Verzeichniss älterer und 
neuerer Bücher vorräthig in Oswald WeigeVs Antiquarium in 
Leipzig. — Zoologie, Vergleichende Anatomie und Physiologie, 
Foesile Thiere. Nebst einem Anhange Gesellschaftsschriften. 
8® l BL 80 S. 747 Nrr. 



260 Litteratur und Miscellen. 

[755.] Verzeichniss No. 29 & 30 des antiquarischen BQcher- 
lagers von Weiss & Schack in Leipzig. 8®. — Mathematik, 
Mechanik, Astronomie, Geodäsie, Vermischte Naturwissenschaft, 
Nautik, Varia. 82 S. 836 Nrr. & Rechts- und Staatswissen- 
schaft. 1 Bl. 60 S. 1507 Nrr. 

Bibllotbekenlebre. 

[756.] * Discours pour servir de rögle ou d'avis aux Biblio- 
th^caires, par Louis Machon. Publik, et augment^ d*une notice, 
sur Louis Machon et sur la Biblioth^qne du premier pr^ident 
messire Amaud de Pontac, par Daspit de Saint-Amand. [Extrait 
du t. 3 des publications de la Soci^tö des Bibliophiles de Goyenne.] 
Bordeaux, imp. Gounouilhou. 8^ 77 S. 

[757.] * Catalogue raisonnd, on Guide pour senrir k Tachat 
de bons livres et ä la diffiision de la saine litt^ratore publie 
par la Soci^t^ Genevoise pour renconragement de Toeuvre des 
Biblioth^nes populaires. Gendve, Carey. 8^ 167 S. Fr. 
1,50 Fr. 

[758.] * Electric Lighting in Public Libraries, a päper read 
at the meeting of the Library Association of the United Kiag- 
dorn, Sept 6, 1882. By P. Cowell. London, Chiswick press. 

1883. 8«. 7 S. 

BtblloUiekenkiinde. 

[759.] Bulletin of the Boston Public Library. Spring Number. 

1884. Vol. 2. (Whole No. 68.) (S. oben Nr. 512.) ^ 
Enth. an der Spitze, wie gewöhnlich, die , Information for 

Readers" nebst der Uebersicht des gesammten Bibliotheks-Personals, 
u. an zweiter Hauptstelle das Zuwachsverzeichniss des ersten Quar- 
tals in den Bates Hall & Lower Hall and Branches. Sowie Ton 
Specialitäten : Index of Articles upon American Local History, in 
Historical CoUections in the Boston Public Library (Fortsetsung); 
Benjamin Franklin. Part IV. (Fortsetzung); Scheme for the arrange- 
ment in the Bates Hall Card Catalogue of titles nnder Cities; Pro- 
yincial Stamp Act of 1755. 

[760 J Harvard University Bulletin, No. 28; or Vol. m. 
No. 5. Edited By Justin Winsor, Librarian of the University, 
with the assistance of members of the Tarions flEUSulties. May. 
Lex. S^ S. 241—812. (S. oben Nr. 422.) 

Enth. an der Spitze die gewöhnlichen Universit&ts-Nachrichten 
u. an zweiter Hauptstelle das Bibliotheks-Znwachsveneichniss 
des ersten diesjährigen Quartals, woran sich, ausser dem Hanrard 
Necrology, folgende Specialitäten anschliessen: Winsor'a Hhliogra- 
phy of Ptolemy's Geography (Fortsetzung), The Kohl Collection of 
early Maps belonging to the department of State Waabiogton, by 



Litterator and Miscelleo. 2&1 

J. Winsor (Fortsetzung), Classified Index to Maps in Petermann's 
Geographisclie MitUieilungen (letzter Artikel). 

[761.] XXXI. Annaal Beport of the President, Treasarer, 
and Librarian of the Mercanüle Library Association of San 
Francisco, 1888. San Francisco. 1884. 8^ 30 S. 
Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 8. 8. 76 — 77. 
- Die Bibliothek besitzt 52,751 Bde. 

[762.] * Catalogae of the State Library of New York : sab- 
ject-index of the Law Library trom its foandation to Dec. 81, 
1882; prepared by Stephen B. Griswold. Albany, Weed Parsons 
& Co. 1888. 8*. Vin, 251 S. Pr. # 4. 

[768.] * Catalogae of the Leeser Library; compiled by Cyras 
Adler, A. B. PhUadelphia. 1888. 8^. lY, 65 S. 

8. hierüber Library Joamal Vol. IX. No. 4. S. 76. — 
Isaac Leeser, jüdischer Prediger in Philadelphia (1829 — 68), hat 
der dasigen Hebrew Edacation Society seine Bibliothek vermacht 

[764.] SHe mofletbibIü)t(^e( ju SBorbeiSlftoIm nnt) t)ie ©ottotfer SBibli^ 
ot^L 2)tei bibIiogttt))^(j^ Untcrfud^gen loon Dr. @mil Steffetu^ 
l^tn unb Dr. Slngn^ SBefcel. Sux Sröffnung be^ neuen iBibliot^e^ 
gebdubeiS ber Unii^etfttät Mel (^erauiS^edeben. Siel, Unioerflt.sSuc^« 
M^I. in (Somm. gt. 8^ VII, 232 S. 

Kein geeigneterer Gegenstand hätte von Steffenhagen für die 
Kieler Festschrift gewählt werden können, als die Bordesholmer 
Klosterbibliothek, deren Beste den Stamm der Kieler Universitäts- 
bibUothek bilden a. daram aach bei der Uebersiedelong der letz- 
teren in das nene Qebände als solcher die Bevorzagang einer 
SonderauüBtellnng erhalten haben. Unter den Bibliotheken des 
späteren Mittelalters gebührt der ehemaligen Klosterbibliothek zu 
Bordesholm nicht nar wegen der grösseren Zahl ihrer Werke, son- 
dern aach wegen des Gehaltes derselben ein hervorragender Hatz: 
Yon ihrem Beichthnme an Handschriften n. Bracken giebt der im 
Original erhaltene alte Katalog von 1488 Zeagniss, in dem sich 
mehr als 500 Bde verzeichnet finden. Leider ist nicht die ge- 
sammte Bordesholmer Bibliothek nach Kiel gekommen; ein halbes 
Jahrhdi früher war davon für die 1606 vom Herzog Johann 
Adolph aas den Holsteinischen Klosterbibliotheken von Bordesholm 
XL Cisnunr gestiftete Gottorfer Bibliothek das Fett abgeschöpft worden, 
(fJüT diese hatte rine Aaslese der werthvollsten Bestandtheile der Bor- 
desholmer Bibliothek stattgefunden, und als die Gottorfer Biblio- 
thek nach hondertjährigem Bestehen 1740 wieder zerstreut worden 
war, hatte der grösste u. hauptsächlichere Theil derselben in der 
grossen KönigL Bibliothek seinen Platz erhalten. Für Kiel blieben 
die ehemals Bordesholmer Bestandtheile so gut wie verloren. Mit 
groaser n. besonderer Anerkennung würdiger Sorgsanikeit haben 



262 Litteratar und Miscellen. 

Steffenhagen über die ans der Bordesholmer Bibliothek nach Kiel 
gekommenen Bestandtheile , sowie über die Gottorfer Bibliothek, 
ü. Wetzel über die in Kopenhagen befindlichen Beste des ehemals 
Bordesholm angehörigen Eigenthums Untersuchungen angestellt u. 
in der vorl. Festschrift niedergelegt. 

[765.] SHe fidniglid^ IBibliotM in Sedin. Son Oeinn<i& twn 
Sreitfc^If. 6nt^. in ben $Teu(ifc^en 3a(rba<l^ni ^rdg. twn ^, t>. 
Irdtf^lc u. ip. »elbrüif. »b. LIH. ^ft. 5. »erlin, Meimet, gr. 8«. 
©. 473—92. 

Aus Anlass der Preussischen Kammerverhandlungen über die 
Berliner Bibliothek hat sich der Verf. angeregt gefunden , „in 
kurzem üeberblicke zu betrachten, wie diese schöne Stiftung der 
HohenzoUem sich gebildet hat, was wir an ihr haben und was 
ihr gebricht." 

[766.] S)te A5nidli4e SSibßo^ in Serlin. Son Eintieft t)on 
Steitf^fe. (^ibbtud auiS bem LUX. Sanbe ber $reu^ifd^n Sa^rbüdber.) 
Serlin, Keimet, gt. 8«. 27 ©. $r. n. 0,40 ÜRf. (6. oben Jhr. 765.) 
[767.] Zur Geschichte des Ankaufs der Meusebachschen Biblio- 
thek. Von Camillus Wendeler in Steglitz bei Berlin. [Separat- 
abdruck aus dem Centralblatt für Bibliothekswesen hrsg. von 0. 
Hartwig u. K. Schulz.] Leipzig, . Harrassowitz. gr. 8^ 1 Bl. 
213—31 S. (S. oben Nr. 687.) 

Ehe die KÖnigl. Bibliothek in Berlin in den Besitz der be- 
rühmten u. kostbaren Sammlung des Frhm K. H. G. v. Meusebacb 
in Altgeltow b. Potsdam (f 22. Aug. 1847) gekommen ist, hat es 
langer, zum Theile interessanter Verhandlungen bedurft, die sich 
vom Verf. des vorl. Schriftchens aus den von der Familie v. Meuse- 
bacb aufbewahrten Originaldocumenten sorgsam dargestellt finden. 
Erst am 5. Novbr. 1850 war der Kauf der Meusebachschen Biblio- 
thek für 40,700 Thlr. abgeschlossen worden. In der darüber aus- 
gestellten Urkunde ist folg. Bestimmung mit aufgenommen: „Um 
das Ehrengedächtniss des Gründers dieser kostbaren u. in ihrer Art 
einzigen Bibliothek zu erhalten, welche nach dem Wunsche der 
Erben u. nach der Absicht Sr. M. des Königs in der KÖnigl. Biblio- 
thek zu Berlin dem Studio der Deutschen Litteratur für alle Zeiten 
eröffnet u. erhalten wird, verpflichtet sich der Oberbibliothekar, jedes 
einzelne aus dieser Sammlung in die KÖnigl. Bibliothek aufgenom- 
mene Werk mit einer Etiquette versehen zu lassen, welche die 
Herkunft desselben aus der Meusebach'schen Bibliothek beurkunden 
wird". 

[768.] * Die auf die Schweiz bezüglichen Handschriften der 
Universitats-Bibliothek zu Heidelberg. Von Dr. F. Thomae. Enth. 
im Anzeiger für Schweizerische Geschichte. XV. Jahrg. 1884. 
No. 1. S. 228—34. 

[769«] Bericht über die Verwaltung der Königlichen Universi- 



Litteratur and Miscellen. 268 

tats-Bibliothek zq Kiel im Etatsjahr 1883/84. ÜDterzeichDet: 

SteffeDhagen. Druck von Schmidt & Elaonig in Kiel. gr. 8^ 

4 8. (S. Anz. J. 1883. Nr. 827.) 

Als das jedenfalls wichtigste Ereigniss ans dem Verwaltungs- 
berichte ist die in der geplanten Ordnung (s. Anz. J. 1883. Nr. 
1161) „glficklich vollzogene üebersiedelung der Bibliothek in das 
neue Bibliotheksgeb&nde*^ zu bezeichnen. Trotz der damit verbun- 
denen aufhältlichen Arbeiten ist doch in den übrigen Bibliotheks- 
arbeiten keine wesentliche Hemmung zu bemerken gewesen. Der 
Zuwachs an gedruckten Büchern (ohne die Dissertationen u. Pro- 
gramme 159 Bde) hat im verflossenen Jahre 1919 Nrr. oder Bde 
betragen, wodurch der Gesammtbestand der Drucksachen auf 181,359 
Bde separater Bücher u. 5450 Dissertationen- u. Programra-Bde 
gestiegen ist Die Gesammtzahl aller Entleihungen von Büchern 
im abgelaufenen Etatsjahre belauft sich auf 13,161 Werke in 
19,103 Bden. 

[770.] Standorts-Tabelle über die neue Aufstellung der Uni- 

versit&ts-Bibliothek zu Kiel. Kiel, Druck von Schmidt & Klauoig. 

fol. 7 Bll. 

Bei der üebersiedelung der Bibliothek aus den alten Bäumen 
in das neue Gebäude (s. Anz. J. 1883. Nr. 1161) hat es von 
Seiten des die Arbeiten leitenden Oberbrbliothekars Steffenhagen 
einer wohldurchdachten u. genau berechneten Disposition bedurft, 
die sich in der vorL Tabelle zum Besten Derer, welche mit der Biblio- 
thek an Ort u. Stelle zu thun haben, ausführlich dargestellt findet. 

[771.] pBerjei(i6ni6 »on SSBerten aug »crfiibiebcncn SBiffcnfcibaftcn — 
3)oubletten ber SRofhxier @ro(]^og(. Unit>etittätös9tb(iotbet — bie im 
Stitftrage bed SBibliot^fanatö burd^ {)ennann 6d^ibt'iS ^intiquariat in 
SHottod iu t)edtaufen fmb.] SSoIbffd^ $)ofs8ud^bru(!eret in 9lofh)(t. 
gr. 8®. 27 S. 

[772.] '*' Gatalogue de ia Biblioth^que des Familles situ^e au 
parloir des soeurs de Saint-Joseph ä Ajaccio. Ajaccio, imp. 
Pompeani. 8^ 72 S. 

[778.] * La Biblioth^que de TUniversitä de Caen au XVe 
si^e. Par le Comte A. de Bourmont. [Extrait du Polybiblion.] 
Paris, Socidt^ bibliographique. 8^. 16 S. 

[774.] * Penrith Free Public Library and Museum. Gata- 
logue of the Lending Library. Penrith. 1883. 8^ 2 Bll. 
73 S. Pr. 6 d. 

Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 3. S. 76. Die 
BibUothek zählt 4000 Bde. 

[775.] * The Fifbh Annual Beport of the Committee of the 
Free Public Library and Museum of the Borough of Preston, 
for the year ending December 3 Ist, 1883. Preston. 8^. 15 S. 

19* 



264 Litieratur und Miscellen. 

Hierüber e. Library Chronicle Vol. L Nr. 3. S. 76. — Der 
gpesammte Bestand der Bibliothek beia-ägt 11,566 Bde. 

[776.] * The Third Annual Beport of the Committee of ihe 
Free Pablic Library of tiie Borough of Botherham (1888.) Bother- 
faam. 8^ 12 S. 

Hierüber b. Library Chronicle Vol. I. Nr. 8. S. 76. — Der 
Gresammtbestand der Bibliothek belauft sich anf 6967 Bde. 

[777.] * Botherham Free Public Library. Catalogue. Bother- 
ham. 1883. 8^ 172 S. 

Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 3. 8. 76. — Die 
Bibliothek ist 1880 gestiftet. 

[778.] * Thirty fifth Annual Beport of the Museum, Libraries 
and Parks Committee of the Borough of Salford, 1882 — 83. 
[Dated 28 rd October, 1883.] Salford. 8«. 27 S. 

Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 8. 8. 76. 

[779.] Twenty-seventh Annual Beport of tiie Committee of the 
Free Public Libraries and Museum of the Borough of Sheffield. 
Comprising the Twelve Months from Sept. Ist, 1882, to Aug. 
31st, 1883. Shefiaeld. 1883. 8^ 18 S. 

Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 3. S. 77. 

[780.] * Ninth Annual Beport of the Public Library and Gal- 
lery of Art Committee of the Borough of Swansea, 1882 — 83. 
[Dated October 30th, 1883.] Swansea. 1883. 8^ 19 8. 

Hierüber s. Library Chronicle VoL I. Nr. 3, S. 77. — Der 
Gesammtbestand der Bibliothek beträgt 26, 129 Bde u. Pamphlets. 

[781.] * Free Public Library of the Borough of Wigan. Sixth 
Annual Beport of the Librarian. Febru^uy, 1884. Wigan. 1884. 
8^ 22 S. 

Hierüber s. Library Chronicle Vol. I. Nr. 3. S. 77. — Die 
Bibliothek besteht aus 26,850 Bden. 

[782.] * Le Vaticanus 90 (T) de Lucien, notice sur 1e manu- 
scrit et collation des Dialogues des Morts; par P. de Nolhac. 
[Extrait de la Bevue de philologie, de iitt^rature et d'histoire 
anciennes, t. 8. 2e livraison, 30 avril 1884.] Paris, Klinck- 
sieck. 8<>. 10 S. 

PrlTatbtblloUiekeii« 

[783«] Katalog einer Sammlung guter Bücher aus den yer- 
schiedensten Wissenschaften theilweise aus den Naohlässen der 
Dr. phil. E. B. Treitschke, Freiherm yon Br . . ., Freiherm 
Ton M . « . Dresden, Gustav Salomon. 8^ 1 BL 74 S. 
2244 Nrr. (Auct. 16. Jun.) 

Hauptsächlich Belletristik, Geschichte u. Geographie^ Philidogie. 



Liiteratur and Miscellen. 265 

[784.] Catalogus van eene belangrijka verzameliug Boeken 
nagelaten door Chr. le Boy predikant te Gameren en anderen 
voomamelijk over Godgeleerdheid, Aardrijksknnde, Geschiedenis, 
Bechtegeleerdheid, Wgsbegeerte, Natuur- en Scheikunde, Natuur- 
lijke GeschiedeniSy Landbouw, GeneeskandOi Wis- ea Sterre- 
kunde, Schilder- en Boawknnsi, Technologie, Werkiaigkunde, ßtoom- 
en Spoorwezen, Taal- en Letierkunde, Bomans, enz. Utrecht, J. 
L. Beyers. 8«. 2 Bll. 124 6. 2377 Nrr. (Auci 12. Jan.) 

|785*J Catalogne of the Library (Pelonken) of a CoUector 
aud Amateur. Danzig, Theodor Bertling. gr. 8^. 1 Bl; 70 
8. 1891 Nrr. (Auct. 7. Juli). 
Haoptfiächlich Dentache, Engl. n. Französische schönwissenschaft- 
liche Litteratar, Geschichte u. Geographie, Naturwissenschaft u. 
Technologie. 

[786.] '*' Catalogne de livres ä fignres du XYIIIe si^le, com- 
posant ia Biblioth^ne de M. le Oomte de B'*'^ Paris, Ye La- 
bitte. 8^ 45 8. 283 Nrr. (Auct. 24. Mai.) 

[787.] Adalbert Bente*8 Antiquariat in Göttingen. Catalog 
70. — Deutsche Sprache und Literatur. Theologie. Philosophie. 
Pädagogik. Bibliothek des f Rudolf Besser, VeHagsbuchhändler 
m Gotha. S\ 1 Bl. 84 8. 1105 Nrr. 

[788*] Catalogo della scelta Biblioteca giä appaitenuta al 
fu Francesco Cangiano Celebre Bibliografo Napoletano contenente 
Monografie Patrie — Crusca — Belle Arti — Musica — ed Alta 
Coriosita. Part. IL — Libreria antiquaria Gennaro Cioffi. (BuUettino 
periodico bimestrale. Ann. VIII. Num. 91 — 92.) Napoli. gr. 8^ 
1 Bl. 62 S. 3001—4000 Nrr. (S. oben Nr. 533.) 

[789.] '*' Catalogne de la Biblioth^ue historique et scienti- 
fique de feu Dr. J. Court. Part. II. (Histoire et Sciences.) 
Paris, Leclerc. 8^ 214 8. 1712 Nrr. (Auci 20. Mai.) (S. oben 
Nr. 649.) 

[790.] '*' Catalogne des Livres pr^cieux, manuscrtts et imprim^, 
Faisant partie de la Biblioth^ue d'Ainbroise Firmin-Didot de 
TAcadtoie des Inscriptions et Belles-Lettres. (Theologie, Juris- 
prudence, Sciences, Arts, Lettres, Histoire.) Paris, Vve Adolphe 
Labitte. S^ (Auci 10. Jun.) 

[791.] Nr. 708. Antiquarisches Bficherlager von Kirchhoff & 
Wigand in Leipzig. — Mathematik, Astronomie, Physik und 
Chemie, Technik, enthaltend die Bibliothek des Professor J. Helmes. 
8^ 1 Tit- u. 19 S. 619 Nrr. 

[792.] X. F. Koehler*s Antiquarium in Leipzig. Catalog 
No. 404. — Orientalia: 3. Abth. üral-altaische, ostasiatische, 
midaiiische, australische, afrikanische u. aoaerikanische Sprachen, 



266 Litteratur und Miscellen. 

(Hierin die Bibliothek des verstorbenen Missionar H. A. Jäschke 
in Hermhut.) S^ 1 Bl. 26 S. 598 Nrr. 

[798.] ^f^ SiUiograpt^if^e SRufeutn Don ^mä) Alemm in 
S)redben. 6nt^. im Sörfenblatte für ben 3)eutf^en Suc^banbel u. 
bie mit i(^m t^etioanbten ©efd^ftö^ioeige. Sd)[»it0. 4^ 3lx. 110. 
©. 2199—2208. 

Das Erscheinen von Klemm*s beschreibendem Catalog seines 
bibliographischen Museums hat dem Verf. des vorl. Artikels H. P. 
Veranlassung gegeben, in einem gedrängten Ueberblicke auf die 
hauptsächlicheren Schätze des Museums aufmerksam zu machen, u. 
daran den Wunsch zu knüpfen, dass dieses Museum nicht einst 
wieder in alle Winde zerstreut werden oder seinen Weg ins Aus- 
land nehmen, sondern in der nach Lorck*s Vorschlag in Leipzigs 
zu begründenden „hohen Schule für den Buchhandel u. für di» 
graphischen Künste'' seine bleibende Stätte finden möge. 

[794.] ®utenbetg$9[ud{teUund in einer ^uStoo^l Dorsugi^metfe Utdfen^ 
biftorifd^et SRanufcripte unb feltener ftuber 3)tu(frDerle su Sedtn in 
ben ®älen bed Goncertbaufed, Setpftiger Strafe 48, geöffnet wm 29. ^Slai 
bid mit 15. 3uni ic. [3)te fdmmtliii^en au^fteOten 9Ranufcn)>te unb 
feltenen 2)nidtDetfe nebft ©utenbetgd erfter Snidpreffe Don 1441 ftnb 
bem SBibtiogropbifcben SRufeum i9on {)einrid^ filemm in S)r«Sben ents 
nommen.] iBerttn. (2)TU(t i9on 9Rein^oIb & @ö(^ne in 2)tedben.) 8^ 
IV, 108 S. 

Gleichwie im vorigem Jahre zu Dresden (s. Anz. J. 1883. 
Nr. 1187) ist nunmehr auch in Berlin eine Ausstellung der vor- 
züglichsten Werthstücke des berühmten Klemm'schen bibliographischen 
Museums, 625 Werke an der Zahl, veranstaltet worden. Es steht 
zu erwarten, dass, wie die Ausstellung in Dresden „einen ausser- 
ordentlichen Erfolg gehabt u. das lebhafte Interesse aller Volks- 
schichten bis in die höchsten Kreise hervorgerufen hat," dies auch 
in Berlin der Fall gewesen ist. Berlin hat alle Ursache, die 
Güte des Besitzers des Museums, welcher den Bewohnern der Stadt 
Gelegenheit gegeben, solche bibliographische Schätze kennen zu 
lernen, mit grösstem Danke anzuerkennen, zumal auch der Ertrag 
der Ausstellung „zu milden Zwecken in Berlin'' bestimmt ist 

[795.] Verzeichniss der Bibliothek aus dem Nachlasse des 
Friedrich Gustav Stegmeyer pens. k. k. Universitäts-Tumlehrer 
in Wien. Wien, Brockhausen & Bräuer. gr. S^. 1 BL 72 S. 
1697 Nrr. (Auct 16. Jan.) 

Hauptsächlich Geschichte u. Geographie, Künste, Sportwesen. 

[796.] No. 66 & 67. Verzeichniss des Antiquarischen 
Bücherlagers von Ferd. Raabe^s Nachf. Eugen Heinrich, Anti- 
quariat und Buchhandlung in Königsberg i. Pr. — Klassische 
Philologie, enthaltend u. A. die nachgelassene werthvoUe Biblio- 



Litterator und MiscelleD. .267 

thek von Professor H. Wiskemann in Hersfeld. I. & IL 8^. 
1 Bl. 49 S. Ä 1 Bl. 62 S. 8638 Nrr. 
Entb.: I. Griechische u. lateinische Schriftsteller nebst Er- 
läuterongsschriften & IL die übrigen philolog. Disciplinen. 

Abdruck ans BibL-Handscbrlften. 

[797.] * Sermons da Xlle sidcle en vieux proVen9al. Pablies 
d'aprte le ms. 8548 B de la Bibliothdque nationale par Fre- 
derick Armitage. Heilbronn, Henninger in Comm. 8^ LVIII, 
121 S. Pr. n. 8 Mk. 

[798.] Ans Basel ist Dr. Friedrich Thomae von Frankfurt 
&. M. zum 8. Bibliothekar der Universitats-Bibliothek ernannt 
wordeD. 

[799,] Ans Bonn hat der Gustos der Eönigl. Universitats- 
Bibliothek Dr. Gustav Becker die Absicht, in nächster Zeit, eine 
Sammlung von Bücherkatalogen aus den frühesten Jahren bis Ende 
des XIL Jhrhdts im Verlage von Cohen & Sohn erscheinen zu lassen. 
Die bereits unter der Presse befindliche und zum grössten Theile im 
Drucke vollendete Sammlung wird den Titel „Catalogi Bibliothe- 
camm actiqui" führen u. in folg. zwei Theile zerfallen: I. Catalogi 
saeculo XIU. vetustiores; U. Catalogus Gatalogorum posterioris 
aetatis. 

[800.] Aus Boston hat Leonard A. Jones, nach Art von 

Poole's „Index to Periodical Literature'S einen „Index to Legal 

Periodical Literature" in Vorbereitung. „It will not only include 

the legal Journals of England and America, but articles on legal 

subjects in the principal literary reviews and magazines. 

(Publishers' Circular Nr. 1118. S. 872.) 

[801.] Aus Boston ist ein „the Libraries of Boston" be- 
titeltes Werk im Verlage von Cupples, Upham k Co. in Vorbe- 
reitong. „In addition to the collections of a public or semi-public 
natnre, the work will include a description of over one hundred 
of tilie leading private libraries." 

(Publishers' Circular Nr. 1121. S. 616.) 

[802«] Aus Forbach in Lothringen beabsichtigt Robert 
Hupfer noch im bevorstehenden Herbste ein „Verzeichniss sämmt- 
licher im Deutschen Beiche erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften', 
za veröffentlichen, worin über 1. Titel, Ort u. Erscheinungsweise, 2. 
Tendenz, 8. Namen des Bedacteurs, Verlegers u. Druckers, 4. 
Abonnements- u. Insertionspreis, Zeilenbreite u. Schriftgattung, so- 
wie Auflage u. Alter Auskunft ertheilt werden soll, u. ausserdem 
die Verleger der betr. Blätter zu deren Kennzeichnung, Verbreitung, 
Oesch&ftsum&ng etc. die nöthigen Mittheilungen hinzufügen können. 



268 Litteratur und Miscellen. 

Dem über das Verzeichniss ausgegebenen Prospocte ist eine Probe- 
Columne beigedruckt, woraus ersehen werden soll, „dass dieses 
eigenartige Werk von Wichtigkeit für alle Kreise werden wird, 
welche mit der Presse in Berührnng kommen, o. dass es desshalb 
der Unterstützung werth ist/' 

[803.] Aus Göttingen ist, an Stelle des als Bibliothekar 
an die Königliche Bibliothek in Berlin versetzten Dr. 0. v. Qebhardf^ 
der Professor a. D. Alfred Schoene zum ünterbibliothekar der 
Königl. Universitäts-Bibliothek, mit dem Bibliothekar-Titel, ernannt 
worden. 

[804.] Aus New Tork soll nächstens zu W. F. Poole'^ 
„Index to Periodical Literature" das erste, die J. 1882 o. 188&. 
umfassende Supplement erscheinen, und demselben dann alljährltcht 
ein weiteres folgen. Diese Supplemente gedenkt der Verf. aller 
fünf Jahre zu einem dem Hauptwerke gleichen Bande losammen- 
zufassen. (Publishers* Circular Nr. 1121. S. 517.) 

[805.] Ans New Tork soll das in Folge des Todes von 
Leypoldt verzögerte Supplement zu dessen „American Catalo^rue^ 
im bevorstehenden Herbste erscheinen u. zum Besten der Hinter- 
lassenen des Verstorbenen ausgegeben werden. Das Supplement 
wird die Litteratur vom 1. Juli 1876 bis zum 1. Juli 1884 um- 
fassen. (Publishers* Circular Nr. 1121. S. 515.) 

[806.] Aus New York findet sich als Seltsamkeit berichtet^ 
Mass die Free Circulating Library von 81,288 an 11,501 Lener 
verliehenen Bden nicht mehr als 6 eingebüsst habe. (Le Livre 
Nr. 52.) B. 

[807.] Aus Paris findet sich in der Bibl. de T^cole d. 
Chartes Vol. 44 die gegenwärtige Zahl der Griechischen Hand- 
schriften auf 4589 angegeben, wogegen die Yaticana nur 8559 
besitze. In der Kaiserl. Hofbibliothek zu Wien, der Laorentiana 
zu Florenz u. der Marcus-Bibliothek zu Venedig befinden sich blos 
je über 1000, im British Museum 716, im Eseurial 588, sowie 
in der Kaiserl. Bibliothek zu Moskau u. auf dem Berge Athos je 
500. Von St. Petersburg, Deutschland etc. schwellt die Zfthlong. B. 

[808.] Aus Washington hat Professor Alexander Graham 
Bell „a complete Bibliographj of the Literatnre of Electrioity" in 
Vorbereitung. Dieselbe wird 40,000 Titel von Büchern, Pam- 
phlets u. betr. Artikeln enthalten. 

(Library Chronide Vol. I. Nr. 8. S. 79.) 

[809*] Aus Würzburg sind die seitherigen Assistenten 
der Königl. Universitäts-Bibliothek Dr. E. K. Müller o. Dr. H. 
Haupt zu Sekretären befördert worden. 

Drutk Ton Job. FVtiler In Drefdm. 



NEUER ANZEIGER 

für 

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft, 

Herausgegeben von Dr. J. Fetzholdt. 



Angnst-Septbr. 1884. 

Inhalt : | 

Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters Flenrj. — Hellas und Rom 
in den Saalfeld'schen Schriften. — Noch ein Wort über die Königliche 
^ibliothek in Berlin. — Brnchstückc von Emser's Niedersachsischem 
Neaem Testamente, Rostock 1530. Von Dr. W. Schlüter. — Zar Litte- 
raturgeschicht« des Benedictiner-Ordens. — Litteratnr und Misccllen. — 

Allgemeine Bibliographie. 

[810.] Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters 

Fleury*), 

Catalog US librorumquiinBibliothecaOoenobüBone- 

dictiniFloriacensisadLigorimrepcrtisuntpostridie 

nonas Novembris, auno Domini 1552. 

1. Boetii commentaria in topica Ciceronis ac ejasdem do topicis 
differentiis, quos libros praecedunt 2 paginae, quorum {sie) 
prioris initium est: „condidisti.'' 

2. Leviticus, Numeri, Deuteronomus, commentariis illustrata, 
quorum initium est: »^Confirmo si quis quaerat cor libri legis 
divisi sint.^' 

3. Ovidius de remödio amoris, cui adjuncta sunt 5 voces Por- 
phyrii, categoriae et negi iQ/^syBiag Aristotelis latine. 

4. Prisciani grammatici, cujus libri initium est: ,,Prologus artis 
grammaticae^^ 

5. Liber computi, cujus' initium est: „De concordia mensium/' 

6. Expositio beati Smaragdi abbatis in regulam beati Benedict). 

7. Epitoma chronicou Eusebii, interprete Hieronymo. 

8. Liber Augustini, cujus initium est: y,Incipit expositio sancti 
Augastini ;^' caetera vetustate obliterata sunt. 

9. Bcgulae ecclesiasticae sauctorum apostolorum, in quo libro 
haec legentibus primum occurrunt: „Incipit praefatio canonum 
apostolorum." 

10. Ambrosii libri ad Qratianum imperatorem de fide sanctae 
trinitatis, cui adjunctus est liber Glaudiani de statu animae; 
itemque Chalcidii commentaria in Timaeum Piatonis. 

11. Beda de literis, cum arte Servii grammatici, et Boetii de 
Trinitate. 



*) Abgedruckt ans : Notice fiur plosiears Manoscrits do la Biblioth^ue 
d'Orlcaus, par L. Delisle" (Paris. 1883. 4".) S. 70-83. 



/ 



270 Catalog der Bibliothek des Benedict Klosters Fleaty. 

12. Hieronymi ad papam Damasum epistolao et alios, quai 
prima est de osianno (sie) in excelso. 

13. Libri qainqoe anonymi cojusdam, quorum primus conti 
Decreta papao Gelasii de libris rccipiendis et reprobanc 
prima pagina hoc initium habet: ,,Praefatio seqacntis opc 
Liber i.^te Yoluminibus quinque distinctus est." 

14. Sedulii carmina. 

15. Annotationes in libros Bogum, quarum initium est : „Fuit vir nui 

16. Sermo de sancto Benedicto abbate. 

17. Plinii Seeundi medicamentorum quorurodam libellus, qi 
praccedunt miiltae pnginae vetustate obliteratae. 

18. Porphyrii introductio. Aristotolis categoriae et negi ig^syi 
Giceronis topica, cam commentariis Boetii alÜsque ojusc 
de logica operibus. 

19. Liber acephalus, in cujus prima pagina 16tus versus rnl 
elementis ita scriptus est: y^Quid significet rubrum et sul 
brum alimentum?'' 

20. Hieronymus in Mattheum, cujus prima pagina hoc initi 
habet: „Incipit praefatio sancti Hieronymi in Matthcum." 

21. Q. Serenus de medica arte. 

22. Liber annaticus sive computi, quicum juncti sunt Boetius 
consolatione et Sallustius, quos libros praecedunt octo pagi 
majusculis literis cxaratae. 

23. Liber, cujus inscriptio est: ,,0(Ionis abbatis monasterii expo.' 
Apocalypsis evangelistae Johannis/* cujus initium est: ,Ji 
piunt capitula libri primi expositionis". 

24. Saliustii bellum Catilinarium. 

25. Liber nmtilus, quo continentur historiae atque homcliac 
honorem quorumdam sanctorum. In cujus libri prima ] 
16tus versus hoc initio legitur: ^Sed boncdictus'S 

26. Liber expositionum in duodecim prophetas, qui vocantur minc 

27. Isagoge Porphyrii, cum aliis ejusmodi libris. 

28. Augustinus adversus v haereses. 

29. Sermo de adventu Domini. 

30. Liber anonymus, cujus primum capitulum est de Septuagesi 
alterum de Sexagesima, caetera autem de aliis ejusmodi ret 

31. Libellus dissolutus sine principio, in cujus prima pag 
legitur: „Parabola Salomonis." 

82. Giossae de veteri et novo Testamente. 

83. Liber acephalus, cujus primae paginae secundus versus 
habet: „Quidam aiunt" 

84. liiber acephalus, in cujus prima pagina hoc initio legil 
y,Omnes nempe qui suorum nexibus solvi desiderant." 

35. Libellus mutilus, cujus prima pagina hoc initium ha) 
,,DoininuB ac redempiov tvo&\ai ^^ cATSk\sA\SLdatLQnem.'* 



Catalog der Bibliothek des Benedict. Xlosters Fleury. 271 

36. Boetii über de consolatione, acephalus. 

37. Ijiber proemiorum novi et veteris Testamenti. 

38. Gregorias in Job et alia ejasdem opera. 

39. Tiiber de partibus orationis. 

40. Ijiber pastoralis sancti Grogorii. 

41- ^ugustiiii orationes de concupisccntia carnis adversns {sie). 

42- Dialogns sancti Hieronymi rectne fidci cum Pelagio monacho; 
quem praecedunt paginae aliquot, in quarum prima hoc 
initio scriptum legitur: „Faciem tuam et audire vocem taam'*. 

43* Boetii über, quomodo Trinitas sit unus Deus ac non tres 

Dii, cum aliis quibusdam. 
44 > Aristotelis categoriae, ab Augustino translatae. 
4^. Boetii de consolatione libri 5, quibus adjunctus est Seneca 

do beneficiis et dementia. 
4^. Hippocratis de natura humana fragmentum, cum aliis qui- 
busdam ejasdem opusculis. 
47. Bedae explanatio in Genesim. 
4B. Expositio anonymi in evangelium Joannis. 
49. Expositio anonymi in evangelium Matthei et Marci. 
^0. Liber de catechizandis rudibus. 
^1. Augustini speculum. 
^2. Julii Firmici mathoseos libri 4. 
^3. LibellüR, quo continetur fragmcntum categoriarum et Aurelii 

Augastini de dialectica. 
^4. Isidori in libmm officiorum de tcmsura. 
^5. Libri de täbemaculo testimonii, et expositio Bedae in Habacuc 

prophetam. 
^6. Tractatas Origenis in Canticum canticorum, a Iluffmo trnns- 

latus in latinum. 
^7. Codex, in quo sunt Septem collationes, quarum prima est do 

tribus generibus monachorum. 
<>B. Martiani commentum, Augustini dialectica, Categoriae Aristotelis 

ab Augustino translatae. 
^9. Quaestiones sancti Hieronymi ad Yelibiam {sie) et alios; 

ejasdem epistolae contra Helvidium et ad alios. 
60. Liber Ecclesiastes. 
^1. Liber Dionysii Exigui, quicum consutus est computus vol 

loquela digitorum Bedae ejusdemque liber de naturis rerum. 

Praecedunt autem paginae aliquot, quarum piima hoc initio 

legitur: „Qui manserunt de Benjamin fugerunt." 
^2. Homeliae Origenis in vetus Testamentum , quas de graeco in 

latinam transtulerunt tam bcatus Hieronymus quam Eustathius 

interpres. 
^3* Definitio fidei catholicae synodi Chalcedonensis. 
^> Yirgilii opera, Servü com mentariis iUnslvala« 



272 Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters Flenrj. 

65. Libcr retractationis Bedae presbiteri. 

66. Fostjllae fratris Hugonis super Lucam. 

67. Boetius de consulatione. 

68. Decretalis extravagans edita a domino papa Johanne contra 
opiniones magistri Johannis de Pelliaco (sie) cum aliis alioram 
pontificum decretalibus. 

69. Fostillae Hugonis super Josue et caetcros usque ad finem 
libri Ester. 

70. Sallnstii Catilina et Jugurtha. 

71. Ovidii fastorum libri. 

72. Sancti HUarii libri. 

78. Quaestiones in Evangelia. 

74. Liber, quo continentur opistolae pontificum eorumquo decreta, 
in cujus libri initio legitur praefatio Isidori. 

75. Libri sancti Isidori, quorum capita initio scripta sunt 

76. Liber juris canonici totus mutilus, in cujus prima paglna» 
secunda columna, hoc legitur: „Apostolicao sedis oracalum.'^ 

77. Liber grammaticae latinao, in cujus prima pagina legitur x 
„Pocta YAlde anomala et inaequalia.'' 

78. Expositio Bedae de tabcmaculo et vasis ejus et vestibus 
sacerdoturo. 

79. Passio sancti Christophori; gesta Domini; Nativitas ^nctac 
Mariae, et reliqua id genus. 

80. Computum graecorum sivo latinorum. 

81. Editio prima Donati pro pueris. 

82. Liber interpretationum quorumdam nominum. 

83. Vetus et novum Testamcntum, in cujus principio est sancti 
Hieronjmi ad Paulinum. 

84. Macrobii commentaria in Somnium Scipiouis, cum decretalibus. 

85. Lucani Bellum civile. 

86. Psalmorum expositio, in cujus libri principio legitur: „Cum 
istud opus tarn dignissimum.'^ 

87. Passio sancti Therdogandi (Cbrodogandi) cpiscopi. 

88. Begulae pastorales Gregorii. 

89. Boetii liber de consolatione. De arithmetica ejusdem. 

90. Expositio in Tobiam, Judith usque ad Machabeos. Liber 
Rcgum, quem praecedit praefatio sancti Hieronymi, 

91. Decreta antiqua. Hieronymus super Hieremiam. Glossae super 
dialecticam. 

92. Breviarium collectum de canouibus diversorum consiliorum. 

93. Epistolae sancti Eucherii. 

94. Liber Begum cum praefatione Hicronymi. 

95. Compilatio decretalium Gregorii. 

96. Priacianus» Glossulae ejusdem et glossulae super Apocaljpsin. 
ff 7^ AuffüstinuB do civitate DeV e\. e^d^vQ MY\!i\% ^\i\&^ ^Oii^anos. 



Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters Fleary. 273 

98. Paralipomena atque Esdras commentariis illastrata. 

99. Sancti Gregorii yita et beatae Mariae. 

lOO. Liber anonjmos, cujus initium est: „Notandum est, cum 

Cantica canticorum supponantur divinae philosophiae.'^ 
iOl. Torentii comoediae, Andria et Eunuchus. 
10 2. Libcllus anonymus hoc initio: ,,Signorum alia sunt masculini 
gcneris, ut Arics, Gemini, Leo, Libra, Sagittarius, Agnarius, 
alia feminini.'' 
^ O 3. Expositio multorum doctorum in epistolas Pauli ad Romanos, 

EphesioSy usque ad Hebraeos. 
^ 04. Expositio in Genesim, Exodum et alia, usque ad Acta Aposto- 

loram, cuique initium est: „Beverendo domino patri.'^ 
^ 05. Artis dialecticae Boetii, quam scripsit ad Fabium super isagogas 

Yictorini ad Mccuntium sibi charissimum scribontis. 
^ 06. Ejnsdem commentum super isagogas Porphjrii et super catego- 

rlas Aristotelis. 
^07. Galeni commentaria in aphorismos Hippocratis. 
^08. Exameron Ambrosii. 
^09. Expositio Bedae in prophetam Esdram. 
^10. Liber dissolutns, in cujus lOma pagina rubris olementis haec 
scripta sunt: ,Jncipit assumptio Johannis apostoli evangelii sui.'' 

111. Expositio in libros Begum, cujus initium est: „Yiginti duas 
esso literas apud Hebraeos.^' 

112. Dinati, Asperi et aliorum libri grammatici; in quorum prima 
pagina haec majusculis literis atque rubre colore tinctis 
descripta sunt: „Authorum curavi adligere nomina horum." 

113. Boetii editio socunda in isagogen Porphjrii, ejusdemque de 
difTcrentiis topicis, et alia permultn logicam spoctantia. 

1^4. Juvenalis satyrae. Hos libros praecedunt duae paginae, in 
quarum prima haec scripta sunt: „Ex finitis vel infinitis 
tcrminis factao universales vel particulares.'* 
^^^. Carmen paschale Sedulii authoris; additi sunt versus de 

pictis imaginibus. 
^^6. Decretum juris canonici, cujus initium est: „Humana gens 

duobus regitur naturali jure et moribus/' 
^7. Definitiones fratris Mauricii, quorum principium est: „Circa 

abjectionem nota qualitor catholicum abbroviatum.'' 
^8. Augustini liber ad Consentium contra mendacium. 

-^^. Liber retractationum, quarum prima pagi na ita habet :,Jncipiunt 
I capitula libri primi retractationum.*' 

^0. Juvenalis satyrae, cum aliis. In ejus voluminis prima pagina 
I ita scriptum legitur: ,Jn hoc novissimo libro hoc est septimo.'^ 

« ^1. Sedulii Carmen paschale. 
«^^2. Oonsignificationes dictionum. 
'^^Sl 0)08880 8uper CaDtica canticorum. 



274 Catalog der Bibliothek des Benedicts Klosters Flenry. 

124. Epitome chronicorum, qaibus gcnerationes ab Adain usque ad 
Abraham, et a passiono Domini omues consoles ot quae 
conseqanta sunt post finem Valoutii usque ad quintum con- 
sulatum Yalentiniani imperatoris conlinoutur, in prima pagina 
kacc scripta sunt: ,Jn hoc corpore insunt chronica innota." 

125. Explanatio in majorem artem Donati grammatici, quam multae 
paginae praeccdunt, quarum prima hoc initio legitur: ,,Parles 
dicuntur a partiendo." 

126. Libor prognosticorum Hippocratis, scholiis quibusdam illustrutus. 

127. Martialis. luvencus presbyter de quatuor evangelistis. 

128. De potcstato et primatu sedis apostolicae patriarcharum 
cacterorumque primatu, cujus libri initium majusculis literi^- 
scriptum est. 

129. Brochardus solo nomine Wormacensis episcopus. JoUanni^ 
subdiaconi vita sancti Nicolai, quam praeccdit prologus. 

180. isidori de medicina, de nomine, de invcntoribus ejus, d^ 
tribus haeresibus medicorum et quatuor humoribus corporum^ 
et de paucis aliis ad rem mcdicam spectantibus. 

131. Epistolae Aratoris subdiaconi Romanae ecclcsiae Probo scri- 
benda {sie), 

132. Aliqua expositio in Cantica canticorum. 

133. Timaeus Flatonis, scholiis quibusdam sparsim in margine 
adscriptis illustratus. 

184. Scholia in evangelium Joannis. 

135. Aurelii Prudentii Clementis poema. Ejusdem psychomacliia 
et contra Symmacum libri singuli. 

136. Prudentii poema, in cujus prima pagina scriptum est: „De 
palliis.*' 

137. Glaudii pre^byteri explicatio in epistolam ad Galatas, in cujus 
libri prima pagina hoc scriptum est: „Quae autem de istius 
vobis commoditate descripserit.*^ 

138. Titi Livii historia urbo coiidita dccas prima. 

139. Glaudii episcopi in opistolam ad Bomanus et alias ejusdem 
apostoli epistolas expositio, cujus initium est: „Incipit praefatio 
Claudii episcopi.** 

140. Scdulii carmina ad Maccdonium presbyterum. 

141. Libellus de vita et moribus imperatorum breviatus ex Sexti 
Aurelii Victorini a Caesare Augusto usque ad Theodosium. 

142. Libri Isidori Junioris Hispalcnsis episcopi. 

143. Liber Ambrosii de Trinitate. 

144. Statius. Boetius. 

145. Bedae expositio in evangelium Marci. 

146. Yirgilii opera. 

147. AugUBihü expositio in epistolam. 

148. Libri dialogorum domiui Q[r(i^Qm ^2^^^^, 



Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters Flenry. 275 

149. Aogostini träctatus in primum et aliquot psalmos alios. 

150. Liber antiqaitatis Josophi Listoriographi. 

I £> 1. Homeliao beati Fulgentii Cartliagincnsis in natalisancti Stephani. 
1 S2. Sccunda pars Ambrosii in Apocalypsin. 
I & 3. Expositio Bcdao in Lucarn. 

1-54. Homeliac Origenis presbyteri in evangelium Mattbei, ab eo 
loco, ubi ait: ,,ycnit Jesus in partes Cesareas'', usque ad 
fiuem hujus evangclii. 
1 S5. Ambrosii de ufficiis uinistrorum. Praecedunt autem in eo 

volumine nounulla, quorum auctor est anonymus. 
^ 56. Isicil Salonitani episcopi expositio in Leviticum. 
1- S7. Ecclesiasticus cum oxplicatione cujusdam anonymi. 
X S8. Epistolao sancti Jacobi et aliorum. 
X S9. Egesippi historiographi libri quinque. 
X60. De cura pro mortuis gerenda. 
^61. Sednlius poeta. 

X62. Martianus Capella, quem librum praecedit arithmeticae quod- 
dam fragmentum. 

163. Senecao epistolae ad Paulum apostolum. 

164. Augustinus contra Julianum episcopum haereticum. 

165. Parabola Salomonis. 

166. Augustinus de civitate Dei. 

167. Liber acephaluSi in cujus prima pagina Socrates et Sozomenus 
introducuntur. 

168. Liber, cujus inscriptio est: „In nomine Domini summi opificis, 
incipit über primus de vit^i contemplativa.'' 

1^9. Expositio in psalmos, cujus prima pagina lacerata est. 

1^0. Ambrosius de poenitentia. 

1^1. Isidorus de origine officiorum, quorum ministerio in ecclesiis 

erudimur. 
1^2. Scrmones Augustini, quorum initium est: „Castissimum Mariae 

Virginis uterum." 
^■^3. Vit44 sancti Cuthborti. 
^^4. Expositio psalmorum Augustiui. 
^"^ö. Marci TuUii Cato major. 
^^6. Statu Thebais. 

1 "^ 7. Augustini homeliao in Joannem evangclii^tam. 
^ 7 S. Homelia pro capitalibus criminibus, ut sine aliqua dissimu- 

lationo ad medicamentum poeuitentiae recurratur. 
■^"^S. Breviarium ad inquirendum seuteutias. 
^ ^0. Moralia beati Gregorii. 
*- ^ 1. Decretalium libri dissoluti. 
^^2. Epistolae diversao Augustini episcopi. 

■*-^3. Liber anonymus, cujus initium est: „üt titulum nobis aperbt 
continens ejplkatlojwm psalmorum.'* 



276 Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters Flenry. 

184. Bedae tractatus in proyerbia Salomonis. 

185. Apuleius de daemonio Socratis, quicum jnnctus est de Piatone 
et ejas dogmate. 

186. Boetius de musica barmonica institutione; banc antem insti- 
tutionem praecedit uua pagin a de dimcnsione. 

187. Concordia rcgularum patrum, vidclicet beati Benedicti et 
aliorum. 

188. Liber pastoralis curae, cditus a Gregorio papa nrbis Romae. 

189. Tractatus Augustini de psalmo CImo et aliis. 

190. Codex de divcrsis orthodoxorum traditionibus. 

191. Symboluro, quod dictavit sanctao memoriac Gregorius pnpn. 

192. Philippus presbytcr commcntator in librum primum Job. 

193. Paterius in Genesim, cujus initium est: ,Jncipit prologus 
sancti Eleutherii.'^ 

194. Expositio fidei a sancto Gregorio episcopo Neocesariensi. 

195. Libri Clementis numero decem missi ad Gaudentium papam. 

196. Volumen ingcns dissolutum, in cujus prima pagina scptimus 
versus boc habet initium: „Expectavi et non sunt loquuti." 
Post aliquot autem paginas sequitur liber 24 totius operis. 

197. Liber Prisciani de nomine et verbo. 

198. Liber de catcgoricarum propositionum pugna et terminis, 
dcque syllogismorum ordine cum resolutione. 

199. Vita sancti Sansonis confcssoris. 

200. Tn L. Catilinam Ciccronis orationes. 

201. Homiliao beati Gregorii in Ezcchielem prophetam. 

202. Expositio anonymi cujusdani in Gcnesim, Exodum, Leviticum, 
Numerum et Dcutoronomium. 

203. Dionisii Areopagitae libri 4, quos praccedunt tres pagiuae, 
quarum prioris initium est: ,Jntcr caetera studia*^ 

204. Hieronymus in Danielem et alios prophctas; libri initium 
est: „Contra prophetam Danielem." 

205. Pauli epistolae, quicum junctus est Eutropius. 

206. Inuocentii Decrctalcs. 

207. Gregorii confcssoris vita. 

208. Cassianus de dcccm coUationibus sanctorum patrum. 

209. Kxhortativa confcssio Francisci beati ante deilagrationem 
psalterii. 

210. Vita beati Medardi confessoris. 

211. Liber de ortu et obitu patriarcharum et apostolorum et caete- 
rorum sanctorum. 

212. Liber contineus explicatiouem Augustini et aliorum doctorom 
in Jonam, libros Judicum et Euth. 

213. Exceptioncs ecclesiasticarum regularum, partim ex epistolis 
£c^iDaiiorum pontificum, pailim ex gestis catholicorum. 

214, Liber acephalus, in cujus pvima ^^^m^ ^^\> ^^ x^oRsv^tis« 



Catalog der Bibliothek des Benedict. Klosters Fleurj. 277 

21&, Cicero de oratore ad Brutam, quicum juncta Marii Fabii 
Victorini rhetorica. 

216, Liber etymologianim Isidori. 

217, Liber sine capite, cujus primae paginae hoc initium est: 
„Paulus Jesu Christi sacerdos vocatus apostoius". 

21S, Historia ecclesiastica Eusebii. 

219. Glossulae super epistolas Pauli, super Apocalj'psin et super 
totnm Priscianum. 

220. Beatus Gregorius ad Secundum episcopum Tauromonitanum. 

221. Sermo Augustini de verbis evangelii secundum Matthaeum. 
^22. Liber lunaris. Isaias et Hieronymus super Ezechielem. 
228. Anonymi cujusdam de Herbis Carmen, cujus initium est: 

,,Herbarum quasdam dicturus carmine vires.*' 

224. Juven^is satyrae. 

225. Liber poenitentialis Halligarii. 

226. Garmina Aurelii PrudentiL 

227. Explanationum Hieronymi libri 6 in Hieremiam. 

228. Postilla super Job et Ezechielem. 

229. Expositio Bedae in Acta Apostolorum. 

230. Commentum super libros dialecticos. Liber beati Odonis abbatis. 

231. Bruni expositio super psalterium. 

282. Passio sanctarum virginum de Colonia, Ursula cum sociis suis. 

283. Sermo sancti Augustini de hoc, quod Dominus ait: ,,DimLttito 
et dimittetur vobis.'' 

234. Liber, in cujus secunda pagina legitur: „Excerpta capitula 
questiones habentia.'* 

235. Expositio in psalmos, cujus libri initium est: „Vidit Joannes'^ 

236. Alexander de Villa Dei. 

237. Liber sine capite, cujus initium: „In natali Domini'^ 

238. Liber Begum, cujus prima pagina hoc initium habet: „Primum 
librum Begum. 

239. Hieremias, cui adjunctus est sermo sancti Joannis de assump- 
tione beatac Mariae, et Boetius de consolatione. 

^^0. Alexander super praedicamenta Aristotelis. 

^^1. Biblia metrice composita; hujus libri initium est: „Frimo 

facta die'^ 
*^2. Lucani Bellum civile. 

^^B. Liber anonymus, cujus initium est: „Ego sum Domine Deus tuus". 
^^^, Liber anonymus«, cujus initium est: „A in omnibus gentibus 

ideo prior est literarum, eo quod ipsa prior nascentibus vocem 

adferat*' Est autem Icxicon latinum, quod non protenditur 

ultra literam A.-E. 
^"^S. Liber anonymus, explicationem psalmorum continens a primo 

usqae: „ad Miserere mei Deus et secundum mvsi\tit\i^\\!L^\s^ 

miserationam taaruw." 



278 (.'atiilo*,^ der BiMiutlick dcb Benedict. Klosters Fleiiry. 

210. Libcr Ibiduro dicatus, in i^uo de variis rebus disputatur, ut 
do griiinmaticu, de rlietorica, dialectica, matbomatica, medicina, 
legibus et instrumentis judicum et de aliis permultis. 

247. liiber bistoriae ccclcsiasticae quam collegit auonymus quidam 
ex Tbcodorcto episcopo, Sozorneno et Socrate camque latinitate 
donavit; tripartita est bistoria. 

248. Liber beati Augustini episcopi, cujus multa sunt capita, utpote 
do triplici causa erroris falsa do Deu opinantium, ordo dispu- 
tandi de Trinitate divina, et alia quae ad christianismu 
pertinent 

249. Epistolae beati Grcgorii papae. 

250. llomelia sancti Joaunis episcopi de psalino C. 

251. Postillac fratris Hugouis super Esaiam propbetam. 

252. Tractatus Bodae prcsbjteri in episUdam sancti Jacobi, Petr/, 
Joannis et Judae. 

253. Exposiiio in psalmos, cujus principium desidoratar, quicum 
jnnctus est liber calculi quem Victorinus composuit de singo- 
lis mensibuSy qui calendiSi nonis et idibus etiam de diebus 
consistunt. Item Macrobius in Somnium Scipionis. 

254. Liber Bedae presbyteri do natura rerum. 

255. In uno volumino bacc sunt: Liber visionum excerptus ex 
Ktymologiarum libro Isidori. Vita sancti Pauli Britonis. 
De divina Providentia. Cicero de amicitia. 

256. Tractatus sancti Ambrosii episcopi Mediolaneusis super opis- 
tolam Pauli ad Bomauos. 

257. Historia pcrsecutionis apbricanicae primitiv! temporis . . . . 
sorni et Hunorii regis Vandalorum. 

258. Lucani poema. Fragmentum Prisciani. Pars sccunda Donati 
de grammatica. 

259. Liber sancti Ambrosii de couflictu vitiorum atque virtutum. 
Büotii musica. 

260. Editio prima Donati grammatici urbis Romae, secunda editio 
de partibus orationis. Priscianus de duudecim versibus. 

261. Liber ad Laurentium de multis rebus divinis. Glossa ex yo- 
teri et novo Testamente, sive descriptio et intorpretatio he- 
braicorum nominum. 

262. Epistola sancti Hieronymi de omnibus divinae historiao libris. 

263. Liber Jnnondi, ordinis Praedicatorum , de criminibus quae 
principaliter et directe committuntur in Deum, et de uliis 
ojusdcm generis rebus. 

264. Liber astrologicus, astrolabii usus quosdam complectens. 

265. Priscianus grammaticus. 

266. Libellus in jure canonico. 

267. Explicatio sancti Bieronymi in libros Proverbiorum. 

268. Liber epistolarum Augustini et Paulini ad eam et aliomm. 



Catalög der Bibliothek de^ Benedict. Klosters Fleury. 279 

269. £xplanatio saiicti Hicrouymi sapor Esuium prophotum. 

270. Decreta consilia pontificum. 

271. Expositio sancti Hieronymi in Joel et alios quinquo prophctas. 

272. Chronica Anglorum a Heda. 

273. MicrologuSy id est brevis sormo iu musica, quem praocedant 
alia, quorum prima pagina hoc priiicipio est: „Pulmo . . . 
autcm Signa sunt febris.'' 

274. Liber Ordinarius, cujus primum caput est: „Bonodictio." 

275. Epistola sancti Gregorii ad episcopum Taurominitanum. 
Ejnsdem homeliae in evangelium secundum Lucam. 

276. Ciccronis topica, et in eadcm atque in categoiias et librum 

7T€Qi SQ(l6V€iaq, 

277. Decretales cpistolae. 

278. Opusculum Adamantii Origenis in epistolam ad Romanos. 

279. Liber mutilus, cujus primae paginao hoc initium est: „Libcr 
iste quis aemulum.'* 

280. Liber dialogorum sancti Gregorii. 

281. Statu Thebais. 

282. Augustini Enchiridium. 

283. Donatus et Friscianus. 

284. Marfianns Capeila de nuptiis philogiao et Mercurii, commen- 
tariis illusiratus. 

285. Homeliae Gregorii in oxtrema parte Ezechlclis prophetae. 

286. Macrobii commcntaria in Somnium Scipionis, cui adjuncta est 
Alexandri rcgis Macedonum et Didimi, rcgis Bnigmannorum, 
de philosophia per literas facta collatio. 

287. Ambrosii episcopi epistolae. 

288. Homeliae Gregorii in extrema parte Ezechielis. 

289. Canones sancti Gregorii papae, cui aunoxa sunt opuscula 
sancti Augustini et sancti Isidori de diversis haercsibus. 

290. Liber regularum sancti Gregorii. 

291. Passio beatae Colombae virginis et martyris, quam praecedunt 
versus in ejus venerationem. 

292. Bre?iarium Papiensis Decrelalium epistolarum. 

293. Liber bcati Augustini de opere monachorum. 

294. Liber beati Ambrosii iu patriarchas de Joseph libri duo, et 
alia quaedam ejusdem opcra. 

295. Glossae antiquorum auctoritate roboratae et studio eruditorum 
collectae. 

296. Liber sancti Bedani prcsbyteii de computo vel loquela digi- 
torum, quem praecedit Galcndarium romanum. 

297. Libri confessionum Augustini. 

298. Homeliae anonym! cujusdam, quarum initium est: „Ycrbum 
caro factum esf 

299. Liber grammaticae, cujus initium est: ,,Omnia nomina quibus 



i2Ö() H«']l;is iniil l»oin in den SaalfeUVtfclicn Schriften. 

liitina utitur cloqucntia;" cui udjunctus est über Boetii de cate- 
goricarum propositionum pugna et tcrminis, dequo syllogismorum 
ordine atquo resolutione. Itemquo neQi igfuevefag Apuleii. 
300. Libcr anonymus, cujus initium est: „Quoniam, ut ait Hiero- 
nymuSy secunda post naufragium tabula est culpam simplici- 
ter confiteri." 

[811.] Hellas und Rom in den Saalfeld'schen Schriften. 

Ein volles Jahrzelicnd ist nunmehr verflossen, seit sich der gegen- 
wäi-tige Oberlehrer am Horzogl. Braunschweig. Gymnasium zu 
Blankenburg Dr. Günther Alexander E. A. Saalfeld mit der Dar- 
stellung der Kulturbeziohungen von Hellas u. Born, hauptsächlich 
an der Hand der Sprachwissenschaft, litterarisch fortdauernd be- 
schäftigt. Es war 1 874, wo er zuerst mit seiner Leipziger Inaugural- 
Dissertation „De Graecis Vocabulis in linguam Latinam translatis" 
hervortrat u. kurze Zeit darauf, im nämlichen Jahre noch seinen 
Index Graecorum vocabulorum in linguam Latinam translatorum 
quaestiunculis auctus. Berlin, Berggold. 1874 gr. 8®. VIII, 86 S. 
folgen liess, dem dann drei Jahre später, als eine Art Supplement, 
die Schrift: 

Griechische Lehnwörter im Lateinischen. Ergänzungen und 
Nachträge zum Index etc. Wetzlar. (Berlin, Berggold.) 1877. 
gr. 40. 40 S. 
hinzugefügt wurde. Hiemach hatte Saalfeld in seinen die Studien über 
die Kulturbeziohungen von Hellas u. Bom betreffenden Veröffent- 
lichungen eine fünfjährige Pause eintreten lassen, um sodann aber 
darin um so fleissiger fortzufahren. In rascher Folge erschienen 
von 1882 an nachstehende Schriften: 

Italograeca. Kulturgeschichtliche Studien auf sprachwissen- 
schaftlicher Grundlage gewonnen : Hft. I. Vom ältesten Verkehr 
zwischen Hellas und Hom bis zur Kaisorzeit & Hft. II. Handel 
und Wandel der Römer, im Lichte der griechischen Beeinflussung 
betrachtet. Hannover, Hahn. 1882. gr. 8». 49 & 78 S. 

Dor Griechische Einfluss auf Erziehung und Unterricht in Bom. 
Kulturgeschichtlich-sprachwissenschaftliche Skizze. Leipzig, Druck 
von Teubnor. 1882. 8«. 24 S. 

Der Hellenismus in Latium. Kulturgeschichtliche Beiträge 
zur Beurtheilung des classischen Alterthums, an der Hand der 
Sprachwissenschaft gewonnen. Wolfenbüttel, Zwissler. 1883. 
Lex. 8". VlI, 281 S. 

Küche und Keller in Alt-Rom. In der Sammlung gemeinver- 
ständlicher wissenschaftlicher Vorträge hrsg. von R. Vircbow und 
F. V. Holtzondorff. Serie XVHL Hft. 417. Berlin, Kabel. 
1883. 8». 48 S. 
Hans und Hof in Bom im Spiegel griechischer Kultur. Kultur^ 



HeUas und Born in den Saalfeld'schen Schriften. 281 

geschichtliche Beiträge zar Beartheilung des classischen Alterthums 
an der Hand der Sprachwissenschaft gewonnen. Paderborn, 
Schöningh. 1884. gr. S^ VII, 274 S. 

Die Lautgesetze der griechischen LehnwGrter im Lateinischen 
nebst Hauptkriterien der Entlehnung. Sprachwissenschaftliche 
Untersuchung. Leipzig, Winter. 1884. gr. 8». XI, 131 S. 
Und ausserdem hat Saalfeld noch folgende mehr oder weniger mit 
diesen Studien in Verbindung stehende Schriften in Vorbereitung, 
die in nächster Zeit erscheinen sollen: Griechisches Vocabularium 
für die Schule, in systematischer Ordnung (Paderborn, Schöningh) ; 
Deatsch-lateinisches Handbüchlein der Eigennamen aus der alten, 
mittleren und neuen Geographie, zunächst für den Schulgebrauch 
zusammengestellt (Leipzig, Winter) ; Tensavrvs Italograecvs. Aus- 
flihrlichcs historisch-kritisches Wörterbuch der Griechischen Lehn- 
II Fremdwörter im Lateinischen (Wien, Gerold's Sohn). 

Die Kritik hat sich diesen Saalfeld'schen Studien gegenüber 
im ganzen u. mit Recht sehr wohlwollend bezeigt; denn wenn ihr 
auch die Yorstehend genannten Schriften Anlass zu mancherlei Aus- 
stellungen gegeben haben, u. denselben vorgehalten worden ist, duss 
sie den Vorarbeiten gegenüber, an denen es nicht mangele, zu 
wonig neue Besultate enthalten, so hat sich doch Niemand der 
Erkenntniss verschliessen mögen, dass alle diese Schriften die Früchte 
fleissiger u. umsichtiger Studien sind. Der Verf. zeige nicht nur 
eine ausserordentliche Belesenheit, sondern habe auch das volle 
Verständniss für eine klare Darstellung, welche in dem Verf. über* 
all den fleissigen u. unterrichteten Forscher deutlich erkennen lasse, 
an dessen Hand selbst der tliätige Arbeiter sich überzeugen müsse, 
dass der schon mehrfach ausgebeutete Boden immerhin noch einer 
tieferen Ausbeutung fähig sei. 

[812.] Noch ein Wort über die Konigliclie Bibliotliek 

iu Berlin. 

Die Neue Preussische (Kreuz-) Zeitung brachte in den Beilagen 
zu Nr. 128 u. 129 eine längere, ,Kr — ^ (also wohl Kropatscheck?) 
unterzeichnete Besprechung des von Treitschke'schen Aufsatzes über 
die Kgl. Bibliothek in Berlin im Maiheft der Prcussischen Jahr- 
bücher (s. Anz. Nr. 765); im Anschluss an unser lieferat (s. oben 
Nr. 684) heben wir daraus folgende beachtenswerthe Stellen hervor. 

„Seit einigen Monaten hat sich das öffentliche Interesse in 
mannigfacher Weise der Kgl. Bibliothek zugewendet; zum Theil 
freilich mit recht wenig glücklichen Vorschlägen. Zu diesen müssen 
wir z. B. auch einen Artikel der „Grenzboten" (1883. Bd. 42, S. 37 ff.) 
rechnen, in dem wohl ein Eunstforscher, der sich über zeitweise 
yergebliche Gänge nach der Bibliothek geärgert hat, nicht nur das 
Ausleihen von Büchern vollständig untersagt wissen will, sondern 



282 Noch ein Wort über die Kunigliclic Bibliothek in Berlin. 

sogar über g^nzo Abtheilungen der Bibliothek zu Gunsten des 
Kupferstirhkabincts, der Bau-Akademie u. s. w. disponirt. So kann 
freilich Niemand denken, dem die Bücher mehr als ein Mittel sind, 
sein gelegentliches Nacbschlagcbedürfniss zu befriedigen! Noch 
viel weiter ging freilich ein Herr G. B. in der „Magdeburger Ztg.*% 
der sogar sammtliche alte Drucke mit Holzschnitten, die Portraits^ 
die Flugblätter n. s. w. in die Küume des Museums ?ersctzeii 
wollte 1 u. s. w. Weit beachtenswerther waren die Verhandlnugcii 
in beiden Häusern des Landtages . . . Man wird es mit Dank an- 
erkennen, dass der Cultusminister von Gossler hier wie dort sein 
warmes Interesse u. sein ernstes Verständniss für die Wichtig- 
keit des Gegenstandes versicherte u. s. w. Treitschke giebt eine 
kurze, aber trefflich orientirende Skizze dessen, was die Prcussischen 
Kegenton auch zu Zeiten, als der Staat klein u. arm war, für die 
Bibliothek gethan haben. Jetzt sei es aber „hoho Zeit, die Samm- 
lung, die wie keine andere allen Gebieten der weitverzeigten wissen- 
schaftlichen Arbeit gleichmässig zu Gute kommt, als ein grosses 
Nationalinstitut zu behandeln." . . . Jedenfalls hat seine Forderung 
— Vermehrung der Mittel für die Bibliothek — überall auf volle 
Zustimmung zu rechnen, u. wir meinen, auch die Kgl. Staatsregicrung 
wird ihr die Berechtigung nicht versagen." 

Bezuglich der Frage, die Kgl. in eine Reichsbibliothek umzu- 
wandeln, heisst es: „Ks kann nicht Wunder nehmen, dass der 
Mann, der wie kaum ein anderer „dos Keichsgedankens voll ist'\ 
diesem Wunsche warme Sympathieen entgegen bringt. £r hebt 
auch die Vortheile, die eine solche Umgestaltung für die Bibliothek 
haben würde — das wachsende, fruchtbringende Interesse der 
ganzen Nation, die PÜicht-Kxemplare des gesammten Deutschen 
Buchhandels, die leichter zu erreichende Steigerung der Mittel — 
hervor, ist aber doch nüchtern genug, diesen Plan „für jetzt als 
unausführbar" zu erklären. Wir gehen etwas weiter u. mochten 
auch das „für jetzt" gestrichen sehen. Wie wir an anderer Stelle 
vor Jahren bereits betont haben, sind wir schon principiell aus 
Achtung vor dem historisch Gewordenen gegen solchen Plan; aber 
die Bedenken gegen denselben, die auch Treitschke nicht ver- 
schweigt — die Bücksichten auf die kleineren Bundesstaaten, die 
ohne entsprechenden Nutzen für sich ein bisher von u. für Preossen 
allein erhaltenes Institut unterstützen sollen, u. auf diejenigen 
Staaten, welche wie Bayern, Sachsen, Württemberg, Gotha u. a. 
namhafte Opfer für ihre eigenen, nicht unbeträchtlichen Sammlungen 
bringen — bleiben doch nicht bloss „für jetzt" in Kraft bestehen. 
So kommen wir nur noch entschiedener als Treitschke zu dem 
Schluss: Preussen muss aus eigener Kraft dafür sorgen, dass die 
Kgl. Bibliothek, ohne irgendwie die kleineren Universitätsbibliotheken 
zu beeinträchtigen, zur anerkannt ersten Deutschen Bibliothek werde.*' 



Noch ein Wort über die Königliche Bibliothek in Berlin. 283 

Bei Behandlung der Pflichtoxemplarfrage erklärt sich Kr. leb- 
haft gegen Treitschke*s Idee der den Beamten der Bibliothek an- 
Iteimzagebenden Aaswahl aas den Verzeichnissen der Verleger: 
»wir halten diese fGr eine geradezu verderbliche. Dann wählt 
jeder nach seinem beschränkten Gesir>^^' Preise a. für die Zukunft 
ist nicht gesorgt. Was würden wohl Herren, von denen einer 
z. B. Bücher nnter einer gewissen Bogenzahl als „Jux" bezeichnete, 
für die höchstens Aldinen noch einen Werth haben, etwa im 15. 
u. 16. Jhrhdt. ausgewählt haben?! Wahrscheinlich von dor 
Deutschen Litteratnr nichts." 

Die Gehaltsaufbesserung der Beamten, die Durchführung der 
DefinitivanstoUung der Assistenten würde schwerlich grosse Schwierig- 
keiten machen. „Sonst können wir aber einer besonderen Vermehrung 
des Beamtenporsonals für jetzt nicht das Wort reden, wohl aber glauben 
wir, dass eine zweckmässigere, d. h. mehr constante Verwendung der 
Beamten für bestimmte Fächer, in denen sie ganz heimisch werden 
JDflsseu — u. dazu braucht man Zcitl — den Bibiiotheksz wecken 
heilsam sein, ihnen aber ihr Amt erleichtern würde. Dazu müssto 
dann ferner die, auch von Treitschke befQrwortete, bedeutsame Ent- 
lastung von dem zeitraubenden, geisttödtenden Büclierheraussuchun 
treten. Das setzt allerdings in erster Linie die Vollendung dos 
neuen alphabetischen Zettelkatalogs u. abschriftliche Vervielfältigung 
desselben in Bänden zur Aufstellung im Lesezimmer voraus, damit 
die Benutzer dort selbst die Signaturen suchen u. notiren (wie im 
Britischen Museum) u. dann die Bibliotheksdiener die Bücher ohne 
Bemühung der Gustoden holen. Dass dadurch viel Arbeitskraft, 
die anderswie besser zu benutzen ist, erspart wurde, liegt auf der 
Hand. In der möglichst schleunigen Vollendung dieses Katalogs 
erblicken wir also eine Hauptaufgabe der Bibliotheks- Verwaltung, 
eben auch deshalb, weil sie zur Erleichterung der Beamten führen 
kann. Die Beamten, welche seit langer Zeit an der schliesslich, 
nach Fertigstellung des neuen, doch ziemlich zwecklosen Fortführung 
des alten gebundenen alphabetischen Katalogs arbeiten — wenn wir 
nicht irren, sind es ihrer drei — könnten vielleicht für den oben 
bezeichneten Katalog — wenigstens zum Theil — besser verwendet u. 
zugleich dessen Gopirung durch Hilfsarbeiter in Angriff genommen 
werden. Wenn freilich der Gedanke Troitschke's, in Berlin eine Central- 
stelle für die dorthin einzuliefernden Kataloge sämmtlicher grösserer 
Provinzial-Bibliotheken zu schaffen, verwirklicht werden sollte, dann 
wird eine namhafte Vermehrung der Beamten nicht zu vermeiden 
sein; aber das ist doch wohl nur ein etwas unüberlegt hingewor- 
fenes Wort, bei dem Treitschke an die Unzahl der Kataloge, an 
ihren oft wenig brauchbaren Zustand, an ihre Fortführung nicht 
gedacht hat Die Katalogisirung der Handschriften, die er (S. 491) 
für besonders wichtig hält, scheint uns augenblicklich nicht su 



281 Noch ein Wort üljor die KMiiigiicl.c Bibliotliek in Berlin. 

(Iring-end, wie die oben bezeichneten Arbeiten. Uebrigens liegt 
doch aber auch die Hauptmasse der „Handschriften u. Briefe aus 
der Deutschen Geschichte'' sicher nicht in den Bibliotheken „ver- 
graben", sondern in den Archiven, aus denen ihnen zur Aufersteh- 
ung zu helfen hier nicht unsere Sorge ist. 

Völlig Becht hat Treitschke aber, wenn er die Bibliothek voi^ 
einer unwillkommenen und unberufenen Kundschaft befreien will. 
Er denkt dabei nur an die Studenten und zum Examen arbeiten^ 
den Candidaten der Jurisprudenz. Wir sehen nicht recht ein, 
weshalb er gegen diese allein so streng sein will. Ist sein Satz: 
„die grosse Kgl. Bibliothek ist zunächst für die productive Wissen- 
schaft bestimmt'' richtig — u. wir halten ihn unbedingt dafür 

— so muss das ganze Studentenpnblicum, soweit es nicht wirk- 
lich wissenschaftliche Arbeiten für bestimmt darzulegende Zwecke 
machen will, auf die Universitätsbibliothek, der man den nöthigen 
Zuwachs an Büchern unschwer zuführen könnte, verwiesen werden. 
In mancher Hinsicht mögen auch die Specialbibliotheken der ein- 
zelnen Bessorts Aushilfe leisten. Wer die Sachlage kennt, wird 
nicht zweifeln, doss durch solchen Schritt die Zahl der Benutzer 
nicht unwesentlich eingeschränkt werden würde. Dadurch entlastet 
man nicht bloss wiederum die Beamten, sondern auch die Fonds 
für sachliche Ausgaben: dürfen 3000 Studenten Jahr aus Jahr ein 
auch Handbücher sich entleihen, so werden bald ganze Abtheilungen 
neu angeschafft werden müssen. 

Auf die Stärkung u. ansehnliche Vermehrung dieser Fonds 
legen wir aber das Hauptgewicht. Dass sie ausreichen müssen, am 
die Continuatiouen ununterbrochen in Gang zu halten und in Be- 
treff der Neuerscheinungen allen billigen Anforderungen zu genügen, 
ist so einfach und selbstverständlich, dass das Gegentheil nur ge- 
rechtes Befremden hat hervorrufen müssen. Treitschke macht mit 
gutem Grund darauf aufmerksam, wie das letztere heute bei den 
gesteigerten Preisen, der Goncurrenz des Auslandes, der Speciali- 
sirung der Wissenschaften schwieriger, aber — so fügen wir hinzu 

— auch um so nothwcndiger geworden ist. „Aber weit schwie- 
riger u. kostspieliger ist die Ausfüllung der Lücken". Gewiss, 
aber darum geht uns Treitschke auch zu kurz über diesen Eardinal- 
punkt hinweg. Vor allem scheint es geboten, zu betonen, dass 
mit dem Ankauf ganzer Sammlungen die Completii'ung der Be- 
stände nicht erreicht werden kann, ja dass derselbe nicht ohne 
Bedenken ist. Das scheint eigentlich für den, der mit dem Bibliotheks- 
wesen einigermassen vertraut ist, nicht nöthig zu betonen. Aber 
die Erfahrung hat gezeigt, dass man nicht selten viel, wo nicht 
gar genug gethan zu haben glaubt, wenn man die Bfichereien ver- 
storbener Sammler aufkauift. Und da erst vor Kurzem wieder (in 
den Nachrichten der Gesollschaft der Wissenschafton zu Göttingen 



Noch ein Wort über die Königliche Bibliothek in Berlin. 285 

Nr. 1 vom 15. Jan. d. J.) durch P. de Lagarde ein dahingehender, 
80B8t sehr aussichtsreicher Vorschlag in Betreff der Handschriften- 
^ammlong des Grafen Ashbumham entwickelt wurde, ist es doch 
Tldleicht gut, daran zu erinnern, dass die Completirung der Kgl. 
Bibliothek nur durch Einzelkauf u. zwar viel sicherer u. mit weit 
bescheideneren Kosten annähernd zu erreichen ist. Annähernd — 
denn Vollständigkeit ist heut eben ausgeschlossen; aber ihr ist am 
ehestoi noch nahe zu kommen auf dem Gebiete der Deutschen Lit- 
terator im weitesten Sinne des Wortes. Hier findet sich, wie an 
keinem anderen Orte, ein Stamm vor, der nur der ordentlichen, 
lieboTollen Pflege harrt, um wirklich zu einer Deutschen National- 
Bibliothek auszuwachsen. Und sollte Preussen sich dieser natio- 
nalen Aufgabe entziehen wollen? Wie vieles ist schon unwieder- 
bringlich ins Ausland gewandert: Der Eulenspiegol von 1515 nach 
London, das Holländische Original unseres niederdeutschen Keineko 
Vos nach Cambridge u. s. w., zu schweigen von früheren Verlusten. 
Aber es ist hohe Zeit, hier einzugreifen; Verzug kommt oft völ- 
ligem Verzicht gleich. Immer weiter greift die Concurrenz, beson- 
ders seit auch Amerika — und wie! — zu sammeln beginnt, um 
sich. Da kann eben nur sehr umsichtige, sehr systematische, sehr 
schoelle, also sehr einheitliche Completirung auf dem Wege des 
£inzelankaufs helfen. Sonst bleibt sie immer der Laune des 
Zufalls überlassen. Gewiss kauft man ganze Sammlungen ver- 
hältnissmässig billiger; aber die unausbleiblichen zahlreichen 
Donbletten können um so eher zum Ballast werden, als es bei 
uns an einer geregelten Vertheilung derselben durch Umtausch 
noch sehr mangelt Auch der Beamten Interesse, ihre Initiative, 
wird abgestumpft u. gelähmt. Man beruhigt sich oben wie unten : 
viel Geld ist ausgegeben, viel Bücher gekauft. Und doch ist nicht 
viel erreicht! Wir wollen davon schweigen, dass bei solchen 
Massenankäufen auch die speciellon Liebhabereien eine gewisse 
Solle spielen können. Will man auch dies vermeiden, so bestelle 
man einen möglichst selbständig agirenden Completator. Er muss 
die Lücken genau kennen, ihm müssen die Antiquar- und Auktions- 
kataloge zuerst zugehen, er sucht aus, u. erst dann gehen sie den 
Fachvorstehem zu n. s. w. 

Schliesslich wird hervorgehoben, dass die Erklärungen des Mi- 
nisters von Gossler, „uns eine hoffnungsfreudige Perspective auf 
dieselbe »methodische Pflege' der Bibliotheken eröffnen", welche 
Treitschke Herrn Guizot als Unterrichtsministcr nachrühmt. Aber 
Guizot war auch das schrifbstellernde, gelehrte und — energielose 
Professoreuthum auf dem Ministerstulil , und davor möge uns Gott 
behüten. Nach einem Guizot steht unser Sehnen wahrlich nicht, 
wohl aber wäre die Frage zu erwägen, ob die „methodische Pflege" 
der Bibliotheken nicht auf ähnlichem Wege zu erzielen wäre, auf 

1\ 



286 Brachstücke von Emser^s Niedersäcbslschem Neuem Testameii 

dem man unseren Museen eine solche innerhalb des Ministerin 
verschafft bat. Doch wir wollen nicht zu viel hoffen. Wir si 
schon sehr zufrieden, wenn Treitschke's Ausführungen an der ri( 
tigen Stelle der Kenntnissnahme nicht nur, sondern auch erns 
Beachtung gewürdigt werden. Sie sind^s trotz kleiner Ausstelh 
gen, die wir machen mussten, in ihren Grundzügen wahrlich wert] 

[813.] Brachstficke yon Emser's Niedersächsischem 
Neaem Testamente, Rostock 1530. 

(Nachtrag zu Nr. 562.) 

Durch die Freundlichkeit des Baron H. Bruiningk in E\\ 
der mir die von ihm in Biga gefundenen Bruchstücke zusand 
ist es mir möglich, die S. 195 gegebene Zusammenstellung ( 
erhaltenen Schriftstellen zu vervollständigen. 

Der Biga^sche Fund ergiebt folgende Theile des Neutestamei 
liehen Textes: 

Matth. 6,i6_a3; 6,24^31; 9,n_i6; 9,i7_25; 13,3i_36; 13,3S_. 

15,28-86» 15,39 — 16 7. 

Marc. 7,9-27; 10,21-34. 

Luc. 10,39—11,10; 12,38-59; 13,30—14,12; 16,18—17 

17,29-34; 18,1-8» 13; 19,15-22; 19,26-32» 39-4«; 20,i_9; 21,i3_ 

21—28» 36; 21,36_38; 22,i_2o; 24,4i_ Eudo. 
Vorrede zu Johannes. 

Job. 1,1—12; 13-23; 27—37» 38-48; 1»48 2,17; 2,i8_2u; 2,25_3 

3,9—14» 14—16; 21-23» 23—26; 31-361 3,36 — 4,22; 4,23-32; 34—45; 4,45 _ 
5,1—4; 6—27; 7,42 8,14; 8,44__48; 10,25—36; 11,33-3?; 17,io-l7, 22- 

18,4—10; 15-21; 25—27; 19,28-32; 35; 36; 41; 42; 19,42 — 20,5; 20,ii_ 

21,15—17; 21,22—25. 

Apostelgeschichte: 4,i5_2o; 26-31; 31-37; 5i3-9; 34-42; 6,1- 

7—10'. 7,i_5; 10—16; 23-2?; 34-52» 8,9_X6; 20—26; 8,27 — 9,?; 9,3i_; 

9,40—10,6; 10,46—11.5; 6-16; 12,4-21 ; 12,21—13,2; 13,3_,o, 

13,12— 20 ; 21— 8i; 14,11 ; 22; 15,29 — 16,5; 6—14» 15-23» 17,26— 
34 18,6; 18,6—17; 18—271 18,28 — 19,15; 16—24—32» 20,28 21 

24,11—25,3; 25,3_ii; ii_2i; 28,29-31. (Finis). 

Dem letzten Blatte fehlt wie dem Bostocker leider auch ( 
Foliobezeichnung; das in Wiechmanns Mekl. altnieders. Lit. ] 
S. 80 beschriebene Druckerzeichen der Kostocker Michaelisbrüc 
ist bis auf wenige Spuren zerstört. 

Dorpat, im Juni 1884. Dr. W. Schlüter. 

[814.] Zar Litteratnrgeschlchte des Benedictiner-Ordens 

Die „Studien u. Mittheilungen aus dem Benedictiner- u. {v 
man später noch hinzugefügt hat) dem Cistercienser-Orden", welc 



♦) S. Anz. J. 1883. Nr. 864. 



Zar Litteraturgeschichte des Benedictiuer- Ordens. 287 

bekanntlich 1880 zur Erinnerung an das 1400jährige Jubiläum 
des Ordenssiifters, des H. Benedict^ ins Leben gerufen worden sind, 
D. demnach nunmehr schon im fünften Lebensjahre stehen, haben 
nicbt nur, wennschon hauptsächlich, die Bestimmung, y,ein Central- 
otf^n fQr die wissenschaftlichen Bestrebungen der einzelnen Ordens- 
mitgUeder*^ zu bilden , sondern auch denselben zu solchen Bestre- 
bungen ausserhalb des Bahmens des Centralorgans Anregung zu 
geben ^). In letzterer Hinsicht hatte ich Anlass genommen, beson- 
ders darauf aufmerksam zu machen, dass die Ordensmitglieder 
namentlich zweien Unternehmen, deren Ausführung für die Wissen- 
schaft im höchsten Grade wünschenswerth sein, aber auch die ge- 
meinsame Anspannung wissenschaftlicher Kräfte erfordern würde, 
ihre litterarische Thätigkeit zuwenden möchten. Das eine dieser 
Unternehmen sei ein die gesammte wissenschaftliche Thätigkeit 
des Benedictiner-Ordens umfassendes sowohl als den Anforderungen 
der Gegenwart entsprechendes litterarhistorisches u. bibliographisches 
Werk, welches zur Zeit noch fehle. Und das andere Unternehmen 
sei ein Gesammtkatalog der in den Bibliotheken der Benedictiner- 
Kioster befindlichen Handschriftenschätze, deren Zahl u. Werth, 
obwohl eine Menge gerade der ältesten u. wichtigsten Handschriften 
durch Ungunst der Zeiten zu Grunde gegangen sein mögen, immerhin 
noch bedeutend sein müsse. Diesem meinem Hinweise auf die 
beiden Unternehmen hatte auch der Bedacteur „der Studien u. 
Mittheilungen" P. Maurus Einter, 0. S. B., Stiftsarchivar zu Baigem, 
beifallig zugestimmt, u. seiner Zustimmung in einem eigenen Artikel 
des Centralorgans *) beredten Ausdruck gegeben , unter Hinweis 
darauf, welche Beihilfe zum Zwecke der Ausführung jener Unter- 
nehmen das Centralorgan selbst leisten könne und wolle. Und mit 
gerechter Anerkennung darf ich wohl sagen, dass von Seiten des 
Centralorgans, soweit der engere Bahmen desselben dazu ausgereicht 
hat, vieles gethan worden ist, was im Interesse der Ausführung 
allerdings vorzugsweise nur des ersten der beiden Unternehmen 
dereinst mit Nutzen verwerthet werden kann. So hat der P. Willi- 
bald Hauthaler zu St. Peter in Salzburg die von ihm begonnenen 
u. regelmässig fortgesetzten Litteraturverzeichnisse d. s. Ucber- 
sichten der neu erschienenen „Litteratur der Ordensmitglieder" 
sowohl als der „Litteratur fremder Autoren, die den Orden betrifft", 
auch in den letzterschienenen drei Heften der Studien mit Fleiss 
u. Aufmerksamkeit bis auf die neueste Zeit vervollständigt '). Und 
ebenso hat August Lindner seine treffliche Arbeit „Die Schriftsteller 
u. die um die Wissenschaft u. Kunst verdienten Mitglieder des 



^) S. Anz. J. 1880. Nr. 687. 
«) 8. Anz. J. 1881. Nr. 204. 

») S. Studien J. 1883. IV, 411-17. J. 1884. 1, 239-45 u. II, 502-7. 

21* 



288 Zur Litteratargeschichte des Bededictiner- Ordens. 

Benedictiner- Ordens im heutigen Königreich Württemberg von J. 
1750 bis zu ihrem Aussterben" fortgesetzt u. beendet^), mit 
Ausnahme der Mitglieder der Abteien Ochsenhausen u. Neresheim, 
denen noch in einem der nächsten Hefte der Studien ein Artikel 
gewidmet werden soll. Ausserdem sind noch zwei in das litterarisch- 
historische Fach einschlägige Arbeiten, die eine von P. Bupert 
Mittermüller über ,,die Hanptvertreter der theologisch-philosophischen 
Wissenschaft an der Benedictiner - Universität Salzburg"^) u. die 
neu begonnene ,,Series Chronologica Scriptorum 0. S. Benedicti Hi- 
spanorum, qui ab anno 1750 ad nostros usque dies claruemnt. 
Scripsit D. Plaine 0. S. B. mon. S. Domingo de Silos. I." ®) zu 
erwähnen. 

Wie man sieht, ist das Centralorgan nicht müssig gewesen, 
selbst, soweit es in seinen Kräften -gestanden hat, auf die Förde- 
rung wenigstens des einen der beiden von mir angeregten Unter- 
nehmen hinzuwirken. Dagegen ist es der von ihm gegebenen An- 
regung zur Förderung auch des anderen Unternehmens bisher noch 
nicht gelungen, irgend sichtbare Erfolge zu erzielen. Selbst der 
bereits vor Erscheinen des Centralorgans begonnene „Catalogns 
Codicum manuscriptorum in Bibliotheca Monasterii Cremifanensis 
Ord. S. Bened. asservatorum'* des P. Hugo Schmid hat, trotz des 
vom Centralorgane versuchten Antriebes zu einem schnelleren Fort- 
schreiten, sich doch nicht bewogen gefunden, in neuester Zeit einen 
weiteren Schritt vorwärts zu thun, u. man ist sogar fast versucht^ 
aus dem langen Schweigen des Herausg.^s des Kataloges — seit 
dem Erscheinen von dessen 3. Hefte im Jahre 1881 bat er von 
seiner Arbeit nichts weiter spüren lassen — folgern zu müssen, 
dass der Herausg. seine Arbeit wenigstens in der bisherigen viel 
zu weitschichtigen Anlage fQr verfehlt gefunden u. desshalb möglicher 
Weise ganz aufgegeben habe. Auch sonst hat sich nichts bemerk- 
bar gemacht, was darauf hinweisen könnte, dass der vom Central- 
organe ausgegangenen Aufiforderung zur Yeröflfentlichung von Hand- 
Bchriftenkatalogen der Benedictiner-Stiftsbibliotheken Folge gegeben 
werden solle. Es schliesst dies jedoch die Hoffnung nicht aus, 
dass von der einen u. der anderen der Bibliotheken bereits die 
Vorbereitung zu einer solchen Yeröfifentlichung getroffien sein möge. 
J. F. 

*) S. Stadien J. 1883. IV, 309-18. J. 1884. I, 98—115 u. H, 
410—24. — Nach einer Mittheilnng des Bibliothekars A. Qntenacker in 
München sollen von dieser trefflichen, in verschiedenen Heften zerstreuten 
Arbeit Separatabdrücke^emacht werden : leider freilich nnr einige 30 Exem- 
plare, Bo dass also die Erwerbung derselben nur wenigen Interessenten er- 
möglicht sein wird. 

'; 8. Studien J. 1884. I, 122—48 u. II, 361—73. 

V S, Stadien J. 1884. 11 , 4b^-1^. 



Litteratar und Miscellen. 289 

Litteratur und Miscellen. 
Allgemeines. 

[815.] Centralblatt für Blbliothelcswesen hrsg. von 0. Hartwig 
und K. Schulz. I. Jahrg. (S. oben Nr. 687.) 

Enth. im 7. Heft Tom Juli: S. 261—67 die Centralisation 
der Kataloge Deutscher Bibliothelcen. Von Karl Dziatzko — S. 
368 — 70. Frans Ludwig Teufel (Assistent der Hof- u. Landes- 
bibliothek SU Karlsruhe). Nekrolog. Yon B. Eschke — S. 270 
— 75 Neupersische Drucke der K. Bibliothek in Berlin. (Sammlung 
Minutoli.) Mitgetheilt Ton M. Steinschneider in Berlin. (Schluss 
folgt) — S. 275 — 78 Personalverzeichniss Deutscher Bibliotheks- 
beamten. Angefertigt auf Grund amtlichen Materials. (Fortsetzung). 

— S. 278 — 80 Uebersicht der Leistungen des Bayerischen Staates 
f&r öffentliche Bibliotheken. (Nach dem Etat für 1884/85.) — S. 
280—81 Mittheilungen ans und über Bibliotheken — 8. 281— 
86 Becensionen n. Anzeigen — S. 286 — 87 Vermischte Notizen 

— S. 287 — 91 Nene Erscheinungen auf dem Gebiete des Bibliotheks- 
wesens — S. 291 — 92 Antiquarische Cataloge — S. 292 Personal- 
nachrichten. 

[816.] The Library Journal Official Organ of the American 
Library Association. Vol. IX. (S. oben Nr. 688.) 

Enth. in der Mal-Nr. 5: Editorial (On Opening the Astor 
Library at Night) — American Library Association (International 
C«>nference at Toronto) — Correspondence (Le Livre) — British 
Association for the AdYancement of Science — Opening Libraries 
on Sunday — Buffalo Library Building — Shop Libraries and 
Beading-Booms — Literary Larceny — Blunders — Library Eco- 
nomy and History — Bibliography — Gifts and Bequests — Ano- 
nyms and Pseudonyms — General Notes — Supplement: Co-ope- 
ratiTe Index to Current Periodicals. 

In der Juni-Nr. 6: Editorial (On the Pnrchase of Books by 
Libnurians) — How we Work at Poughkeepsie, by J. C. Sickley 

— Concerning Libraries — Birmingham Newsrooms — What a 
Librarian Should Know about Binding — The Book Thiefs New 
Defice — Carlyle on Libraries — Library Economy and History 

— Bibliography — Anonyms and Pseudonyms — General Notes 

— Supplement: Co-operative Index to Current Periodicals. 

Die noch rückständige Nr. 8 vom M&rz enth.: Editorial (A. 
L. A. Meeting at Toronto; Small Libraries at Conferences; Arran- 
ging Greek and Latin Classics) — The Historie Evolution of the 
Free Pablic Library in America, and its True Function in the 
Community; by Prof. Moses Coit Tyler — N. Y. Free Circnlating 
Library — American Library Association (Toronto Meeting; A. L. 
A. Catalog) — Librarj Economy and History — BW^^^^^stv^V] — 



290 Litteratur und Miscellen. 

Anonyms and Pseudonyms — General Notes — Supplement: Co- 
operati?e Index to Current Periodicals. 

[817.] The Bibliograplier A Journal of Book-Lore. London, 
Elliot Stock. (S, oben Nr. 690.) 

Enth. im Julihefte Nr. 32: S. 25—30 Who was Cocker? 
By Henry ß. Wheatley — S. 30—32 Les Amis des Livres. By 
H. S. Ashbee — S. 32—35 Old Ballads — S. 35—36 Fifteenth 
Century Books — S. 37 — 40 Quarreis of Garrick and Murphy. 
By T. Fairman Ordish (Fortsetzung folgt) — S. 40—46 An Essay 
towards a Bibliography of Marlowe's tragical History of Doctor 
Faustus. P. II. Compiled by William Heinemann — S. 46 — 49 
Censured Cambridge Sermons. P. I. By W. H. Olding — S. 49 
— 50 Lowndes*s Manual — S. 50 — 56 Reviews, Notes & News, 
Correspondence, Libraries. 

Bibliographie. 

[818.] * L^Art d^aimer les livres et de les connaitre. Lettres 
ä un jeune Bibliophile, par Jules Le Petit. Paris, Tauteur. kl. 
8«. IV, 199 S. mit 2 Kupfr. von Alfred Ge'rardin. Pr. 10 Fr. 
(Luxusausgabe von 100 numer. Exempl., wovon 40 auf Jap., 
60 auf Pap. Whatman.) 

[8190 Hints on Catalogue Titles, and on Index Entries, with 
a rough vocabulary of terms and abbreviations, chiefly from cata- 
logues, and some passages from journeying among books. By 
Charles F. Blackburn. London, Sampson Low & Co. gr. 8^. 
XI, 181 S. Pr. 14 sh. 

Was der Leser von diesem Buche zu em^arten hat, das ersieht 
er am besten aus dem der Vorrede angeschlossenen „Abstract of 
Contents'^* Abbreviations of words, terms and phrases in foreign 
catalogues — Alphabetical arrangement of titles, and the aiphabet 
in print — Foreign terms relating to autographs, books, maps, 
portraits, and prints — Biblical books, their names in Frencb, 
Germau, Greek, Italian, and Latin — Circulating library ticket, 
book- marker and paper - cutter , in one — The use of capital 
letters shown by words in different languages — The management 
of Christian names in a printed aiphabet of authors — Some 
remarks on the catalogue of a circulating library, with examples 
— Coincidence and resemblance of different books' titles — A con- 
cise way of entering dictionaries of värious languages — Füll titles 
do not always convey füll information — Titles of Greek and La- 
tin classics, hints, and a table for the novice — Observaüons and 
various suggestions on indexing books — On indexing a catalogue 
of books for reference, with examples — Catalogues made to look 
and to be interesting, by means of notes — Italian names in title- 



Litteratur und Miscelien. 291 

pages or advertisements likely to mislead, with examples — How 
to acqaire some knowledge of languages almost without thought 

— Some Latin names of towns in catalogues, and their abbrevia- 
tions — On the catalogae of a learned society, with parallel 
oiamples — Foreign terms relating to maps, and their abbrevia- 
tions — M. ou a title-page, which maj, or may not be, short for 
Monsieur — Mr., what English word are these two letters short 
for? — Qetting titles into one line for a handy catalogue of re- 
ference — Order of words in titles, the desirability of a plan — 
Young man out of a Situation ; what he might do to pass the time 

— Foreign terms relating to portraits and prints, a few explained 

— Titles and prefixes of authors, how to manage — The useful- 
iiess of prices in a catalogue of mere roference — Private library 
catalogued by its owner, or by an expert — A few remarks on 
publishers* catalogues, with examples — The meaning of the term 
„reader" — Reference titles and index one aiphabet, ordinary titles 
shown opposite — Examples showing the neod of registration of 
past and future books — Scientific books, how they are best de- 
scribed — Cataloguing second-hand books, with parallel examples 

— A simple and inexpeusive remedy for ills of a sedentary life 

— Subjects indicated in an aiphabet of authors without adding 
a word — Titles of books and index of their subjects in one aipha- 
bet — A rough vocabalary of terms and phrases, from foreign 
catalogues — Translated books, and their Originals, in a cata- 
logue for reference — The meaning of the expression uncut, in 
relation to modern books — Uniformity of style desirable in the 
titles of a reference catalogue. 

[820.] * Aborfginal American Authors, and their Productions, 
especially those in the Native Languages. A chapter in the 
History of Literatiire. By Daniel G. ßrinton, A. M., M. D. 
Philadelphia. 1883. 8». 

Hierüber s. The Bibliographer Vol. VI. Nr. 32. S. 50. 

[821.] * List by counties of News-papers and Periodicals 
published in Kansas, March 1, 1884. Topcka, Kaus.: Kansas 
Pub. House F. G. Adams comp. S^. 23 S. 

[822.] Serjetci^nil ber IBücber, Sanbtarten 2C., mcicbe i?om 2ianuar 
btiS ium Sunt 1884 neu erfc^ienen ober neu aufgelegt toorben finb, 
mit Angabe ber Seitenja^I, ber ^eileger, ber greife, literarlfc^en 3la(bs 
meifungen unb einer imfjenfcbaftücben Ueberfic^t. $>eraudgegeben unb 
iDerlegt oon bec 3. (^. ^itirid^d'fcben SBucb^anblung in Seip^ig. CLXXII. 
gortfefeung 1884. 8«. CXV, 524 6. $r.n.4ÜJ^f. (6. oben 91r. 235.) 
Schon zu oft habe ich das Hinrichs'sche halbjährige Bücher- 
verzeichniss unter steter Anerkennung seiner Trefflichkeit u. ins- 
besondere auch der Pünktlichkeit seines Erscheinens besprochen u. 



292 Litieratur und Miscellen. 

angelegentlich empfohlen, daBS ich eigentlich zu seiner Empfehlung 
nichts weiter hinzuzusetzen weiss, als dass sich das Yerzeichniss 
auf der den Anforderungen der Zeit entsprechenden Höhe seiner 
Leistungen zu erhalten versteht. Kein anderer Buchhandel kann 
sich rühmen, ein nur entfernt ähnliches, geschweige denn gleich 
treffliches Organ, wie der Deutsche in dem Hinrichs'schen Verzeich- 
nisse, zu besitzen. 

[823.] Journal g^neral de Tlmprimerie et de la Librairie. II. 
Serie. Tom. XXVn. Ann^e 1883. Table alphabetique. Paris, 
au cercle de la Librairie etc. gr 8^. 1 Bl. 197 S. 

Erstes Registerheft zu Anz. J. 1883. Nr. 269. 

[824.] * C. H. May & Co.'s Press Manual; complete list of 
Newspapers, Magazines, etc. published in the United Kingdom. 
London, May & Co. 4^ Pr. 6 d. 

[825.] Bibliografia Siciliana owero Gran Dizionaiio Biblio- 
grafico ecc. per Giuseppe M. Mira. Vol. II. Fase. 21 — 23. 
Palermo. 4^. S. 241—360. Pr. ä 1 L. (S. oben Nr. 579.) 

Enth. die Artikel „Porto" bis „Serie". 

[826.] Bibliographie de Belgique ou Catalogue de Tlmprimerie 
et de la Librairie Beiges publik par la Librairie de la Cour C. 
Muquardt (Merzbach et Falk, editeurs) ä Bruxelles. V. s^rie. 
10. annee. (41 e Annde de la Collection. 1884.) 8^ Monatlich 
1 Nr. ä Vs Bog. Pr. 2 Fr. 

Gegenwärtig bibliographisch genauer als früher. 

[827.] * Vlaamsche Pseudouiemon; bibliographische opzoekingen, 
door V. A. de la Montagne. Hft. 1. (A — Eugeen.) Roeselaere, 
De Seyn Verhougstraete. 8**. 32 S. 

[828.] Bibliografia Romana Buletin al Librariei generale din 
Bomania §i al Librariei Bomane din streinatate. Editor: Alessau- 
dru Degenmann 1882—1883—1884 Anul al IV, V, VL Bucure^ti, 
libr. Socecu & Co. 1884. gr. 8^ 1 Bl. 29 S. 3151—3462 Nrr. 
Pr. 1 L. (S. Anz. J. 1881. Nr. 543.) 

Bibliographisch genau, sogar mit Angabe der Grösse des 
Formats nach cm u. des Gewichts nach gr. 

[829.] Svenskt Boklexikon. Aren 1830—1865. ütarbetadt 
af Hjalmar Linnström. Senare Del. Hft. 61—62. Stockholm. 
Samson & Valiin. 4^ 2 Bll. S. 961—96. Pr. n. 3 Mk. 
(S. oben Nr. 704.) 

Schluss des ganzen Werkes. 

[830.] Theologischer Jahresbericht. Unter Mitwirkung von 
Bassermann, Benrath, Böhringer, Dreyer, Gass, Holtzmann, 
Lipsius, Lüdemann, Seyerlen, Siegfried, Werner herausgegeben 
von B. Pünjer. III. Band enthaltend die Literatur des Jahres 



Littcratar und Miscellen. 293 

1883. Leipzig, Barth. 1884. gr. 8°. Vllf, 408 S. Pr. n. 8 Mk. 
(S. Anz. J. 1883. Nr. 682.) 

Kritischer Bericht über die einzelnen wissenschaftl. Rubriken 
mit einer jeden derselben vorangestellten Litteraturfibersicht. 

[831.J * SSBienet litcrarif^er ©anbioeifer für bie lat^olifc^c SBelt. 
©erauSflebet: Slbolp^ ©öUerl. I. 3a^rg. 1884. SBIen. gr. 4». 26 9Rrr. 
ä IV, »ofl. $r. 3 5!. 

[832.] Handbuch des Seerechts. Von Dr. Rudolf Wagner. 
Bd. I. [A. u. d. Tit.: Systematisches Handbuch der Deutschen 
Rechtswissenschaft unter Mitwirkung etc. hrsg. von K. Binding. 
in. Abth. 3. Th. Bd. 1.] Leipzig, Duncker & Humblot. gr. 8». 
Enth. S. 99 — 120: Aeltere u. neuere Literatur, spez. Deutsche 
Scerechtsliteratur. 

[833.] * Le Constitutiones Marchiae Anconitanae bibliotecnica- 
mente descritte in tutte le loro edizioni, da F. Raffaelli. Enth. 
in: Archivio storico per le Marche e per TUmbria diretto da 
M. Santoni, G. Mazzatinti, M. Faloci Pulignani. Vol. L Fase. 1. 
Füligno, tip. Szariglia. 8®. 

[834.] Adressbuch der Fabrikanten und Handlungen von 
Feuerwehrartikeln in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz 
nebst einem Verzeichniss der Feuerwehr-Literatur von 1665 bis 

1884. L Jahrg. [Herausgegeben von H. Ellissen.] Mit dem 
Titelbilde von Karl Metz, Heidelberg^ Begründer der deutschen 
Feuerwehren. Leipzig, Scheibe, kl. 8®. VIII, 76 S. Mit 1 Portr. 
Taf. u. 12 BU. Geschäfts- Anzeigen. 

Das Litteratui'verzeichniss „erhebt'S wie der Herausg. selbst 
schreibt, „keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit'* — er hätte 
auch dazu setzen können: noch Anspruch auf durchgängige Ge- 
nauigkeit. Ich anerkenne gern das überall sichtbare Streben des 
Herausg.'s, seine Arbeit so vollkommen als möglich zu machen, 
aber es ist auch nicht zu verkennen, dass einzelne zu einer solchen 
vollkommnen Gestaltung der Arbeit, namentlich auf dem Gebiete 
der auswärtigen Litteratur, durchaus nothwendige Hilfsmittel gefehlt 
haben mögen. Mit Zuhilfenahme derselben darf der Herausg. bei 
seinem Fleisse erwarten, dass seine Arbeit in einer II. Auflage 
Jedermann befriedigen wird. 

[835.] Die neueste Literatur über das Jahr 1683. Von Karl 

Uhlirz. Aus den „Mittheilungen des Instituts für österreichische 

Geschichtsforschung", V. Band 2. Heft besonders abgedruckt. 

Innsbruck, Wagnerische Ünivers.-Buchdr. gr. 8®. 1 Bl. 24 S. 

Das 200jährige Jubiläum des fQr Wien so denkwürdigen u. 

verhängnissvollen Jahres 1683 hat zum Erscheinen einer grossen 

Anzahl von Schriften Veranlassung gegeben, aus denen sich, auf 

Grundlage der historischen Ausstellung der Stadt Wien, die wich- 



294 Litteiiitur und Miscellen. 

tigeren vom Verf. im vorl. Schriftclieii ausgewählt u. ihrem Inhalte 
uHch besprochen finden. 

[836.1 * Catalogue des Ouvrages relatifs ä rArcbitectare, a 
la Science des Ingenieurs, aux Beaux-Arts appliques ä rindu. 
Stria et h TEloctricit^, publids en langue Fran^aise, Al)emaa<3e 
et Anglaise pendant les annees 1877 k 1882. Paris, Viewc^i;. 
gr. S^. 320 S. Pr. 6 Fr. 

[837.] ©iftonf*c Scitfc^rift ^rgg. üon ©. D. ©^bcl. Kcuc Sof^e 
XV. »b. ber ganjen SRci^c 51. »b. oft. 3. ©. 486—568 Sc XFI- 
»b. ber gansen SRei^e 52. 9b. ()ft. 1. €. 122—88. Wünc^n ti- 
Seipiifl, Olbcnbourg. 8«. 6nt^.: 8iteratutberi*t, (6. oben 3lv. 154. y 

Enth. 99 Nrr. 

[838.] * Bibliografia storica Italiana, dal 1861 al 1882, d ^ 
Giuseppe Occioni-Bona£fons. Udine, Gambiorasi. 8^ XVII, 418 S^ 
Pr. 6 L. 

[889.J Dr. A. Petermann*s Mittheilungen aus Justus Perthes 
geographischer Anstalt über wichtige, neue Erforschungen aus 
dem Gesammtgebiete der Geographie hrsg. ▼. V». Behm u. M. 
Lindeman. Gotha, Perthes. 40. Enth. Bd. XXIX. 1883. Hft. XII. 
S. 471—72. & BJ. XXX. 1884. Hfl. II. S. 77—80; Hft. III. 
S. 117—20; Hft. IV. S. 157—60; Hft. VI. S. 236—40; Hft. 
Vif. S. 278—80: Geographische Literatur. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 1122.) 

Fortlaufende üebersicht der neuesten Erscheinungen. 

[840.] Beitraege zur Landeskunde Bayerns. Zusammengestellt 
von der Subkomm Ission für wissenschaftliche Landeskunde Bayeras 
der Geographischen Gesellschaft in München. [Herausgegeben 
von Dr. Wilhelm Rohmeder, Schulrath.] München, Ackermann, 
gr. 8®. XI, 229 S. Pr. n. 3 Mk. 

Ein neuer, sehr trefflicher u. werthvoUer Beitrag zur Landes- 
kunde von Deutschland auf Grundlage eines Verzeichnisses der dar- 
über vorhandenen Littoratur. In ganz richtiger Erkenntniss, dass 
die erschöpfende und sachkundige Darstellung der Litteratur aus 
allen wissenschaftlichen Fächern eine Arbeit ist, die nicht von 
Einem Einzelnen bewältigt werden kann, hat man die Bearbeitung 
der einzelnen Fächer verschiedenen Personen und zwar solchen zu- 
getheilt, die auf dem betr. Wissenschaftsgebiete speciell heimisch 
und sachkundig sind. So findet sich im vorl. Bde, dem andere 
in zwangloser Weise nachfolgen sollen, das Fach der Karten (S. 1 
— 107) von Ant. Waltenberger, k. Trigonometer in München^ be- 
arbeitet; das der forstwirthschaftlichen Verhältnisse (8. 108 — 16) 
von Konrad Klaussner, k. Forstmeister daselbst; das der sanitären 
Verhältnisse der Bewohner incl. Balneographie (S. 117-*85) von 
Dr. Anton Besnard, k. Generalarzt a. D. ebendaselbst; u. das der 



Litteratur und Miscellen. 295 

Schriften über Urgeschichte von Bayern u. die Zeit der Kömerherr- 
schaft daselbst (S. 136—216) von F. Ohlenschlager, k. Professor 
ebenfalls in München. Hieran schliesst sich S. 217 — 29 noch ein 
Fortrag des Obersten Karl v. Or£f: Mittheilungen über die Auf- 
gaben u. die Thätigkeit des topographischen Bureaus in München. 

[841.] Bibliographie generale des Gaules E^pertoire systema- 
tique et alphab^tique des ouvrages, m^moires et notices concernant 
Thistoire, la topographie, la religion, les antlquites et le langage 
de la Gaule jusqu^ä la fin du Ve si^cle Premiere Periode: 
Pablications faites depuis Torlgine de rimprimerie jusqu^en 1870 
inclusivement par Ch. Emil Buelle bibliotbecaire h la Biblioth^ue 
Sainte-Genevi^ve. Ouvrage honor^ d'une m^daille de TAcademie 
des Inscriptions et Beiles - Lettres. (Concours de bibliographie 
savante fond^ par Ch. J. Brunet.) Livr. 2 — 3. Bibliographie, 
feuilles 14—37. Paris, chez TAuteur. 1883-84. gr. S\ 
S. 417—1183. Pr. h n. 5,50 Mk. (S. Anz. J. 1880. Nr. 712.) 

Mit der 2. Lief, schliesst der Catalogue m^thodique u. mit der 
3. beginnt der Catalogue alphabetique des Auteurs. 

[842.] Nederlandsche Bibliographie van Land- en Yolkenkunde 
door P. A. Tiele. [A. u. d. Tit. : Bijdragen tot eene Nederland- 
sche Bibliographie uitgegeven door het Frederik Muller - Fonds. 
I. Deel.] Amsterdam, Muller en Comp. gr. 8^. VlI, 288 S. 
Pr. n. 8,50 Mk. 

Mit der dem Herausg. eigenen Sorgfalt u. Genauigkeit ver- 
zeichnet u. beschrieben. Es ist mir immer eine Freude gewesen. 
Holländischen bibliographischen Erscheinungen zu begegnen: em- 
pfehlen sie sich schon in ihrem Aeussern durch eine von jedem 
überflüssigen Luxus freie, wohlthuende Solidität u. Sauberkeit, so 
empfehlen sie sich noch mehr durch ihre streng wissenschaftliche 
u. äusserst sorgsame, auch den betr. Gegenstand nach allen Seiten 
hin möglichst erschöpfende Bearbeitung. 

[843.] Bibliothöque internationale de TArt. — Les Livres ä 
gravures du XVIe si^cle Les Emblämes d*Alciat par Georges 
Duplessis Conservateur du Departement des Estampes i\ la Biblio- 
th^ue nationale. Paris, Bouam. gr. 8^ 2 Bll. 64 S. m. eingedr. 
Holzschn. Pr. 5 Mk. 

Eine sehr dankensworthe u. bibliographisch musterhaft genaue 
Monographie über die bekannten u. zu einer gewissen Berühmtheit 
gekommenen Emblemata Alciati, von denen der Verf. der vorl. 
Schrift nicht weniger als 126 Drucke aus d. J. 1531—1781. 
Von sehr eleganter Ausstattung. 

[844.] Die Schriftsteller und die um Wissenschaft und Kunst 
verdienten Mitglieder des 'Benediktiner- Ordens im heutigen König- 
reich Bayern vom Jahre 1750 bis zur Gegenwart. Von August 



296 Litterafcor und Miscellen. 

Lindner, Priester des Fürstbisthums Brixen. Nachü'äge zum 
I. u. IL Bande. Begensburg, Druck ?on Manz. Im Selbst- 
verlage der Benediktinerstifte Scheuern u. St. Bonifaz in MQnchen. 
8^ 91 S. (8. Anz. J. 1881. Nr. 522 u. 851.) 

Das 1880 erschienene Werk L.'s über die wissenschaftliche 
Thäligkeit der Bayerischen Benediktiner seit 1750 hat sich als 
ein vortrefifliches Hand- und Nachschlagebuch bewährt Seit dem 
Erscheinen desselben war der Verf. unablässig bemüht, Berichtig- 
ungen n. Ergänzungen zu sammeln, welche er in dem vorl. Nach- 
trage der gelehrten Welt darbietet. Alles Gute, was seinerzeit 
vom Hauptwerke gerühmt wurde, findet auch auf diesen Nachtrag 
Anwendung. Der Verf. hat keine Mühe gescheut, jeden Irrthum, 
der sich in das Werk selbst eingeschlichen hatte, zu berichtigen, 
hat die seitdem aufgefundenen Quellen gewissenhaft ausgebeutet u. 
erschöpft, sowie auch die neuesten bis in das laufende Jahr rei- 
chenden Litteraturerzeugnisse sorgfältig mit aufgeführt. A. G. 

[845.] * Dictionnaire des Ouvragos Anonymes et Pseudonymes, 
publie par des religieux de la Compagnie de J^sus, depuis sa 
fondation jusqu'ä nos jours; par Carlos Sommervogel, S. J^ 
Strasbourgeois. I. Partie. A— Q. Paris, Palmö. 8®. VH., 396 S. 
(S. Anz. J. 1883. Nr. 127.) 

[846.] * II primo Secolo della R. Accademia delle Scienze di 
Torino (1783—1883). Notizie storiche e bibliografiche. Torino, 
stamp. reale. 4®. VIII, 591 S. 

[847.] * ©oet^e^i^ Briefe. Setieid^ni^ berfelben unter Slngabe twn 
Oueüe, Ort, 3)atum unb HnfangStoorten. Ueberftc^tlid^ nad^ ben Qm- 
)7fängetn georbnet, mit einer hir^en ^arftellung bed Ser^ltniffeS 
©oetl^e'd SU biefen unb unter ÜRtttl^eilung t)telei biS^ ungebcudten 
»riefe ©oette*«. SBon 5r. 6tteWte. Sief. 21—24. »erlin, t)empd. 
gr. 8\ IL »b. ©. 481—543 u. HL »b. ©. 1-128. $r. ä n. 
1 aWf. (6. oben SRr. 161.) 

[848.] * Bibliografia Mazzoliana di Emilio Faelll Parma, 
Battei. 16^ VIII, 56 S. Pr. 1 L. 

[849.] '*' Curiosit^ bibliographique sur dom Morin ; par Adrien 
Dupont, de la Societe historique et arch^ologique du Gätinais. 
[Extrait des Annales de la Soci^tä historique et arch^ologique 
du Gätinais.] Fontainebleau, imp. Bourges. 8\ 4 S. 

[850.] '*' Un Bibliophile contemporain (le Baron James de Roth- 
schild); par B. E. Susan. Paris, imp. Quantin. 8®. L6 S. 

[851.] * Bibliography of the Bacon- Shakespeare Controversy; 
with notes and extracts by W. H. Wyman. Cincinnati, Thomson. 
8^ 1 Bl. 124 S. Pr. $ 1,50. 

Hierüber s. The Bibliographer VoL VI. Nr. 82. S. 50—51- 



Litieratar und Kiscellen. 297 

[852.] * Reading Notes od Wjcli£fe, Prepared by Jobn Edmands. 
From ihe Mercantile Library Bulletin. Philadelphia, Hodgers' 
Printing Co. ie\ 12 S. 

[853.] * Valentin und Namelos. Die niederdeutsche Dichtung. 
Die hochdeutsche Prosa. Die Bruchstücke der mittelnieder- 
ländischen Dichtung. Nebst Einleitung, Bibliographie und Analyse 
des Bomans Valentin und Orson. Von W. Seelmann. [A. n. d. 
Tit.: Niederdeutsche Denkmäler hrsg. vom Verein f. niederdeutsche 
Sprachforschung. Bd. IV.] Norden, Soltau. gr. S», LX, 138 S. 
Pr. n. 5 Mk. 



BnetahAndler- und antiquarische Kataloge. 

[854.] Bijdragen tot de Geschiedenis van den Nederlandschen 
Boekbaudel Uitgegeven door de Vereeniging ter bevordering van 
de belangen des Boekhandels Deel I. Levensschetsen en ver- 
spreide siukken. Amsterdam, ?an Kampen & Zoon. gr. 8^ 
4 -BIL 544 S. 

Nächst dem Deutschen Buchhandel ist immer der Holländische 
derjenige gewesen, der mir die grösste Hochachtung abgewonnen 
hat, weil ich gefunden habe, dass sich die Holländer gleich den 
Deutschen nicht blos als Kau Heute im Büchergeschäfte ansehen, 
sondern sich auch als die Träger der Litteratur wirklich fQhlen. 
Davon wird eine Geschichte des Holländischen Buchhandels Zeug- 
niss ablegen, die wir zwar noch nicht haben, zu der aber die 
Vereeniging ter bevordering van de belangen des Boekhandels 
dadurch Vorbereitung getrofifen hat, dass von ihr durch Beschluss 
von 1882 ein dem Archive für Geschichte des Deutschen Buch- 
handels ähnliches eigenes Organ zur Sammlung von Beiträgen dazu 
geschaffen worden ist. Von diesem Organe bat die vom Vereine 
dazu bestellte Commission (A. C. Kruseman, Louis D. Petit u. 
P. A. M. Boele van Kensbroek) kürzlich den vorl. 1. Band ver- 
öffentlicht. Derselbe zerfallt in zwei gleiche Hälften, von denen 
die erste eine grosse Anzahl biographischer, z. Th. auch litterarischer 
Mittheilungen über hervorragendere Mitglieder des Holländischen 
Buchhandels u. der zweite ebenfalls eine grosse Anzahl verschiedener 
auf diesen Buchhandel bezüglicher Nachrichten enthält, darunter 
an der Spitze die „Proeve eener Geschiedenis der Vereeniging ter 
bevordering van de belangen des Boekhandels, haar ontstaan en 
bare handelingen van 1815 — 1824, door J. Jacques Petit." 

[855.] * Catalogue g^n^ral de la Librairie Beige existante ou 
OoUection alphab^tique des Catalogues des Libraires et Editeurs 
Beiges; pr^^dä d'un table alphab^tique des noms d* Auteurs. 
BrnxelleSy au secr^tariat du Cercle. 8®. Pr. 10 Fr. 



21)8 Litteratur uiul Miscelloii. 

Ob dieses so betitelte Werk mit dem oben Nr. 491 angeführten 
identisch ist? 

[856.] Nr. 122. Katalog von Theodor Ackermann K. Hof- 
Buchhandlung nebst Antiquariat in München. — Theorie und 
Geschichte der Kunst, Archäologie, Kunstgewerbe, Kostümkunde 
etc. 80. 1 Bl. 34 S. 939 Nrr. 

[857.] Lager-Catalog von Joseph Baer & Co. Buchhändler und 
Antiquare in Frankfurt am Main, Paris, London. 145. — Hassiaca. 
Francofurtensia. 8®. 1 Tit.-u. 39 S. 791 Nrr. 

[858.] * Catalogo a prezzi netti di una numerosa Collezione 
di Opere antiche e moderne relative alla Storia generale e par- 
ticolare dltalia. Torino, frat. Bocca. S^. 532 S. Pr. 8 L. Aus- 
gabe in 4^. Pr. 15 L. 

[859.] CLXl Katalog des antiquarischen Bücherlagera von 
Albert Gohn in Berlin. — Seltene Bücher aus allen Fächern 
und OiTiamentstiche. 8^ 1 BL 42 S. 237 Nrr. 

[860.] Nr. 39. Catalog des antiquarischen Bücherlagen von 
Fr. Cruse*6 Buchhandlung und Antiquariat (Ost A Oeorsr) in 
Hannover. — Evangelische Theologie. 8^. 1 BL 30 S. 1198 Nrr. 

[861.] No. III. Mathematischer Lager -Katalog von Oeorg 
Fröhner in Esslingen a. N. — Mathematik, Astronomie. 8*. 
32 S. 1069 Nrr. 

[862.] S. Glogau & Co. Leipzig. Catalog No. 15 des 
Antiquarischen Bücher-Lagers enthaltend Französische Litteratur 
und Geschichte, Curiosa, Spiritismus, Freimaurerei, sowie die 
neuesten Erscheinungen auf allen Gebieten der Litteratur in 
deutscher und fremden Sprachen. 8^ 1 Tit-u. 43 S. 1571 Nrr. 

[863.] Verzeichniss einer werthvoUen Sammlung von Werken 
aus dem Gebiete der Geschichte und ihrer Hilfewissenschaften 
welche bei Ludolf St. Goar Buchhändler und Antiquar in Frank- 
furt a. M. zu haben sind. II. Abth. (Antiquarisches Yeneidmiss 
No. 64.) 8«. 1 Bl. 50 S. 1374—2716 Nrr. (8. oben Nr. 785.) 

[864.] Katalog Nr. 340 des antiquarischen Bücherlagers von 
Heerdegen -Barbeck, Antiquariat in Nürnberg. — ' Yorwiegend 
protestantische Theologie. 8^. 1 Bl. 30 S. 835 Nrr. 

[865.] No. 84. Catalog des antiquarischen Bücherlagers von 
Joseph Jolowicz, Buchhandlung und Antiquariat in Posen (Prenssen) 
— Pädagogik und Jugendschriften. 8®. 1 BL 38 a 1183 Nrr. 

[866.] No. XI. Katalog des antiquarischen Bücher-Lagen Yon 
J. Kauffmann, Verlags-, Antiquariats- und SortimentsbucUiaiidlnng 
hebräischer Literatur. — Hebr^ca. 8^. 91 S. 1776 Nrr. 

[867.] Katalog Nr. 44. Njinkomna Böcker som fSn^jaa ali 



Litterator und Miscellen. 299 

£lemmings Antiqyariat. Stockholm. — Bibliografi, Pedagogik, 
Spräkvetraskap m. m. 8^ 76 S. 

[888.] Antiquariats-, Sortiments-, und Yerlags-Buchhandlung 
Ton Wilhelm Koebner (L. K. Maske's Antiquariat in Breslau. 
167. Katalog. — Orientalia. Vorwiegend Hebraica und Judaica. 
8^ 1 Tit.-u. 43 S. 1212 Nrr. 

[869.] Supplement I. Luiz de Camoes ses Oeuvres et sa 
Litt^rature. — Catalogue d'une nouvelle collection importante 
d editions originales de ses po^sies, de traductions et d'ouvrages 
rares sur sa vie et ses oeuvres en vente chez W. H. Kühl, 
Libraire. Berlin. 8». 1 Bl. 19 S. (8. Anz. J. 1883. Nr. 311.) 

[870.] Leo Liepmannssohn. Antiquariat Berlin. Catalog XXXIIl. 

— Ouvrages franyais anciens et modernes. 8®. IBl. 34 S. 832 Nrr. 

[871.] N. 25. BuUettino periodico della Libreria antica e moderna 
Eimanno Loescher Torino. — Biblioteca Yeneziana Opere riguar- 
danti Venezia ed il suo territorio: Friuli, Padova, Verona, Istrla, 
Dalmazia, ecc. 8°. 16 S. 441 Nrr. 

[872.] Libreria antiquaria dl Ermanne Loescher Torino. Cata- 
logo N. 50. — Incunabula, Aldine, Libri rari e curiosi. 8°. 
1 Tit.-u. 63 S. 961 Nrr. 

[873.] Alfred Lorentz Antiquariats-Buchhandlung in Leipzig. 
Antiquariats-Katalog Nr. 24. — Deutsche Sprache und deutsche 
Literatur bis zum 18. Jahrhundert. 8®. 1 Bl. 49 S. 

[874 ] Nr. 78. Antiquarischer Katalog von Rudolf Merkel 
(vormals Eduard Besold's Antiquarium) in Erlangen. — - Classlsche 
Phüologie. 8«. 1 Tit.-u. 107 S. 3895 Nrr. 

[875.] LVI. Yerzeichniss des Medicinischen Bücherlagers der 
A. Moser*schen Buch- & Antiquariats-Handlung in Tübingen 
Franz Pietzcker. — Psychiatrie. Psychologie. Neurologie. Krank- 
heiten des Nervensystems. Electricität. Galvanismus. Magnetismus. 
8^ 1 BL 34 S. 1337 Nrr. 

[876.] No. 354. Catalogue of Works on European Philology: 
Dictionaries and Grammars of the minor languages of Europe ; 
Works on the Science of Linguistics and Comparative Philology; 
Anthropology and 'Ethnography. 0£fered for Cash by Bernard 
Quaritch, London, gr. 8». 1995—2098 S. 19932—21644 Nrr. 

[877.] Catalog Nr. 52 & 53 des antiquarischen Bücherlagers 
von Emil Schilling Buch- und Antiquariatshandlung in Dresden. 

— Saxonica. Classische Philologie, Archaeologie, Alte Geschichte, 
Geographie etc. 8^ 21 & 20 S. 

[878.] 175. Antiquarischer Catalog von Felix Schneider (Adolf 
Geering) in Basel. — Geschichte und Geographie. Abth. IL 
8^ 1 Bl. 42 S. 804 Nrr. (S. oben Nr. 750.) 



300 -Litteratar uud Miscellen. 

[879.] 113. Ycrzoichniss des antiquarisclien BQcher-Lage 
von Karl Theodor Völcker*s Verlag und Antiquariat in Frank 
fürt a. M. — Werke über Asien (incl. der Europäischen Türkei* 
Afrika, Amerika und Australien. 8<^. 1 Tit- u. 39 S. 752 Nri 

Blbllottaekenlehre. 

[880.] * The Free Library and its Catalogue, a lecture 
J. Mc-Millan. Barrow. 1882. 8^ 12 S. 

[881.] * The Free Public Library. Question dlscossed, w 
special reference to Aberdeen, by Sigma [James Sinclair.] Ab< 
deen. 1883. 8<>. IV, 61 S. 

Hierüber s. Library Journal Vol. IX. Nr. 3. S. 48. 

[882.] * Technical Literature in Free Public Libraries; 
paper read before the Conference at Liverpool of the Libr 
Association United Kingdom by J. Southward. London, 
from „the Booksellers* Circular." 1883. 8^. 16 S. 

Hierüber s. Library Journal Vol. IX. Nr. 8. S. 48—4»- 

[883.] Über Schülerbibliotheken. III. von Prof. Dr. GeoJ 
Eilend t, Oberlehrer am Königlichen Friedrichs - Kolleginm ^ 
Königsberg i. Pr. Beilage zum Programm des EGniglicb^ 
Friedrichs -Kollegiums. Königsberg, Hartungsche Bnchdr. 4 
18 S. (S. Anz. J. 1878. Nr. 1081.) 

Das Schriftchen hat den Zweck, durch eine übersichtliche Zi^ 
sammenstellung der betr. Litteratur u. der bei den Verhandlungen 
der Direktoren in den Preuss. Provinzen AVestfalen, Prenssen, Posen^ 
Schlesien u. Sachsen gewonnenen Eesultate die Orientirung übe^ 
den gegenwärtigen Stand der Schülerbibliotheksfrage zu erleichtern 

Bibliothekenkunde. 

[884.] Die Bibliothek in Kairo. Von Ludwig Stern. Entb 
in der Deutschen Revue über das gesamte nationale Leben de^ 
Gegenwart hrsg. von ß. Fleischer. IX. Jahrg. Hft. 7. Breslau 
u. Berlin, Trewendt. gr. 8®. S. 233—37. 

Hauptsächlich zur Kichtigstellung der in Folge von Spitta' 
Entlassung vom Posten des Bibliotheks-Direktors unberechtigt vor^ 
gebrachten Klagen gegen die Bibliotheks-Verwaltung. 

[885.] * Catalogue of the Public Library of Lawrence (Mass-iS 
Supplement 1873—83. Lawrence. 1883. 8^ 985 S. 

[886.] * Index or Subject- Catalogue of the Library of tfc 
College of New Jersey: W. Shakespeare. (New Jersey. 1884^ 
Ä<1 10 S. 
Enth. nur auf Sh. bciügVicVi^ ^c\ix\^«iv. 



Litterator and Miscellen. 301 

[887.] * EeTiew of the pending legislation on the National 
Library; with commeots on the facts and issaes involved, the 
action of pablic bodies thereon, and conclnsions in thd shape 
of saggestions. Washington. 8^. 

[888.] ♦ War Department of the United States. — Alphabe- 
tical List of additions made to the War Department Library 
l'rom June, 1882. Washington D. C, Govem. Print. Off. 1884. 
4:^ 34 & 39 S. 

[889.] * Short Catalog, with an account of the Organization 
and the mies, of the Library Association of Windsor (Vt.) 
Windsor. 1883. 8» 58 S. 

Hierüber s. Library Journal Vol. IX. Nr. 3. S, 53. 

[890.] * Catalogue of the cit'culating department and of a 
Portion of the intermediate department of the Free Public Library 
of Worcester (Mass.) [ßy Miss S. F. Earle.] Worcester. 8®. 
1392 S. 

[891.] Die Entwicklung der Landrechtsglosse des Sachsen- 
spiegels. Von Dr. Emil Steffenhagen. IV. Die Tzerstedische 
Qlosse. [Aus dem Jahrgange 1884 der Sitzungsberichte der 
phil.-hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften (CVI. Bd., 
I. Hfl. S. 197) besonders abgedruckt.] Wien, Gerold's Sohn in 
Comm. gr. 8®. 40 S. (S. Anz. 1883. Nr. 214.) 

Trotzdem dass St. durch seine amtlichen Bibliothekarischen 
Geschäfte gerade in neuester Zeit, wie ich glauben möchte, voll 
Q- ganz in Anspruch genommen gewesen sein muss, hat er doch 
Kusse gefunden, seine Untersuchungen über die Landrechtsglosso 
^ea Sachsenspiegels fortzuführen. Die vom Lüneburger Bathshorrn 
"- Patricier Brand III von Tzerstede (f 1451) besorgte Glosse, 
<^ie sich sowohl in einer Handschrift der Lüneburger Stadtbibliothek 
(vormals Bathsbibliothek) als auch in einer Handschrift der Herzogl. 
Bibliothek zu Wolfenbüttel, vorher in der Helmstadtor Universitäts- 
bibliothek aufbewahrt findet, ist diesmal Gegenstand einer sciir 
eingehenden Untersuchung. 

[892.] ftatalod Der Sibdot^et bei» fig!. Sac^f. ^ndenieur^^orp^. 
^ef^lofien ultimo ^ri( 1884. 2)red)>en, Sdiimannfc^e SBud^bnttf. 
«°. XI, 148 S. 
Eine in den Fächern der Kriegslehro u. der damit verwandten 
''^^themat. u. technischen Wissenschaften gut assortirte, sowie 
systematisch u. zweckmässig verzeichnete Bibliothek. Die Kriegs- 
geschichte findet sich darin etwas spärlich vertreten. 

[893.] ♦ Sic Sutl^cr=Drudc bcr 6tat)t'33ibUott)ct ^u ^^nX\\1\\x\\. q.w 
9)lftiit W18—1S46. »i6%rnp^ifd& betdjricbcw X)Otv 1\t. ^\xv\\ MeE^^^\, 

^11 



302 Litteratur und MisceUen. 

Srantfurt a. SR., Sänften 'SRieberlage b. &)angel. Seremd. 1883. 
flt. 4^ 41 ©. $r. n. 4 SDJf. 

[894.] * Nekrolog für Gustav Löwe, weil Costos an der 
GöttiDger Bibliothek. Von Professor Georg Goetz. [Aus: ^Bio- 
graph. Jahrb. f. Alterthumskunde."] Berliu, Calvary & Co. gr. 8^ 
17 S. Pr. n. 1,20 Mk. 

[895.] Katalog der Schüler-Bibliothek des Königlichen Wil- 
helms-Gymiiasiums zu Krotoschin nach Klassen und nach Wissen- 
schaften zusammengestellt von Dr. B. Günther, Oberlehrer. Bei- 
lage zum XXX. Oster-Programm 1884 des Königl. Wilhelms- 
Gymnasiums. Druck von Kosmäl in Krotoschin. 8^. 2 B11. 89 S. 

Zweckmässige Auswahl u. Einrichtung. 

[896.] * Notices et Extraits des Manuscrits de la Biblioth^ue 
nationale et autres Biblioth^ques, publi^s par Tlnstitut national 
de France, faisant suite aux Notices et Extraits lus au Comitä 
stabil dans TAcad^mie des inscriptions et belles-lettres. Tom. 
XXXI. Paris, imp. nationale. 4^. 514 S. m. Taf. u. Facsim. 
(S. oben Nr. 306.) 

[897.] * Histoire des Biblioth^ues publiques du Departement 
de TAisne existant ä Soissons, Laon et Saint-Quentin, avec notices 
sur les plus importantes collections et cabinets particuliers; pur 
Tabb^ P^heur. Publice par la Soci^t^ historique, archeologique 
et scientifique de cette ville. Soissons, imp. Michaux. 8^ 145 S. 

[898.] * üne Narralion fabuleuse de la vle d* Alexandre le 
Grand, extrait d'un catalogue inedit des incunables conservds ä 
la Bibliothäque de la ville de Bordeaux; par Gustave Bninet. 
[Extrait des Actes des TAcademie des sciences, belles-lettres et 
arts de Bordeaux, 2 fasc. de 1882 et 1883. 44. et 45. ann^s.] 
Bordeaux, imp. Gounouilhou. 1884. 8^ 15 S. 

[899.] * Le Cam6e antique de la Biblioth^ue de Nancy, par 
L^on Germain. [Extrait du Bulletin monumental, 1883.] Tours, 
imp. Bousrez. 1884. 8®. 11 S. m. 1 Abb. 

[900.] * Inventaire des Manuscrits de la Biblioth^que nationale. 
Fonds de Cluni; par Leopold Delisle, de ^Institut, directear de 
la Biblioth^ue nationale. Paris, Champion. 8^ XXV, 413 S. 

[901.] * Ministero della Pubblica Istruzione. Catalogo generale 
dei Musei d'antichita e degli oggetti d^arte raccolü nelle Gallerie 
e nelle Biblioteche del Begno. Yol. I. III. lY. Boma, tip. della 
Direzione generale delle antichitä e belle arti. 1881 — 83. 8®. 
484, 644, 860 S. 

[902.] * I Manosci'itti della Libreria del Comune e dell' Acca- 



Litteratar und Miscellen. 803 

demia Etrnsca di Cortona; da Girolamo MaDcini. Cortona, stamp. 
Bimbi. 8«. 284 S. Pr. 4 L. 

[903.] * I Manoscritti Italiani della Biblioteca Nazionale di 
Firenze; pubblicazione fatta sotto la direziono del Prof. Adolfo 
Bartoli e col patrocinio del Consiglio direttivo del R. Istituto di 
Studii superiori. Serie I. Vol. III. Fase. 6. Firenze, tip. Came- 
secchi. gr 8^. 64 S. Nur 300 ExempL (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 1056.) 

lieber Fase. 4 & 5 findet sich in der Bibliografia Italiana 
keine Nachricht. 

[904.] Una Cronaca Siciliana inedita del secolo XIV e il 
Codice Q q E 24 della Biblioteca comunale di Palermo; da 
Stefano Vittorio Bozzo. Enth. in: II Propugnatore Periodico 
bimestrale di Filologia, di Storia e di Bibliografia instituito e 
dlretto da Francesco Zambrinl [In Appendice alla Collezione di 
Opere inedite o rare.] Tom. XVII. Part. 1. Bologna, Bomagnoli. 
gr. 8^ S. 148—65 & 375—96. 

[905.] * Catalogo della Biblioteca del Senate del Begno. 
Appendice, 2a Miscellanea. Boma^ tip. Forzani e C. 8^. XV, 
528 S. 

[906.] * Catalogus van de Bibliotheken der ,Maat8chappij tot 
bevordering der Toonkanst* en der ,Vereeniging voor Noord- 
Nederlandsch Muziekgeschiedenis^ [Door H. G. Kogge.] Amster- 
dam. 8^ IV, 145 & 22 S. (Nicht im Handel, aber von der 
Uniyers. Buchh. für 1 Fl. zu beziehen.) 

[907*] Catalogus der Bibliotheek van de Maatschappij der 

Nederlandsche Letterkunde te Leiden. [Bewerkt door Louis D. 

Petit, Conservator bij de Bibliotheek der Bijks-Üniversiteit.] II. 

Gedeelte. Drukwerken. 1. Afl. Leiden, Brill 4^ 4 Bll. 1—352 

Sp. (S. Anz, J. 1879. Nr. 185.) 

Verschiedene Widerwärtigkeiten haben das Erscheinen der Fort- 
setzung des Kataloges verzögert; aber unter der Leitung des gegen- 
wärtigen rüstigen Herausg.*s stellt eine schnellere Fortführung zu 
erwarten. Die vorl. Lief, enthält: Algemeene inleid ing; Encyclope- 
die@n; Schrift; Boekdrukkunst; Boekhandel; Bibliographie; Taal- 
en Letterkunde in het algemeen; Letterkunde. 

[908.] * Catalogue des Manuscrits Grecs de la Bibliothöque 
Bojale de Madrid (Supplement au Catalogue d'Iriarte), par M. 
Miller. Paris, imp. nationale. 4^ 116 S. 

Aus „Notices et Extraits des Manuscrits de la BibUoth^que 
nationale et autres Bibliothöques^* besonders abgedruckt. 



304 Litteratur und MiBceUen. 

[909.] * Katalog dor Bibliothek dos TOchterinstituts nnd Lehre- 
rinnenseminars Claran. I. Nachtrag 1883. Aarau, Sauerländer. 
8«. 28 S. 

|910.] * Catalog der Schulbibliothek Schiftland, angcforiigt 
durch Q. Lüscher. Aarau, Sauerländer. 8^ 16 S. 



PriTatbIbllotheken, 

c 

[91L] Katalog des Antiquarischen Bücherlagcrs von Paul Leh- 
mann, Buchhandlung und Antiquariat in Berlin. No. XXXI. — 
Rechtswissenschaft. Bibliotheken der verstorbenen Landgerichts- 
rath Striethorst, Herausgebers des Archivs für Kechtsfalle, Landcs- 
gerichtsdirectors Fulda u. A. 8« 1 Bl. 87 S. 2798 Nrr. 

[912*] Bibliotheca Theologica. Antiquariats -Catalog No. 57 
enÜialtend die nachgelassenen Bibliotheken der Erzpriester Schreyer- 
Falkenau, Rabbiner Dr. Ueckscher-Ratibor, Schulrath Pastor 
Seidel-Breslau, ausgegeben von Wilhelm Jacobsohn & Co. Buch-, 
Musikalien- u. Antiquariatshandluug in Breslau. 8^. 1 Bl. 64 S. 

[913.] * Cataloguo de bons livres anciens et modernes sur 
les Beaux-Arts et THistoire de France, composant la Biblioth^que 
de feu M. le Baron de Buyor de Sainte-Suzannc, ancien gouver- 
neur g^n^ral de la Principaute de Monaco, etc. Paris, Antonin 
Chossonnery. 8". (Auct. 17. Jun.) 

[914.] Catalogo N. 9. di Libri d*occasione della Libreria 
antica e moderna di Giorgio Grieb & C. in Milano. — Ginris- 
prudenza. Libri provenienti dalla Biblioteca del fu Professore 
Alfonso Cavagnari, Parma. 8°. 1 Bl. 42 S. 1155 Nrr. 

[915.] * Catalogue de Livres anciens et modernes rares et 

curieux en tous genres et bien conditionnös composant la Biblio- 

th^que de feu Ch. Defremery Membre de Tlnstitut, Professeur 

d'arabe au College de France. Precede d'une notice biographique 

de Barbier de Meynard Membre de l'Institut. Paris, Ve Adolphe 

Labitte. gr. 8^ XVI, 616 S. 8511 Nrr. (Auct. 11. Juni.) 

Eine schöne u. werthvolle Sammlung: mit bemerkenswerthell 

alten Einbänden, Ausgaben auf Grosspapier, illustrirten Werken, 

handschriftlich ausgezeichneten Büchern, vielen Arab. u. Persischen 

MSÖ., »owie anderen Oriental. Drucksachen. 

[916.] * BibliotLöque Cynogetique d'un Amateur, avec Notes 
Bibliogniphiques Suivie d'un Supplement: Armes, AMmaoi, 
Fauconncrlo, Uibtoires, Piöccs de Tbeätre, Romans, Loiis et Jorifi- 



LiUeraiur Und Miscellen. 305 

pradence, le tout relatif ä la Chasso. Paris, Firmin-Didot k Cle. 
gr. 16®. 288 S. Mit Abbild, u. Portrait von Du Pouillou. Pr. 
7 Fr. (Nur 800 num. Exempl., wovon 2 auf Jap., 10 auf Holl., 
10 desg. Pap. mit breitem Rande, sämmtlich nicht im Handel, 
sowie 278 auf geglätt. Pap.) 

[917.] No. 69. A rough List of valuable and rare Books, 

comprising The major portion of the liibrary of Alexander, tenth 

Duke of Hamilton, from Hamilton Palace, to which are added 

other recent purchases, on sale by Bernard Quaritch. London. 

gr. 8^ ZQ S. üeber 400 Nrr. 

Die ersten 300 Nn*. sind fast durchgeliends Seltenheiten aus 
^^^^chicdeuen Wissenschaften u. stammen aus der Hamilti»u- Bibliothek. 
^<e übrigen BQcher gehören meist den Naturwissenschaften an. 

f918.J Verzeichniss des Antiquarischen Bücherlagers von Ch. 
Oraeger in Halle a. S. Nr. 230. — Geschichte, Greographie, 
Cienealogie, Diplomatik, Biographien, Memoiren, Reisebücher, 
^Atlanten und Karten, (z. Th. aus dem Nachlasse von Bector 
X7Ub. Herbst.) gr. 8^ 1 Bl. 88 S. 1627 Nrr. 

[919.] * Catalogue de bons livrcs de Theologie, d*Histoire et 
«le Litterature provenant de la Biblioth^ue de feu TAbb^ Le 
Xlastier, missionnaire apostolique, chanoitie honoraire de Trr>yes 
^t de Carcussonnc. Paris, A. Claudin. 8^ (Auct. 1. Juli.) 

[980.1 AiDold Schäfer*s Bibli(»thek. LXL Antiquarischer Lager- 
Catalog von Max Cohen & Sohn (Fr. Cohen) in Bonn. 1. Abth. 
Philologie u. Alterthumswissenschaft. 8^ 1 Bl. 86 S. 3665 Nrr. 



Abdrücke aus BIbl.- Handschriften. 

[921.] Orthographia Gallica. Ältester Traktat über Französische 
Aussprache und Orthographie nach vier Handschriften zum ersten 
mal herausgegeben von J. Stürzinger. A. u. d. Tit.: Altfran- 
zösische Bibliothek hrsg. von W, Foerster. Bd. VIIL Heilbronn, 
Gebr. Henninger. kl. 8^ 2 BU. XL VI, 52 S. Pr. 2,40 Mk. 
Aus Handschriften des Brit. Museums zu London u. der Uni- 
^®^it.-Bibliothek zu Cambridge. 

[922.] Cliges von Christian von Troyes zum ersten male 
herausgegeben von Wendelin Foerster. [A. u. d. Tit: Christian 
Von Troyes sämtliche Werke nach allen bekannten Handschriften 
lirsg. von W. Foerster* Bd. L] Halle, Niomeyer. gr. 8^ 
2 Bll. LXXVI, 353 S. Pr. n. 10 Mk. 

Aas Handschriften in Paris (6), Turin (1) u. Tours (1), sowie 



306 Litteratar und MisceUen. 

Fragmenten in Oiford u. Florenz. Hierüber s. Literar. Centralbl. 
Nr. 29. Sp. 991-94. 

[923.] Ysengrimus. Herausgegeben und erklärt von Ernst 
Voigt. Halle, Buchh. d. Waisenhauses, gr. S«. 3 BU. CXLVII, 
470 S. Pr. n. 8 Mk. 

Zum ersten Male herausgegeben, hauptsächlich auf Grundlage 
der beiden Handschriften der Lütticher Uulyersitätsbibl. u. der 
Pariser Nationalbibliothek. 

[924.1 Cleyische Chronik nach der Originalhandschrifb des Gert 
van der Schuren nebst Vorgeschichte und Zusätzen von Turck, 
einer Genealogie des Clevischen Hauses und drei Schrifttafeln 
herausgegeben von Dr. Bobert Schölten, Beligions- Lehrer am 
Königl. Gymnasium. Cleve, Boss. gr. 8^ XXXf, 278 S. m. 
3 Taf. Pr. n. 5,50 Mk. 

Aus dem Archive u. der Stadtbibliothek auf dem Bathhause 
zu Cleve. 

[925.] Die Geste des Loherains in der Prosabearbeitung der 
Arsenal-Handschrift. Von Alfred Feist. [Ausgaben und Ab- 
handlungen aus dem Gebiete der Bomanischen Philologie ver- 
öffentlicht von £. Stengel. XX.] Marburg, Elwert. gr. 8^ 48 S. 
Pr. n. 1,20 Mk. 

Der Prosaroman in der Handschrift der Pariser Arsenal- 
Bibliothek ist, wie dem Verf. scheint, die älteste von den drei 
vorhandenen Prosabearbeitungen der Chansons de Geste des Loherains. 

[926.] * Chronique du Bec et Clironique de Fran9oi8 Carre, 
publiees d*apr^s les manuscrits 5427 et 5428, f. lat., de la Biblio- 
thöque nationale, par l'abb^ Poreo. [Publik par la Soci^t^ de 1* 
Histoire de Normandie.j Bouen, Meterie. 8^ XXVII, 287 S. 
Pr. 12 Pr. 

[927.] * Le Lai de TOiselet, po^me fran9ais du Xllle siöcle, 
publiö d'apr^s les cinq manuscrits de la Biblioth^que nationale 
et accompagne d*une introduction par Gaston Paris. Paris, imp. 
Chamerot. kl. S^, 104 S. 

[928.] Berum Britannicarum medii aevi Scriptores. — Be- 
gistrum Epistolarum fratris Johannis Beckham, Archiepiscopi 
Cantuariensis. Edited by Charles Trice Martin, B. A., F. S. A. 
Vol. IL London, Longman & Co. Lex. 8®. CVIII S. & 1 
Bl. 393—770 S. Pr. n. 10,50 Mk. (S. Anz. J. 1883. Nr. 
356.) 

[929.] * The Mishnah on which the Palestinian Talmud 
restB edited for the Syndics of the üniversity Press form the 
nnique Manuscript preserved in the Üniversity Library of Cambri* 



Litteratnr und MisceUen. 807 

dge, Add. 470. 1, by W. H. Lowe, M. A. [A. m. Hebr. Tit.] 
Cambridge. (Leipzig, Brockhaus.) 1883. gr. 8<>. VIII. S. 
o. 250 Bll. Pr. 20 sb. 

Hierüber s. Literar. Centralbl. 1884. Nr. 26. Sp. 873—75. 

[930.] * Fragmente Syrischer und Arabischer Historiker, 
herausgegeben und übersetzt von Fr. Baethgen. [A. u. d. Tit.: 
Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes, hrsg. yon der 
Deutschen morgenländischen Gesellschaft. Bd. VIIL Nr. 3.| 
Leipzig, Brockhaus in Comm. 8^. 160 S. Pr. n. 7,50 Mk. 

Aus dem Britischen Museum. Hierüber s. Literar. Centralbl. 
Nr. 29. Sp. 979—80. 

[931.] * B. F. Giorgio Zorzi: Belazione d'Olanda e di Francia, 
1626 — 1629, trascritta dai Codici della Biblioteca Ferrareso 
dal Profi G. Ferraro. Enth. im : Archivio Veneto. Nuova Serie. 
Tom. XXVII. Part 1. Fase. 53. Venezia, tip. Visentini. 8®. 

[932.] * Aldsta delen af cod. 1812, 4® gml. Kgl. samling 
p& Kongliga Bibliotheket i Köbenhavn i diplomatarisk aftryck 
ntgifven af Ludv. Larsson. [Publicationen dos Samfund til 
Üdgivelse af gammel Nordisk Litteratur. IX.] Köbenhavn, 
Gyldendal. 1883. 8^. XXVII, 475 S. Pr. 3 Mk. 

8. hierüber Literar. Centralbl. 1884. Nr. 21. Sp. 728. 

[933.] * St. Seryatins-Legende, uitgegeven naar en Latijnsch 
handschrift uit de XlVe eeuw, en met aanteekeningen voorzien 
door Jacq. Vrancken. Maastricht, St. Paulus-Drukkerij. kl. 8^. 
288 S. Pr. 0,75 F. 



[934.] Aus Berlin ist am 10. Juli der berühmte Aegyptolog 
Geh. Ober-Regierungsrath Prof. Dr. Karl Richard Lepsius (geb. 
23. Decbr. 1810 — nicht, wie Oettinger angiebt, 20. Decbr. 1813 
— zu Naumburg), seit 1873 Oberbibliothekar der Berliner König), 
öffentl. Bibliothek, gestorben. 

[935*] Aus Bologna ist die im „Quinto Catalogo di Opere 
dnplicate vendibili della Biblioteca Communitativa di Bologna" ver- 
zeichnete Sammlung von c. 4500 Werken aus dem Gebiete der 
Theologie, Archäologie u. Geschichte in c. 12,000 Bdn. vom Buch- 
händler £rmanno Loescher in Turin angekauft worden, worüber 
Kataloge in Vorbereitung sind. 

[936.] Aus Erlangen ist der auf dem Gebiete der Spanischen 
Litteratnr wohlbewanderte Dr. Baist zum Assistenten der Universitäts- 
bibliothek ernannt worden. 



308 Litteratur and Miscellen. 

[937.] Aus Innsbruck ist Ende Juni der Scriptor n. 
Bibliothekar des Nationalmuseums Balthasar Hunold (geb. 24. April 
1828) gestorben. G. K. 

[938.] Aus Milwaukee hat C. N. Caspar in Vorbereitung 
„a list of the dealers in antiquarian and second-handbooks in the 
United States, and requests that all connected with these branches 
send him their addresses, giving particulars as to what are their 
specialties, etc." (Publieb. Weekly Vol. XXVI. No, l. S. IS.) 

[939.] Aus Moskau hat der am 18. Januar zu Nenilly 
(Seine) im 81. Lebensjahre verstorbene Bibliophile Sergius Polto- 
ratzky, Ehrenconservator der Kaiserl. öffentl. Bibliothek zu St. 
Petersburg, der Stadt, als seiner Vaterstadt, eine Sammlung von 
25,000 Bde, die yon ihm auf einer seiner benachbarten Besitzungen 
angelegt worden war, als Vormächtniss hinterlassen. Bekanntlich 
hat auch Poltoratzky seiner Zeit die Herstellungskosten des Qu^- 
rard'schen Werkes ,,Superchcries littöraires^' aus seinen Mitteln 
bestritten. (Bibliogr. de la France, Chronique Nr. 23. S. 100.) 

[940.] Aus New York hat die Officin von „Pablishers"" 
Weekly" in Vorbereitung „an interesting little volume entitled ,a^ 
modern Proteus; or a list of books published onder more than one^ 
title', compiled by James Lyman Whitney of the Boston Public 
Library. The volume is based upon a paper read by Whitnej 
beforo the meeting of the American Library Association at Buffalo -^ 
last August, which has since then been considerably enlarged ^ 
Apart from its interest as a contribution to the ,curio8ities o ^ 
literature', it is of decided value of the bookseller and bibliographer"^^ 

(Publ. Weekly Vol. XXV. Nr. 25. S. 703.) 

[941.] Aus St. Petersburg hat am 1/13. Juni, der wii! 
Staatsrath Dr. Christoph Friedrich (Feodor Andrejewitsch) v. Walthei 
seit 1848 Bibliothekar an der Kaiserl. öffentl. Bibliothek, unl 
grosser Theilnahmo sein 50jährig08 Jubiläum als Russischer Staat^ss 
diener gefeiert. Hierüber s. St. Petersburger Herold Nr. 157 i^^ 
161. (Separatabdruck daraus 8". 4 S.) 

[942.] Aus Stuttgart sind die Handschriften u. Incunabe^M 
der Königl. Handbibliothek in dorn Neubau der Kunigl. öfiFentlichG=rT 
Bibliothek mit untergebracht u. der Vorwaltung der letzteren uute ^ 
stellt worden. 

[943.] Aus Wien ist Dr. Anton Hittmair zum Amanuen^i^ 
der K. K. Universitätsbibliothek ernannt worden. Dr. K. H. 



<•««••««■••«••«•«««««««■ Ka««c 



Druck von Joh. Püsiler in Dresdeo. 



NEUER ANZEIGER 

für 

Bibliographie nnd Bibliothekwissenschaft. 

* Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt. 



Oktober. 



Inhalt: 



1884. 



^Htinger Zeitongen. — Glückwunschkarten von Mitgliedern des Konigl. 

^^^chiisclien Hofes. — Die Bibliothek des Franciskaner-Conventes in Ba- 
^StttB. — Chronologisches Yerzeichniss Englischer und Amerikanischer 
^cliriftsteller nnd Anonymer Schriften auf dem Gebiete der Stenographi- 
schen Litteratnr. (Sehlnss fol^t.) — Litteratnr and Miscellen. — AU- 

gememe Bibliographie. 

[944.] Gottinger Zeitnngen*). 

Das Erscheinen einer neuen Göttinger Zeitang, der Göttinger 
»en Presse, giebt nns Veranlassung , unseren Lesern über die 
bisher erschienene, wenn auch meist längst verschollene Zeitungs- 
Lltteratnr Göttingens einen freilich keinen Anspruch auf Yollstan- 
^ligkeit machenden üeberblick zu verschaffen. Dem Gegenstande 
i:iit8prechend, lassen wir die Titel der Zeitungen in bibliographischer 
reise u. zwar in chronologischer Ordnung auf einander folgen 
^2. beschränken uns auf wenige zur Sache gehörige Zusätze. Die 
XJnmenge der in Göttingen erschienenen gelehrten Zeitschriften ist 
bei dieser Aufzählung ausgeschlossen, während die der ünterhal- 
^fcung im Allgemeinen gewidmeten Blätter, als in naher Beziehung 
za den Lokalblättern stehend, mit berücksichtigt wurden. Wir 
lioffen durch diese Zusammenstellung den Beweis zu liefern, dass 
eine solche AuffQhrung von Titeln, hier als ein kleiner Beitrag zu 
einem bislang viel zu wenig gewürdigten Zweige der Litteratur- 
Seschichte, auch ihre interessanten Seiten aufzuweisen hat. Wir 
iMdauem nur, dass, in Folge eiliger Notirnng, hinsichtlich spe- 
ziellerer Angaben, namentlich bei einigen aus dem vorigen Jahr- 
hunderte datirenden reinen ünterhaltungsblättem, kleine üngleich- 
^ässigkeiten sich bemerklich machen mussten. üeber die Mehrzahl 
^^ Zeitschriften, namentlich der älteren, gab die hiesige Universitäts- 
bibliothek erwünschten Aufschi uss. 

1. Der Bürger oder Zufallige Gedanken über allerhand bürger- 

^^^he Pflichten und zur Aufnahme des gemeinen Wesens gereichende 

'^^stalten, in einzelnen wöchentlichen Blättern vorgetragen. Göt- 

^^^en Druckte Job. Fried r. Hagen (ingleichen zu Hannover bei 

^^im Förster etc.) MDCCXXXIL (41 Stück.) 4«. 

2. Wöchentliche Göttingische Nachrichten nebst allerhand 

Von Hans Ellissen. Aus der „Gdttinger Freien Presse", I. Jahrg. 
r. 18 n. 25, mit nachträglichen Ergänzungen abgedruckt. 

23 




S liitteratur und Miscollon. 

[937.] Aus Innsbruck ist Endo Juni der Srii].t.T u. 
.bliothekar des Nationalmuseums Balthasar Hunold (geb. 21. X^ril 
328) gestorben. G. K. 

[938.] Aup Milwaukce hat C. N. Caspar in Vorbereitung^ 
^ list of the dealers in antiquarian and second-handbooks in ihe 
jnited States, and requests that all connected with these branches 
send hini their addresses, giving particulars as to what are theiT 
specialties, etc." (Publieb. Weekly Vol. XXVI. No. 1. S. 13.) 

[939.] Aus Moskau hat der am 18. Januar zu Neuillj 
(Seine) im 81. Lebensjahre verstorbene Bibliophile Sergius Polto- 
ratzky, Ehrenconservator der Kaiserl. öffentl. Bibliothek zu St. 
Petersburg, der Stadt, als seiner Vaterstadt, eine Sammlung von 
25,000 Bde, die von ihm auf einer seiner benachbarten Besitzungen 
angelegt worden war, als Yermuchtniss hinterlassen. Bekanntlich 
hat auch Poltoratzky seiner Zeit die Herstellungskosten des Quö- 
rard'schen Werkes ,,Superchcries litteraires^' aus seinen Mitteln 
bestritten. (Bibliogr. de la France, Chronique Nr. 23. S. 100.) 

[940.] Aus New York hat die Officin von „Pnblishers* 
Weekly" in Vorbereitung „an intercsting little volume entitled ,i 
modern Proteus; or a list of books published ander more than on 
title*, compilod by James Lyman Whitney of the Boston Publi 
Library. The volume is based upon a paper read by Whitne 
before the mccting of the American Library Association at Buffalo , 
last August, which has since thon been considorably enlarged. 
Apart from its interest as a contribution to the ,curiosities of 
literature', it is of dccided value of the bookseller and bibliographer^. 

(Pub). Weekly Vol. XXV. Nr. 25. S. 708.) 

[941.] Aus St. Petersburg hat am 1/13. Juni, der wiikl. 
Staatsrath Dr. Christoph Friedrich (Feodor Andrejewitsch) v. W^alther, 
seit 1848 Bibliothekar an der Kaiserl. öffentl. Bibliothek, unter 
grosser Theilnahme sein 50jähriges Jubiläum als Kussischer Staats- 
dlener gefeiert. Hierüber s. St. Petersburger Herold Nr. 157 u. 
161. (Separatabdruck daraus 8". 4 S.) 

[942.] Aus Stuttgart sind die Handschriften u. Incunabeln 
der Kunigl. Handbibliothek in dem Neubau der Konigl. öffentlicher 
Bibliothek mit untergebracht u. der Verwaltung der letzteren unter 
stellt worden. 

[943.] Aus Wien ist Dr. Anton Hittmair zum Amannens 
der K. K. Universitätsbibliothek ernannt worden. Dr. K. H. 




— •» — ■<•■■•■■! 



Druck von Job. PtUfler In Dreadeo. 



NEUER ANZEIGER 

ffir 

ft'bliographie ond Bibliothekwissenschaft. 

' Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt. 



Oktober. 



Inhalt: 



1884. 



G^dttinger Zeitongen. — Glückwunschkarten von Mitgliedern des Kdnigl. 
^acJisischen Hofes. — Die Bibliothek des Franciskaner-Conventes in &- 
piaa. — Chronologisches Yerzeichniss Englischer und Amerikanischer 
'cbriftsteller nnd Anonymer Schriften auf dem Gebiete der Stenographi- 
clien Litteratnr. (Schlnss fol^t) — Litteratnr and Miscellen. — All- 

gememe Bibliographie. 

[944.] Gottinger Zeltnngen*). 

Das Erscheinen einer neuen Göttinger Zeitung, der Göttiugor 

^T-eien Presse, giebt uns Veranlassung, unseren Lesern über die 

ieher erschienene, wenn auch meist längst verschollene Zeitungs- 

^ti^teratnr Göttingens einen freilich keinen Anspruch auf yollstTin- 

^igkeit machenden Ueberblick zu verschaffen. Dem Gegenstande 

^^tsprechend, lassen wir die Titel der Zeitungen in bibliographischer 

^eise u. zwar in chronologischer Ordnung auf einander folgen 

^. beschränken uns auf wenige zur Sache gehörige Zusätze. Die 

Onmenge der in Göttingen erschienenen gelehrten Zeitschriften ist 

l>ei dieser Aufzählung ausgeschlossen, während die der Unterhil' 

tung im Allgemeinen gewidmeten Blätter, als in naher Beziehung 

la den Lokalblättern stehend, mit berücksichtigt wurden. Wj/ 

hoffen durch diese Zusammenstellung den Beweis zu liefern, ikM 

eine solche AufPQhrung von Titeln, hier als ein kleiner Beito^ zi 

einem bislang viel zu wenig gewürdigten Zweige der Ljiuneir<- 

geschichte, auch ihre interessanten Seiten aufzuweisen ioC ▼..' 

bedauern nur, dass, in Folge eiliger Notirung, hintUbÜA \yt- 

ciellerer Angaben, namentlich bei einigen aus dem Toni» ^^.ti-- 

hunderte datirenden reinen ünterhaltungsblättem, kka» Ta^tKu*h- 

mässigkeiten sich bemerklich machen mussten. Ueber fiftjfenru.-.. 

der Zeitschriften, namentlich der älteren, gab die hi6BipfcTmna^rir>- 

Bibliothek erwünschten Aufschi uss. 

1. Der Bürger oder Zufallige Gedanken Ober tSmbmd Ar/^r- 
liehe Pflichten und zur Aufnahme des gemeines Mmm^ psr-^w :/-: :.• 
Anstalten, in einzelnen wöchentlichen BlätUn 
tingen Druckte Job. Friedr. Hagen (ingtaid«. 
Herrn Förster etc.) MDCGXXXII. (41 StfidL.; ^ 

2. Wöchentliche Göttingische Nadnaaai Kff;>r .. ..-.js». 

^ Von Hans Ellissen. Aus der »GStÜHr Jbtts ^-.'^^^ •xtom ^ 
1882. Nr. 13 u. 25, mit nachtraglichen VK0mm^§^ w^<,- -/ :fl 



810 Göttinger Zeitungen. 

Yorangeseizten philosophischen Betrachtungen auf das 1735 Jalr^ 
Joh. Mich. Fritsch. 

Zweiter Titel. Ordentliche Nachrichten von allen zu Göttingao 
sowohl bei der nenerrichteten Universität, als auch bei dem Senat 
selbst und den gesammten Einwohnern derselben vor&llenden und 
dem gemeinen Wesen zu wissen nöthigen und diensahmen Ange- 
legenheilen. Auf das gegenwärtige 1785 Jahr. G6itingen gedr. 
m. Hagerischen Schriften. (XLTI. St&ck.) 4^. 

VerfasBer Prof. HoUmann*). 

8. Die Klapperschlange. Ein Wochenblatt zum Nutzen und 
Vergnügen. Göttingen, BossiegeL 8^ 

4. Der Sammler. 1786. Göttingen, Fritsch. 8^ 

5. Der Zerstreuen 1787. 8<>. 
YerlasBer Prof. Hollmann*). 

6. Gemeinnützige Briefe oder moralischer, bürgerlicher und 
critischer Brief-Wechsel der gemeinnützigen GeseUschaft. 1789. 8^. 

7. Minerva oder zufällige Gedanken, Betrachtungen und An- 
merkungen. Göttingen, Hager. 1741. 8^ (Wöchentlich.) 

8. Vermischte Beiträge zum Nutzen und Vergnügen. [Her. 
Y. B. Wedekind.] Göttingen, Hager. 1746. 8^ 

9. Meisterstücke moralischer Abhandlungen englischer unid 
deutscher Sittenlehre. 5 Sammlungen. Bossiegel. 1750 — 57. 8^ 

Verf. Heinr. Wilh. Sehröder aus Lübeck*). 

10. Geschmack und Sitten [von C. F. Meissner und J. F. 
Camerer]. Bossiegel. 8^. 

Motto: Maneant immota precamur 

oertaque perpetui aint argumenta pudoris. Claudianus. 

11. Die Freunde [von H. E. Schröder]. Eine Wochenschrift. 
1768. 8«. 

12. Niemand. Eine Wochenschrift. 1756, 1757. 8^. 

18. Göttingische Gelehrte Bejträge zum Nutzen und Ver- 
gnügen bestehend aus Abhandlungen von yerschiedemä' UMerien 
vom Jahr 1768. 4^ 89 S. 

1. Aufiatz : Von den Wochenblättern überhaupt als eine SbiWitaBg 
zu dem Göttingischen. 

14. Allgemeine Unterhaltungen vom Jahr 1769. Mit Kupfern. 
Friedr. Andreas Rosenbusch. 1769. 8^. (104 Stücke.) 

— Dasselbe 1770, 1771. 8«. 

Hier folgt beiläuflg die Periode der Göttinger Musenalmanache 
(1770—1808) u. der Göttinger Bevolutions-Almanache(l 798— 1804). 

15. Gemeinnützige Abhandlungen. I. Bd. 1. ThL anf das 
Jahr 1772. Gedr. bei Joh. Albr. Barmeier. 4^. (89 Stücke.) 

*) Handschriftliche Ergänzungen d« Göttinger Bibliotheka*Ez«mplaM. 



G(}ttinger ZeitoDgen. 311 

— Dasselbe. L Bd. 2. Tbl. auf das Jahr 1773. (St. 40—91.1 

— Dasselbe. H. Bd. 1. Tbl. auf das Jabr 1774. (52 Stücke. 

— Dasselbe. II. Bd. 2. Tbl auf das Jabr 1775. (51 Stflcke.j 

Inbalt: Historiscbe, cameralistiflcbe, taclmologiscbe, Mychologische, 
hod- u. hanswirthsehaftlicbe Aufsätze, Satyrischea, Anecaoten etc. 

16. Landbibliotbek für den Deutscben. Dietericb. 1772, 
1773. 8«. 

17. Der Hauslehrer. Vandenhoeck. 1775. 8<^. 

18. Wflnschelrntbe. Herausgegeben von H. Straube und 
Dr. J. P. y. Homtbal. Januar — Juni 1818 und Zugabe 1 — 4. 
Yandenhoeck u. Ruprecht, gr. 4^. 

Motto: .Die küixeste Thorheit Ist die beste (?)* 
Inhalt: Gedichte, Enfihlungen, Mfirchen^ Becensionen etc. 
NB. Von litt Benomm^ durch die lutarbeiterschaft tron Achim 
y. Arnim, Clemens Brentano etc. 

19. Gdtüngisches Wochenblatt. 1814—1867. 4<>. (Zwei- 
spaltig.) 1814-1832 (?) Bed. Wagemann. 1833 — 1843 Red. 
Henng, 1844—1866 Bed. Hering jun., 1867 Bed. Niebecker. — 
Druck 1814—1824 Job. Conr. Baier, 1825—1839 Gebr. Baier, 
1840 — 1847 Chr. Baier's Wwe. , 1848 — 1852 H. C. Seemann, 
1853, 1854 H. C. Seemanns Wwe. (pr. Quart Vt ^^^^0» 1B55— 
1867 Uniyersit&ts-Buchdruckerei yon W. Fr. Kästner. 

Laut der Ankündigung: Jede Woche wenigstens 1 Bogen Qaart, 
deesen ente Hfilfte das eigentliche Intelligenzblatt, die andere Magazin 
für nütiMehe AufiiStze ist. 

Folgende 4 stehende Artikel: 

1. Verordnungen u. Acusschreiben. 2. Gerichtliehe u. obrigkeitliche 
Bekanntmachungen. 8. Polizey- (sie!) Anseigen. 4. Anzeigen u. An- 
fragen yemüschten Inhalts. 

Der 2. Theil AufiBätze über a. Yaterl&ndisches, b. Stadt- u. Land- 
wirthschaft, c. Gesundheits- u. Armenpflege, d. Erzählungen wahrer u. 
interessanter Handlangen u. Begebenheiten. 

Führte seit 1830 als Titemgnette das Stadtwappen. 

Der letzte Jahigang spricht seinen yon yome herein beabsichtigten 
Zweck jetzt durch den Zusatz am Kopfe «Zum Besten der hiesigen 
Stadt-^men* direct aus. 

20. OOttinger ünterhaltungsblatt. 1840—1843 Bed. Pastor 
C. H. Miede. Druck H. C. Seemann. 4^. 

1840. 1841 je 39 Nonmiem. 1842, 1843 je 52 Nummern. 
Inhalt: Historische AuUtze, Beiseschildemngen, Noyellen, Gedichte, 
Aphocismen, Anecdoten, Bäthsel etc., auch Famuiennachrichten. 

21. Güttinger ünterhaltungsblatt. 1847—1849 Bed. C. H. 
Miede und A. Schnitze; 1850, 1851 Bed. H. Ereibohm und W. 
DieckhoflE. Druck C. H. Seemann. S^. 

22. Freie Blätter aus Göttingen. Bed. A. Bock (Nr. 1—18), 
W. Seelig (Nr. 19 — 25), und unter der Verantwortlichkeit der 
Yerlagabandlnng yon Vandenhoeck und Buprecht (Nr. 26 — 33). 

23* 



312 Göttinger Zeitungen. 

Druck von E. A. Huth. (20. März bis 21. Juni 1848.) 33 Num- 
mern. 25 Nummern ^g Thlr. 

Inhalt: Berichte über Weltereignisse, G5ttinger VersanunlongeD, 
Politische u. cameralistische Aufsätze, Gedichte etc. 

28. Göttingisches Bürgerblatt (17. Juli 1848 bis 4. Jan. 

1849.) Bad. Dr. A. Ellissen. Druck und Verlag der Dieterich'- 

schen Bnchdruckerei. 50 Nummern in 4®. Yiertelj. Vt ^^^''• 

Inhalt: Berichte über Tagesereignisse, Wahlangelegenheiten, G$t- 
tinger Bürgeryersammlungen,. politische Aufisatze etc. etc. 

24. Yolkswarte. Eine Zeitung für Stadt und Land. Bad. 
K. Fiedler. Exped. im Bäuerischen Hause neben Seemann. 1849. 
Folio. Viertelj. Vi Thlr. 

25. IJnterhaltungs- und Anzeigeblatt für GOttingen und die 
Umgegend. 1858 — 1863. Bed. unter Verantwortlichkeit von C. 
Buprecht jnn. (1858 — 1861), und von Vandenhoeck und Bnprecht 
(1862, 1868). Druck von E. A. Huth. 4<>. Vierte^. 12 Gr. 

Erschien jeden Dienstaj^, Donnerstag und Sonnabend. 
Inhalt: Zeitnngsnachnditen, Beiseudzzen, Naturwissenachaftlichei, 
Erzählungen, Vermischtes, Familiennachrichten etc. etc. 

26. Göttinger Zeitung. General- Anzeiger für Stadt und Land. 
1864 flgde. (Später mit dem Zusatz: Ereisblatt des Kreises Güt- 
tingen, Amt und Stadt Göttingen, Amt und Stadt Münden, Dräns- 
feld. Hedemünden, Amt Beinhausen. Tageblatt und Gen.-Anz. f. 
Stadt und Land.) Expedition und Bedaction: Buchdruckerei der 
Gebrüder Hofer, seit 1880 Louis Hofer. Bed. seit 1881 Dr. jur. 

Gömann. Folio. 

Erscheint täglich ausser Sonntag. 

1864— Dec. 68. zweispaltig. Vierte^. 16, resp. 18 Gr. Dec. 1868 
--Juni 1874 dreispaltig. Viertelj. 18, resp. 20 Gr. 1874--1882 vier- 
spaltig. Vierte^. 2 Mark. 

Beiblatt u. Sonntagsblatt (s. nächste Nummer). 

I-XIX. Jhrg. (Nummern fortlaufend. 16. Oct 82: Nr. 5749). 

Inhalt: Ammche Bekanntmachungen, Weltereignisse, ProTiniial- 
nachrichten, Telegraphische Depeschen, Locales etc., loserate. 

27. Sonntagsblatt zur Unterhaltung und Belehrung. 4^. 
(Beiblatt der Göttinger Ztg.) 

Inhalt: Novellen, gewerbliche u. landwirthschaftliche AufeStie n. 
sonstige gemeinnützige Artikel. 

28. General-Anzeiger für Hannover, angrenzende Proyinzen, 
sowie benachbarte Staaten und weitere Kreise. 15. Oct. — Nov. 
1881. Verlag und Bedaction von Edm. v. Glümer. GMüingen, 
Druck von E. A. Huth. Viertey. 75 Pfg. 4^ 

Das Blatt sollte vom 1. Nov. ab am 7., 10 und 20. jeden Monats 
erscheinen. Wesen ungenügender Betheiligung hatte es oei dem Er- 
scheinen einiger Nummern sein Bewenden. Neben den Insenten brachte 
68 aach einige politiBche Nachrichten« 

29. Qöttinger Anzeiger fix &18l^\. QitA&OL'is^ und nmli^iende 



0(^tiinger Zeitungen. 813 

Ortschaften I Stadt und Kreis Münden, Hedemünden, Dransfeld, 
Heinhansen, Witzenhausen, Northeim, Catlenhurg, Nörten, Bovenden, 
Sinbeck, üslar» Hardegsen, Moringen, Adelebsen, Lindau, Giebolde- 
liausen, Duderstadt, Worbis, Heiligenstadt etc. Jan.~Sept. 1882. 
£edaction und Verlag von H. Lange. Druck yon E. A. Huth. 
X'olio. Erst gratis; dann Viertelj. 80 Pfg^ dann 60 Pfg. 

Erschien Dienstag, Donnerataff und Sonnabend, Tergrtaerte Ende 
Sept. sein Format, schmückte sida mit dem Göttiuger Stadtwappen, 
hörte aber denselben Monat auf zu erscheinen, wogegen die Göttioger 
Freie Presse an seine Stelle trat. 

Bedactioneller lohalt: Politische u. Lokalnachrichten (namentlich 
«Göttinger Plaudereien"), Novellen etc. 

80. Göttinger Freie Presse verbunden mit dem Göttinger 
Anzeiger für Stadt und umliegende Ortschaften, Stadt und Amt 
Münden, Hedemünden, Dransfeld, Beinhausen, Northelm, Catlenbnrg, 
Nörten, Bovenden, Einbeck, üslar, Hardegsen, Moringen, Adelebsen, 
Lindau, Gieboldehausen, Duderstadt, Worbis, Heiligenstadt etc. 
Oct. 1882 ff. Red. C. Spielmeyer. Dr. 0. A. Ellissen (Oct. 1882), 
W. Spangenberg (Oct. 1882— Febr. 1888), Dr. A. Schilbach (bis 
April 1888), C. Spielmeyer (seit April 1888). Verlag von Spiel- 
meyer, Druck von Huth in Göttingen. 

Erwähnung verdient schliesslich die in Northeim erscheinende: 
Göttinger Grubenhagensche Zeitung. General-Anzeiger für Süd- 
Hannover. 

Erscheint Dienstag, Donuerstag u. Sonnabend. 

[945.] Glflckwnnschkarteii Ton Mitgliedern des KonigL 

Sächsischen Hofes. 

Schnorr v. Carolsfeld hat im II. Bde seines Katalogs der 
Handschriften der Eönigl. öffentlichen Bibliothek zu Dresden S. 
158 — 54 unter den Handschriften zur Sächsischen Geschichte folg. 
Schriftstück angeführt: „Eigenhändig geschriebenes Gedicht (12 
Verse) des Prinzen, nachmaligen Königs Johann (mit einer Malerei : 
Saul verfolgt David mit dem Speer.) Anfang: Des Lebens liebliche 
Begleiterinnen, Die Künste schliessen einen schönen Bund. qu. 8^." 
Schnorr hat aber nicht näher angegeben, zu welchem Zwecke das durch 
ein Bildchen (denn von einer wirklichen Malerei kann denn doch 
wohl nicht die Bede sein) illustrirte Gedicht verfasst sein mag. Mir 
ist es jedoch nicht zweifelhaft, dass es zu den versificirten Glück- 
wünschen gehört, mit denen sich die Mitglieder des Sächsischen 
Hofes bei Gelegenheit des Jahreswechsels oder eines anderen freu- 
digen Familienereignisses früher einander zu beschenken pflegten, 
n. zu welchen in der Regel der als Malerdilettant bei den Mit- 
gliedern der Prinz!. Anton'schen u. Maximilianischen Familien in 
Gunst stehenda Eoffourier Friedrich Anton JoaepYi '&.^\i^ ^vci ^^^sl 



814 Glückwunschkarten Ton Mitgliedern des Kgl. Sächsischen Hofes. 

Inhalte der Verse entsprechendes Bildchen lieferte. Im Nachlasse 
des Königs Johann habe ich mehre dergleichen meist eigenhändige 
Glückwunschschreiben vorgefunden, von denen ich einige zu er- 
wähnen in Nachstehendem Gelegenheit nehme. 

Eine Gratulationskarte des Prinzen u. nachmaligen Königs Anton 
an den zum Chef eines Husarenregiments ernannten Prinzen Johann: 
ein Bildchen (ein heransprengender Husarentrompeter) mit der nicht 
eigenhändigen Unterschrift ,,Froh muss die Trompete klingen, Lustig 
muss mein Schimmel springen, denn ich bring zum neuen Jahr Dir 
meine besten Wünsche dar"; u. eine andere solche Karte der Prin- 
zessin Therese, Anton^s Gemahlin: ein Bildchen (ein Husar zu 
Fuss im Vordergrunde n. ein zweiter Husar zu Pferde mit einem 
Handpferde im Hintergrunde) mit der ebenfalls nicht eigenhändigen 
Unterschrift ,,0I könnte ich doch Worte finden, Um Dir das Gute 
zu verkünden, Was Dir heut meine Seele wünscht Doch da ich 
nicht kann Worte finden, Um all das Gute Dir zu künden, so 
nimm indess dies Blättchen hin.'' 

Femer eine Gratulätionskarte des Königs Anton an den Prinzen 
Johann bei Gelegenheit der Geburt von dessen drittem Kinde 
Elisabeth: ein Bildchen (zwei tanzende Kinder Maria u. Albert u. 
die Neugeborene in der Wiege) mit der nicht eigenhändigen Bei- 
schrift „Alle gute Ding sind drej, Doch es bleibet nicht dabej, 
Hüpfen werden sie wie toll, Denn das Zimmer wird noch voll"; u. 
eine andere solche Karte, von wem ist ungewiss: ein Bildchen 
(zwei Kirder, nämlich ein grösseres Mädchen Maria mit der Puppe 
u. ein kleinerer Knabe Albert auf dem Steckenpferde, zur Seite 
eine Wiege) mit der Beischrift „Was segensreich dies Jahr ge- 
boten. In der Erinnrung wird*s bestehn: Erkoren war^s zum 
Glückesboten, Zum Frendenspender ausersehn. Verjüngt durch eine 
frische Blüthe Besteht er kräftig fort und fort Der Lebensbaum, 
und Gottes Güte Schützt ihn am angestammten Ort Mög' er bald 
neue Blumen treiben, Die Hoffnung, die dies froh ersehnt — Sie 
wird von Euch erfüllet werden, Eh' Jahr an Jahr sich scheidend 
lehnt. Vom Glück saht Ihr Euch ja begleiten, Es lächelte Euch 
nah und fem. Und fröhlich zu der Heimath leiten Woll* Euch der 
heitre Lebens-Stera.'' 

Femer noch ein eigenhändiges Gedicht der Prinzessin Amalia, 
der älteren Schwester des Prinzen Johann : „Ein Hund zu früh der 
Welt entrissen, Der fromm und treu nur fremde Leut' gebissen. 
Des Hauses Hort, der Kinder Spielgeselle, Ward' eingescharrt auf 
unbesuchter Stelle. Oh Bicasl somit ists vergönnt den Deinen, 
Auf deinem Grabe technisch nun zu weinen, Und dieses Denkmal 
hier, ein schöner Wahn, Ist unsers Dankes blosser Talisman ; Doch 
steht dir, welchem man umsonst den Glauben An Menschen frevent- 
lich versucht' zu rauben, Ein Denkmal fester als von Mannorstein 



Glflckwunschkarten von Mitgliedern des KgL Sächsischen Hofes. 815 

In nnsrer Herzen stillem Kämmerlein''; mit einer hübsch (aber 
offenbar nicht von Kühne) ausgeführten Malerei (ein steinernes 
Denkmal mit der Figur eines liegenden Handes n. der darüber 
befindlichen Inschrift „Bicas** in einem Gebüsch). 

Ein anderes ebenfalls eigenhändiges an den Prinzen Johann, 
den man auf einem beigefügten Bildchen in Begleitung seines 
WlrUischaftinspektors mitten unter einer Schafheerde stehen u. die 
Walle prüfen sieht, gerichtetes Gedichtchen der Prinzessin Amalia 
lautet: „Dn^ der du'Höll* und Paradies durchstöhret, Mit Gittern 
aus dem Heidenthum verkehret, Stehst hier mit deinem ländlichen 
€refahrten Ein Seladon in Mitte deiner Heerden, Die Wolle prüfend 
mit geübter Hand. Doch — ist ein Landwirth gleich ein nützlich 
Gegenstand, Ists drum nicht nöthig, dass ein gross Genie Bei Tisch 
TOD Wolle spreche und von Vieh." 

Hiemach noch ein Doppelbildchen , dessen eine Seite eine im 
Bette liegende kranke Dame zeigt, u. auf dessen anderer Seite der 
feuerspeiende Yesuy u. eine von dorther kommende, auf Eseln rei- 
tende Gesellschaft von 8 Personen (Kaiser Franz von Oesterreich u. 
dessen Gemahlin Charlotte nebst Prinzessin Amalia) dargestellt sind*); 
mit folg. nicht eigenhändiger Zuschrift der Prinzessin Amalia an 
den Prinzen Johann: „Was die eine Seite beut, Wünsch* ich 
künftig zu vermeiden, Denn an Frost in Gluth zu leiden, Ist voll- 
auf noch immer Zeit Aber jenes andre Bild (Wenn auch nicht 
mit Feuerspeien) Wird noch oft sich Dir erneuen. Wenn mein 
Wflnschchen sich erfüllt So bei Tag, als wie bei Nackt, Mögen 
lustige Farthien Dir im künftigen Jahre blühen. Aber eins nimm 
wohl in Acht! Künftig nichts zu übergehen. Freundlich ich Dich 
mahnen muss; Denn Du hast der Lava Guss Und Sorrento nicht 
gesehen. Auch der braune Pflanzensand, Eines Welschen Fürsten 
Gabe, In dorn neuen Jahre labe Dir zu oft nicht den Verstand." 

Sodann folgen zwei an den Prinzen Johann von dessen älterem 
Bruder, dem Prinzen und nachherigen König Friedrich August ge- 
richtete eigenhändige Zuschriften, u. zwar die eine: „Wenn an der 
altehrwürdigen Tafelrund In sorgenfreier Thätigkeit Dahin floss 
manche schOne Stund* In besserer Vergangenheit Und wenn auch 
düstere Erinnerungen Die andere lange Tafel beut. Als auch bei 
uns sein Schwert geschwungen Der blufge Dämon unserer Zeit; 
So knüpfen alte, theure Bande Mich an die Zeit, mich an den Baum I 
Auch damals galts dem Vaterlande. Doch dünkts mir wie ein 
schöner Traum. mögst du in denselben Wänden Bei schlimmem 
Anlkng besser enden 1"; mit einem Bildchen (ein fürstliches Zimmer, 
mit einem runden Tische im Vordergrunde u. dahinter ein länglicher). 



^ üeber diese VesuYfahrt s. das im Ans. J. 1888. Nr. 472 abge- 
druckte Gedieht der Prinzessin Amalia. 



308 Liiteratar and Hiscellen. 

[937.] Aus Innsbruck ist Ende Juni der Scriptor u. 
Bibliothekar des Nationalmuseums Balthasar Hunold (geb. 24. April 
1828) gestorben. G. K. 

[938.] Aus Milwaukee hat C. N. Caspar in Vorbereitung 
„a list of the dealers in antiquarian and second-handbooks in the 
United States, and requests that all connected with these branches 
send him their addresses, giving particulars as to what are their 
specialties, etc." (Publisb. Weekly Vol. XXVI. No. l. S. 13.) 

[939.] Aus Moskau hat der am 18. Januar zu Neuilly 
(Seine) im 81. Lebensjahre verstorbene Bibliophile Sergius Polto- 
ratzky, Ehrenconservator der Kaiserl. öffenll. Bibliothek zu St. 
Petersburg, der Stadt, als seiner Vaterstadt, eine Sammlung von 
25,000 Bde, die von ihm auf einer seiner benachbarten Besitzungen 
angelegt worden war, als Vermächlniss hinterlassen. Bekanntlich 
hat auch Poltoratzky seiner Zeit die Herstellungskosten des Que- 
rard*schen Werkes y,Superchdries litteraires** aus seinen Mitteln 
bestritten. (Bibliogr. de la France, Cbronique Nr. 23. S. 100.) 

[940.] Aus New York hat die Officin von „Pnblisbers' 
Weekly" in Vorbereitung „an interesting little volume entitled ^a 
modern Proteus; or a list of books published ander more than one 
title*, compilod by Jarnos Lyman Whitney of the Boston Public 
Library. The volnine is based upon a paper read by Whitney 
before the mcoting of the American Library Association at Bufifalo, 
last August, which has since then been considerably enlarged. 
Apart from its interest as a contribution to the ,curiosities of 
literature*, it is of decided value of the bookseller and bibliographer''. 

(Publ. Weekly Vol. XXV. Nr. 25. S. 708.) 

[941.] Aus St. Petersburg hat am 1/13. Juni, der wltkl. 
Staatsrath Dr. Christoph Friedrich (Feodor Andrejewitsch) v. Walther, 
seit 1848 Bibliothekar an der Kaiserl. öffentl. Bibliothek, unter 
grosser Theilnahme sein 50jährigcs Jubiläum als Kussischer Staats- 
diener gefeiert. Hierüber s. St. Petersburger Herold Nr, 157 u. 
161. (Separatabdruck daraus S^. 4 S.) 

[942.] Aus Stuttgart sind die Handschriften u. Incunabeln 
der KCnigl. Handbibliothek in dem Neubau der KOnigl. öffentlichen 
Bibliothek mit untergebracht u. der Verwaltung der letzteren unter- 
stellt worden. 

[943.] Aus Wien ist Dr. Anton Hittmair ztim Amanuensis 
der K. K. Universitätsbibliothek ernannt worden. Dr. K. H. 



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Drnck von Joh. VvasYqt \n i;>t«%^«u. 



NEUER ANZEIGER 

ffir 

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft. 

* Herausgegeben von Dr. J. Petzboldt. 



Oktober. 



1884. 



Inhalt: 

GSttinger Zeitongen. — Glückwunschkarten von Mitgliedern des Königl. 
Sachsischen Hofes. — Die Bibliothek des Franciskaner-Conventes in lä- 
ffnaa. — Chronologisches Yerzeichniss Englischer und Amerikanischer 
Schriftsteller ond Anonymer Schriften auf dem Gebiete der Stenographi- 
schen Litterator. (Schlnss fol^t.) — Litteratnr und Miscellen. ~ All- 

gememe Bibliographie. 

[944.] Göttinger Zeitungen*). 

Das Erscheinen einer neuen Göttinger Zeitung, der Gdttinger 
Freien Presse , giebt uns Veranlassung, unseren Lesern über die 
bisher erschienene, wenn auch meist längst verschollene Zeitungs- 
litteratnr Göttingens einen freilich keinen Anspruch auf YoUstän- 
digkeit machenden üeberblick zu verschaffen. Dem Gegenstande 
entsprechend, lassen wir die Titel der Zeitungen in bibliographischer 
Weise u. zwar in chronologischer Ordnung auf einander folgen 
Q. beschränken uns auf wenige zur Sache gehörige Zusätze. Die 
Unmenge der in Göttingen erschienenen gelehrten Zeitschriften ist 
bei dieser Aufzählung ausgeschlossen, während die der Unterhal- 
tung im AUgemeinen gewidmeten Blätter, als in naher Beziehung 
za den Lokalblättern stehend, mit berücksichtigt wurden. Wir 
hoffen durch diese Zusammenstellung den Beweis zu liefern, dass 
eine solche Aufführung von Titeln, hier als ein kleiner Beitrag zu 
einem bislang viel zu wenig gewürdigten Zweige der Litteratur- 
geschichte, auch ihre interessanten Seiten aufzuweisen hat Wir 
bedauern nur, dass, in Folge eiliger Notirung, hinsichtlich spe- 
deUerer Angaben, namentlich bei einigen aus dem vorigen Jahr- 
hunderte datirenden reinen Unterhaltungsblättem, kleine Ungleich- 
mässigkeiten sich bemerklich machen mussten. Ueber die Mehrzahl 
der Zeitschriften, namentlich der älteren, gab die hiesige Universitäts- 
Bibliethek erwünschten Aufschluss. 

1. Der Bürger oder Zufällige Gedanken über allerhand bürger- 
liche Pflichten und zur Aufiiahme des gemeinen Wesens gereichende 
Anstalten, in einzelnen wöchentlichen Blättern vorgetragen. Göt- 
tingeu Druckte Job. Friedr. Hagen (ingleichen zu Hannover bei 
Herrn Förster etc.) MDCCXXXII. (41 Stück.) 4». 

2. Wöchentliche Göttingische Nachrichten nebst allerhand 

*) Von Hans Ellissen. Aus der „Göttinger Freien Presse"^ I. JoiVvx^, 
1882. Mr. 13 TL 25, mit nachtragh'chen Ergänzungen abge^LCXiOL^»« 




308 Liiteratur und Hiscellen. 

[987.] Aus Innsbruck ist Ende Juni der Scriptor n. 
Bibliothekar des National museums Balthasar Hunold (geb. 24. April 
1828) gestorben. G. K. 

[938.] Aus Milwflukee hat C. N. Caspar in Vorbereitung 
„a Üst of the dealers in antiquarian and second-handbooks in the 
United States, and requests that all connected with thcse branches 
send him their addresses, giving particulars as to what are their 
specialties, etc." (Publisb. Weekly Vol. XXVI. No. l. S. 13.) 

[939.] Aus Moskau hat der am 18. Januar zu Nenilly 
(Seine) im 81. Lebensjahre verstorbene Bibliophile Sergius Polto- 
ratzky, Ehrenconservator der Kaiserl. öffenU. Bibliothek zu St 
Petersburg, der Stadt, als seiner Vaterstadt, eine Sammlung yo 
25,000 Bde, die von ihm auf einer seiner benachbarten Besitznnge 
angelegt worden war, als Vermächlniss hinterlassen. BekanntliclK^ ) 
hat auch Poltoratzky seiner Zeit die Herstellungskosten des Qu^ 
rard'schen Werkes y,Superchüricä littöraires'* aus seinen Mittelnr~r 
bestritten. (Bibliogr. de la France, Cbronique Nr. 23. S. 100.) 

[940.] Aus New York hat die Officin von „Pnblisbers 
Weekly" in Vorbereitung „an intercsting little volume entitled , 
modern Proteus; or a list of books published under more than on 
title*, compilcd by Jarnos Lyman Whitney of the Boston Publi 
Library. The volume is based upon a paper read by Whitne 
before the mcoting of the American Library Association at Bu£fal(», 
last August, which has since then been considerably enlarged. 
Apart from its interest as a contribution to tlie ,curio6ities of 
literature*, it is of dccided value of the bookseller and bibliogr.ipher'^ 

(Publ. Weekly Vol. XXV. Nr. 25. S. 708.) 

[941.] Aus St. Petersburg hat am 1/13. Juni, der wiikl. 
Staatsrath Dr. Christoph Friedrich (Feodor Andrejewitsch) v. Walther, 
seit 1848 Bibliotlickar an der Kaiser!, öffentl. Bibliothek, unter 
grosser Thcilunlimo sein 50jährigos Jubiläum als Kussischer Staats- 
diener gefeiert. Hierüber s. St. Petersburger Herold Nr, 157 u. 
161. (Separatabdruck daraus S'*. 4 S.) 

[942.] Aus Stuttgart sind die Handschriften u. Incunabeln 
der Kunigl. Handbibliothek in dem Neubau der Königl. öffentlichen 
Bibliothek mit untergebracht u. der Verwaltung der letzteren unter- 
stellt worden. 

[943.] Aus Wien ist Dr. Anton Hittmair zum Amannenftts 
der K. K. Universitätsbibliothek ernannt worden. Dr. K. H. 



Druck vui\ 3oV\. VÜAftVQT \xi \>t^^«u. 




NEUER ANZEIGER 

für 

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft, 

* Herausgegeben von Dr. J. Petzboldt. 



Oktober. 



Inhalt: 



1884. 



<jöttmger Zeitungen. — Glückwunschkarten von Mitgliedern des Konigl. 
Sächsischen Hofes. — Die Bibliothek des Franciskaner-Conventes in &- 



ffosa. — Chronologisches Yerzeichniss Englischer und Amerikanischer 
Schriftsteller und Anonymer Schriften auf dem Gebiete der Stenographi- 
schen Litterator. (Sehluss fol^t.) — Litteratur und Miscellen. ~ AU- 



tsteller und Anonjmer Schriften auf dem Gebiete der Stenographi- 

" " ' m iolft.) — Litteratui 

gcmeme Bibliographie. 

[944.] Göttinger Zeitungen*). 

Das Erscheinen einer neuen Göttinger Zeitung, der Göttingor 
Freien Presse , giebt uns Veranlassung, unseren Lesern über die 
hisher erschienene, wenn auch meist längst verschollene Zeitungs- 
litteratur (}öttingens einen freilich keinen Anspruch auf Yollstan- 
<I(gkeit machenden üeberblick zu verschaffen. Dem Gegenstande 
^tsprechend, lassen wir die Titel der Zeitungen in bibliographischer 
Wieise IL zwar in chronologischer Ordnung auf einander folgen 
0. beschränken uns auf wenige zur Sache gehörige Zusätze. Die 
I^nmenge der in Göttingen erschienenen gelehrten Zeitschriften ist 
^i dieser Aufzählung ausgeschlossen, während die der Unterhal- 
tung im AUgemeinen gewidmeten Blätter, als in naher Beziehung 
^u den Lokalblättern stehend, mit berücksichtigt wurden. Wir 
Sofien durch diese Zusammenstellung den Beweis zu liefern, dass 
^ine solche Aufführung von Titeln, hier als ein kleiner Beitrag zu 
einem bislang viel zu wenig gewürdigten Zweige der Litteratur- 
S^schichte, auch ihre interessanten Seiten aufzuweisen hat. Wir 
^E^edansm nur, dass, in Folge eiliger Notirung, hinsichtlich spe- 
^«Uerer Angaben, namentlich bei einigen aus dem vorigen Jahr- 
hunderte datirenden reinen ünterhaltungsblättem, kleine (Jngleich- 
mtoigkeiten sich bemerklich machen mussten. Ueber die Mehrzahl 
^er Zeitschriften, namentlich der älteren, gab die hiesige Universitäts- 
Bibliothek erwünschten Aufschluss. 

1. Der Bürger oder Zufällige Gedanken über allerhand bürger- 
liche Pflichten und zur Aufiiahme des gemeinen Wesens gereichende 
Anstalten, in einzelnen wöchentlichen Blättern vorgetragen. Göt- 
zen Dmckts Job. Friedr. Hagen (ingleichen zu Hannover bei 
Bttrn Förster etc.) MDCCXXXII. (41 Stück.) 4^. 

2. Wöchentliche Göttingische Nachrichten nebst allerhand 

Ti Von Hans Ellissen. Aus der „Göttinger Freien Presse", L Jaht^. 
1%. Hr. 13 TL 25, mit nachträglichen Ergänzungen a\>ge^rQL^V« 

"1^ 




810 Göttinger Zeitungen« 

Yorangesetzten philosophischen Betrachtungen auf das 1735 Jahr. 
Joh. Mich. Fritsch. 

Zweiter Titel. Ordentliche Nachrichten von allen zu Göttingen 
sowohl hei der neuerrichteten Universität, als auch bei dem Senat 
selbst und den gesammten Einwohnern derselben Yor&Uenden und 
dem gemeinen Wesen zu wissen nöthigen und diensahmen Ange- 
legenheiten. Auf das gegenwärtige 1785 Jahr. GötUngen gedr. 
m. Hagerischen Schriften. (XLVI. St&ck.) 4^ 

Ver&flBer Prof. Hollmann*). 

8. Die Klapperschlange. Ein Wochenblatt zum Nutzen un 
Vergnügen. Göttingen, BossiegeL 8^ 

4. Der Sammler. 1786. Göttingen, Fritsch. 8^ 

5. Der Zerstreuer. 1787. 8^. 
YeriaBser Prof. Hollmann*). 

6. Gemeinnützige Briefe oder moralischer, bürgerlicher un 
critischer Brief-Wechsel der gemeinnützigen GeseUschaft. 1789. 8 

7. Minenra oder zufällige Gedanken, Betrachtungen und A 
merkungen. Göttingen, Hager. 1741. S^. (Wöchentlich.) 

8. Vermischte Beiträge zum Nutzen und Vergnügen. [He^ r« 
y. B. Wedekind.] Göttingen, Hager. 1746. 8^ 

9. Meisterstücke moralischer Abhandlungen englische 
deutscher Sittenlehre. 5 Sammlungen. Bossiegel. 1750 — 67. 

Verf. Hdnr. Wilh. Schröder aus Lübeck*). 

10. Geschmack und Sitten [von C. F. Meissner und J. JF. 
Camerer]. Bossiegel. 8^. 

Motto: Maneant immota precamur 

certaque perpetui sint argumenta pudoris, Claudianuf. 

11. Die Freunde [von H. E. Schröder]. Eine Wochenschrift 
1768. 8». 

12. Niemand. Eine Wochenschrift. 1756, 1757. 8®. 
18. Göttingische Gelehrte Beyträge zum Nutzen und Ver* 

gnügen bestehend aus Abhandlungen von verschiedenin ' Hatwi» 
vom Jahr 1768. 4^ 89 S. 

1. Aufintz : Von den Wochenblättern überhaupt als eine BaÜtof 
zu dem Göttingischen. 

14. Allgemeine Unterhaltungen vom Jahr 1769. Mit Kupfern. 
Friedr. Andreas Bosenbusch. 1769. 8\ (104 Stücke.) 

— Dasselbe 1770, 1771. 8» 

Hier folgt beiläufig die Periode der Göttinger MusenalmaBache 
(1770—1808) u. der Göttinger BeYolutions-Ahnanache(l 798— 1804). 

15. Gemeinnützige Abhandlungen. I. Bd. 1. TU. auf du 
Jahr 1772. Gedr. bei Joh. Albr. Barmeier. 4®. (89 Stück».) 

V HandschrifUiche Ergänsungon te QlSUiucer Bibliotheka-Szeiipkie. 



Göttinger Zeitcmgen. 311 

— Dasselbe. L Bd. 2. Tbl. auf das Jahr 1773. (St. 40—91.) 

— Dasselbe. EL Bd. 1. Tbl. auf das Jabr 1774. (52 Stücke.) 

— Dasselbe. H. Bd. 2. Tbl. auf das Jabr 1775. (51 BtQcke.) 

Inhalt: Historische, camendistische, technologische, nsychologiache, 
land- n. hanswirthschaftliche Anfs&tze, Satyrisches, Anecaoten etc. 

16. Landbibliothek für den Dentschen. Dieterich. 1772, 
1778. 8«. 

17. Der Hauslehrer. Yandenhoeck. 1775. 8^. 

18. Wflnschelmtbe. Herausgegeben von H. Straube und 
Dr. J. P. y. Homthal. Januar — Juni 1818 und Zugabe 1 — 4. 
Yandenhoeck u. Ruprecht, gr. 4^. 

Motto: .Die küneste Thorheit ist die beste (?)* 
Inhalt: Gedichte, Erzfihlungen, Mfirchen, Becensionen etc. 
NB. Yen litt. Benommte durch die Mitarbeitenchaft tron Achim 
T. Anmn, Clemens Brentano etc. 

19. GÖttingisches Wochenblatt. 1814—1867. 4^ (Zwei- 
spaltig.) 1814—1882 (?) Bed. Wagemann. 1833 — 1843 Bed. 
Henng, 1844—1866 Bed. Hering jun., 1867 Bed. Niebecker. — 
Druck 1814—1824 Job. Conr. Baier, 1825—1839 Gebr. Baier, 
1840 — 1847 Chr. Baier's Wwe., 1848—1852 H. C. Seemann, 
1853, 1854 H. C. Seemanns Wwe. (pr. Quart Vt '^^^')f 1855— 
1867 ÜBiYersitäts-Buchdruckerei von W. Fr. Kästner. 

Laut der Ankündigung: Jede Woche wenigstens 1 Bogen Quart, 
dessen eiste H&lfte das ei^^tlicbe Intelligenzblatt, die andere Magazin 
für nützlidie Auft&tze ist. 

Folgende 4 stehende Artikel: 

1. Verordnungen u. Ausschreiben. 2. Gerichtliche u. obrigkeitliche 
Bekanntmachungen. 8. Polizey- (sie!) Anzeigen. 4. Anzeigen u. An- 
liagen Termischten Inhalts. 

Der 2. Theil Aufsätze über a. Vaterländisches, b. Btädt- u. Land- 
wirthschaft, c. Gesundheits- u. Armenpfl^e, d. Erzählungen wahrer u. 
intenresianter Handlungen u. Begebenheiten. 

Führte seit 1880 als Titeliognette das Stadtwappen. 

Der letzte Jahrgang spricht seinen von Yome herein beabsichtifften 
Zweck jetzt durch den Zusatz am Kopfe «Zum Besten der hiengen 
Stadt-Armen* direct aus. 

20. Göttinger Unterhaltungsblatt. 1840—1843 Bed. Pastor 
C. H. Miede. Druck H. C. Seemann. 4<^. 

1840. 1841 je 89 Kammern. 1842, 1843 je 52 Nummern. 
Inhalt: Historische Aufiaätze, Beiseschilderunffsn, Novellen, Gedichte, 
Aphorismen, Anecdotra, Bäthsel etc., auch Famuiennachrichten. 

21. Gminger ünterhaltungsblatt. 1847—1849 Bed. C. H. 
ICiede und A. Schnitze; 1860, 1851 Bed. H. Kreibohm und W. 
^khofiC Druck C. H. Seemann. S^. 

22. Freie Blätter aus G^ttingen. Bed. A. Bock (Nr. 1—1 8), 
^* Seelig (Nr. 19 — 25), und unter der Verantwortlichkeit der 
^^lagshandlung von yandenhoeck und Buprecht QSli. %^ — ^^'^^* 

<2a* 



812 GötüDger Zeitungen. 

Druck von E. A. Huth. (20. März bis 21. Juni 1848.) 83 Num- 
mern. 25 Nummern 7t ^^• 

Inhalt: Berichte über Weltereignisse, 65ttinger YenammlongeD, 
Politische u. cameralistische AniSsätze, Gedichte etc. 

23. Oöttingisches Bfirgerblati (17. Juli 1848 bis 4. Jan. 
1849.) Bed. Dr. A. Ellissen. Druck und Verlag der Dieterlch'- 
scben Buchdruckerei. 50 Nummern in 4^. Yiertelj. V, Thlr. 

Inhalt: Berichte über Tageserei^pisse , Wahlangelegenheiten, Got- 
tinger Bürgerversammlungen,. politische Aufisatze etc. ete. 

24. Yolkswarte. Eine Zeitung für Stadt und Land. Bad. 
K. Fiedler. Exped. im Bäuerischen Hause neben Seemann. 1849. 
Polio. Yiertelj. Vi Thlr. 

25. ünterhaltungs- und Anzeigeblatt für Göttingen und die 
Umgegend. 1853 — 1863. Bed. unter Yerantwortlichkeit von C. 
Buprecht jun. (1853 — 1861), und von Yandenhoeck und Buprecht 
(1862, 1863). Druck von E. A. Huth. 4«. Yiertey. 12 Gr. 

Erschien jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. 
Inhalt: Zeitongsnachriditen, Beiseuizzen, Naturwissenschaftliches, 
Erzählungen, Yermischtes, Familiennachrichten etc. etc. 

26. Göttinger Zeitung. General- Anzeiger für Stadt und Land. 
1864 flgde. (Später mit dem Zusatz: Ereisblatt des Kreises Göt- 
tingen, Amt und Stadt Göttingen, Amt und Stadt Münden, Dräns- 
feld, Hedemünden, Amt Beinhausen. Tageblatt und Gen.-Anz. f. 
Stadt und Land.) Expedition und Bedaction: Buchdruckerei der 
Gebrüder Hofer, seit 1880 Louis Hofer. Bed. seit 1881 Dr. jor. 
Gömann. Folio. 

Erscheint täglich ausser Sonntag. 

1864— Dec. 68. zweispaltig. Yierte^. 16, resp. 18 Gr. Dec. 1868 
—Juni 1874 dreispaltig. Viertelj. 18, resp. 20 Gr. 1874—1882 yier- 
spaltig. Viertelj. 2 Mark. 

]|%iblatt u. Sonntagsblatt (s. nächste Nummer). 

I-XIX. Jhrg. (Nummern fortlaufend. 16. Oct. 82: Nr. 5749). 

Inhalt: Amuiche Bekanntmachungen, Weltereignisse, Provinzial- 
nachrichten, Telegraphische Depeschen, Locales etc., Inserate. 

27. Sonntagsblatt zur Unterhaltung und Belehrung. 4^. 
(Beiblatt der Göttinger Ztg.) 

Inhalt: Novellen, gewerbliche u. landwirthschaftliche Au&ätze u. 
sonstige gemeinnützige Artikel. 

28. General-Anzeiger für Hannover, angrenzende ProYinzen, 
sowie benachbarte Staaten und weitere Kreise. 15. Oct — Nov. 
1881. Yerlag und Bedaction von Edm. v. Glümer. Göttingen, 
Druck von E. A. Huth. Viertelj. 75 Pfg. 4«. 

Das Blatt soUte vom 1. Nov. ab am 7., 10 und 20. jeden Monats 
erscheinen. Wesen ungenügender Betheiligung hatte es bei dem Er- 
scheinen einiger Nummern sein Bewenden, rieben den Inseraten brachte 
es auch einige politische Nachrichten. 

29. Göttinger Anzeiger für Stadt Göttingen und umliegende 



Göttinger Zeitungen, 313 

Ortschaften y Stadt und Kreis Münden , Hedemünden, Oransfeld, 
Beinhansen, Witzenhausen, Northeim, Catlenburg, Nörten, Bovenden, 
Einbeck, Uslar, Hardegsen, Moringen, Adelebsen, Lindau, Giebolde- 
hausen, Duderstadt, Worbis, Heiligenstadt etc. Jan.~Sept. 1882. 
Redaction und Verlag von H. Lange. Druck von E. A. Hutb. 
Folio. Erst gratis; dann Yiertelj. 30 Pfg., dann 60 Pfg. 

Erachien Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, yergrSsserte Ende 
Sept. sein Fonnat, schmückte am mit dem Göttinger Stadtwappen, 
hörte aber denselben Monat aof zu erscheinen, wogegen die Göttinger 
Freie Presse an seine Stelle trat. 

Bedactioneller Inhalt: Politische u. Lokalnachrichten (namentlich 
.Gdttinger Plaudereien'*), Novellen etc. 

30. Göttinger Freie Presse verbunden mit dem Göttinger 
Anzeiger für Stadt und umliegende Ortschaften, Stadt und Amt 
Münden, Hedemünden, Dransfeld, Reinhausen, Northeim, Catlenburg, 
Nörten, Bovenden, Einbeck, Uslar, Hardegsen, Moringen, Adelebsen, 
Lindau, Gieboldehausen, Dnderstadt, Worbis, Heiligenstadt etc. 
Oci 1882 ff. Bed. 0. Spielmeyer. Dr. 0. A. Ellissen (Oct. 1882), 
W. Spangenberg (Oct. 1882— Febr. 1883), Dr. A. Schilbach (bis 
April 1883), C. Spielmeyer (seit April 1883). Verlag von Spiel- 
meyer, Druck von Huth in Götüngen. 

Erwähnung verdient schliesslich die in Northeim erscheinende: 
Göttinger Grubenhagensche Zeitung. General-Anzeiger für Süd- 
Hannover. 

Erscheint Dienstag, Donnerstag u. Sonnabend. 

[945.] Glflckwnnsebkarteii Ton Mitgliedern des Konigl. 

Säebsiseben Hofes. 

Schnorr v. CaroMeld hat im U. Bde seines Katalogs der 
Handschriften der Königl. öffentlichen Bibliothek zu Dresden S. 
153 — 54 unter den Handschriften zur Sächsischen Geschichte folg. 
Schriftstück angeführt: „Eigenhändig geschriebenes Gedicht (12 
Verse) des Prinzen, nachmaligen Königs Johann (mit einer Malerei : 
Saal verfolgt David mit dem Speer.) Anfang: Des Lebens liebliche 
Begleiterinnen, Die Künste schliessen einen schönen Bund. qu. 8^." 
Schnorr hat aber nicht näher angegeben, zu welchem Zwecke das durch 
ein Bildchen (denn von einer wirklichen Malerei kann denn doch 
wohl nicht die Bede sein) illustrirte Gedicht verfasst sein mag. Mir 
ist es jedoch nicht zweifelhaft, dass es zu den versificirten Glück- 
wünschen gehört, mit denen sich die Mitglieder des Sächsischen 
Hofes bei Gelegenheit des Jahreswechsels oder eines anderen freu- 
digen Familienereignisses früher einander zu beschenken pflegten, 
u. zu welchen in der Begel der als Malerdilettant bei den Mit- 
gliedern der Prinzl. Anton'schen u. Maximilianischen Familien in 
Gunst stehende Hoffourier Friedrich Anton Joseph Kühne ein dem 



314 Glückwunschkarten Ton Mitgliedern des Kgl. Sächsischen Hofes. 

Inhalte der Verse entsprechendes Bildchen lieferte. Im Nachlasse 
des Königs Johann habe ich mehre dergleichen meist eigenhändige 
Glückwunschschreiben vorgefunden, von denen ich einige zu er- 
wähnen in Nachstehendem Gelegenheit nehme. 

Eine Gratulationskarte des Prinzen u. nachmaligen KOnigs Anton 
an den zum Chef eines Husarenregiments ernannten Prinzen Johann: 
ein Bildchen (ein heransprengender Husarentrompeter) mit der nicht 
eigenhändigen Unterschrift „Froh muss die Trompete klingen, Lustig 
muss mein Schimmel springen, denn ich bring zum neuen Jahr Dir 
meine besten Wünsche dar"; u. eine andere solche Karte der Prin- 
zessin Therese, Anton*s Gemahlin: ein Bildchen (ein Husar zu 
Fuss im Vordergründe u. ein zweiter Husar zu Pferde mit einem 
Handpferde im Hintergrunde) mit der ebenfalls nicht eigenhändigen 
Unterschrift „0! könnte ich doch Worte finden, Um Dir das Gute 
zu verkünden, Was Dir heut meine Seele wünscht Doch da ich 
nicht kann Worte finden, Um all das Gute Dir zu künden, so 
nimm indess dies Blättchen hin.'' 

Femer eine Gratulätionskarte des Königs Anton an den Prinzen 
Johann bei Gelegenheit der Geburt von dessen drittem Kinde 
Elisabeth: ein Bildchen (zwei tanzende Kinder Maria u. Albert u. 
die Neugeborene in der Wiege) mit der nicht eigenhändigen Bei- 
schrift „Alle gute Ding sind drej, Doch es bleibet nicht dabej, 
Hüpfen werden sie wie toll, Denn das Zimmer wird noch voll''; u. 
eine andere solche Karte, von wem ist ungewiss: ein Bildchen 
(zwei Kirder, nämlich ein grösseres Mädchen Maria mit der Puppe 
u. ein kleinerer Knabe Albert auf dem Steckenpferde, zur Seite 
eine Wiege) mit der Beiscfarift „Was segensreich dies Jahr ge- 
boten. In der Erinnrung wird*s bestehn: Erkoren war's zum 
Glückesboten, Zum Freudenspender ausersehn. Verjüngt durch eine 
frische Blüthe Besteht er kräftig fort und fort Der Lebensbaum, 
und Gottes Güte Schützt ihn am angestammten Ort Mög* er bald 
neue Blumen treiben, Die Hoffnung, die dies froh ersehnt — Sie 
wird von Euch erfüllet werden, Eh* Jahr an Jahr sich scheidend 
lehnt Vom Glück saht Ihr Euch ja begleiten, Es lächelte Euch 
nah und fem, Und fröhlich zu der Heimath leiten Woir Euch der 
heitre Lebens-Stera." 

Ferner noch ein eigenhändiges Gedicht der Prinzessin Amalia, 
der älteren Schwester des Prinzen Johann : „Ein Hund zu früh der 
Welt entrissen, Der fromm und treu nur fremde Leut' gebissen. 
Des Hauses Hort, der Kinder Spielgeselle, Ward' eingescharrt auf 
unbesuchter Stelle. Oh Bicas! somit ists vergönnt den Deinen, 
Auf deinem Grabe technisch nun zu weinen. Und dieses Denkmal 
hier, ein schöner Wahn, Ist unsere Dankes blosser Talisman ; Doch 
Btebt dir, weichem man umsonst den Glauben An Menschen frevent- 
lieb verancbV zu rauben. Ein Denkm^X loo^At ^% ^^xi Usum^t^tein 



Glückwunschkarten von Mitgliedern des KgL Sächsischen Hofes. 815 

In unsrer Herzen stillem Kämmerlein*'; mit einer hübsch (aber 
offenbar nicht von Kühne) ausgeführten Malerei (ein steinernes 
Denkmal mit der Figur eines liegenden Hundes u. der darüber 
befindlichen Inschrift „Bicas^ in einem Gebüsch). 

Ein anderes ebenfalls eigenhändiges an den Prinzen Johann, 
den man auf einem beigefügten Bildchen in Begleitung seines 
Wirthschaftinspektors mitten unter einer Schafheerde stehen u. die 
Wolle prüfen sieht, gerichtetes Gedichtchen der Prinzessin Amalia 
lautet: „Du, der du'Höll* und Paradies durchstöhret, Mit Göttern 
ans dem Heidenthum verkehret, Stehst hier mit deinem ländlichen 
Crefahrten Ein Seladon in Mitte deiner Heerden, Die Wolle prüfend 
mit geübter Hand. Doch — ist ein Landwirth gleich ein nützlich 
Gegenstand, Ists drum nicht nOthig, dass ein gross Genie Bei Tisch 
Yon Wolle spreche und von Vieh." 

Hiemach noch ein Doppelbildchen, dessen eine Seite eine im 
Bette liegende kranke Dame zeigt, u. auf dessen anderer Seite der 
feuerspeiende Vesuv u. eine von dorther kommende, auf Eseln rei- 
tende Gesellschaft von 8 Personen (Kaiser Franz von Oesterreich u. 
dessen Gemahlin Charlotte nebst Prinzessin Amalia) dargestellt sind*); 
mit folg. nicht eigenhändiger Zuschrift der Prinzessin Amalia an 
den Prinzen Johann: „Was die eine Seite beut, Wünsch* ich 
künftig zu vermeiden, Denn an Frost in Gluth zu leiden, Ist voll- 
auf noch immer Zeit Aber jenes andre Bild (Wenn auch nicht 
mit Feuerspeien) Wird noch oft sich Dir erneuen. Wenn mein 
Wünschchen sich erfülli So bei Tag, als wie bei Nackt, Mögen 
lustige Farthien Dir im künftigen Jahre blühen. Aber eins nimm 
wohl in Acht! Künftig nichts zu übergehen. Freundlich ich Dich 
mahnen muss; Denn Du hast der Lava Guss Und Sorrento nicht 
gesehen. Auch der braune Pflanzensand, Eines Welschen Fürsten 
Gabe, In dem neuen Jahre labe Dir zu oft nicht den Verstand." 

Sodann folgen zwei an den Prinzen Johann von dessen älterem 
Bruder, dem Prinzen und nachherigen König Friedrich August ge- 
richtete eigenhändige Zuschriften, u. zwar die eine: „Wenn an der 
altehrwürdigen Tafelrund In sorgenfreier Thätigkeit Dahin floss 
manche schöne Stund* In besserer Vergangenheit Und wenn auch 
düstere Erinnerungen Die andere lange Tafel beut, Als auch bei 
uns sein Schwert geschwungen Der blut*ge Dämon unserer Zeit; 
So knüpfen alte, theure Bande Mich an die Zeit, mich an den Baum I 
Auch damals galts dem Vaterlande. Doch dünkts mir wie ein 
schöner Traum. mögst du in denselben Wänden Bei schlimmem 
Anfang besser enden 1"; mit einem Bildchen (ein fürstliches Zimmer, 
mit einem runden Tische im Vordergrunde u. dahinter ein länglicher). 



*) üeber diese VesuFfahrt 8. das im Anz. 3. \^^. '^i. ATlTi ^%^ 
drncH» Oediebt der PriDzetdn Amalia. 



316 Glückwunschkarten yon Mitgliedern des Kgl. Sächsischen Hofes. 

Die andere ebenfalls eigenhändige : „Wenn der Bömische Kaisei 
den Brauurbar giebt. Und der Schmied den Beif fest um det 
Bottich schlägt, Wenn Neptan das V/asser ein wenig trQbt, Dam 
der Bräner. uns gutes Bier trinken lässt. Wenn Jupiter nur keit 
Oewitter erregt, Dass zuletzt das ganze Gebräude umschlägt'^; mi 
einem Bilde (an einer länglichen Tafel sitzend, obenan der Bömisch< 
Kaiser, auf der einen Längenseite Jupiter mit dem Blitze u. den 
Adler, auf der anderen ein Schmied mit dem Hammer u. Neptui 
mit dem Dreizack, untenan Prinz Johann auf einer Biertonne sitzeni 
u. Bier trinkend). 

Endlich zwei (nicht mit Gewissheit zu sagen, an wen) geriditei 
Glückwunschkarten des Prinzen Johann: die eine mit einem Bild 
chen (eine Dame, einem Offizier ein Körbchen reichend) o. ml 
der eigenhändigen Zuschrift „Zwar ist für Klinkbers (?) treue 
Lieben Wie Eis einst Karolinens Herz geblieben ; Doch braucht e 
nur ein einziges Pfui, Hit ,o' versetzt, so lodert sie im Hni^' 
u. die andere mit einem Bildchen (zwei angekettete Hunde i 
einem Gehöfte) .u. mit der ebenfalls eigenhändigen Zuschrift „W5 
bringen dir zum neuen Jahr Des Herzens Wünsche bellend dai 
du, die du aus Sclavenketten Im alten Jahr uns wolltest retten' 
Unterschrift: „Die treuen Wächter aus Jahnishausen." 

Hieran kann ich noch eine offenbar zu den vorstehend ange« 
führten Glückwunschkarten gehörige anschUessen, in Betreff derei 
ich aber freilich nicht zu sagen in der Lage bin, weder von wem 
noch an wen sie gerichtet ist Eine Malerei zeigt zwei an einen 
Tische sitzende, reich gekleidete Damen, von denen die eine mi 
Stickerei u. die andere mit Patience -Legen sich beschäftigt. Di 
dem Bilde beigefOgten Verse lauten: „Mit inniger Lust^ mit annenn 
barer Liebe Begrüss* ich Dich, Du Freundin meiner Seele, Spricli 
was mir noch zu wünschen übrig bliebe, Wenn ich Dich, Holdste 
zur Genossin wähle? — Nicht mir, nur Dir gehört mein feurig 
Sehnen, Dich mag der Himmel mit den besten krönen; Uns ma^ 
so unverrückt die Freundschaft eng umschliessen. Wie im Geduld 
spiel Du Geduld mir hast bewiesen.'^ J. P. 

[946.] Die Bibliothek des Franeiskaner-Conventes ii 

Bagnsa**). 

Der Franciskaner-Orden, der in Dalmatien, Albanien u. Istriei 
zeitig Fuss gefasst u. sich rasch ausgebreitet bat — nach der kirch 
liehen Ueberlieferung soll der H. Franciskus von Assisi selbst ii 
den J. 1212 u. 1219 daselbst verweilt haben — zählt den Convent zi 
Bagusa zu einem der ältesten u. angesehensten der dortigen Klöstei 



*) Nach den Mittheilangen von Krones in Graz, abgedr. in de 
Beilage zur (Münchner) Allgemeinen Zeitung Nr. 188. S. 2702—64. 



Die Bibliothek des Franziskaner-Conventes in Ragosa. 817 

der sich auch zeitig schon des Besitzes einer sehr werthvollen 
Bibliothek hat rühmen dürfen. Leider ist diese ältere Bibliothek 
1667 durch Brandanglück zu Gmnde gegangen: unter anderen 
Kostbarkeiten sind damals ^die ebenso durch die wunderbar zarten 
Miniaturen, wie durch den Beichthum ihrer Einbände werthyollen 
Choralbücher, ein Geschenk der Bosnischen Fürstin Katharina 
(wahrscheinlich der Gemahlin des Banus von Bosnien [1822 — 53] 
Stephan Kotromaniö), u. ausserdem 6500 Bde mit verbrannt. 
Was überdies an Urkunden u. Handschriften der Ordensprovinz 
dabei zu Grunde gegangen sein mag, lässt sich natürlich nicht 
näher bestimmen. 

,J)en gegenwärtigen Grundstock u. Kern der Franciskaner- 
Bibliothek Bagusa's bildet", schreibt Krones, ,ydie reiche, mit un- 
säglicher Ausdauer zusammengetragene Handschriften- u. Bücher- 
sammlnng zur Geschichte Dalmatiens, die der am 9. Juni 1852 
rerstorbene Conventuale P. Franc. Innoc. Ciulich von Spalato mit 
.dem Beinamen Sordo (der Taube) seinem Kloster vererbte. Der 
Katalog dieser Sammlung wurde von Dr. G. August Kazna^ic 
(geb. 1817), dem leider vor kurzem (19. Febr. 1883) verstorbenen 
Arzte, Sdiriftsteller u. Pfleger seiner ihm vielverpflichteten Heimath, 
auf Kosten der Begierung im J. 1860 als Anhang des Osservatore 
Bulmato vtt-OflfenÜicht, u. füllt einen ziemlich umfangreichen Band. 
Die ganze Sammlung zäblte zur Zeit, als der Katalog verfasst 
^wnrde, 8086 Nrr. u. zwar 858 Handschriften in Buchform, 774 
lose Mss., 967 Druckwerke grossen u. 937 geringeren ümfanges. 
Von ihnen allen gehören 2402 Nrr. Dalmatien stofiflich an. Dem 
Inhalte nach entfallen 571 auf die südslavische ,Illyrische* Sprache 
u. Litteratur, 848 auf die Theologie, 175 auf die philosophischen 
u. naturwissenschaftlichen Disciplinen, 1381 auf Lateinische, Italieni- 
sche u. ,Illyrische' Poesie u. Litteratur, während 566 Nrr. der 
Geschichte u. verwandten Fächern zuzuweisen sind.*' 

Die Zahl der Handschriftensammlung würde noch grösser 
sein, wenn nicht in Folge der schrankenlosen Liberalität, mit 
welcher die Benutzung des Handschriftenbestandes für die Nähe 
u. Feme gewährt worden ist, derselbe bereits so manche empfind- 
liche Lücke aufzuweisen hätte. Dafür steht den litterarischen 
Schätzen der Bibliothek noch eine reichhaltige u. wohlgeordnete 
Musikaliensammlung aller Stilgattungen zur Seite. 

Krones hat eine „flüchtige Musterung^* des Handschriften- 
bestandes versucht. Obenan stehen Abschriften von Werken 
der allerdings meist schon durch den Druck bekannten Geschicht- 
schreiber oder Chronisten Bagusa's: Johannes von Bavenna, um 
1899 Professor u. Kanzler der Carraresen zu Padua; Dr. Filippo 
de Diversi de Quartigiani aus Lucca, 1484 — 40 in Diensten 
des ' Bagosinischen Freistaates ; Ludovico Cerva oder Cervarius 



818 Die Bibliothek des Franciskaner-Convenies in Bagasa. 

„Tul^ro" d. i. der Bucklige (1455—1527), Benediktiner-Abt; 
Francesco Gondola, Bagusinischer Patrizier (1564 — 85); Serafino 
Nazzi, Dominikaner aus Florenz u. 1587 Vorsteher der Bagusini- 
schen Congregation des Prediger-Ordens ; Giacomo Luccari (1551 — 
1615), Bagusinischer Patrizier; Marino Gondola (f 1650), ebenfalls 
Bagusinischer Patrizier; Nicolö Bona (1600 — 78), gleichfalls aus 
einer Edelfamilie Bagusa's; Giugno Besti (f 1785), desgl. Bagusini- 
scher Patrizier; Ignazio (Nicolö) Giorgi aus Bagnsa (1675 — 1737), 
Abt des Benediktiner-Hauptklosters auf der Insel Meleda, Marino 
Serafino Cerva (1686—1759), Bagusinischer Dominikaner, dessen 
Fleisse die Bibliothek 12 starke Folianten noch nicht gedruckter, 
streng urkundlicher Werke zur Kirchen- u. Gelehrten - G^chichte 
Bagusa*s, sowie zur Geschichte des dortigen Prediger-Klosters ver- 
dankt. Hieran reihen sich noch zahlreiche Chronikenabschriften des 
unermüdlichen Litteraten Gian Maria Matte! aus Bagnsa, eines Jesu- 
iten (t 1788), z. B. das Bruchstück einer Bagusaner Chronik aus 
dem XiV. Jhrhdt, Annalistisches aus einer Perg. Handschrift des 
Dominikaner-Klosters in Bagusa, Jahrbücher Bagusa's von 800 bis 
1607, sowie viele Excerpte u. Abschriften aus den Bechts- u. Staats- 
büchern der Bagusaner Bepublik. Ziemlich bedeutend ist die Zahl 
der vermischten oder Sammelhandschriften, historischen u. spez. 
kirchengeschichtlichen Inhaltes, Copien von Actenstücken , die vor- 
zugsweise dem XVII. u. XVIII. Jhrbdte angehören. Zu einem 
Theile betreffen dieselben den Kreis allgemein Europäischer Ange- 
legenheiten^ u. Begebenheiten, überwiegend ist jedoch die Zahl derer, 
welche Bagusinisches u. insbesondere kirchliche Interessen des ehema- 
ligen Freistaates zum Gegenstande haben. Krones hat aus einigen dieser 
Sammelhandschriften den Inhalt näher angegeben, woraus ersicht- 
lich ist, dass der Werth derselben nicht unterschätzt werden darf. 
Von speziellem Interesse ist der Beitrag, den Krones aus einer 
solchen Saromelhandschrift zur Lnbensgeschichte des als Lexikographen 
bekannten Bagusinischen Franziskanermönches P. Giachino Stulli 
(1730---1817J geliefert hat. Stulli hatte sich die Bearbeitung eines 
dreisprachigen „Ulyrisch-Italienisch-Lateinischen Wörterbuches'' zur 
Lebensaufgabe gemacht, u. diese Aufgabe, trotz aller ihm dabei ent- 
gegengetretenen Widerwärtigkeiten, doch mit zäher u. keine Müh- 
sal scheuender Ausdauer u. selbst materiellen Opfern zu lösen ge ^ 
wusst. „Auf Bechnung der Vollendung meines Illyrischen Lexikons,^' 
schreibt Stulli an den Kaiser Franz U., dem der erste Band des 
gedruckten Werkes gewidmet ist, „habe ich über 40 Jahre aufge- 
wendet. Ich habe verschiedene Gebiete Europa's zur Sammlung 
IDyrischer Worte bereist, an 100,000 Illyrische Worte, die in an- 
deren Illyrischen Wörterbüchern nicht vorkommen, hinzugefQgt, über 
2000 Fl. auf Beisen, Post, Papier, Kerzen etc. aufgewendet Ich 
habe Hunger, Durst u. andere Mühsal diese Zeit hindurch wegen 



7erzeichii. Engl. u. Amerik. Schriftotoller in der Stenogr. Litter. 819 

meiner Armntli, mit der ich Niemandem beschwerlich, Niemandem 
lästig fiel, wobei ich Niemand um etwas anging, geduldig getragen, 
u. erröthe nicht, Dir, o Kaiser, die Wahrheit einzugestehen.^' 



[947.] Chronologisches Terzeichniss Englischer nnd Ame- 
rikanischer Schriftsteller und Anonymer Schriften anf 
dem Gebiete der Stenographischen Litteratar. 

Nach J. E. Rockwell *). 



Timothe Bright. 1588. 
Peter Bales. 1590. 
Art of Stenographie. 1602. 
John Willis. 1602. 
W. FoUdngham. 1618. 
Edmond Willis. 1618. 
William Labonrer. 1620. 
Thomas Shelton. 1620. 
Willoughby. 1621. 
H. Witt 1680. 
Henry Dix. 1688. 
Mawd. 1685. 

Theophilos Metcalfe. 1685. 
William Gartwright. 1642. 
Jeremiah Bich. 1646. 
Simon West 1647. 
John Farthing. 1654. 
Job Everardt 1658. 
Noah Bridges. 1659. 
WiUiam Addy. 1664. 
Thomas Heath. 1664. 
John Wilkins. 1668. 
Pen^s dexterity compleated. 1669. 
William Hopkins. 1670. 
WUliam Pacy. 1672. 
William Mason. 1672. 
Lawrence Steel (1672.) 
Samuel BoÜey. (1674.) 
Eliaha Coles. 1674. 
Barüett (About 1675.) 
Nathaniell Stringer. (1680?) 
Charles Alojs Bamsay. (1681.) 
Art of Short writing. 1684. 



Moses Lane. 1687. 
George Bidpath. 1687. 
Batcliffe. (1688?) 
John West 1690. 
Abraham Nicholas. 1692. 
Walter Gross. 1698. 
Henry Barmby. (1700.) 
Francis Tanner. 1712. 
Stenography; or the art of short- 

hand writing. (1712.) 
Samuel Lane. (1715.) 
New method of short, &c. 1716. 
James Westen. 1727. 
Philip Qibbs. 1786. 
William Webster. 1738. 
Thomas Gumey. 1740. 
Aulay Macaulay. 1747. 
Samuel Jeake. 1748. 
Peter Annet (1750.) 
William TifBu. (1750.) 
John AngelL (1758.) 
Thomas Stackhouse. (1760.) 
Henry Taplin. (1760.) 
James Swaine and Joseph Simms. 

(1761.) 
David Lyle. 1762. 
Alphabet of reason. 1763. 
Mark- Anthony Meilan. 1764. 
Anthony Clayton. 1765. 
Edward Hodgson. (1766?) 
William Holdsworth and William 

Aldridge. (1766.) 
John Byrom. 1767. 



*) Abgedruckt au8,,CircularB of information of the Bureau of Ednca- 
üon. No. 2. 1884. (Washington.)" gr. 8». 8. 10—15. 



820 Verzeichn. EDgl. u. Amerik. Schriftsteller in der Stenogr. Litter. 



Joseph Garney. 1773. 

John Palmer. 1774. 

Robert Graves and SamuelAshton. 
1775. 

William Williamson. 1775. 

Universal short-hand. 1776. 

Shorthand dictionary. (1777.) 

William I. Wanchard. 1779. 

Thomas Hervej. 1779. 

Francis Peck. 1779. 

William Mavor. 1780. 

Samuel Soare. 1780. 

John MitcheU. 1782. 

M. Nash. 1788. 

New scheme. 1788. 

Samuel Taylor. 1786. 

Simon George Bordley. (1787.) 

Elements of short-hand. 1787. 

William Graham. 1787. 

John Wallis. 1788. 

Brachygraphy. (1788.) 

Thomas Sarjeant. 1789. 

Henry Clarke. (1790?) 

Thomas Bees. (1790.) 

R. Tailor. 1791. 

Thomas Lloyd. 1798. 

Thomas Molinenx. 1796. 

Art of writing short-hand. 1798. 

Philip Doddridge. 1799. 

Elementary principle8,&c.(1800 ?) 

Greathead. (About 1800.) 

William Harwin. 1800. 

Thomas Hodson. 1800. 

M. Radclyffe Prosser. 1800. 

Samuel Richardson. 1800. 

Henry Ewington. 1801. 

Stenography: being a complete, 
&c. 1801. 

Pterography. 1802. 

P. Roberts. 1802. 

Richard Roe. 1802. 

Stenography^ or the art of short- 
hand perfected. 1802. 

Oard. 1803. 
Joseph Nigbtiugale. (1808?) 



H. D. Symonds and T. OstelL 1804. 
W. Williams. 1804. 
The Amanuensis. (1804.) 
George Nicholson. 1806. 
T. Brand? 1807. 
James Mitchell. 1807. 
Benjamin Vale. 1808. 
Guy? 1809. 

William Harrison. 1809. 
J. H. Olive. 1810. 

C. Mangan. 1810. 
Thomas Oxley. 1811. 
E. Duncan. (1812?) 
James Henry Lewis. 1812. 
G. Odell. 1812. 

Samuel Sams. 1812. 
Edward Lawson. 1818. 
Macro-stenography. 1818. 
James Adams. (1814.) 
John Dangerfield. 1814. 
A. W. Stones. 1814. 
J. H. Bobbett. 1815. 
J. Carstairs. 1815. 
T. Kitchingman. 1815. 
Langdale. 1815 or 1825. 
Manual of short-hand. (AI 

1815.) 
James Duncan. 1816. 
Andrew Hunter. 1816. 
William Gardiner. 1817. 
A. Ployd. 1818. 
Phineas Bailey. 1819. 
Richard Parr. 1819. 
William Gawtress. 1819. 
J. Kelly. 1820. 
P. Bingham. 1821. 
A. Walker. 1821. 
John Mooh. 1822. 
Jonathan Dodge. 1828. 
Marcus T. C. Gould. 1823^ 
William Harding. 1828. 

D. Hewett. 1828. 
George Jackson. 1828. 
Clement Walker. 1828. 



bn. Engl. u. Amerik, Schriftsteller in der Stenogr. Litier. 821 



Lir. 1824. 
Finn. (1824.) 

John Green. 1824. 
le. 1824. 
Iteteon. 1824. 
tnd simplified. 1824. 
tennett. 1825. 
itroduction, &c. 1825. 
i Gibbons. 1825. 
Uppiugion. 1825. 
Enfield. 1826. 
I Gardner. 1826. 
ton. (1826.) 
y Peacock. 1826. 
ilus Williams. 1826. 
L827. 
^ight. 1828. 

Latham, 1828. 
niolds. 1828. 
M. Steed. 1828. 
of shorthand. (abontl828.) 
be System of stenography. 
). 

is. 1830. 
1 Snell. (1880?) 
1 Henshaw. 1881. 
i Towndrow. 1881. 

(Schlofls 



Jasper and John Aitchison. 1882. 
Erastus B. Bigelow. 1882. 
John Henry Cooke. 1882. 

0. W. Jones. 1882. 
W. H. Sigston. 1882. 
H. H. Barton. 1888. 
Thomas Moat. 1838. 
Thomas Parker. 1888. 
Perkins. 1888. 

Bobert Cabell Boffe. 1888. 
John WeUs. 1888. 
John Gardner. 1884. 
Doncan IfacdongaL 1884. 
Laming Warren Tear. 1884. 
Wood. 1884. 
Daniel Cadman. (1885.) 
Complete System of short hand. 

(1885.) 
B. Feeny. 1835. 
J. George. 1885. 
Lloyd's stenography. (1885?) 
William Whltehead. (1885.) 
H. W. Day. 1886. 
John Galloway. (1886—87.) 
Thomas How. 1886. 

1. Nelson. 1886. 
Joseph Webster. 1886. 
folgt.) 



Lltteratnr und Mlseellen« 

Allgemelaes. 

»48.] Centralblatt fOr Bibliothekswesen hrqg. yon 0. Hartwig 
:. Scholz. I. Jahrg. (S. oben Nr. 815.) 
ith. im 8. Heft vom August : S. 294 — 808 Systematische, 
itische, chronologische Anordnung. Von E. Förstemann — 
—6. Ex Libris. Von M. Harrwitz — S. 807—18 Eine 
leksordnung aus dem Jahre 1259. Ein Beitrag zum Biblio- 
)8en des Mittelalters von Ernst Eelchner — S. 818 — 15 
ung zu den Untersuchungen über die frflheste Buchdrucker- 
hte Ulms. Von Max llgenstein (s. oben Nr. 687) — S. 815—22 
sieche Drucke der E. Bibliothek in Berlin. (Sammlung 
i.) Mitgetheilt von M. Steinschneider in Berlin. (Schluss) 
22—28 Mittheilungen aus u. über Bibliotheken — S. 828—29 
onen u, Anzeigen — 8. S29— 81 NeuA lSiC«äi^^Qme^ ^^ 



822 Liiterator und Miscelleo. 

dem Gebiete des Bibliothekswesens — S. 831 — 82 Antiquarische 
Cataloge — S. 882 Personalnachrichten. 

[949.] Bulletin da Bibliophie et da Biblioth^ire poU. par 
L. Techener. LL Ann^e 1884. (S. oben Nr. 568.) 

Enth. im Jan.-Heft: S. 1 — 15 Madame la Harquise P. de 
Simiane et M. le Marqois de Caamont. (Lettres in^dites.) Par H. 
Moalin, ancien magistrat — S. 16—35 Notice sar l'Imprimerie 
ä Nantes au seizi&me sidcle. Par Arthur de la Borderie — 
S. 86 — 47 Analecta-Biblion. Notice sur un Manuscrit singulier: 
Les Convttlsionnaires Jans^nistes (1788 — 1748). Par L^on Te- 
chener — S. 47 — 48 Nouvelles et Variötds. 

Im Febr.-Heft: S. 49—52 Bibliographie du XVIe siMe — 
S. 52 — 59 L'Hiade d'Homdre traduite en vers Fran9ais par M. le 
Procureur g^n^ral J. C. Barbier. Par H. Moulin, ancien magistrat. 

— S. 59—61 Analecta-Biblion. Note sur un Manuscrit Jans^nisteH 

— S. 61 — 69 Bevue critique de Publications nouvelles — S. 69 — 7ff 
Beyue des Yentes (Comte Clement de Bis) — S. 77 — 90 Causerie^ 
d'un Bibliopile; par le Baron Ernouf — 8. 90 — 96 N^crologio 
(Serge Poltoratzky; Fran9ois Morand de Boulogne-sur-Mer). 

Im März-Heft: S. 97—117 Le Palais et l'Acad^mie au XVIIe 
si^le. Par H. Moulin, ancien magistrat (Fortsetzung) — S. 117— 21 
Les M^moires dits de Rocca sur la guerre d'Espagne et leur v^ri- 
table auteur, par B. E. — S. 121—30 Bevue des Yentes (H. F., 
Dubrunfaut) — S. 180 — 44 Causeries d'un Bibliophile; par le 
Baron Ernouf — S. 144 N^crologie (Hercule Catenacci; Alfred Baudrj). 

Im April-Mai-Heft: S. 145—66 Le Palais et TAcademie au 
XYIIe si^cle. Par H. Moulin, ancien magistrat. (Fortsetzung.) — 
S. 167—79 Notes sur les Biblioth^ues de Province, par L. T. 

— 8. 179 — 92 A propos du Monument d'Eug^ne Delaeroix. Par 
le Baron Ernouf etc. — S. 198—214 CoUecüon Dutuit, par E. Sou- 
chidres — S. 214 — 15 Bevue critique de Publications nouvelles 

— S. 216 — 89 Du Prix Courant des Livres anciens. Bevue des 
ventes: de la Biblioth^ue du Docteur Court — S. 240 N^rologie 
(Jean Eagdne Yign^res), par Alkan aln^. 

[950.] The Bibliographer A Journal of Book-Lore. London, 
EUiot Stock. (S. oben Nr« 817.) 

Enth« im Augusthefte Nr. 83: S. 57—62 Bishop Moore, 
,,tho father of Black-Letter Collectors''. Part. I. By Cecil Moore 

— S. 62 — 65 The AiTängement of Private Libraries. Part II. 
By M. H. Towey — S. 65—69 Quarreis of Garrick and Murphy. 
Part. II. By T. Fairman Ordish — S. 69—70 English Manu- 
Scripts in Paris. By L. Toulmin Smith — S. 70 — 75 A tentative 
Catalogue of our Prison Literature, chronologically arranged. By 
W. Carew Hazlitt — S. 75—77 Beloe's Sexagenarian. Part L 



Litteratur und Miscellon. ''52 '5 

By Henry ß. Wheatley — S. 77-82 Old Ballads. Part II. — 
S. 82 — 88 Reviews, Notes & News, Correspondence, Libraries. 

Im Septemberhefte Nr. 34: S. 89 — 94 Bishop Moore, „the 

father of Black-Letter CoUectors". Part ü. By Cecil Moore — 

S. 94 — 96 Leipzig Book Fair and the Uerman Book Trade. By 

Leonard A. Wheatley — S. 96 — 99 BeWs Sexagenarian. Part II. 

— S. 99—104 Censured Cambridge Sermons. Part 11. By W. 

H. Olding — S. 105 — 7 Some Notices of the Gene?an Bible. 

(Supplement.) By Nicholas Pocock — S. 107—8 The Library 

of Wimbome Minster. By H. R. Plomer — S. 108—15 Old 

Ballads. Part m. — S. 115—20 Reviews, Notes & News, 

Correspondence, Libraries. 

[951.] Annales da Bibliophile Beige Nonvelle S^rie pnbL par 
Fr. J. Olivier. Tom. n. Bmxelles, Olivier. 1884. 8^ (S. oben 
Nr. 692.) 

Enth. in Nr. 7 (oder der ganzen Reihenfolge 19) vom August: 

^nx Impressions Incunables de Louvain, non cit^s; par C. Ruelens 

' — Les Relations militaires de Vincart; par £. G. — Histoire du 

Hi^tre Franfais en Belgique; par F. F. — Une Impression 

Qix^sicale Loavaniste da XVIIIe si^le; par Edmond Yan der Straeten 

Bibliographie — Catalogae des Livres anciens et modernes en 

^^nte chei Pr. J. Olivier. 

Bibliographie. 

[952.] * Edonard Tarqnety, bibliophile; par Fr^d^ric Saulnier, 
conseiller ä la cour d'appel de Rennes, prfoident de la Soci^t^ 
archMogiqae d'Hle-et-Vilaine. [Extrait de la Revae de Bretagne 
et de Yend^, join 1884.1 Paris, Techener. 8^ 19 S. (Nur 
70 namer. Ezempl. auf Holland. Pap.) 

[958.] * Over drie Handschriften op papyrus bekend onder 
de titeis van Papyrus da lac Moeris, der Fayoum et du La- 
byrintke. Door W. Pleyte. üitgegeven door de Koninklijke 
Akademie van Wetenschappen te Amsterdam. Met 8 platen en 
een kaart. Amsterdam, Muller. 4^. 1 Bl. 50 S. m. 9 Taf. 
Pr. 1,80 P. 

[954.] Gioseppe Ottino — Del costo di un Messale nel 1402. 
Pirenze, tip. dell' arte della stampa. 82^ mit breiten Rändern 
in 8 Format 16 S. (Nur 60 nnmer« Exempl.) 
Ffir die Handschriftenkunde von Werth u. Interesse sind ge- 
naue Angaben über Handschriftenpreise, u. zwar nicht sowohl fiber 
die Y«rkaufiEfpreifle von Handschriften, sondern u. namentlich auch 
fiber die Herstellungskosten, zumal wenn in Bezug auf die letzteren 
die Angaben durch Einzelrubriken fiber das zu den Handschriften 
verwendete Hateriali die darauf verwendete Arbeit u. die bei der 



324 Litteratur and Miscellen. 

Arbeit beschäftigt gewesenen Personen spezialisirt sind. Dies ist 
bei der vom Verf. im vorl. sehr nett gedruckten Schriftchen be- 
schriebenen Perg. Handschrift des Missales, welche sich im Mai- 
länder Dome befindet, der Fall. 

[955.] * Die Deutsche Bttcherillostration der Gothik nnd Fr&h- 
renaissance (1460—1530) von Bichard Mather. Bd. L Text 
& Bd. II. Facsimile-IUastrationen. Mönchen u. Leipzig, Hirth. 
Fol. 318 & 263 S. Pr. n. 120 Mk. (S. Anz. J. 1883. 
Nr. 1106.) 

Mit der kürzlich erschienenen 6. Lief, ist das ebenso werth- 
voUe a. inhaltsreiche, wie schön a. solid aasgestattete Werk abge- 
schlossen. Dasselbe bietet einen selbst den Kenner a. Sammler 
überraschenden trefflichen Ueberblick über die hochinteressante 
Eunstentwickelang, wie sie namentlich in der Inkanabelnlitterator 
sich zeigt, a. birgt einen Schatz wichtiger Aufschlüsse über die 
dabei in Betracht kommenden Druckorte, Buchdrucker u. Künstler 
jener auch für die Deutsche Sprachbildung u. allgemeine Caltur 
so hochwichtigen Zeit 

[956.] * Les Ex-Ubris de Schoepflin. Notice par Arthur Be- 
noit, auteur des Collections et CoUectionneurs Alsaciens, avec 
deux planches. Paris, Bouveyre et Blond. 8^ 14 S. mit 2 
Taf. (Nur 200 numer. ExempL, wovon 4 auf Japan., 6 auf 
färb., 190 auf Holland. Pap.) 

Ein Beitrag zu der Stoeber'schen „Petite Beyue d^Ex-libris 
Alsaciens'' (s. Anz. J. 1881. Nr. 850), wozu auch noch die Ton 
Benoit in der „Revue d'Alsace'* veröffentlichte u. daraus in nur 
wenigen Exemplaren besonders abgedruckte Mittheilung „Les 
E^-libris dans les trois Evdch^s, Metz, Toul, Verdun, 1552—1790'' 
gerechnet werden kann. Vgl. Polybiblion. n. S^rie. Tom. XX. 
Livr. 1. S. 82. 

[957»] A brief Handbook of American Authors by Oscar Fay 
Adams, author of „A brief Handbook of English Authors". 
Boston, Houghton Mifflin and Co. kl. 8^. X, 188 8. Pr. 75 c. 

In gleicher Weise, wie von den hervorragenderen Englischen 
Schriftstellern (s. oben Nr. 143), hat der Verf. im vorl. sehr nett 
ausgestatteten Bändchen in alphabetischer Reihenfolge eine IJeber- 
sicht der vorzüglicheren NAmerikanischen Schriftsteller, mit Anzeige 
ihres Geburts-Jahres u. Ortes, resp. Todesjahres, sowie der betr. 
Litteraturf&cher u. namhafteren Schriften, gegeben, üeber die Voll- 
ständigkeit und Zuverlässigkeit des Werkchens steht mir kein 
Urtheil zu; von Seiten der NAmerikanischen Presse hat aber das- 
selbe viele Anerkennung gefunden. 

[958.] SBIogtcqpM^ Se^ton M flaifert^umi^ Oefiemi^, ent^oUenb 
bie Sebendftisien ber benfiDütbigen $etfonen, xoüift feit 1760 in ben 



Litieratar und Miscellen. 325 

öflerrei^if^en flronl&tibem geboren mürben ober barin gelebt unb gemirtt 
^ben. Son Dr. 6onfl. r>. SDursba^. Vf. L. SaiStag— SiOanu ÜRit 
fecbd genealogifd^en Xafeln. 9Rit Unterftüftung M ^utord burd^ bie 
Caif etliche SUabemte ber SBiftenfci^ften. äBien, t. t. $)of< u. Staate« 
bruderei. gr. 8^ 1 »!. 320 ©. m. 2 Saf. $r. d. 6 SWf. (©. 
oben 99t. 472.) 

Enthält, wie gewöhnlich, eine grosse Masse schätzbaren u. 
dem Bibliographen willkommenen litterarischen Stoffes. 

[959.] * Index to the English Catalogue of Books. Vol. ni: 
January, 1874, to December, 1880. Gompiled by Sampson Low. 
London, Low & Co. gr. 8^ Pr. 18 sh. (S. Anz. J. 1876. Nr. 690.) 

[960J * Le Opere yolgari a stampa dei secoli XIII e XIV 

indicate e descritte da Fr. Zambrini. lY. Edizione, con appendice. 

Bologna, Zanichelli. S\ 1172, 202 S. Pr. 16 L. (8. Anz. J. 
1878. Nr. 1157.) 

[961.] Bibliografia del Bisorgimento Italiano — Opere anonime 
e pseudonime per Battista Montarolo assistente presse la B. Biblio- 
teca Estense in Modena. 1. e U. Centuria. Boma, Tipogr. Fratelli 
Centenari. kl. 4^ 88 S. Pr. 2 L. 

Wünschenswerth wäre es behufs bequemer Benutzung des 
^ohriftchens gewesen, wenn der Verf. seinem Verzeichnisse, in dem 
ieh die anonymen Schriften nach dem Stichworte der Titel u. die 
'^«udonymen nach dem fingirten Verf.- Namen in fortlaufender 
>^]^habet. Beihenfolge aufgeführt finden, ein aiphabet. Begister 
^mmtlicher wahren Verf.-Namen hinzugefügt hätte. 

[962.] Bibliografia Siciliana ovrero Gran Dizionario Biblio- 
grafico ecc. per Giuseppe M. Mira. Vol. II. Pasc. 24 — 25. Pa- 
lermo. 4^ 8. 361—440. Pr. ä 1 L. (S. oben Nr. 825.) 

Enth. die Artikel „Serpetro'' 4)is „Urbanus'S 

[963.] * Elenco provvisorio cronologico dei Gioi-nali di Torino 
(1645 — 1883) compilato dal Barone Antonio Manne. Torino, 
stamp. Beale. 1883. 8^ 78 S. (Nur 100 Exempl. u. nicht 
im Handel.) 

[964.] Brinkmanns Catalogus der Boeken-, Plaat- en Kaart- 
werken die gedurende de jaren 1850 — 1882 in Nederland zijn 
oitgegeven of herdrukt; in alphabetische volgorde gerangschikt, 
enz. door B. van der Meulen. Afl. 5 — 9. Amsterdam, Brink- 
man. (Leipzig, Harrassowitz.) Lex. 8^ S. 321—720. Pr. ä 
n. 5 Mk. (S. oben Nr. 474.) 

Beicht von „Dub" bis „Levensboek'^ 

[965.] * Jelinek, £dward. Bibliografia przekladow z pi^miennictwa 
Polskiego na JQzyk Czeski do koüca r. 1882. (Odbitka z tomu X Bozpraw 
Wydziala filolog. Akademii umiej.). Krakow, drok. Uniw. Jag. 8^ 
65 S. 



326 Litteratur und Miscellen. 

[966.] * Neuer Versuch eines Literatur -Verzeichnisses zur 
scliweizerischen Beform ationsgeschichte enthaltend die zeitge- 
nössische Literatur [1521 — 1532.] Von Dr. Joh. Strickler, 
Staatsarchivar. [Aus: „Actensammlung zur Schweiz. Beformations- 
gesch."] Zürich, Meyer & Zeller in Comm. gr. 8®. 81 8. Pr. 
n. 2,50 Mk. 

[967.] Apercu de T^tat actuel des L^gisiations de l'Europe^ 
de TAm^rique, avec indication des sources hibliographiques, suivL 
de trois appendices, etc.; par Albert Amiaud, secr^taire adjoint; 
et biblioth^caire du Comit^ de l^islation ^trang^re au Ministers 
de la justice. Paris, Pichon. 8®. 244 S. Pr. 6 Fr. 

[968.] The American Educational Catalogue for 1884. Com- 
piled by G. D. T. Bouse. Enth. in : Publishers* Weekly the Ame- 
rican Book Trade Journal &c. Vol. XXVL No. 8. S. 45 — 120. 
(S. Ana. J. 1883. Nr. 888.) 

Alphabetical Price-List by Authors and Editors. — Sabject- 
Classification — List of Educational Publishers. 

[969.] Circulars of Information of the Bureau of Edacation. 
No. 2. 1884. — The teaching, practice, and literature of Short- 
band, by Julius Ensign Bockwell, stenographer. Washington, 
Government print. office. gr. 8^ 160 8. m. 1 Tabelle, wovon 
S. 61 — 159: Bibliography of American and English Authors, 
enthalten. 

Der grosse Umfang der Bibliographie zeigt von dem ausser- 
gewöhnlichen Beichthum der darin verzeichneten Schriften, die sich 
allerdings hier mit einer Vollständigkeit, wie sie anderwärts nicht 
anzutreffen ist, von der frühesten bis auf die neueste Zeit (1588 
— 1884) aufgef&hrt finden. Das Verzeichniss ist mit möglicher 
bibliographischer Genauigkeit bearbeitet u. alphabetisch geordnet 
Der Herausg. hat sich aber mit der alphabetischen Anordnung allein 
nicht begnügt, sondern noch S. 10 — 15 eine chronologische Ueber- 
sicht der angeführten Schriftsteller u. der anonymen Schriften (s. 
oben Nr. 947) hinzugefugt. 

[970.] * Botanischer Jahresbericht. Systematisch geordnetes 
Bepertorium der botanischen Literatur aller Länder. Unter Mit- 
wirkung von Askenasy, Batalin, Büsgen etc. herausgegeben von 
Professor Dr. Leop. Just. IX. Jahrg. (1881.) Abth. L Hft 2 
& Abth. n. Hfb. 1. Beriin, Bornträger, gr. 8^ IV, 821—562 
& 560 S. Pr. n. 23 Mk. (S. oben Nr. 254.) 

[971.J * Chemisch-technisches Bepertorium. Uebersichtlich 
geordnete Mittheilungen der neuesten Erfindungen, Fortschritte 
und Verbesserungen auf dem Gebiete der technischen und indch 
striellen Chemie, mit Hinweis auf Maschinen, Apparate nad Lite- 



Litteratar and Miscellen. 827 

ratar. Von Dr. Emil Jacobson. [XXI. Jahrg.] 1883. 2. Halbj. 
1. Hälfte. Berlin, Gaertner. g. 8^. 128 B. m. eingedr. Holzschn. 
Pr. n. 8,20 Hk. (S. oben Nr. 712.) 

[972.] Badische Geschichtsliterator des Jahres 1888« Von 
Karl Hartfeldei* in Heidelberg. EntL in der Zeitschrift für die 
C^chichie des Oberrheins hrsg. Ton dem Grossherzoglichen Ge- 
neral-Landesarchive zu Karlsruhe. Bd. XXXVIII. Karlsruhe, 
Braun, gr. 8^ XXVI S. (S. oben Nr. 256.) 

Auch in Separatabdrucke erschienen. (Pr. n. 0,60 Mk.) 

{978J ^ Sie K)7ldnMf^ ©efdbid&tdUtecatuc im % 1888. Son Dr. 
Slrt^ur $oek^au, Obetle^tet. Stiga, ApmmeL 12^ 87 @. $t. n. 1 ÜRt. 

|1974.] * Bibliografia storico-marchigiana: cenni sulle princi- 
pali opere risguardanti la cittä di Sinigaglia, di A. ICargutti. 
Fase. 1. Borna, tip. Corradetti. 1883. 8^ 

[976.] * De la Bibliographie Göographique; par Horoy. [Ex- 
trait du Bulletin de TUnion G^ographique du Nord de la France, 
avrü 1884.] Douai, imp. Duthilioeul. 8®. 23 S. 

[976.] Deutscher Geographen-Almanach. Begründet und heraus- 
gegeben von Adolf Miessler. I. Jahrg. 1884. Hagen i. W., 
Risel * Co. gr. 8«. V, 568 S. Pr. n. 8 Mk. 

Für Bibliographie sind hauptsächlich die beiden Abschnitte 
»»Deutsche geographische Schriftsteller, Kartographen und Beisende, 
^«ren Biographie und Thätigkeit^' u. „Die deutschen geographischen 
^«itschriften, nebst kurzer Geschichte^' von einigem Interesse. 

[977.] Grundrisz zur Geschichte der Deutschen Dichtung aus 
den Quellen von Karl Goedeke. H., gänzlich neubearbeitete Auf- 
lage. Hft. 1. Dresden, Ehlermann. gr. 8®. 224 S. Pr. n. 4,20 Mk. 
Es sind erst 8 Jahre verflossen, seit das Schlussheft der 
Qrsten Auflage dieses allgemein als klassisch anerkannten Werkes 
erschienen ist (s. Anz. Jahrg. 1881. Nr. 1112), u. gegenwärtig 
bereits hat sich die Veranstaltung einer zweiten Auflage nöthig 
gemacht Hoffentlich wird dieselbe, obwohl sie sich eine gänzliche 
Neubearbeitung nennt u. eine solche nach der im vorl. Hefte gege- 
benen Probe in der That auch nennen darf, in etwas rascherem 
Tempo erscheinen, als die erste Auflage, die zu ihrer Herstellung 
nicht weniger als ein volles Vierteljahrhundert gebraucht hat. Der 
auf dem Gebiete der betr. Deutschen Litteratur als Autorität all- 
gem^ anerkannte Prof^ Franz Pfeiffer begrüsste das Werk bei 
seinem ersten Erscheinen als „das Ergebniss rastlosen, aufopfernden 
Forschens n. Fleisses, eine Lebensarbeit, seinem Verf. u. der 
Deutschen Litteratur zur bleibenden Zierde gereichend,'^ u. stellte 
dem YetL das Zeugniss aus, dass „in Deutschland gewiss Niemand 
lebe, der sich einer solch umfassenden, bis ins einzelnste gehenden 
KennliiiaB der betr. Litteratur rühmen könne"; Goedeke hat inzwischen 

24* 



828 Litteratnr nnd BCisceUen. 

fleissig weiter gearbeitet, n. es ist nicht der geringste Zweifel, 
dass die grosse Anerkennung, welche dem Werke in seiner ersten 
Auflage von allen Seiten entgegengebracht worden ist, der zweiten 
Auflage noch in verstärktem Maasse werde zu Theil werden. 

[978.] Bibliographie des Chansonniers Fran9ai8 des Xllie 
et XlVe sidcles comprenant la description de tous les mannscrits 
la table des chansons class^es par ordre alphab^tique de rimes 
et la liste des trouvires par Gaston Raynaud. — * Tom. L De- 
scription des Mannscrits & Tom. II. Table des Chansons. Liste 
des TrouTdres. — Paris, Vieweg. gr. 8^ Xm, 252 & XVIII, 
249 S. Pr. n. 15 Mk. 
Aus 44 Handschriften I von denen die Hälfte der Pariser 
Nationalbibliothek angehört 

[979.] * Kalender fQr Musiker und Musikfreunde. Mit FOhrer 
durch die Klavierlitteratur, Tonkünstlerlexikon, Urheberrechtsge- 
setzen, Litteratur -Verträgen und praktischen Tabellen. Heraus- 
gegeben von Gustav Damm. 1885. Hannover, Steingräber. 16®. 
IV, 256 S. Pr. 1 ML 

[980.] Die Wissenschaftlichen Vereine und Gesellschaften 
Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert Bibliographie ihrer 
Veröffentlichungen seit ihrer BegrQndung bis auf die Gegenwart 
von Dr. Johannes Müller Custos an der Königlichen Bibliothek 
zu Berlin. Lief. 4. Berlin, Asher & Co. 8. 241 — 820. Pr. 
n. 6 Mk. (S. oben Nr. 594.) 

Einstimmig hat seither von Seiten der Kritik, soweit mir die- 
selbe bekannt geworden ist, das vorL Werk die grösste Anerkennung 
gefunden. Ueberall lässt man dem ausserordentlichen fleisse, mit 
dem der Verf. das f&r sein Werk erforderliche Material so voll- 
ständig als möglich herbeizuschaffen bemüht gewesen ist^ volle Ge- 
rechtigkeit widerfahren, ebenso wie Niemand die musterhafte biblio- 
graph. Genauigkeit u. Sorgfalt, mit der der Verf. das herbeigeschaffte * 
Material verarbeitet hat, verkennen mag. — Ob sich der Verf. mit ^ 
seiner ursprünglichen Berechnung, dass sein Werk mit 6 Lief, ab- ^ 
geschlossen sein werde, nicht etwa geirrt haben sollte? Die vorl.^. 
4. Lief, reicht erst bis Königsberg. 

[981.] * Bibliographie des ^ditions originales on recherch^ea^ 
de N. de Balzac, avec indication de prix dans les venies et sui^ 
les catalogues de librairie. Paris, Laporte. 8^. Pr. 8 Fr..^ 
(Nur 100 numer. Exempl. auf Holland. Pap.) 

[982.] * Oeuvres po^tiques d*Andr6 Ch^nier. FricM^es de 1^ 
vie d'Andr^ Ch^nier, mises en ordre et annot^es par Loni0 
Moland, avec les ^tudes de Sainte-Beuve sur Andr^ Chteier, lei^ 
mälangea litt^raires, la correspondance et une notice bU)lio- 
grapbiqüe. 2 Vols. Pans, Qtaxm^i tcV^t^%. 8 <^, CVni, 880 S. 

i 



o< 



Litterator and Miscellen. 829 

m. 7 Epfr. ft XXIV, 451 S. m. 2 Kpfr. n. 1 Facsim. 
Gehört zu ,,Chef8-d*oeayre de la Litt^rature Fran9aise". 

[983.] Henry Wadsworth Longfellow bis Life, bis Works, bis 
Friendfihips by George Lowell Austin. Hlostrated. Boston, Lee 
and Sbepard« 1888. 8^. Enb. 8. 405—10: Longfellow Biblio- 
grapby. 

Bibliographisch sehr mangelhaft u. nicht viel wertb. 

[984.] * Franfois Babelais , tont ce qui existe de ses oeuvres. 
Gargantna, Pantagrael, Pantagmeline prognosticatioo, almanachs, 
Sciomachie, lettres, etc. Texte soigneosement coUatioon^ sor les 
editions originales, pr^c^d^ d*ane vie de rauteor, d^apr^s les 
docnments les plus r^mment d^couTorts et les plus antbentiques, 
et sai?i d'une bibliograpbie, de notes et d'un glossaire, par 
Lonis Moland. Paris, Garnier fr^res. gr. 12<>. XLIV, 770 8. 

[985.] * Le Palais ä TAcad^mie; Target et son fauteoil 
(1684 — 1880), jtnde critique et bibliograpbique; par H. Moniin, 
ancien magistrai [Extrait du Bulletin du Bibliophile et du 
Bibüoth^ire, mai — novembre 1888.]. Paris, Techener. 1884. 
8«. 88 S. (S. oben Kr. 350.) 

[986*1 Bibliografia Yerriana compilata per cura di Antonio 
Vismara. [Estratto dall' Arcbivio Storlco Lombarde Anno XL 
Fase. n. Giugno 1884.] Milane, tip. Bortolotti di Dal Bono 
e. C. kl. 4«. 44 S. 

Der Verf., dem die Leser in neuerer Zeit als fleissigem Arbeiter 
dem Gebiete der Bio -Bibliographie zu wiederholten Malen be- 
^«gnet sind, hat jüngst seine bibliographische Thätigkoit dem 
^^ ombardischen Grafengeschlechte der Verri zugewendet, u. Ver- 
zeichnisse der Schriften von u. über vier Mitglieder dieses Ge- 
schlechtes, nämlich: Gabriele, giureconsulto (1695 — 1782), Pietro, 
^torico, filosofo e letterato (1728 — 1797), Alessandro, filosofo e 
^^tterato (1741—1816) n. Carlo, agronomo (1743—1828), zu- 
ammengestellt 

Bvehhftndlei^ und aiitlqaari«ehe Kataloge. 

[987.] SBibliogtopl^ie unb 9u(i6l&anbel. Son S. Serger ht ©üben. 
0nt(. im Sdrfenblatt füt ben S)eutf(ben Sudft^anbel unt> bie mit ibm 
Demanbten ®ef<böpi»eige. LI. 3a^tg. Setpatg. 4^. 9lr. 186. 
6. 8626—8680. 

Gedr&ngter Ueberblick über die dem Buchhändler empfehlens- 
werthe Deutsche bibliographische Litteratnr. 

[96B.] Das deutsche wissenschaftliche Antiquariat von Max 
Weg. (Einzel-Abdruck aus „Starke, Wie ich den Bachhandel 
erlemte'O. n. Auflage. Leipzig, Buhle & Milkubn. kl. 8^ 
1 BL 22 & 



330 Litteratnr und Miscellen. 

Ein lesenswerthes Schriftchen, über dessen Inhalt ich mir 
Näheres Torbehalte. 

[980.J Adressbuch für den Buch-, Kunst-, Musikalienhande] 
und verwandte Gleschäjftszweige der österreichisch -ungarischen 
Monarchie mit einem Anhange: Oesterr.-ungarischea Zeitnngs- 
Adressbnch. Herausgegeben von Moritz Perles. 1884. XIX. 
Jahrgang. Mit dem Bildnisse von Franz Bziwnatz. Wien, 
Perles. gr. 8^ 4 BIL 208 8. ol buchhändl. u. a. Ankflndigun- 
gen. Nebst 1 Portr.-Taf; Pr. n. 2,50 FL (S. Anz. J. 1883. Nr. 1009.; 
Hierüber s. Oesterreich. Buchhändl. Correspond. Nr. 35. S. 3$3 
Dass der Herausg. dem von ihm nunmehr vor nahezu 20 
Jahren ins Leben gerufenen Werkchen seinen Eifer in nicht nur 
ungeschwächtem, sondern womöglich stets erhöhetem Maasse fort- 
dauernd widaet, zeigt jeder neue Jahrgang, der sich auch durch 
äussere Eleganz voriheilhaft empfiehlt. In dem Zeitungs-Adress- 
buche findet man die voijährige Zifiisr von 1024 Blättern in 193 
Städten auf 1098 Blätter in 200 Städten (wovon Wien 395, Prag 
99s Budapest 77 au&uweisen haben) angestiegen. 

[990.] Catalogo generale della Societä L'Unione tipografico- 
editrice Torinese (Giä Ditta Pomba e C.) 15 Luglio 1884. 
Torino, Borna, Napoli. gr, 8^. VI, 883 S. m. eingedr. Holzscbn. 
Der grosse Umfang des vorl. Yerlagskatalogs, der sich aller- 
dings nicht auf eine blosse Titelverzeichnung der Yerlagswerkc 
beschränkt» sondern mehr oder weniger ausführliche Inhaltsangaben 
derselben enthält, u. desshalb auch bei weitem mehr Baum bean- 
sprucht, als die gewöhnlichen Yerlagskataloge, legt gleichwohl Zeug- 
niss ab von der aussergewöhnlich grossen Qeschäfbsthätigkeit dei 
Gesellschaft, die fast auf allen (Gebieten der Wissenschaft eine 
wirklich staunenswerthe Bührigkeit entwickelt u. wohl hauptsächlicl 
deswegen auch u. nicht blos um des Werthes ihrer Leistungei 
willen auf vielen Ausstellungen ehrenvolle Anerkennungen u. Aus- 
zeichnungen erhalten hat. 

[991.] Nr. 123 & 124. Katalog von Theodor Ackermani 
K. Hof- Buchhandlung nebst Antiquariat in München. — 
Medicin, Pharmacie etc. & Geologie, Mineralogie, Palaeonto- 
logie etc., Bergbau- und Hüttenwesen. 8^. 1 Bl. 110 S. 3466 
Nrr. A 1 Bl. 22 S. 655 Nrr. 

Der hauptsächlich an Deutscher Litteratur reiche, sjatamatiscl 
geordnete medicinische Katalog verdient vorzügliche Beachtung. 

[992«] Weimar's Glanzperiode. — Göthe-, Schiller-, Herder- 
und Wieland-Literatur; im Anhange: I. Dramaturgische unc 
dramatische Literatur. H. Almanache, Taschenbücher und Volks- 
kalender. Von Eduard Fischhaber in Beutlingen zu beziehen 
8«. 1 Bl. 58 S. 



Litterator und MiscelleD. 881 

[993.] Ausgewählte Sagen-Bibliothek. Yolkssagen, Volksmär- 
cheD, Volkslieder u. s. w. mit Einschluss der altdeutschen Mund- 
arten- n. Sprichwörter-Literatur. Yorräthig bei Eduard Fischhaber 
in Reutlingen. 8^ 82 S. 

[994«] Nr. 5. Antiquarischer Katalog der Gleerup'schen Uni- 
Tersitäts-BucLhandlung in Lund. — Skandinavische Geschichte 
und Topogi-aphie. gr. 8®. 1 Bl. 76 S. 2780 Nrr. 

[995.] Katalog des Antiquarischen Bücherlagers von Paul 
Lehmann Buchhandlung und Antiquariat in Berlin. No. XXX. 
— Nationalökonomie u. Staatswissenschaften. 8^. 1 Tit.- u. 
51 S. 1601 Nrr. 

[996.] Nr. 855. Catalogue of English Literature, Poetic, 

Dramalic, Historie, Miscellaneous ; with works on the Topographical 

and Qenealogical Historj of Great Britain and Ireland; and a 

collection of volumes produced by the earliest English pnnters: 

Caxton & others. Part I. Offiered for Cash bj Bernard Quaritch. 

London, gr. 8«. 2 BU. 2099—2186 8. 21646-22337 Nn\ 

Von hohem Werthe. Zerfällt in drei Abschnitte: I. English 

I^angnage; IL Books printed by the earliest English Typographers; 

UL Poetic and Dramatic Literature. 

BIbllothekeiilehre. 

[997.] '*' Het verzamelen van Handschriften. Handboek voor 
het aanleggen van eene Verzameiing van Handschriften. Door 
N. de Boever Azn. Leiden, Sijthoff. 8^ 52 S. m. eingedr. 
Figuren. Pr. 0,45 Fr. 

Biblfothekenkande. 

[998.] Le Biblioteche nell* Antichita dai tempi piü remoti 
alla fine dell' Impero Bomano d'Occidente Ricerche storiche di 
C. Gastellani Bibliothecario della B. üniversitä di Bologna. Bo- 
logna, Stab, tipogr. Succ. Monti. kl. 8°. XXIV, 60 S. Pr. 2 L. 
Der Verf. bandelt in drei Abschnitten I. von den Bibliotheken 
des Orients, n. Griechenlands u. Aegyptens, UI. Roms, u. giebt 
in einem Epiloge einen gedrängten üeberblick der aus den Mit- 
theilungen in den drei Abschnitten gewonnenen Resultate. Die 
Mittheilungen beruhen hauptsächlich auf den von den Vorgängern 
des Verf.'8 fiber die Bibliotheken des Alterthums augestellten Unter- 
suchungen, hinsichtlich deren, was ich besonders anerkennen zu 
müssen glaube, der Verf. eine grössere Vertrautheit mit Deutschen 
Arbeiten zeigt, als man sonst in der Regel bei den Italienern findet. 

[999.] Boston Public Library — Thirty-second Annual Re- 
port. 1884. gr. 8«. 1 BL 66 S. m. 3 Tabellen. (S. Anz. J. 
1888. No. 983.) 



832 Litieratur und MLscellen. 

Zerfallt, wie die seitherigen Jahresberichte, zur einen Hälfte 
in die drei gewöhnlichen Reports : I. of the Trustees of the Public 
Library (S. 1—7), ü. of the Examining Committee (S. 8—16), 
in. of the Librarian Meilen Chamberlain (S. 17—723), sowie zur 
anderen Hälfte in XXn Appendixes d. s. die in Amerika beliebten 
tabellarischen Uebersichten über alle Bibliotheksvorkommnisse. Der 
Bücherzuwachs hat sich im letzt?erflossenen Jahre 1883 — 84 auf 
16,478 Bde u. 17,868 Pamphlets belaufen, u. beträgt somit der 
gesammte Bücherbestand 438,594 Bde u. 292,793 Pamphlets. 

[1000.] Library of Harvard üniversity. Bibliographical Con- 
tributions. Edited by Justin Winsor, Librarian. No. 18. — A 
Bibliography of Ptolemy's Geography. By Justin Winsor. Bepu- 
blished from the Bulletin of Harvard üniversity. Cambridge, 
Mass.: üniversity Press Wilson and son. Lex. 8^. 42 S. (S. oben 
Nr. 760.) 

unter den zahlreichen bibliographischen Specialitäten, welche 
sich in den Bulletins der Harvard Universität abgedruckt finden 
n. in Sonderabdrücken erschienen sind, zählt die vorl. Winsor'sche 
Ptolemäus-Bibliographie zu einer der werthvoUsten, welche der Verf. 
mit besonderer Vorliebe bearbeitet zu haben scheint, u. auch um 
ihres allgemein interessanten Gegenstandes willen von einem aus- 
gebreiteten Leserkreise wiUkommen geheissen werden wird. 

[1001.] Bulletin of Books in the various departments of 
Literature and Science added to the Public Library of Cincinnati 
during the year 1888. Cincinuati: Publish. by the Board of 
Managers. 1884. 4«'. 4 BU. 146 S. (S. Anz. J. 1883. No. 821.) 

Die Sorgsamkeit der Bibliothekverwaltung in Cincinnati für 
die Interessen des Lesepublikums zeigt sich hauptsächlich darin, 
dass sie, um das Publikum von dem neuen Bibliothekszuwachs stets 
in Kenntniss zu erhalten, die Zuwachsverzeichnisse nicht, wie es 
anderwärts geschieht, quartaliter oder alljährlich, sondern monatlich 
veröffentlicht, u. zur Erzielung eines einheitlichen üeberblickes des 
in 12 Monatshefte vertheilten Materials am Schlüsse des Jahres 
ein gemeinsames Register hinzufügt. 

[1002.] 6in ©efammtlatalog ber beutf^en Stbliot^eten. Son fiarl 
flod^enbörfer. @nt^. in ben $teu6tf$en Sa^tbüd^ern l^ri^. von $). t). 
JreitfdSifc u. &. S)clbtü(!. »b. LIV. «>ft. 2. Serlin, Keimet, gr. 8«. 
©. 168—74. 

Wie von dem Bibliothekar der Römischen Alessandrina Enrico 
Narducci die Herstellung eines Generalkataloges der Italienischen 
Bibliotheken in Aussicht genommen ist (s. Anz. J. 1888. Nr. 426), 
so hat sich auch, namentlich im Verfolg der Verhandlungen über 
eine Deutsche Beichsbibliothek u. der geplanten Beformen der grossen 



Litterator und MUcellen. 833 

KGniglicben Bibliothek in Berlin, die Idee zur Herstellung eines 
Gesammtkataloges der Deutschen Bibliotheken rege gemacht. Ein 
solches Unternehmen wäre ohne allen Zweifel ganz schön u. nützlich; 
aber ob nicht so Mancher in Betracht der Nützlichkeit die Grösse 
der Schwierigkeiten, mit denen die Ausführung des Unternehmens 
verbunden sein dürfte, übersieht oder wenigstens zu gering ver- 
anschlagt! 

[1003.] Erster Nachtrag zum Katalog der Bibliothek des 
Königlich Preussischen grossen Generalstabes. Berlin, Mittier 
u. Sohn in Komm. 4<^. H, 112 S. Pr. n. 2,50 Mk. 

[1004.] Zugangs -Yerzeichniss der Grossherzoglichen Hof- 
bibliothek in Darmstadt. 1. u. 2. Quartal 1884. — Unterzeichnet: 
Grossherzogliche Hofbibliothek-Direction. Dr. Walther. Ausgeg. 
im August 1884. 8^ 45 S. (S. oben Nr. 423.) 

Die Zahl der geschenkten Schriften ist diesmal eine nicht 
unbedeutende. 

[1006«] Zweiundsiebzigster Jahresbericht des Steiermärkisch- 
Landschaftlichen Joanneums zu Graz über das Jahr 1883. 
Herausgegeben vom Steiermärklschen Landes-Ausschusse. Graz, 
Joanneum. 1884. 4^ Betr. S. 26--47: die Landes-Bibliothek. 
(Zugleich Instituts-BibUothek.) (S. Anz. J. 1888. Nr. 984.) 
Der gesammte Bücherbestand hat sich, in Folge des Zuwachses 
2478 Bden u. Hflen, mit Ende des J. 1883 auf 110,153 Bde 
^ ^ Hfbe erhöht. 

[1006.] Die Matrikel der Universität Heidelberg von 1386 
bis 1662. Bearbeitet und herausgegeben von Gustav Toepke, 
Doctor der Bechte. I. Theil von 1386 bis 1553. Nebst einem 
Anhange enthaltend: L Calendarium academicum vom Jahre 1387. 
n. Juramenta intitulandorum. HI. Vermögensverzeichniss der 
Universität vom Jahre 1396. IV. Accesionskatalog der Univer- 
sitätsbibliothek von 1396 bis 1432. Heidelberg, Herausgeber. 
(Winter in Comm.) gr. 8^ LXXVI, 697 S. Pr. n. 25 Mk. 

Der Accessionskatalog von 1396—1432 findet sich S. 678— 
^5 abgedruckt, wozu noch der Katalog der 1396 bereits vorhandenen 
iücher S.. 655 — 70 hinzukommt. 

[1007.] 9BeftföIif(be ^aubfcibriften in frem))en sBibliot^eten unb 
Htc^en. n. 3)ie ft. fl. ^ofbibliot^eC iu SBien. III. ^a^ ©e^eime 
R. fl. fbavA^, &of' unb 6taat^ar(ibit' iu SSSten. akrjet^^net t}on 9Bi(^eIm 
3)tetamp. (Sntii^. in ber S^itf^nft für )7aterldnbifdbe ®ef(^i4te unb 
SUtert^miShtnbe, (tög. )}on bem herein für ©efd^i^te unb SlUert^umS- 
hmbe aSeftfalend burdb a. SIbud u. 6. SRertend. 93b. XLII. 3Ränfter, 
»egenÄtttfi. gr. 8^ ©. 153—57. (6. Slnj. 3- 1883. 3lr. 941.) 

Die ganze Verzeichnung lohnt nicht die Mühe des langen 
Titels. 



334 Litteratnr ond Mifloelleo. 

[1008.] * Catalogae de la Biblioth^ne de la Section VosgienD^^ ^«e 
de la Soci^te de Geographie de TEst. Epinal, imp. Bnsj. 8^^^^ o 
20 S. 

[1009.] * Catalogue des Manuscrits ADglais de la Biblioth^iL^c^e 
nationale; par Gaston Raynaud, emploj^ an Departement de^^es 
Manuscrits de la Biblioth^ue nationale. [Extralt da Cabin^ ^«et 
historique de 1888.] Paris, Champion. 8^ 30 S. 

[lOlO.j * Catalogue de la Biblioth^ue de Saint-Fhilippe-dv- _4u. 
Boule. Paris, impr. Boussel. 8^ 72 S. 

[1011.] * Catalogue de la Biblioth^ue des Femmes Chi^Krre- 
tiennes, 21, rue de Calais. Paris, ä Marie-Bdparatrice. 8^ 188 -^BS. 

[1012.] Notice suf les Manuscrits de la Biblioth^ue pqblj^=q[ae 
de Pontarlier (Doubs); par Jules Gauthier. [Eitrait de la Bibl^KIio. 
th^que de TEcole des chartes, t. 45, 1884.] Nogent-le-Botr==roo, 
imp. Daupeley-Gouvemeur. 8®. 15 S. 

[1013.] * Liste des dons faits par des particnliers ä la Bib ^^/o- 
th^que publique de la Yille de Verdun pendant l'ann^e 1^ ^8, 
precdd^e d^une notice sur la coUection Cauyette; par N. Fri^ozi, 
conservateur de la Biblioth^que. Verdun, imp. BenTe-LaHement 
8^ 24 S. (S. Anz. J. 1883. Nr. 834.) 

[1014.] * Iter Italicum unternommen mit Unterstfitznng d^^ 
Kgl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin von Dr. JxälvM^ 
V. Pflugk-Harttung, Professor. II. (Schluss-) Abth. Stuttgar^^ 
Kohlhammer, gr. 8 «. XIV, 343 - 908 S. Pr. n. 16 Mk. (J 
Anz. J. 1883. Nr. 951.) 

[1015.] * Note sur un Manuscrit de la Biblioth^ue d'Arezzo ^^ 
par C. Kohler. [Extrait de la Biblioth^ue de TEcole des chartes^^'^^^ ^ 
t. 45. 1884.] Nogent-le - Botrou, impr. Daupeley-Gouvemeur; 
8^ 11 S. 



[1016.] * IntoiTio ad alcuni Codici Mantovani di Virgilio, daf^^^ 
prof. Gaspare Dali' Oca. Mantova, tip. Mondovi. 1883. 8*. 10 ^^'^^^ 



[1017.] * Statute del Biblioteca popolare circolante in Melfi, 
Melfi, tip. Ercolani. 32«. 14 S. 

[1018.] ®ie itallenifien ©anbfd^nflen bet biblioteca nazionale Ir"^' ^ 
Steapel. 6nt(. in ber Seilage \yxx (9Ründ&ner) aaaenieintn Satung. 
gr. 4^ 3lt. 223. 6. 3281—83 & Sir. 224. 6. 8298—99. 
Betr. die von Alfonso Miola seit 1878 im „Propugnatore' 
begonnene u. seitdem fortgesetzte Arbeit (s. oben Nr. 189), dii 
das Verdienst hat, so manche unbekannte Schatze ans Licht ge^* 
zogen zu haben. „Das Verdienst der Arbeit ist um so gr58sei> 
als es sich darin keineswegs blps darum handelt, die Codices^ deren 
Inhalt als Italienisch bekannt ist, einfach zu beschreiben iL 



Liiteratur und Miscellen. 335 

Kiehmigsweifle zu commentiren. Vielmehr besteht ihre Aufgabe oft 
iari»^ die Bestandtheile des Yolgare in Miscellan-Handschrifben von 
rorzogsweise Lateinischem Inhalt aufzusuchen u. überhaupt erst 
%u€ ihre Spur zu lenken/' 

[1019.] * Die üeberreste Griechischer Tachygn^hie im Codex 
Vaticanus Graecus 1809. U. Fascikel. Von Dr. Michael Gitl- 
bauer, regul. Ohorherm des Stiftes St. Florian etc. [Separatab- 
drack aus den Denkschr^n der philosophisch-historischen Classe 
der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.] Mit 14 Taf. 
Wien, Gerold's Sohn in Comm. 4^. 18 S. Pr. n. 8 Mk. (S. 
Anz. J. 1879. Nr. 288.) 

[1020.] Inuentaire des Liures estans au chastel de Chambery 
et en la Gtode Boube hasse faict par Messieurs Amj6 de challes 
maistre d*0U6tel de mon trki redoubt^ seigneur Monseigneur le 
dnc de sauoye et Jehan vulliod tr^sorier de sauoye le iXXVe 
d'octobre Tan de grace mil iiijc iiijxx et XYiij. [Pubbl. da Pietro 
Yaynu] Abgedr. in: Miscellanea di Storia Italiaoa edita per 
cura della Begia Depntaeione di Storia patria. Tom. XXII. 
(VIL della 2. Serie.) Torino, frat. Bocca. gr. 8^ S. 27 — 82. 

290 Nrr. in 16 Koffern aus den Eürstl. Schlössern zu Cham- 
^«ry u. Turin. 

[1021.] * La Biblioteca Ciyica di Torino. Monografia del 

Birettore Daniele Sassi presentata alla Esposizione generale 

italiana dal Municipio di Torino nell' anno 1884. Con plani- 

metna e grande tavola dei diagrami dei lettori. Torino, üp. 

Qredi Botta. 4^ 87 S. m. 2 Taf. (Nicht im Handel.) 

[1022.] Codices Cryptenses, seu Abbatiae Cryptae Ferratae 
in Tusculano, digesti et illnstrati cura et studio Antonii Rocchi. 
Bomae, ex typ. Pacis. 4. 539 S. Pr. 36 L. 

[1028.] * Katalog der Stadtbibliothek zu Aarau, 1884. Aarau, 
Sanerländer. 8^^. 28 S.. 

PriTatbibllotliekeii. 

[1024.] * Bibllothdque liturgique. Description des Livres de 
Liturgie imprim&i aux XYe et XYIe si^les faisant partie de 
la Bibliothdque de S. A. B. Charles Louis de Bourbon (comte 
de Yillafranca); par Anatole Aids, ancien Biblioth^caire de Son 
Altesse Boyale. SuppMment. Paris, imp. Hennyer. 8®. Yin, 
46 8. Nur 150 Exempl. auf Holland. Pap. (S. Anz. J. 1878. 
Nr. 993.) 

[1026.] Catalogo della scelta Biblioteca giä appartenuta al 
fü Francesco Cangiano Celebre Bibliografo Napoletano contenente 
Monog^afie Patrie — Crusca — Belle Arti — Mosica — ed 
Atta Curiositl Part. UL Libreria antiquaria Gennaro Cioffi. 



836 Litterator und Miscellen. 

(Bullettino' porlodico bimestrale. Anno Tm. Korn. 93 — 94. NapolL 
gr. 8^ 1 BL 62 S. 4001 — 5000 Nir. (S. oben Nr. 788.) 

[1026J Yerzeichniss einer reichhaltigen Bibliothek enthaltend 
namentlich schöne Litteratur in deatscher, französischer und 
englischer Sprache^ Kunstlitteratur, Kupfer- und Prachtwerke^ 
Geschichte, Geographie, Sprachwissenschaft, Theater, Musik^ 
Spiele, Nator Wissenschaften, meistens aus dem Nachlasse eines 
hohen Beamten, Kunstfreundes u. Kunstschriftstellers. Dresden, 
y. Zahn is Jaensch. 8^ 1 BL 94 S. 2523 Nrr. (Auct 6. Octbr.) 

Der hohe Beamte etc. ist der am 23. Jan. 1882 in Dresden 
Torstorbene K. Oberhofmai'schall Frhr. Hermann y. Friesen. 

|1027.] Catalog der nachgelassenen numismatischen Biblio- 
theken der Hugo Garthe in Köln, C. Westemann in Bielefeld, 
Münzh&ndler B. Cassel in Köln etc. Köln, J. M. Heberle (EL 
Lempertz' Söhne). 80. 1 Bl. 45 S. 1021 Nrr. (Auct. 
8. Septbr.) 

Der Name des als Sammler und Numismatiker weithin wohl- 
bekannten Garthe'^) wird dem yorl. Kataloge als besondere Em- 
pfehlung zur Beachtung dienen. 

[1028.] Nr. 114. Yerzeichniss des antiquarischen Bücherlagers 
yon A. Bielefeld's Hof buch handlang in Karlsruhe. — Cholera- 
Schriften. Werke über die Pest, das g^lbe Fieber, den Typhus. 
Vermischte neuere medizinische Werke. Zeitschriften. Enthält 
die nachgelassene Bibliothek des Geheimen Rathes Dr. B. Yolz, 
Mitglied der deutschen Reichs-Cholera-Commission. 8^ 1 Tit.- 
u. 19 S. 528 Nrr. 

[1029.] Aus Abbeyille hat der Archiyar u. Bibliothekar 
Alcius Ledieu einen „Gatalogue des Manuscrits de la Biblioth^ue 
d'Abbeville" in Arbeit, der in nächster Zeit in Druck erscheinen 
soll. Man erwartet ein sehr sorgfältig gearbeitetes Werk, welches 
yiele unbekannte Dokumente enthalten wird. 

[1030.] Aus Christiania ist der Norwegische Dichter Andreas 
Munch, yormals Bibliothekar der Üniyersitäts-Bibliothek, bereits seit 
1860 yom Storthing pensionirt, kürzlich gestorben. 

[1081.] Aus Cincinnati ist im Verlage yon Peter G. Thomson 
eine bereicherte Ausgabe von W. H. Wyman's „Bibliography of th^ 
Bacon-Shakspeare Controversy'^ (s. oben Nr. 851) zum Priyat- 
gebrauch erschienen. „It contains 655 titles (with about a hundred 
subtitles of more or less importance); of which 117 are for Shaks- 



'*') Gleichzeitig ist erschienen: „Catalog der MüDZ«n- und Medailloi- 
Sammlnngen des verstorbenen Hugo Garthe in Köln. Köln, J. M. Heberle 
(H. Lembertz* Söhne). Lex. 8^ 4 BIL 382 S. 9466 f^rr. Pr. 2 Mk. 
(Auctw 10. Septbr.) 



Litleratar nnd Miscellen. 337 

peare, 73 against bim, and 65 nnclassified« ünder many of these 
&re notes or extracts, or both, whicb give a general idea of the 
book or article. An index inclndes tbe names not only of tbe 
writers bnt also of otbers who are mentioned as having expressed 
opinions.« (Pablishers' Circular. Vol. XLVII. Nr. 1125. S. 707.) 

[1032.] Aus Dublin wird am 30. September u. den drei 
näcbstfolgenden Tagen die Jabresversammlung der ,,Library Asso- 
ciation of the United Kingdom" unter dem Vorsitze des Bibliothekars 
des dortigen Trinity College Dr. J. K. Ingram abgehalten. Es 
ist nonmehr das 7. Mai, dass die Gesellschaft, welche am 5. Oktober 
1877 unter dem Präsidium des inzwischen verstorbenen Ober- 
bibliothekars des Britischen Museums J. Winter Jones zusammen- 
getreten war, ihre Jahresversammlung abhält. In den ersten sechs 
Jahren hatte sie in London, Oxford, Manchester, Edinburgh, Cam- 
hndge u. Liverpool getagt. Die Gesellschaft zählt über 400 Mit- 
glieder und repräsentirt c. 200 Bibliotheken. Als Gesellschafts- 
organ galt anfangs das von der Amerikanischen Bibliotheks-Ge- 
Bellschaft herausgegebene „Library Journal^; von diesem getrennt 
erschienen später die „Monthly Notes", an deren Stelle dann seit 
Alärz d. J. das ^Library Chronicle'* (s. oben Nr. 467) getreten ist. 

[1033.] Aus Florenz hat die Nationalbibliothek von den 
Srben dos Grafen Carlo Capponi die ans dessen Besitze stammende 
kostbare Sammlung gedruckter sowohl als noch nicht gedruckter, 
^of Girolamo Savonarola bezüglicher Schriften angekauft. 

(Le Livre Nr. 55.) B. 

[1084.] Aus Frankfurt a. M. sucht der Deutsche Kolonial- 
^^erein seine in Bildung begriffene Vereinsbibliothek auf dem nicht 
^nehr ungewöhnlichen Wege — d. h. durch an den Bachhandel 
gerichtetes Ersuchen, dieselbe durch einschlägige Werke u. Zeit- 
schriften vervöUtändigen zu helfen — kostenlos zu bereichein. Es 
li;eschieht dies im Interesse der gegenwärtigen kolonialpolitischen 
Bewegung n. der Vereinsbestrebungen. 

(BörsenbL f. d. Deutsch. Buchh. Nr. 177. S. 3499.) 

[1036.] Aus Leipzig erscheint in nächster Zeit im Findel'schen 
Verlage „Verzeichniss der Bibliothek der Freimaurerloge Karl zu 
den drei Ulmen *in Ulm. Ein Wegweiser durch die neuere und 
ältere Literatur der Freimaurerei und zugleich eine Ergänzung zu 
Kloss' Bibliographie. Von Beinhold Taute'^ Dieses Verzeichniss, in 
welches auch die Schriften aus der Findel'schen Bibliothek mit 
aufgenommen sind, bildet eine nicht nur an Titeln (2741) ausser- 
gewöbnlich reichhaltige, sondern auch mit besonders grossem Fleisse 
bearbeitete „Bücherkunde der Freimaurerei", die sowohl wegen ihrer 
zahlreichen Nachweise u. litterarischen Bemerkungen, als auch in 
Folge des Umstandes, dass sie. in Bezug auf die Litteratur von 



888 Litteratm* und MificeUett. 

1858 — 84 fast vollständig ist, vorzügliche allgemeine Beachtimg 
verdient 

[1086.] Ans Lemherg hat die üniversitats-'Bibliothek ans 
dem Nachlasse des Stadtdechanten u. Pfarrers FormaniosB dessen 
10,000 Bde starke Büchersammlung, deren Werth auf mehr als 
40,000 Fl. geschätzt wird, vermacht erhalten. 

(Oesterr. Bachhändl. Gorrespond. Nr. 81. S. 816.) 

[1087.] Ans London ist die von dem bekannten Shakespeare- 
Litteraten John Payne Collier fainterlassene Büchersammlnng — 
danmter „a nnmber of works on Shakespeare, besides nnmerooB 
editions of the poet's works" — am 7. Augnst von Sotheby ver- 
steigert worden. 

[1088.] Ans London hat Elliot Stock ans seinem „Bibliographer*' 
(s. Anz. J. 1888. Nr. 1104 & J. 1884. Nr. 8. 134. 851) Henry 
B. WheaÜey's „Noies on the Life of John Payne Collier, with a 
<^mplete list of bis works, and an acconnt of snch Shakespeare 
docnments, as are believed to be spurious'* in einem Separatab- 
dmcke erscheinen lassen. 

[1089.] Aus London ist am 22. August der bekannte n. 
g^chätzte Baohhänder Henry G. Bohn im 89. Lebensjahre gestorben. 
Von ihm besitzt man eine grosse Anzahl namhafter n. maassgebender 
Kataloge aus fast allen Fächern der Litteratur, unter denen die 
vermehrte Auflage des trefflichen „Bibliographer's Manual of English 
Literature^' von Lowndes hervorzuheben ist 

[1040.] Aus London. „Original works, parliamentary papers, 
reports, and publicatiohs of foreign Govemments have found their 
way in great number to the shelves of the library at the Health 
Ezhibition ; and for those who care to study the literature of health 
and education in any of their various branches there is abundant 
material now provided in the two long rooms at the left of the 
stairs by which the Albert Hall is entered from the conservatory. 
A catalogüe compiled by the librarian Thimm, and just published, 
describes 8,500 English and foreign works which have been sent, in 
response to the applications of the committee to Govemments, 
societies, and publishers.^^ 

(Publishers' Circular. Vol. XLVll. No. 1126. S. 749.) 

[1041.] Aus Miramar bei Triest ist am 4. Augnst der 
Custos der dortigen Hofbibliothek P. Dominik Bilimek, der frühere 
Beichtvater des Kaisers Ferdinand Max von MexiköV^n er auch 
auf seinem letzten Gange begleitet hatte, 72 Jahre alt gestorben. 

[1042.] Aus New York ist in der (Mee Of the PabUabers' 

Weekly ,^ Modem Proteus: or, a List of Books poblished ander 

moire than one Title, coapiled by James Lymaa Whitney, of the 

Bo8t0B Pabäc Library'' eracbten^n. ,{1l^^ N^Vxune is biLsed upon a 



Littoratur und Miscellen. 889 

paper read by Whitney before the meeting of ihe American Library 
Association, last August 1883, which has since then been consi- 
derably enlarged. Apart from its interest as a contribution to the 
»cnriositiea of literatnre\ it is of decided value to booksellers and 
bibliographers/' 

(Pablishers' Circular Vol. XLVII. Nr. 1125. S. 707.) 

[1048.] Aus New York. ,,Albert B. Frey, of the Astor 
Library, has in course of publicatiim — says the Chicago Inter- 
Oceaa — a very comprehensive dictionary of Pseudonyms (Masqnes, 
a Dictionary of Literary Dlsguises). It embraces between 14,000 
and 15,000 tiües, and aims to give, so far as known, the false 
names nnder which American, English, French, German, Dntch, and 
Spanish authors have written. The work is the first important 
attempt made to gather and set forth in English these literary 
rnasks, and is believed to constitute, as it Stands, quite the füllest 
dictionary of Pseudonyms in any language. The authors' names 
are giTen in füll under all the disguises which they may have used, 
and cross-references are invariably made from the peendonym to 
the genuine name, under which are given the dates of the writer's 
birih and death, and a representative literary Performance.'^ 
(Pttblishers* Weekly. VoL XXVI. No. 7. S. 219.) 

[1044.] Aus New York hat eine Buchbinderei u. Cartonagen- 
täbrik, um dem Publikum Gelegenheit zu bieten, sich scheinbar 
mit dem Besitze einer ausgewählten Bibliothek brüsten zu können, 
ohne den far eine solche Bibliothek erforderlichen grossen Aufwand 
machen zu müssen, einen sehr sinnreichen Einfall gehabt i,Wlr fertigen 
für Theater u. Private", hat sie in einer Deutsch -Amerikanischen 
Zeitung angekündigt, „tauschende BibliothekschraakAllungen, durch 
welche vollständig der Eindruck wirklicher Bücher hervorgebracht 
wird. Unsere Buchrücken sind mit den Namen der bedeutendsten 
Classiker, die in keinem Hause fehlen dürfen, bedruckt. Wir 
liefern den Meter mit Goldpressung ä 2 bis 3 Dollar/^ (Oesterr. 
BttchhhändL Corresp. Nr. 28. S. 280.) 

[1045.] Aus Oviedo hat Leon Martinez Yigil, vom Orden 
des H. Dominicus, den Yersuch einer Bibliothek der Spanischen 
Dominikaner in Yorbereitung, zum Theil bereits unter der Presse. 

[1046.] Aus Paris sind als diejenigen, welche das bibliotheka- 
rische Staatsexamen (s. oben Nr. 674) zuerst bestanden haben, 
folg. genannt: Dr. jur. Dumont, licenci^ ha lettres; der seitherige 
Yerwalter der Unterbibliothekarstelle an der Universität zu Mont- 
pellier Paoli, licenci^ en droit; das Mitglied der Ecole des hautes 
itades Piaton, bachelier ds lettres ; Chaudey licenci^ hs lettres; der 
Sopemumerar an der Universitätsbibliothek zu Besan9on Dubuisson, 
bachelier te lettres et ia sciences; der Supemwmot^ %ni ^«t 



340 Litteratar und MiscelleD. 

Universitätsbibliothek zu Toulouse Ducos, bachelier ds lettres. (Le 
Livre No. 55.) B. 

[1047.] Aus Paris findet sich in „Le Livre'' Nr. 55 mne 
Mittheilung über die seit 1847 bestehenden Bibliotheken der 
Gefangenen-Anstalten. Dieselben erhalten von der Begiemng eine 
jährliche Unterstützung von gegenwärtig 2800 Fr. Davon sind 
im J. 1888 zusammen 1259 Bde angekauft, u. an die 9 bestehen- 
den Anstalten vertheilt worden. Die Vorschläge zu den An- 
schaffungen werden von Seiten der Direktoren gemacht xl durch 
die Centralleitung geprüft. Dann wird Submission ausgeschrieben» - 
u. derjenige Sortimenter, welcher den meisten Babatt gewährt,, 
erhält die Lieferung. Das Einbinden der Bücher geschieht von— . 
den Gefangenen selbst, aus deren Kreisen auch die Bibliothekaren 
gewählt werden, was freilich insofern mit einem Uebelstande ver — 
bunden ist, dass das Bibliothekaramt zweckmässig nur Oefangeners 
mit längerer Strafzeit übertragen werden kann, die Gefangenen 
aber durch Wahl von Einzelhaft die Mittel haben, ihre Strafzei't; 
um ein Yiertel zu verkürzen. Im Falle des Mangels an einem 
Individium mit längerer Strafzeit in einer der Anstalten sucht 
sich der Direktor derselben dadurch zu helfen, dass er sich aus 
einer anderen Anstalt einen geeigneten Gefangenen mit längerer 
Strafzeit zur Verwaltung des Bibliothekaramtes überweisen lässt. £. 

[1048.] Aus Paris ist mit Hilfe eines der Stadt vom Aim^ 
Samuel Forney legirten Capitales von 200,000 Fr. in der Communal- 
Schule der Bue Titon im 11. Arrondissement eine „Bil>liothk[ue pro- 
fessionnelle d'Art et d'Industrie" zu begründen beschlossen worden, u. 
soll im October eingeweiht werden. (Bibliogr. da la France, Gh^n. 
Nr. 29. S. 124.) 

[1049.] Aus Philadelphia hat der Bibliothekar John 
Edmands in der Juli -Nr. des „Bulletin of the Mercantile Library 
of Philadelphia" „an addition to the accessions to the library'* 
veröffentlicht, nämlich „a list of Finding Books divided into two 
classes, Indexes proper, and indexical works, the former being 
subdivided as foUows: a) general Indexes, b) historical Indexes, 
c) scientific indexes, and d) Indexes of individual authors. In the 
second department will be found the concordances and dictionaries 
of quotations.'* (Publishers' Weekly Vol. XXVI. Nr. 5. S. 172.) 

[1050.] Aus Wien sind im Oesterreichischen Budget für 
1884 fQr die Universitäts-Bibliotheken folg. Summen eingestellt 
worden: 37,500 Fl. fQr die Wiener, 26,400 die Prager, 16,100 
die Grazer, 15,200 die Lemberger, 15,100 die Krakauer, 14,700 
die Innsbrucker u. 14,400 die Gzemowitzer« B. 



Drnok von Job. FHiiler in Dreidtn. 



NEUER ANZEIGER 

fBr 

Bibliographie und Bibliothekwissenschaff, 

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt. 



NoTember. 



Inbalt: 



1884. 



2aT MedidDischen Bibliographie. — Chronologisches Yeneichniss Englischer 

-«nd Amerikanischer Schriftsteller and Anonymer Schriften anf dem Gebiete 

^er Stenographischen Litteratnr. (Schluss.) — Der Antiquar und Bemard 

<iaariteb. — Lepsins nnd Graf y. Eorff. — Litteratnr and Miscellen. — 

Allgemeine Bibliographie. — Anfrage nnd Bitte. — Aufruf an die Herren 

Bibliothekare. 

[1051]. Zur Medieinisehen Bibliographie. 

« 

Dr. J. S. Billings, Sargeon ü. S. Army, hat dem zuletzt ver- 
i^enilichten Bande des „Index - Catalogue of the Library of the 
Sorgeon- Generalis Office, United States Army, Authors and Sub- 
jects'«*) folgendes an den General C. H. Crane, Surgeon - General 
^. S. Army, gerichtete Vorwort beigegeben: 

f,l have the honor to present herewith the fourth volume of 
^fce Index - Catalogne of the Library of the War Department, Sur- 
geon Generalis Office. This volume includes 4802 author-titles, 
^opresentig 1926 volnmes and 3885 pampblets. It also includes 
1^3,361 subject-titles of separate books and pampblets, and 48,977 
^tles of articles in periodicals. The foUowing table shows the 
^^mber of titles in the Index-Catalogue, as far as published: 



Volumes 



l* A — Ber- 

linski • • 

H.Berlioz — 

Cholas • 

m. Cholecy- 

anin-Dzondi 

IV. E. — 

Fizea . . 



Author- Titles 



Titles 



Volumes 



Pamphlets 



Subject-Titles 



Booktitles 



Journal 
articles 



Por- 
traits 



9,090 

12,496 

9,048 

4,802 



8,031 

4,934 

10,076 

1,926 



6,398 
9,810 
7,386 
3,885 



9,000 
11,550 

8,572 
12,361 



34,604 
37,310 

28,846 
48,977 



4,335 



Totel . . . 



35,431 



41,483 149,737 4,335 



24,967 I 27,479 

Die Grösse der in vorstehender Tabelle aufgeführten Zahlen 
zeigt wie einestheils den grossen Beichthum der Washingtoner 



•; 8. An«. J. 1883. Nr. 1159 — Der V. Band ist unter der Presse. 

25 



342 Zar Medicinischen Bibliographie. 

medicinischeD Bibliothek, der sich eine andere derartige Fachbib- 
liothek nicht leicht ebenbürtig an die Seite stellen dürfte, so u. 
insbesondere auch anderentheils die ausserordentliche Reichhaltig- 
keit des im Kataloge zusammengestellten bibliographischen Materiales, 
welches allerdings in Folge seiner doppelten Verarbeitung in alpha- 
betischer Reihenfolge , nämlich einmal nach den Namen der Ver- 
fasser u. dem Stichworte der anonymen Schriften (Authors) u. das 
andere mal nach dem Wortlaute des sächlichen Inhaltes (Subjects), 
die in Ein Alphabet zusammen verschmolzen sind, sowie u. nament- 
lich durch Aufnahme zahlreicher Aufsätze aus periodischen, Gesell- 
schafts- u. anderen Sammel-Schriften , eine unverhältnissmässig 
grosse Ausdehnung erhalten hat. 

Die Einrichtung, die Schriften nach den Subjects zusammen- 
zustellen, gewährt den Vortheil, dass der Leser dadurch über ein- 
zelne Gegenstände u. Krankheitserscheinungen ordentliche mehr oder 
minder umfängliche bibliographische Monographien im Kataloge 
dargeboten findet. Von solchen Monographien, an deren Spitze hier 
die „Medical Bibliography" in Vol. n. S. 27- 89 zu stellen ist, 
verdienen als grössere Artikel folg. hervorgehoben zu werden: in 
Vol. I. „Abdomen" (S. 4—33); „Air" (S. 132—49); „Amputaüon" 
(S. 240—75); „Anatomy" (S. 299—337); „Aneurism, (S. 345— 
411); „Arteries" (S. 580—623); in Vol. IL „Bladder** (S. 80—114); 
„Blood" (S. 133—99); „Bonos" (S. 226—47); „Brain" (S. 320— 
402); „Breast" (S. 413—36); „Cadaver" (S. 569—83); „Calcu- 
lus" (S. 609—44); „Cancer" (S. 664—89); „Ch^mistry" (S. 869 
—92); „ehest" (S. 896—927); in Vol. IH. „Cholera" (S. 1—152); 
„Diabetes" (S. 722—41); „Diphtheria" (S. 794—823); „Dysen- 
tery** (S. 978—1008); in Vol. IV. „Ear" (S. 1—86); „Education*^ 
(S. 60—124); „Epilopsy" (S. 275—303); „Erysipelas" S. 333- 



50); „Excision" (S. 402—26); „Eye" (S. 450—560): „Femur*-* 
(S. 619—47); „Fever" (S. 662-961); „Fistula" (S. 994:— 1032) -^ 

Diese Monographien enthalten die sämmtlichen auf den beti — 
Gegenstand bezüglichen Schriften keineswegs in durchaus fortlaufende^:^ 
alphabetischer Reihenfolge verzeichnet, sondern unter verschieden»-« 
wissenschaftliche Bubriken, von denen in Nachstehendem ein paa-^a 
Proben folgen, vertheilt, innerhalb welcher sich die Schriften, di -^ 
selbständigen und die in periodischen u. dergl. Werken abgedrucktes^ 
voneinander geschieden, alphabetisch aufgeführt finden. Als Probev 
sind die Verzeichnisse der Schriften über die beiden das Interesse 
der Gegenwart wohl zunächst u. hauptsächlich beschäftigenden 
Krankheiten, die Cholera u. die Diphtherie, gewählt. 

Cholera: Publications prior to 1817 — Cholera Asiatic — 
Cases of Ch. As. — Causes, theories of causation, and contagion 
of Ch. As. — Complications and sequelae of Ch. As, — Dia- 
gnosis and semeiology of Ch. As. — History and statistics of Ch. As. 



Zar Medicinischen Bibliographie. 



343 



— Item by localities — Hospitals for Ch. As. — Hygiene and 
methods of prevention of Ch. As. — Pathology and pathological 
anatomy of Gh. As. — Periodicals relating to Ch. As. — Treat- 
ment of Ch. As. — Item by special means — Ch. As in animals 

— It. in children — It. in pregnancy — It. in ships — Cholera 
infantum. — Cholera morbus sporadic. 

Diphtheria [see also Angina; Angina maligna; Auditory 
canal (Extemal, Diphteria of); Conjunctivitis (Diphtheritic, etc.); 
Croup; Croap (Epidemie); Croup and diphtheria; Erysipelas (Epi- 
demie): Genitals (Female, Diphteria, etc., of); Indestines (Diphtheria 
of); Kidney (Diphtheria of); Larynx (Inflammation of); Pharyngitis 
(Gangrenous) ; Puerperal diphtheria] : Gases and statistics of D. — 
Gauses, contagion, and prevention . of D. — Complications and 
sequelae of D. — D. cutaneous — Diagnosis and Symptoms of D. 

— History of D. — D. nasal — Paralysis from D. — Patho- 
logy of D. — D. puerperal, see Puerperal — Tracheotomy in D. — 
Treatment of D. — D. in animals — D. of genitals — D. and 
Bcarlatina — D. in wounds. 



[1052.] Chronologisches Terzeichniss Englischer and 

Amerikanischer Schriftstoller and Anonymer Schriften 

auf dem Gebiete der Stenographischen Litteratar. 

Nach J. E. Bockwell. (Schloss). 



Isaac Pitman. 1837. 

R Ventris. (1837.) 

Hints on shorthand. 1837. 

T. C. Fester. 1888. 

f'ranco Frank. 1838. 

S. W. Leonard. 1838. 

C. p. Newton. 1838. 

James Nye. (1838.) 

A. G. Tyson. 1838. 

€. Williams. 1838. 

y. D. De Stains. 1839. 

WiUiam Carpenter. 1840. 

G. Eyre. 1840. 

J. Pancuti 1840. 

Bohert Shorter. (1840.) 

P. B. Templeton. 1840. 

Tyas. 1840. 

British short-hand. 18^40. 

Improved concise System. 1840. 

J. H. Bück. 1841. 

Jame8(or John)Hargreaves. 1841. 



S. A. Good. 1842. 
Charles Saxton. 1842. 
Simeon S. Woodhouse. 1842, 
G. Bradley. 1843. 
Chess shortrhand. 1843. 
Gurney's populär System simpli- 

fied. 1843. 
Alexander John EUis. 1844. 
Art of reporting. 1844. 
Self-instructor's assistant. 1844. 
Stephen Pearl Andrews and Au- 

gustus F. Boyle. 1845. 
Keyes A. Bailey. 1845. 
W. Shilleto. 1845. 
E. Harmon. 1846. 
Michael T. O'Connor. 1846. 
Amasa D. Sproat. 1846. 
William Wilson. 1846. 
J. Best Davidson. 1847. 
Stewart Hardinge. 1847. 
J. Kentish. 1847. 

25* 



844 Chronol. Verzeicbniss Engl. u. Amerik. Schriftsteller etc. 



William Selwyn. 1847. 
Joseph Snaith. 1847. 
Practical exposition. 1848. 
Alexander Melville Bell. 1849. 
James 0. Booth. 1849. 
Elias Longley. 1849. 
Robert Patterson. 1849. 
Hippolyte Prövost. 1849. 
Diamond shorthand. 1849. 
Francis Fauvel-Goaraud. 1850. 
W. Plumb. (1850.) 
Thomas Allen Beed. 1851. 
J. D. Everett. (1852.) 
W. H. Hart and J. Monteath. 1852. 
William Oliver. (1852?) 

E. Webster. 1852. 
D. W. Heath. 1853. 

Benn Pitman and B. P. Prosser. 

(1853.) 
Andrew J. Graham. 1854. 
David Hammond. 1855. 
Clement B. Needham. 1855. 
Benn Pitman. 1855. 
John Price. 1855. 
Catechism of short-hand. 1855. 
George Cameron. 1856. 
John Uaxham. 1856. 
William Lyle. 1856. 
John McCombe. 1856. 
Ebenezer Soper. 1856. 
George Vasey. 1856. 
Morris Coleman. 1857. 
Henry Dircks. 1857. 
Thompson Cooper. 1858. 
Thomas Mitchell. 1858. 
Alfred Pierce. 1858. 
A. M. Strickland. 1858. 
John Freeman. (1859.) 
Alfred Geiger. 1860. 
Short hints on shorthand. 1860. 

F. Fester. (1862.) 
Edward James Jones. 1862. 
Matthias Levy. 1862. 

F. Bedfern. 1862. 
Onstav Michaelis. 1863. 



John Thompson. 1868. 
Joseph Beale. 1864. 
J. Bodham Oarr. 1864. 
D'Edmence. 1864. 
Wüliam Hall. (1864.) 
David Phüip Lindsley. 1864. 
Alexis E. Marshall. 1864. 
Peter P. Good. (1865.) 
Edward Fitch ünderhill. 186£ 
W. W. Wright. (1865.) 
New idea. 1865. 

F. G. Fowler. (1866.) 
Wüliam P. Jacobs. 1866. 
Haney's phonographic hand-bcx 

(1867.) 
James E. Manson. 1867. 
Fred. Pitman. (1867.) 

G. Fearson Benshaw. 1867. 
W. Mattieu Williams. 1867. 
J. B. Dimbleby. 1868. 

J. K. Gardner. 1868. 
Andrew J. Marsh. 1868. 
K. P. Ter Beehorst. (1868.) 
Alexander Herbert Thompson 

1868. 
Henry Newman, (1869?) 
Murdo Young. 1869. 
Eliza Boardman Bumz. 1870. 
Henry M. Parkhurst. 1870. 
Mahlou Oliphant. 1871. 
William Passmore. 1871. 
J. B. BundelL 1871. 
W. E. ScoviL 1871. 
Shorthand reporter's code. 1871 
James Madison Allen. 1872. 
George G. W. Morgan. (1872. 
L. L. Willson. 1872. 
Singleton W. Davis. (1873.) 
W. George Waring. 1873. 
C. J. Brown. 1874. 
S. Hunter. 1874. 
Wallace Ritchie. 1874. 
Wüliam Roberts. 1874. 
Robert Wailes. 1874. 
John L. Driscol 1875. 



auf dem Gebiete der Stenographischen Litteratnr. 845 



I Haven. (1875.) 
l Parsons. (1875.) 
lers and Clark. 1875. 
Thompson. 1875. 
Verity. (1875.) 
allis. 1875. 

WiUs. (1875.) 
» Adair. 1876. 
äs Mitchell. 1876. 
F. Roy. 1876. 
Brown Smith. 1876. 
orge Gross. 1877. 
3l Kaufman and Franz Baeh- 
. 1877. 
7, Osgoodby. 1877. 

Pemin. 1877. 
. Pemin. 1877. 
im P. üpham. 1877. 
§ Williams. 1877. 
as Anderson. 1878. 

E. Dawson. 1878. 
rd C. Hoyt. 1878. 
(1878.) 

h Amable Mansean. 1878. 
x>pher Golumbas Packard. 
78. 

Pemin and A. Mainvillle. 
78. 

es B. Streng. (1878.) 
e L. Eames. 1879. 
h Hunt. 1879. 
imball. 1879. 
.. Nichols. 1879. 
9 Bichardson. 1879. 
:. H. Searcy. 1879. 
3y Worral. 1879. 
ir M. Baker. 1880. 
es C. Chase. 1880. 

Cobbin. (1880.) 

Davison. 1880. 
f B. Evans. 1880. 

Gray. (1880?) 

Hardinge. 1880. 
re Harris. (1880.) 



Thomas Hine. (1880?) 
Carl Eammeyer. 1880. 
A. L. Lewis. 1880. 
James A. Noble. 1880. 
John B. Bankin. 1880. 
George A. Bell. 1881. 
Frederick Glanville. 1881. 
Henry McLagan. 1881. 
Mon<irieff. 1881. 
Charles Spiro. 1881. 
Edward PockneU. (1881.) 
John T. Porter. 1881. 
J. Taliaferro. 1881. 
Tobias Witmer. 1881. 
Frank Teigh. (1881.) 
Shorthand made easy. 188 !• 
D. L. Scott-Browne. 1882. 
Ida C. Craddock. 1882. 
William W. Daniels. 1882. 
A. Ginn. (1882.) 
Edwin Guest. 1882. 
Joseph Hammond. (1882.) 
Alfred Janes. 1882. 
Francis John Lock. (1882.) 
(Charles Mayr. (1882.) 
Edward J. Nankivell and Fred. 

Pitman. (1882.) 
Dayid Angostus Peachey. 1882. 
Sawyer Brothers. (1882.) 
George H. Thoraton. 1882. 
G. G. Allen. 1888. 
Frank S. Dean and Joseph MiUs. 

1883. 
J. F. Laning. 1883. 

A. T. Lawson. (1883.) 
John D. Lowe. 1883. 
Oliver McEwan. 1883. 

Bonn Pitman and Jerome B. Ho- 
ward. 1883. 

Frederick Bichmond and W. J. 
Shaw. 1883. 

James Simsen. 1883. 

F. 0. Dettman. 1884. 

B. E. Miller. 1884. 



Der Antiquar und Bernard Quaritch. 



ng von Sohriftstellern n. Anonymen Sohriften von nie 
mit Qewlssheit zu bestimmendem Datum. 



itroDg's linear phonographj, 
oderD. 

, criticised by Shelton; pre- 
ious to 1690. 

.ndemore, prevlous to 1800. 
)S8et, previous to 1727. 
inry Borchers, about 1870. 
ryant, previous to 1775. 
utton, previous to 1700. 
Llfred S. Childs, about 1875. 
Thomas Gross. 1645 or 1662. 
Delaine, modern. 
Edmond, modern. 
Ewen, previous to 1765. 
Joseph Games. 
Granville, modern. 
J. P. Grollet, modern. 
Grogan, modern. 
Higham, previous to 1750. 
Lucas, modern. 



Eneas Mackenzie, modern. 
Macloughlin, 17 — . 
Minute shorthand, modern. 
Montague*8 celebrated sysi^jo, 

modern. 
New method of writing, &c. 
New System. 
William Parker, modern, 
W. S., modern« - 
Schoeb's shorthand, modern. 
Shorthand without a master, i^xmt 

1875. 
J. Sidney, modern« 
James Singleton, about 1875. 
Stenography in miniatore. 
Stileman, previons to 1674 
Thatcher, modern. 
Walker, previous to 1765. 
B. Bailey Walker, modern. 
James Wood, modern. 



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hj-.*-^^ 



Ul. 



iv 



[1053.] Der Antiquar und Bemard Qnaiitch. 

Auf dem Boden des Bachhandels sind in neuerer Zeit d, ^® 
Antiquariate wie die Pilze aus der Erde geschossen. Wie viep^^ 
fQhlen sich dazu berufen, einen Bücherkramladen zu eröflfoen, 
sich dem Publikum als Antiquare vorzustellen. Und wie weni| 
sind aber unter ihnen, die auf den Titel eines echten Antiqua :^^ 
Anspruch haben, ja welche nicht die leiseste Ahnung davon besitz» ^A 
was alles ein echter Antiquar kennen muss. Um ein Antiquar ^ ^ 
sein, ist es nicht etwa damit abgethan, einen Laden zu eröl&i9i^ 
u. denselben mit allerlei aus Auctionen u. sonstwoher aufgekaufte^ 
Bücherkrame u. etwa noch mit einer Partie von Yerlagsbucli' 
händlem übernommener Ladenhüter — die, weil sie dann nicli^ 
mehr vom Verleger bezogen werden können, als „vergriffene*' ^ 
desshalb seltene Werke sich bezeichnen lassen — auszufüllen, sowi« 
über diesen Bücherbestand, der marktschreierisch als „Auswahl 
werthvoller u. seltener Schriften aus allen Wissenschaftsföchem** 
angepriesen wird, Kataloge auszugeben, u. dieselben wohl gar mit 
ein paar irgendwoher abgeschriebenen sogenannten bibliographischen 
Bemerkungen herauszuputzen. Wem es zu wissen noth thut u 
frommt, welchen Anforderungen man zu entsprechen im Stande ser 
muss, um sich unter die echten Antiquare u. nicht blossen Buche* 



Der Antiquar and Beniard Quaritch. 847 

ämer rechnen zu dürfen, dem ist die Lektüre des Schrifkchens 
n Max Weg über ^^das deutsche wissenschaftliche Antiquariat^**) 
ir anzuempfehlen, in dem sich alles in dieser Hinsicht Wissens- 
rthe aufgezeichnet findet. 

Allerdings hat Weg hinsichtlich der an den Antiquar zu stellenden 
forderungen das Maas nicht gerade in allzu bescheidenen Grenzen 
halten, u. es dürften ausser einem Quaritch u. dem ähnlichen 
Liegen nur wenige anzutreffen sein, die den Anforderungen ganz 
voll zu entsprechen im Stande sind. Man mag indessen von 
n Yon Weg Geforderten schon noch etwas in Abzug bringen, u. 
an desshalb immerhin noch ein ganz guter Antiquar sein; aber 
allgemeinen muss doch das Bild des Antiquars dem ähneln, 
Iches Weg davon entworfen hat. Zwischen dem Sortimente u. 
m Antiquariate besteht ein se